Arbeitsgruppe Arbeit und seelische Gesundheit

Leitung: Priv. Doz. Dr. Michael Hölzer

 
Hintergrund der Forschungsaktivitäten

Stressassoziierte Erkrankungen werden in den letzten Jahren immer mehr für Arbeitsunfähigkeit und Frühberentung verantwortlich gemacht. Der betriebswirtschaftliche und volkswirtschaftliche Schaden ist enorm. Dementsprechend gewinnt die Vorbeugung stressbedingter Gesundheitsschäden zunehmend an Bedeutung. Mittlerweile gilt es als wissenschaftlich erwiesen, dass bestimmte Arbeitsplatzbedingungen, aber auch individuelle Einflüsse wie z.B. dysfunktionale Persönlichkeitseinstellungen, in einer dauerhaft erhöhten Stressbelastung eines Menschen resultieren können und damit ein erhebliches Risiko für dessen seelische Gesundheit darstellen.

 

Ziel der Forschungsaktivitäten

Mit dem Ziel, innovative Strategien zur bestmöglichen Förderung von seelischer und körperlicher Gesundheit am Arbeitsplatz praxisnah zu fördern, wurde 2017 das Kompetenzzentrum für seelische Gesundheit am Arbeitsplatz (Leadership Personality Center Ulm, LPCU) an der Universität Ulm gegründet.  Finanziell gefördert durch die Karl Schlecht Stiftung, sollen in diesem Kompetenzzentrum (in Kooperation der Abteilung Psychatrie 1 mit der Abteilung für Psychosomatische Medizin)  der Universtät Ulm betriebsnah Schulungsangebote für Führungskräfte und unterschiedliche Berufsgruppen entwickelt und erprobt werden.
Insbesondere sollen Menschen in Leitungspositionen durch innovative Aus- und Weiterbildungskonzepte befähigt werden, mit Hilfe ihres Führungsverhaltens ihre Mitarbeiter positiv zu beeinflussen und über ein gutes und gesundes Arbeitsklima deren Motivation und dadurch auch die Produktivität des Unternehmens zu steigern. Die praxisnahe Forschung soll durch den ständigen Austausch mit den Unternehmen zu einer kontinuierlichen Verbesserung der Aus- und Weiterbildung von Führungskräften und vor allem der körperlichen und seelischen Gesundheit ihrer Mitarbeiter am Arbeitsplatz führen.

Das LPCU ist multidisziplinär und evidenzbasiert ausgerichtet. Als ein Kompetenzzentrum für seelische Gesundheit am Arbeitsplatz orientiert es sich an den Erkenntnissen der Humanmedizin, der psychosomatischen Medizin bzw. der Psychiatrie und Psychotherapie, sowie der Arbeitspsychologie und der Arbeitssoziologie. Diese Erkenntnisse sollen Führungskräften  in Seminaren praxisnah vermittelt werden. Berücksichtigt werden  sollen  vor allem aktuelle Ergebnisse der Stressforschung, wichtige psychosoziale Stressoren und stressassoziierte Erkrankungen. Zur Prävention sollen zudem praxistaugliche  Stressmanagementtrainings zur bestmöglichen praktischen Bewältigung und Resilienzerhöhung im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung durchgeführt und deren Wirksamkeit evaluiert werden.