Die Sektion Interdisziplinäre Pankreatologie der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Ulm (UKU) und das Zentrum für Seltene Leber-, Darm- und Pankreaserkrankungen am Zentrum für Seltene Erkrankungen Ulm sind als Studienzentrum der internationalen RILIEF-Studie aktiviert worden. Unter der Leitung von Prof. Dr. Alexander Kleger kann das Ulmer Team ab sofort Patientinnen und Patienten mit aktiver IgG4-assoziierter Erkrankung für die Studie prüfen und einschließen.
Die IgG4-assoziierte Erkrankung ist eine seltene, chronisch-entzündliche Systemerkrankung, die verschiedene Organe betreffen kann – darunter auch Pankreas, Gallenwege, Leber und Darm. Gerade an spezialisierten interdisziplinären Zentren ist eine frühe Diagnose und strukturierte Therapieentwicklung entscheidend.
Nach der Zulassung von Inebilizumab als erster spezifischer Antikörpertherapie für Erwachsene mit aktiver IgG4-assoziierter Erkrankung richtet sich der Blick nun auf weitere Entwicklungen in der klinischen Forschung: Mit Rilzabrutinib wird in einer internationalen Phase-3-Studie eine mögliche neue Therapieoption untersucht. Der oral verfügbare Wirkstoff hemmt die sogenannte Bruton-Tyrosinkinase (BTK), ein wichtiges Signalmolekül bestimmter Immunzellen. Dadurch könnten überschießende Entzündungsreaktionen abgeschwächt werden. Die RILIEF-Studie untersucht Wirksamkeit und Sicherheit von Rilzabrutinib im Vergleich zu Placebo bei Erwachsenen mit aktiver IgG4-assoziierter Erkrankung.
„Für Patientinnen und Patienten mit seltenen immunvermittelten Erkrankungen ist es entscheidend, innovative Therapieansätze frühzeitig in spezialisierten Zentren verfügbar zu machen. Wir freuen uns, mit der Aktivierung unseres Ulmer Studienzentrums zur internationalen klinischen Entwicklung einer potenziell oral verfügbaren Therapie bei IgG4-assoziierter Erkrankung beitragen zu können“, sagt Prof. Dr. Alexander Kleger, Leiter der Sektion Interdisziplinäre Pankreatologie in der Klinik für Innere Medizin I am Universitätsklinikum Ulm und Leiter des ZSLDPE am ZSE Ulm.
Die Aktivierung des Ulmer Zentrums unterstreicht die besondere Expertise des Standorts in der Versorgung und Erforschung seltener Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts sowie der interdisziplinären Pankreatologie. Ziel ist es, Patientinnen und Patienten mit komplexen und seltenen Erkrankungen Zugang zu modernster Diagnostik, spezialisierter Betreuung und klinischer Forschung zu ermöglichen.

