Forschende des Bezirkskrankenhauses Günzburg und der Universität Ulm untersuchen im Rahmen der Studie SELYAS die Erfahrungen sowie Unterstützungsbedarfe und -möglichkeiten von Angehörigen bzw. nahestehenden Personen im Zusammenhang mit assistiertem Suizid. Für die Studie werden derzeit Fachkräfte sowie Personen aus dem ehrenamtlichen Kontext gesucht, die im Rahmen ihrer beruflichen Tätigkeit Erfahrungen mit dem Thema gemacht haben und sich an der Studie beteiligen möchten.
Der assistierte Suizid kann für nahestehende Personen eine erhebliche Belastung darstellen. Die Studie SELYAS untersucht daher Erfahrungen im Zusammenhang mit der Planung und Durchführung eines assistierten Suizids aus der Perspektive von Fachkräften sowie Personen aus dem ehrenamtlichen Kontext. Daraus sollen Erkenntnisse für die Entwicklung geeigneter Unterstützungsangebote gewonnen werden.
Für die Studie werden aktuell Personen gesucht, die im Rahmen ihrer beruflichen
oder ehrenamtlichen Tätigkeit Erfahrungen mit assistiertem Suizid gemacht haben und davon berichten möchten. Dabei sollen unterschiedliche Perspektiven aus verschiedenen Berufsfeldern erfasst werden, um Unterstützungsbedarfe und -möglichkeiten für betroffene Angehörigebesser zu verstehen.
Die Ergebnisse sollen dazu beitragen, die soziale und professionelle Unterstützung nach einem solchen Verlust zu verbessern und die Bedarfe der Betroffenen stärker in den Mittelpunkt zu stellen.
Die Studie wird von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert und ist an der Sektion Public Mental Health der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II angesiedelt.
Kontakt und weitere Informationen zur Studienteilnahme:
- E-Mail: selyas@uni-ulm.de
- Weitere Informationen: https://www.uniklinik-ulm.de/selyas.html
Über assistierten Suizid
Der (ärztlich assistierte) Suizid bezeichnet eine Form des Suizids, bei der sich ein Mensch mit freiwilliger Unterstützung Dritter selbst das Leben nimmt, beispielsweise durch die Bereitstellung eines tödlich wirkenden Medikaments, das die eigenständige Durchführung ermöglicht. Dabei nimmt die betroffene Person die unmittelbar zum Tod führende Handlung eigenverantwortlich selbst vor. Seit der Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts im Jahr 2020 ist die geschäftsmäßige Förderung der Selbsttötung nach § 217 StGB nicht mehr strafbar.
Über SELYAS
Die Studie SELYAS („Support needs of persons who experience a loss by assisted suicide“) untersucht die Erfahrungen und Unterstützungsbedarfe von Angehörigen im Zusammenhang mit assistiertem Suizid. Im Mittelpunkt stehen die Erfahrungen von Betroffenen vor, während und nach einem assistierten Suizid sowie die Frage, welche sozialen, strukturellen und rechtlichen Rahmenbedingungen den Umgang mit Verlust und Trauer beeinflussen. Ziel des Projekts ist es, Erkenntnisse für bedarfsgerechte Unterstützungsangebote für Angehörige und beteiligte Fachkräfte zu gewinnen. Die von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Studie wird an der Sektion Public Mental Health der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm durchgeführt.
