Aktuelles 02/10
Heidelberger Anita- und Cuno-Wieland-Preis 2010 an Professor Dr. Hartmut Döhner verliehen
Verdienste des Ulmer Onkologen für Umsetzung von Grundlagenforschung in die Klinik gewürdigt
Professor Hartmut Döhner hat am 6. Februar 2010 für seine Verdienste um die translationale Krebsforschung in Heidelberg den mit 50.000 Euro dotierten Anita- und Cuno-Wieland-Preis erhalten. Er ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm und Sprecher des Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU). Die Verleihung fand im Anschluss an das Frühjahrssymposium des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg NCT statt, das intensiv die translationale Krebsforschung vorantreibt. Deren Ziel ist es, Ergebnisse der Grundlagenforschung zum Wohle der Patienten schnell in die klinische Praxis einfließen zu lassen.
Professor Döhner arbeitet seit 1990 eng mit der Abteilung "Molekulare Genetik" am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg unter der Leitung von Professor Peter Lichter zusammen und forscht seither intensiv an der genetischen Charakterisierung von chronisch lymphatischen Leukämien.
"Professor Döhner ist 'seit seinen universitären Kindesbeinen' an ein herausragender Krebsforscher mit translationalem Ansatz und zwar schon zu einem Zeitpunkt, als dieser Begriff noch nicht in aller Munde war", sagte sein langjähriger Co-Autor und Freund Professor Peter Lichter, der die Laudatio hielt.
Innovative Arbeiten über genetische Veränderungen bei Leukämien
Professor Döhner verfasste eine Vielzahl innovativer Arbeiten über genetische Veränderungen bei Leukämien. Er war maßgeblich an der Entwicklung neuer Leitlinien beteiligt, die mittlerweile routinemäßig international bei der Behandlung von Patienten mit chronisch lymphatischen Leukämien eingesetzt werden. Diese berücksichtigen genetische und molekulargenetische Risikofaktoren, von denen bekannt ist, dass sie z.B. mit einem Fortschreiten der Erkrankung oder mit dem Auftreten von Komplikationen zusammenhängen. So kann für einen Patienten und seine Erkrankung ein individuelles Risikoprofil errechnet werden, mit dem der Verlauf der Erkrankung und der Erfolg der vorgeschlagen Therapie wesentlich genauer abschätzbar sind.
Seit 1993 richtete Professor Döhner seinen Forscherblick zudem auf die akute myeloische Leukämie (AML). Mit einer Vielzahl hochrangiger Wissenschaftler aus Labor und klinischer Forschung versucht er puzzlesteinartig, die Ursachen der AML besser zu verstehen, um Überlebens- und Heilungschancen dieser Leukämieform zu verbessern. Als Leiter der Deutsch-Österreichischen Studiengruppe für AML setzt er sich in einer der größten Studiengruppen weltweit für innovative Konzepte zur Behandlung der AML ein. Im Rahmen des Comprehensive Cancer Center Ulm strebt er nun an, die translationale Forschung auch bei anderen Krebsarten zu fördern.
Klinische Ausbildung und Beginn der wissenschaftlichen Karriere in Heidelberg
"Es ist mir ein Ehre, an diesem Ort diese Auszeichnung zu bekommen, an dem meine klinische und wissenschaftliche Karriere begonnen hat", bedankte sich Professor Döhner nach der Preisverleihung.
Der gebürtige 52-jährige Bad Kreuznacher studierte in Regensburg, Freiburg und Montpellier Medizin. 1985 begann er in Heidelberg seine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin sowie zum Hämatologen und internistischen Onkologen. Professor Dr. Werner Hunstein, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Abteilung Hämatologie am Universitätsklinikum Heidelberg, war sein prägender klinischer Lehrer und ermöglichte ihm den Start seiner translationalen wissenschaftlichen Karriere. 1988 bis 1990 erforschte er als Stipendiat der Deutschen Krebshilfe an der Universität von Minnesota/USA die Genetik bösartiger hämatologischer Erkrankungen. Der Aufenthalt war Grundlage seiner weiteren translational orientierten forscherischen Tätigkeit.
Die Heidelberger Alois Hirdt-Erben und Wieland-Stiftung wurde aus dem Nachlass eines ehemaligen Oberarztes der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie gegründet. Sie vergibt den mit 50.000 Euro dotierten Anita- und Cuno-Wieland-Preis für herausragende klinisch-onkologische Forschung sowie eine Förderung über 5.000 Euro für soziale Projekte im Bereich der Onkologie.
Aktuelles 11/09
Frau Dr. med. Regine Mayer-Steinacker wird mit der Wilhelm-Griesinger Medaille geehrt
Die Bezirksärztekammer Südwürttemberg ehrte drei Persönlichkeiten, die sich in besonderem Maße um die palliativmedizinischeVersorgung verdient gemacht haben:
Dr. Regine Mayer-Steinacker ist als Oberärztin und Leiterin der Palliativstation der Klinik im Zentrum für Innere Medizin in Ulm tätig. In der Palliativstation betreut sie Patienten mit nicht mehr heilbaren Tumorerkrankungen durch ein auf jeden Patienten individuell abgestimmtes Behandlungskonzept. Durch eine aktive, umfassende und ganzheitliche Betreuung zusammen mit seinen Angehörigen, die ebenfalls eine gezielte fachliche und menschliche Unterstützung bekommen, kann eine Besserung von Kranheitsbeschwerden angestrebt und erreicht werden.
Es ist im wesentlichen Frau Dr. Mayer-Steinacker zu verdanken, dass den nicht mehr heilbaren Patienten in Ulm eine Möglichkeit zur Verbesserung und Erhaltung ihrer Lebensqualität, mit hoch ambitionierten Fachkräften und voller Nächstenliebe angeboten wird. Die Bezirksärztekammer Südwürttemberg ehrte Frau Dr. Mayer-Steinacker in Anerkennung ihrer Verdienste mit der Wilhelm-Griesinger-Medaille.
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Aktuelles 06/2009
Prof. Dr. C. Buske wird Direktor des Institus für Experimentelle Tumorforschung
Zum 1. Juli 2009 hat Prof. Dr. C. Buske die Leitung des Instituts für Experimentelle Tumorforschung übernommen, das als Forschungsinstitut des CCCU eine wichtige Brückenfunktion zwischen den Kliniken und Instituten der Grundlagenforschung übernehmen wird. Das Institut mit über 500 m² Laborfläche und modernster Ausstattung wird sich auf die Erforschung der Entstehungsmechanismen von Tumoren konzentrieren. Dabei hat das Institut zum einen das Ziel in enger Kooperation mit den im CCCU eingebundenen Kliniken Forschungserkenntnisse in neue Therapieansätze umzusetzen, zum anderen möchte das Institut Erkenntnisse klinischer Studien in experimentellen Modellen näher untersuchen. Die Umsetzung dieses Konzeptes wird dadurch erleichtert, dass das Institut in nächster Umgebung sowohl zu den Kliniken als auch zu den grundlagenorientierten Instituten im neuen ‚Life Science‘ Gebäude der Universität lokalisiert ist.
Prof. Buske als Direktor des Instituts hat nach seinem Studium der Humanmedizin in Münster/Westf. seine Ausbildung als Facharzt für Innere Medizin und seine Zusatzbezeichnung Hämatologie und internistische Onkologie an der Universitätsklinik Göttingen und zuletzt am Klinikum Großhadern, München, erworben, wo er seit 2005 als Oberarzt tätig war. Von 1998 – 2001 absolvierte er ein von der DFG gefördertes Forschungsstipendium am Terry Fox Laboratory in Vancouver, Kanada, wo er sich intensiv mit der Biologie normaler hämatopoetischer Stammzellen und leukämischer Stammzellen bei Patienten mit akuter Leukämie beschäftigte. Nach seiner Rückehr nach München gelang es ihm in vielfach mit Preisen ausgezeichneten Arbeiten wichtige Aspekte der Leukämieentstehung erstmals darzustellen. Dabei konzentrierten sich seine Arbeiten auf die Charakterisierung der Tumorstammzellen bei der Leukämie, die für das Leukämiewachstum von entscheidender Bedeutung sind. Die Arbeitsgruppe von Prof. Buske konnte zeigen, dass leukämische Stammzellen sich von gesunden Blutstammzellen in ihren Oberflächenstrukturen unterscheiden und damit selektiven Therapieansätzen zugänglich sein können. In Ulm möchte Prof. Buske diese erfolgreichen Arbeiten fortsetzen und Krebs als ‚Stammzellerkrankung‘ und als ‚Alterserkrankung‘ betrachtend in Kooperation mit den Kliniken und Instituten die Forschungsschwerpunkte ‚Stammzellbiologie‘ und ‚Altern‘ der Fakultät und Universität weiter stärken. Zudem wird Prof. Buske in der Klinik für Innere Medizin III seine klinische Arbeit fortsetzen und sich insbesondere auf seinen zweiten Forschungsschwerpunkt - Behandlung von follikulären Lymphomen und M. Waldenström - konzentrieren.
Aktuelles 6/09
Ulmer Wissenschaftler endecken neuen Ansatzpunkt zur zielgerichteten Krebsbehandlung
Die Identifizierung von Genen mit Bedeutung für die Entstehung von Krebserkrankungen kann zur Entwicklung neuartiger, zielgerichteter Behandlungsverfahren beitragen. Allerdings eignen sich zahlreiche Genveränderungen, die bei bösartigen Tumoren nachweisbar sind, nicht als Angriffspunkte für eine gezielte Krebsbehandlung. Beispielsweise ist es trotz intensiver Bemühungen bislang nicht gelungen, Medikamente zur Hemmung des KRAS-Gens zu entwickeln, obwohl Veränderungen dieses Gens bei ca. 30% aller menschlichen Tumoren nachweisbar sind und eine entscheidende Rolle für das krankhafte gesteigerte Zellwachstum bei unterschiedlichen bösartigen Erkrankungen (z.B. bestimmten Leukämieformen, Darm-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs) spielen. Im Rahmen eines Forschungsaufenthalts am Brigham and Women’s Hospital sowie der Harvard Medical School in Boston (USA) gelang Dr. med. Claudia Scholl und PD Dr. med. Stefan Fröhling, beide Mitarbeiter der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm, der Nachweis, dass menschliche Krebszellen mit einer Veränderung des KRAS-Gens zur Aufrechterhaltung ihres ungebremsten Wachstums von der Funktion eines weiteren, bislang weitgehend unbekannten Gens namens STK33 abhängig sind. Diese Entdeckung, die am 29. Mai 2009 in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht wurde (Scholl and Fröhling et al. Cell 137:821-834, 2009), basierte auf dem Einsatz der sog. RNA-Interferenz-Technologie, welche es ermöglicht, die Funktion von mehreren Tausend Genen gleichzeitig zu untersuchen. Die Ulmer Wissenschaftler hoffen, dass ihre Erkenntnisse zur Entwicklung von Hemmstoffen von STK33 führen werden, die in der zielgerichteten Behandlung zahlreicher Krebsarten eingesetzt werden können.
Aktuelles 6/09
Entscheidende Schritte auf dem Weg in die Klinik – Deutsches Krebsforschungszentrum vergibt Richtzenhain-Preis für translationale Krebsforschung
Krebsforschung soll dem Patienten dienen: Sie soll Wege zur Vorbeugung aufzeigen, Diagnosemethoden verfeinern oder neue Behandlungsansätze hervorbringen. Der Richtzenhain-Preis, den das Deutsche Krebsforschungszentrum alljährlich vergibt, zeichnet exzellente Wissenschaftler aus, deren Arbeit auf vorbildliche Weise Ergebnisse aus der Krebs-Grundlagenforschung in die Klinik übertragen. Einer von zwei Richtzenhain-Preisträgern 2008 ist Professor Dr. Stephan Stilgenbauer vom Universitätsklinikum Ulm. Seit seiner Promotion dreht sich seine Forschung um die chronisch lymphatische Leukämie (CLL), den häufigsten Blutkrebs beim Erwachsenen. Der Arzt und Wissenschaftler trug wesentlich dazu bei, dass die Erkrankten heute anhand spezifischer Veränderungen im Erbgut der Krebszellen unterschiedlichen Risikogruppen zugeordnet werden können. Bestimmte Erbgutverluste in den Leukämiezellen gehen etwa mit einem sehr ungünstigen Verlauf der Erkrankung einher. Ärzte können daran erkennen, welche ihrer Patienten eine besonders intensive Therapie benötigen.
Aktuelles 4/09
Ulmer Tumorzentrum Spitzenzentrum der Krebsmedizin
Das Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) wird im Rahmen des Förderschwerpunktprogramms „Onkologische Spitzenzentren“ der Deutschen Krebshilfe e.V. über drei Jahre mit 3 Millionen Euro gefördert. [mehr]
Aktuelles 3/09
Neue Palliativstation in der Klinik für Innere Medizin III eröffnet
Am 1. März 2009 wurde die neue Palliativstation für die Innere Medizin III eröffnet. [mehr]
Aktuelles 2/09
PD Dr. med. Thorsten Zenz erhält den Forschungspreis der Franziska Kolb-Stiftung
Chemotherapieresistenz bei der chronischen lymphatischen Leukämie: Identifizierung von Ursachen und Strategien zu ihrer Überwindung
Zur Entwicklung risikoadaptierter Therapiestrategien sind aussagekräftige prognostische Modelle essenziell. Neben dem Mutationsstatus der rearrangierten variablen Immunglobulin-Gene (VH-Mutationsstatus) und der Expression von ZAP-70 haben insbesondere spezifische genomische Aberrationen (11q- und 17p-Deletion) eine wichtige prognostische Bedeutung bei der CLL. Klinische Merkmale einer schlechten Prognose wie z.B. die Therapieresistenz gegenüber Fludarabin (F) sind aber zur Zeit durch die bekannten Prognoseparameter nur teilweise erklärt.
In der ausgezeichneten Arbeit wurde ein Beitrag zur besseren Charakterisierung von Risikopatienten geleistet.
Es wurde die Frage gestellt, welche weiteren Faktoren identifizierbar sind, die bei Patienten mit CLL eine außergewöhnlich schlechte Prognose vorhersagen und damit eine frühe Risikostratifizierung und alternative Therapiekonzepte nötig machen. In einer ersten Untersuchung wurde der Effekt der 17p-Deletion und der TP53-Mutation geklärt. Der größte Teil der Patienten mit 17p-Deletion hat ein mutiertes verbleibendes TP53 Allel und somit erklärt sich die Therapieresistenz. Unklar war bisher der Effekt von 17p-Deletion ohne Mutation und insbesondere die alleinige TP53-Mutation.
Die unabhängige prognostische Bedeutung von TP53-Mutationen auch ohne 17p Deletion konnte in einem multivariaten Modell gezeigt werden (Blood. 2008 Oct 15;112(8):3322-9).
In einer Bestätigungsstudie wurde die Rolle der TP53-Mutationen in einer Untersuchung an 342 Patienten in der Erstlinientherapie-Situation einer randomisierten multizentrischen Studie (CLL4) untersucht. Der unabhängige prognostische Stellenwert der alleinigen TP53-Mutation wurde bestätigt. Die Bedeutung der TP53-Mutation wird dabei durch folgende Befunde aus der Analyse deutlich: im multivariaten Modell unter Berücksichtigung aller relevanten Prognosefaktoren ist die TP53-Mutation der stärkste negative Prädiktor für schlechtes Gesamtüberleben mit einem 11-fach erhöhten Risiko (HR 11.61, p<.001); In der Gruppe der Patienten mit TP53-Mutation fand sich kein einziger mit einer kompletten Remission. Dieses Ergebnis hat hohe klinische Relevanz, da bei der CLL somit eine neue Gruppe von Patienten identifiziert werden konnte, deren Verlauf ähnlich zu den Patienten mit 17p-Deletion ist. Diese Patienten zeigen bei Anwendung der derzeitigen Standardbehandlung mit Chemotherapie eine extrem schlechte Prognose und werden inzwischen in der Erstlinientherapie risikostratifiziert mit Antikörpern und anderen neuen Substanzen behandelt.
Aktuelles & Pressemitteilungen 2008
Aktuelles 12/08
Ulmer Forschungsprojekte bei der José-Carreras-Gala 2008 [zur MDR Mediathek].
Aktuelles 11/08
Für seine Forschungen zur akuten myeloischen Leukämie (AML) erhält PD Dr. Richard F. Schlenk am 10. November den diesjährigen Merckle-Forschungspreis.
Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die häufigste Form der akuten Leukämien im Erwachsenenalter. Zur Vorhersage der Heilungschancen der einzelnen Patienten werden seit langem Veränderungen der Chromosomen in den Leukämiezellen herangezogen. Die Untersuchung der Chromosomen erfolgt zum Diagnosezeitpunkt mit Hilfe der klassischen Bänderungsanalyse unter Verwendung der Lichtmikroskopie. In etwa 50 Prozent der AML Patienten können mit dieser Untersuchungsmethode keine chromosomalen Veränderungen nachgewiesen werden. In diesen Fällen wird die Leukämie als AML mit normalem Karyotyp klassifiziert.
In den letzten Jahren ist es Wissenschaftlern weltweit gelungen mit Hilfe molekulargenetischer Techniken Veränderungen in verschiedenen Genen bei der AML mit normalem Karyotyp zu entschlüsseln und diese auf ihre klinische Bedeutung hin zu untersuchen. Bei diesen genetischen Veränderungen handelt es sich um kleinste Veränderungen der Erbsubstanz von Leukämiezellen, die lichtmikroskopisch nicht nachweisbar sind.
An diesen Forschungsarbeiten waren Mitarbeiter/innen der Klinik für Innere Medizin III (Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie und Infektionskrankheiten) des Universitätsklinikums Ulm in Zusammenarbeit mit Mitarbeiter/innen der Abteilung für Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover maßgeblich beteiligt. Seit mehr als 15 Jahren führt die Deutsch-Österreichischen AML Studiengruppe (AMLSG) an mittlerweile mehr als 50 Zentren in Deutschland und Österreich unter Ulmer und Hannoveraner Leitung klinische Studien bei Patienten mit AML durch. Neben den klinischen Fragestellungen war und ist es ein wesentliches Anliegen der AMLSG Studiengruppe genetische Veränderungen in den Leukämiezellen zu charakterisieren, deren Beteiligung an der Leukämieentstehung zu untersuchen und diese Veränderungen zur Vorhersage der Prognose zu nutzen. Ein entscheidender wissenschaftlicher Beitrag ist der AMLSG Studiengruppe in einer aktuell publizierten Arbeit (Schlenk RF, Döhner K. et al., N Engl J Med 358:1909-18, 2008) gelungen, in der über 800 Patienten mit AML und normalem Karyotyp auf Veränderungen in verschiedenen Genen (NPM1, FLT3, CEBPA, MLL, RAS) untersucht wurden.
Es zeigte sich, dass bestimmte Genveränderungen oder die Kombination verschiedener Genveränderungen miteinander vorhersagen, wie gut Patienten auf eine Chemotherapie ansprechen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls und wie gut die Heilungschancen sind. Von enormer Bedeutung für die klinische Entscheidungsfindung ist der Vergleich verschiedener Therapieformen, der in dieser Arbeit durchgeführt werden konnte. Es zeigte sich, dass Patienten mit prognostisch ungünstigen Genveränderungen nach einer Knochenmark- oder Blutstammzell-Transplantation vom Familienspender höhere Heilungschancen haben, wohingegen Patienten, deren Genveränderungen eine günstige Prognose vorhersagen, nicht von dieser intensiven Behandlungsform profitieren. Die in dieser Studie identifizierten Genveränderungen und deren prognostische Wertigkeit werden in der aktuell aufgelegten Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation der AML berücksichtigt, was die Bedeutung der Ergebnisse unterstreicht.
Sendemitschnitt vom 11. November 2008, Quelle: Regio TV Schwaben
Aktuelles 09/08
Wilsede-Akademie verleiht Michael Schmitt den Hans-Jochen Illiger Gedächtnispreis 2008
Die Wilsede-Akademie für Onkologie und Hämatologie verleiht dem Ulmer Arzt und Tumorimmunologen Prof. Dr. med. Michael Schmitt den diesjährigen „Hans-Jochen Illiger Gedächtnispreis“ in Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistung im Bereich der translationalen Forschung. Die Publikation aus Michael Schmitts Arbeitsgruppe mit dem Titel „RHAMM-R3 Peptidvakinierung für Patienten mit AML, MDS und Multiplem Myelom ruft immunologische und klinische Antworten hervor“ (Blood 2008; 111:1357-65) steht ganz in der Tradition der Arbeit von Prof. Dr. med. Hans-Jochen Illiger, da sie der Verbesserung der Therapie von Leukämie- und Lymphompatienten dient.
Der Preis ist mit € 7.500,- dotiert und wurde Michael Schmitt anlässlich der 3. Jahrestagung der Wilsede-Akademie am 26.09.2008 in Hamburg verliehen.
Insgesamt wurden in Ulm und dem kooperierenden Zentrum Lublin (Polen) 26 Patienten mit dem RHAMM-R3-Peptid vakziniert. Bei der Hälfte der Patienten kam es zu einem klinischen Ansprechen, 70% der Patienten zeigten ein immunologisches Ansprechen. Es ist geplant, in anlaufenden Studien auch Patienten mit soliden Tumoren und Patienten nach allogener Stammzelltransplantation mit dem RHAMM-R3-Peptid zu impfen.
Aktuelles 06/08
Stefan Fröhling erhält European Hematology Association – José Carreras Foundation Young Investigator Fellowship
Der Ulmer Wissenschaftler PD Dr. Stefan Fröhling, derzeit am Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School (Boston, USA) tätig, ist der Gewinner des diesjährigen European Hematology Association – José Carreras Foundation Young Investigator Fellowship. Dies wurde am 13. Juni auf der Tagung der European Hematology Association in Kopenhagen bekanntgegeben. Der mit 84.000 Euro dotierte Förderpreis wird jährlich vergeben, um vielversprechende Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Hämatologie über einen Zeitraum von zwei Jahren beim Aufbau eines eigenständigen Forschungsprogramms zu unterstützen. Dr. Fröhling und seine Arbeitsgruppe werden die bereitgestellten Fördermittel nutzen, um mit Hilfe moderner molekulargenetischer Verfahren die Rolle des Transkriptionsfaktors CDX2 in der Entstehung der akuten myeloischen Leukämie zu untersuchen.
Aktuelles 05/08
Kleinste Genveränderungen beeinflussen Heilungschancen bei Leukämie
Wissenschaftler am Universitätsklinikum Ulm und der Medizinischen Hochschule Hannover ist es gelungen, bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie bisher nicht sichtbare genetische Defekte zu entschlüsseln. Ihre Erkenntnisse ermöglichen Vorhersagen zu Heilungschancen und zielgerichteteren Therapieformen. Die Ergebnisse ihrer Studie sind am 1. Mai 2008 in der renommierten Zeitschrift New England Journal of Medicine;358(18):1909-18 erschienen.
Presseinformation 01.05.08
Aktuelles 05/08
Die Deutsche José Carreras Leukämie Stiftung hat 2008 die Förderung folgender Projekte bewilligt:
- die Analyse komplexer genomischer Veränderungen zur Identifizierung neuer prognostischer Marker und der Biologie von Resistenzmechanismen bei der fortgeschrittenen CLL: Detaillierte Untersuchungen im Rahmen der prospektiven CLL2O Studie der DCLLSG
Projektbeschreibung
- Genetische und funktionelle Charakterisierung der akuten myeloischen Leukämie (AML) mit Translokation t(8;21) sowie Evaluation der prognostischen Bedeutung
Projektbeschreibung
- die Untersuchung der Wilms’ Tumor (WT1) Mutationen bei der akuten myeloischen Leukämie des Erwachsenen mit normalem Karyotyp.
Projektdarstellung
Aktuelles 05/08
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Projekt im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN3)
Dr. Bullinger und seine Arbeitsgruppe aus der Klinik für Innere Medizin III fahnden nach neuen Krankheitsgenen bei der akuten myeloischen Leukämie.
Projektdarstellung.
Aktuelles & Pressemitteilungen 2007
Focus Nr. 48 11/2007
Krebs: die große Ärzteliste
Deutsches Krebsforschungszentrum und Universitätsklinikum Ulm forschen gemeinsam
In der ersten Kooperationseinheit des Deutschen Krebsforschungszentrums außerhalb der Medizinischen Fakultät Heidelberg entschlüsselt ein Team unter der Leitung des Wissenschaftlers Dr. Daniel Mertens genetische Grundlagen, die die Entstehung von Leukämien erklären und Heilungsansätze liefern könnten.
Pressemitteilung
Visite, Jahrgang 12, Nr 95, Oktober 2007
Aktuelles 05/07
Die Deutsche José Carreras Leukämie Stiftung hat 2008 die Förderung folgender Projekte bewilligt:
- die Entwicklung einer Polyvalenten Peptidvakzinierung für Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen
Projektdarstellung
- die molekulare Charakterisierung akuter myeloischer Leukämien mit normalem Karyotyp mit Hilfe von DNA Microarray Analysen (array CGH).
Projektdarstellung
- den „Global Genomics Viewer“, ein Programm zur integrativen Auswertung und Visualisierung von Microarray Daten zur Aufdeckung neuer pathogenetischer Zusammenhänge bei der Entstehung von Leukämien.
Projektbeschreibung
Aktuelles 05/07
Neue Forschungsförderung durch Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMBF bewilligt Forschergruppe "Klinische Infektiologie"
Projektdarstellung
Südwest Presse 03/07
Eröffnungsfeier des CCCU am 10.3.2007
Mit neuen Strukturen gegen Krebs
Im Focus Onkologie 01/07
Kongressbericht: Jahrestagung der American Society of Hematology
Allogene Transplantation: Und sie ist doch sinnvoll!
Aktuelles & Pressemitteilungen 2006
ASH News Daily 2006, Issue III - Monday, December 11, 2006
Normal Karyotype AML: No More “One Size Fits All?”
Aktuelles 05/06
Die Deutsche José Carreras Leukämie Stiftung hat 2008 die Förderung folgender Projekte bewilligt:
- die Erstellung von microRNA (miRNA) Expressionsprofilen bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) und funktionelle Analyse pathogenetisch relevanter miRNAs.
Projektbeschreibung
- die sensitive TP53 Mutationsanalyse mittels DHPLC-basiertem Hochdurchsatzverfahren und Charakterisierung der biologischen (Genexpression, Funktion) und klinischen (Ansprechen, Überlebenszeit) Bedeutung bei der chronischen lymphatischen Leukämie: Analyse im Rahmen der CLL4 Studie der DCLLSG.
Projektbeschreibung
- die Untersuchung minimaler Resterkrankung bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie und normalem Karyotyp mit Veränderungen in den Genen NPM1 und FLT3, sowie Prüfung der prognostischen Bedeutung.
Projektdarstellung - Allogene Stammzelltransplantation bei Patienten mit akuter Leukämie oder myelodysplastischem Syndrom im Alter von mehr als 55 Jahren: Multizentrische Phase II Studie zur dosisreduzierten Konditionierung unter Verwendung eines 90Yttrium markierten anti-CD6







