Brachytherapie

Bei der Brachytherapie wird eine radioaktive Quelle durch unterschiedliche Applikatoren direkt in einen Tumor, in dessen Nähe oder in das ehemalige Tumorbett eingelegt. Durch die Nähe zum Tumor oder die ehemalige Tumorregion ist es möglich, das umliegende gesunde Gewebe optimal zu schonen und die Tumorregion mit einer hohen Dosis zu bestrahlen.

Hierfür stehen verschiedene Verfahren zur Verfügung:

  • Intrakavitäre Brachytherapie
  • Interstitielle Brachytherapie


Intrakavitäre Brachytherapie

Dies ist die häufigste Form der Brachytherapie. Bei dieser, nur einige Minuten andauernden Therapie, wird die strahlende Quelle in natürlich vorhandene Körperöffnungen eingelegt, um die dort lokalisierten Tumore zu bestrahlen. Gelegentlich kann es notwendig sein, die Behandlung in örtlicher Betäubung oder in Allgemeinnarkose durchzuführen. Meist ist es möglich die Brachytherapie ambulant oder teilstationär durchzuführen, so dass Sie bald nach der Behandlung die Klinik wieder verlassen können.

Bei folgenden Erkrankungen führen wir eine intrakavitäre Brachytherapie dur

  • Tumore der Scheide oder der Gebärmutter
  • Tumore des oberen Speisetracktes
  • Tumore der Luftwege


Interstitielle Brachytherapie

Bei dieser Form der Brachytherapie wird die strahlende Quelle mit Hilfe von Nadeln oder Schläuchen direkt in den Tumor gelegt. Dies erfolgt in Kurznarkose oder in örtlicher Betäubung. Während dieser Zeit müssen Sie, im allgemeinen wenige Tage im Krankenhaus bleib

  • Temporäre Implantation
  • Permanente Implantation

Temporäre Implantation:
Die strahlende Quelle wird nach Behandlungsende wieder aus dem Gewebe entfernt. Diese Form führen wir bei Tumoren des Kopf-Hals-Bereiches durch.

Permanente Implantation/Seed-Implantation:
Die Strahler verbleiben zeitlebens im Körper. Sie klingen dort ab. Dieses Verfahren führen wir in bestimmten Stadien des Prostatakarzinoms durch. Hierbei werden in Narkose oder Regionalanästhesie radioaktive Kapseln (Jodseeds) in die Prostata dauerhaft eingebracht. Unter Ultraschallkontrolle werden üblicherweise 30 - 50 Seeds durch 12 - 15 Nadeln eingebracht. Die genaue Anzahl der Seeds und Nadeln hängt von Größe und Form der Prostata sowie der Aktivität des einzelnen Seeds ab.
Dies erfolgt in enger Zusammenarbeit mit den Kollegen der Urologie der Universität Ulm.

 

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