In unserer Klinik behandeln wir alle Störungsbilder aus dem Bereich der Psychosomatischen Medizin und Psychotherapie. In vier Behandlungseinheiten (Settings) bieten wir jeweils 5 stationäre Betten und 5 teilstationäre (tagesklinische) Plätze an, im fünften Setting bieten wir ein rein tagesklinisches Angebot.

Wir wenden Behandlungsmethoden an, die jeweils für spezielle Störungsbilder besonders erfolgversprechend, aber auch bei anderen Erkrankungen hilfreich sind.

Bevor wir einen Behandlungsplatz anbieten klären wir, welches Setting am geeignetsten ist. Sollten mehrere Bereiche gleichermaßen in Frage kommen, nehmen wir dort auf, wo am schnellsten ein Behandlungsplatz frei wird.

Psychodynamische Settings

Struktur Setting

In der Strukturorientierten Behandlungseinheit behandeln wir schwerpunktmäßig Patienten, die an einer strukturellen Störung leiden (Einschränkungen in der Gestaltung und Funktionsweise des Selbst in der Beziehung zu Anderen). Aufgrund lebensgeschichtlich unzureichend förderlichen Bedingungen konnten sie noch nicht ausreichend lernen, sich selbst wahrzunehmen und über sich selbst nachzudenken, eigene Gefühle, Wünsche und Impulse zu steuern, ihr seelisches Gleichgewicht durch Abwehrmechanismen stabil zu halten, sich selbst und andere als eigenständige Personen voneinander zu unterscheiden, mit anderen zu kommunizieren und stabile Bindungen einzugehen. Dies ist insbesondere der Fall bei Persönlichkeitsstörungen (z.B. Borderlinestörungen), aber auch bei einigen Formen von Depression, Zwangs-, Angst- und Essstörungen.

In der Behandlung liegt der Schwerpunkt auf Gruppentherapien. Verbale (Einzel- und Gruppentherapie) und nonverbale (Musik- und Kunsttherapie, Entspannungstraining) Verfahren werden kombiniert. Durch Behandlungstechniken der Mentalisierungsbasierten Psychotherapie nach Fonagy und Bateman (MBT) fördern wir die Mentalisierung, d.h. die Fähigkeit, zu denken, was der Andere fühlen und denken mag, und dies mit dem, was man selber fühlt und denkt, in Verbindung zu setzten und dadurch "andere und sich zu verstehen" (Allen & Fonagy 2009). Als Grundlage für die Affektregulierung und Impulskontrolle "markieren" und spiegeln die Teammitarbeiter Affektzustände, wodurch diese besser integriert werden können (Fonagy et al. 2004).

 

Körpernahes Setting

In unserer tiefenpsychologisch orientierten Behandlungseinheit werden neben anderen psychogenen Störungen schwerpunktmäßig Patienten mit körperlichen Beschwerden behandelt.

Ein erheblicher Risikofaktor für die Entwicklung von körperlichen Beschwerden, hinter denen sich seelische Belastungen verbergen, ist eine erschwerte oder gar fehlende Wahrnehmung von Gefühlen. Um unsere Patienten darin zu unterstützen, einen Zugang zu ihrem Innenleben zu entwickeln legen wir in unserem multimodalen Therapieangebot neben den Einzel- und Gruppentherapien besonderen Wert auf nonverbale Verfahren wie Kunst-, Musik-, Entspannungs- und Bewegungstherapie. Auch begleitende physiotherapeutische Maßnahmen spielen eine wichtige Rolle.

Auch Patienten mit körperlichen Erkrankungen oder Essstörungen, bei deren Auslösung oder Aufrechterhaltung seelische und soziale Faktoren eine bedeutende Rolle spielen, profitieren von unserem therapeutischen Angebot, da ein vertieftes Verständnis für bio-psycho-soziale Wechselwirkungen und ein daraus resultierendes Verhalten einen stabilisierenden Beitrag zum Erkrankungsverlauf und zur Aufrechterhaltung eines körperlichen und seelischen Gleichgewichts leisten kann.

Verhaltenstherapeutische Settings

Setting "Berufsleben und Gesundheit"

Überfordernde und unbefriedigende Arbeitsbedingungen und Lebenssituationen können zu körperlicher und seelischer Erschöpfung führen. Das kann Menschen aus allen Berufen treffen, aber auch Menschen, die beispielsweise lange Zeit Angehörige pflegen, alleinerziehend sind oder neben ihren Aufgaben keine Zeit mehr finden, um selbst Kraft zu schöpfen. Betroffen sind häufig ausgesprochen verantwortungsbewusste, hilfsbereite und engagierte Menschen, die ihre Aufgaben besonders rasch und korrekt erledigen und es allen Recht machen möchten. Daraus entwickeln sich mit der Zeit psychosomatische Erkrankungen wie z.B. Depressionen, Ängste, unklare körperliche Beschwerden aber auch Essstörungen.

Die Therapiebausteine in diesem Setting bestehen aus kognitiv-verhaltenstherapeutisch orientierter Einzel- und Gruppenpsychotherapie, Stressbewältigungstraining, Training Sozialer Kompetenzen, Kunsttherapie, Bewegungstherapie, Entspannungsverfahren, und einem körperlichen Aktivierungsprogramm.
Wichtige therapeutische Elemente sind dabei u.a. kognitive Techniken nach Beck, Ellis und Meichenbaum, emotionsregulierende Techniken aus der DBT nach Linnehan und der MBSR nach Kabat-Zinn, ressourcenorientierte Techniken u.a. nach Flückinger und Wüsten, beziehungsfokussierte Techniken zur Verbesserung von Beziehungen u.a. nach Hinsch und Pfingsten und Techniken zur Selbsthilfe bei Arbeitsstörungen nach Hoffmann und Hofmann.

Durch ein individuell zugeschnittenes Therapieprogramm unterstützen wir unsere Patienten dabei, zunächst ihre Beschwerdesymptomatik zu verstehen und zu lernen, Hilfe anzunehmen. In einem zweiten Schritt lernen die Patienten, dysfunktionale Verhaltensmuster, die zu Verausgabung und Erschöpfung führen, zu erkennen und zu bearbeiten. Daran ausgerichtet, unterstützen wir sie dabei, Strategien und Einstellungen für einen gesünderen Umgang mit Belastungen zu entwickeln, ihren Selbstwert zu verbessern und ihre sozialen Fertigkeiten auszubauen.

BiG BerufsLeben in Gesundheit - ausführliche Informationen zu diesem Behandlungsangebot finden Sie hier.

 

Ressourcenorientiertes Setting

In dieser Behandlungseinheit werden psychische Beschwerden wie Angst, Depression, Probleme mit dem Essen und Belastung durch körperliche Symptome, die körpermedizinisch nicht ausreichend beeinflussbar sind, behandelt. Probleme in der Wahrnehmung von als unangenehm erlebten Gefühlen wie Ärger, Wut, Neid und Hass spielen dabei häufig eine Rolle. Beziehungen zu Menschen im nahen Umfeld werden durch psychische Beschwerden oft empfindlich gestört. Andererseits führen jedoch auch schwierige Beziehungen zu Mitmenschen oder das Fehlen derselben zu psychischen und psychosomatischen Beschwerden, da wir als Menschen sozial und biologisch auf Bindung angelegt sind.
Deshalb liegt der Schwerpunkt auf der Ressource "Beziehung und Umgang mit sich selbst und anderen Menschen". Um sie in die Lage zu versetzen, ihre Therapieziele klarer zu benennen und daran zu arbeiten erstellen wir ein individuelles Fallkonzept mit den Patienten. In diesem werden die Probleme und Symptome, interpersonelle Schwierigkeiten, problematische Emotionen und die dazugehörigen biografischen Informationen in einem psychosomatischen, schematherapeutischen Erklärungsmodell zusammengefasst. Übergreifendes Ziel besteht darin, zu erarbeiten welche Grundbedürfnisse in der Lebensgeschichte nicht erfüllt wurden, wie sich ungünstige (dysfunktionale) Bewältigungsstrategien entwickelt und gefestigt haben, wie diese sie gegenwärtig einschränken und wie eigene Bedürfnisse aktuell angemessener erfüllt werden können.

Um dies zu erreichen werden kognitive, emotionsorientierte sowie verhaltensorientierte Interventionen eingesetzt. Wir orientieren uns theoretisch hier an der Schematherapie nach Young (2003) als aktuelle Weiterentwicklung in der Verhaltenstherapie in Verbindung mit ressourcenorientierten Techniken und gängigen störungsorientierten Interventionen.

Gruppen ermöglichen es Menschen dabei besonders gut, tieferen Einblick in ihre Beziehungen zu erhalten, weshalb unser Konzept gruppentherapeutisch geprägt ist.

Ressourcenorientierte Arbeit bedeutet, dass wir mit ihnen auf bisher bereits erfolgreiche Bewältigungsstrategien zurückgreifen, und sie wieder in Kontakt mit den eigenen Fähigkeiten und Stärken bringen möchten.
Die Umsetzung der beschriebenen Prozesse verfolgen wir in einem multiprofessionellen Team mit Hilfe verbaler (Einzel- und Gruppentherapie) und nicht-sprachlicher (non-verbaler) Verfahren (Entspannung, Bewegungs- und Kunsttherapie).

Anmeldung

Ambulanz

Tel  0731/500-61831

Fax 0731/500-61832

 

Zuweiser

Tel  0731/500-61861

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07.02.2017
Psychosomatische Sprechstunde direkt am Arbeitsplatz
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17.01.2017
Beratung für Krebspatienten gesichert
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14.11.2016
Aktionstag zur Selbsthilfe
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