Hirnliga-Forschungspreis 2025 für Arbeiten zur Alzheimer-Diagnostik

Publikationen von PD Dr. biol. hum. Patrick Öckl vom Universitätsklinikum Ulm prämiert

Große Ehre für die Forschungsarbeit in Ulm: PD Dr. biol. hum. Patrick Öckl, wissenschaftlicher Arbeitsgruppenleiter an der Klinik für Neurologie (Schwerpunkt Neurodegeneration) am Universitätsklinikum Ulm (UKU) und Leiter einer Arbeitsgruppe am Standort Ulm des Deutschen Zentrums für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE), erhält den Hirnliga-Forschungspreis 2025 für seine Arbeit in der Alzheimer-Forschung. Der mit 10.000 Euro dotierte Preis würdigt herausragende wissenschaftliche Arbeiten, die neue Aspekte zur klinischen Erforschung neurokognitiver Störungen, insbesondere der Alzheimer-Erkrankung, beschreiben.

Die Forschung von Dr. Öckl und seinem Team konzentriert sich unter anderem auf die Alzheimer-Erkrankung und auf Verfahren, die eine frühere und genauere Diagnose sowie die Beurteilung von Behandlungseffekten ermöglichen. Ein zentrales Problem bei Alzheimer ist die Zerstörung von Synapsen, den Verbindungsstellen zwischen Nervenzellen, die für das Gedächtnis und die Informationsverarbeitung im Gehirn entscheidend sind. Wird diese Schädigung früh erkannt, lassen sich Fortschreiten und Wirkung neuer Therapien besser beurteilen.

In den prämierten Arbeiten untersuchte das Team das Protein β-Synuclein als sogenannten Blutmarker für Synapsenschädigung. Bereits 2016 hatte Dr. Öckl, damals in der Forschungsgruppe unter Leitung von Prof. Markus Otto, das Protein im Nervenwasser (Liquor) als Marker entdeckt, 2020 wurde die Messung auch im Blut etabliert.

In einer der Arbeiten wurden sporadische Alzheimerpatienten untersucht – also Menschen, deren Krankheit ohne bekannte genetische Ursache auftritt. Die Forschenden stellten fest, dass die Blutwerte von β-Synuclein bei diesen Patienten deutlich erhöht sind und dass sie mit der Atrophie des Temporalhirns, einer Region, die besonders früh betroffen ist, korrelieren.

Die zweite Studie fokussierte auf Patient*innen mit einer genetisch bedingten Alzheimer-Erkrankung im Rahmen des internationalen Dominantly Inherited Alzheimer Network (DIAN), wobei diese Arbeit zusätzlich vom Cure Alzheimer’s Fund gefördert wurde. Hier konnten die Wissenschaftler*innen zeigen, dass β-Synuclein bereits viele Jahre vor dem Auftreten erster Symptome erhöht ist. Das deutet darauf hin, dass der Marker potenziell für die Frühdiagnostik genutzt werden kann und künftig helfen könnte, Therapieeffekte bereits im frühen Krankheitsstadium zu messen.

Die prämierten Studien von PD Dr. Öckl und seinem Team liefern wichtige Erkenntnisse darüber, wie Alzheimer früher erkannt und besser behandelt werden kann und leisten damit einen bedeutenden Beitrag für die Forschung und Patientenversorgung. „Der Preis ist eine Anerkennung vieler Jahre Forschung und unterstreicht, dass unsere Arbeit entscheidend zum Verständnis und zur Behandlung der Alzheimer-Erkrankung beiträgt. Gleichzeitig trägt er dazu bei, unsere Arbeit einem breiteren Publikum bekanntzumachen“, so Dr. Öckl. „Ich danke insbesondere Prof. Markus Otto sowie allen Kolleginnen und Kollegen, Kooperationspartnern, Patientinnen und Patienten.“

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Über den Preisträger

PD Dr. biol. hum. Patrick Öckl ist seit 2020 wissenschaftlicher Arbeitsgruppenleiter der AG Neuroproteomics and Biomarker Research im Schwerpunkt Neurodegeneration der Klinik für Neurologie des UKU und seit 2021 Leiter einer Arbeitsgruppe am Standort Ulm des DZNE. Als Neurowissenschaftler und Bioanalytiker erforscht er neurodegenerative Erkrankungen, insbesondere die Entdeckung und Validierung von Biomarkern im Blut und Liquor für die (Früh-)Diagnostik und die Beurteilung von Behandlungseffekten. Er arbeitet seit 2013 am UKU, zunächst als PostDoc in der Arbeitsgruppe von Prof. Markus Otto, mit dem er bis heute eng zusammenarbeitet. Website der AG: Neuroproteomics and Biomarker Research

Über den Preis

Der Hirnliga-Forschungspreis wird von der Hirnliga e.V. vergeben und ist mit 10.000 Euro dotiert. Er wird jährlich für hervorragende wissenschaftliche Arbeiten vergeben, die neue Aspekte zur klinischen Erforschung neurokognitiver Störungen, insbesondere der Alzheimer-Erkrankung, liefern. Es konnten einzelne oder thematisch zusammenhängende Publikationen aus den Jahren 2023–2025 eingereicht werden, ausgenommen Arbeiten, die von der Hirnliga e.V. gefördert wurden. Die Dotierung dient der Förderung der Preisträger*innen, z. B. für Forschungs- und Studienreisen, Kongressteilnahmen oder Personal- und Verbrauchsmittel für Forschungsarbeiten.

Prämierten Publikationen

  • Oeckl P, Mayer B, Bateman RJ, Day GS, Fox NC, Huey ED, Ibanez L, Ikeuchi T, Jucker M, Lee JH, Levin J, Llibre-Guerra JJ, Lopera F, McDade E, Morris JC, Niimi Y, Roh JH, Sánchez-Valle R, Schofield PR, Otto M; Dominantly Inherited Alzheimer Network. Early increase of the synaptic blood marker β-synuclein in asymptomatic autosomal dominant Alzheimer's disease. Alzheimers Dement. 2025 Apr;21(4):e70146. doi: 10.1002/alz.70146. PMID: 40207431.
  • Oeckl P, Anderl-Straub S, Danek A, Diehl-Schmid J, Fassbender K, Fliessbach K, Halbgebauer S, Huppertz HJ, Jahn H, Kassubek J, Kornhuber J, Landwehrmeyer B, Lauer M, Prudlo J, Schneider A, Schroeter ML, Steinacker P, Volk AE, Wagner M, Winkelmann J, Wiltfang J, Ludolph AC, Otto M; FTLD Consortium. Relationship of serum beta-synuclein with blood biomarkers and brain atrophy. Alzheimers Dement. 2023 Apr;19(4):1358-1371. doi: 10.1002/alz.12790. Epub 2022 Sep 21. PMID: 36129098.

PD Dr. Patrick Öckl erforscht Biomarker zur frühzeitigen Diagnose und Behandlung der Alzhei-mer-Erkrankung und wurde dafür mit dem Hirnliga-Forschungspreis 2025 ausgezeichnet. (Foto: DZNE/Frommann)