Gedächtnissprechstunde
Über Ihr Interesse an unserem Angebot freuen wir uns sehr. Auf diesen Seiten geben wir Ihnen wichtige Informationen zum Thema Gedächtnisstörungen und Demenz sowie praktische Hinweise zu unserer Ambulanz.
Sprechstundentermine:
Montag, Dienstag und Mittwoch sowie nach Vereinbarung
Terminvereinbarungen:
Tel. 0731 / 500 - 63011
Fax 0731 / 500 - 63012
Anschrift:
Oberer Eselsberg 45
89081 Ulm
Unser Angebot:
- Demenz-Früherkennung
- Demenz-Differentialdiagnostik
- Beratung und Therapieempfehlung
- Verlaufsuntersuchungen und Therapiekontrolle
- Aufklärung und Information
- Sozialmedizinische Beratung
Ansprechpartner:
Prof. Dr. C. von Arnim, Prof. M. Otto, Dr. V. Steinwald
Dr. S. Jesse, Dipl. troph. E. Baier, Dr. Polivka, J. Baslic, S. Gualazzini, A. Sprengel, E. Diehl-Wiesenecker
Demenzerkrankungen
Gedächtnisstörungen leichterer bis schwerer Art können mit zunehmendem Alter auftreten. Dies gehört jedoch nicht zwangsläufig zum normalen Altern. Hinter Gedächtnisstörungen können sich viele Ursachen verbergen. Häufig sind sie Anzeichen einer dementiellen Erkrankung. Bei einer dementiellen Erkrankung (‚Demenz’, ‚Hirnleistungsstörung’) treten Störungen der Gedächtnisfunktion, die zu einer Beeiträchtigung im alltäglichen Leben führen auf. Im weiteren Verlauf kann es bei dieser langsam fortschreitenden Erkrankung dann auch zu Veränderungen der Persönlichkeit und auffälligem Verhalten kommen. Demenzerkrankungen sind nicht selten. Die Häufigkeit liegt bei >10 % der Menschen über 65 Jahre und steigt an auf ca. 30 % in der Altersgruppe über 90 Jahre. Frühformen können bereits ab dem 40. Lebensjahr vorliegen. Aufgrund der sich wandelnden Altersstruktur in Deutschland wird daher die Absolutzahl der hiervon betroffenen Patienten in den nächsten Jahren deutlich zunehmen.
Gedächtnissprechstunde
Seit 1997 besteht an der Neurologischen Poliklinik der Universität Ulm eine Gedächtnissprechstunde. Wir sind eine hochspezialisierte Einrichtung und überregionale Anlaufstelle für alle Patienten, bei denen subjektive oder von Angehörigen bemerkt Gedächtnisstörungen bestehen. Daher haben wir ein interdisziplinäres und multiprofessionelles Team mit langjähriger Expertise auf diesem Gebiet. Wir klären ab, ob diese Gedächtnisstörungen noch altersentsprechend sind, oder ob bereits ein Frühform einer Demenz vorliegt. Eine Frühdiagnostik ist auch deshalb wichtig, damit eine gezielte Therapie begonnen werden kann. So können reversible (umkehrbare) Ursachen erkannt und ursächlich therapiert werden. Bei degenerativen (fortschreitenden) Demenzerkrankungen wurde gezeigt, dass mit den aktuell zur Verfügung stehenden Medikamenten eine Verlangsamung der Krankheitsprozesse erreicht werden kann. Dies heißt auch, dass sich Restfunktionen bei frühem Behandlungsbeginn besser erhalten lassen, wenn erst ein geringer Nervenzelluntergang stattgefunden hat.
Der Untersuchungsablauf beinhaltet ein diagnostisches Gespräch, eine Blutentnahme, eine neurologische Untersuchung, Einbeziehung von Fremduntersuchungen (Bildgebung des Gehirns), sowie eine neuropsychologische Diagnostik und ein ausführliches Gespräch mit den Angehörigen. Des Weiteren führen wir die Bestimmung von Demenzmarkern (Ab1-42 und Tau) im Liquor („Nervenwasser“) durch, da dies insbesondere bei der Frühdiagnostik sehr hilfreich ist.
Die Diagnostik beruht auf den S3-Leitlinien Demenz, zu deren Entstehen wir mit beigetragen haben.Im Rahmen wissenschaftlicher Studien unterstützen wir die Erforschung demenzieller Erkrankungen und können so neue vielversprechende Ansätze zugänglich machen.Aktuell werden mehrere klinische Studien mit neuen, innovativen Ansätzen zur Therapie der Alzheimer Demenz durchgeführt. Die Entwicklung von Methoden zur Frühdiagnostik dementieller Erkrankungen ist ein wissenschaftlicher Schwerpunkt der Gedächtnissprechstunde. Wir untersuchen neue Ansätze zur neuropsycholgischen Diagnostik, die dazu beitragen sollen altersbezogene physiologische (normale) Gedächtnisveränderungen von krankheitsbedingten Prozessen zu trennen. In langjähriger Kooperation mit dem Neurochemischen Labor der Neurologischen Abteilung des RKUwird nach Veränderungen der Proteinmustern im Liquor (‚Nervenwasser’) bei Demenzerkrankungen gesucht. Zudem untersuchen wir inwiefern genetische Veränderungen mit dem Entstehen einer Demenz und Veränderungen der Biomarker zusammenhängen.Dadurch kann, gemeinsam mit den Patienten und Angehörigen, langfristig ein Beitrag zur Verbesserung diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten geleistet werden.In der Gedächtnisambulanz können pflichtversicherte Patienten auf Überweisung durch ihren Hausarzt oder Neurologen sowie privatversicherte Patienten mitbehandelt werden.
Links
Laufende klinische Studien Selbsthilfegruppen / weiterführende Informationen:
Hirnliga e.V., Deutschlands Alzheimer Forscher
Alzheimer Gesellschaft Baden-Württemberg e.V.
Fragen, Hinweise oder Anregungen:
Telefon: 0731 / 500 - 63010
Prof. Dr. C. von Arnim
FAQ
Wer kann in die Gedächtnisambulanz kommen?
Patienten mit der Befürchtung nachlassender geistiger Leistungsfähigkeit ab dem 40. Lebensjahr.
(Jüngere Patienten nur nach Rücksprache mit dem behandelnden Hausarzt oder Facharzt).
Ist eine Überweisung notwendig?
Ja, wir benötigen eine Überweisung vom Hausarzt oder Facharzt für die Gedächtnissprechstunde der Neurologischen Universitätsklinik (Chipkarte nicht vergessen).
Werden die notwendigen Untersuchungen von der Kasse gezahlt?
Ja.
Was soll man zur Erstvorstellung mitbringen?
- Angehörige (z.B. Ehepartner)
- Falls vorhanden: Röntgenbilder des Kopfes (CCT, wenn möglich MRT) - nicht nur die Befunde!
- Falls vorhanden: Laborwerte vom Hausarzt (nicht älter als 1 Jahr).
- 1-2 h Zeit, in der Regel werden insgesamt 3 Termine zur Erhebung der Vorgeschichte, ausführlichen neuropsychologischen Diagnostik, weiteren Zusatzuntersuchungen und abschließender Befundbesprechung vereinbart.
Terminvereinbarung:
Telefon: 0731 / 500 - 63011





