Eine pathologisch gesteigerte Heilentzündung der distalen Gelenke, als Folge eines Traumas oder einer Operation, besonders bei vegetativ labilen Patienten
Eine Stadieneinteilung mit Bezug auf die Dauer wird nicht mehr empfohlen.
Die SRD kann sowohl mit einer kalten, zyanotischen Extremität als auch mit einer warmen u. geschwollenen beginnen und über Jahre bestehen.
Ebenso können trophische Störungen bei einer zu warmen, als auch bei einer zu kalten, geschwollenen Extremität auftreten.
Für die Therapie von Bedeutung ist die primäre Läsion und der aktuelle SRD-Befund
- Spontanschmerz
- aktive u./o. passive Bewegungseinschränkung
- dauernde oder nur belastungsabhängige Schwellung
Pathogenese
Durch Schmerzen beim auslösenden Ereignis kommt es zur Erregung der Nozizeptoren
woraus eine reflektorische Störung der symphatischen Gefäßinnervation resultiert,
was wiederum eine negative Beeinflussung der Durchblutung zur Folge hat.
Eine Aktivitätsänderung der symphathischen Vasokonstriktoneurome bewirkt einen
erhöhten Venentonus, woraus eine Abflußbehinderung aus dem Kappilarbereich mit folgendem Ödem resultiert.
Dies wiederum, führt zu Spontan- und Bewegungsschmerz wodurch andere Nozizeptoren erregt werden.
Es entsteht also ein Circulus Vitiosus mit Bewegungseinschränkung bis hin zur Fibrose.
Symptome
Nach klinisch-neurologischen Kriterien lassen sich drei Bereiche unterteilen:
1. Autonome (sympathische) Störungen bestehend aus einer generalisierten Schwellung und veränderter Hauttemperatur
2. Motorische Störungen in Form einer eingeschränkten Beweglichkeit ,sowie einer Kraftminderung
3. Sensible Störungen zu den die veränderte Hautsensibilität, sowie diffuse, tiefe Spontanschmerzen gerechnet werden.
Physiotherapeutische Therapie
Nur was dem Patienten guttut, ist gerechtfertigt, keine passiven Übungen, täglich behandeln.
- Schienen, Handschuhe/Strümpfe aus dehnbarem, jedoch komprimierendem Material bei ausgeprägtem Ödem.
- einschleichende Eisbehandlung, wenn in der Nachwirkung gut verträglich
- absteigendes kühles Teilbad-Eistauchbad, wobei eine indifferente Temperatur oft aus reicht. Eine reaktive, schmerzverstärkende Hyperämie sollte vermieden werden.
- Lymphdrainage
- ausstreichende Massagetechniken
- hochlagern, wenn eine Erleichterung der Schmerzen erreicht wird.
- aktives/assistives Bewegen aller Gelenke, nur schmerzarm bis schmerzfrei vom Schultergelenk über Ellenbogen zum Handgelenk
- entstauendes An-/Entspannen bzw. Isometrie
- bewegen im Teilbad/Bewegungsbad, wodurch die Auftriebskräfte den venösen Abfluß fördern.
- manuelle Therapie
- Haltungskorrektur





