Der Weg der Probe durch das Labor

Von der Probenannahme bis zum Befund durchläuft die von ihnen eingesandte Probe verschiedene Stationen, welche wir Ihnen kurz vorstellen wollen.

Am Anfang steht die Blutabnahme

Probenannahme

Die Proben werden entweder vom Klinikpersonal persönlich, vom Transportdienst oder von Taxifahrern abgegeben, oder erreichen uns per Post. Vitale Gefährdungen sollten möglichst direkt von Hand zu Hand übergeben werden. An die Rohrpost angeschlossene Einsender übermitteln ihre Proben über das Rohrpostsystem.  

Das Tempus-System ist für den Laborprobenversand vom Campusstandort Nord in die Zentrale Einrichtung Klinische Chemie (ZE Klinische Chemie) installiert.

Bitte beachten Sie unsere Hinweise zum Probentransport.

Sobald die Probe im Labor angekommen ist, wird Sie an einem Strichcodescanner erfasst. Das Laborinformationssystem (LIS) ordnet die Probe dem Auftrag aus der beleglosen Anforderung zu und bestimmt das Eingangsdatum. Wesentlich aufwendiger ist das Erfassen der Probendaten von einem Auftragsschein.

 

Die Erfassung des Barcodes erfolgt für den überwiegenden Teil der Proben im Probenverteilautomaten. Für einen kleinen Teil der Proben per "Hand". Bei einem Ausfall des LIS sowie für externe Einsender können die Ausfallbelege benutzt werden. 

 

Plasma-, Serumproben und Urine müssen zentrifugiert werden. Entweder auf der Laboranalysenstraße oder "per Hand" mit der Laborzentrifuge. 

Die Zentrifugation dauert mindestens 10 Minuten und begrenzt die minimale Bearbeitungszeit dieser Proben. Damit sind die Proben zur Bearbeitung an den verschiedenen Arbeitsplätzen vorbereitet.

Die meisten der sogenannten "klinisch-chemischen Untersuchungen" erfolgen an der  Laboranalysenstrasse Cobas pro der Firma Roche, wobei der Begriff "klinisch-chemische Untersuchungen" mit dem Fortschritt der Technik fließend ist. Auf den modernen Geräten werden Substrate, Elektrolyte, Enzyme und Immunoassays bestimmt.

Vor 10 Jahren wurden Herzinfarktmarker, Hormone und Tumormarker meist noch mit RIAs bestimmt. Die Bearbeitungszeit war dementsprechend lang. Die große Menge an Hormonbestimmung oder Herzinfarktmarker, wie Troponin, verlangt heute nach einer schnellen Abarbeitung. Bei der Bestimmung des intraoperativen Parathormons werden jetzt Bearbeitungszeiten um 20 Minuten erreicht.

 

Besonders die Immunsuppressiva erfordern eine sorgfältige Proben-Vor- und Aufbereitung per "Hand", ebenso die Elektrophorese. Die Kurvenaufbereitung erfolgt heutzutage allerdings elektronisch.

   

Die Blutbilduntersuchung kann in den meisten Fällen maschinell bearbeitet werden. Pathologische Blutbilder bedürfen einer aufwendigen Nachbearbeitung am Mikroskop mit Anfertigung eines gefärbten Ausstrichs.

   

Im Bereich Spezialgerinnung wird zum Beispiel Thrombophiliediagnostik durchgeführt. Hierfür wird ein Spezialbefund erstellt.

Sofern möglich, erfolgt die Urinanalytik (Teststreifen und Sediment) automatisiert. Doch auch hier sind der Technik Grenzen gesetzt. Hin und wieder muss ein Sediment am Mikroskop beurteilt werden.

War früher die Messung der Blutgase und die Oxymetrie langwierig, erlauben die neueren Geräte, hier ein ABL der Fa. Radiometer, eine unkomplizierte Bearbeitung.

Alle Anforderungen erscheinen auf einem Statusmonitor. Die Farbkodierung weist auf den Dringlichkeitsstatus hin. Eine rot markierte Probe entspricht z.B. der vitalen Gefährdung. Im Rahmen der gesetzten Bearbeitungsfristen, für eine vitale Gefährdung z.B. 10-30 Minuten, wird der Farbton der Statusanzeige für die Anforderung zunehmend dunkler.

Das automatische Kühlarchiv dient zur Aufbewahrung von Li-Heparin-, Serum-, Urin- und anderen Probenröhrchen. 

Wenn für eine Probe später noch ein Test nachgefordert wird, kann das entsprechende Röhrchen automatisch entnommen und direkt an das passende Analysegerät weitergegeben werden. Auch eine manuelle Entnahme ist möglich: Die Racks mit den betreffenden Probenröhrchen werden dazu automatisch in einen Ausgabebereich gebracht, wo sie entnommen werden können. Proben, die nur für eine bestimmte Zeit aufbewahrt werden dürfen, werden nach Ablauf dieser Zeit automatisch entsorgt. Die Proben stehen im Kühlschrank in speziellen Racks. Diese sind platzsparend gebaut. Die Temperatur im Schrank beträgt etwa 6 °C (plus/minus 2 °C).

Nach der Analyse erfolgt eine technische Validation jeder Untersuchung durch die MTL. Am Bildschirm überprüft sie die Werte anhand der Vorwerte und der Lage zu anderen Untersuchungen im Anforderungsspektrum.

Erst nach einer medizinische Validation jeder Untersuchung wird der Befund zur endgültigen Ausgabe freigegeben. Am Bildschirm erfolgt eine Überprüfung auf Richtigkeit und Plausibilität des gesamten Befundes innerhalb des einzelnen Befundes (horizontale Bewertung) und anhand der vorhandenen Vorbefunde (longitudinale Bewertung). Der Befund wird mit der Unterschrift des wissenschaftlichen Mitarbeiters endgültig freigegeben.

 

letzte Änderung: 16.01.2026