Tumororthopädie
Zu unterscheiden sind prinzipiell gut- und bösartige Tumore des Knochens und der Weichteile.
Die Häufigkeit der (bösartigen) Tumoren ist relativ altersabhängig. So erkranken bezogen auf die Gesamtbevölkerung pro Jahr etwa 1,4 von 100.000 Einwohnern an bösartigen Weichgewebstumoren, während bei den über 80-Jährigen jährlich etwa 8 von 100.000 Einwohnern betroffen sind.

Aufgrund der relativen Seltenheit dieser Tumoren ist ihre Behandlung durch Zentren sehr wichtig, da hier durch jahrelange Erfahrung und interdisziplinäre Zusammenarbeit ein hoher Diagnose- und Therapiestandard erzielt werden kann.
Gutartige Knochen- und Weichteiltumoren sind wesentlich häufiger. Allerdings liegen hier keine verlässlichen Zahlen bezüglich ihrer Häufigkeit vor, da es sich nicht selten um sogenannte Zufallsbefunde handelt, die keinerlei Beschwerden hervorrufen.
Neben den primären Tumoren sind auch sog. sekundäre bösartige Tumoren bedeutsam. Diese werden auch als Metastasen (=Absiedelungen anderer sog. primärer Tumoren wie z. B. Brustkrebs) bezeichnet. Diese sind im Vergleich zu den primären Knochentumoren relativ häufig. Etwa 2/3 der Patienten mit Brustkrebs bzw. Prostatakarzinom, 1/3 derjenigen mit Lungenkrebs und 1/4 der Nierenkrebspatienten leiden an Knochenmetastasen.
Ansprechpartner
Sprechstunde
Mittwoch: 12:00 - 16:00 Uhr
Diagnostik
Die Diagnose erfolgt durch verschiedene Bildgebungsverfahren und bei nicht eindeutiger Situation zusätzlich durch eine geschlossene bzw. offene Probeentnahme. Das gewonnene Material wird anschließend mikroskopisch durch den Pathologen am Universitätsklinikum Ulm analysiert. Bei ausgefallenen Tumoren gibt es sog. Referenzpathologen, die deutschlandweit Zweitmeinungen abgeben, um eine optimale Diagnosestellung zu gewährleisten. Idealerweise führt die Klinik, die die Probeentnahme vorgenommen hat, auch die definitive Tumoroperation durch.
In unserer Klinik stehen folgende Verfahren zur Bildgebung zur Verfügung:
„Klassisches“ Röntgen
Röntgendurchleuchtung
Ultraschall
Computertomographie (CT) inklusive CT-gestützter Interventionen
Kernspintomographie (NMR / MRT)
Zur Ganzkörperbildgebung („Staging“) kann am Universitätsklinikum Ulm ein PET-CT erfolgen (Nuklearmedizin).


Therapie
Weichteil- und Knochentumoren (gut- oder bösartig) sowie Skelettmetastasen werden in unserer Klinik operativ behandelt.
Dabei reicht das Methodenspektrum von minimalinvasiven Techniken über Resektionen bis hin zu Rekonstruktionen durch spezielle Tumorendoprothesen (s. Abb.). In seltenen Fällen kann bei bösartigen Tumoren auch eine Amputation notwendig sein. Zu erwähnen sind auch gutartige Veränderungen, die einem Tumor oder einer Tumor-ähnlichen Läsion entsprechen, und nicht therapiebedürftig sind (z. B. das sog. nicht-ossifizierende Fibrom).
Ergänzende Maßnahmen können insbesondere bei bösartigen Tumoren in einer Chemotherapie oder einer Strahlentherapie bestehen.

Weiterführende Informationen im Internet
Comprehensive Cancer Center Ulm (CCCU)
Knochentumoren
Weichteilsarkom
Abteilung für Innere Medizin III (Onkologie, Chemotherapie) des Universitätsklinikums Ulm
Bereich Pädiatrische Onkologie der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Ulm
Abteilung für Strahlentherapie und Radioonkologie des Universitätsklinikums Ulm
Interdisziplinäre Betreuung für Knochen- und Weichteiltumorbehandlung und Metastasenchirurgie in dem Universitätsklinikum Ulm
Ausgewählte Publikationen
- Kocak T, Ulmar B, Reichel H, Weckbach S. Eosinophilic granuloma of the spine involving C1 and pulmonary infiltration in young children – presentation of two cases with a follow-up over 10 years including review of the literature. J Orthop 16 (2018) 808-811
- Ulmar B, Trubrich A, Kappe T, Kocak T, Schulz C, Reichel H, Leucht F. Großes Hibernom des proximalen Oberarms und der Axilla: Literaturüberblick und Fallbeschreibung eines sehr seltenen gutartigen Weichteiltumors. Z Orthop Unfall 2016; 154:591-594
- Ulmar B, Leucht F, Reichel H. Therapie von Weichteilsarkomen. Ärztliches Journal Onkologie 2015; 5:1-3
- Ulmar B, Leucht F, Reichel H. Chirurgische und (neo-)adjuvante Therapie von Weichteilsarkomen. Ärztliches Journal Orthopädie/Unfallchirurgie 2015; 6:18-20
- Kocak T, Huch K, Ulmar B, Aschoff A, Reichel H. Die Embolisation stammnaher aneurysmatischer Knochenzysten als minimal-invasive Therapieoption – Zwei Fallbeispiele. Z Orthop Unfall 2008; 146(2):256-260

