Meine Kindheit - Deine Kindheit

Ziel des Projektes

Ziel des Projektes ist es zu untersuchen, welchen Einfluss positive und negative mütterliche Kindheitserfahrungen auf die Beziehung zum eigenen Kind und die Entwicklung des Kindes haben. Dabei geht es darum die Mechanismen besser zu verstehen, welche einen Einfluss von Kindheitserfahrungen auf die nächste Generation bedingen können, wobei besondere Beachtung der Erforschung zugrundeliegender biologischer Mechanismen zukommen soll.
Langfristiges Ziel der Studie ist es, spezifische Unterstützungsangebote für Mütter mit belastenden Erfahrungen bereitstellen zu können und den Zugang zu Hilfen zu erleichtern, besonders wenn während der Schwangerschaft oder nach der Geburt Fragen zum Umgang mit dem Kind oder Themen der eigenen Kindheit dringlich werden. Ein besseres Verständnis der Mechanismen, die zu einer Weitergabe von Risiken in die nächste Generation beitragen, sowie ein umfassendes Wissen über die Möglichkeiten, eine solche transgenerationale Weitergabe durchbrechen zu können, sind wesentliche Voraussetzung dafür.

Beteiligte Studienzentren:

Universitätsklinikum Ulm:
Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie
Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie


Universität Ulm:
Institut für Psychologie und Pädagogik, Klinische und Biologische Psychologie



Deutsches Jugendinstitut München e.V.

Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg:

Institut für Biologie/Abteilung Zoologie und Entwicklungsneurobiologie

 

Kooperationspartner:

Dr. Thomas Meysen (Deutsches Institut für Jugendhilfe und Familienrecht e. V.)

Prof. Dr. Anna Buchheim (Universität Innsbruck, Institut für Psychologie)

 

Förderung:

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), Projektträger: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V.

Projektlaufzeit:

01.06.2013 – 30.05.2016

Projektleitung: 

Prof. Dr. med. Jörg M. Fegert

Prof. Dr. Ute Ziegenhain

Hintergrund:

Bislang ist noch kaum erforscht, welchen Einfluss eigene positive und negative Erfahrungen in der Kindheit auf das Wohlbefinden von Müttern, den Beziehungsaufbau zum Kind sowie die kindliche Entwicklung haben. Es stellt sich hier insbesondere die Frage nach den konkreten Mechanismen, die eine transgenerationale Weitergabe von Risiken bedingen. Beispielsweise ist davon auszugehen, dass negative Erfahrungen in der Kindheit auch langfristig auf körperlicher Ebene Spuren hinterlassen können. Weitestgehend unbekannt ist allerdings, was entsprechende biologische Veränderungen bei der Mutter für die Schwangerschaft und die kindliche Entwicklung bedeuten können. Außerdem gibt es Hinweise darauf, dass sowohl positive als auch negative Erfahrungen in der Kindheit die eigenen Vorstellungen von Beziehungen, das psychische Wohlbefinden oder die Zufriedenheit mit der eigenen Elternrolle beeinflussen können. Wenig ist jedoch bekannt darüber, inwieweit die Prozesse auf psychischer Ebene mit biologischen Mechanismen in Wechselwirkungen stehen und unter welchen Bedingungen auch Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung zu beobachten sind. Dies stellt den Hintergrund und zugleich den Ausgangspunkt des oben benannten Projektes dar.


Datenerhebung:

In der Frauenklinik Ulm werden seit Oktober 2013 alle frisch entbundenen Mütter eingeladen an der Studie "Meine Kindheit – Deine Kindheit" teilzunehmen. Mit den teilnehmenden Müttern wird am 1.-3.Tag postpartum (T0) ein Screening zu positiven und negativen Erfahrungen in der Kindheit durchgeführt und biologische Parameter erhoben (z.B. Nabelschnurblut). Für die Studie werden dann etwa 100 Mütter mit und 100 Mütter ohne belastende Kindheitserfahrungen ausgewählt. Die teilnehmenden Mütter werden 3 Monate nach der Geburt (T1) sowie 12 Monate nach der Geburt (T2) zusammen mit ihren Kindern zur Datenerhebung ins Uniklinikum Ulm eingeladen und es findet jeweils ein Hausbesuch bei den Familien statt. Die erhobenen psychologischen Daten werden jeweils zu allen drei Messzeitpunkten (T1, T2 und T3) durch biologische Parameter in Form von Speichel-, Haar- und Blutproben ergänzt.

 

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