Forschungslabor

Die molekularbiologische Arbeitsgruppe ist auf die Entwicklung neuer radioaktiver Arzneimittel fokussiert. Hierfür sind zahlreiche Zellkultur- und Tiermodelle sowie molekularbiologisch-analytische Techniken etabliert: Bestimmung der zellulären Aufnahme und der Retention mit intrazellulären Biodistribution von radioaktiven Arzneimittel; auf siRNA- und shRNA-Vektoren basierende Knock-out Modelle; klonogener, DNA-Laddering und Nicoletti Tests zur Ermittlung der Apoptoserate in behandelten Zellen; FACS und Western Blot Analysen zur Untersuchung der Proteinexpression, Biodistributionsstudien mit Metabolitenanalysen und Stabilitätstests in Tiermodellen, Immunhistologie und Mikroautoradiograpie zum Nachwies der Proteinexpression bzw. der intrazellulären Lokalisierung der radioaktiven Arzneimittel in Gewebeschnitten. Die wichtigsten wissenschaftlichen Schwerpunkte stellen die Entwicklung neuer Thymidin-basierter proliferationsadressierender Nukleoside zur Diagnostik und Therapie, Somatostatin-Rezeptor-adressierender Peptide und monoklonale Antikörper mit Spezifität für CD66, CD45 und CD20 für die Radioimmuntherapie hämatologischer Neoplasien dar.

  • Interne Radiotherapie maligner Tumore mit radiomarkierten Thymidin-Analoga. Dieses Therapieverfahren maligner Erkrankungen verbindet Tumorselektivität mit hoher lokaler Energiedeposition und konsekutiver, selektiver Tumordevitalisierung unter Schonung der Normalgewebe. Hierzu wird ionisierende Teilchen-Strahlung mit Wirkung auf DNA maligner Zellen (Auger-Elektronen-Emitter) eingesetzt. In diesem Forschungsprojekt wird die Wirkung der Auger-Elektronen-Emitter wie 123/125I auf die Aktivierung von Apoptose-Signalwegen und auf die DNA-Reparatur/DNA-Schaden in strahlungsresistenten Tumorzellen im Vergleich zu strahlungssensitiven Tumorzellen sowohl in vitro als auch ex vivo und in vivo untersucht.
  • Radio-Immun-Therapie maligner Erkrankungen. Die starke Überexpression des CD45 Moleküls auf den klonogenen Stammzellen des Multipen Myeloms bietet eine gute Voraussetzung für eine gezielte Adressierung des Stammzellkompartiments der malignen Zellen mit spezifischen Antikörpern und geeigneten Radionukleosiden an. Da das Proliferationskompartiment nur wenige, disseminiert als Einzelzellen oder kleine Zellcluster verteilt im Gewebe vorliegende klonogene Stammzellen umfasst, ist ein lokales, auf Einzelzellniveau wirkendes Therapieprinzip zwingend erforderlich. Hieraus leitet sich die z.B. Notwendigkeit einer Alpha- RIT z.B. mit 213Bi-CD45 ab.
  • Ligand-Rezeptor-vermittelte Radio-Therapie neuroendokriner Tumore (NET). Radiomarkierte SOM230-derivatisierte Liganden werden hinsichtlich der Verbesserung der diagnostischen Tumordetektion bei Patienten mit NET getestet. Studien zur Bindung und Aufnahme der neuen Radiopharmaka in vitro und im Xenograft¬modell sollen die Grundlage für eine Endo-Radiotherapie mit diesen Substanzen schaffen.
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