Experten

Diese klinisch-onkologischen Experten können Sie am Universitätsklinikum Ulm kennenlernen.

Prof. Dr. med. Wolfgang Janni
gynäkologischer Experte

Ärztlicher Direktor folgender Abteilung
Frauenheilkunde

Prof. Dr. med. J. Huober
gynäkologischer Experte und

Leiter konservativ-gynäkologischen Onkologie

mit dem Team der Ober- und Fachärzte
der Abteilung

Frauenheilkunde

Dr. med. Regine Mayer-Steinacker
internistische Expertin

Mitarbeiter folgender Abteilung
CCCU und Innere Medizin III (Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie und Infektiologie)

PD Dr. med. Andreas Viardot
internistischer Experte

Mitarbeiter folgender Abteilung
Innere Medizin III (Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie und Infektiologie)

Prof. Dr. med. Thomas Wiegel
radioonkologische Experte

Ärztlicher Direktor folgender Abteilung
Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie

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Beschreibung der Erkrankung

Eierstockkrebs entsteht in der Regel aus dem Oberfächengewebe des Eierstockes (epithelialer Eierstockkrebs). Man unterscheidet verschiedene feingewebliche (histologische) Typen des Eierstockkrebses, da im Eierstock mehrere Zelltypen vorhanden sind. Neben dem Epithel können auch Keimzellen und Keimstrangzellen Ursprung bösartiger Tumoren sein.

 

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Häufigkeit und Erkrankungsalter, Lokalisation

Die bösartigen Tumore des Eierstocks gehören zu den häufigeren bösartigen Geschwülsten der weiblichen Geschlechtsorgane. In Deutschland steht der Eierstockkrebs an fünfter Stelle in der Häufigkeitsrangfolge bösartiger Tumoren der Frau. Der Eierstockkrebs ist eine Erkrankung, die im höheren Lebensalter auftritt, das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 63 Jahren. Aber auch jüngere Patientinnen können betroffen sein.

 

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Ursachen und Risikofaktoren

Neben dem Alter werden aber auch Umwelt- und Ernährungsfaktoren diskutiert.

Des Weiteren gelten die Kinderlosigkeit, Sterilität sowie Sterilitätsbehandlungen als Risiko.

Als weiterer Faktor sind eine familiäre Häufung der Erkrankung und auch das vermehrte Auftreten von Brustkrebs in der Familie zu nennen. Dies ist bei ca. 5 Prozent der Erkrankungen der Fall. Man sagt dann, bei der Patientin liegt eine erbliche Disposition vor. Das heißt, dass es ein Gen gibt, das für das familiäre gehäufte Auftreten von Eierstockkrebs und auch Brustkrebs verantwortlich ist.

Es ist immer noch unklar, warum eine Frau Eierstockkrebs bekommt, wenn keine genetische Ursache vorliegt. Um die Erkrankung rechtzeitig zu erkennen ist die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung beim Frauenarzt 1-2 Mal im Jahr unabdingbar.

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Beschwerden

Beim Eierstockkrebs (Ovarialkarzinom) sind bislang keine Frühsymptome bekannt, das heißt solche Beschwerden, die bereits in einem  frühen Erkrankungsstadium auftreten. Durch ihre anatomische Lage kann es zu einer Vergrößerung der Eierstöcke kommen ohne Beschwerden zu machen.

Es gibt aber dennoch Anzeichen, bei denen sie prinzipiell hellhörig werden und zum Frauenarzt gehen sollten.

Meist handelt es sich um Symptome allgemeiner natur, die oft andere Ursachen haben und ganz harmlos sein können. Dennoch ist es meistens sinnvoll eine Krebserkrankung auszuschließen. Denn entdeckt man einen Eierstockkrebs frühzeitig, bestehen gute Behandlungsmöglichkeiten und Heilungsaussichten

 

Symptome die in Zusammenhang mit Eierstockkrebs auftreten sind:

  • Bauchumfangszunahme
  • Unbestimmte Verdauungsbeschwerden/ Völlegefühl
  • Blutungen außerhalb der Regelblutung
  • Verbunden oft mit einer allgemeinen Müdigkeit und Erschöpfung.

Um mögliche Krebserkrankungen frühzeitig zu entdecken, sollten sie unbedingt regelmäßig, dass heißt einmal im Jahr, zum Frauenarzt zu gehen.

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Untersuchungen

Wenn eine Vergrößerung des Eierstocks vorliegt kann diese i.d.R. bei einer Tastuntersuchung  vom Frauenarzt erkannt werden. Zur weiteren Abklärung eines auffälligen Befundes wird meistens die Ultraschalldiagnostik herangezogen. Weitere bildgebende Untersuchungen wie eine Magnetresonanztomographie (MRT) oder Computertomographie (CT) können in einzelnen Fällen bei der diagnostischen Abklärung unklarer Unterbauchtumore hilfreich sein. Letztlich können diese Verfahren nur eine Verdachtsdiagnose untermauern. Eine feingewebliche Diagnosesicherung oder ein Diagnoseausschluß erfordern i.d.R ein operatives Vorgehen.

Der Tumormarker  CA-125 ist ein Körpereiweis, das im Blut bei etwa 80% der Patientinnen nachgewiesen werden kann. Da es auch bei gutartigen Erkrankungen erhöht sein kann, besitzt der Wert nur eine eingeschränkte Verwertbarkeit bei der Diagnosestellung. Wertvolle hinweise können Tumormarker  jedoch in der Verlaufskontrolle unter Therapie beim Eierstockkrebs geben.

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Klassifikation und Stadieneinteilung

Die Stadieneinteilung kann erst nach erfolgter Operation vorgenommen werden. Im günstigsten Fall beschränkt sich der Tumor auf einen oder beide Eierstöcke. Es liegt dann ein Frühstadium vor. Mit zunehmender Ausbreitung kann sich der Tumor auf das Bauchfell des Beckens oder des Bauchraumes ausbreiten und dann weitere Organe wie Darm, Leber oder Milz befallen. Auch Lymphknotenabsiedelungen werden häufig gefunden. 

Die feingewebliche Klassifikation wird anhand des Primärtumors vorgenommen danach richtet sich die weitere Therapie.

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Behandlungsmöglichkeiten

Operative Therapie

Entscheidend für die Therapieplanung und den weiteren Krankheitsverlauf ist eine sorgfältig durchgeführte Operation. Diese soll einerseits eine exakte Stadieneinteilung ermöglichen, andererseits sollen wenn möglich alle operativ behandelbaren Tumormanifestationen entfernt werden. Das Ausmaß der Operation lässt sich dabei nicht immer vorhersagen. Mitunter können ausgedehnte Eingriffe u.a. auch am Darm erforderlich werden. Die besten Heilungschancen bestehen wenn alle Tumoren ohne Rest entfernt werden können. 

Chemotherapie

Neben der bestmöglichen Tumorentfernung durch eine Operation erfordert die Behandlung des Eierstockkrebses i.d.R. eine anschließende Chemotherapie. Beim Eierstockkrebs schließt sich in den meisten Fällen eine Chemotherapie an die Operation an. Sie zielt darauf ab, eventuell noch verbliebene Krebszellen durch zellwachstumshemmende Medikamente (Zytostatika) abzutöten. Zytostatika sind Arzneimittel, die Zellen in ihrer Teilung hemmen und eine Abtötung v.a. schnell wachsender Zellen herbeiführen. Besonders Tumorzellen teilen sich im allgemeinen schnell, während sich die meisten normalen Körperzellen langsamer teilen. Beim Eierstockkrebs schließt sich in den meisten Fällen eine kombinierte Chemotherapie, die über sechs Zyklen, verteilt auf vier Monate, gegeben wird an. Im Frühstadium wird manchmal eine Chemotherapie bestehend aus nur einer Substanz als ausreichend erachtet.

Studien

Um die Heilungschancen zu verbessern, und um unseren Patienten viel versprechende neue Substanzen zugänglich zu machen führen wir regelmäßig Therapiestudien zum Eierstockkrebs durch. Diese beinhalten oft neue Medikamente oder monoklonale Antikörper, die Krebszellen gezielt angreifen. 

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Krankheitsverlauf, Rückfall, Metastasen

Eine Heilungschance kann auch bei fortgeschrittenem Erkrankungsstadium bestehen, wenn die erforderliche Therapie aus Operation und Chemotherapie mit Sorgfalt durchgeführt wird. Trotzdem lässt es sich nicht in allen Fällen vermeiden, dass die Erkrankung wiederkehrt und weitere Therapien notwendig werden. Das Vorgehen muss dabei individuell geplant werden. Oft macht der Erkrankungsverlauf eine  erneute Chemotherapie erforderlich. Im Einzelfall kann eine erneute Operation mit anschließender Chemotherapie sinnvoll sein.

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Reha und Nachsorge

Wenn die erste Behandlungsphase abgeschlossen ist empfehlen wir allen Patientinnen sich regelmäßig beim Frauenarzt zur Nachsorge vorzustellen. Die Nachsorgeuntersuchungen haben zur Aufgabe Begleit- und Folgeerkrankungen zu erkennen. Ferner soll eine wiederkehrende Erkrankung oder damit verbundene Beschwerden erkannt werden um sie mit den verfügbaren Möglichkeiten zu behandeln. Der Inhalt der Nachsorgeuntersuchungen sollte dabei den persönlichen Bedürfnissen der Patientin und der individuellen Erkrankungssituation angepasst werden. Die bisherigen Erfahrungen haben gezeigt, dass dabei so wenig wie möglich, aber so viel wie nötig an Diagnostik betrieben werden sollte.

Oft ergeben sich aus der Erkrankung körperliche, seelische oder soziale Probleme die erörtert werden sollten, um bei Bedarf weitere Hilfen oder Beratungen anzubieten. Hilfen bei der beruflichen und sozialen Rehabilitation, Angebote für Kuren und andere Hilfen kann man bei den jeweiligen psychosozialen Beratungsstellen und den Krankenkassen erfragen.

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Leben mit Eierstockkrebs

Im Normalfall ist bei Patienten mit Eierstockkrebs keine spezielle Diät erforderlich. Abführende Maßnahmen können bei Stuhlunregelmäßigkeiten im Einzelfall eine sinnvolle Ergänzung darstellen. Postoperativ und während der Chemotherapie sollte eine leichte Kost bestehend aus mehreren kleinen Mahlzeiten genommen werden.

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Selbsthilfe

Wenn Sie das Bedürfnis haben, mit Menschen zusammenzukommen, denen es ähnlich geht wie Ihnen, können Sie sich an die Vereinigung "Frauenselbsthilfe nach Krebs" wenden. Der Bundesverband dieses Vereins und seine zwölf Landesverbände betreuen Selbsthilfegruppen im ganzen Bundesgebiet und können Ihnen bei der Kontaktaufnahme behilflich sein.

Frauenselbsthilfe nach Krebs
Bundesverband e.V.
B6, 10/11
68159 Mannheim
Tel.: 0621/2 44 34
Fax: 0621/15 48 77

Telefon-Beratungsdienst:Montags 20.30 - 22.30 Uhr Tel.: 02241/39 00 65

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Autoren:

erstellt (11/2007) : Prof. Dr. R. Kreienberg, Frauenheilkunde

1. Überarbeitung (03/2009): Dr. Ch. Kurzeder/ Prof. Dr. R. Kreienberg, Frauenheilkunde

2. Überarbeitung (12/2011): Prof. Dr. R. Kreienberg, Frauenheilkunde

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