PD Dr. Benedikt Schick erhält Dierichs-Forschungsstipendium der DGAI für Forschung zur intraoperativen Schmerzmessung bei Kindern

DGAI-Jahreskongress mit hoher Beteiligung des Universitätsklinikums Ulm

PD Dr. Benedikt Schick, stellvertretender Sektionsleiter der Sektion Kinderanästhesie des Universitätsklinikums Ulm (UKU) wurde auf dem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) für sein Forschungsprojekt „NOL-MINI: Nociception Level Index – Measurement in Newborn and Infants“ mit dem Dierichs-Forschungsstipendium 2026 ausgezeichnet. Der Kongress fand vom 16. bis 18. September 2026 in Kassel statt. Unter dem Motto „Verantwortung tragen – Sicherheit geben – Netzwerke stärken“ kamen Mediziner*innen, Angehörige der Pflegefachberufe und des Rettungsdienstes aus ganz Deutschland zusammen, um sich über gesundheitspolitische und gesellschaftliche Themen auszutauschen. Die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin war mit 14 Mitarbeitenden vor Ort und präsentierte wissenschaftliche Arbeiten und Vorträge oder übernahmen Vorsitzfunktionen in verschiedenen Sitzungen.

Forschung zur Überwachung von Kindern während einer Narkose

Gerade bei Früh- und Neugeborenen, Säuglingen und kleinen Kindern ist eine angemessene Schmerzbehandlung eine große Herausforderung. Während einer Narkose sind Parameter wie Blutdruck oder Herzfrequenz nur eingeschränkt aussagekräftig. Dadurch entsteht das Risiko, dass die Schmerzbehandlung unzureichend ist oder eine zu hohe Dosis an Opioiden gegeben wird. PD Dr. Schick wird daher im Rahmen seines Projekts „NOL-MINI: Nociception Level Index – Measurement in Newborn and Infants“ die Frage klären, wie Schmerzreaktionen bei Früh- und Neugeborenen sowie bei Säuglingen und Kleinkindern während einer Narkose genauer erfasst werden können.

Dazu untersucht PD Dr. Schick den Einsatz des sogenannten Nociception Level Index (NOL), eines nicht-invasiven Monitoringverfahrens, das verschiedene körperliche Reaktionen zu einem Messwert zusammenführt und bei Erwachsenen bereits eingesetzt wird. Die gewonnenen Erkenntnisse könnten dazu beitragen, die anästhesiologische Versorgung von Kindern unter 5 Jahren durch eine individualisierte und risikoadaptierte Analgesie weiter zu verbessern.

„Die Auszeichnung ist eine Anerkennung für Benedikt Schick persönlich und zugleich für die Kinderanästhesie in Ulm unter Leitung von Prof. Sebastian Schmid“, sagt die Ärztliche Direktorin Prof. Bettina Jungwirth. „Wie wir Schmerz bei Neugeborenen und Kleinkindern in Narkose verlässlich erkennen, beschäftigt uns jeden Tag. Dass wir diese Frage nun gemeinsam wissenschaftlich angehen können, ist ein großer Gewinn für unsere kleinen Patientinnen und Patienten.“

Das UKU auf dem DGAI-Jahreskongress

Neben Prof. Dr. Bettina Jungwirth, Ärztliche Direktorin der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin, vertraten mehrere Doktorand*innen, Assistenz-, Fach- und Oberärzt*innen das UKU auf dem Kongress. Die Beiträge des UKU deckten ein breites Themenspektrum ab: Diskutiert wurden unter anderem der Einsatz Künstlicher Intelligenz in klinischen Entscheidungsprozessen, rechtliche Fragestellungen der Notfallmedizin, die digitale Transformation in der Anästhesiologie sowie der mögliche Einsatz von sogenannten Wearables für das kontinuierliche Monitoring in der ambulanten und teilstationären Versorgung.

„Der Kongress bietet eine wichtige Gelegenheit, mit Kolleginnen und Kollegen aus unterschiedlichen Bereichen und Einrichtungen ins Gespräch zu kommen. Als Universitätsklinikum ist es uns dabei wichtig, unsere eigenen Erfahrungen und Forschungsergebnisse einzubringen. Gerade bei den aktuellen Entwicklungen in der Anästhesiologie und Intensivmedizin ist dieser fachübergreifende Austausch wichtig, um gemeinsame Fragestellungen zu diskutieren und die Vernetzung innerhalb unseres Fachs zu stärken.“, erklärt Prof. Dr. Jungwirth. „Auf diesem Weg können wir auch die Versorgung am UKU stetig weiter optimieren – für menschliche, verantwortungsvolle und exzellente Spitzenmedizin.“

Über die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

Die DGAI, gegründet 1953, verfolgt das Ziel, Ärzt*innen, Mitarbeitende in Gesundheitsberufen sowie Wissenschaftler*innen aus Anästhesie, Intensivmedizin, Notfallmedizin, Schmerzmedizin und Palliativmedizin zusammenzubringen. Damit setzt sie sich für die kontinuierliche Weiterentwicklung der Anästhesiologie ein. Aktuell zählt die DGAI mehr als 15.100 Mitglieder, die deutschlandweit jährlich mehr als 10 Mio. Patient*innen aller Altersklassen versorgen.

Über das Dierichs-Forschungsstipendium

Mit dem Dierichs-Forschungsstipendium fördert die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) innovative Forschungsprojekte zur Weiterentwicklung von Anästhesieverfahren und Anästhetika. Ziel ist es, die Patientensicherheit in der Anästhesie nachhaltig zu verbessern. Unterstützt werden sowohl grundlagenwissenschaftliche als auch klinische Forschungsvorhaben. Das von der Förderstiftung Dierichs gestiftete Stipendium ist mit bis zu 50.000 Euro dotiert.

PD Dr. Schick erhielt auf dem DGAI-Jahreskongress das renommierte Dierichs-Stipendium.