RapidArc

Neue Entwicklungen an der Universitätsklinik für Strahlentherapie verbessern die Bestrahlung zunächst bei Patienten mit Prostatakarzinomen

Einsatz der „Rapid-Arc-Technologie“ seit dem 15.03.2010

Mit der „Rapid-Arc-Technologie“ kann eine wesentliche Beschleunigung bei der Bestrahlung komplexer Technik wie der intensitätsmodulierten Bestrahlung erreicht werden. Die teilweise sehr lange Bestrahlungszeit (zwischen 5 und 15 Minuten) die durch die hohe Zahl von individuellen Bestrahlungsfeldern z.B. bei der Intensitätsmodulation (IMRT) notwendig geworden ist, kann durch die neue Technologie um 50-70% verkürzt werden. Da sich durch die kürzere Bestrahlungszeit das Zielvolumen weniger bewegt, wird gleichzeitig die Präzision der Bestrahlung erhöht und der Patientenkomfort deutlich verbessert.

Technischer Hintergrund:

"Rapid-Arc" ist eine Technik, mit der Dosisverteilungen, die sonst nur mit intensitätsmodulierter Bestrahlungstechnik (IMRT-Technik) erreicht werden können, präzise und schnell in das Tumorgewebe appliziert werden. Während einer Rotationsbestrahlung, bei der Strahlerkopf sich einmal um den Patienten bewegt, wird ähnlich wie bei der intensitätsmodulierten-Technik (IMRT-Technik) die Bewegung von Bleilamellen im Strahlerkopf durch das Bestrahlungsfeld so optimiert, dass das Tumorgewebe maximal bestrahlt und das gesunde Gewebe höchstmöglich geschont wird. Die Vorteile von "Rapid-Arc" sind auf der einen Seite das Ausnützen von 360° Einstrahlwinkeln für eine optimale Dosisverteilung sowie eine variable, individuelle Dosisleistung, die für jeden Einstrahlwinkel einzeln angepasst wird. Von besonderer Bedeutung für die Patienten sind auf der anderen Seite kürzere Liegezeiten bei gleicher Effizienz der Bestrahlung, die z.B. bei Prostatabestrahlung nur noch 2 Minuten dauert. Damit kann die Strahlzeit von IMRT-Bestrahlungsplänen um etwa 70% verkürzt werden.

Zuerst profitieren Patienten mit Prostatabestrahlung

Quelle: Varian Medical Systems

Die neue Technik wird seit Mitte März bei Patienten mit Prostatakarzinom eingesetzt. Im nächsten Schritt wird Sie bei Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren, bei Bestrahlung der Lymphabflusswege im Becken sowie bei speziellen Bestrahlungen von symptomatischen Metastasen eingesetzt. Auf diese Weise können bis zu 30% der Patienten in der Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie von dem neuen Verfahren profitieren.

Darstellung der Rapid-Arc-Bestrahlung bei einem Patienten mit Prostatakarzinom.
Links oben kann man den 360° Rotationswinkel erkennen. Rot ist der Hochdosisbereich. Insbesondere das Bild links unten und rechts unten zeigt, wie binnen weniger Millimeter der steile Dosisabfall zum Enddarm (Rektum) (grüne/blaue Farbe) sowie zur Harnblase erfolgt.
Die Strahlzeit dauert nur noch 2 Minuten (60% Verringerung).

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