ENHANCE: Verbesserung der Wirksamkeit trauma-fokussierter kognitiver Verhaltenstherapie und trauma-fokussierter psychodynamischer Therapie von posttraumatischer Belastungsstörung bei Erwachsenen verbunden mit Gewalt und Missbrauch in der Kindheit

eine randomisierte kontrollierte Studie

Projektbeschreibung

Menschen, die als Kinder oder Jugendliche Gewalt oder Missbrauch erfahren mussten, haben häufig auch noch im Erwachsenenalter psychische Probleme. Eine oft auftretende Folgeerkrankung ist die sogenannte Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS-GMK). Die PTBS ist eine psychische Erkrankung, die zu starken Belastungen und schwerwiegenden Problemen in vielen Bereichen des Lebens führen kann.

ENHANCE ist eine interdisziplinäre, multizentrische randomisiert-kontrollierte Psychotherapiestudie. Zielsetzung der Studie ist die Verbesserung und der Vergleich der Wirksamkeit von trauma-fokussierter kognitiver Verhaltenstherapie (STAIR Narrative Therapie, SNT) und trauma-fokussierter psychodynamischer Therapie (TF-PDT) bei PTBS-GMK. Nach einer ausführlichen und umfassenden Diagnostik werden die StudienpatientInnen mit PTBS-GMK per Randomisierung einer der beiden Therapieformen, der trauma-fokussierten kognitiven Verhaltenstherapie (STAIR Narrative Therapie, SNT) oder der trauma-fokussierten psychodynamischen Therapie (TF-PDT), oder einer 6-monatigen Wartekontrollgruppe zugeteilt. In beiden Therapiegruppen erhalten die StudientpatientInnen eine 24-stündige, ambulante Kurzzeitpsychotherapie. Einmal während der Therapie (10. Sitzung), nach Therapieende, 6 und 12 Monate nach Therapieende findet erneut eine Diagnostik der PTBS-Symptomschwere statt. Weitere Fragestellungen werden in den Substudien B1-B4 untersucht. In der Substudie B1 wird anhand von auf Tonband aufgezeichneten Therapie-Sitzungen geprüft, inwieweit die Therapeuten das Therapiekonzept angemessen umgesetzt haben. Darüber hinaus wird untersucht, welchen Einfluss bestimmte Faktoren (wie z.B. Art und Dauer der Traumatisierung) auf das Therapieergebnis haben. Im Subprojekt B2 werden neurobiologische Veränderungen und ihr Einfluss auf das Therapieergebnis untersucht. Das Ziel der funktionellen und strukturellen Magnetresonanztomographie-Studie B3 besteht darin, die neuronalen Korrelate zu untersuchen, die kurz- und langfristigen psychotherapeutischen Veränderungen in dieser Patientengruppe zugrunde liegen sowie diese vorhersagen. In einem weiteren Subprojekt (B4) werden gesundheitsökonomische Analysen durchgeführt.

Weitere Informationen sind auf der zentrumsübergreifenden Homepage zu finden:
https://www.uni-giessen.de/enhance-traumatherapie

Studienzentrale

Die Studienzentrale ist die Justus-Liebig-Universität Gießen, Klinik für Psychotherapie und Psychosomatik, Prof. Dr. Falk Leichsenring. Neben Gießen und Ulm sind die Psychosomatischen Universitätskliniken und Universitäten in Berlin, Mainz und Dresden beteiligt. Die Studie wird vom BMBF gefördert.

Kooperationen

In Ulm wird die Studie in enger Kooperation von der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie und dem Institut für Psychologie, Abteilung Klinische & Biologische Psychologie durchgeführt. In beiden Einrichtungen werden die PatientInnen für die Studie rekrutiert und behandelt.

Studienleitung Ulm

Profilbild von Prof. Dr. phil. Jörn von Wietersheim

Prof. Dr. phil. Jörn von Wietersheim

Leitender Psychologe | Leitung Hochschulambulanz | Leitung der Sprechstunde im Betrieb

Profilbild von Prof. Dr. med. Harald Gündel

Prof. Dr. med. Harald Gündel

Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Prof. Dr. Iris-Tatjana Kolassa

Leitung der Abteilung Klinische &
Biologische Psychologie
Universität Ulm