Lungenerkrankungen

Wir behandeln sämtliche Lungenerkrankungen im Kindes- und Jugendalter. Patienten mit Primärer Ziliendyskinesie (PCD) behandeln wir im jedem Lebensalter. Hier finden Sie Informationen zu häufigen Krankheitsbildern, die in unserer Ambulanz behandelt werden.
Asthma ist die häufigste chronische Atemwegserkrankung bei Kindern. Im Kindesalter ist meist eine allergische Entzündung mit Verengung der Bronchien ursächlich. Mittels inhalativer Medikamente kann Asthma in den allermeisten Fällen gut kontrolliert werden, selten sind bei Kindern mit schwerem Asthma Therapien mit Antikörpern, sogenannten Biologika, notwendig. Wir besprechen mit Ihnen ein individuelles Therapiekonzept für Ihr Kind.
Sogenannte "funktionelle Atemstörungen" sind eine häufige Ursache von Atemnot bei Jugendlichen, die nicht durch Asthma bronchiale bedingt ist. Hierbei handelt sich nicht um eine organische Lungenerkrankung, d.h. die Lunge und die Atemwege sind gesund. Ursächlich ist eine Funktionsstörung der Atemtechnik. Medikamente sind hierbei nicht wirksam, hilfreich ist die Anwendung bestimmter Atemtechniken und Atemphysiotherapie.
Die primäre Ziliendyskinesie (PCD) ist eine seltene, genetische Erkrankung. Bei der PCD ist die Funktion der Flimmerhärchen der Schleimhaut der Atemwege gestört, was zu einer fehlenden Reinigung der Atemwege und Ansammlung von Schleim führt. Hierdurch kommt es meist zu chronischem Husten und gehäuften Infektionen der Atemwege. Fast immer liegen auch wiederkehrende Probleme im Bereich der oberen Atemwege vor, z.B. gehäufte Mittelohrentzündungen oder dauerhafter Schnupfen. Wir bieten in unserer Ambulanz die diagnostische Abklärung bei Verdacht auf eine PCD sowie die Betreuung von Patienten mit PCD in einem interdisziplinären Setting an.
Angeborene Lungenfehlbildungen sind selten und umfassen u.a. die kongenitale pulmonale Atemwegsmalformationen (CPAM), bronchogene Zysten, Lungensequester und das kongenitale lobäre Emphysem (CLE). Meist wird der Verdacht auf eine Lungenfehlbildung bereits vor der Geburt im Ultraschall gestellt. Nach der Geburt ist zunächst die Beobachtung etwaiger Atemprobleme wichtig. Meist ist im Verlauf eine Bildgebung der Lunge sinnvoll, um die Größe und Art der Fehlbildung beurteilen zu können. Gemeinsam mit unserer Kinderchirurgie und Kinderradiologie beraten wir Sie individuell, ob und wann bei Ihrem Kind ggf. eine operative Versorgung sinnvoll ist.
Mukoviszidose

Mukoviszidose ist die häufigste angeborene Stoffwechselkrankheit. Durch einen genetischen Deffekt kommt es je nach Schweregrad zu einer Fehlfunktion der Chlorid-Ionenkanäle, die für die Salz-Wasserregulation der Zellen zuständig sind. Durch die Fehlfunktion kommt zur Ausscheidung von zähem Schleim in exokrinen Drüsen des Körpers. Davon sind viele Organe betroffen, vor allem Bronchien, Bauchspeicheldrüse, Darm, Leber, Galle und Schweißdrüsen.
In Deutschland leben etwa 8000 Mukoviszidose-Patienten, wobei jedes Jahr etwa 300 Neugeborene hinzukommen. Durch neue Behandlungsansätze erhöht sich die Lebenserwartung der Patienten ständig, so dass Neugeborene heute voraussichtlich über 50 Jahre alt werden.
Detaillierte Informationen über die Erkrankung finden Sie auf der Website des Mukoviszidose e.V..
Die Mukoviszidose ist in Deutschland seit 2016 Teil des Neugeborenen-Screenings, das bei jedem Neugeborenen aus einem Bluttest (meist aus der Ferse) durchgeführt wird. Ist das Ergebnis auffällig, ist eine Konfirmationsdiagnostik mittels Schweißtest notwendig. Dieser wird zweimal durchgeführt. In den meisten Fällen ergibt der Test ein eindeutiges Ergebnis. Entweder ist der Salzgehalt im Schweiß zu hoch oder normal. Über das Ergebnis werden Sie durch den/die überweisenden/e Arzt/Ärztin informiert. Dies kann bis zu drei Wochen dauern. Bei grenzwertigem Befund oder Problemen bei der Durchführung (zu wenig Schweiß) muss der Test noch einmal wiederholt werden. Bei einem wiederholt auffälligen oder unklaren Ergebnis, ist zusätzlich eine genetische Untersuchung notwendig.
Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte bei Ihrem Termin bei uns an die Mitarbeiter/innen unserer Ambulanz.

Bei CF handelt es sich um eine Erbkrankheit die zu 25% vererbt wird, wenn Mutter und Vater Träger des Gendefektes im CFTR-Gen (Cystic Fibrosis Transmenbrane Conductance Regulator-Gen) sind.
Die Genträgerfrequenz der europiden Population beträgt etwa 1:20 bis 1:30. Bei den in Mittel- und Nordeuropa mit 70-75 % häufigsten Mutation fehlt auf Chromoson 7 an Position 508 die Kodierung für die Aminosäure Phenylaladinin (F508del). Dies führt zu einer Störung der Salz-Wasser-Regulation in den Zellen auf Grund fehlender Chlorid-Ionenkanäle.
Um eine optimale Betreuung zur gewährleisten und frühzeitige Veränderungen im Krankheitsverlauf zu erkennen, ist eine regelmäßige Vorstellung alle 3 Monate in unserer Ambulanz notwendig. Die Vorstellungen umfassen in der Regel ein Gespräch mit Ihrem betreuenden Arzt, eine ärztliche Untersuchung, eine mikrobiologische Untersuchung des Sputums bzw. eines Rachenabstriches sowie eine Lungenfunktion (sobald altersbedingt möglich). In größeren Intervallen sind weitere Routineuntersuchungen wie Röntgen und Blutentnahme notwendig. Bei Bedarf steht Ihnen unsere Ernährungsberatung, Sozialberatung und der psychologische Dienst unsterstützend zur Verfügung.
Der Krankheitsverlauf der CF wird wesentlich durch den pulmonalen Befall mit Erregern bestimmt. Die meisten dieser Erreger können aus der Umwelt oder von Patient/in zu Patient/in übertragen werden. Patienten mit CF sollten daher bestimmte Hygienerichtlinien beachten. Allgemeine Hygieneempfehlungen finden sie hier (englisch). Fragen zu Hygienemaßnahmen und Keimen besprechen wir gerne individuell mit Ihnen bei Ihrem Termin.
Allergische Erkrankungen

Allergische Erkrankungen im Kindes- und Jugendalter sind häufig. Wir behandeln Allergien gegen Aeroallergene ("Heuschnupfen"), Nahrungsmittelallergien, Allergien gegen Insektengifte sowie weitere seltene Erkrankungsbilder. Zur Abklärung einer Kontaktallergie der Haut verweisen wir an die Dermatologie.
Eine der häufigsten allergischen Erkrankungen mit allergischer Entzündung der Schleimhaut von Nase und Augen. Neben Pollen können zum Beispiel auch eine Hausstaubmilbenallergie Auslöser sein. Das Führen eines Symptomprotokolls hilft schnell die Auslöser zu identifizieren und diese gezielt durch Allergietests zu bestätigen. Neben antiallergischen Medikamenten (Nasenspray, Augentropfen, Anti-Allergie-Tabletten) kann eine Hyposensibilisierung („Allergie-Impfung“) zur Kontrolle der Symptome beitragen.
Der entscheidende Aspekt bei Verdacht auf Nahrungsmittelallergie ist die genaue Beschreibung der beobachteten Reaktion inklusive vermuteten Auslösern. Erst wenn entsprechende Nahrungsmittel verdächtigt werden, sollte eine zielgerichtete allergologische Diagnostik erfolgen. Unklare Befunde überprüfen wir mittels stationärer Nahrungsmittelprovokationstestung. Dafür nehmen wir Sie und ihr Kind für 2-3 Tage stationär bei uns auf und testen die Verträglichkeit der entsprechenden Nahrungsmittel unter genauer Überwachung.
Starke Hautreaktionen nach Insektenstich sind häufig, allergische Reaktionen bis zum allergischen Schock zum Glück selten. Bei entsprechender Reaktionen muss umfassende spezialisierte Diagnostik erfolgen. Wir schulen in der Anwendung von Notfallmedikamenten inklusive „Adrenalinspritze“ und bieten die stationäre Durchführung der Ultra-Rush-Aufdosierung der Hyposensibilisierung gegen Insektengift an. Mit dieser Therapie können >90% der Patient*innen vor erneuter schwerer allergischer Reaktion geschützt werden.
Atopisches Ekzem ("Neurodermitis")

Das atopische Ekzem entsteht durch eine allergische Entzündung der Haut, die zu schubhaft wiederkehrenden Ekzemen führt. Häufig besteht starker Juckreiz. In der Regel besteht kein einzelner Auslöser, sondern es liegt ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren vor, die zur Verschlechterung des Hautbildes führen können. In der Regel lässt sich das atopische Ekzem durch eine gute Creme-Therapie ausreichend behandeln. Grundlage ist vor allem die Stärkung der Barrierefunktion der Haut durch eine Basistherapie mit pflegenden und feuchtigkeitsspendenden Cremes und Lotionen. Bei starken entzündlichen Ekzemen sind entzündungshemmende Creme (z.B. Corticosteroide oder Calcineurininhibitoren) notwendig. Bei schweren Verläufen kommt manchmal zusätzlich eine systemische antientzündliche Therapie mit sog. Biologika infrage. Wir erstellen mit Ihnen gemeinsam einen individuellen Therapieplan für Ihr Kind.
Schlafbezogene Atemstörungen
Im Frühjahr und Sommer 2025 haben wir eine Probestellung für ein pädiatrisches Schlaflabor abgeschlossen. Aktuell sind wir dabei ein Team zusammenzustellen und entsprechende Geräte zu beschaffen. Sobald wieder Schlaflaboruntersuchungen möglich sind wird dies hier bekannt gegeben.