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Aktuelles & Pressemitteilungen 2016

30.11.2016

Vier Ulmer zählen zur Welt-Elite der Forscher

Von: M.Behnel (P. Schultze)

Internationale Publikationsanalyse kürt u.a. Prof. Dr. Hartmut Döhner

Zum wiederholten Male gehören vier Wissenschaftler der Universität und Universitätsklinik Ulm in ihren Fachgebieten zu den meistzitierten Forschern der Welt. Beim jährlichen Ranking „Highly Cited Researchers“ des Medienkonzerns Thomson Reuters sind erneut die Professoren Hartmut Döhner, Fedor Jelezko und Heiko Braak sowie Dr. Dr. Kelly Del Tredici-Braak vertreten. Sie zählen zu den 187 Top-Wissenschaftlern aus Deutschland, die in der Publikationsanalyse geführt werden.

In der Kategorie „Klinische Medizin“ ist der Ulmer Krebsforscher Professor Hartmut Döhner gelistet. Der Ärztliche Direktor der Klinik für Innere Medizin III und Sprecher des Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) widmet sich der Erforschung der häufigsten Blutkrebsarten im Erwachsenenalter, den akuten myeloischen und chronisch lymphatischen Leukämien.
Unter den mehr als 3200 Wissenschaftlern, die laut dem Medienkonzern zur weltweiten Forscher-Elite gehören, ist auch Professor Fedor Jelezko. Der Physiker leitet das Institut für Quantenoptik an der Uni Ulm und untersucht, wie sich künstliche Diamanten für Quantentechnologien nutzen lassen.
Im Feld „Neuro- und Verhaltenswissenschaften“ zählen Professor Heiko Braak und Dr. Dr. Kelly Del Tredici-Braak weltweit zu den meistzitierten Wissenschaftlern. Das Ehepaar forscht an der Ulmer Universitätsklinik für Neurologie am Zentrum für Klinische Forschung gemeinsam auf dem Gebiet neurodegenerativer Krankheiten wie Parkinson oder Alzheimer.

In der Analyse von Thomson Reuters werden Publikationen in den Naturwissenschaften, den Sozialwissenschaften und der Medizin erfasst, die am häufigsten („Top 1 Prozent“) von anderen Wissenschaftlern zitiert wurden und damit als besonders einflussreich gelten. Für das aktuelle Ranking wurden knapp 129 000 Veröffentlichungen der Jahre 2004 bis 2014 berücksichtigt.

Weiterhin listet die Publikationsanalyse Wissenschaftler, die an eng mit der Uni verbundenen Instituten arbeiten, zum Beispiel am Helmholtz Institut für Elektrochemische Energiespeicherung.

 

Diese Mitteilung geben wir in Zusammenarbeit mit der Pressestelle der Universität Ulm heraus.

23.09.2016

Exzellente Platzierungen für die Universität Ulm
„Quantensprung“ im THE-Ranking und beste junge Uni Deutschlands

In internationalen Hochschulrankings schneidet die Universität Ulm hervorragend ab: Im renommierten „THE World University Ranking“ konnte sie sich gegenüber dem Vorjahr sogar um 57 Plätze verbessern und liegt nun auf Rang 135. Im bundesweiten Vergleich schafft es die Uni Ulm somit auf Platz 13 – noch vor dem Karlsruher Institut für Technologie (KIT), den Universitäten Konstanz, Stuttgart sowie etwa der TU Dresden und der Universität zu Köln. Das THE-Ranking wird von britischen und US-amerikanischen Eliteschmieden angeführt, die Oxford University hat sich die Führung gesichert. Beste deutsche Universität ist die LMU München (Platz 30).

Vor allem bei den Drittmitteleinnahmen aus der Industrie sowie bei den Zitationen Ulmer Forscher konnte die Universität Ulm im jüngst veröffentlichten THE-Ranking punkten. Die Anzahl der Zitationen in wissenschaftlichen Veröffentlichungen gilt als Anhaltspunkt für die Forschungsleistung. „Wir sind sehr stolz, dass wir uns nach dem großen Erfolg im THE Ranking der jungen Universitäten unter 50 Jahren nun auch im allgemeinen THE Ranking bestens etabliert und deutlich verbessert haben. Dies ist nicht zuletzt ein Beleg für unsere wissenschaftliche Leistungsfähigkeit und Forschungsstärke“, sagt Universitätspräsident Professor Michael Weber zur exzellenten Platzierung.

Und auch in einem weiteren, kürzlich veröffentlichten Ranking schneidet die Uni Ulm sehr gut ab: In der Aufstellung „QS Top 50 under 50“ ist sie die beste junge deutsche Uni und steht weltweit auf Platz 38. Somit lässt die Ulmer Universität auch in dieser Aufstellung deutlich größere Einrichtungen wie die Universitäten Bremen und Duisburg-Essen sowie etwa die TU Dortmund hinter sich.

 

 

01.09.2016

Dr. Frank Stegelmann: neuer Leiter der Studienzentrale der Klinik für Innere Medizin III

 

Zum 1. September 2016 hat Herr Dr. Frank Stegelmann die Leitung der Studienzentrale der Klinik für Innere Medizin III übernommen. Herr Dr. Stegelmann ist seit 2005 ärztlich-wissenschaftlicher Mitarbeiter unserer Klinik. Schon seit Beginn seiner Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin und während seiner Weiterbildung zum Hämatologen und Onkologen hat sich Herr Dr. Stegelmann intensiv mit der Behandlung und Erforschung der myeloproliferativen Erkrankungen / Neoplasien befasst. In seiner Laborforschung widmet sich Herr Dr. Stegelmann der molekulargenetischen Charakterisierung dieser Erkrankungen. Schwerpunkt seiner klinischen Forschung ist die Translation neuester wissenschaftlicher Erkenntnisse für die Behandlung von Patienten myeloproliferativen Erkrankungen im Rahmen von klinischen Studien. Herr Dr. Stegelmann ist seit vielen Jahren intensiv mit der Planung und Durchführung von klinischen Studien in den unterschiedlichen Entwicklungsphasen vertraut. Ziel von Herr Dr. Stegelmann ist es, gemeinsam mit seinem Team der Studienzentrale noch mehr Patienten den frühzeitigen Zugang zu innovativen Therapieansätzen zu ermöglichen, um die Prognose und Lebensqualität von Leukämie- und Tumorpatienten weiter zu verbessern.

Die Studienzentrale koordiniert über 100 klinische Studien, unter Berücksichtigung internationaler ethischer und wissenschaftlicher Standards sowie geltender Rechte und Richtlinien (AMG, ICH-GCP). Seit 2012 ist die Studienzentrale nach DIN EN ISO 9001:2008 und den Kriterien der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) zertifiziert.

Es werden Studien für die frühe Entwicklung von neuen, vielversprechenden, meist noch nicht zugelassenen Medikamenten (Phase I - II) oder sog. Therapieoptimierungs­- oder Qualitätssicherungsstudien (Phase III - IV) durchgeführt. Die Studienzentrale betreut sowohl durch die Pharmazeutische Industrie initiierte als auch Investigator-initiierte mono- und multizentrische klinische Studien und bildet die zentrale Schnittstelle zwischen Ärzten, Pflegepersonal, Patienten, akademischen oder industriellen Sponsoren, Auftragsforschungsinstituten, Ethikkommissionen und Behörden.

 

08.09.2016

Mit Krebs leben!

Aktionstag für Betroffene, Angehörige und Interessierte

 

Am 16.09.2016 veranstaltet die Medizinisch-Onkologische Tagesklinik (MOT) von 10:00 Uhr bis 16:30 Uhr den neunten Krebsaktionstag für Betroffene, Angehörige und Interessierte. Wie in den Vorjahren haben die Stationsleitung Kathleen Zschäge und das Pflegeteam der MOT ein sehr informatives Programm zusammengestellt, bei dem der Austausch zwischen behandelnden Ärzten, Pflegenden, Patienten und Angehörigen ganz im Vordergrund steht.

Information über aktuelle Therapiekonzepte

Der Krebsaktionstag soll Betroffenen aktuelle Therapiekonzepte bei Krebserkrankungen aufzeigen, dies in verständlicher Sprache und Form. So werden medikamentöse Therapien für die Behandlung von Darm-, Brust- und Lungenkrebs sowie Lymphomen vorgestellt, aber auch Fragen rund um die Ernährung angesprochen. „Unser Aktionstag bietet eine Kombination von medizinischen Vorträgen, Praxistipps und Gesprächsmöglichkeiten für Betroffene und Angehörige. Jede Patientin, jeder Patient soll sich unabhängig von der Krebserkrankung angesprochen fühlen“, beschreibt Dr. Regine Mayer-Steinacker, ärztliche Leiterin der MOT, das Ziel der Veranstaltung.

Vorträge, Diskussionen und Workshops

Neben den medizinischen Fragen konfrontiert die Diagnose Krebs die Betroffenen noch mit vielen anderen Problemen, Sorgen und Nöten. „Wir möchten Betroffenen und Angehörigen beim Krebsaktionstag einen Raum bieten, sich auszutauschen“, erklärt Kathleen Zschäge, Stationsleiterin der Medizinisch-Onkologischen Tagesklinik (MOT). Daher soll - neben den medizinischen und pflegerischen Fachvorträgen - das Gespräch und die Diskussion ganz im Mittelpunkt stehen, um auch psycho-soziale und psychische Probleme sowie Tabus zur Diagnose Krebs anzusprechen. Denn gerade das offene Gespräch kann unmittelbar und individuell Lösungswege aus der schwierigen Lebenssituation aufzeigen.
Außerdem werden Workshops für Kosmetik und Make-up (10:30 bis 12 Uhr und 13:30 bis 15 Uhr), Qi Gong (10.30-11.30) und Kunsttherapie (10.30-12 und 14-15.30 Uhr) angeboten, in denen die Patienten jede Menge Tipps bekommen, um die Spuren der Erkrankung zu mildern. In einem praktischen Ernährungsworkshop wird gezeigt, wie man raffinierte und energiereiche Zwischenmahlzeiten einfach zubereitet. Natürlich wird auch verkostet. Für die Workshops für Kosmetik und Make-up, Qi Gong und Kunsttherapie ist eine verbindliche Anmeldung unter 0731500-44087 erforderlich.

Zu Gast: Julia Hartmann

Als besonderer Gast mischt sich der Clown Julia Hartmann, Autorin von “Ich wurde Clown um zu leben: Von der heilenden Kraft des Humors“, unter die Besucher und führt ihr Programm auf. Das Leben der zweifachen Mutter wurde durch die Krebserkrankung ihrer Tochter aus dem Gleichgewicht gebracht. Die Zollbeamtin beschließt, Clown zu werden und mit Humor kranken Kindern beizustehen. Heute ist sie freiberuflicher Clown in Kliniken, Seniorenheimen und auf Veranstaltungen jeglicher Art und Dozentin für „Humor in der Pflege“ in psychiatrischen Zentren, an der Universität Heidelberg und auf Tagungen und Kongressen.

Das Team der Medizinisch-Onkologische Tagesklinik freut sich auf viele Teilnehmer.

23.08.2016

Stellungnahme zur Tumortherapie mit Methadon

Gemeinsame Stellungnahme der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm, des Universitätsklinikums Ulm und des Comprehensive Cancer Center Ulm zur Tumortherapie mit Methadon

Durch einen Beitrag des Bayerischen Rundfunks in der Tagesschau24 wurde der Eindruck erweckt, dass eine Behandlung mit Methadon bei Patienten mit Tumoren (insbesondere Glioblastome und Leukämien) die Wirkung von Chemotherapien verstärkt und zu einer fast vollständigen Zerstörung der Tumoren führen kann. Dieses Therapiekonzept habe sich insbesondere bei Patienten mit weit fortgeschrittener Erkrankung bewährt und es seien insgesamt 80 Patienten erfolgreich behandelt worden.

Hierzu möchten wir Folgendes feststellen:
Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die von der Arbeitsgruppe der Molekularbiologin Frau Dr. Friesen am Institut für Rechtsmedizin der Universität Ulm erhoben wurden, beziehen sich ausschließlich auf vorklinische Experimente entweder mit Zellkulturen oder tierexperimentellen Studien.
Diese Daten lassen sich nicht automatisch auf die Situation beim Patienten übertragen. Es gibt zahlreiche interessante wissenschaftliche Konzepte zur Verstärkung der Wirkung von Chemotherapie oder zur Resensitivierung von Tumoren gegenüber chemotherapeutischen Protokollen. Viele dieser Konzepte zeigen leider beim Einsatz am Patienten nicht den gewünschten Effekt.
Um die Wirksamkeit einer solchen Konzeptes, wie des Einsatzes von Methadon zur Therapie von Tumoren, zu beurteilen, ist es daher unbedingt notwendig, prospektive, kontrollierte, randomisierte Studien bei Patienten durchzuführen.

In dem oben zitierten Beitrag wird von 80 erfolgreich behandelten Patienten berichtet. Uns ist wichtig festzustellen, dass diese Patienten nicht am Universitätsklinikum Ulm und nicht im Rahmen von klinischen Studien behandelt wurden, sondern Methadon entweder als Schmerztherapeutikum bei Tumorschmerzen oder im Rahmen eines „off label“-Einsatzes des Medikaments erhielten. Die Angaben zum Erfolg der Behandlung beruhen nicht auf wissenschaftlichen Publikationen und sind für uns nicht überprüfbar. Es lässt sich daher nicht beurteilen, ob bei diesen Patienten ein möglicher Therapieerfolg auf Grund der Einnahme von Methadon eingetreten ist.
Daher halten wir den unkritischen Einsatz von Methadon außerhalb klinischer Studien für nicht gerechtfertigt. Der unkontrollierte Einsatz weckt bei Patienten unrealistische Erwartungen, die sich nachteilig für die Patienten auswirken können. So gibt es Berichte, dass Patienten im Glauben an die Wirksamkeit von Methadon gut wirksame Therapiekonzepte für sich abgelehnt haben.
Es muss auch erwähnt werden, dass Methadon erhebliche Nebenwirkungen haben und die Lebensqualität der Patienten deutlich einschränken kann. Dies ist gerade bei Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung von hoher Relevanz.

Die Medizinische Fakultät der Universität Ulm, das Universitätsklinikum Ulm und das Comprehensive Cancer Center Ulm unterstützen nachdrücklich die Durchführung klinischer Studien, um die Frage der Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Methadontherapie bei Patienten mit Tumorerkrankungen nach etablierten wissenschaftlichen Standards zu klären, vorausgesetzt, dass solide präklinische Daten eine entsprechende Studie unterstützen. Diese müssen entsprechend der üblichen regulatorischen Vorgaben konzipiert und durchgeführt werden. Außerhalb klinischer Studien unterstützen alle genannten Institutionen jedoch aus den oben genannten Gründen den unkontrollierten Einsatz von Methadon in der Tumortherapie nicht.

 

 

08.08.2016

Mit Musik die Lebensgeister wecken

Von: Maria Delles

Siyou singt für Patienten der Inneren Medizin III des Universitätsklinikums Ulm

Durch Musik Körper, Geist und Seele in Einklang bringen – unter diesem Motto besuchte die bekannte Musikerin Siyou die Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm. Gemeinsam mit ihren Musikern Joe Fessele (Piano) und Christoph Scherer (Percussion) gab Siyou ein Konzert für Patienten und Mitarbeiter im Klinikum.

Die Klinik für Innere Medizin III behandelt Patienten mit Erkrankungen des blutbildenden Systems, Krebsleiden und Infektionskrankheiten. Aufgrund ihrer Erkrankungen können die Patienten keine Konzerte besuchen. Wenn die Patienten nicht zum Konzert können, kommt eben das Konzert zu den Patienten – sagen sich die Mitarbeiter der Inneren Medizin III. Seit einigen Jahren organisieren sie daher immer wieder Konzerte in der Klinik, um den Patienten Abwechslung vom Krankenhausalltag zu bieten. „Wir hoffen, dass unsere Patienten die Klinik nicht nur mit ihrer Krankheit verbinden, sondern auch mit positiven Erinnerungen“, so Professor Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III.

Die Sängerin Siyou überzeugt mit einer einzigartigen Mischung aus Gospel, African Roots, Pop, Soul und Jazz. Durch ihren Vater, ein Pfarrer für Mission und Ökumene bei der evangelischen Kirche, lernte Siyou schon als Kind Gospelmusik und ihre Wirkung auf das Publikum kennen. Heute ist sie in mehreren Chören aktiv, gibt Workshops, moderiert und verfolgt weitere Musikprojekte.
Die Lebensfreude, die ihre Songs transportieren, war schon nach den ersten Takten im ganzen Raum greifbar. Die Pause wurde mit einem Buffet verkürzt, wobei die Zuhörer die Möglichkeit hatten, Siyou hautnah zu erleben und Fragen zu stellen.
„Wir freuen uns, dass eine so bekannte Musikerin unsere Arbeit unterstützt“, meint Mitorganisator Dr. Andreas Breitbart, „wir bedanken uns von ganzem Herzen für diesen wunderschönen Abend.“

Presseschau

 

 

22.07.2016

Abwechslung im Klinikalltag

Jule Malischke und Band spielen für Patienten

Die Patienten der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm erlebten kürzlich einen ganz besonderen Abend: Die Gitarristin und Songwriterin Jule Malischke und ihre Band, bestehend aus Isa Kimmel (Violine und Percussion) und Tom Beisenwenger (Saxophon und Bluesharp), gaben ein Konzert in der Klinik.

Seit einigen Jahren organisieren Mitarbeiter der Klinik für Innere Medizin III regelmäßig Konzerte für ihre Patienten. Die Idee dahinter: Durch das Konzerterlebnis tanken die Patienten neue Energie, was dazu beitragen kann, dass sie schneller wieder gesund werden. Die Klinik für Innere Medizin III behandelt Patienten mit Erkrankungen des blutbildenden Systems, Krebsleiden und Infektionskrankheiten.
Jule Malischke gab an diesem Abend hauptsächlich selbst komponierte Lieder zum Besten und zeigte hierbei die ganze Bandbreite Ihres Könnens - von fröhlichen Songs bis hin zu sensiblen, mit der Gitarre feinfühlig begleiteten Balladen. Emotionaler Schluss- und Höhepunkt war das als Zugabe gesungene Lied „Gut, dass es dich gibt“ - ein magischer Moment für Patienten, Angehörige und Mitarbeiter der Klinik.
Ein Konzert im Krankenhaus, inmitten des Stationsalltags mit schwerkranken Patienten, ist etwas nicht Alltägliches und gerade für Außenstehende eine nicht ganz einfache Situation. Jule Malischke und ihre Band konnten ab dem ersten Musikstück eine ganz besondere Atmosphäre zaubern und alle Besucher für einen Abend aus ihrem Alltag entführen.

Jule Malischke stammt aus Heidenheim, lebt aber seit Ihrem Masterstudium der Gitarre in Dresden. 2014 erschien Ihre zweite CD mit dem Titel „Whatever may happen“ mit dem Dresdner Gitarristen Stefan Bormann. Die junge Musikerin gibt in ganz Deutschland Konzerte, immer wieder auch in Ulm.

Presseschau (pdf)

09.06.2016

Akute Myeloische Leukämie:

Eine Krankheit, viele genetische Ursachen

Von: Annika Bingmann (P. Schultze)

Neue Untergruppen der Blutkrebserkrankung für personalisierte Therapie definiert

Die Akute Myeloische Leukämie (AML) ist die häufigste akute Blutkrebserkrankung im Erwachsenenalter. Dabei handelt es sich jedoch nicht um eine einheitliche Erkrankung: Eine internationale Forschergruppe um Professor Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III, hat in einer bahnbrechenden Studie aufgrund von genetischen Veränderungen 11 AML-Unterformen definiert, deren Prognose sich erheblich unterscheidet. Die neue, in der weltweit führenden Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ veröffentlichte Klassifikation ist das Ergebnis einer Untersuchung von über 1500 Patienten, die im Rahmen von klinischen Studien der Deutsch-Österreichischen AML-Studiengruppe behandelt wurden.

Bisher umfassendste Studie ihrer Art

Bei der Akuten Myeloischen Leukämie gerät die Vermehrung von Blutzellen außer Kontrolle: Anstelle von gesunden reifen Blutkörperchen entstehen unreife „myeloische Blasten“, die die Blutbildung im Knochenmark stören und dadurch lebensbedrohliche Infektionen und Blutungen verursachen können. Die Patienten werden mit einer Chemotherapie und gegebenenfalls einer Stammzelltransplantation behandelt, doch die Heilungschancen variieren sehr stark.

Bei der Entstehung einer AML spielen erworbene genetische Mutationen („Driver Mutationen“) in den Zellen des Knochenmarks eine entscheidende Rolle. In Proben von 1540 AML-Patienten (18-84 Jahre) aus drei klinischen Untersuchungen der Deutsch-Österreichischen AML-Studiengruppe haben die Forscher um Professor Döhner nach solchen Mutationen in 111 „Krebsgenen“ gesucht. Anschließend wurden die Ergebnisse der genetischen Sequenzierung – insgesamt haben die Forscher über 5200 Driver-Mutationen identifiziert – mit dem Ansprechen auf Chemotherapie und der Überlebensrate verglichen.

Die Resultate der bisher umfassendsten Studie ihrer Art erlauben eine Klassifikation der AML-Fälle anhand der gefundenen  Mutationsmuster: „Neben den klassendefinierenden Merkmalen beeinflussen aber auch Co-Mutationen und die daraus folgenden komplexen Gen-Geninteraktionen den Krankheitsverlauf erheblich. Die Leukämie-Unterformen auf Basis genetischer Veränderungen sind ein weiterer Schritt in Richtung personalisierte Krebsmedizin“, sagt Professor Hartmut Döhner, Leiter der Deutsch-Österreichischen AML-Studiengruppe. Die Ergebnisse der molekulargenetischen Untersuchung seien ein „Meilenstein“ in der Klassifikation, Diagnose und Therapie der Akuten Myeloischen Leukämie.

Passende Therapie für jede Subgruppe

Die individuellen genetischen Veränderungen der Patienten erklären unterschiedliche Krankheitsverläufe und Behandlungserfolge. In klinischen Studien kann nun nach den jeweils passendsten Therapien für die Subgruppen gesucht werden: „Auf den ersten Blick scheinen zwei Patienten die gleiche Blutkrebserkrankung zu haben, doch auf genetischer Ebene können sich diese Leukämien erheblich unterscheiden. Diese Unterschiede begründen, warum ein Patient geheilt wird und der zweite bei gleicher Behandlung verstirbt“, erklärt Co-Studienleiter Dr. Peter Campbell vom Wellcome Trust Sanger Institute in Cambridge (UK).

Vertiefende Studien und entsprechende Untersuchungen zu anderen Leukämien sind in Planung. „Zum ersten Mal haben wir die genetische Komplexität der meisten AML-Krebsgenome entschlüsselt und unterschiedliche Wege identifiziert, die zur Entstehung einer Akuten Myeloischen Leukämie führen. Ein tieferes Verständnis dieser Wege führt zu geeigneteren Therapien für den einzelnen AML-Patienten“, resümiert Erstautorin Dr. Elli Papaemmanuil vom Sanger Institute und dem Memorial Sloan Kettering Cancer Center in New York (USA).

Das Forschungsprojekt unter Federführung der Universität Ulm und des Sanger Institute in Cambridge wurde unter anderem vom Wellcome Trust, dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF), der Deutschen Krebshilfe und der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) unterstützt.

Zur Person Prof. Hartmut Döhner

Professor Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III, zählt zu den meistzitierten Leukämieforschern weltweit. Sein Forschungsschwerpunkt sind die häufigsten Blutkrebsarten im Erwachsenenalter: Die Akute Myeloische Leukämie (AML) und die Chronisch Lymphatische Leukämie (CLL). Professor Döhner hat zahlreiche genetische Veränderungen identifiziert, durch die sich Verlauf und Therapieerfolg von AML beziehungsweise CLL einschätzen lassen. Auf seiner wissenschaftlichen Arbeit beruhen international verwendete Leitlinien zur Blutkrebstherapie. Der vielfach ausgezeichnete Mediziner leitet die Deutsch-Österreichischen AML-Studiengruppe. An seiner Heimatuniversität Ulm ist er zudem Sprecher des Sonderforschungsbereichs 1074 „Experimentelle Modelle und klinische Translation bei Leukämien“ und des Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU).


Informationen zur AML-Studiengruppe: https://www.cto-im3.de/amlsg/

Titel der Originalpublikation

Elli Papaemmanuil, Ph.D., Moritz Gerstung, Ph.D., Lars Bullinger, M.D., Verena I. Gaidzik, M.D., Peter Paschka, M.D., Nicola D. Roberts, B.Sc., Nicola E. Potter, Ph.D., Michael Heuser, M.D., Felicitas Thol, M.D., Niccolo Bolli, M.D., Ph.D., Gunes Gundem, Ph.D., Peter Van Loo, Ph.D., Inigo Martincorena, Ph.D., Peter Ganly, B.M., B.Ch., Ph.D., Laura Mudie, B.Sc., Stuart McLaren, B.Sc., Sarah O’Meara, B.Sc., Keiran Raine, M.Sc., David R. Jones, M.Sc., Jon W. Teague, B.Sc., Adam P. Butler, B.Sc., Mel F. Greaves, Ph.D., Arnold Ganser, M.D., Konstanze Döhner, M.D., Richard F. Schlenk, M.D., Hartmut Döhner, M.D., and Peter J. Campbell, M.B., Ch.B., Ph.D. Genomic Classification and Prognosis in Acute Myeloid Leukemia. New England Journal of Medicine. 2016 Sep 1;375(9):900-1.

 

Diese Information geben wir in Zusammenarbeit mit der Pressestelle der Universität Ulm heraus.

01.06.2016

10 Millionen für Leukämie-Sonderforschungsbereich

Von: Annika Bingmann (Petra Schultze)

DFG fördert weiterhin Spitzenforschung der Ulmer Universitätsmedizin

Mit fast zehn Millionen Euro Fördergeldern können Ulmer Leukämieforscher ihre internationale Vorreiterrolle weiter ausbauen: Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) hat kürzlich mitgeteilt, dass sie den hocherfolgreichen Sonderforschungsbereich 1074 „Experimentelle Modelle und klinische Translation bei Leukämien“ auch in den kommenden vier Jahren fördert. In dem 2012 etablierten SFB erforschen Mediziner und Naturwissenschaftler gemeinsam die Entstehung und die personalisierte Behandlung von Leukämien: Grundlagenforschung und klinische Anwendung gehen hier Hand in Hand. „Die erneute Förderung unseres Sonderforschungsbereichs 1074 zeigt, dass die Ulmer Leukämieforschung international eine Spitzenposition einnimmt. Mit den Forschungsprojekten der ersten Förderperiode haben wir wegweisende Erkenntnisse nicht nur zur Erforschung der Leukämieentstehung, sondern auch zu einer besseren Behandlung der Erkrankungen beitragen können“, sagt Professor Hartmut Döhner, Sprecher des Sonderforschungsbereichs und Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin III.

„Verjüngungs“-Mechanismus blutbildender Stammzellen

Im SFB forschen mehr als 20 führende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler verschiedener Disziplinen in insgesamt 16 Projekten für ein gemeinsames Ziel: Durch ein besseres Verständnis der genetischen Veränderungen bei Leukämien sollen zielgerichtete und „maßgeschneiderte“ Therapien entwickelt werden. Im Mittelpunkt stehen die häufigsten akuten und chronischen Leukämien, die vor allem im fortgeschrittenen Alter auftreten und oft tödlich verlaufen. Anhand von experimentellen Modellen ergründen die Forscher auf zellulärer und molekularer Ebene, wie Leukämien entstehen – und wollen so vor allem neue Angriffspunkte für Medikamente finden. Weiterhin suchen sie in der Ulmer Leukämie-Biobank nach genetischen und epigenetischen Auffälligkeiten bei verschiedenen Blutkrebserkrankungen. In zwei Zentralprojekten widmen sich die Mediziner und Naturwissenschaftler zudem neuartigen Untersuchungsmethoden wie DNA-Sequenzier- sowie Proteinanalyse-Techniken.

Zu den größten Erfolgen der ersten Förderperiode gehört in der Grundlagenforschung die Beschreibung eines bisher unbekannten Alterungs- und „Verjüngungs“-Mechanismus blutbildender Stammzellen. Die Wissenschaftler konnten zeigen: Durch die Blockade eines bestimmten Eiweißstoffes kommen auch ältere Stammzellen ihrem Reparaturauftrag im Körper wieder besser nach. Weiterhin haben die Forscher typische genetische Veränderungen bei den häufigsten Blutkrebsformen im Erwachsenenalter, der Akuten Myeloischen Leukämie und der Chronisch Lymphatischen Leukämie, charakterisiert und genetische Grundlagen von Resistenzmechanismen gegen neue Leukämiemedikamente aufgedeckt. „Die Besonderheit unseres Forschungsverbunds liegt in der Übertragung der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung. Unsere Mission ist die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten. So sollen unseren Patienten therapeutische Fehlschläge und damit verbundene Nebenwirkungen erspart bleiben“, betont Professor Klaus-Michael Debatin, stellvertretender SFB-Sprecher sowie Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin. Forschungsergebnisse seien in hochkarätigen Zeitschriften wie „Nature“ oder dem „New England Journal of Medicine“ publiziert worden, so der Vizepräsident für Medizin, Gender und Diversity weiter.

Forschung für die Menschen

Die Voraussetzungen der Ulmer Universitätsmedizin sind hervorragend: Die Forscher können auf experimentelle Leukämiemodelle und unzählige Blut- und Knochenmarkproben zurückgreifen – die Ulmer Leukämie-Biobank zählt zu den umfassendsten der Welt. Am Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU), das von der Deutschen Krebshilfe erneut als „Onkologisches Spitzenzentrum“ ausgezeichnet wurde, profitieren Leukämiepatienten direkt von Erkenntnissen aus dem Sonderforschungsbereich.
„Mit der gezielten Berufung renommierter Professoren sowie junger Wissenschaftler konnten wir die Ulmer Leukämieforschung weiter stärken“, sagt Professor Thomas Wirth, Dekan der Medizinischen Fakultät. Darunter seien der kürzlich mit einem ERC Advanced Grant ausgezeichnete Immunologe Professor Hassan Jumaa, der hocherfolgreiche Humangenetiker Professor Reiner Siebert sowie Dr. Maria Carolina Florian und Dr. Jan Krönke, die jeweils eine Emmy Noether-Nachwuchsgruppe der DFG leiten – eine hohe Auszeichnung für junge Forscher auf dem Weg zur Professur. „Die Leukämieforschung hat an der Universität Ulm Tradition. Der nun verlängerte Sonderforschungsbereich trägt maßgeblich dazu bei, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben und die Spitzenstellung der Ulmer Krebsmedizin in Forschung und klinischer Anwendung auszubauen“, resümiert Professor Michael Weber, Präsident der Universität Ulm. Die anwendungsnahe wissenschaftliche Arbeit im SFB komme Patienten weit über Ulm hinaus zugute.

 

Hintergrund Sonderforschungsbereich

Sonderforschungsbereiche der DFG sind die wichtigsten öffentlich geförderten Forschungsverbünde in Deutschland. Sie dienen der Förderung exzellenter Wissenschaft und der Schwerpunktbildung an den Hochschulen. In Teilprojekten arbeiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler fächerübergreifend an anspruchsvollen Forschungsvorhaben. Ein wichtiges Ziel ist auch die Nachwuchsförderung. Ein SFB kann bis zu 12 Jahre finanziert werden. Nach jeder Förderphase (4 Jahre) wird die wissenschaftliche Arbeit von einem internationalen Gutachtergremium evaluiert und über die Weiterfinanzierung entschieden.

 

 

Das Foto zeigt Freude über die Verlängerung des Leukämie-Sonderforschungsbereichs (v.l.): Prof. Thomas Wirth, Dekan der Medizinischen Fakultät, der SFB-Sprecher und Ärztliche Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin III, Prof. Hartmut Döhner, sowie Prof. Klaus-Michael Debatin, stellvertretender SFB-Sprecher und Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Kinder- und Jugendmedizin (Foto: Lukas Hofstätter).

Diese Mitteilung geben wir in Zusammenarbeit mit der Pressestelle der Universität Ulm heraus.

19.05.2016

Erstzulassung eines Leukämie-Medikaments in den USA

Internationale Studie belegt Wirksamkeit

Wissenschaftler des Ulmer Universitätsklinikums unter der Leitung von Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer (Leitender Oberarzt der Klinik für Innere Medizin III) haben in einer internationalen Studie die Wirksamkeit eines neuen Medikaments bei einer besonders aggressiven Form der Chronisch Lymphatischen Leukämie (CLL) nachgewiesen. Die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) hat für das Medikament aufgrund dieser Studie die Erstzulassung erteilt. Eine solche Erstzulassung in den USA durch eine in Deutschland geführte Studie ist selten. Die Studienergebnisse sind aktuell in der Fachzeitschrift Lancet Oncology erschienen und stellen einen Durchbruch in der Behandlung dar.

 

Signalweg für das natürliche Zellsterben wieder freimachen

Das Medikament sorgt dafür, dass die Krebszellen sich nicht mehr mit Hilfe eines bestimmten Eiweißstoffs (B-Zell-Lymphom-2-Protein, BCL-2) vor dem natürlichen Absterben schützen können. Der Signalweg für das natürliche Absterben der Krebszellen wird durch Venetoclax, so der Name des Medikaments, wieder frei. Die Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III ist als zentrales Referenzlabor der Deutschen CLL-Studiengruppe weltweit ein Zentrum für die Erforschung der Chronischen Lymphatischen Leukämie und hat große Erfahrung in der Entwicklung und Durchführung internationaler Studien zur Erforschung der Wirkungsweise neuer Krebsmedikamente.

 

„80 Prozent der 106 bereits durch eine andere Krebstherapie behandelten Patienten mit der besonders aggressiven Form der CLL, der 17p-Deletion, sprachen auf das Medikament an. Bei fast allen verbesserten sich die Blutwerte durch die Therapie deutlich. Die Patienten hatten Nebenwirkungen, die aber geringer ausfielen als bei herkömmlicher Chemotherapie und zum Teil durch den schnellen Abbau der Krebszellen verursacht wurden“, erläutert der Erstautor der Studie, Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer. Eine Erstzulassung durch die US-amerikanische Food and Drug Administration (FDA) ist für neue Medikamente eine wegweisende Entscheidung, für Europa ist die Zulassung ebenfalls beantragt. Venetoclax ist ein oraler Inhibitor des B-Zell-Lymphom-2-Proteins, der von der Firma AbbVie entwickelt wurde.

 

Hoffnung auf Wirksamkeit bei weiteren Krebsarten

„Das Besondere an dem neuen Medikament ist, dass es in zentrale Vorgänge eingreift, die bei sehr vielen Krebsarten vorkommen. Es gibt daher gute Chancen, dass die jetzt gezeigte Wirksamkeit bei der CLL auch für andere Krebsarten genutzt werden kann. Es laufen bereits Studien für andere Leukämieformen und für Brustkrebs“, betont Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III. Prof. Dr. Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor des Ulmer Universitätsklinikums, ergänzt: „Die Erforschung von Krebserkrankungen, von den Grundlagen ihrer Entstehung bis zur Wirksamkeit neuer Therapien, ist eine wichtige Aufgabe der deutschen Universitätskliniken. Vor 60 Jahren gab es bei Leukämie keine Aussicht auf Heilung, heute hat ein erheblicher Teil der Leukämiepatienten Aussicht, geheilt zu werden. An diesem medizinischen Fortschritt für die Menschen arbeitet das Ulmer Universitätsklinikum mit.“

 

Titel der Originalpublikation: Stephan Stilgenbauer et. al.: Venetoclax in relapsed or refractory chronic lymphocytic leukaemia with 17p deletion: a multicentre, open-label, phase 2 study http://www.thelancet.com/journals/lanonc/article/PIIS1470-2045(16)30019-5/fulltext

11.04.2016

Paul-Martini-Preis 2016 verliehen

Von: Dr. Rolf Hömke, Petra Schultze

Auszeichnung für die Aufklärung der Wirkungsweise mehrerer Krebsmedikamente

Für die Aufklärung der Wirkungsweise mehrerer Krebsmedikamente hat Dr. Jan Krönke vom Universitätsklinikum Ulm den Paul-Martini-Preis erhalten. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird jährlich von der Paul-Martini-Stiftung, Berlin, für herausragende Leistungen in der klinisch-thera­peutischen Arzneimittel­forschung verliehen. Die Verleihung fand im Rahmen der Jahres­tagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Mannheim statt.

Vorher wissen, ob ein Medikament hilft

„Auf dieser Grundlage dürfte man einem Patienten künftig schon vor der Behandlung sagen können, ob ihm diese Medikamente helfen können oder ob eine andere Therapie angezeigt ist“, erklärte Prof. Dr. Stefan Endres, München, im Namen der sechsköpfigen Jury. „Zudem ermöglichen es Krönkes Ergebnisse, gegen weitere Krankheiten neue Medikamente zu entwickeln, die das gleiche Wirkprinzip nutzen“.

Viele Krankheiten lassen sich behandeln, indem im Körper ein bestimm­tes Enzym, ein Botenstoff oder ein anderes Protein still gelegt wird. Meist gelingt das durch einen Arzneistoff, der sich nach der Einnahme an das betref­fende Protein heftet und es so „abschaltet“. Beispielsweise blockieren Medikamente aus der Klasse der Statine ein Cholesterin-produzierendes Enzym, damit der Cholesterinspiegel sinkt.

Doch wie Krönke herausfand, sorgen bestimmte Medikamente auf andere Weise dafür, dass Proteine stillgelegt werden: Sie veranlassen, dass die Proteine für die zelleigene „Müllentsorgung“ als Abfall gekennzeichnet und dann von dieser beseitigt werden. Jede Zelle verfügt über ein solches Proteinbeseitigungssystem. Es baut solche Proteine ab, die ihm als „Müll“ angezeigt werden.

Krönke stellte fest, dass dieses Wirkprinzip schon in den 1950er Jahren unwissentlich verwirklicht wurde: beim Wirkstoff Thalidomid im Schlafmittel Contergan. Jahrzehnte nach der Marktrücknahme wegen seiner Gefährlichkeit für das Ungeborene erlebte der Wirkstoff eine Renaissance als Mittel gegen Multiples Myelom, eine Form von Knochenmarkkrebs bei älteren Patienten. Diese Wirkung erzielt er Krönke zufolge, indem er für den Abbau zweier Proteine sorgt, die Myelomzellen zu ihrer Vermehrung brauchen. Auch die ähnlichen Wirkstoffe Lenalidomid und Pomalidomid wirken auf diese Weise.

Lenalidomid veranlasst zusätzlich, dass ein weiteres Protein in den Zellen „entsorgt“ wird. Dies bewirkt bei einer anderen Knochen­markerkrankung, dem Myelodysplastischen Syndrom mit schadhaftem Chromo­som 5, die Selbstzerstörung der defekten Knochenmarkzellen. Sie verdrängen dann nicht länger die gesunden Zellen aus dem Knochenmark.

 

Der Preisträger

Dr. Jan Krönke (36) ist Assistenzarzt in der Klinik für Innere Medizin III für Hämatologie, Onkologie, Palliativmedizin, Rheumatologie und Infektions­krankheiten am Universitätsklinikum Ulm. Seine klinische Tätigkeit erstreckt sich auf die ambulante und stationäre Versorgung von hämatologisch und onkologisch erkrankten Patienten. Als Wissenschaftler leitet er seit Anfang vergangenen Jahres eine von der Deutschen Forschungs­gemeinschaft eingerichtete Emmy-Noether Nachwuchsgruppe und ist in der Lehre tätig. Von 2011 bis 2014 war er als Research Fellow an der Harvard Medical School in Boston tätig, wo er die prämierten Ergebnisse erarbeitete.

Im vergangenen Jahr erhielt er für seine Forschungsarbeiten den Artur-Pappenheim-Preis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie, den Württembergischen Krebspreis der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer Stiftung und den Franziska-Kolb Preis für Leukämieforschung der Universität Ulm.

 

Die Paul-Martini-Stiftung

Die gemeinnützige Paul-Martini-Stiftung mit Sitz in Berlin fördert die Arzneimittelforschung sowie die Forschung über Arzneimitteltherapie und intensiviert den wissenschaftlichen Dialog zwischen medizinischen Wissenschaftlern in Universitäten, Krankenhäusern, der forschenden Pharmaindustrie, anderen Forschungseinrichtungen und Vertretern der Gesundheitspolitik und der Behörden. Träger der Stiftung ist der vfa, Berlin, mit seinen derzeit 45 Mitgliedsunternehmen. 

Die Stiftung ist benannt nach dem herausragenden Bonner Wissenschaftler und Arzt Professor Paul Martini (1889-1964) in Würdigung seiner besonderen Verdienste um die Förderung und Weiterentwicklung der klinisch-therapeutischen Forschung, die er mit seiner 1932 veröffentlichten „Methodenlehre der therapeutischen Untersuchung“ über Jahrzehnte wesentlich geprägt hat.

 

Diese Mitteilung geben wir in Zusammenarbeit mit der Pressestelle der Paul-Martini-Stiftung heraus.

02.03.2016

Den Erfolg einer Therapie voraussagen: 2,7 Mio. Euro für die Leukämieforschung

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert den Forschungsverbund „PRECiSe“ in Ulm und Heidelberg für drei Jahre

Eine neue Generation von Krebsmedikamenten gibt Patienten mit Chronischer Lymphatischer Leukämie (CLL), der häufigsten Blutkrebsart in der westlichen Welt, seit einiger Zeit neue Hoffnung. Unklar ist aber, welchen Patienten diese neuen Therapien, die Krebszellen auf molekularem Wege bekämpfen, tatsächlich helfen. Die 17 Wissenschaftler im Verbundprojekt PRECiSe kommen von der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III und mehreren Heidelberger Forschungseinrichtungen wie dem Deutschen Krebsforschungszentrum. Sie wollen bessere Vorhersagemöglichkeiten finden, um Patienten wenig erfolgversprechende Therapien zu ersparen. Dazu sollen Erkenntnisse aus umfangreichen Analysen genetischen Materials eng mit den klinischen Erfahrungen der Ärzte verknüpft werden.

 

Bei welchen Patienten wirken die neuen Therapien?

Ob die Leukämiemedikamente der neuesten Generation bei einem Patienten wirken, darüber kann die „Verpackung“ seines Erbmaterials Auskunft geben. Mediziner nennen sie „Epigenetik“: ein komplexes Netz von Strukturabwandlungen der Erbinformation selbst und der mit ihr verbundenen Eiweiße, die die Krebsentstehung fördern oder hemmen können. „Aus dieser ‚Verpackung‘ wollen wir neue Biomarker identifizieren, die uns anzeigen, ob die erkrankten Zellen auf die neuen Leukämiemedikamente überhaupt reagieren“, erläutert PD Dr. Daniel Mertens von der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III. Zusammen mit Dr. Karsten Rippe vom Deutschen Krebsforschungsinstitut koordiniert er den Forschungsverbund.

„Ein besonderer Ansatz dieses Forschungsprojekts ist zudem, dass Labor- und Analyseergebnisse mit den Erkenntnissen und Erfahrungen der behandelnden Ärzte abgeglichen werden“, betont Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer, Leitender Oberarzt der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III, der selbst große Erfahrung in der innovativen Behandlung von Patienten mit Chronisch Lymphatischer Leukämie hat und dazu verschiedene klinische Studien leitet. „Die Forschung muss beim Patienten ankommen, daher ist uns die Beteiligung an dem Verbundprojekt ein großes Anliegen“, so Stilgenbauer. Die Wissenschaftler können bei ihrer Arbeit zudem auf umfangreiche Sammlungen von Leukämiegewebe zurückgreifen. Besonders ist auch der Einsatz neuer Computermodelle, mit deren Hilfe die umfangreichen Datensätze analysiert werden können.

 

Wie entstehen Resistenzen?

Auch gegen die Leukämiemedikamente der neuen Generation gibt es bereits Resistenzen, d.h. die Krebszellen entwickeln Schutzmechanismen. Die Wissenschaftler von PRECiSe wollen neue Erkenntnisse darüber gewinnen, wie solche Resistenzen entstehen. Zudem suchen die Forscher nach Möglichkeiten, ihre Erkenntnisse auch auf andere Erkrankungen des blutbildenden Systems anzuwenden.

PRECiSe steht für „Pretherapeutic Epigenetic CLL Patient Stratifikation“. Das Verbundprojekt umfasst acht wissenschaftliche Arbeitsgruppen, die wiederum international vernetzt sind. Für die Chronische Lymphatische Leukämie gibt es bis heute keine heilenden, sondern nur lindernde Therapien. Ob die neue Generation der CLL-Medikamente langfristig auch zur Heilung führen könnte, ist noch nicht erwiesen.

11.01.2016

Universität Ulm glänzt bei Publikationsanalyse

Vier Forscher unter den meistzierten Köpfen weltweit

 

Vier der weltweit einflussreichsten Wissenschaftler in ihrem Fachgebiet forschen an der Universität Ulm. Wie bei der letzten Auflage der Publikationsanalyse „Highly Cited Researchers“ sind die Professoren Heiko Braak, Hartmut Döhner und Fedor Jelezko vom Medienkonzern Thomson Reuters gelistet. 2015 gehört zudem die Neurowissenschaftlerin Dr. Dr. Kelly Del Tredici-Braak zu den meistzitierten Köpfen.
Basis der Aufstellung sind Fachartikel aus der Zitationsdatenbank „Web of Science“, die zwischen 2003 und 2013 erschienen sind. Gerankt wurden Wissenschaftler, die in ihrem Forschungsbereich besonders oft von ihren Kollegen zitiert wurden (Top 1 %). Diese mehr als 3000 „Vordenker“ forschen in 21 definierten Feldern der Natur- und Sozialwissenschaften. „Das Ranking belegt einmal mehr die international sichtbare Forschungsstärke der Universität Ulm in hochaktuellen und zukunftsweisenden Forschungsgebieten. Auch innerhalb des Landes ist das Ergebnis herausragend, nur übertroffen von dem der Universität Heidelberg“, kommentiert Professor Joachim Ankerhold, Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer.

 

Der Anatom Heiko Braak ist Seniorprofessor an der Ulmer Universitätsklinik für Neurologie/Zentrum für Klinische Forschung (ZKF). Sein Spezialgebiet sind neurodegenerative Erkrankungen wie Alzheimer und Parkinson, für deren Verlauf er unter anderem ein international verwendetes Klassifikationsschema entwickelt hat („Braak-Stadien“). Um diese Modelle zu erstellen, hat der Mediziner genaue anatomische Studien durchgeführt. Mit ihm forscht und publiziert seine Ehefrau Dr. Dr. Kelly Del Tredici-Braak (AG Klinische Neuroanatomie, Klinik für Neurologie/ZKF), die ebenfalls zu den meistzitierten Forschern im Feld „Neuro- und Verhaltenswissenschaften“ zählt.

 

Professor Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin III und Sprecher des „Comprehensive Cancer Center Ulm“, ist Experte für die häufigsten Blutkrebserkrankungen im Erwachsenenalter (akute myeloische, chronisch lymphatische Leukämien AML/CLL). Auf Döhners Forschung basieren internationale Leitlinien zur Blutkrebs-Therapie. Weiterhin hat er genetische Veränderungen entdeckt, die Rückschlüsse auf den Krankheitsverlauf und auf den Erfolg möglicher Therapien zulassen. Somit zählt Professor Döhner, der die weltweit führende deutsch-österreichische AML-Studiengruppe leitet und Sprecher des Sonderforschungsbereichs „Experimentelle Modelle und klinische Translation bei Leukämien“ ist, zu den meistzitierten Wissenschaftlern im Bereich „Klinische Medizin“.

 

Einer der besonders oft zitierten Physiker leitet das Ulmer Institut für Quantenoptik. Professor Fedor Jelezko beschäftigt sich mit Farbzentren in Diamanten, in denen sich Fremdatome speichern und kontrollieren lassen. Dies ist für alle Technologien wichtig, die auf Quantenkohärenz beruhen. Beispiele reichen von hochleistungsfähigen Sensoren und bildgebenden Verfahren wie der Magnetresonanztomographie bis zum Quantencomputer der Zukunft. Professor Jelezko ist Teil der Gruppe BioQ, die mit einem Synergy Grant des Europäischen Forschungsrats über 10,3 Millionen Euro ausgezeichnet wurde.

 

Mit der Universität Ulm assoziiert sind weiterhin die viel zitierten Professoren Bruno Scrosati und Stefano Passerini (beide Helmholtz-Institut Ulm für elektrochemische Energiespeicherung/ HIU). Auch Professor Klaus Müllen, Direktor am Max-Planck-Institut für Polymerforschung in Mainz und seit einigen Monaten Ehrendoktor der Fakultät für Naturwissenschaften, ist im Ranking des Medienkonzerns vertreten.

 

Weitere häufig zitierte Wissenschaftler der Landesuniversitäten forschen in Heidelberg, Tübingen, Freiburg, Hohenheim, Konstanz und am Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

 

Weitere Informationen: Jan-Christian Möller (Stabsstelle Qualitätsentwicklung, Berichtswesen und Revision): Tel.: 0731 50-25106, jan-christian.moeller[at]uni-ulm.de
Publikationsanalyse Highly Cited Researchers 2015: http://highlycited.com/

Text und Medienkontakt: Annika Bingmann

 

Die Universität Ulm, jüngste in Baden-Württemberg, wurde 1967 als Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule gegründet. Seither ist das Fächerspektrum deutlich erweitert worden. Die zurzeit rund 10 000 Studentinnen und Studenten verteilen sich auf vier Fakultäten („Medizin“, „Naturwissenschaften“, „Mathematik und Wirtschaftswissenschaften“ sowie „Ingenieurwissenschaften, Informatik und Psychologie“).

Die Universität Ulm ist Motor und Mittelpunkt der Wissenschaftsstadt, in der sich ein vielfältiges Forschungsumfeld aus Kliniken, Technologie-Unternehmen und weiteren Einrichtungen entwickelt hat. Als Forschungsschwerpunkte der Universität gelten Lebenswissenschaften und Medizin, Bio-, Nano- und Energiematerialien, Finanzdienstleistungen und ihre mathematischen Methoden sowie Informations-, Kommunikations- und Quanten-Technologien.

- Prof. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin III, ist einer der meistzitierten Forscher in der „Klinischen Medizin“ (Foto: Grandel/Uniklinik Ulm)
- Dr. Dr. Kelly Del Tredici-Braak und Prof. Heiko Braak gehören zu den meistzitierten Wissenschaftlern im Bereich „Neuro- und Verhaltenswissenschaften“ (Foto: Grandel/Uniklinik Ulm)
- Der Physikprof. Fedor Jelezko wird besonders oft zitiert (Foto: Eberhardt/Uni Ulm)

Aktuelles & Pressemitteilungen 2015

Das Foto zeigt von links Prof. Dr. Peter Möller, Prof. Dr. Hartmut Döhner, Prof. Dr. Thomas Seufferlein und Prof. Dr. Jens Huober. (Foto: Universitätsklinikum Ulm)

 

21.12.2015

Spitzenmedizin bescheinigt

Von: Jörg Portius

Deutsche Krebshilfe stellt CCCU positiven Zwischenbericht aus / Fördersumme beträgt drei Millionen Euro

 

Eine erfreuliche Nachricht für die Ulmer Universitätsmedizin kurz vor Weihnachten: Die Deutsche Krebshilfe hat das Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) im Rahmen einer Zwischenbegutachtung erneut als „Onkologisches Spitzenzentrum“ bestätigt. Damit ist für die kommenden drei Jahre das erfolgreiche Programm zu Entwicklung und Ausbau des Onkologischen Spitzenzentrums auf dem Oberen Eselsberg gesichert. Eine internationale Gutachterkommission bestätigte nun die enorm hohe Qualität der fächerübergreifenden Versorgung von Krebspatientinnen und -patienten sowie die herausragende Krebsforschung. Das CCCU erhielt vor einem Jahr für 2015 zunächst 750.000 Euro. Jetzt, nach der erfolgreichen Zwischenbegutachtung, erfolgt die weitere Förderung mit einer jährlichen Summe von 750.000 Euro über drei Jahre. Danach ist – wie bei allen geförderten Spitzenzentren – eine erneute Bewerbung erforderlich. Am Integrativen Tumorzentrum des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät werden jährlich mehr als 10.000 Krebspatientinnen und -patienten nach medizinischen Leitlinien fächerübergreifend in einem umfassenden Netzwerk betreut.

„Das erneut positive Votum der Deutschen Krebshilfe im Rahmen der Zwischenevaluation ist für uns Auszeichnung und Ansporn zugleich. Wir sind in Ulm seit Jahren auf dem richtigen Weg und können unser Ziel, Krebspatientinnen und -patienten mit der für sie individuell am besten geeigneten Therapie zu versorgen und ihnen neue Behandlungsmöglichkeiten zu eröffnen, nun mit großer Konsequenz weiterverfolgen“, freut sich Prof. Dr. Hartmut Döhner, Sprecher des CCCU und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III.

Am CCCU wird für Betroffene von interdisziplinären Ärzteteams die individuell beste Therapie ausgearbeitet und nach medizinischen Leitlinien und verbindlichen Behandlungsstandards durchgeführt. Auf Wunsch werden niedergelassene Haus- und Fachärzte einbezogen.

Prof. Dr. Thomas Seufferlein, Stellvertretender Sprecher des CCCU und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I, ergänzt: „Für uns ist die enge Verzahnung mit der Forschung essenziell. Dieses Grundprinzip ermöglicht, dass wir Betroffene zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit innovativen Therapien unter Einsatz von neuesten Krebsmedikamenten behandeln können.“

So wurde beispielsweise in der letzten Förderperiode eine Gewebebank, auch Biobank genannt, aufgebaut. „Diese erweist sich mehr und mehr als wertvolle Ressource für die Forschungsaktivitäten am CCCU“, sagt Prof. Dr. Peter Möller, Leiter der CCCU-Biobank sowie Ärztlicher Direktor des Instituts für Pathologie.

Psychosoziale Angebote, sportmedizinische Rehabilitation und die intensive Zusammenarbeit mit Pflege- und Palliativeinrichtungen, Selbsthilfegruppen sowie umliegenden Krankenhäusern und Schwerpunktpraxen ergänzen die medizinische Versorgung im ambulanten und stationären Bereich. „Wir haben in den vergangenen Jahren ein umfassendes Netzwerk aufgebaut, das Tumorpatienten und ihren Angehörigen in der Region vielfältige Unterstützung bietet. Daran wollen wir weiter arbeiten“, betont Prof. Dr. Jens Huober, Sekretär des CCCU, Leiter der Sektion Konservative Gynäkologische Onkologie und der IOT in der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Insgesamt betrachtet hat die Ulmer Universitätsmedizin bislang 70 Kooperationsvereinbarungen mit Onkologinnen und Onkologen in einem Radius von mehr als 100 Kilometern um Ulm/Neu-Ulm geschlossen. Dieses Konzept trägt zu einer sektorenübergreifenden und qualitativ hochwertigen Versorgung der Patientinnen und Patienten bei.

 

Weitere Informationen

Die Deutsche Krebshilfe zeichnete das 2006 gegründete CCCU bereits 2009 erstmals als Onkologisches Spitzenzentrum aus. Ein internationales Gremium von Krebsspezialistinnen und -spezialisten begutachtete nun erneut turnusgemäß die Arbeit am Ulmer Tumorzentrum und erstellte eine Zwischenbegutachtung. Ziel des Förderprogramms der Deutschen Krebshilfe ist die deutschlandweite Verbesserung der Versorgung von Krebspatienten.

Und noch eine erfreuliche Nachricht gibt es für das CCCU so kurz vor Weihnachten:

Im Rahmen einer Re-Zertifizierung erhält das Comprehensive Cancer Center für weitere drei Jahre die Auszeichnung „Onkologisches Zentrum mit Empfehlung der Deutschen Krebsgesellschaft e. V.“ Bei diesem renommierten Gütesiegel steht unter anderem die Überprüfung von Strukturen und Abläufen im Vordergrund, die für die Behandlungsqualität eine wichtige Rolle spielen.

 

Fotos und Grafiken sind nur für die Presseberichterstattung über das in dieser Information mitgeteilte Ereignis freigegeben.

17.12.2015

„Die lebenden Wunder unseres Planeten“

Von: Janina Kohn

Kinder der Malakademie Neu-Ulm zeigen ihre Arbeiten in der Klinik für Innere Medizin III

Ein ganzes Jahr haben die kleinen Künstlerinnen und Künstler der Malakademie im Familienzentrum Neu-Ulm an über 70 Bildern gearbeitet – am Donnerstag, 17. Dezember, wird ihre Ausstellung feierlich in der Klinik für Innere Medizin III des Ulmer Universitätsklinikums eröffnet. Unter dem Motto „Die lebenden Wunder unseres Planeten" zeigen die Kinder aus Deutschland, England, Griechenland, Bulgarien, Indien, Russland und Israel ihre Werke. Dabei transportiert ihre Kunst eine zentrale Botschaft: Auch als Kind kann man sich engagieren, helfen, mitfühlen und etwas Gutes für andere Menschen tun – in diesem Projekt für Krebspatientinnen und -patienten und deren Familien.

„Wir nehmen Sie mit auf eine Reise in wilde Dschungel, Regenwälder, Tundren, Taigas, Wüsten, Berge und Savannen. Entdecken Sie die Arktis und Antarktis, Ozeane, Flüsse und Seen. Fliegen Sie mit Zugvögeln mit und tauchen Sie ein in die Unterwasserwelt. Die Fauna ist vielseitig, faszinierend und bunt – all das spiegelt sich in unseren Bildern wider. Wir freuen uns sehr, dass wir unsere Arbeiten hier präsentieren können und den Klinikalltag für die Patientinnen und Patienten etwas bunter gestalten können", sagt Tatjana Hoffmann, Leiterin der Malakademie Neu-Ulm. Prof. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III, wird die Ausstellung auf dem Oberen Eselsberg eröffnen. Umrahmt wird die Vernissage von einem musikalischen Programm, das die Kinder der Malakademie mit Klavier und Saxofon selbst gestalten.

Sie sind herzlich zur Vernissage eingeladen am

Donnerstag, 17. Dezember 2015, 17:30 Uhr

in die Klinik für Innere Medizin III

(Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm, Oberer Eselsberg).

 

„Die lebenden Wunder unseres Planeten" ist bereits die siebte Ausstellung der Malakademie Neu-Ulm in der Klinik für Innere Medizin III. Die Bilder sind bis zum 16. Dezember 2016 in der Klinik am Oberen Eselsberg zu sehen.

Die Ausstellung findet im Zentrum für Innere Medizin, Knoten C, Ebene 4, statt.

Infoflyer

14.10.2015

Preisregen für Ulmer Onkologen

Von: Annika Bingmann (Universität Ulm)

Wirkweise von Contergan-Nachfolger aufgeklärt und für die Krebstherapie genutzt

 

Gleich zwei Preise für den Ulmer Onkologen Dr. Jan Krönke: Für die Aufklärung des Wirkmechanismus von „Lenalidomid" beim Myelodysplastischen Syndrom und ein Nachfolgeprojekt, in dem es um Resistenzen gegenüber diesem Wirkstoff geht, hat der 36-Jährige den Projektpreis der Stiftung des Württembergischen Krebspreises 2015 (20 000 Euro) und den Artur-Pappenheim-Preis erhalten (7500 Euro). Krönke ist Arzt und Wissenschaftler an der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III (Ärztlicher Direktor: Prof. Hartmut Döhner), wo er eine Emmy Noether-Arbeitsgruppe leitet.

Lenalidomid ist der Nachfolger des Contergan-Wirkstoffs Thalidomid, der vor mehr als 50 Jahren Fehlbildungen bei zahlreichen Neugeborenen auslöste. Ende der 90-er Jahre wurde das einstige Schlafmittel wiederentdeckt und erfolgreich gegen bösartige Knochenmarkserkrankungen wie das Multiple Myelom eingesetzt. Lenalidomid wirkt auch bei einer weiteren Erkrankung der Blutbildung, dem Myelodysplastischen Syndrom (MDS). Durch genetische Veränderungen der Stammzellen können diese Patienten keine funktionstüchtigen Blutzellen mehr bilden und entwickeln schlimmstenfalls eine akute Leukämie. Warum sich der Zustand vieler Betroffener unter Lenalidomid bessert, hat Dr. Krönke bei einem dreijährigen Aufenthalt am Brigham and Women’s Hospital/Harvard Medical School und an der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III erforscht. 2014 konnten Krönke und seine Forscherkollegen nachweisen, dass der Arzneistoff an das Enzym Cereblon Ubiquitin-Ligase bindet, was zum gezielten Abbau von bestimmten krebsfördernden Eiweißen über das Proteasom, die Protein-Müllabfuhr der Zelle, führt.

In einer zweiten Studie, die vor wenigen Wochen im renommierten Fachjournal Nature erschienen ist, hat Krönke nach weiteren Substraten der Cereblon Ubiquitin-Ligase gesucht, die bei MDS-Patienten durch Lenalidomid reguliert werden. Offenbar nutzt Lenalidomid gezielt den Verlust eines Gens in den Krebszellen aus, um diese zu töten. Außerdem fanden die Forscher heraus, warum Mäuse resistent gegenüber den Wirkungen von Lenalidomid sind und konnten den Wirkstoff erstmals in einem genetisch veränderten Mausmodell testen. Für diese Leistung wurde Dr. Krönke mit dem Artur-Pappenheim-Preis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am Samstag bei der gemeinsamen Jahrestagung der Deutschen, Österreichischen und Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Medizinische Onkologie in Basel statt. Beim Dies academicus der Universität Ulm im Februar hat der Mediziner für vorangegangene Forschungsergebnisse bereits den Franziska-Kolb-Preis zur Förderung der Leukämieforschung erhalten.

Mit dem Projektpreis der Stiftung des Württembergischen Krebspreises, den Krönke Anfang Oktober in Tübingen erhielt, wird sein Nachfolgeprojekt gefördert: Der Onkologe will Resistenzmechanismen gegenüber Lenalidomid aufklären und nach entsprechenden genetischen Markern suchen. So soll die Behandlung von MDS-Patienten weiter individualisiert werden.

Der Württembergische Krebspreis der Dres. Carl Maximilian und Carl Manfred Bayer-Stiftung wird an Krebsforscher unter 40 Jahren verliehen, die gebürtige Württemberger sind oder in Württemberg forschen. Neben Krönke zeichnete der Stiftungsvorsitzende Professor Claus Claussen die Tübinger Onkologin Professorin Julia Skokowa für ihre Forschung zu „Mechanismen der malignen Entartung der Stammzelle" mit einem weiteren Projektpreis (20 000 Euro) aus. Den Nachwuchspreis über 10 000 Euro erhielt die Assistenzärztin Dr. Juliane Stickel (Tübingen), die sich mit der peptidbasierten Immuntherapie bei Krebspatienten befasst.

 

Jan Krönke, Emma C. Fink, Paul W. Hollenbach, Kyle J. MacBeth, Slater N. Hurst, Namrata D. Udeshi, Philip P. Chamberlain, D. R. Mani, Hon Wah Man, Anita K. Gandhi, Tanya Svinkina, Rebekka K. Schneider, Marie McConkey, Marcus Jära, Elizabeth Griffiths, Meir Wetzler, Lars Bullinger, Brian E. Cathers, Steven A. Carr, Rajesh Chopra & Benjamin L. Ebert. Lenalidomide induces ubiquitination and degradation of CK1a in del(5q) MDS. Nature. doi:10.1038/nature14610

 

Foto: Prof. Mathias Freund, geschäftsführender Vorsitzender der DGHO (links), verleiht Dr. Jan Krönke den Artur-Pappenheim-Preis (Foto: Reimo Schaaf)

26.05.2015

Ein Spitzenteam

Pflegekräfte der Medizinisch-Onkologischen-Tagesklinik erhalten Auszeichnung „Deutschlands Onko-Team 2015“

 

Anerkennung für hervorragende Arbeit: Das Team der Medizinisch-Onkologischen-Tagesklinik (MOT) des Universitätsklinikums Ulm ist auf dem 19. Krebskrankenpflegesymposium in Heidelberg zu „Deutschlands Onko-Team 2015“ gewählt worden. Eine Gutachterkommission, bestehend aus Vertretern des Krebsverbandes Baden-Württemberg e.V., der Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege (KOK) und von Patientenorganisationen, wählte das Team unter insgesamt 16 weiteren Mitbewerbern aus ganz Deutschland aus. Mit der Auszeichnung möchten die Initiatoren dazu motivieren, die Kriterien erfolgreicher Zusammenarbeit zu erkennen und wertzuschätzen, dadurch soll die Versorgungsqualität krebskranker Menschen gesteigert werden.

 

Die Medizinisch-Onkologische-Tagesklinik der Ulmer Universitätsmedizin wurde vor zehn Jahren gegründet. Täglich werden bis zu 65 Patientinnen und Patienten interdisziplinär behandelt. Im Zentrum der täglichen Arbeit stehen Chemotherapien für krebskranke Menschen, die aufgrund ihres Krankheitsbildes keine ärztliche oder pflegerische Betreuung rund um die Uhr benötigen. „Was sie aber dringend brauchen, sind fundierte Informationen und Hilfsangebote, die wir in den vergangenen Jahren kontinuierlich ausgebaut haben“, sagt Kathleen Zschäge, Stationsleiterin der MOT und Fachkrankenschwester für Onkologie. So habe man beispielsweise 2010 ein individualisiertes Ernährungsmanagement eingeführt, hinzu kommen regelmäßige Schulungsveranstaltungen zu Aspekten, mit denen sich Krebskranke und ihre Angehörigen auseinandersetzen müssen. Planung, Organisation und Umsetzung der Schulungen liegen in den Händen von Kathleen Zschäge und ihrem Team, das hier sehr eng mit dem Sozialdienst („Welche sozialrechtlichen Leistungen stehen mir als Krebspatient zu?“) und der Klinikhygiene („Händehygiene – mit praktischer Anleitung“) zusammenarbeitet.
In der Region bekannt und seit Jahren etabliert ist zudem der von der MOT eigenständig organisierte „Krebsaktionstag“, auf dem sich jährlich hunderte Patienten, deren Angehörige und allgemein Interessierte über die Vermeidung, Therapie und Nachsorge von Krebserkrankungen informieren und miteinander ins Gespräch kommen.

 

Stets ein Ohr für Patienten

„Die Auszeichnung ist eine tolle Anerkennung und ein Beleg dafür, dass die Ulmer MOT nicht nur fachlich kompetent ist, sondern auch innovativ und kreativ. Davon profitieren natürlich unsere Krebspatienten und letztlich alle Kliniken der Ulmer Universitätsmedizin, in deren Mittelpunkt onkologische Therapien stehen. Die gute Zusammenarbeit ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagte Pflegedirektor Rick Pieger, der dem Gewinnerteam herzlich gratulierte.
Die Laudatio in Heidelberg hielt Jelena Kunecki, Pflegedienstleiterin in der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Ulm. Sie stellte in ihrer Rede insbesondere das Engagement des MOT-Teams und die Fähigkeit zur Empathie heraus: „Eine Perücke, die nicht sitzt, mangelnder Appetit oder Zukunftsängste – die Vielfalt an Themen und Sorgen ist beinahe unermesslich. Ihr habt stets ein Ohr für Eure Patienten und könnt kompetent helfen, das zeichnet ein Spitzenteam aus!“ Apropos Spitzenteam: „Um das zu bleiben, ,pflegen‘ wir nicht nur unsere Patienten, sondern auch uns selbst. Wir besuchen Theatervorführungen, lassen uns kulinarisch verwöhnen oder erkunden zusammen eine Käserei im Allgäu. So können wir wieder gestärkt für unsere Patienten da sein“, verrät Kathleen Zschäge ein Geheimnis des Erfolgs.


Weitere Informationen
Ärztliche Leiterin der Medizinisch-Onkologischen-Tagesklinik (MOT) ist Dr. Regine Mayer-Steinacker, Oberärztin in der Klinik für Innere Medizin III. Zum jetzt ausgezeichneten Pflegeteam der MOT gehören neben Kathleen Zschäge ihre Kolleginnen Tabea Häußler, Suse Schneider, Brigitte Günther, Barbara Duvenhorst, Heidi Spedicato, Beata Schwend, Melanie Jacob und Michaela Reichert.

weitere Presseartikel

30.05.2015

Gütesiegel bestätigt

Universität Ulm bleibt beste junge Uni Deutschlands

 

Titel verteidigt! Im Ranking „THE 100 Under 50“ des britischen Magazins „Times Higher Education“ (THE) kann sich die 1967 gegründete Universität Ulm erneut hervorragend platzieren. Sie ist wie im Vorjahr die beste deutsche Uni, deren Gründung weniger als 50 Jahre zurückliegt.

Insgesamt wurden 100 junge Hochschulen auf der ganzen Welt gerankt. Im internationalen Vergleich belegt die Uni Ulm einen äußerst respektablen Platz 15 – und konnte sich somit gegenüber dem Vorjahr um einen Rang verbessern.
„Von dem erneuten Erfolg in diesem hochangesehenen internationalen Ranking fühlen wir uns bestätigt. Das Gütesiegel als beste junge Universität Deutschlands wurde uns im vergangenen Jahr bereits zwei Mal in den Rankings von Times Higher Education und Quacquarelli Symonds ausgestellt. Es belegt die Forschungsstärke sowie das zielgerichtete Wachstum der Universität Ulm und positioniert uns hervorragend im internationalen Wettbewerb“, kommentiert Universitätspräsident Professor Karl Joachim Ebeling.

2015 führt die schweizerische École Polytechnique Fédérale de Lausanne die Aufstellung THE 100 Under 50 an, gefolgt von ostasiatischen Hochschulen auf den Plätzen zwei bis fünf. Weiterhin sind die deutschen Universitäten Konstanz, Bremen, Bochum, Bielefeld, Duisburg-Essen und Bayreuth im Ranking hinter Ulm vertreten.
Alle Einrichtungen wurden gemäß 13 Indikatoren bewertet. Die Uni Ulm erzielte vor allem bei den Zitationen gute Bewertungen. Dafür wurden etwa sechs Millionen Fachartikel untersucht, die über einen Zeitraum von fünf Jahren im „Web of Science“ veröffentlicht worden sind. Auch in den Feldern „Drittmitteleinnahmen aus der Industrie“ und „Lehre“ ist die Ulmer Universität die stärkste Hochschule bundesweit.

Bei der Aufstellung werden die gleichen strengen Maßstäbe angelegt wie bei den traditionellen THE World University Rankings – nur die „Reputation“ wird unterschiedlich bewertet. „Viele junge Universitäten in diesem Ranking haben bewiesen, dass sie es mit der alten Elite aufnehmen können. Mit dem richtigen Schwung haben sie in Jahrzehnten erreicht, wofür andere Jahrhunderte lang Zeit hatten“, so der Herausgeber Phil Baty. Im umfassenden THE World University Ranking findet sich die Uni Ulm übrigens in der Gruppe 201-225 wieder – wie beispielsweise die Goethe-Universität in Frankfurt am Main.

Auch im internationalen QS University Ranking (Quacquarelli Symonds) „Top 50 Under 50“, das im Herbst 2014 veröffentlicht wurde, belegt die Universität Ulm die Spitzenposition der jungen Unis in Deutschland. Im weltweiten Vergleich schaffte sie es dort auf Platz 17 – deutlich vor Konstanz und Bremen.

THE Ranking

Verantwortlich: Annika Bingmann

 

 

09.03.2015

Erfolgreiche Zertifizierung

Am 9. März 2015 wurde das Studienzentrum erneut erfolgreich nach den Kriterien DIN EN ISO 9001:2008 und den Forderungen des Kriterienkataloges der DGHO zertifiziert.

09.03.2015

„Else Kröner Forschungskolleg“
für junge forschende Ärzte der Ulmer Universitätsmedizin

Die drei ersten von insgesamt neun von der Else Kröner-Fresenius-Stiftung ins Leben gerufenen Forschungskollegien für junge forschende Ärzte wurden nach dreijähriger Etablierungsphase von einem hochrangigen Gremium begutachtet. Die Kollegiaten präsentierten ausgezeichnete wissenschaftliche Projekte und erhielten durch das Kolleg einen entscheidenden Anschub auf ihrem Karriereweg zum clinician scientist. Unter 56 eingereichten Konzepten hatten sich 2010/2011 junge Mediziner aus Ulm, Bonn und Würzburg durchgesetzt. Nach dreijähriger Etablierungsphase konnten sie jetzt eine zweite dreijährige Laufzeit beantragen.

Doppelte Herausforderung

Es gibt immer weniger hochbegabte junge Ärztinnen und Ärzte, die sich der doppelten Herausforderung von Krankenversorgung und Forschung und somit der Karriere als clinician scientist stellen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, startete die Else Kröner-Fresenius-Stiftung 2010 ein ganz neues Förderinstrument: Sogenannte Forschungskollegien bieten forschungsbegeisterten jungen Ärztinnen und Ärzten die Möglichkeit, sich ein bis zwei Jahre ganz auf ihr Forschungsprojekt zu konzentrieren. Diese Projekte ranken sich um ein gemeinsames Themenfeld und sind in wissenschaftlich exzellente Forschergruppen eingebettet. Dadurch sind die jungen clinician scientists in ein wissenschaftlich anregendes Netzwerk eingebunden und erhalten die notwendige Unterstützung, um ihre Projekte erfolgreich umzusetzen. Ein begleitendes Curriculum schafft eine umfassende Wissensbasis und knüpft Kontakte zu internationalen Experten. 

Als Modell Pate gestanden haben die Graduiertenkollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) für Naturwissenschaftler. Nach dreijähriger Etablierungsphase kamen nun Kollegiaten und Sprecher der ersten Kollegien zusammen und präsentierten ihre Arbeit in intensiver Diskussion einer achtköpfigen Gutachtergruppe von international anerkannten, erfahrenen clinician scientists.

Start- und Etablierungsphase sind Besonderheit der Ulmer Universitätsmedizin

Das Ulmer Forschungskolleg (Sprecher Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer und Prof. Dr. Hartmut Geiger) fokussiert auf die zellulären und molekularen Zusammenhänge, die Stammzellen, Alterung und bösartige Transformation ursächlich miteinander verbinden. Die Aneignung und Entwicklung mechanistischer Ansätze und Methoden erlaubt es den Ulmer Kollegiat/inn/en, klinische Fragestellungen hinsichtlich der Thematik des Kollegs in eigene Forschungskonzepte umzusetzen. Da neuartige Therapieansätze einer klinik- und fachübergreifenden Interaktion in der Forschung bedürfen, wird das Ulmer Forschungskolleg von vielen unterschiedlichen Kliniken und Grundlageninstituten getragen.

In den vergangenen drei Jahren wurden elf Kollegiaten betreut. Eine Besonderheit des Ulmer Konzepts ist, dass hier sowohl relativ junge forschende Ärzte in einer „Startphase“ als auch schon fortgeschrittene, wissenschaftlich und klinisch erfahrene clinician scientists in einer „Etablierungsphase“ gefördert werden. So reicht auch das Spektrum der Erfolge von ersten Publikationen bis hin zu einer direkten Berufung vom Kolleg auf eine Professur in Harvard. Das Forschungskolleg Ulm hat sich somit in relativ kurzer Zeit als ein Leuchtturm der Forschungs- und Ausbildungslandschaft in Ulm etabliert und somit das Leitbild des clinician scientist weithin sichtbar gemacht.

Beeindruckte Gutachter

Die Gutachter zeigten sich von den wissenschaftlichen Ergebnissen der Kollegiaten beeindruckt. Sie lobten die Ausgestaltung der Idee des Forschungskollegs an allen drei Standorten und waren sich einig, dass der Entwicklungspfad einiger Kollegiaten schon jetzt erkennen lässt, dass das Kolleg ihnen den Weg zu einer erfolgreichen Karriere eröffnet hat, die Klinik und Forschung miteinander verbindet. Das Konzept der Forschungskollegien schließt eine Lücke in der Ausbildungs- und Förderlandschaft. Die Gutachter vermerkten positiv, dass nicht nur die Kollegiaten in einem kompetitiven Bewerbungsverfahren ausgewählt würden, sondern auch die teilnehmenden bzw. betreuenden Arbeitsgruppen.

Als erfolgskritisch betonten die Gutachter, dass eine Freistellung von der Krankenversorgung von mindestens einem, besser zwei Jahren nötig ist, um auf international wettbewerbsfähigem Niveau zu forschen. Entscheidend für den nachhaltigen Aufbau von Forschungskompetenz ist, dass sich an die 100%ige Forschungsphase eine Phase der jeweils teilzeitigen Forschungs- und Kliniktätigkeit anschließt, so dass nicht nur Feierabende und Wochenenden für die Weiterführung der Forschung zur Verfügung stehen.

Weitere Informationen:

Die Stiftung wurde im Jahr 1983 von der Unternehmerin Else Kröner gegründet und zu ihrer Alleinerbin eingesetzt. Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt medizinisch-humanitäre Hilfsprojekte. Die EKFS bezieht nahezu alle ihre Einkünfte aus Dividenden des Gesundheitskonzerns Fresenius, dessen größte Aktionärin sie ist. Die Stiftung fördert satzungsgemäß nur solche Forschungsaufgaben, deren Ergebnisse der Allgemeinheit zugänglich sind. Bis heute hat die Stiftung mehr als 1.300 Projekte mit einem Gesamtvolumen von rund 200 Millionen Euro gefördert. (www.ekfs.de)

12.02.2015

Entwicklung von zielgerichteten Strategien für ältere Tumorpatienten

Krebsspezialist Prof. Dr. Lars Bullinger erhält Heisenberg-Professur

Anerkennung für herausragende wissenschaftliche Arbeit: Prof. Dr. Lars Bullinger, Krebsspezialist und Leiter der Sektion Onkologie in der Klinik für Innere Medizin III wurde nun über das Heisenberg-Förderprogramm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) eine Umwandlung seines Heisenbergstipendiums in eine Heisenberg-Professur für personalisierte Tumortherapie bewilligt. Das Heisenberg-Programm unterstützt damit die Fortsetzung der hochkarätigen Forschungsprojekte von Professor Bullinger und seine Profilierung für eine spätere wissenschaftliche Leitungsfunktion.

Die Professur wird den Forschungsschwerpunkt Hämatologie und Onkologie der Ulmer Universitätsmedizin verstärken und die vorhandenen Aktivitäten um eine spezielle translationale Ausrichtung ergänzen, d.h. durch eine Brückenfunktion der Professur sowohl zu einer Stärkung der Grundlagenforschung als auch der klinischen Forschung beitragen.

„Insbesondere im Hinblick auf die Entwicklung zielgerichteter Therapiestrategien für ältere Tumorpatienten, für die es bislang häufig keine guten Therapieansätze gibt, wird die Heisenberg-Professur sich in idealer Weise in die Schwerpunkte der Universität Ulm einfügen und einen wertvollen Beitrag zu einer fächerübergreifenden Vernetzung leisten“, sagte Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Ulm.

Auf den Punkt:

Ziel des Heisenberg-Programms ist es, herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die alle Voraussetzungen für die Berufung auf eine Langzeit-Professur erfüllen, zu ermöglichen, sich auf eine wissenschaftliche Leitungsposition vorzubereiten und in dieser Zeit weiterführende Forschungsthemen zu bearbeiten. Antragsberechtigt sind Nachwuchswissenschaftler/innen aller Fachdisziplinen, die ihre Berufbarkeit auf eine Professur durch eine Habilitation oder durch habilitationsäquivalente Leistungen nachweisen können und durch besonders herausragende wissenschaftliche Leistungen ausgewiesen sind. Werner Heisenberg, der mit 26 Jahren zum Professor berufen wurde und mit 32 den Nobelpreis für Physik erhielt, wurde Namenspatron dieses Programms.            (Quelle dieses Absatzes: Deutsche Forschungsgemeinschaft, www.dfg.de)

03.02.2015

Behandlung von Patienten verbessern

Aufnahme in das Emmy Noether-Programm der DFG ermöglicht Nachwuchswissenschaftler Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe

Dr. Krönke hat während eines dreijährigen Forschungsaufenthaltes am Brigham and Women’s Hospital in Boston/USA wesentlich zur Aufklärung des Wirkmechanismus der Medikamente Thalidomid und Lenalidomid bei hämatologischen Erkrankungen (Erkrankungen, die das blutbildende System betreffen) beigetragen. Diese Arbeiten wird er nun in Ulm mit seiner neuen Arbeitsgruppe fortsetzen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf der translationalen Umsetzung seiner Erkenntnisse mit dem Ziel, die Behandlung von Patienten mit diesen Wirkstoffen zu verbessern. Damit gliedert er sich hervorragend in einen wissenschaftlichen Schwerpunkt der Ulmer Universitätsmedizin ein.

 

Weitere Informationen:

Emmy Noether (1882-1935) war eine herausragende Mathematikerin des 20. Jahrhunderts. Obwohl die nach ihr benannten Theoreme zum Grundbestand der mathematischen Physik zählen und sie eine der ersten deutschen Mathematikerinnen war, die sich habilitierte, erhielt sie in Deutschland nie eine ordentliche Professur. Ihr Name ziert heute das Programm, mit dem die Deutsche Forschungsgemeinschaft den exzellenten Nachwuchsforscherinnen und -forschern einen alternativen Weg zur Professur bietet.

Dr. Jan Krönke, Klinik für Innere Medizin III am Universitätsklinikum Ulm, ist in das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) aufgenommen worden. Das Emmy Noether-Programm ermöglicht durch eine großzügige Förderung herausragenden Nachwuchswissenschaftlern – insbesondere nach einem erfolgreichen Forschungsaufenthalt im Ausland – den Aufbau einer eigenen Arbeitsgruppe.

22.01.2015

Publikationsanalyse des Medienkonzerns Thomson Reuters
Drei Ulmer unter den einflussreichsten Forschern der Welt

Gleich drei der weltweit einflussreichsten Wissenschaftler in ihrem Fachgebiet forschen an der Universität Ulm. Das hat die Publikationsanalyse „The world’s most influential scientific minds 2014“ des nordamerikanischen Medienkonzerns Thomson Reuters ergeben. Für die Aufstellung wurde über die Zitationsdatenbanken „Web of Science“ und „InCites“ ermittelt, welche Forscher zwischen 2002 und 2012 am häufigsten (Top 1 % im Jahr der Publikation) von ihren Kollegen in Fachartikeln zitiert wurden. Unter diesen rund 3200 Vorreitern aus 21 Fachgebieten sind mit den Professoren Hartmut Döhner und Heiko Braak zwei Ulmer Mediziner. Dazu kommt der Physikprofessor Fedor Jelezko.
In der nun veröffentlichten Liste finden sich zudem Wissenschaftler, die in den Jahren 2012 und 2013 besonders oft zitiert wurden. Ihre Fachartikel („hot papers“) werden als hochaktuell angesehen.
„Diese Publikationsanalyse bestätigt, dass die Universität Ulm ein attraktiver Standort für Spitzenforscher von Weltrang ist“, freut sich Professor Axel Groß, Vizepräsident der Universität Ulm für Forschung und Informationstechnologie.

Heiko Braak, Seniorprofessor an der Universitätsklinik für Neurologie/dem Zentrum für Klinische Forschung, gehört zu den meistzitierten Forschern im Bereich Neuro- und Verhaltenswissenschaften. Braak beschäftigt sich mit neurodegenerativen Erkrankungen, also etwa Alzheimer und Parkinson. Der Mediziner hat unter anderem ein international verwendetes Klassifikationsschema entwickelt, mit dem sich der Verlauf von Morbus Alzheimer anhand von typischen Hirnveränderungen in Stadien einteilen lässt.
Forschungsschwerpunkte von Professor Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III, Sprecher des „Comprehensive Cancer Center Ulm“ und Uni-Vizepräsident für Medizin, sind die häufigsten Blutkrebserkrankungen im Erwachsenenalter, akute myeloische und chronisch lymphatische Leukämien. Er hat genetische Veränderungen entdeckt, die Hinweise auf den Krankheitsverlauf und Therapieerfolg geben können. Basierend auf diesen Erkenntnissen können neue molekular zielgerichtete Therapien entwickelt werden. Auf Döhners Krebsforschung beruhen international verwendete Leitlinien für die Therapie von Blutkrebs. Gemäß der Publikationsanalyse von Thomson Reuters gehört Döhner zu den meistzitierten Wissenschaftlern in der klinischen Medizin.

Und auch ein Ulmer Physiker wird von Thomson Reuters gelistet: Professor Fedor Jelezkos Fachgebiet sind Farbzentren in Diamanten. Dort lassen sich Fremdatome speichern und kontrollieren. Dies ist keineswegs abstrakte Grundlagenforschung, sondern für alle Technologien wichtig, die auf Quantenkohärenz beruhen – hochleistungsfähige Sensoren, bildgebende Verfahren und neuartige Quantencomputer sind Beispiele. Jelezko wurde zusammen mit seinen Professorenkollegen Martin Plenio und Tanja Weil (Gruppe BioQ) Ende 2012 mit einem ERC Synergy Grant über 10,3 Millionen Euro ausgezeichnet.

Insgesamt finden sich 159 deutsche Forscher in der Rangliste – darunter 21 aus Baden-Württemberg. Acht von ihnen forschen an der Universität Heidelberg. Das Karlsruher Institut für Technologie und die Uni Hohenheim steuern – wie die Universität Ulm – jeweils drei Wissenschaftler bei.

Weitere Informationen zum Ranking: Jan-Christian Möller (Stabsstelle Qualitätsentwicklung, Berichtswesen und Revision): Tel.: 0731 50-25106, jan-christian.moeller[at]uni-ulm.de
http://sciencewatch.com/sites/sw/files/sw-article/media/worlds-most-influential-scientific-minds-2014.pdf

Braak Heiko (Foto: Leopoldina): Prof. Heiko Braak zählt laut der Publikationsanalyse von Thomson Reuters zu den einflussreichsten Neurowissenschaftlern
Döhner Hartmut (Foto: Grandel/Uniklinik): Einer der meistzitierten Leukämieforscher weltweit ist Prof. Hartmut Döhner
Jelezko Fedor (Foto: Eberhardt/Uni Ulm): Der Physikprof. Fedor Jelezko forscht sehr erfolgreich mit künstlichen Diamanten

14.01.2015

Ein Pflegestar geht in den „Unruhestand“

Elisabeth Kirchner prägte über Jahrzehnte die Pflege der Ulmer Universitätsmedizin

Elisabeth Kirchner, ein „Pflegestar“ der Ulmer Universitätsmedizin, ist zum 31. Dezember 2014 in den Ruhestand gegangen. „In ihrer nahezu beispiellosen Pflegekarriere entwickelte sie sich von der Volksschulabsolventin über die Pflegeausbildung zur Forscherin und Förderin der Pflegelandschaft“, sagte Pflegedirektor Rick Pieger anlässlich der Verabschiedung der 64-Jährigen.

 

Versorgungsqualität verbessert

Schon in ihrer Zeit als Krankenschwester auf einer Krebsstation engagierte sich Elisabeth Kirchner für die Einführung von Praxisanleitern, um die praktische Ausbildung zu unterstützen. Später, in einer Stabsstelle der Pflegedirektion angesiedelt, praktizierte sie über viele Jahre mit ihrer Weggefährtin Heidi Bauder-Mißbach das Bewegungskonzept „VIV ARTE Kinästhetik Plus“ für Patienten und Pflegende. Sie bildete tausende Pflegefachkräfte aus, integrierte das System in die Pflegeausbildung und gründete einen kleinen aber feinen Forschungsbereich.

„Frau Kirchner war maßgeblich an der Entwicklung pflegerischer Standards im Universitätsklinikum Ulm beteiligt. All diese Maßnahmen haben erheblich dazu beigetragen, die Versorgungsqualität unserer Patienten zu verbessern und parallel hierzu die Versorgungskosten zu reduzieren“, bilanziert Pflegedirektor Rick Pieger.

 

Fachkompetenz und Empathie

Etliche Publikationen und die Beteiligung an Fachbüchern kann Elisabeth Kirchner vorweisen. In einer ihrer Studien, gefördert durch die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung, führte sie ein Behandlungskonzept zur Verbesserung der Lebensqualität bei Patientinnen und Patienten mit Nervenschädigungen infolge einer Chemotherapie ein. Gemeinsam mit Medizinern und Pflegekräften brachte sie diese Studie auf den Weg und erreichte es, eine von wenigen Pflegeinterventionen zu entwickeln, die über die Kostenträger abgerechnet werden können. Ihre ehemaligen Kolleginnen und Kollegen aus der Pflege sind sich darüber einig, dass die frischgebackene Ruheständlerin immer Patientinnen und Patienten mitsamt den Angehörigen in den Mittelpunkt ihres Handelns stellte. Dabei haben Elisabeth Kirchner stets ihre ausgewiesene Fachkompetenz und Empathie geholfen.

 

Forschungsarbeit läuft weiter

Stellvertretend für viele Pflegekräfte sagte Lutz Freybott, Pflegedienstleiter der Klinik für Innere Medizin I und der Strahlenklinik: „Eli Kirchner war und ist eine hervorragende Netzwerkerin über alle Berufsgruppen und Berufsebenen hinweg. Auch unsere Hochschulprofessoren schätzen sie sehr. Weit über unsere Region hinaus wurde ihre Fachkompetenz erkannt und abgerufen.“ Besonders bei hochkomplexen, schwer zu betreuenden Patienten sei sie von sehr vielen Kliniken der Ulmer Universitätsmedizin regelmäßig als Expertin hinzugezogen worden. Pflegedirektor Rick Pieger betonte mit einem Lächeln, dass der Status einer Ruheständlerin nicht so ganz richtig ist: „Das Wort Unruheständlerin trifft es wohl besser, denn Frau Kirchner bleibt uns im Rahmen ihrer Forschungsarbeit noch hoffentlich sehr lange erhalten.“

Aktuelles & Pressemitteilungen 2014

01.12.2014

Erneute Auszeichnung als „Onkologisches Spitzenzentrum“ für Ulmer Tumorzentrum

Von: Jörg Portius

CCCU ist eines von nur 13 deutschen Spitzenzentren

Die Deutsche Krebshilfe hat das Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) erneut als „Onkologisches Spitzenzentrum“ ausgezeichnet. Eine internationale Gutachterkommission bestätigte damit die hohe Qualität der fächerübergreifenden Versorgung von Krebspatienten sowie die herausragende Krebsforschung und eröffnet mit der erneuten Förderung weitere Entwicklungsmöglichkeiten. Das CCCU erhält für 2015 zunächst 750.000 Euro, im Falle einer erfolgreichen Zwischenbegutachtung erfolgt dann die Förderung über insgesamt vier Jahre mit einer Fördersumme von 3.0 Mio. Euro. Danach ist – wie bei allen geförderten Spitzenzentren – eine erneute Bewerbung erforderlich. Am Integrativen Tumorzentrum des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät werden jährlich mehr als 10.000 Krebspatienten nach medizinischen Leitlinien fächerübergreifend in einem umfassenden Netzwerk betreut.

 

Neue Behandlungsmöglichkeiten eröffnen

„Wir freuen uns, dass die Deutsche Krebshilfe die qualitativ hochwertige und innovative Versorgung unserer Patienten sowie die exzellente Krebsforschung im CCCU erneut positiv bewertet hat. Dies ist für uns Auszeichnung und Ansporn zugleich“, erklärt Prof. Dr. Hartmut Döhner, Sprecher des CCCU und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III. „Damit können wir unser Ziel, die Krebspatienten in der Region mit der für sie individuell am besten geeigneten Therapie zu versorgen und ihnen neue Behandlungsmöglichkeiten zu eröffnen, weiter konsequent verfolgen“, so Döhner.

Am CCCU wird für jeden Patienten von einem fächerübergreifenden Ärzteteam die individuell beste Therapie ausgearbeitet und nach medizinischen Leitlinien und verbindlichen Behandlungsstandards durchgeführt, in den die niedergelassenen Haus- und Fachärzte auf Wunsch einbezogen werden. „Die medizinische Versorgung ist am CCCU zudem eng mit der Forschung verbunden. So können wir Patienten früh mit innovativen Therapien unter Einsatz von neuesten Krebsmedikamenten behandeln“, sagt Prof. Dr. Thomas Seufferlein, Stellvertretender Sprecher des CCCU und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin I. „Ein wichtiger Meilenstein in der letzten Förderperiode war beispielsweise der Aufbau einer Gewebebank, einer sogenannten Biobank, eine wertvolle Ressource für die Forschungsaktivitäten am CCCU“, so Prof. Dr. Peter Möller, Leiter der CCCU-Biobank sowie Ärztlicher Direktor des Instituts für Pathologie.

 

Kooperationsvereinbarungen mit Krebsspezialisten

Psychosoziale Angebote, sportmedizinische Rehabilitation und die intensive Zusammenarbeit mit Pflege- und Palliativeinrichtungen, Selbsthilfegruppen sowie umliegenden Krankenhäusern und Schwerpunktpraxen ergänzen die medizinische Versorgung im ambulanten und stationären Bereich. „Wir haben in den vergangenen Jahren ein umfassendes Netzwerk aufgebaut, das Tumorpatienten und ihren Angehörigen in der Region vielfältige Unterstützung bietet. Daran wollen wir weiter arbeiten“, betont Prof. Dr. Jens Huober, Sekretär des CCCU und Leiter der Sektion Konservative Gynäkologische Onkologie in der Frauenklinik. Wir haben mittlerweile 73 Kooperationsvereinbarungen mit Krebsspezialisten in einem Radius von mehr als 100 km um Ulm/Neu-Ulm geschlossen, was die sektorenübergreifende, qualitativ hochwertige Versorgung unserer Patienten gewährleistet“, so Huober.

Die Deutsche Krebshilfe zeichnete das 2006 gegründete CCCU bereits 2009 erstmals als Onkologisches Spitzenzentrum aus, ein internationales Gremium von Krebsspezialisten aus den USA, England, Schweden, Schweiz und Deutschland begutachtete nun erneut turnusgemäß die Arbeit am Ulmer Tumorzentrum. Ziel des Förderprogramms der Deutschen Krebshilfe ist die deutschlandweite Verbesserung der Versorgung von Krebspatienten.

Das CCCU ist zudem von der Deutschen Krebsgesellschaft als „Onkologisches Zentrum“ zertifiziert. Bei diesem Gütesiegel steht u. a. die Überprüfung von Strukturen und Abläufen im Vordergrund, die für die Behandlungsqualität eine wichtige Rolle spielen.

 

Das Foto zeigt von links: Prof. Dr. Peter Möller, Prof. Dr. Hartmut Döhner, Prof. Dr. Thomas Seufferlein und Prof. Dr. Jens Huober. (Foto: Universitätsklinikum Ulm)

11/2014

140 Teilnehmer haben GCP-/AMG-Schulung 2014 erfolgreich absolviert

Musterlösung zur Wissensprüfung jetzt im Netz abrufbar!

 

Die GCP-Schulung für Prüfärzte/Stellvertreter/Mitglieder der Prüfgruppe für klinische Prüfungen nach dem Arzneimittelgesetz wurde in diesem Jahr von Herrn Prof. Schlenk, Leiter der Studienzentrale Innere Medizin III, in Zusammenarbeit mit dem CCCU-Qualitätszirkel zur Optimierung von Prozessen bei der Durchführung Klinischer Studien völlig neu konzipiert. Das bisher 8-stündige Programm wurde zu einer curricularen Fortbildung auf 16 Unterrichtsstunden erweitert, um den durch die Bundesärztekammer veröffentlichten Anforderungen vom 19.04.2013 zu entsprechen.

Neben der 2-tägigen Grundlagenschulung  konnte alternativ ein Refresher-Training im Umfang von 8 Stunden besucht werden. Dies wurde durch die Buchung einzelner Kursmodule ermöglicht.

Das neue Konzept sollte insbesondere die konkrete Umsetzung von GCP in Ulm mit viel Praxisbezug aufzeigen. Daher wurden die meisten Vortragenden aus den eigenen Reihen rekrutiert. Insbesondere die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Studienzentrale der Inneren Medizin III, der Apotheke und Herr PD Dr. Lenk, Geschäftsführer der Ethikkommission, engagierten sich hier außerordentlich. Allen Beteiligten sei an dieser Stelle ein großes Lob und ein herzliches Dankeschön ausgesprochen! Das Programm wurde durch zwei externe Redner abgerundet; insbesondere die Pharmakovigilanz aus der Sicht eines pharmazeutischen Unternehmens erlaubte völlig neue Einblicke in diese Thematik. 

Unter den insgesamt 140 Schulungsteilnehmern befanden sich 72 Ärztinnen/Ärzte (vom Assistenzarzt bis zum Ärztlichen Direktor) und 68 Study Nurses, Medizinische Dokumentarinnen/-e sowie Studienkoordinatorinnen/-en. Es waren nahezu alle onkologisch tätigen Abteilungen des Klinikums vertreten und es entstanden vielfach sehr fruchtbare Diskussionen und ein reger Gedankenaustausch zur Vorgehensweise in speziellen Situationen.

Alle Teilnehmer haben die modular gestaltete Wissensprüfung bestanden und erhielten ein, auch von der Ethikkommission der Universität Ulm, anerkanntes Teilnahmezertifikat. Ärztinnen und Ärzte konnten darüber hinaus durch die Teilnahme bis zu 16 Fortbildungspunkte der Landesärztekammer Baden-Württemberg erwerben.

Das CCCU wird im September/Oktober 2015 wieder eine 2-tägige GCP-/AMG-Schulung anbieten. Die Termine werden rechtzeitig bekannt gegeben.

Auf vielseitigen Wunsch der Teilnehmer veröffentlichen wir nachfolgend die Musterlösung zur diesjährigen Wissensprüfung.

Lösungen der Prüfungsaufgaben : 8.10.14, 15.10.14

 

 

10/2014

Forscher, Lehrer und Anwalt der Patienten

Prof. Hermann Heimpel im Alter von 84 Jahren verstorben


Professor Hermann Heimpel hat die Ulmer Universitätsmedizin entscheidend geprägt – in Forschung, Lehre und Selbstverwaltung. Am 7. Oktober ist der ehemalige Ärztliche Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin III (1969-1996) und frühere Prorektor der Universität im Alter von 84 Jahren gestorben. „Mit großer Betroffenheit haben wir vom Tod Professor Heimpels erfahren. Als Arzt, höchst angesehener Forscher und akademischer Lehrer war er der Universitätsmedizin weit über den Ruhestand hinaus eng verbunden. Nicht nur im Kollegenkreis wurde er aufgrund seiner wissenschaftlichen Reputation sowie seiner menschlichen Qualitäten sehr geschätzt“, sagt Universitätspräsident Professor Karl Joachim Ebeling. Erst im Mai war der international renommierte Hämatologe und Onkologe vom Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann mit dem Landesverdienstorden ausgezeichnet worden – vor allem für seinen Beitrag zur verbesserten Versorgung von Krebspatienten in Baden-Württemberg, auch durch den Aufbau des Ulmer Tumorzentrums und des Landesbeirats Onkologie.

 

„Professsor Heimpel war eine großartige Persönlichkeit. Wie kaum ein anderer hat er die Hämatologie und Onkologie in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten geprägt. Er war nicht nur außergewöhnlicher Arzt, neugieriger Wissenschaftler, engagierter Lehrer und universitärer Visionär, sondern vor allem ein wunderbarer Mensch. All dies bis zuletzt für alle die ihn kannten, für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unserer Klinik, für seine ehemaligen Schüler und für seine Studenten. Wir alle werden ihn sehr vermissen!“, so Professor Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III und Nachfolger von Hermann Heimpel.

 

Professor Hermann Heimpel hat Medizin in Göttingen, Heidelberg, Innsbruck und Freiburg studiert. Seine internistische Facharztausbildung absolvierte er in Freiburg bei Professor Ludwig Heilmeyer, dem späteren Gründungsrektor der Uni Ulm. Ihm folgte der mittlerweile habilitierte Hämatologe 1969 an die noch junge Hochschule, wo er der erste Lehrstuhlinhaber und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III wurde. Als Wissenschaftler widmete sich Heimpel Bluterkrankungen wie Leukämien und seltenen angeborenen Formen der Blutarmut – etwa Panmyelopathien und Aplastischen Anämien. Gemeinsam mit Dr. Klaus Schwarz vom Institut für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik hat er zum Beispiel das Gen entdeckt, das bei der Congenitalen Dyserythropoetischen Anämie (CDA) verändert ist. Darüber hinaus trug Heimpel zur besseren Diagnostik und Therapie der Agranulozytose – gekennzeichnet durch Versagenszustände der Blutbildung – und bestimmter Leukämien bei. Weiterhin bemerkenswert: Mit den Professoren Theodor Fliedner und Enno Kleihauer etablierte er die Knochenmarktransplantation in Ulm.

 

Der Verstorbene war Mitglied in nationalen sowie internationalen Gremien – zu nennen ist etwa der Vorsitz der deutschen Gesellschaft für Hämatologie (1990-1996) – und Herausgeber der Fachzeitschrift „Blut“. Kurzum: Die Leistungsfähigkeit seiner Abteilung ebnete den Weg für die DFG-Forschergruppe experimentelle und klinische Leukämieforschung sowie die Sonderforschungsbereiche „Zellsystemphysiologie“ (112) und „Lympho-Hämopoese“ (322).

 

Abseits der Forschung war Professor Hermann Heimpel die Patientenorientierung besonders wichtig. Im Alter von über 80 Jahren engagierte er sich als Patienten-Ombudsperson am Universitätsklinikum und hatte stets ein offenes Ohr für die Sorgen und Anliegen der Kranken, die er gegenüber Ärzten und der Klinikverwaltung vertrat. Diese ethische Kompetenz wollte der Hämatologe, der die Medizinische Fakultät in Ulm mit aufgebaut hat und Gründer sowie Vorsitzender der Unterrichtskommission Medizin war, seinen Studierenden vermitteln. Er führte zum Beispiel die Vorlesung „Klinik für Vorkliniker“ mit Patientenvorstellungen ein und gab im Umgang mit Schwerkranken das beste Vorbild ab. Hermann Heimpel, der von 1970 bis 1982 Studiendekan in der Medizin war, hielt bis ins hohe Alter Vorlesungen für angehende Ärzte.

 

Beachtlich war auch sein Engagement in der universitären Selbstverwaltung: Von 1983 bis 1985 war Hermann Heimpel Dekan der Medizinischen Fakultät und gehörte dem Senat an, der die Wissenschaftsstadt auf den Weg brachte. Als Prorektor (1989-1991) gestaltete er zudem den Ausbau der Universität entscheidend mit. In diesem Zusammenhang wurde Heimpel 1997 das Bundesverdienstkreuz verliehen – eine seiner zahlreichen Auszeichnungen.

 

Professor Hermann Heimpel, der ursprünglich Landarzt werden wollte, war bis vor kurzem fast täglich im Klinikum anzutreffen. Die Ulmer Universitätsmedizin trauert um einen Arzt, Wissenschaftler und Patientenfreund, der seinesgleichen sucht.

 

 

26.09.2014

Uni Ulm wieder beste junge Uni Deutschlands!

Weltweites QS-Ranking bestätigt Spitzenposition

 

Erneut wurde die Universität Ulm als beste junge Universität Deutschlands ausgezeichnet. Nach dem jüngsten Erfolg im Times Higher Education Ranking „THE One Hundred Under Fifty“ hat nun auch das internationale QS University Ranking „Top 50 Under 50“ für 2014/15 die Spitzenposition der Ulmer Uni bestätigt. Mit Rang 17 – weltweit – belegt sie Platz 1 der jungen Universitäten in Deutschland, deutlich vor der Uni Konstanz (Rang 35) und der Uni Bremen (Rang 45). Im Vergleich zum Vorjahr, als Ulm erstmals in einem weltweiten Ranking als beste deutsche junge Uni gelistet wurde, hat sich die schwäbische Uni zwischen Alb und Donau im QS-Ranking 2013 um einen Platz verbessert und dabei den Abstand zur Uni Konstanz weiter ausgebaut. „Dass wir nun zum dritten Mal in einem renommierten internationalen Ranking als beste junge Uni Deutschlands abgeschnitten haben zeigt dass unsere Bemühungen zur Stärkung von Forschung und Lehre nun längerfristige Effekte zeigen und die guten Ergebnisse aus den bisherigen Rankings keine zufälligen Ausreißer waren“, so der Ulmer Universitätspräsident Professor Karl Joachim Ebeling.

 

Im internationalen Spitzenfeld behaupten sich wieder zahlreiche asiatische Universitäten. Mit der Nanyang Technological University (NTU), der Hong Kong University of Science and Technology (HKUST) und dem Korea Advanced Institute of Science & Technology (KAIST) führen Universitäten aus Singapur, Hong Kong und Südkorea die QS-Liste der jungen Hochschuleinrichtungen an. Beste junge europäische Universität ist mit Rang 6 die niederländische Universität Maastricht und damit einen Platz besser als der nordamerikanische Spitzenreiter, die University of California (Irvine) mit Platz 7. Gemessen werden für das QS University Ranking - auf der Grundlage von weltweiten Befragungen - die Reputation der Einrichtungen bei Wissenschaftlern sowie das Ansehen bei Unternehmen. Einfluss auf das Ergebnis hat zudem das Betreuungsverhältnis von Lehrenden und Studierenden sowie die Zitationen je Wissenschaftler für die letzten fünf Jahre, ermittelt über einen Zitate-Index der Datenbank Scopus. Ein weiteres Messkriterium ist der Internationalisierungsgrad der Universität, der über den internationalen Anteil an Studierenden und am Personal ermittelt wird.

 

Die Universität Ulm erreichte über diese Kriterien eine Gesamtpunktzahl von 46,2 Punkten, wobei verschiedene Indikatoren unterschiedlich gewichtet sind und hier die wissenschaftliche Reputation am stärksten ins Gewicht fällt. Im weltweiten QS World University Ranking aller Universitäten, bei dem die jungen Hochschulen auch mit den weltweit renommierten Traditionsuniversitäten konkurrieren müssen, landete die Uni Ulm damit auf der Liste der TOP 800 weltweit immerhin auf Platz 249 und im nationalen Vergleich sogar auf Platz 16 (von 44) vor den Universitäten Stuttgart, Konstanz und Mannheim.

Verantwortlich: Andrea Weber-Tuckermann

 

Hintergrund – Quelle Wikipedia

Das QS World University Rankings ist ein weltweites Hochschulranking, das die QS Quacquarelli Symonds seit dem Jahr 2004 durchführt. Die Firma QS, gegründet vom Wharton School-Absolventen Quacquarelli, ist weltweit im Bereich Bildung/Auslandsstudium tätig und betreibt mit 150 Mitarbeitern Büros in London, Paris, Singapore, Shanghai, Boston, Washington DC, Johannesburg und Alicante.

Die Universität Ulm, 2014 im Times Higher Education Ranking „THE One Hundred under Fifty“ als beste junge Uni Deutschlands ausgezeichnet (weltweit auf Rang 16), ist die jüngste Uni in Baden-Württemberg. Sie wurde 1967 als Medizinisch-Naturwissenschaftliche Hochschule gegründet. Seither ist das Fächerspektrum deutlich erweitert worden. Die zurzeit rund 10 000 Studentinnen und Studenten verteilen sich auf vier Fakultäten („Medizin“, „Naturwissenschaften“, „Mathematik und Wirtschaftswissenschaften“ sowie „Ingenieurwissenschaften und Informatik“).

Die Universität Ulm ist Motor und Mittelpunkt der Wissenschaftsstadt, in der sich ein vielfältiges Forschungsumfeld aus Kliniken, Technologie-Unternehmen und weiteren Einrichtungen entwickelt hat. Als Forschungsschwerpunkte der Universität gelten

Lebenswissenschaften und Medizin, Bio-, Nano- und Energiematerialien, Finanzdienstleistungen und ihre mathematischen Methoden sowie Informations-, Kommunikations- und Quanten-Technologien.

Hohe europäische Auszeichnung für Ulmer Krebsforscher

Von: Petra Schultze

Prof. Dr. Hartmut Döhner

v.l. Christine Chomienne (EHA President), Prof. Dr. Hartmut Döhner_Foto: EHA

Prof. Dr. Hartmut Döhner erhält heute in Mailand eine der höchsten europäischen Auszeichnungen in der Krebsforschung. Die Europäische Fachgesellschaft für Hämatologie (European Hematology Association, EHA) verleiht dem Ulmer Wissenschaftler und Ärztlichen Direktor der Universitätsklinik für Innere Medizin III für seine international wegweisende Forschung den EHA – José Carreras Award. Schwerpunkte der wissenschaftlichen Arbeit des Preisträgers sind die zwei häufigsten Leukämien im Erwachsenalter, die akute myeloische und die chronische lymphatische Leukämie (AML/CLL).

 

Am Anfang jeder innovativen Therapie steht die Forschung

„Ich freue mich sehr über diese Auszeichnung, die für unsere wissenschaftliche Arbeit in Ulm ein weiterer großer Ansporn ist. Am Anfang jeder innovativen Therapie steht die Forschung. Wir wollen die Grundlagenforschung, die klinische Forschung und die Weiterentwicklung von Therapiestandards eng miteinander verknüpfen, um Menschen zu helfen“, so Preisträger Professor Döhner.

Der international renommierte Krebsforscher, der zugleich Vizepräsident für Medizin und Diversity der Universität Ulm ist, hat u. a. genetische Veränderungen bei Leukämien identifiziert. Mit ihrer Hilfe können für jeden Patienten Prognosen über den Krankheitsverlauf und den Erfolg verschiedener Therapien erstellt werden. Die Forschungsergebnisse des Ulmer Hämatologen sind auch maßgeblich in die international verwendeten Leitlinien zur Leukämietherapie eingeflossen. Professor Döhner ist Sprecher des von der Deutschen Forschungsgemeinschaft geförderten Ulmer Sonderforschungsbereichs „Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien“. Er leitet zudem die weltweit führende deutsch-österreichische AML-Studiengruppe. Als Sprecher des Integrativen Tumorzentrums Ulm CCCU arbeitet er täglich an der innovativen fächergreifenden Versorgung von Krebspatienten. Seit 1999 versorgt er als Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III Patienten mit Erkrankungen des blutbildenden und lymphatischen Systems, mit Krebs-, Infektions- und rheumatischen Erkrankungen.

 

Nachhaltige und zukunftsträchtige Forschungsleistungen

Die Forschungsergebnisse des in Bad Kreuznach geborenen Preisträgers erscheinen regelmäßig in renommierten Fachjournalen. Professor Döhner, der bereits in Heidelberg und Minnesota (USA) forschte, wurde bereits mit hochrangigen internationalen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Anita und Cuno Wieland-Preis und dem Wilhelm Warner-Preis. Professor Döhner ist zudem Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.

Der EHA – José Carreras Award wird seit 1999 für nachhaltige und zukunftsträchtige Forschungsleistungen im Gebiet der Hämatologie verliehen. Der Preis ist eine der höchsten internationalen Auszeichnungen des Fachgebiets, er ist nicht dotiert. Die Preisträgerschaft ist mit einem zentralen Vortrag auf dem Europäischen Hämatologenkongress verbunden, der vom 12.-15. Juni in Mailand stattfindet.

 

Meistergitarrist Joscho Stephan sorgt bei Patienten für große Begeisterung

Gypsy-Swing für schwerkranke Krebspatienten

50  Patienten und Mitarbeiter der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III erlebten gestern, Dienstag, den 27. Mai,  einen ganz besonderen Abend: Der renommierte Gitarrist Joscho Stephan gab mit seinem Trio ein Konzert in der Klinik. Normalerweise tritt der Visionär des modernen Gypsy-Swings bei großen deutschen und europäischen Festivals auf, gestern Abend war er für Menschen da, die aufgrund ihrer Erkrankung nicht auf Konzerte gehen können.

 

Kraft für Therapie tanken

Mit seiner mitreißenden Musik, die Gypsy Swing mit Latin, Klassik und Pop verbindet, sorgte Joscho Stephan mit seinen Mitspielern Günter Stephan (Rhythmusgitarre) und Max Schaaf (Kontrabass) für besondere Abwechslung vom Klinikalltag. Die virtuose Musik war dabei genauso ein Genuss wie die herzliche Art der Musiker. „Unterhaltung und Freude sind sehr wichtig, um Kraft für eine Therapie zu tanken und wieder gesund zu werden“, sagt Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III, in der Patienten mit Erkrankungen des blutbildenden Systems, Krebsleiden und Infektionskrankheiten behandelt werden. Assistenzarzt Dr. Florian Kuchenbauer und weitere  Mitarbeiter der Klinik für Innere Medizin III organisieren für die Patienten immer wieder Veranstaltungen mit bekannten Künstlern, in den vergangenen Jahren waren bereits Max Raabe und Rola el Halabi zu Gast.

 

Joscho Stephan

Der Gitarrist Joscho Stephan veröffentlichte sein erstes Album 1999 beim angesehenen Label Acoustic Music Records. Inzwischen hat der gebürtige Mönchengladbacher seine sechste CD herausgebracht und spielt auf populären Festivals in Deutschland und Europa. In den USA gab er Konzerte u.a. in der Musikhauptstadt Nashville und dem New Yorker Kultjazzclub Birdland.

Prof. Hartmut Döhner ist neuer Vizepräsident für Medizin und Diversity an der Uni Ulm

Neuer Vizepräsident für Medizin und Diversity an der Uni Ulm:

Prof. Hartmut Döhner tritt Debatin-Nachfolge im Präsidium an

Professor Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III, wird neuer Vizepräsident für Medizin und Diversity an der Universität Ulm. Der Internist folgt auf Professor Klaus-Michael Debatin, der dieses Amt seit 2010 ausgefüllt hat. Debatin ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und darüber hinaus seit Oktober 2013 Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums. Auf diese beiden Aufgaben wird er sich in Zukunft konzentrieren. „Ich danke Professor Debatin für seine erfolgreiche Amtszeit als Vizepräsident und bin sehr froh, die hervorragende Zusammenarbeit mit ihm als Klinikdirektor fortführen zu können“, sagt Universitätspräsident Professor Karl Joachim Ebeling.

 

Der neue Vizepräsident Hartmut Döhner ist  für drei Jahre einstimmig vom Senat gewählt und jetzt auch vom Universitätsrat bestätigt worden. „Für die erfolgreiche Weiterentwicklung der Universität Ulm, insbesondere in der Medizin und in den Lebenswissenschaften, ist es enorm wichtig, dass wir mit Professor Döhner einen sowohl in der Forschung als auch in der Krankenversorgung hervorragend ausgewiesenen Fachvertreter gewinnen konnten“, so Ebeling. Er freue sich auf die Zusammenarbeit. 

 

Hartmut Döhner ist ein international renommierter Krebsforscher. Schwerpunkte seiner wissenschaftlichen Arbeit sind akute myeloische und chronische lymphatische Leukämien (AML/ CLL) – das sind die häufigsten Blutkrebsarten im Erwachsenenalter. Der Mediziner hat genetische Veränderungen bei Leukämien identifiziert, durch die sich Krankheitsverlauf  und Therapieerfolg einschätzen lassen. So kann für jeden Patienten ein Risikoprofil erstellt und entschieden werden, welche Behandlung am ehesten zielführend ist. International verwendete Leitlinien für die Therapie von Leukämien basieren auch auf Hartmut Döhners wissenschaftlichen Erkenntnissen. Mit dem Ziel neue Therapieansätze zu identifizieren, erforscht der gebürtige Bad Kreuznacher Ursachen der akuten myeloischen Leukämie und leitet die deutsch-österreichische AML-Studiengruppe (AMLSG) – eine der weltweit führenden Zusammenschlüsse in diesem Bereich.

An seiner Heimatuniversität  ist  der Krebsforscher Sprecher des Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) und des Sonderforschungsbereichs 1074 „Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien“.

 

Professor Döhner hat in Regensburg, Freiburg und im französischen Montpellier Medizin studiert. Seine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin sowie zum Hämatologen und internistischen Onkologen durchlief er am Universitätsklinikum Heidelberg. Ende der 1980-er Jahre erforschte Döhner mit einem Stipendium der Deutschen Krebshilfe die Genetik von Krebserkrankungen an der University of Minnesota (USA). Die Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III (Schwerpunkte: Hämatologie, Onkologie, Palliativmedizin, Rheumatologie und Infektionskrankheiten) leitet er seit 1999.


Auszeichnungen wie der Anita- und Cuno Wieland Preis, der Wilhelm Warner-Preis sowie vielzitierte Beiträge in angesehenen Journals belegen Döhners wissenschaftliche Exzellenz. Dazu kommen Mitgliedschaften in nationalen und internationalen Gremien und Fachgesellschaften. Seit 2012 ist Hartmut Döhner außerdem ordentliches Mitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften.
Für seine Amtszeit als Vizepräsident hat er genaue Vorstellungen: „Um die nationale und internationale Wettbewerbsfähigkeit zu erhalten und weiter auszubauen, ist eine klare Profilbildung in der Medizin und den Lebenswissenschaften notwendig, diese sehe ich in Ulm vor allem in den Bereichen Hämatologie und Onkologie, Traumaforschung, Alterungsprozesse und Neurodegeneration. Für die strukturelle Stärkung des Standortes werden wir uns gemeinsam bemühen, die Ansiedlung eines außeruniversitären Forschungsinstituts in der Medizin voranzubringen.“

 

Weitere Informationen: Prof. Dr. Hartmut Döhner (Sekretariat : Dagmar Franz): 0731/500-45501

Verantwortlich: Annika Bingmann

 

23.01.2014

Neue Hoffnung bei Leukämie und Lymphknotenkrebs

Ulmer Ärzte bei der erfolgreichen Entwicklung eines Krebsmedikaments beteiligt

Am Donnerstag, den 23.01.2014 wurden in der renommierten Fachzeitschrift „New England Journal of Medicine“ gleich zwei Artikel unter Mitwirkung von Ärzten des Universitätsklinikum Ulm veröffentlicht, die Studienergebnisse eines neuen Krebsmedikamentes zeigen. In beiden Fällen wurde das Medikament Idelalisib, eine neuartige, gezielte Behandlung bei Patienten mit Erkrankungen des lymphatischen Systems getestet, bei denen eine normale Chemotherapie nicht mehr möglich ist.

 

Mit einer Standardtherapie, die in der Regel aus einer Kombination von Chemotherapie und einem Antikörper (=Eiweißstoff, der direkt gegen ein Oberflächenprotein der Krebszelle gerichtet ist) besteht, können Krebserkrankungen des lymphatischen Systems zunächst erfolgreich behandelt werden, allerdings zumeist ohne Heilung. Ist diese Standardtherapie aber nicht mehr möglich oder wirksam, ist die Prognose dieser Erkrankungen schlecht.

In den beiden neuen Studien wurde das Medikament Idelalisib untersucht. Dabei handelt es sich um ein neuartiges Wirkprinzip, bei dem die sogenannte Delta-Untereinheit eines Enzyms mit dem Namen Phosphoinositol-3-Kinase (PI3K-delta) gehemmt wird. Diese ist wiederum für viele wichtige Stoffwechselvorgänge in der Tumorzelle verantwortlich, speziell aber auch für eine Signalübertragung des B-Zell-Rezeptors, die für das Überleben von lymphatischen Krebszellen notwendig ist. Durch diesen gezielten Ansatz ist das Nebenwirkungsprofil von Idelalisib wesentlich günstiger als von einer Chemotherapie. Die häufigste Nebenwirkung dieses Medikaments, das im Gegensatz zu herkömmlichen Therapien in Tablettenform verabreicht wird, sind Durchfälle.

In der ersten Studie wurden Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) behandelt, bei denen eine Standardchemotherapie nicht mehr eingesetzt werden konnte. Die CLL ist die häufigste Leukämieerkrankung in Deutschland, und hat oft einen langjährigen Verlauf, insbesondere, wenn die Standardchemotherapie verabreicht werden kann. In dieser Studie wurden aber Patienten behandelt, die aufgrund Ihrer Begleiterkrankungen oder aufgrund vorheriger Behandlung keine Chemotherapie erhalten können. In zwei Gruppen erhielten Patienten, die im Mittel bereits drei Rückfälle erlitten haben, entweder die Kombination aus Idelalisib und einem Antikörper oder einen Antikörper und Plazebo (=Scheinmedikament). Falls in der zweiten Gruppe keine Wirksamkeit zu verzeichnen war, konnten auch diese Patienten das neue Medikament erhalten („cross over“). Der Behandlungserfolg war zwischen beiden Gruppen sehr unterschiedlich, so wurde die Ansprechrate mit Idelalisib von 13% auf 81% gesteigert, und die Zeit bis zum erneuten Fortschreiten der Erkrankung mehr als verdoppelt. Besonders erfreulich ist, dass auch Patienten mit einer speziellen genetischen Veränderungen, dem Verlust des Chromosomenarms 17p („17p Deletion“), die mit einer sehr schlechten Prognose einhergeht, in dieser Studie ähnlich gut profitierten wie die übrigen Patienten. Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer, Leitender Oberarzt der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III, sagte hierzu „Die Entwicklung innovativer, gezielt wirksamer und gut verträglicher Medikamente wie Idelalisib bietet neue Hoffnung für Krebspatienten“.

In der zweiten Studie wurden Patienten mit follikulärem Lymphom behandelt. Das follikuläre Lymphom tritt häufig bei älteren Patienten auf, und gilt als zweithäufigste Lymphomart in Europa. Auch hier gibt es bereits erfolgreiche Behandlungsansätze mit der Kombination aus Chemotherapie und Antikörpertherapie. Wenn diese Therapie allerdings nicht mehr anspricht, oder es innerhalb von 6 Monaten nach Therapieende zu einem Rückfall kommt, ist die Prognose schlecht. 125 Patienten, die bereits im Median 4 Rückfälle ihrer Erkrankung hatten, und bei denen Chemo- und Antikörpertherapie kürzer als 6 Monate angesprochen hatten, erhielten Idelalisib als Tablettentherapie. Bei 57% dieser Patienten zeigte sich eine Rückbildung ihrer Lymphome um mehr als 50%. Die Dauer des Ansprechens beträgt im Median bei 12,5 Monate, wobei etwa ein Drittel der Patienten in der Studie noch weiterhin mit dem Medikament behandelt wird. „Idelalisib ist ein Vertreter aus einer neuen Generation von Krebsmedikamenten, die aufgrund Ihrer guten Verträglichkeit und Darreichung in Tablettenform die Therapie von Krebserkrankungen des lymphatischen Systems in den nächsten Jahren grundlegend verändern werden“ sagte PD Dr. Andreas Viardot, ebenfalls Oberarzt der Klinik für Innere Medizin III.

Die Universitätsklinik Ulm mit ihrer besonderen Expertise und Infrastruktur bietet Patienten mit schweren Erkrankungen die Möglichkeit, in gut überwachten klinischen Studien früh Zugang zu innovativen Therapien zu erhalten. Die beiden Studien könnten aber schon in absehbarer Zeit die therapeutischen Möglichkeiten für alle Patienten erweitern, zumal die Firma Gilead Sciences aufgrund dieser Daten eine Zulassung des Medikamentes in Europa und USA beantragen wird.

20.01.2014

Welche Leukämie-Therapie hilft wirklich?

Von: Petra Schultze

José Carreras Leukämie-Stiftung fördert Ulmer Forschungsprojekt

Wissenschaftler um den Ulmer Krebsforscher Dr. Daniel Mertens wollen für Leukämiepatienten eine neue Diagnosemethode entwickeln. Ziel ist, genauer voraus zu sagen, ob bei der Chronischen Lymphatischen Leukämie (CLL) eine Standardbehandlung helfen wird oder sofort eine alternative Therapie gewählt werden muss. Damit ließen sich erfolglose Behandlungen von vorneherein vermeiden. Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. fördert die Arbeit an der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III für die kommenden drei Jahre mit rund 150.000 Euro.

Patienten wenig erfolgversprchende Therapien ersparen

Die Chronische Lymphatische Leukämie ist die häufigste Blutkrebsart in der westlichen Welt. Einem großen Teil der Betroffenen können inzwischen standardisierte Therapien helfen, bei rund zehn Prozent bleiben diese aber erfolglos. „Wüsste man von Anfang an, welchen Patienten die gängigen Therapien nicht helfen, könnte man ihnen direkt andere innovative Behandlungsmöglichkeiten anbieten und ihnen so Nebenwirkungen und wenig Erfolg versprechende Therapien ersparen“, erläutert Dr. Daniel Mertens. Dazu will er mit seinem Team beitragen.

 

Die Wissenschaftler nutzen dafür die „Verpackung“ des Erbguts der Krebszellen. Diese Verpackung, ein hochkomplexes Netz von Strukturabwandlungen der Erbinformation selbst und der mit ihr verbunden Eiweiße, erzählt wie ein Tagebuch sehr viel über die Leukämiezelle. Daraus lassen sich wiederum Aussagen über mögliche Reaktionen auf bestimmte Therapien ableiten. „Die Kunst besteht darin, dieses Tagebuch richtig zu lesen. Dafür gibt es erst jetzt die nötigen technischen Möglichkeiten. Wir können nun kleinste Veränderungen an fast einer halben Million Positionen in der gesamten Erbinformation auswerten“, so Mertens.

Aussagekraft der "Verpackung" des Erbguts nutzen

Bisher nutzt man bereits das Erbgut selbst, um die Wirkung von Krebstherapien vorherzusagen. „Die Verpackung des Erbguts, die so genannte ‚Epigenetik’, ist aber viel variabler und deshalb aussagekräftiger. Die neuen Methoden, mit der wir die Informationen aus der Verpackung lesen, sind inzwischen wenig störanfällig und sehr robust“, erläutert der Krebsforscher, der in seinem Projekt mit Prof. Dr. Christoph Plass, dem Leiter der Abteilung für Epigenomik und Krebsrisikofaktoren am Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg, zusammenarbeitet.

 

Für seine Forschung nutzt Dr. Mertens in Kooperation mit Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer, Geschäftsführender Oberarzt der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III, Gewebeproben der in ihrer Aussagekraft international renommierten Biobank für Leukämien an dieser Klinik (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Hartmut Döhner): Um die Entwicklung neuer Krebsdiagnostik und -therapien zu unterstützen, haben viele Patienten einer streng anonymisierten Nutzung von Tumorgewebeproben zugestimmt. Dr. Mertens ist optimistisch, dass seine Forschung in einigen Jahren den Schritt in die klinische Anwendung und damit zu den Leukämiepatienten schafft. Bei Metastasen unbekannter Herkunft und bei kindlichen Kopftumoren werden die neuen epigenetischen Diagnosemöglichkeiten bereits in Studien eingesetzt.

 

„Die Forschungsarbeit von Dr. Mertens ist ein Beispiel für ein in eine gute Kooperation eingebettetes Projekt und die Bedeutung von Biodatenbanken“, so Dr. Gabriele Kröner, Geschäftsführender Vorstand der José Carreras Leukämie-Stiftung. „Ein grundsätzliches wichtiges Thema und Anliegen der aus Spenden finanzierten José Carreras Leukämie-Stiftung ist es, Therapien grundsätzlich für den Patienten nebenwirkungsärmer zu gestalten oder -  wie im Projekt von Dr. Mertens – Verfahren zu entwickeln, die es erlauben, bereits frühzeitig zu erkennen, dass eine bestimmte Therapieform gegebenenfalls keine Option darstellt.“   

  

Die José Carreras Leukämie-Stiftung e.V.

1987 erkrankte José Carreras an Leukämie. Aus Dankbarkeit über die eigene Heilung gründete er 1995 die gemeinnützige Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. und anschließend die zugehörige Stiftung. Seither wurden fast 1000 Projekte finanziert, die den Bau von Forschungs- und Behandlungseinrichtungen, die Erforschung von Leukämie und ihrer Heilung sowie die Arbeit von Selbsthilfegruppen und Elterninitiativen zum Ziel haben. Die Deutsche José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. ist Träger des DZI Spenden-Siegels, dem Gütesiegel im deutschen Spendenwesen. Die José Carreras Gala ist dank der Unterstützung vieler Prominenter mit über 100 Millionen Euro Spenden die langfristig erfolgreichste Benefiz-Gala im deutschen Fernsehen.

 

Weitere Informationen zur Forschung von Dr. Daniel Mertens:

www.mertens-lab.de

http://tinyurl.com/mertens-ulm

 

Diese Mitteilung geben wir in Zusammenarbeit mit der José Carreras Leukämie-Stiftung e.V. heraus.

 

Aktuelles & Pressemitteilungen 2013

Flyer KompetenzZentrum Palliative Care Baden-Württemberg

News 18.11.2013

Eröffnung des Kompetenzzentrums Palliative Care Baden-Württemberg

Von: Petra Schultze

Palliative Care als umfassendes Betreuungskonzept wird in den nächsten Jahren an Bedeutung gewinnen. Um dieser Entwicklung Rechnung zu tragen, haben das Land Baden-Württemberg und die fünf medizinischen Fakultäten einen Kooperationsverbund eingerichtet: das Kompetenzzentrum Palliative Care Baden-Württemberg. Im November 2013 wurde das Kompetenzzentrum in Anwesenheit des Rektors der Universität Freiburg, Prof. Dr. Dr. h.c. Hans-Jochen Schiewer, des Ministerialrats Hartmut Schrade (Wissenschaftsministerium Baden-Württemberg) und des Ministerialrats Jürgen Wuthe (Sozialministerium Baden-Württemberg) eröffnet.

Wissenschaft und Praxis verbinden

Das vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg geförderte Kompetenzzentrum Palliative Care soll die Integration von Palliative Care in einen universitären Kontext von Forschung und Lehre unterstützen. Darüber hinaus soll es eine standortübergreifende Plattform zur Vernetzung der medizinischen Fakultäten untereinander sowie zu außeruniversitären Einrichtungen bieten. „Das Kompetenzzentrum Palliative Care Baden-Württemberg versteht sich als Initiator und Impulsgeber für einen interdisziplinären Dialog von palliativmedizinischer Wissenschaft und Praxis auf regionaler und landesweiter Ebene“, so die Leiterin des Kompetenzzentrums, Prof. Dr. Gerhild Becker, Ärztliche Direktorin der Klinik für Palliativmedizin des Universitätsklinikums Freiburg.

Gemeinsame Forschungsprojekte

In Ulm werden Palliativpatienten seit April 2009 auf einer eigenen Station mit acht Betten innerhalb der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III von einem hochspezialisierten berufsübergreifenden Team betreut. Um die Versorgung von Palliativpatienten landesweit noch weiter zu verbessern, muss die Forschung in diesem Bereich weiter vorangetrieben werden und die Ausbildung der heutigen und der zukünftigen Ärzte und Fachkräfte ausgebaut werden. Dazu bietet das Kompetenzzentrum Palliative Care die besten Voraussetzungen. Ein erstes zentrales Projekt des Zentrums ist eine gemeinsame Studie, in der Patienten mit fortgeschrittenen Tumorerkrankungen zusätzlich zur onkologischen Therapie früh psychologische und sozialberaterische Unterstützung sowie onkologische Sport- und Rehabilitationskurse angeboten werden.

Palliative Care ist die internationale Bezeichnung für das Konzept einer umfassenden Betreuung von Patienten und ihren Familien, die mit den Problemen einer unheilbaren und zum Tode führenden Erkrankung konfrontiert sind. Die palliativmedizinische Betreuung konzentriert sich auf die bestmögliche medizinische, pflegerische, psychosoziale und spirituelle Behandlung und Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen sowie ihrer Angehörigen durch ein multiprofessionelles Team. Ziel ist die weitgehende Linderung der Symptome und Verbesserung der Lebensqualität der Betroffenen – in welchem Umfeld und in welchem Umfang auch immer diese es wünschen.

Diese Information geben wir in Zusammenarbeit mit der Unternehmenskommunikation/Pressestelle des Universitätsklinikums Freiburg heraus.

Hans-Joachim Seuferlein; Dr. Sabine Schwenk; Prof. Dr. Hartmut Döhner; Heidi Bauder Mißbach; Elisabeth Kirchner; Patientin Brigitte Berger; Prof. Dr. Richard Schlenk; Rick Pieger, (von links).

News 12.11.2013

Die Lebensqualität verbessern

Pflegekräfte, Ärzte und AOK im gemeinsamen Kampf gegen die durch Chemotherapie verursachte Polyneuropathie

Am Dienstag, 12. November, stellten Vertreter der Ulmer Universitätsmedizin und der AOK Ulm-Biberach in einer gemeinsamen Pressekonferenz das zukunftsweisende „VAT“ – Viv-Arte® Trainingskonzept vor, das Krebspatienten im Kampf gegen die Polyneuropathie hilft. Hierbei handelt es sich um eine besonders tückische Nervenerkrankung, die als schwere Nebenwirkung einer Chemotherapie auftreten kann. Entwickelt wurde das ebenso einzigartige wie bahnbrechende Trainingskonzept „VAT“ von Pflegekräften der Ulmer Universitätsmedizin.

Einen großen Anteil bei der Ausarbeitung des Vertrags und der Realisierung des Projekts für die ambulante Versorgung im Universitätsklinikum Ulm hatte die AOK Ulm-Biberach. Beide Partner ließen sich während der jeweils langen und aufwändigen Prozesse von einem gemeinsamem Ziel leiten: die Lebensqualität von schwerkranken Krebspatienten zu verbessern.

„Die Chemotherapie-induzierte Polyneuropathie ist eine Nervenerkrankung mit schweren Einschränkungen der Bewegungsfähigkeit. Damit sind erhebliche Auswirkungen auf die Lebensqualität und die Mobilität von Patienten verbunden“, verdeutlicht Prof. Dr. Richard F. Schlenk aus der Klinik für Innere Medizin III, der insbesondere das strukturierte Behandlungs- und Dokumentationskonzept von „VAT“ vorangetrieben hat. Er ergänzt: „Die Missempfindungen treten vor allem an den Händen und Füßen auf. Sie werden häufig als Kribbeln oder Taubheitsgefühle wahrgenommen, die u.a. zu fehlendem Feingefühl in den Fingern führen können. Das kann soweit gehen, dass z.B. Hemdknöpfe nicht mehr geschlossen und Flaschen nicht mehr geöffnet werden können. Besondere Gefahren lauern beispielsweise beim Treppensteigen, da auch koordinative Fähigkeiten verloren gehen. Hier bietet das VAT-Trainingskonzept ideale Möglichkeiten zum Gegensteuern.“

 

Erleichterung im Alltag

Was genau beinhaltet das Programm, das von Prof. Dr. Richard Schlenk, Silja Mack und Elisabeth Kirchner, Klinik für Innere Medizin III, im Rahmen einer Pilotstudie wissenschaftlich ausgewertet wurde und für das die José Carreras Leukämie-Stiftung 161.000,- Euro zur Verfügung stellte? „VAT“ kombiniert eine integrative, passive Mobilisation aller Gelenke der betroffenen Körperregionen, ein Vibrationstraining mit der so genannten Galileo® Vibrationsplattform und ein spezielles Training von Haltung und Beweglichkeit zur Verbesserung der Koordination. Hinzu kommt außerdem ein Funktionstraining zur Verbesserung von Alltagshandlungen.

 

Innovative Versorgung zum Wohl der Patienten

Das Wissen um eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität von betroffenen Patienten war auch für die AOK Ulm-Biberach ein ganz entscheidender Grund für ihr Engagement: „Die AOK Baden-Württemberg ist bei der Entwicklung von neuartigen Versorgungsprogrammen ein Innovationstreiber. Auf landesweiter Ebene haben wir mit flächendeckenden Hausarzt- und Facharztverträgen viel für eine optimierte Versorgung der Patienten und eine zufriedenstellende Arbeitssituation für Ärzte im ambulanten Bereich getan“ sagt Dr. Sabine Schwenk, Geschäftsführerin der AOK Ulm-Biberach. Die Krankenkasse hat als exklusiver Partner die Rahmenbedingungen für die Überbringung von VAT in die stationäre Regelversorgung maßgeblich mitgestaltet. „VAT ergänzt diese Programme im stationären Bereich. Als lokal verankertes Unternehmen freuen wir uns besonders, auch regionale Projekte mit unserem Knowhow zu unterstützen.“ Hans-Joachim Seuferlein, stellvertretender Geschäftsführer, der die Vertragsverhandlungen übernommen hat, ergänzt: „Die Bedeutung der Krankenpflege nimmt durch den demografischen Wandel stetig zu; wir müssen uns daher rechtzeitig für die Zukunft rüsten. Mit Projekten wie dem Viv-Arte Trainingsprogramm stellen wir die Mobilität und die Selbstpflege des Patienten in den Vordergrund.“

 

„VAT“ verbessert die Lebensqualität

Eine Besonderheit, die im medizinischen Wissenschaftsalltag und Krankenhausbetrieb nicht selbstverständlich ist: Entwickelt wurde das Trainingskonzept nicht von Forschern und/oder Ärzten, sondern inhaltlich und praktisch von der Krankenschwester Heidi Bauder Mißbach.

Die Krankenschwester Elisabeth Kirchner und die ehemalige Pflegedirektorin Anna M. Eisenschink gaben ihr am Universitätsklinikum Ulm über Jahre hinweg wichtige Unterstützung – sie führten „VAT“ in den klinischen Alltag ein. „Die Verbesserung der Lebensqualität ist eng verbunden mit der Wiedererlangung der Mobilität. Eine nach unserem Konzept behandelte Patientin sagte mir gegenüber, dass sie nun wieder was tun könne. Sie habe wieder Kraft und ihre Missempfindungen würden täglich weniger. Sie könne wieder schlafen und fühle sich wieder was wert“, fasst Elisabeth Kirchner zusammen.

 

Bemerkenswerter Pioniergeist

„Als Arzt bin ich sehr froh, dass Frau Kirchner und Frau Bauder Mißbach diesen bemerkenswerten Pioniergeist bewiesen haben“, bilanziert Professor Döhner. „Bislang hat die Medizin nämlich keine befriedigende Antwort auf die Polyneuropathie. Wir sehen nun aber Tag für Tag, wie gut unseren Patienten das in Ulm entwickelte Trainingskonzept tut.“

 

 

News 10.10.2013

Neue Hoffnung für Patienten mit chronischer lymphatischer Leukämie (CLL) und malignen Lymphomen

Von: Petra Schultze

Gezielte Behandlungsansätze für Patienten mit Leukämien und Lymphdrüsenkrebs

Ein Team von Ärzten des Universitätsklinikums Ulm hat zur Entwicklung einer neuartigen Behandlung bei der häufigsten Leukämieerkrankung (chronische lymphatische Leukämie) und einer besonderen Form des Lymphdrüsenkrebs (Mantelzelllymphom) beigetragen. Sie waren an einer klinischen Studie beteiligt, in der die Wirkung eines neuen Medikaments, Ibrutinib, geprüft wurde, das anders als eine herkömmliche Chemotherapie gezielt an bestimmten biologischen Eigenschaften der Krebszellen ansetzt. Dabei zeigte sich unter anderem, dass Patienten, bei denen eine Chemotherapie nicht wirksam war, erfolgreich behandelt werden konnten. Die chronische lymphatische Leukämie und das Mantelzelllymphom sind lebensbedrohliche Krankheiten, die bis heute bei Erwachsenen nicht heilbar, sondern im besten Falle kontrollierbar sind.

 

Neue Chancen auf erfolgreiche Therapien

„Für Patienten, bei denen die Chemotherapie nicht mehr wirkt oder deren Leukämiezellen besonders ungünstige genetische Veränderungen, wie die so genannte 17p13-Deletion, aufweisen, kann das Medikament neue Chancen auf eine erfolgreiche Therapie bieten“, erläutert Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer, Leitender Oberarzt der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III. Bei 68 Prozent dieser Leukämie- Patienten konnte das Fortschreiten der Erkrankung aufgehalten werden. Bei Patienten mit normalen genetischen Voraussetzungen, die bereits mit einer Chemotherapie vorbehandelt waren, schritt die Erkrankung bei 71 Prozent der Leukämiepatienten und 68 Prozent der Lymphompatienten nicht fort. Insgesamt waren fast 200 Patienten an acht Standorten in die Studie eingeschlossen. Die Gesamtergebnisse wurden kürzlich im renommierten Fachjournal New England Journal of Medicine veröffentlicht (DOI: 10.1056/NEJMoa1215637 und DOI: 10.1056/NEJMoa130622) und  auf Fachkongressen vorgestellt. 

 

Früher Zugang zu innovativen Therapien

Die Universitätsklinik mit ihrer besonderen Expertise und Infrastruktur bietet Patienten mit schweren Erkrankungen die Möglichkeit, in gut überwachten klinischen Studien früh Zugang zu innovativen Therapien zu erhalten. Die bereits in vielen Vorstufen geprüfte Wirkung neuer, von forschenden pharmazeutischen Unternehmen entwickelter Medikamente wird in diesen klinischen Studien weiter wissenschaftlich untersucht. Ibrutinib ist ein Hemmstoff, der auf ein Eiweiß wirkt (Bruton-Tyrosinkinase, BTK), das für die Entwicklung und das Voranschreiben von Leukämien und Lymphomen von entscheidender Bedeutung ist. „Die Besonderheit liegt also darin, dass das Medikament gezielt an besonderen biologischen Charakteristika der Leukämie- oder Lymphomzellen ansetzt“, erklärt Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III und Sprecher des Integrativen Tumorzentrums des Universitätsklinikums und der Medizinischen Fakultät (CCCU). „Das heißt, es werden durch die Behandlung gezielt die Krebszellen angegriffen und, anders als bei der Chemotherapie, die gesunden Zellen geschont“, so Döhner.

 

In weiterführenden Arbeiten gelang den Ärzten der Klinik für Innere Medizin III darüber hinaus zu entschlüsseln, warum bei einer kleinen Gruppe von Patienten die Erkrankung mit dem neuen Medikament nicht dauerhaft kontrolliert werden konnte. „Die Entschlüsselung dieser Resistenzmechanismen ist ein wichtiger Ansatzpunkt, um daraus neue Behandlungsmöglichkeiten zu entwickeln“, ist sich Professor Stilgenbauer sicher.

Prof. K. Döhner, Prof. H. Döhner, Prof. R. Schlenk; UK Ulm

News 11.07.2013

Heilung für bestimmte Leukämieform ohne Chemotherapie möglich

Von: Petra Schultze

Ulmer Wissenschaftler veröffentlichen Ergebnisse ihrer klinischen Studie im renommierten Fachblatt New England Journal of Medicine

Ein Team von Ärzten des Universitätsklinikums Ulm hat eine neue Therapie bei einer besonderen Form der akuten Leukämie, der so genannten akuten Promyelozyten-Leukämie, entwickelt. Das Besondere dieser Therapie ist, dass sie ganz ohne den Einsatz von Chemotherapie auskommt. Zwei Wirkstoffe bauen dabei einen durch eine genetische Veränderung entstehenden Eiweißstoff ab, der zur Entartung der Knochenmarkzellen und damit zu der speziellen Leukämie führt. 98 Prozent der betroffenen Patienten können so ohne den Einsatz von Chemotherapie geheilt werden.

 

Klinische Studien unentbehrlich für die Entwicklung neuer Therapien

Die Therapiestudie wurde gemeinsam von drei Studiengruppen, der italienischen Gruppe GIMEMA, der Studienallianz Leukämien (SAL) und der Deutsch-Österreichischen Akuten Myeloischen Leukämie Studiengruppe (AMLSG) durchgeführt. „Wir haben festgestellt, dass die Kombination aus zwei Wirkstoffen, einem Vitamin A-Abkömmling (Vitamin A Derivat All-Trans Retinsäure, ATRA) und der Arsenverbindung Arsentrioxid, die Heilungsaussichten bei der Erkrankung im Vergleich zur herkömmlichen Therapie deutlich verbessert“, erläutert Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III und Leiter der AMLSG, einer der weltweit größten und bedeutendsten Studiengruppen zur Erforschung und Behandlung der akuten myeloischen Leukämie. Bisher wird die Promyelozyten-Leukämie meist mit einer Kombination aus Chemotherapie und der Gabe des Vitamin A-Abkömmlings ATRA behandelt.

„Die Studie ist ein Beleg dafür, wie wichtig es ist, kontrollierte klinische Studien in der Behandlung von Leukämie- und Krebserkrankungen durchzuführen. Ohne diese randomisierte Studie, bei der Patienten zufallsmäßig einem der beiden Therapiearme zugeteilt wurden, hätten wir dieses Ergebnis nicht erzielen können“, sagt Prof. Dr. Richard Schlenk, Oberarzt und Leiter des Studienzentrums der Klinik und der AMLSG.

 

Zwei Wirkstoffe ermöglichen wieder normale Ausreifung der Knochenmarkzellen

Leukämien sind Erkrankungen des blutbildenden oder lymphatischen Systems, im Volksmund auch „Blutkrebs“ genannt. Bei der akuten Promyelozyten-Leukämie handelt es sich um eine Unterform der akuten Leukämie, die etwa 5 - 7% der akuten myeloischen Leukämien ausmacht und lebensbedrohlich ist. Eine Besonderheit dieser Leukämieform ist, dass sie mit einer bestimmten erworbenen genetischen Veränderung einhergeht: Zwischen den Chromosomen 15 und 17 sind Chromosomenstücke ausgetauscht, Fachleute nennen das Translokation. Der Austausch führt zu einem Zusammenschmelzen von zwei Genen (PML und RARA). Dadurch wird ein neues, krankhaftes Eiweiß gebildet, das direkt für die Entartung der für die Blutbildung zuständigen Knochenmarkzellen verantwortlich ist.

Sowohl der Vitamin A-Abkömmling ATRA als auch das Arsentrioxid führen zu einem Abbau dieses Eiweißes und erlauben wieder eine normale Ausreifung der Knochenmarkzellen. Der Vitamin A-Abkömmling ATRA, der aus der traditionellen chinesischen Medizin stammt, wurde bereits Anfang der 90er Jahre in die Behandlung der akuten Promyelozyten-Leukämie eingeführt.

 

Gezielte schnelle Diagnostik entscheidend

Um die neue Therapie erfolgreich einsetzen zu können, ist es außerordentlich wichtig, dass die Diagnose innerhalb der ersten Stunden gestellt wird und die Behandlung sofort eingeleitet wird. Denn die akute Promyelozyten-Leukämie kann mit schweren, lebensbedrohlichen Blutungskomplikationen einhergehen. „Wir können die Verdachtsdiagnose bestätigen, indem wir das für die Leukämieform typische Zusammenschmelzen der beiden Gene  (PML und RARA) molekulargenetisch nachweisen. Dies geschieht in unserem Labor innerhalb von 24 Stunden, 7 Tage die Woche“, erläutert Prof. Dr. Konstanze Döhner, Oberärztin und Leiterin des Labors für molekulargenetische Diagnostik der Klinik für Innere Medizin III, das gleichzeitig Referenzlabor für die genetische Diagnostik innerhalb der AMLSG und anderer weltweit durchgeführter Studien ist.

 

Die Ergebnisse der Studie wurden heute in einer der renommiertesten medizinischen Zeitschriften, dem New England Journal of Medicine, online veröffentlicht (DOI: 10.1056/NEJMoa1300874).

 

zum Originalartikel

 

Das Foto zeigt v.l.: Prof. Dr. Konstanze Döhner, Oberärztin und Leiterin des Labors für molekulargenetische Diagnostik der Klinik für Innere Medizin III; Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III und Leiter der Deutsch-Österreichischen Akuten Myeloischen Leukämie Studiengruppe (AMLSG); Prof. Dr. Richard Schlenk, Oberarzt und Leiter des Studienzentrums der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III und der AMLSG

News 5/2013

Zurück ins Leben gekämpft

Profiboxerin Rola El-Halabi macht Patienten Mut

Ich gebe niemals auf!“, schreibt Rola El-Halabi in ihrer Autobiografie „Stehaufmädchen. Wie ich mich nach dem Attentat meines Stiefvaters zur Boxweltmeisterschaft zurückkämpfte“. Am heutigen Mittwochabend, 29. Mai, sprach die Ulmer Profiboxerin mit Ärzten und Patienten in der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm über Wege, Schicksalsschläge zu verarbeiten und neuen Lebensmut zu finden.

„Rola El-Halabi hat, wie viele unserer Patienten, ein schweres persönliches Schicksal erlitten. Sie hat nie aufgegeben und mit viel Willenskraft den Weg zurück ins Leben geschafft. Menschen wie sie zeigen, dass es sich lohnt auch in scheinbar ausweglosen Momenten zu kämpfen“, eröffnete Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III, die Veranstaltung am Abend. 2011 wurde El-Halabi unmittelbar vor dem WM-Titelkampf gegen die Bosnierin Irma Adler von ihrem Stiefvater und ehemaligem Manager angeschossen. Nach mehreren Operationen hat sich die Ulmerin Schritt für Schritt zurück ins Leben als Boxerin gekämpft.

Nie den Mut verlieren

Im Rahmen einer Lesung gab Rola El-Halabi Einblicke in ihre bewegende Biografie, diskutierte mit Ärzten und Patienten über den Umgang mit Schicksalsschlägen und die Motivation, den eigenen Lebensmut wiederzufinden. Das Interesse an der Lebensgeschichte der Profiboxerin war groß, viele der rund 40 Patienten nutzten die Gelegenheit, um mit ihr ins Gespräch zu kommen. „Ich habe nie den Glauben an das Leben oder an mich selbst verloren und immer für meine Ziele gekämpft. Diese Willensstärke möchte ich auch anderen Menschen vermitteln“, betonte die 28-Jährige.

Dr. Florian Kuchenbauer, Assistenzarzt an der Klinik für Innere Medizin III und Initiator der Veranstaltung, weiß, dass Menschen, die Leid erlebt haben, besondere Unterstützung in ihrer Situation benötigen. „Wir möchten Patienten mit dem Besuch von Rola El-Halabi Hoffnung vermitteln und Mut machen. Als Arzt kann ich zwar die medizinischen Aspekte erklären, aber Menschen wie sie zeigen eine ganz andere Art der Motivation, die den Betroffenen mitunter leichter zugänglich ist“, so Dr. Kuchenbauer. 

Das angefügte Bild zeigt (v.l.) Jelena Kunecki und Michael Kendel, beide Stationsleiter in der Klinik für Innere Medizin III, Dr. Florian Kuchenbauer, Assistenzarzt an der Klinik für Innere Medizin III, Rola El-Halabi und Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III (Foto: Universitätsklinikum Ulm)

 

News 3/2013

Franziska-Kolb-Preis

Dr. Verena Gaidzik, Assistenzärztin und Wissenschaftlerin an der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III, ist beim Dies Academicus mit dem „Franziska-Kolb-Preis zur Förderung der Leukämieforschung“ ausgezeichnet worden. Für ihren Fachartikel „TET2 Mutations in Acute Myeloid Leukemia (AML): Results From a Comprehensive Genetic and Clinical Analysis of the AML Study Group“ der 2012 im „Journal of Clinical Oncology“ erschienen ist, hat die 33-Jährige ein Preisgeld von 8000 Euro erhalten. In ihrem Beitrag beschreibt Gaidzik die Häufigkeit und klinische Bedeutung von Mutationen des tet oncogene family member 2 Gens (TET2) bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML), der häufigsten akuten Blutkrebsart bei Erwachsenen.

 

Frau Dr. Gaidzik hat in der Arbeitsgruppe von Prof. Konstanze Döhner gemeinsam mit weiteren Wissenschaftlern in den letzten Jahren verschiedene Genmutationen bei der AML hinsichtlich ihrer klinischen und prognostischen Bedeutung untersucht. Die Erstautorin Gaidzik hat gemeinsam mit Kollegen Blut- und Knochenmarkproben von 783 jüngeren AML-Patienten (18-60 Jahre) auf TET2-Mutationen untersucht; TET2 ist ein Tumorsuppressorgen und involviert in die epigenetische Regulation. Bei 60 Betroffenen konnte Gaidzik 66 nachweisen. „AML-Patienten, bei denen wir Veränderungen im TET2 Gen nachgewiesen haben, waren im Trend älter; TET2 Mutationen hatten jedoch keinen Einfluss auf das Therapieansprechen oder Überleben der Patienten. Hier wird es wichtig sein in einer weiteren Studie TET2 Mutationen gezielt bei älteren AML Patienten hinsichtlich ihrer klinischen Relevanz zu untersuchen“, erklärt Verena Gaidzik. Insbesondere soll auch die Frage geklärt werden, ob epigenetisch wirkende Substanzen in diesem Kontext das Überleben der Patienten verbessern können.Im Zuge ihrer weiteren wissenschaftlichen Arbeit forscht die Internistin zum Beispiel an ebenfalls epigentisch agierenden DNMT3A-Mutationen bei AML-Patienten. DNMT3A-Mutationen konnten bei immerhin einem Fünftel eines Kollektivs von 1.770 Patienten nachgewiesen werden. Gaidzik attestiert diesen genetischen Veränderungen einen „möglichen prognostischen Effekt auf das Überleben in Abhängigkeit der molekularen Subgruppe und des Mutationstyps.“

 

„Verena Gaidziks Ergebnisse leisten einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der molekularen Pathogenese und möglicherweise zur individualisierten Therapie der AML“, betonte Gaidziks Laudator Professor Hartmut Döhner, Leiter der Klinik für Innere Medizin III.

Verena Gaidzik hat bis 2005 an der Universität Ulm Medizin studiert und bei Professor Peter Gierschik, Leiter des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie, promoviert. Seit 2012 ist die gebürtige Ulmerin Fachärztin für Innere Medizin.

Der ehemalige Leiter des Instituts für Elektrochemie, Professor Dieter Kolb (1942-2011), hat die „Franziska-Kolb-Stiftung zur Förderung der Leukämieforschung“ in Erinnerung an seine Frau gegründet. Franziska Kolb starb 1992 an Blutkrebs. Jährlich werden hervorragende Arbeiten aus dem Bereich Leukämieforschung mit dem Franziska-Kolb-Preis prämiert.

Dies academicus 2013 - Universität Ulm

Video: Verleihung des Franziska-Kolb Preises am Dies Academicus 2013

News 1/2013

Leukämieforscher suchen Biomarker-Schatz

Von: Kristina Rudy

EU unterstützt internationales Forschungsprojekt für personalisierte Krebsmedizin unter Ulmer Beteiligung mit 5,5 Millionen Euro

Kein Krebs gleicht dem anderen, selbst Leukämie ist nicht gleich Leukämie. Der Unterschied liegt im Erbgut: Jeder Krebs hat seinen eigenen genetischen Fingerabdruck.

Krebsmediziner stehen deshalb täglich vor der Herausforderung, die richtige Therapie für ihre Patienten zu finden, denn die konventionelle Chemotherapie schlägt aufgrund dieser genetischen Unterschiede nicht bei jedem gleich gut an. Was fehlt, sind Diagnose- und Therapiemethoden, die auf die jeweils spezifischen genetischen Veränderungen jedes einzelnen Patienten zugeschnitten sind. Durch die Entschlüsselung des Genoms im Jahr 2003 und die Entwicklung neuer leistungsfähiger Methoden zur Untersuchung des menschlichen Erbguts ist der Traum einer solchen „personalisierten Medizin“ jedoch in greifbare Nähe gerückt. An seiner Erfüllung arbeitet derzeit auch ein internationales Netzwerk aus Leukämieforschern und Biotechnik-Unternehmen unter Beteiligung des Universitätsklinikums Ulm. Der Forschungsverbund erhält über die nächsten drei Jahre 5,5 Millionen Euro von der Europäischen Union. 450.000 Euro davon gehen an die Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Hartmut Döhner).

Krebsmediziner sind insbesondere mit zwei Problemen konfrontiert

„Bislang stehen wir in der Behandlung von Leukämiepatienten insbesondere vor zwei Problemen: Zum einen wissen wir vorher nicht, ob die Chemotherapie anschlagen wird. Zum anderen dauert die Diagnostik bestimmter Biomarker, die möglicherweise eine andere Therapie nahelegen würden, noch zu lange“, sagt Prof. Dr. Lars Bullinger. Der Leukämieforscher ist gemeinsam mit seiner Kollegin Prof. Dr. Konstanze Döhner verantwortlich für den Ulmer Beitrag zum Forschungsnetzwerk, das genau diese Problematik im Rahmen einer translationalen Studie beseitigen will. Studien dieser Art haben das Ziel, Erkenntnisse präklinischer Forschung für die praktische Anwendung in der Klinik nutzbar zu machen.

 

Mit "Next Genration Sequencing" zu neuen Tumormarkern

Mit Hilfe hochmoderner Techniken und Verfahren zur Entschlüsselung des menschlichen Genoms, namentlich „Next Generation Sequencing“ (NGS), kann das Erbgut von Tumoren nicht nur moderner und schneller, sondern auch weitaus kostengünstiger als jemals zuvor untersucht werden, weshalb die Technik nun mehr und mehr ihren Weg von der Grundlagenforschung in die Klinik findet. Diese Untersuchungen liefern Wissenschaftlern Informationen über spezifische Genmutationen in Tumoren, die Krebsmedizinern als Tumormarker dienen. Sind diese einmal identifiziert, lassen sie sich in Blut oder Gewebe nachweisen und liefern als charakteristische biologische Merkmale Hinweise auf die individuelle Beschaffenheit des Krebses sowie auf seine Ursachen. Forscher haben in den vergangenen Jahren durch NGS hunderte solcher Tumormarker entdeckt.

Krebstherapie ist ein Wettlauf gegen die Zeit

Aus der Vielzahl der neu entdeckten Biomarker die relevanten herauszufiltern ist zunächst die Aufgabe der Wissenschaftler:  „Man muss sich das in etwa so vorstellen: Früher ging ein Archäologe mit der Schaufel los. Heute gräbt ein Bagger, der viel mehr Material auf einmal ausbuddeln kann. Doch bei dieser Vielzahl an möglichen Schätzen muss der wirklich wertvolle darunter erst erkannt werden. Wir fragen uns also: Welche dieser Biomarker sind die Goldnuggets, die Aussagekraft haben?“, veranschaulicht Bullinger. Des weiteren müssen für diese Biomarker valide, schnelle Tests entwickelt bzw. erprobte Tests optimiert werden, von denen der Patient rasch profitiert, bestenfalls schon in der ersten Therapiephase. Denn jede Krebstherapie ist ein Wettlauf gegen die Zeit.

Bullinger erklärt: „Wenn es uns gelingt, alle möglichen Veränderungen von Genen im Erbgut von Leukämiepatienten zu systematisieren und Patienten schnell auf diese Tumormarker zu untersuchen, können wir Patienten nicht nur von Anfang an zusätzlich zur Chemotherapie eine auf die genetische Struktur ihrer Krankheit zugeschnittene Therapie zukommen lassen, sondern auch noch vorab testen, welche Therapie überhaupt anschlägt. Damit können wir wirkungslose Behandlungen vermeiden. Das revolutioniert die Leukämietherapie.“

Weitere Informationen:

Neben dem Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Innere Medizin III, sind am Forschungsprojekt folgende Einrichtungen und Unternehmen beteiligt: Università di Bologna, Università degli Studi di Torino, Personal Genomics, Sinaptica (Italien), Masaryk University (Tschechien) Katholieke Universtiteit Leuven (Belgien), Fundación de Investigación del Cáncer de la Universidad de Salamanca (Spanien), Fasteris (Schweiz), Münchner Leukämielabor (Deutschland).

Aktuelles & Pressemitteilungen 2012

News 12/2012

Zirkuswelt im Krankenhaus

Von: Petra Schultze

Kinder der Malakademie zeigen ihre bunten Arbeiten in der Klinik für Innere Medizin III

Ein ganzes Jahr haben die Kinder aus Deutschland, Russland und Griechenland an den mehr als 70 Bildern gearbeitet, gestern wurde ihre Ausstellung feierlich eröffnet. Die kleinen Künstler der Malakademie des Familienzentrums Neu-Ulm engagieren sich mit ihrer Ausstellung für die Patienten der Klinik für Innere Medizin III, von denen sehr viele schwer an Krebs erkrankt sind. Ihre zauberhaft bunten Werke fangen die aufregende Atmosphäre des Zirkus auf ganz besondere Weise ein und wollen so Farbe und Freude in den Klinikalltag bringen.

Aufregende Manegenwelt mit Tigern, Giraffen und Clowns

„Die Leichtigkeit der Kinder, ihre Begeisterung, ihr Lachen und ihre grenzenlose Hoffnung, einhergehend mit dem Glauben an das Gute – dies alles sollen die Bilder vermitteln und den Patienten Trost schenken“, sagt Tatjana Hoffmann, die Leiterin der Malakademie des Familienzentrums Neu-Ulm. „Wir hoffen, dass die Patienten nicht nur Ablenkung, sondern auch Energie aus unseren Werken schöpfen können.“  Tiger und Giraffen, Seiltänzerinnen und Clowns tun im Auftrag ihrer kleinen Schöpfer jedenfalls alles dafür. Sie liefern ein wunderbares und vielseitiges Panorama der aufregenden Manegenwelt.

Bild eines russischen Kindes mit dem Titel Bilder bieten kleine Fluchten aus dem Klinik-Alltag

Umrahmt von einem musikalischen Programm der jungen Künstler eröffneten Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III, und Gudrun Stadelhofer, Pflegedienstleiterin der Klinik, die Ausstellung: „Wir freuen uns, dass die Kinder Ihre Werke in unserer Klinik ausstellen, denn unsere Patienten brauchen neben ihrer medizinischen Behandlung auch eine lebensfrohe Atmosphäre und die Möglichkeit zu kleinen Fluchten aus ihrem oft sehr belastenden Alltag.“

 

 

Die Ausstellung ist bis zum 16. Dezember 2013 in der Klinik für Innere Medizin III am Oberen Eselsberg zu sehen (Albert-Einstein-Allee 23, 89081 Ulm; Gebäude der Inneren Medizin, Fahrstühle C, Ebene 4).

Pressemitteilung 11/2012

Neue Behandlungskonzepte für Patienten mit bösartigen Lungentumoren (Bronchialkarzinom).

Die Therapie von fortgeschrittenen Lungentumoren, insbesondere der häufigsten Form des sogenannten nicht-kleinzellige Bronchialkarzinoms (NSCLC), wandelt sich grundlegend. In den letzten Jahren wurde eine Reihe von tumor-spezifischen Veränderungen in Tumorzellen identifiziert, die für die Prognose des Krankheitsverlaufs, aber auch für die Therapieentscheidung eine wichtige Rolle spielen.

Bei diesen genetischen Veränderungen handelt es sich häufig um Mutationen in den Tumorzellen, die mit neuen technologischen Verfahren nachgewiesen werden. Besonders sogenannte EGFR- und ALK-Mutationen spielen eine wichtige Rolle. Durch den Nachweis dieser Mutationen kann bei einem Teil der Patienten eine tumor-spezifische Therapie durchgeführt werden, die auch als zielgerichtete Tumortherapie bezeichnet wird. Im Vergleich zu etablierten Chemotherapie verbessern derart spezifische Therapien die Wirksamkeit und sind zudem besser verträglich.

In der Klinik für Innere Medizin III sind diese Medikamente verfügbar und werden im Rahmen klinischer Studien geprüft. Aktuell wird die Prüfung von drei neuen Substanzen begonnen. So können beispielsweise Patienten, bei denen sich im Tumor die ALK-Mutation nachweisen lässt, in unserer Klinik mit einer sehr vielversprechenden Substanz, einem sogenannten ALK-Inhibitor (LDK378) behandelt werden. Auch für Patienten mit bösartigen Lungentumoren ohne spezifischen Marker-Nachweis können wir attraktive immuntherapeutische Studienkonzepte anbieten.

Weitere Informationen für Ärzte

v.l. Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, Prof. Dr. Hartmut Döhner, Prof. Dr. Thomas Wirth (UK Ulm)

Pressemitteilung 5/2012

Leukämie verstehen und bekämpfen: Neuer Sonderforschungsbereich in Ulm

Von: Petra Schultze

Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert Spitzenforschung

 

Mit rund 8,8 Mio. Euro fördert die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) in den kommenden vier Jahren Ulmer Spitzenforschung. Ziel des fächerübergreifenden Forscherteams ist es, neue Erkenntnisse über Grundlagen, Entstehung und Behandlung von Leukämien, im Volksmund auch „Blutkrebs“ genannt, zu gewinnen. Die Sonderforschungsbereiche der DFG sind die bedeutsamsten Forschungsverbünde in Deutschland, die von der öffentlichen Hand gefördert werden.

Biologische Ursachen und neue Therapieansätze

„Mit dem neuen Sonderforschungsbereich tragen wir die langjährige umfassende Ulmer Erfahrung auf dem Gebiet der Leukämieforschung in die Zukunft“, erklärt Prof. Dr. Hartmut Döhner, Sprecher des SFB und Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III. „Die Besonderheit unseres Forschungsverbundes liegt in der Übertragung von Grundlagenforschung in klinische Forschung und damit in die Entwicklung neuer Behandlungsmöglichkeiten.“

Der Sonderforschungsbereich SFB 1074 „Experimentelle Modelle und Klinische Translation bei Leukämien“ ist daher in zwei große Bereiche gegliedert: Acht Teilprojekte suchen nach biologischen Ursachen für die Entstehung verschiedener Leukämieformen. Dabei erforschen die Wissenschaftler u. a. genetische Grundlagen sowie Prozesse, die sich bei der Krebsentstehung innerhalb von Zellen abspielen. Sieben weitere Teilprojekte beschäftigen sich der Analyse von primären Leukämieproben von Patienten, deren Ergebnisse auch zur Entwicklung neuer Therapieansätze beitragen sollen: Wo und mit welchen Mitteln lässt sich die Entstehung von Krebs in Zellen bremsen oder verhindern? Gemeinsam nutzen und entwickeln die Wissenschaftler dabei neue technische Einrichtungen, unter anderem neue Sequenziermethoden für das menschliche Erbgut, um die umfangreichen Daten zu analysieren.

„Dass wir heute bestimmte Formen von Leukämien besser behandeln können, ist auch ein Verdienst der UImer Forschung“, betont Prof. Dr. Klaus-Michael Debatin, stellvertretender Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums und Vizepräsident Medizin der Universität Ulm. „Nur durch umfassende wissenschaftliche Arbeit, wie sie der neue Sonderforschungsbereich fördert, können weitere Fortschritte in der Forschung erreicht werden, die aus dem Labor ihren Weg zum Patienten finden“, so der stellvertretende Sprecher des SFB 1074, der als Ärztlicher Direktor die Klinik für Kinder- und Jugendmedizin leitet.

Spitzenforschung stärkt Ulmer Universitätsmedizin 

Das SFB-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft soll auf eine Profilbildung an den beteiligten Hochschulen hinwirken. „Der neue Sonderforschungsbereich gibt der starken Krebsforschung der Universitätsmedizin Ulm ein neues Gewicht“, betont Prof. Dr. Thomas Wirth, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Ulm und Direktor des Instituts für Physiologische Chemie. „Diese Form der auf Langfristigkeit angelegten Spitzenforschung stärkt unseren Standort und ist für Spitzen- und Nachwuchswissenschaftler hochattraktiv.“

Am neuen Sonderforschungsbereich sind rund 20 Wissenschaftler tätig, weitere 20 Stellen können für wissenschaftliches und 10 Stellen für technisches Personal geschaffen werden. Die Förderung erstreckt sich zunächst über vier Jahre, kann nach weiteren Begutachtungen bis zu zwölf Jahre erfolgen. Für diese Förderperiode hat die DFG 20 neue Sonderforschungsbereiche in ganz Deutschland bewilligt, insgesamt fördert sie aktuell 232 Sonderforschungsbereiche in allen Fachgebieten.

Pressemitteilung 05/2012

Für herausragende Leistungen geehrt:

Prof. Dr. Hartmut Döhner erhält Preis der Wilhelm-Warner-Stiftung

Professor Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III und Sprecher des Integrativen Tumorzentrums / Comprehensive Cancer Center, erhielt am 4. Mai, für seine herausragenden Leistungen auf dem Gebiet der Krebsforschung den Wilhelm-Warner-Preis 2011. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert. [mehr]

Pressemitteilung 04/2012

Paul-Martini-Preis 2012 verliehen

Prof. Dr. med. Stephan Stilgenbauer hat in diesem Jahr den Paul-Martini-Preis für herausragende klinisch-therapeutische Arzneimittelforschung errungen. Er wurde ausgezeichnet für eine lebensverlängernde neue Therapie für bestimmte Leukämie-Patienten. Die Verleihung fand bei der Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) in Wiesbaden statt. Der Preis wird jährlich von der Paul-Martini-Stiftung, Berlin, verliehen.

[Pressemitteilung]


News 04/2012

Station M4abp erhält „Goldene Spritze“ verliehen

Die Jugendausbildungsvertretung (JAV), der Universitätsklinik Ulm, hat die Station M4abp dieses Jahr zur besten Ausbildungsstation des Klinikums gewählt. Dafür gab es die Goldene Spritze. Dieser Preis wird nur einmal jährlich vergeben, die nächste Wahl findet im Frühjahr 2013 statt.

Dr. Daniel Mertens, Dr. Karsten Rippe (Foto DKFZ)

Pressemitteilung 03/2012

Wie die "Verpackung" unseres Erbguts die Entstehung von Krebs beeinflusst

Von: Petra Schultze

Forschungsnetzwerk erhält knapp 3 Mio. Euro Förderung

Wie lässt sich eine der häufigsten Blutkrebsarten der westlichen Welt, die Chronisch Lymphatische Leukämie, wirkungsvoller behandeln? Dieser Frage gehen Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) in Heidelberg, des Universitätsklinikums Ulm und des Berliner Max-Planck-Instituts für molekulare Genetik in den kommenden drei Jahren auf breiter Grundlage nach. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das gemeinsame Forschungsnetzwerk CancerEpiSys mit 2,97 Mio. Euro.

Grundlagen für neue Krebstherapien erforschen

Krebszellen verhalten sich anders als gesunde Zellen. Gründe dafür sind nicht nur Veränderungen der Erbinformation selbst, sondern auch Änderungen ihrer „Verpackung“. Diese „Verpackung“ besteht aus einem hochkomplexen Netz  von Strukturabwandlungen der Erbinformation selbst und der mit ihr verbundenen Eiweiße. Veränderungen in diesem Bereich können dazu führen, dass die Erbinformation nicht richtig gelesen oder in ihrer Funktion unterdrückt wird. Dadurch kann eine kranke Zelle z. B. ihren genetisch verankerten Selbstzerstörungsbefehl ignorieren oder Gene ausschalten, die die Krebsentstehung verhindern. Mit diesen vielfältigen Strukturen und Wechselwirkungen der „Verpackung“ der Erbinformation befasst sich die Epigenetik.

„Wir wollen epigenetische Zusammenhänge, also Teile der komplexen ‚Verpackung’ der Erbinformation, herausfiltern, die für die Entstehung und Bekämpfung der Chronischen Lymphatischen Leukämie entscheidend sind“, erläutern Dr. Karsten Rippe vom DKFZ und Dr. Daniel Mertens von der Ulmer Universitätsklinik für Innere Medizin III, die das neue Forschungsnetzwerk koordinieren. Mittel und Ziel zugleich ist dabei auch herauszufinden, wie eine neue Generation von epigenetisch wirksamen Krebsmedikamenten auf diese Faktoren Einfluss nimmt.

Grundlagenforschung und klinische Forschung verknüpfen

„Eine Besonderheit der Arbeit von CancerEpiSys ist es, dass die Gruppen im Forschungsverbund zu gleichen Teilen experimentell im Labor und mit Modellierungen am Computer arbeiten“, so Dr. Rippe. „So wollen wir ein Analyseschema entwickeln, mit dem wir für den einzelnen Patienten besser vorhersagen können, welches Medikament bei seinen epigenetischen Voraussetzungen den größten Therapieerfolg verspricht.“

„Die große Stärke unserer Zusammenarbeit liegt in der Verknüpfung von Grundlagenforschung, die am DKFZ ihren Schwerpunkt hat, und klinischer Forschung, für die das Ulmer Klinikum steht“, erläutert Dr. Mertens. „Die Erkenntnisse, die wir hier für die Chronisch Lymphatische Leukämie gewinnen, lassen sich so auch für das bessere Verständnis anderer Krebsarten weiterentwickeln.“

Weitere Informationen finden Sie hier.

Aktuelles & Pressemitteilungen 2011

Pressemitteilung 07/2011

Wie Krebszellen dem Tod entgehen
Koordiniert vom Deutschen Krebsforschungszentrum und von der Universität Ulm untersuchen Wissenschaftler in einem neuen „Virtuellen Institut“ der Helmholtz-Gemeinschaft, wie Leukämiezellen gegen den programmierten Zelltod und gegen Chemotherapie resistent werden. Ziel ist es, herauszufinden, wie sich diese Resistenz durchbrechen lässt, um Krebs besser behandeln zu können.

Pressemitteilung DKFZ

Aktuelles 07/2011

Neustrukturierung der Onkologischen Ambulanz zum 1. August 2011

Um der zunehmenden Spezialisierung in Diagnostik und Therapie von Patienten mit soliden Tumoren Rechnung zu tragen, wird zum 1. August 2011 eine Umstrukturierung der Ambulanz „Solide Tumoren“ der Klinik für Innere Medizin III erfolgen. Anstelle der „Onkologischen Ambulanz“ wird es zukünftig Spezialsprechstunden für unterschiedliche Tumorentitäten geben:

1. Sarkome und seltene Tumorentitäten (Dienstag)

2. Hirntumoren (Dienstag)

3. Lungentumoren und Kopf-/Halstumoren (Mittwoch)

4. Urogenitale und gynäkologische Tumoren (Freitag)

Diese Sprechstunden werden von fest zugeordneten ärzte-Teams betreut und sind eng an die entsprechenden interdisziplinären Tumorkonferenzen („Tumor-Boards“) gekoppelt, um für jeden Patienten die zeitnahe Erstellung eines diagnostischen und/oder therapeutischen Konzepts zu gewährleisten. Die Terminvergabe und Zuordnung von Patienten zu den einzelnen Spezialsprechstunden erfolgt durch das Ambulanz-Team des Zentrums für Innere Medizin unter der bekannten Telefonnummer (0731/500-44032).

Pressemitteilung 05/2011

Freiräume für die Forschung Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert junge talentierte Ärztinnen und Ärzte am Universitätsklinikum Ulm [mehr]

Else Kröner-Forschungskolleg der Universität Ulm [mehr]

Stellenausschreibung [mehr]

Aktuelles & Pressemitteilungen 2010

Pressemitteilung 26.11.2010

Herr Prof. em. Dr. med. Hermann Heimpel wurde für sein Lebenswerk geehrt

Herr Prof. em. Dr. med. Hermann Heimpel wurde am 26.11.2010 im
Rahmen eines Symposiums von der Arbeitsgemeinschaft der Tumorzentren
und Onkologischen Arbeitskreise Baden-Württembergs (ATO)
für sein Lebenswerk geehrt. Prof. em. Dr. med. Hermann Heimpel hat
am 29. September 2010 sein achtzigstes Lebensjahr vollendet und ist
weiterhin in der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums
Ulm als Arzt, Lehrer und Wissenschaftler tätig.

Pressemitteilung 10/2010

Dr. Florian Kuchenbauer wurde in das Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm der Deutschen Krebshilfe aufgenommen.

Das Max-Eder-Nachwuchsgruppenprogramm wurde etabliert um Mediziner im Anschluss an ihre Postdoktorandenausbildung und nach einem Ortswechsel bei der Etablierung einer eigenständigen Arbeitsgruppe zu unterstützen.

Dr. Kuchenbauer verbrachte seine Postdoc Zeit in der Arbeitsgruppe von Dr. Keith Humphries im Terry Fox Laboratory in Vancouver, Kanada, wo er über nicht-kodierende RNAs in der Entstehung der akuten myeloischen Leukämie forschte. Während dieser Zeit komplettierte Dr. Kuchenbauer ein PhD in experimenteller Medizin an der University of British Columbia in Vancouver über die Rolle von microRNAs in Leukämien und normaler Hämatopoese. Im Rahmen der Förderung wird Dr. Kuchenbauer seine Arbeit über nicht-kodierende RNAs an der Medizinischen Klinik III sowie im Institut für Experimentelle Tumorforschung fortführen und versuchen, neue therapeutische Wege für Leukämien zu erforschen.

Pressemitteilung 02.10.2010

Claudia Scholl erhält DGHO Forschungs- und Innovationspreis 2010

Frau Dr. med. Claudia Scholl hat den von der Firma Pfizer gestifteten und mit 7.500 Euro dotierten Forschungs- und Innovationspreis der Deutschen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie (DGHO) erhalten. Der Preis wird an Nachwuchswissenschaftler vergeben, die sich mit Störungen der zellulären Signaltansduktion bei Krebserkrankungen befassen. Im Rahmen ihrer wissenschaftlichen Arbeiten gelang Frau Dr. Scholl die Identifizierung eines Signalmoleküls, das möglicherweise einen neuen Ansatzpunkt für eine zielgerichtete Therapie unterschiedlicher epithelialer und hämatologischer Tumoren darstellt. Die Preisverleihung fand am 2. Oktober 2010 im Rahmen der Jahrestagung der DGHO in Berlin statt.

 siehe DGHO-Homepage

29.09.2010

Die Klinik für Innere Medizin III gratuliert Ihrem langjährigen ärztlichen Direktor Herr Professor Hermann Heimpel zu seinem 80. Geburtstag.

Professor Heimpel hat zwischen 1969 und 1996 die Klinik für Innere Medizin III, das Universitätsklinikum Ulm und die Universität Ulm in Krankenversorgung, Forschung und Lehre entscheidend geprägt. Auch heute noch ist Professor Heimpel nahezu täglich in der Klinik aktiv, er war und ist ein außerordentlicher Arzt, Wissenschaftler und Lehrer, der weiterhin in hochrangigen wissenschaftlichen Zeitschriften publiziert. Seine Lehrveranstaltungen, Klinik für Vorkliniker hat Generationen von jungen Ärztinnen und Ärzten geprägt.

Lieber Professor Heimpel,

alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Klinik für Innere Medizin III wünschen Ihnen zu Ihrem 80. Geburtstag alles Gute, Gesundheit, Freude mit Ihrer Familie und lange schaffensfrohe Jahre in unserer Klinik.

Pressemitteilung der Universität Ulm

Pressemitteilung 09/2010

José Carreras Career Award 2010 für Prof. Dr. Jochen Greiner

Professor Dr. med. Jochen Greiner erhält den José Carreras Career Award 2010. Mit dem Preisgeld von 125.000 Euro ermöglicht die José Carreras Leukämie-Stiftung die Erforschung neuer Therapieformen, mit der Leukämiepatienten zukünftig behandelt werden können.

Bei Leukämien entwickeln sich zunehmend zielgerichtete und genotyp-spezifische Therapiestrategien, um die malignen Zellen möglichst selektiv abzutöten, die Häufigkeit von Rezidiven zu reduzieren und das Überleben der Patienten zu verbessern. In Rahmen dieses Projekts soll die klinische Umsetzung von zielgerichteten Immuntherapien gefördert und die Untersuchung der Bedeutung und Funktionalität von Leukämie-assoziierten Antigenen intensiviert werden. Herr Prof. Dr. Greiner untersucht mit seiner Arbeitsgruppe, wie Leukämiezellen durch körpereigene Immunzellen erkannt werden können, wie die Zerstörung dieser Leukämiezellen gesteigert werden kann und wie diese Ergebnisse bei Patienten mit Leukämien in effektive Therapieverfahren umgesetzt werden können.

Der José Carreras Career Award wird einmal pro Jahr von der José Carreras Leukämie-Stiftung an Wissenschaftler vergeben, die sich durch besonders herausragende klinisch-wissenschaftliche Leistungen auf dem Forschungsgebiet der Leukämie und verwandten Blutkrankheiten auszeichnen. Der José Carreras Career Award ermöglicht jungen Wissenschaftlerinnen und jungen Wissenschaftlern unabhängig von klinischen Strukturen an einem bestimmten Projekt zu forschen, wofür sie sonst zu wenig Zeit und nicht die nötigen finanziellen Mittel hätten. Diese Form des Fördermitteleinsatzes ermöglicht die Erforschung von Heilungsmöglichkeiten der Leukämie, insbesondere durch junge vielversprechende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler.

 

 

Aktuelles 08/10

PD Dr. Lars Bullinger bekommt von der Deutschen Forschungsgemeinschaft ein Heisenberg Stipendium bewilligt.

Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses ist ein besonderes Anliegen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG). Mit dem Heisenberg-Stipendium möchte die DFG herausragenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern ermöglichen, sich auf eine wissenschaftliche Leitungsposition vorzubereiten und in dieser Zeit weiterführende Forschungsthemen zu bearbeiten. Werner Heisenberg, der mit 26 Jahren zum Professor berufen wurde und mit 32 den Nobelpreis für Physik erhielt, wurde Namenspatron dieses Programms zur Förderung junger hoch qualifizierter Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem Weg zur Professur.

Als ausgewiesener Nachwuchswissenschaftler hat Herr PD Dr. Lars Bullinger von der DFG ein Heisenberg Stipendium für drei Jahre bewilligt bekommen. Im Rahmen des Stipendiums wird Dr. Bullinger nun die Freiräume haben, um neben seinen klinischen Tätigkeiten, seine Untersuchungen zur molekularen Charakterisierung akuter myeloischer Leukämien mit Hilfe genomweiter Analysen konsequent weiter verfolgen und weiterhin hervorragende kompetitive wissenschaftliche Arbeit leisten zu können.

Aktuelles 05/10

Claudia Scholl in das Emmy Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft aufgenommen

Das Emmy Noether-Programm ist ein Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) zur Förderung herausragender Nachwuchswissenschaftler. Es soll jungen Forscherinnen und Forschern durch eine fünfjährige Förderung die Möglichkeit geben, sich durch die eigenverantwortliche Leitung einer Nachwuchsgruppe verbunden mit qualifikationsspezifischen Lehraufgaben zügig für eine wissenschaftliche Leitungsaufgabe, insbesondere als Hochschullehrer zu qualifizieren.

Nach einem viereinhalbjährigen Forschungsaufenthalt am Brigham and Women’s Hospital und der Harvard Medical School in Boston (USA) ist Frau Dr. Claudia Scholl im Mai 2009 nach Deutschland zurückgekehrt, um ihre Forschungsarbeiten an der Universität Ulm fortzusetzen. Frau Dr. Scholl wird sich mit ihrer eigenständigen Nachwuchsgruppe einem weitgehend unbekannten Gen namens STK33 widmen, welches von menschlichen Krebszellen mit einer Mutation des KRAS-Gens – einer der häufigsten genetischen Veränderungen bei bösartigen Tumoren – zur Aufrechterhaltung ihres ungebremsten Wachstums benötigt wird. Erkenntnisse aus diesen Forschungsarbeiten werden zur Entwicklung von Hemmstoffen von STK33 beitragen, die in der zielgerichteten Behandlung zahlreicher Krebsarten eingesetzt werden können.

Professor Dr. H. Döhner; Quelle: Univ.klinikum Heidelberg.

Aktuelles 02/10

Heidelberger Anita- und Cuno-Wieland-Preis 2010 an Professor Dr. Hartmut Döhner verliehen

Verdienste des Ulmer Onkologen für Umsetzung von Grundlagenforschung in die Klinik gewürdigt

Professor Hartmut Döhner hat am 6. Februar 2010 für seine Verdienste um die translationale Krebsforschung in Heidelberg den mit 50.000 Euro dotierten Anita- und Cuno-Wieland-Preis erhalten. Er ist Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm und Sprecher des Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU). Die Verleihung fand im Anschluss an das Frühjahrssymposium des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen Heidelberg NCT statt, das intensiv die translationale Krebsforschung vorantreibt. Deren Ziel ist es, Ergebnisse der Grundlagenforschung zum Wohle der Patienten schnell in die klinische Praxis einfließen zu lassen.

Professor Döhner arbeitet seit 1990 eng mit der Abteilung "Molekulare Genetik" am Deutschen Krebsforschungszentrum Heidelberg unter der Leitung von Professor Peter Lichter zusammen und forscht seither intensiv an der genetischen Charakterisierung von chronisch lymphatischen Leukämien.

"Professor Döhner ist 'seit seinen universitären Kindesbeinen' an ein herausragender Krebsforscher mit translationalem Ansatz und zwar schon zu einem Zeitpunkt, als dieser Begriff noch nicht in aller Munde war", sagte sein langjähriger Co-Autor und Freund Professor Peter Lichter, der die Laudatio hielt.

Innovative Arbeiten über genetische Veränderungen bei Leukämien

Professor Döhner verfasste eine Vielzahl innovativer Arbeiten über genetische Veränderungen bei Leukämien. Er war maßgeblich an der Entwicklung neuer Leitlinien beteiligt, die mittlerweile routinemäßig international bei der Behandlung von Patienten mit chronisch lymphatischen Leukämien eingesetzt werden. Diese berücksichtigen genetische und molekulargenetische Risikofaktoren, von denen bekannt ist, dass sie z.B. mit einem Fortschreiten der Erkrankung oder mit dem Auftreten von Komplikationen zusammenhängen. So kann für einen Patienten und seine Erkrankung ein individuelles Risikoprofil errechnet werden, mit dem der Verlauf der Erkrankung und der Erfolg der vorgeschlagen Therapie wesentlich genauer abschätzbar sind.

Seit 1993 richtete Professor Döhner seinen Forscherblick zudem auf die akute myeloische Leukämie (AML). Mit einer Vielzahl hochrangiger Wissenschaftler aus Labor und klinischer Forschung versucht er puzzlesteinartig, die Ursachen der AML besser zu verstehen, um Überlebens- und Heilungschancen dieser Leukämieform zu verbessern. Als Leiter der Deutsch-Österreichischen Studiengruppe für AML setzt er sich in einer der größten Studiengruppen weltweit für innovative Konzepte zur Behandlung der AML ein. Im Rahmen des Comprehensive Cancer Center Ulm strebt er nun an, die translationale Forschung auch bei anderen Krebsarten zu fördern.

Klinische Ausbildung und Beginn der wissenschaftlichen Karriere in Heidelberg

"Es ist mir ein Ehre, an diesem Ort diese Auszeichnung zu bekommen, an dem meine klinische und wissenschaftliche Karriere begonnen hat", bedankte sich Professor Döhner nach der Preisverleihung.

Der gebürtige 52-jährige Bad Kreuznacher studierte in Regensburg, Freiburg und Montpellier Medizin. 1985 begann er in Heidelberg seine Ausbildung zum Facharzt für Innere Medizin sowie zum Hämatologen und internistischen Onkologen. Professor Dr. Werner Hunstein, ehemaliger Ärztlicher Direktor der Abteilung Hämatologie am Universitätsklinikum Heidelberg, war sein prägender klinischer Lehrer und ermöglichte ihm den Start seiner translationalen wissenschaftlichen Karriere. 1988 bis 1990 erforschte er als Stipendiat der Deutschen Krebshilfe an der Universität von Minnesota/USA die Genetik bösartiger hämatologischer Erkrankungen. Der Aufenthalt war Grundlage seiner weiteren translational orientierten forscherischen Tätigkeit.

Die Heidelberger Alois Hirdt-Erben und Wieland-Stiftung wurde aus dem Nachlass eines ehemaligen Oberarztes der Klinik für Radioonkologie und Strahlentherapie gegründet. Sie vergibt den mit 50.000 Euro dotierten Anita- und Cuno-Wieland-Preis für herausragende klinisch-onkologische Forschung sowie eine Förderung über 5.000 Euro für soziale Projekte im Bereich der Onkologie.

Aktuelles & Pressemitteilungen 2009

Dr. Mayer-Steinacker, Kammerpräsident Dr. Datz, S. Rapp, Dr. Mende

Aktuelles 11/09

Frau Dr. med. Regine Mayer-Steinacker wird mit der Wilhelm-Griesinger Medaille geehrt

Die Bezirksärztekammer Südwürttemberg ehrte drei Persönlichkeiten, die sich in besonderem Maße um die palliativmedizinischeVersorgung verdient gemacht haben:

Dr. Regine Mayer-Steinacker ist als Oberärztin und Leiterin der Palliativstation der Klinik im Zentrum für Innere Medizin in Ulm tätig. In der Palliativstation betreut sie Patienten mit nicht mehr heilbaren Tumorerkrankungen durch ein auf jeden Patienten individuell abgestimmtes Behandlungskonzept. Durch eine aktive, umfassende und ganzheitliche Betreuung zusammen mit seinen Angehörigen, die ebenfalls eine gezielte fachliche und menschliche Unterstützung bekommen, kann eine Besserung von Kranheitsbeschwerden angestrebt und erreicht werden.

Es ist im wesentlichen Frau Dr. Mayer-Steinacker zu verdanken, dass den nicht mehr heilbaren Patienten in Ulm eine Möglichkeit zur Verbesserung und Erhaltung ihrer Lebensqualität, mit hoch ambitionierten Fachkräften und voller Nächstenliebe angeboten wird. Die Bezirksärztekammer Südwürttemberg ehrte Frau Dr. Mayer-Steinacker in Anerkennung ihrer Verdienste mit der Wilhelm-Griesinger-Medaille.

Aktuelles 06/2009

Prof. Dr. C. Buske wird Direktor des Institus für Experimentelle Tumorforschung

Zum 1. Juli 2009 hat Prof. Dr. C. Buske die Leitung des Instituts für Experimentelle Tumorforschung übernommen, das als Forschungsinstitut des CCCU eine wichtige Brückenfunktion zwischen den Kliniken und Instituten der Grundlagenforschung übernehmen wird. Das Institut mit über 500 m² Laborfläche und modernster Ausstattung wird sich auf die Erforschung der Entstehungsmechanismen von Tumoren konzentrieren. Dabei hat das Institut zum einen das Ziel in enger Kooperation mit den im CCCU eingebundenen Kliniken Forschungserkenntnisse in neue Therapieansätze umzusetzen, zum anderen möchte das Institut Erkenntnisse klinischer Studien in experimentellen Modellen näher untersuchen. Die Umsetzung dieses Konzeptes wird dadurch erleichtert, dass das Institut in nächster Umgebung sowohl zu den Kliniken als auch zu den grundlagenorientierten Instituten im neuen ‚Life Science‘ Gebäude der Universität lokalisiert ist.

Prof. Buske als Direktor des Instituts hat nach seinem Studium der Humanmedizin in Münster/Westf. seine Ausbildung als Facharzt für Innere Medizin und seine Zusatzbezeichnung Hämatologie und internistische Onkologie an der Universitätsklinik Göttingen und zuletzt am Klinikum Großhadern, München, erworben, wo er seit 2005 als Oberarzt tätig war. Von 1998 – 2001 absolvierte er ein von der DFG gefördertes Forschungsstipendium am Terry Fox Laboratory in Vancouver, Kanada, wo er sich intensiv mit der Biologie normaler hämatopoetischer Stammzellen und leukämischer Stammzellen bei Patienten mit akuter Leukämie beschäftigte. Nach seiner Rückehr nach München gelang es ihm in vielfach mit Preisen ausgezeichneten Arbeiten wichtige Aspekte der Leukämieentstehung erstmals darzustellen. Dabei konzentrierten sich seine Arbeiten auf die Charakterisierung der Tumorstammzellen bei der Leukämie, die für das Leukämiewachstum von entscheidender Bedeutung sind. Die Arbeitsgruppe von Prof. Buske konnte zeigen, dass leukämische Stammzellen sich von gesunden Blutstammzellen in ihren Oberflächenstrukturen unterscheiden und damit selektiven Therapieansätzen zugänglich sein können. In Ulm möchte Prof. Buske diese erfolgreichen Arbeiten fortsetzen und Krebs als ‚Stammzellerkrankung‘ und als ‚Alterserkrankung‘ betrachtend in Kooperation mit den Kliniken und Instituten die Forschungsschwerpunkte ‚Stammzellbiologie‘ und ‚Altern‘ der Fakultät und Universität weiter stärken. Zudem wird Prof. Buske in der Klinik für Innere Medizin III seine klinische Arbeit fortsetzen und sich insbesondere auf seinen zweiten Forschungsschwerpunkt - Behandlung von follikulären Lymphomen und M. Waldenström - konzentrieren.

Aktuelles 6/09
Ulmer Wissenschaftler endecken neuen Ansatzpunkt zur zielgerichteten Krebsbehandlung

Die Identifizierung von Genen mit Bedeutung für die Entstehung von Krebserkrankungen kann zur Entwicklung neuartiger, zielgerichteter Behandlungsverfahren beitragen. Allerdings eignen sich zahlreiche Genveränderungen, die bei bösartigen Tumoren nachweisbar sind, nicht als Angriffspunkte für eine gezielte Krebsbehandlung. Beispielsweise ist es trotz intensiver Bemühungen bislang nicht gelungen, Medikamente zur Hemmung des KRAS-Gens zu entwickeln, obwohl Veränderungen dieses Gens bei ca. 30% aller menschlichen Tumoren nachweisbar sind und eine entscheidende Rolle für das krankhafte gesteigerte Zellwachstum bei unterschiedlichen bösartigen Erkrankungen (z.B. bestimmten Leukämieformen, Darm-, Lungen- und Bauchspeicheldrüsenkrebs) spielen. Im Rahmen eines Forschungsaufenthalts am Brigham and Women’s Hospital sowie der Harvard Medical School in Boston (USA) gelang Dr. med. Claudia Scholl und PD Dr. med. Stefan Fröhling, beide Mitarbeiter der Klinik für Innere Medizin III des Universitätsklinikums Ulm, der Nachweis, dass menschliche Krebszellen mit einer Veränderung des KRAS-Gens zur Aufrechterhaltung ihres ungebremsten Wachstums von der Funktion eines weiteren, bislang weitgehend unbekannten Gens namens STK33 abhängig sind. Diese Entdeckung, die am 29. Mai 2009 in der Fachzeitschrift Cell veröffentlicht wurde (Scholl and Fröhling et al. Cell 137:821-834, 2009), basierte auf dem Einsatz der sog. RNA-Interferenz-Technologie, welche es ermöglicht, die Funktion von mehreren Tausend Genen gleichzeitig zu untersuchen. Die Ulmer Wissenschaftler hoffen, dass ihre Erkenntnisse zur Entwicklung von Hemmstoffen von STK33 führen werden, die in der zielgerichteten Behandlung zahlreicher Krebsarten eingesetzt werden können.

Aktuelles 6/09
Entscheidende Schritte auf dem Weg in die Klinik – Deutsches Krebsforschungszentrum vergibt Richtzenhain-Preis für translationale Krebsforschung

Krebsforschung soll dem Patienten dienen: Sie soll Wege zur Vorbeugung aufzeigen, Diagnosemethoden verfeinern oder neue Behandlungsansätze hervorbringen. Der Richtzenhain-Preis, den das Deutsche Krebsforschungszentrum alljährlich vergibt, zeichnet exzellente Wissenschaftler aus, deren Arbeit auf vorbildliche Weise Ergebnisse aus der Krebs-Grundlagenforschung in die Klinik übertragen. Einer von zwei Richtzenhain-Preisträgern 2008 ist Professor Dr. Stephan Stilgenbauer vom Universitätsklinikum Ulm. Seit seiner Promotion dreht sich seine Forschung um die chronisch lymphatische Leukämie (CLL), den häufigsten Blutkrebs beim Erwachsenen. Der Arzt und Wissenschaftler trug wesentlich dazu bei, dass die Erkrankten heute anhand spezifischer Veränderungen im Erbgut der Krebszellen unterschiedlichen Risikogruppen zugeordnet werden können. Bestimmte Erbgutverluste in den Leukämiezellen gehen etwa mit einem sehr ungünstigen Verlauf der Erkrankung einher. Ärzte können daran erkennen, welche ihrer Patienten eine besonders intensive Therapie benötigen.

Aktuelles 4/09
Ulmer Tumorzentrum Spitzenzentrum der Krebsmedizin

 Das Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU) wird im Rahmen des Förderschwerpunktprogramms „Onkologische Spitzenzentren“ der Deutschen Krebshilfe e.V. über drei Jahre mit 3 Millionen Euro gefördert. [mehr]

 

Aktuelles 3/09
Neue Palliativstation in der Klinik für Innere Medizin III eröffnet

Am 1. März 2009 wurde die neue Palliativstation für die Innere Medizin III eröffnet. 

Kernteam

Neue Palliativstation in der Klinik für Innere Medizin III eröffnet

Das lateinische Wort „palliare“ bedeutet „mit einem Mantel umhüllen“ - genau das ist im übertragenen Sinne das Ziel der neuen Palliativstation am Universitätsklinikum. Patienten, deren Krankheiten nicht mehr heilbar sind, erhalten hier von einem speziell ausgebildeten, berufgruppenübergreifenden Team ganzheitliche Hilfen, die ihre Lebensqualität für die Rückkehr nach Hause oder in eine Pflegeeinrichtung verbessern.

 
„Vor kurzem wurde unser Integratives Tumorzentrum (das Comprehensive Cancer Center Ulm) von der Deutschen Krebshilfe als Onkologisches Spitzenzentrum ausgezeichnet. Zu einem Exzellenzzentrum gehört nicht nur Diagnostik und Therapie von Krebserkrankungen auf höchsten Niveau, sondern auch die ganzheitliche Versorgung Schwerstkranker in ihrem letzten Lebensabschnitt“, erklärt Prof. Dr. Hartmut Döhner, Ärztlicher Direktor der Klinik für Innere Medizin III. Derzeit werden vor allem Krebspatienten aus dieser Klinik in den sieben Betten der neuen Station betreut, deren Ausbau in Zukunft aber auch die Aufnahme von Patienten anderer Fachgebiete ermöglichen kann.

 

Die Palliativstation kümmert sich im Gegensatz zu einem Hospiz nicht in erster Linie um die Pflege von Menschen kurz vor dem Tod. „Wir wollen Patienten, deren Krankheiten nicht mehr geheilt werden können, helfen, die verbleibende Lebenszeit so gut wie möglich zu erleben“, betont Oberärztin Dr. Regine Mayer-Steinacker, Leiterin der Palliativstation. „Unser Ziel ist es, z. B. Folgeerscheinungen schwerer Krankheiten wie Übelkeit, Atemnot, Erschöpfung oder Schmerzen so zu behandeln, dass Patienten bei Ihrer Rückkehr nach Hause oder in Pflegeeinrichtungen eine möglichst hohe Lebensqualität haben.“

 

Zum Palliativ-Team gehören neben Ärzten und Pflegekräften mit spezieller Fachausbildung auch geschulte Physiotherapeuten, Psychotherapeuten, Kunst- und Musiktherapeuten, Seelsorger und Sozialarbeiter. „Ganz wichtig ist uns, unsere Patienten in ihr häusliches Leben zurückzubegleiten“, beschreibt Stationsleiter Michael Kendel. „Wir kümmern uns z. B. darum, dass die Einordnung in eine Pflegestufe gesichert ist und organisieren mit der Brückenpflege die Versorgung nach dem Krankenhausaufenthalt. Dabei halten wir engen Kontakt zu den Angehörigen, beraten sie in praktischen und psychologischen Fragen und arbeiten eng mit Hospiz- und Pflegeeinrichtungen zusammen.“

 

Die Palliativstation der Klinik für Innere Medizin III befindet sich in einem abgeschirmten Bereich der Klinik für Innere Medizin III. Ihre Zimmer haben beispielsweise spezielle Betten, deren Matratzen den Rücken stützen und einem Wundliegen vorbeugen. Derzeit werden die Räume mit mehr Wohnkomfort ausgestattet, in diesem Jahr wird ein Wintergarten als Aufenthaltsraum angebaut.

Aktuelles 2/09
PD Dr. med. Thorsten Zenz erhält den Forschungspreis der Franziska Kolb-Stiftung

Chemotherapieresistenz bei der chronischen lymphatischen Leukämie: Identifizierung von Ursachen und Strategien zu ihrer Überwindung

Zur Entwicklung risikoadaptierter Therapiestrategien sind aussagekräftige prognostische Modelle essenziell. Neben dem Mutationsstatus der rearrangierten variablen Immunglobulin-Gene (VH-Mutationsstatus) und der Expression von ZAP-70 haben insbesondere spezifische genomische Aberrationen (11q- und 17p-Deletion) eine wichtige prognostische Bedeutung bei der CLL. Klinische Merkmale einer schlechten Prognose wie z.B. die Therapieresistenz gegenüber Fludarabin (F) sind aber zur Zeit durch die bekannten Prognoseparameter nur teilweise erklärt.

In der ausgezeichneten Arbeit wurde ein Beitrag zur besseren Charakterisierung von Risikopatienten geleistet.

Es wurde die Frage gestellt, welche weiteren Faktoren identifizierbar sind, die bei Patienten mit CLL eine außergewöhnlich schlechte Prognose vorhersagen und damit eine frühe Risikostratifizierung und alternative Therapiekonzepte nötig machen. In einer ersten Untersuchung wurde der Effekt der 17p-Deletion und der TP53-Mutation geklärt. Der größte Teil der Patienten mit 17p-Deletion hat ein mutiertes verbleibendes TP53 Allel und somit erklärt sich die Therapieresistenz. Unklar war bisher der Effekt von 17p-Deletion ohne Mutation und insbesondere die alleinige TP53-Mutation.

Die unabhängige prognostische Bedeutung von TP53-Mutationen auch ohne 17p Deletion konnte in einem multivariaten Modell gezeigt werden (Blood. 2008 Oct 15;112(8):3322-9).

In einer Bestätigungsstudie wurde die Rolle der TP53-Mutationen in einer Untersuchung an 342 Patienten in der Erstlinientherapie-Situation einer randomisierten multizentrischen Studie (CLL4) untersucht. Der unabhängige prognostische Stellenwert der alleinigen TP53-Mutation wurde bestätigt. Die Bedeutung der TP53-Mutation wird dabei durch folgende Befunde aus der Analyse deutlich: im multivariaten Modell unter Berücksichtigung aller relevanten Prognosefaktoren ist die TP53-Mutation der stärkste negative Prädiktor für schlechtes Gesamtüberleben mit einem 11-fach erhöhten Risiko (HR 11.61, p<.001); In der Gruppe der Patienten mit TP53-Mutation fand sich kein einziger mit einer kompletten Remission. Dieses Ergebnis hat hohe klinische Relevanz, da bei der CLL somit eine neue Gruppe von Patienten identifiziert werden konnte, deren Verlauf ähnlich zu den Patienten mit 17p-Deletion ist. Diese Patienten zeigen bei Anwendung der derzeitigen Standardbehandlung mit Chemotherapie eine extrem schlechte Prognose und werden inzwischen in der Erstlinientherapie risikostratifiziert mit Antikörpern und anderen neuen Substanzen behandelt.

Aktuelles & Pressemitteilungen 2008

Aktuelles 12/08

Ulmer Forschungsprojekte bei der José-Carreras-Gala 2008 [zur MDR Mediathek].

Aktuelles 11/08
Für seine Forschungen zur akuten myeloischen Leukämie (AML) erhält PD Dr. Richard F. Schlenk am 10. November den diesjährigen Merckle-Forschungspreis.

Die akute myeloische Leukämie (AML) ist die häufigste Form der akuten Leukämien im Erwachsenenalter. Zur Vorhersage der Heilungschancen der einzelnen Patienten werden seit langem Veränderungen der Chromosomen in den Leukämiezellen herangezogen. Die Untersuchung der Chromosomen erfolgt zum Diagnosezeitpunkt mit Hilfe der klassischen Bänderungsanalyse unter Verwendung der Lichtmikroskopie. In etwa 50 Prozent der AML Patienten können mit dieser Untersuchungsmethode keine chromosomalen Veränderungen nachgewiesen werden. In diesen Fällen wird die Leukämie als AML mit normalem Karyotyp klassifiziert.

In den letzten Jahren ist es Wissenschaftlern weltweit gelungen mit Hilfe molekulargenetischer Techniken Veränderungen in verschiedenen Genen bei der AML mit normalem Karyotyp zu entschlüsseln und diese auf ihre klinische Bedeutung hin zu untersuchen. Bei diesen genetischen Veränderungen handelt es sich um kleinste Veränderungen der Erbsubstanz von Leukämiezellen, die lichtmikroskopisch nicht nachweisbar sind.
An diesen Forschungsarbeiten waren Mitarbeiter/innen der Klinik für Innere Medizin III (Hämatologie, Onkologie, Rheumatologie und Infektionskrankheiten) des Universitätsklinikums Ulm in Zusammenarbeit mit Mitarbeiter/innen der Abteilung für Hämatologie, Hämostaseologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover maßgeblich beteiligt. Seit mehr als 15 Jahren führt die Deutsch-Österreichischen AML Studiengruppe (AMLSG) an mittlerweile mehr als 50 Zentren in Deutschland und Österreich unter Ulmer und Hannoveraner Leitung klinische Studien bei Patienten mit AML durch. Neben den klinischen Fragestellungen war und ist es ein wesentliches Anliegen der AMLSG Studiengruppe genetische Veränderungen in den Leukämiezellen zu charakterisieren, deren Beteiligung an der Leukämieentstehung zu untersuchen und diese Veränderungen zur Vorhersage der Prognose zu nutzen. Ein entscheidender wissenschaftlicher Beitrag ist der AMLSG Studiengruppe in einer aktuell publizierten Arbeit (Schlenk RF, Döhner K. et al., N Engl J Med 358:1909-18, 2008) gelungen, in der über 800 Patienten mit AML und normalem Karyotyp auf Veränderungen in verschiedenen Genen (NPM1, FLT3, CEBPA, MLL, RAS) untersucht wurden.

Es zeigte sich, dass bestimmte Genveränderungen oder die Kombination verschiedener Genveränderungen miteinander vorhersagen, wie gut Patienten auf eine Chemotherapie ansprechen, wie hoch die Wahrscheinlichkeit eines Rückfalls und wie gut die Heilungschancen sind. Von enormer Bedeutung für die klinische Entscheidungsfindung ist der Vergleich verschiedener Therapieformen, der in dieser Arbeit durchgeführt werden konnte. Es zeigte sich, dass Patienten mit prognostisch ungünstigen Genveränderungen nach einer Knochenmark- oder Blutstammzell-Transplantation vom Familienspender höhere Heilungschancen haben, wohingegen Patienten, deren Genveränderungen eine günstige Prognose vorhersagen, nicht von dieser intensiven Behandlungsform profitieren. Die in dieser Studie identifizierten Genveränderungen und deren prognostische Wertigkeit werden in der aktuell aufgelegten Klassifikation der Weltgesundheitsorganisation der AML berücksichtigt, was die Bedeutung der Ergebnisse unterstreicht.

Sendemitschnitt vom 11. November 2008, Quelle: Regio TV Schwaben

Aktuelles 09/08
Wilsede-Akademie verleiht Michael Schmitt den Hans-Jochen Illiger Gedächtnispreis 2008
Die Wilsede-Akademie für Onkologie und Hämatologie verleiht dem Ulmer Arzt und Tumorimmunologen Prof. Dr. med. Michael Schmitt den diesjährigen „Hans-Jochen Illiger Gedächtnispreis“ in Anerkennung seiner herausragenden wissenschaftlichen Leistung im Bereich der translationalen Forschung. Die Publikation aus Michael Schmitts Arbeitsgruppe mit dem Titel „RHAMM-R3 Peptidvakinierung für Patienten mit AML, MDS und Multiplem Myelom ruft immunologische und klinische Antworten hervor“ (Blood 2008; 111:1357-65) steht ganz in der Tradition der Arbeit von Prof. Dr. med. Hans-Jochen Illiger, da sie der Verbesserung der Therapie von Leukämie- und Lymphompatienten dient.

Der Preis ist mit € 7.500,- dotiert und wurde Michael Schmitt anlässlich der 3. Jahrestagung der Wilsede-Akademie am 26.09.2008 in Hamburg verliehen.

Insgesamt wurden in Ulm und dem kooperierenden Zentrum Lublin (Polen) 26 Patienten mit dem RHAMM-R3-Peptid vakziniert. Bei der Hälfte der Patienten kam es zu einem klinischen Ansprechen, 70% der Patienten zeigten ein immunologisches Ansprechen. Es ist geplant, in anlaufenden Studien auch Patienten mit soliden Tumoren und Patienten nach allogener Stammzelltransplantation mit dem RHAMM-R3-Peptid zu impfen.

Aktuelles 06/08
Stefan Fröhling erhält European Hematology Association – José Carreras Foundation Young Investigator Fellowship
Der Ulmer Wissenschaftler PD Dr. Stefan Fröhling, derzeit am Brigham and Women’s Hospital, Harvard Medical School (Boston, USA) tätig, ist der Gewinner des diesjährigen European Hematology Association – José Carreras Foundation Young Investigator Fellowship. Dies wurde am 13. Juni auf der Tagung der European Hematology Association in Kopenhagen bekanntgegeben. Der mit 84.000 Euro dotierte Förderpreis wird jährlich vergeben, um vielversprechende Nachwuchswissenschaftler auf dem Gebiet der Hämatologie über einen Zeitraum von zwei Jahren beim Aufbau eines eigenständigen Forschungsprogramms zu unterstützen. Dr. Fröhling und seine Arbeitsgruppe werden die bereitgestellten Fördermittel nutzen, um mit Hilfe moderner molekulargenetischer Verfahren die Rolle des Transkriptionsfaktors CDX2 in der Entstehung der akuten myeloischen Leukämie zu untersuchen.

Aktuelles 05/08
Kleinste Genveränderungen beeinflussen Heilungschancen bei Leukämie
Wissenschaftler am Universitätsklinikum Ulm und der Medizinischen Hochschule Hannover ist es gelungen, bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie bisher nicht sichtbare genetische Defekte zu entschlüsseln. Ihre Erkenntnisse ermöglichen Vorhersagen zu Heilungschancen und zielgerichteteren Therapieformen. Die Ergebnisse ihrer Studie sind am 1. Mai 2008 in der renommierten Zeitschrift New England Journal of Medicine;358(18):1909-18 erschienen.
Presseinformation 01.05.08

Aktuelles 05/08
Die Deutsche José Carreras Leukämie Stiftung hat 2008 die Förderung folgender Projekte bewilligt:

  • die Analyse komplexer genomischer Veränderungen zur Identifizierung neuer prognostischer Marker und der Biologie von Resistenzmechanismen bei der fortgeschrittenen CLL: Detaillierte Untersuchungen im Rahmen der prospektiven CLL2O Studie der DCLLSG
    Projektbeschreibung
  • Genetische und funktionelle Charakterisierung der akuten myeloischen Leukämie (AML) mit Translokation t(8;21) sowie Evaluation der prognostischen Bedeutung
    Projektbeschreibung
  • die Untersuchung der Wilms’ Tumor (WT1) Mutationen bei der akuten myeloischen Leukämie des Erwachsenen mit normalem Karyotyp.
    Projektdarstellung
     

Aktuelles 05/08
Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) fördert Projekt im Rahmen des Nationalen Genomforschungsnetzes (NGFN3)

Dr. Bullinger und seine Arbeitsgruppe aus der Klinik für Innere Medizin III fahnden nach neuen Krankheitsgenen bei der akuten myeloischen Leukämie.
Projektdarstellung.


 


Aktuelles & Pressemitteilungen 2007

Focus Nr. 48 11/2007
Krebs: die große Ärzteliste

Deutsches Krebsforschungszentrum und Universitätsklinikum Ulm forschen gemeinsam

In der ersten Kooperationseinheit des Deutschen Krebsforschungszentrums außerhalb der Medizinischen Fakultät Heidelberg entschlüsselt ein Team unter der Leitung des Wissenschaftlers Dr. Daniel Mertens genetische Grundlagen, die die Entstehung von Leukämien erklären und Heilungsansätze liefern könnten.
Pressemitteilung
Visite, Jahrgang 12, Nr 95, Oktober 2007

Aktuelles 05/07

Die Deutsche José Carreras Leukämie Stiftung hat 2008 die Förderung folgender Projekte bewilligt:

  • die Entwicklung einer Polyvalenten Peptidvakzinierung für Patienten mit malignen hämatologischen Erkrankungen
    Projektdarstellung
  • die molekulare Charakterisierung akuter myeloischer Leukämien mit normalem Karyotyp mit Hilfe von DNA Microarray Analysen (array CGH).
    Projektdarstellung
  • den „Global Genomics Viewer“, ein Programm zur integrativen Auswertung und Visualisierung von Microarray Daten zur Aufdeckung neuer pathogenetischer Zusammenhänge bei der Entstehung von Leukämien.
    Projektbeschreibung

Aktuelles 05/07
Neue Forschungsförderung durch Bundesministerium für Bildung und Forschung
BMBF bewilligt Forschergruppe "Klinische Infektiologie"
Projektdarstellung

Südwest Presse 03/07
Eröffnungsfeier des CCCU am 10.3.2007
Mit neuen Strukturen gegen Krebs

Im Focus Onkologie 01/07
Kongressbericht: Jahrestagung der American Society of Hematology
Allogene Transplantation: Und sie ist doch sinnvoll!

 

 


Aktuelles & Pressemitteilungen 2006

ASH News Daily 2006, Issue III - Monday, December 11, 2006

Normal Karyotype AML: No More “One Size Fits All?”   

Aktuelles 05/06
Die Deutsche José Carreras Leukämie Stiftung hat 2008 die Förderung folgender Projekte bewilligt:

  • die Erstellung von microRNA (miRNA) Expressionsprofilen bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie (AML) und funktionelle Analyse pathogenetisch relevanter miRNAs.
    Projektbeschreibung
  • die sensitive TP53 Mutationsanalyse mittels DHPLC-basiertem Hochdurchsatzverfahren und Charakterisierung der biologischen (Genexpression, Funktion) und klinischen (Ansprechen, Überlebenszeit) Bedeutung bei der chronischen lymphatischen Leukämie: Analyse im Rahmen der CLL4 Studie der DCLLSG.
    Projektbeschreibung
  • die Untersuchung minimaler Resterkrankung bei Patienten mit akuter myeloischer Leukämie und normalem Karyotyp mit Veränderungen in den Genen NPM1 und FLT3, sowie Prüfung der prognostischen Bedeutung.
    Projektdarstellung

  • Allogene Stammzelltransplantation bei Patienten mit akuter Leukämie oder myelodysplastischem Syndrom im Alter von mehr als 55 Jahren: Multizentrische Phase II Studie zur dosisreduzierten Konditionierung unter Verwendung eines 90Yttrium markierten anti-CD6
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