Meilenstein in der minimalinvasiven Herzchirurgie: 1000. Patient erfolgreich endoskopisch an der Mitralklappe operiert

Fallzahl spiegelt überregionale Bedeutung des Zentrums am Universitätsklinikum Ulm wider

Am Universitätsklinikum Ulm (UKU) ist der 1000. Patient erfolgreich mittels endoskopischer Mitralklappenrekonstruktion operiert worden. Damit erreicht das UKU einen weiteren wichtigen Meilenstein in der Entwicklung dieses minimalinvasiven Verfahrens. Der Eingriff wurde von Prof. Dr. Andreas Liebold, Ärztlicher Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie, und seinem spezialisierten herzchirurgischen Team durchgeführt.

Der Jubiläumseingriff erfolgte bei Rüdiger Karsch, Mitte 60, aus Stetten (Bodenseekreis). Bei dem passionierten Sportler zeigten sich beim Ausdauertraining bereits vor zwei Jahren erste Anzeichen von Kurzatmigkeit. Karschs Kardiologe stellte damals eine beginnende Undichtigkeit an der Mitralklappe fest. Nach einem grippalen Infekt verschlechterte sich sein Zustand zusehends, sodass er drei Wochen im Krankenhaus am Bodensee verbringen musste. Seine Belastbarkeit nahm weiter ab.

Schließlich stellten die zum Zeitpunkt behandelnden Kardiologen eine hochgradige Mitralklappeninsuffizienz fest, sodass eine Herzoperation notwendig war. Für diese kam Karsch Anfang des Jahres nach Ulm. Der Eingriff erfolgte in Form einer endoskopischen Mitralklappenrekonstruktion am Universitätsklinikum Ulm – und wurde damit zum 1000. Mal am Standort Ulm durchgeführt.

„Die erfolgreiche Behandlung unseres 1000. Patienten unterstreicht die hohe Expertise unseres spezialisierten Teams und die kontinuierliche Weiterentwicklung minimalinvasiver Verfahren in der Herzchirurgie am Standort Ulm“, erklärt Prof. Liebold. „Unser Ziel ist es, modernste medizinische Technik mit maximaler Patientensicherheit und bestmöglichen Behandlungsergebnissen zu verbinden. So ist es zum Beispiel nur noch in den seltensten Fällen erforderlich, die undichte Klappe durch eine künstliche Prothese zu ersetzen.“

Die endoskopische Mitralklappenrekonstruktion ist ein besonders schonendes Verfahren zur Behandlung von Mitralklappenerkrankungen. Im Vergleich zur klassischen offenen Herzoperation erfolgt der Zugang über einen kleinen Schnitt zwischen den Rippen, ohne dass das Brustbein durchtrennt werden muss.

Vorteile der Methode sind neben der erhaltenen Brustwandstabilität vor allem die bessere Visualisierung des OP-Gebiets über hochauflösende 3D-Videokameras, sodass die Präzision der Herzklappenreparatur erheblich verbessert werden kann. Der kleine Schnitt wird in der Achselhöhle versteckt, wodurch Patientinnen und Patienten von einer hervorragenden Kosmetik, aber auch von einer schnelleren Genesung, geringeren Schmerzen und kürzeren Krankenhausaufenthalten profitieren.

Seit Einführung des Verfahrens am Standort Ulm wurde die Methode kontinuierlich weiterentwickelt und zählt heute bei entsprechender Indikation zu den etablierten Standardverfahren. Die hohe Fallzahl spiegelt sowohl das Vertrauen der zuweisenden Ärztinnen und Ärzte als auch die überregionale Bedeutung des Zentrums für minimalinvasive Herzchirurgie wider. Seit Kurzem nutzt die Klinik auch DaVinci-Operationsroboter der neuesten Generation für ausgewählte Patienten, wodurch die Präzision der Eingriffe weiter optimiert werden kann.

Für den 1000. Patienten Rüdiger Karsch verlief der Eingriff planmäßig und erfolgreich. Bereits wenige Tage nach der Operation konnte er ins häusliche Umfeld entlassen werden. Damit bestätigt das Universitätsklinikum Ulm seine führende Rolle in der minimalinvasiven Herzchirurgie und setzt weiterhin auf Innovation, Qualität und individuelle, patientenorientierte Versorgung.

Jubiläumspatient Rüdiger Karsch (Mitte) am sechsten Tag nach der Operation, neben Fachärztin Fatma Ashkanani, Spezialistin für minimalinvasive Mitralklappenchirurgie, und Prof. Dr. Andreas Liebold, Ärztlicher Direktor der Klinik für Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. (Foto: Universitätsklinikum Ulm)