Labor für Liquordiagnostik und klin. Neurochemie der Neurologischen Uniklinik im RKU

Kontakt:

Tel.: 0731 / 500-63047

Tel.: 0731 / 177-1519

Fax: 0731 / 177-1592

 

Fragen, Hinweise oder Anregungen an:

Herr Prof. Dr. H. Tumani oder

Frau Dr. V. Lehmensiek (0731/ 177-1519)

 

Anschrift:

RKU Universitäts- und Rehabilitationskliniken Ulm gGmbH

Labor für Liquordiagnostik und klin. Neurochemie

Oberer Eselsberg 45

89081 Ulm

Labor für Liquordiagnostik und klin. Neurochemie (Prof. Dr. med. H. Tumani, PD Dr. med. J. Lewerenz, Prof. Dr. med. M. Otto, Prof. Dr. med. A.C. Ludolph)

Seit 1999 besteht in unserer Abteilung ein Liquorlabor, das inzwischen einen Probenumsatz von über 2500 Liquor-Serum Probenpaaren pro Jahr aufweist.
Durch die Verfügbarkeit einer standardisierten Probenbank mit Schwerpunkt neurodegenerative Erkrankungen und Multiple Sklerose können neue Methoden hinsichtlich ihrer klinischen Relevanz unverzüglich evaluiert werden. Über die Probenbank ergeben sich darüber hinaus nationale und internationale Kooperationsmöglichkeiten.
Aufgrund des angebotenen Methodenspektrums und der nachgewiesenen Qualitätsstandards gehört das Labor zu den wenigen Ausbildungslabors in Deutschland, die durch die Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und klinische Neurochemie (DGLN) zertifiziert und von der Deutschen Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) akkreditiert sind. Neben der Routinediagnostik kann im Liqurlabor zukünftig auch die für den Erwerb des Fachzertifikates Liquordiagnostik erforderliche Ausbildung angeboten werden.
Jährlich wird ein Liquordiagnostik-Kurs für Ärzte und medizinisch-technische Assistentin angeboten, in dem Grundlagen und klinische Befundbeispiele interaktiv vermittelt werden. Der Ulmer Liquordiagnostik-Kurs ist für den Erwerb des Liquorzertifikats der DGLN anerkannt.

Pfeil nach oben Nach oben

Mitarbeiter

LeitungProf. Dr. med. H. Tumani, Prof. Dr. med. M. Otto, PD Dr. med. J. Lewerenz, Prof. Dr. med. A.C. Ludolph
ÄrzteOA Dr. med. S. Jesse,  Dr. med. R. Gastl, Dr. med. M. Senel
NaturwissenschaftlerinDr. rer.nat. V. Lehmensiek
TA‘sR. Aksamija, C. Ondratschek, E. Demirtas,  J. Fink,
D. Vogel
ProbenbankA. Pabst, D. Schattauer
Medizinische DokumentationM. Bulut
QualitätsmanagementDr. rer.nat. V. Lehmensiek, R. Aksamija


Pfeil nach oben Nach oben

Bedeutung der Liquoranalytik

Die Analyse des Liquors ist ein essentieller Bestandteil der neurologischen Diagnostik. Neben dem Nachweis oder Ausschluss eines entzündlichen Erreger- oder autoimmunologisch bedingten Prozesses liefert die Liquoruntersuchung wichtige Hinweise auf neoplastische Erkrankungen der Meningen und des ZNS, auf die CT-negative Subarachnoidalblutung sowie auf neurodegenerative Erkrankungen (dementielle Syndrome, ALS, atypische Parkinson Syndrome)
Liquoruntersuchungsprogramm: Die Liquordiagnostik besteht aus einem dreiteiligen Stufenprogramm: Notfalldiagnostik (Beschaffenheit, Zellzahl, Gesamtprotein, Laktat), Basisdiagnostik (Differentialzellbild, Albumin, Immunglobuline (IgG, IgA, IgM) und Spezialdiagnostik (oligoklonale Banden, erregerspezifische Antikörper, Markerproteine für ZNS-spezifische Destruktion und Aktivität).
Um eine Aussage über eine mögliche autochtone Produktion von Immunglobulinen oder erregerspezifischen Antikörpern treffen zu können, ist die parallele Untersuchung von Liquor und Blut erforderlich, da die größten Proteinfraktionen im Liquor aus dem Blut stammen. Die gebildeten Liquor-Blut-Quotienten werden schließlich in Abhängigkeit von der individuellen Blut-Liquor-Schrankenfunktion evaluiert.
Die Auswertung einer intrathekalen Synthese von Immunglobulinen erfolgt mit Hilfe der Quotientendiagramme, bei denen Liquor-Serum-Quotienten für IgG, IgA und IgM jeweils gegen den Liquor-Blut-Quotienten für Albumin (Parameter für Schrankenfunktion) aufgetragen werden. Die graphische Evaluation dieser Parameter erlaubt die Erfassung krankheitstypischer Befundkonstellationen, die eine hohe diagnostische Spezifität erreichen.
ZNS-spezifische Markerproteine: Durch die inzwischen verlässliche Quantifizierung hirneigener zellspezifischer Markerproteine im Liquor und im Serum (meningeale, gliale und neuronale Proteine) können auch bei chronisch neurodegenerativen Erkrankungen (Alzheimer Demenz, Normaldruckhydrozephalus, Amyotrophe Lateralsklerose) zugrunde liegende Pathomechanismen (Neuronen- und Axonenschädigung, astrogliale und mikrogliale Aktivierung, Demyelinierung) erfasst werden.

Evaluation des Liquorgesamtbefundes:
Insbesondere die Entwicklung eines integrierten Liquorbefundes mit der Möglichkeit, krankheitstypische Befundmuster darzustellen, hat durch seine Bedeutung in der Neurologie eine weite Verbreitung gefunden.
Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass nur dort, wo eine integrierte Liquordiagnostik betrieben wird, den Erwartungen sowohl der Klinik als auch der Labormedizin Genüge getan wird. Entscheidend ist dabei die Kenntnis moderner Schrankenkonzepte, das Beherrschen empfindlichster Techniken der Zytologie und Proteindiagnostik (isoelektrische Fokussierung) und die enge Kooperation mit der Neurologischen Klinik.

Dass die verschiedenen Analysezweige in der Klinischen Neurochemie (Zytologie, Proteinanalytik etc.) bis zur Befundung in eine Hand gehören, wird auch schon dadurch ersichtlich, dass der zu untersuchende Liquor im Gegensatz zu Blut oder Urin nur einmal i.d.R. einer Lumbalpunktion gewonnen wird. Der Liquor ist also ein besonders kostbares Gut, woraus die Notwendigkeit eines schrittweisen analytischen Vorgehens (gestufte Diagnostik) je nach klinischer Fragestellung und Vorbefunden resultiert und damit auch die längerfristige Aufbewahrung der Probe.

Pfeil nach oben Nach oben

Untersuchungsmaterial:

Liquor, Serum, sonstige Proben bei V.a. Liquorrhoe

Untersuchte Parameter (siehe Homepage der Klinik, Anforderungsformular als Download-Dokument erhältlich):


Zytologie:    Liquor-Zellzahl, Liquorzellbild
Proteine:     Gesamtprotein, Laktat*, Immunglobuline (IgG, IgA und IgM), oligoklonale IgG-Banden mit Isoelektrischer Fokussierung


Erregerspezifische Antikörper: Borrelien (IgG, IgM), FSME (IgG, IgM), Masern, Röteln, Zoster, Herpes-simplex, Herpes-zoster, CMV, EBV

 

ZNS-spezifische Proteine:
Beta-Trace (Prostaglandin-D-Synthase)*, Ferritin, Beta-2-Mikroglobulin, Tau-Protein, ß-Amyloid (1-42, 1-40*), 14-3-3 Protein*/**, Hypocretin-1 (Orexin-A)*/**, Neurofilamente*/**, CXCL 13*, ZNS Autoantikörper*. (*Parameter nicht akkreditiert, ** Paremeter extern)

Pfeil nach oben Nach oben

Hinweise

Aktuelle Angaben zur Messunsicherheit der einzelnen Untersuchungsverfahren werden auf Anfrage zur Verfügung gestellt.
Das Leistungsspektrum und die Referenzbereichsangaben werden zeitnah aktualisiert, siehe Aktualisierungsdatum auf der Rückseite des Anforderungsscheines bzw. Endbefundes. Bei kurzfristigen Änderungen können die Referenzbereichsangaben ggf. nicht dem aktuellen Stand entsprechen.

Wissenschaftliche Aktivitäten

  1. Liquor-Serum Probenbank
  2. Identifikation und Evaluation von Substanzen hinsichtlich ihrer Relevanz als Diagnose-, Aktivitäts- und Progressionsmarker bei chronisch-entzündlichen und neurodegenerativen Erkrankungen mittels sensitiven Immunoassays und neuartigen Verfahren (z.B. Proteomics)
  3. Korrelation biochemischer Marker mit Bildgebungsmethoden (z.B. BPF, MR-Spektroskopie, PET)

 

Dokumente

 

download -> Dokument für Liquoranalytik-Anforderung

 

download -> Orexin (Hypocretin-1) Bestimmung und Info

 

download -> Orexin (Hypocretin-1) Anforderungsschein

 

download -> PRIMÄRPROBEN-HANDBUCH

 

Dokumente des Qualitätsmanagement

 

download -> Urkunde DAkkS

 

download -> Anlage DAkkS

 

Liquordiagnostikkurse:

Nächster Liquordiagnostikkurs 07.-09. April 2016 download -> Programm

 

Weitere Termine des jährlich angebotenen Liquordiagnostik-Kurses s. homepage DGLN

 

Weitere Infos:

 

Homepage der „Deutsche Gesellschaft für Liquordiagnostik und klinische Neurochemie“
www.dgln.de

www.nemos-net.de

www.bioms.eu

www.dmsg.de

www.kkn-ms.de

 



Pfeil nach oben Nach oben

gepunktete blaue Linie 1000px breit