Eingreifende, lebensbedrohliche oder schwere chronische körperliche Erkrankungen und deren Behandlung bedeuten vielfach eine Lebenskrise, die den Einzelnen in seinen gewohnten Lebens- und Erlebensbezüge verunsichert und vielfältige Bewältigungs- und Anpassungsprozesse erforderlich machen. Die psychosozialen Folgen körperlicher Erkrankungen und Behandlungsmaßnahmen im Rahmen der sog. "high-tech"-Medizin sind Gegenstand der Konsiliar- und Liaison-Medizin. Die Palette ihrer Interventionen ist breit und setzt auf verschiedenen Ebenen an. Grundsätzlich zielen sie auf eine Mobilisierung und Optimierung der individuellen und kollektiven Verarbeitungsressourcen.
Das Konsiliar- und Liaisonfeld verbindet grundlegende praktische Erfahrungen im Umgang mit Kranken und Forschung. Die zu bearbeitenden Themen umfassen Psychodiagnostik, Krisenintervention, Probleme um Diagnosemitteilung und Patientenaufklärung, Krankheitsverarbeitung, Abbildung innerer Körperrepräsentanzen, Lebensqualität, Kommunikation, Felderkundung, Implementierung adjuvanter Therapieverfahren incl. wissenschaftliche Begleitforschung i. S. von Modell- und Prozeßevaluation, Abschätzung des Nutzens und der Folgen von Interventionen für Patienten und Krankenhauspersonal, Aus- und Weiterbildung von Krankenhausärzten und Pflegepersonal, Streß und Burnout, Dokumentation, Qualitätssicherung, gesundheitsökonomische Fragestellungen.
Kooperationen
bestehen u. a. mit folgenden Einrichtungen: Innere Medizin, Lungenkrebszentrum, Allgemeine- und Unfallchirurgie, Urologie, Anästhesiologie, Gynäkologie, Pädiatrie, Orthopädie, HNO, Dermatologie, Klinische Genetik, Tumorzentrum, Psychiatrie, Pflegedienstleitung, Krankenpflegeschule.
Versorgung der chirurgischen Abteilungen
In der Chirurgie betreuen wir Patienten und auch deren Angehörige nach verschiedenen chirurgischen Eingriffen und begleiten diese bei Bedarf bereits auf der Intensivstation. Ein besonderes Augenmerk legen wir auf Unfallpatienten, welche wir bereits auf der Intensivstation und über den ganzen Behandlungsverlauf begleiten. Insbesondere beobachten wir, ob die Patienten im weiteren Verlauf eine Posttraumatischen Belastungsstörung entwickeln, um sie dann bei Bedarf frühzeitig psychotherapeutisch behandeln zu können.
Versorgung der Internistischen Abteilungen
In der Inneren Medizin betreuen wir Patienten und auch deren Angehörige mit, welche Probleme in der Krankheitsverarbeitung haben. Schwerpunktmäßig zähen hierzu Patientinnen und Patienten mit chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen, schweren Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Lungenerkrankungen. Zudem betreuen wir Patienten, welche stationär aufgenommen werden, da sie bspw. im Rahmen einer Essstörung (Anorexia nervosa, Bulimia nervosa) ein lebensbedrohliches Untergewicht haben, Elektrolytentgleisungen oder kardiologische Störungen aufweisen. Hier erfolgt die Mitbehandlung unsererseits in zwei Schritten: Im ersten Schritt steht die Begleitung der Stabilisierung der Patienten auf der internistischen Station im Vordergrund. Eine wichtige Aufgabe hierbei bildet die Förderung eines ganzheitlichen Krankheitsverständnisses sowie einer psychosomatischen Behandlungsmotivation. Im einem zweiten Schritt können wir Patienten bei ausreichender Stabilisierung und anhaltender psychosomatischer Behandlungsindikation zeitnah zur weiteren Behandlung in unsere Klinik übernehmen.
Team
M.Sc. Psych. PP Katja Oetinger
Dr. Dipl.-Psych. PP Axel Schöps
M.Sc. Psych. PP Katharina von Dungen
Dipl.-Psych. Christiane Viereck
PIA PiA (= Psychotherapeut*innen in Ausbildung) 2-3 feste Stellen in wechselnder Besetzung
Gruppenangebote
Allein oder gemeinsam?
Diese Fragen stellen wir uns oft. Warum lohnt es sich, in eine Gruppe zu gehen?
- Gruppenprogramme sind wirksam
- Rückmeldungen von anderen erlauben die Überprüfung von eigenen Einstellungen und eigenem Handeln
- Unter Gleichbetroffenen können auch belastende Erfahrungen und negative Gefühle leichter und angstfreier zum Ausdruck gebracht werden
- Eigene Erfahrungen helfen auch anderen in der Gruppe
Wer kann teilnehmen?
Unsere Angebote richten sich an Menschen, die an Krebs erkrankt sind, unabhängig von der Art der Tumorerkrankung, und die sich aktiv für eine Steigerung ihrer Lebensqualität einsetzen möchten. Die Teilnahme ist in allen Erkrankungsphasen möglich. Voraussetzung ist eine hinreichende Mobilität. Die aktuellen Angebote richten sich direkt an den Patienten. Die jeweiligen Gruppen finden regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg statt. Während dieser Sitzungen bleibt die einzelne Gruppe in der Anfangskonstellation bestehen.
Die Kosten werden von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen. Bei privaten Krankenkassen kann eine Kostenübernahme angefragt werden.
Ausführliche Informationen zur Anmeldung, zu den geplanten Terminen und zum Programm finden Sie im jeweiligen Flyer zum Angebot und können Sie auch in unserem Sekretariat (unter Kontakt & Terminvergabe) erfragen.
Aktuell stehen die folgenden beiden Gruppenangebote zur Verfügung:
Gruppenangebot "Im Leben weitergehen"
Psychoedukative Gruppenintervention für an Krebs erkrankte Menschen
Tumorerkrankungen gehen häufig mit körperlichen und psychischen Belastungen einher. Das Leben der Betroffenen ist durch Beschwerden und Einschränkungen der Funktionsfähigkeit in Beruf und Alltag geprägt. Mit der Diagnose kommen nicht selten Gefühle existentieller Lebensbedrohung, Ohnmacht und Kontrollverlust. Die Erkrankung kann die Lebensqualität der Betroffenen beeinträchtigen und geht häufig mit vielseitigen psychosozialen Problembereichen (z.B. in Familie, Partnerschaft, Beruf) einher.
Mit unserem Programm möchten wir Betroffenen Strategien an die Hand geben, mit diesen Belastungen umzugehen und einen Raum bieten, sich aktiv mit den Veränderungen durch die Erkrankung auseinanderzusetzen.
Bausteine unseres Programms
- Krankheitsbewältigung
- Perspektiven
- Entlastung
- Stressmanagement
- Problemlösungskompetenz
- Entspannung durch Imagination
- gegenseitige Unterstützung
Gruppenangebot "Engagiert im Leben"
Thematische Gesprächsgruppe für an Krebs erkrankte Menschen
Als Menschen sehnen wir uns nach Dauerhaftigkeit, Gegründet Sein, Struktur und Gemeinschaft. Gedanken an unserer Endlichkeit werden naturgemäß von existentiellen Ängsten begleitet – die wir im Alltag in aller Regel erfolgreich in den Hintergrund treten lassen. Krebserkrankungen werden oft wir ein Sturz aus dieser normalen Wirklichkeit erlebt.
Die behutsame Beschäftigung mit existentiellen Themen, wie Verlust und Abhängigkeit, Isolation und Einsamkeit, Tod und Sterben oder Sinnverlust, hilft dabei, sich der eigenen Werte und Bedürfnisse bewusst zu werden und sein Leben darauf auszurichten, was einem wirklich wichtig ist.
Erleben Sie in der Gruppe wie das Leben – trotz oder gerade wegen einer schweren Erkrankung – eine tiefe Intensität erlangen und ungeahnte Perspektiven eröffnen kann.
Auf dass Sie aus unserer gemeinsamen Arbeit bewusst, engagiert, geerdet, in echter Beziehung stehend und mutig Lebensfreude reaktivieren.
Bausteine unseres Programms
- Bewusstheit und Akzeptanz
- Selbständiges, aktive Gestalten
- Engagement und Lebensfreude
- Beziehung und Bindung
Kontakt & Terminvergabe
Sie erreichen uns telefonisch während unserer Sprechzeiten:
Montag bis Donnerstag: 8:30 – 13:00 Uhr
Freitag: 08:30 – 12:00 Uhr


