Neue Forschungsarbeit zur präziseren Blutgruppenbestimmung mittels Third-Generation-Sequencing für mehr Patientensicherheit erschienen
Für die meisten Menschen ist die Blutgruppe eine simple Information. Für Patientinnen und Patienten, die regelmäßig und lebenslang Bluttransfusionen benötigen – etwa bei Sichelzellenanämie – kann eine ungenaue Bestimmung die Auswahl passender Blutkonserven für Transfusionen jedoch erheblich erschweren, da das körpereigene Immunsystem Antikörper gegen fremde Blutmerkmale bildet.
Eine aktuelle Studie unseres Ulmer Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik zeigt, dass sich durch den Einsatz nanoporenbasierter Long-Read-Sequenzierung komplexe genetische Strukturen des Rhesus-Systems zuverlässig auflösen lassen, wodurch
• die Kompatibilität von Blutkonserven deutlich präziser bestimmt werden kann,
• eine passgenaue Auswahl der Therapeutika bzw. Anpassung von Therapien möglich ist sowie
• das Risiko für das Auftreten von Immunreaktionen minimiert wird.
Für die Patientenversorgung ist die eindeutige Genotypisierung ein wichtiger Schritt in Richtung einer individuelleren und noch sichereren Transfusionsmedizin. Herzlichen Glückwunsch an alle Beteiligten!
Die Studie ist erschienen im Journal Transfusion und hier abrufbar.
Foto v.l.n.r.: Melanie Riecker, Timo Dinse, Dr. Rebekka Waldmann, Annika Vogt, Dr. Marita Führer, Prof. Dr. David Messerer, Dr. Christof Weinstock, Prof. Dr. Hubert Schrezenmeier. Nicht im Bild: Lennart Herrlich, Dominik Nolde.
