Einführung

Die Dermatologie und Allergologie haben sich in ihrem klinischen Anspruch und in der Forschung der letzten 15 Jahre entscheidend geändert und sich zu modernen medizinischen Disziplinen entwickelt mit häufig schwerkranken Patienten, die mit differenzierten topischen und/oder systemischen Therapiemodalitäten kausal behandelt werden.

Die Dermatologie ist ein breites Fach, das alle das Hautorgan betreffende Teilgebiete abdeckt.
Folgende inhaltliche Schwerpunkte sind wesentlicher Bestandteil der Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie in Ulm.

 

Hauttumoren /Onkologie

Es gibt verschiedene bösartige Hauttumoren (Stachelzellkrebs, Basaliome, Lymphome, maligne Melanome, Merkelzell-Karzinome und andere Tumoren).
Der aggressivste Tumor der Haut mit sehr hohem Risiko von Organabsiedlungen (Metastasen) ist der schwarze Hautkrebs (malignes Melanom). Die Diagnostik, Therapie und Nachsorge verschiedener bösartiger Hauttumoren, insbesondere des malignen Melanoms gehören zum Schwerpunkt der Klinik. Auch hier stehen uns die modernsten diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zur Verfügung (immunmodulatorische Therapie, Chemotherapie, interdisziplinäre Metastasenchirurgie).
Die Hautklinik ist der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Onkologie und dem EORTC aktiv angeschlossen.


Allergologie und Immundermatologie

Allergische Reaktion (Heuschnupfen, Asthma, Quaddelsucht, Bindehautentzündung und Arzneimittelreaktion) haben in den letzten Jahren dramatisch zugenommen. Wir bieten Ihnen eine sorgfältige Diagnostik mit modernsten Testmethoden, durch unsere erfahrenen Mitarbeiter/-innen als Grundlage für eine erfolgreiche Therapie. Dabei werden neben Behandlungen von allergischen Symptomen, insbesondere die spezifischen Immuntherapien (Hyposensibilisierungen) durchgeführt und therapeutische Maßnahmen weiter entwickelt. Zu den Autoimmunerkrankungen zählen die blasenbildenden Erkrankungen der Haut, und die T-Zell vermittelten Dermatosen, die Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) wie beispielsweise Lupus erythematodes (Schmetterlingsflechte), Dermatomyositis, Sklerodermie, die T-Zell vermittelte Schuppenflechte und Neurodermitis. Schwerpunkt der Klinik ist die Aufklärung der Ursache, die stadiengerechte Therapie mit interdisziplinärer universitärer Vernetzung und die Patientenaufklärung über diese chronischen schweren Erkrankungen.
Seit dem 1.10.2005 ist die Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie aktiv und als für Ulm interdisziplinäres Zentrum im europäischen Exzellenznetzwerk für allergologische Erkrankungen (GA2LEN = Global Allergy and Asthma European Network) zertifiziert.

Seit 2004 ist die Universitätsklinik für Dermatologie und Allergologie aktiv im Netzwerk für Sklerodermie und andere Kollagenosen beteiligt und hält für diese Patienten Spezialsprechstunden und eine Selbsthilfegruppe vor (siehe unter Spezialsprechstunden).


Photodermatologie

In der photodermatologischen Abteilung werden Lichtdermatosen (polymorphe Lichtdermatosen, Lichtallergie, Lupus erythemotodes und Lichturtikaria) diagnostiziert. Schuppenflechte, Psoriasis vulgaris, Neurodermitis (atopische Dermatitis), Bindegewebserkrankungen (Sklerodermie), chronische Abstoßungsreaktion nach Knochenmarkstransplantation (Graft-versus-Host-Erkrankung), Lymphome, Weißfleckenerkrankung (Vitiligo), Hand- und Fußekzeme und andere entzündliche Erkrankungen können durch die Lichttherapie effektiv und Kortison sparend behandelt werden.
Die Abteilung verfügt über modernste Spektren- und dosiskontrollierte Bestrahlungsquellen, die in Kooperation mit Ingenieuren entwickelt wurden. Einen besonderen Schwerpunkt stellt die Therapie der Hautlymphome dar.

Seit 2007 verfügen wir über eine Behandlungseinheit mit der Methode der Extrakorporalen Photopherese (ECP), die besonders bei Patienten mit Graft-versus-Host-Erkrankung nach allogener Knochenmarkstransplantation eingesetzt wird.

Zusätzlich führen wir hier die Photodynamische Therapie (PDT) zur Behandlung von Krebsvorstufen (aktinische Keratose, Basaliome) durch.

 

Wundheilungsstörungen

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Klinik stellt die Aufklärung der Ursache und Therapie von Wunden und Wundheilungsstörung dar.
Modernste Möglichkeiten der Diagnostik stehen uns in der Venensprechstunde und in der Wundambulanz zur Verfügung.
Krampfadern sind ein Venenleiden und führen unbehandelt oft zu nicht heilenden Geschwüren (offene Beine, Ulcus cruris venosum). Aber auch Stoffwechselstörungen, Bindegewebserkrankungen, genetische Erkrankungen und Andere führen zu Wundheilungsstörungen.
Frau Prof. Scharffetter-Kochanek ist im Vorstand der European Tissue Repair Society (ETRS) und hat Zugang zu neuen Therapieentwicklungen (unter Anderem der Entwicklung des Einsatzes von Stammzellen).

 

Infektionskrankheiten der Haut und Schleimhaut

Mehrere Krankheiten der Haut sind durch Bakterien, Pilze, Viren und Parasiten verursacht. Als Beispiel wäre zu nennen die Borreliosen (mit dem Symptom der „Wanderröte“), die Impetigo („Borkenflechte“), Infektionen durch Herpes Viren, Fuß- und Nagelpilz, Schleimhauterkrankungen durch Candida, Befall durch Milben („Krätze“) oder Läuse, und einige sogenannte Reisedermatosen, die in tropischen Ländern erworben wurden.
Zu den Infektionskrankheiten innerhalb des Fachgebietes „Dermatologie und Venerologie“ gehören, wie das Wort „Venerologie“ anzeigt, auch die Geschlechtskrankheiten. Die Behandlung der klassischen Geschlechtskrankheiten, wie beispielsweise Syphilis und Gonorrhoe, sind zentrale Aufgaben der Dermatologie. Aber auch andere sexuell übertragbare Erkrankungen haben zunehmend Bedeutung gewonnen (Herpes genitalis, Feigwarzen). Der Funktionsbereich für Infektionskrankheiten der Haut und Schleimhaut an der Universitäts-Hautklinik in Ulm befasst sich mit der Diagnostik und Therapie dieser Dermatosen. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit den anderen Fächern am Universitätsklinikum Ulm, wie der Medizinischen Mikrobiologie, der Inneren Medizin, der Neurologie und weiteren Kliniken.

 

gepunktete blaue Linie 1000px breit