Dermatochirurgischer Funktionsbereich

Die Dermatochirurgie ist einer unserer Klinikschwerpunkte und bietet somit fachliche Kompetenz sowie eine moderne medizinische Infrastruktur für die Durchführung einer Vielzahl von dermatochirurgischen Eingriffen. Unserer Abteilung stehen zwei modern ausgestattete Eingriffsräume sowie ein Operationssaal zur Verfügung.

Zu unseren Schwerpunkten gehören die rekonstruktive Tumorchirurgie, Sentinelnodebiopsie bei malignem Melanom und Merkelzellkarzinom, Chirurgie entzündlicher Dermatosen (e.g Hidradenitis suppurativa), Nagelchirurgie, Venenchirurgie etc. (siehe Leistungsspektrum)

Die therapeutischen Eingriffe bei den gut- und bösartigen Tumoren der Haut werden nach den Leitlinien der Arbeitsgemeinschaft der dermatologischen Onkologie und der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft durchgeführt. Je nach der Größenausdehnung der Hauttumoren, die wir behandeln, werden unterschiedliche Rekonstruktionstechniken wie Lappenplastiken oder Hauttransplantate angewandt. Metastasierte Hauttumoren wie auch seltene Tumorentitäten werden interdisziplinär im Tumorboard besprochen. Dieses abgestimmte Vorgehen erlaubt die bestmögliche Versorgung unserer Patienten.

Wir führen jährlich ca. 3300 Operationen sowohl im ambulanten also auch im stationären Bereich durch. Der größte Teil der Eingriffe wird in Lokalanästhesie oder Tumeszenz Anästhesie durchgeführt. Größere Eingriffe (wie beispielsweise große Lappenplastiken, Wächterlymphknotenbiopsien) erfordern allerdings manchmal eine Sedierung oder eine Vollnarkose sowie einen stationären Aufenthalt für einige Tage, um eine optimale und individuell angepasste postoperative Wundversorgung sicherzustellen. Ein stationärer Aufenthalt ist ebenfalls im Falle von Hauttumoroperationen, die mikrographisch kontrolliert durchgeführt werden, notwendig (Schnittrandkontrolle vor Verschluss, Erweiterung des Sicherheitsabstandes), um den Ablauf der erforderlichen Maßnahmen gewährleisten zu können.

Eine interdisziplinäre Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten unserer Klinik (HNO, Gefäßchirurgie, Viszeralchirurgie, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie) sowie die Kooperation mit den niedergelassenen Kollegen ermöglichen uns eine optimale Patientenversorgung.

Unser Leistungsspektrum

- Weißer Hautkrebs:

     - Basalzellkazinom

     - Plettenepitelkazinom

- Schwarzer Hautkrebs:

     - Malignes Melanom

- Seltene Tumoren:

     - Atypisches Fibroxanthom

     - Dermatofibrosarcoma protuberans

     - Merkelzellkarzinom

     - Adnexkarzinome

     - Schweißdrüsenkarzinome

     - Morbus Paget

- Kongenitale melanozytäre Nävi

- Atherome

- Keloide und hypertrophe Narben

- Lipome

- Nagelerkrankungen

- Hidradenitis suppurativa

- Rhinophym

- Unguis incarnatus (eingewachsener Zehennagel)

- Besenreiser/retikuläre Varizen

- Seitenastvarikose

- Stammvenenvarikose (Krampfadern)

- Ulcus cruris

- Störende gutartige Hautveränderungen (e.g seborrhoische Keratosen, Naevi etc.)

- Störende Narben

Manchmal sind Exzisionen unterschiedlicher Hautveränderungen (beispielsweise kongenitale Muttermale) im Kindesalter erforderlich. Für Kinder <6 Jahre besteht die Möglichkeit der Durchführung einer Exzision unter Vollnarkose durch unser ambulantes OP-Zentrum.

Häufig gestellte Fragen

- Aktuellen Medikamentenplan

- Allergiepass falls vorhanden

- Liste mit bekannten Vorerkrankungen

- Vollmacht im Falle von betreuten Patienten

- Vorbefunde

- Auswärtige histologische Befunde

Ihr Hautarzt schickt uns eine Faxanfrage sowie den histologischen Befund im Falle eines bereits histologisch vordiagnostizierten Hauttumors. Daraufhin bekommen Sie von uns ein Vorstellungstermin in unserer Hochschulambulanz. Hier erfolgt die klinische organspezifische Untersuchung und nach Rücksprache mit den Operateuren die Planung des operativen Eingriffes. Sie werden klinisch untersucht, über den genauen Eingriff aufgeklärt und ggf. noch zu dem Narkosearzt im Falle eines größeren Eingriffes vorgestellt. Ihre Vorerkrankungen sowie Ihre aktuelle Medikamentenliste sind wichtig für die individuelle und optimale Operations-Planung, also bitte die aktuellen Behandlungspläne mitbringen. Gleichzeitig werden wir Sie nach bekannten Allergien (wie beispielsweise Antibiotika, Latex, Pflaster, Schmerzmittel) fragen. Falls Sie bereits einen Allergie-Pass besitzen, bringen Sie diesen bitte mit. Vor dem Eingriff werden wir noch meistens eine Blutabnahme durchführen, um Ihre Gerinnung und Basiswerte zu kontrollieren. Bei Operationen an der Haut mit höherem Blutungsrisiko und einer positiven Blutungsanamnese wird präoperativ eine Bestimmung des INR erfolgen.

Sie erhalten danach den Operations-Termin. Am Tag der Operation müssen Sie sich anmelden, und je nachdem ob der Eingriff stationär oder ambulant durchgeführt wird, werden Sie entweder auf die Station CG6 oder in die Eingriffsräume gebracht.

Bei der Operations-Planung werden Sie immer nach der Einnahme von blutverdünnenden Medikamenten gefragt. Der Operateur wird Ihnen sagen falls und wie lange die Antikoagulation präoperativ unterbrochen werden muss. Je nach der Art der Antikoagulation gibt es unterschiedliche Empfehlungen der S3 Leitlinie (S3 Leitlinie zum Umgang mit Antikoagulation bei Operationen an der Haut. Deutsche Gesellschaft für Dermatochirurgie (DGDC); Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)):

- Vitamin K Antagonisten (Phenprocoumon/Warfarin/Acenocoumarol): Eine Umstellung der Medikation von Vitamin K Antagonisten auf Heparin (Bridging) erfolgt nicht bei einem Hauteingriff; ggf. soll vor dem Eingriff den INR Wert zwischen 1,8-2 liegen. Die Umstellung auf Heparin hat keinen klinisch relevanten Nutzen in Hinblick auf eine Reduktion des perioperativen Blutungsrisikos bzw. zur Vermeidung thrombembolischer Ereignisse bei Operationen an der Haut.

- Direkte orale Antikoagulantien (Dabigatran, Rivaroxaban, Apixaban, Desirudin): Die letzte Einnahme sollte 24 Stunden präoperativ erfolgen; die Wiederaufnahme der Medikation kann frühestens eine Stunde postoperativ erfolgen.

- ASS: Bei Eingriffen an der Haut soll eine medizinisch notwendige Medikation mit Acetylsalicylsäure weitergeführt werden. Bei einer höher dosierten Einnahme (>500mg ASS) innerhalb der letzten 72 h präoperativ sollte erwogen werden, einen elektiven Eingriff an der Haut mit hohem Blutungsrisiko zu verschieben. Ein Anstieg des postoperativen Blutungsrisikos unter ASS konnte weder für leichte bis mäßige, noch für schwere Blutungen gezeigt werden

- Clopidogrel: In der Regel besteht eine absolute Indikation zur Fortführung einer kardiovaskulär protektiven Medikation mit Clopidogrel. Eine Veränderung der Medikation bei Eingriffen an der Haut sollte daher schon aufgrund der Grunderkrankung nicht erfolgen.

- Clopidogrel und andere Thrombozytenaggregationshemmer: In der Regel besteht eine absolute Indikation zur Fortführung einer kardiovaskulär protektiven Medikation mit Clopidogrel und anderen Thrombozytenaggregationshemmern für einen begrenzten Zeitraum. Es soll geprüft werden, ob ein Verschieben eines Eingriffes an der Haut bis zum Zeitpunkt des Umstellens auf eine Monomedikation möglich ist. Ein nicht verschiebbarer Eingriff an der Haut sollte unter Belassen der Medikation mit Clopidogrel und anderen Thrombozytenaggregations- hemmern durchgeführt werden.

Bei der Erstvorstellung erhalten Sie auch Ihren Operations-Termin. Je nachdem wie die Operation geplant wurde, ob in örtlicher Betäubung oder Narkose erhalten Sie ein Schreiben in dem angemerkt ist ob Sie nüchtern zur Operation kommen müssen. Für die Eingriffe im Eingriffsraum muss man nicht nüchtern sein; Patienten die eine Sedierung oder eine Narkose erhalten müssen nüchtern am Op-Tag sein. Ob und welche Medikamente sie vor der Operation einnehmen dürfen legt der Anästhesiearzt bei der Vorstellung fest.

Um einen ungestörten Ablauf der Wundheilung zu sichern und das bestmögliche kosmetische Ergebnis zu erzielen, bitten wir Sie einige Empfehlungen zu beachten:

- Regelmäßige Verbandswechsel mit trockenem Pflaster

- Baden/Duschen: Die Wunde sollte bis einen Tag nach Fadenzug nicht mit Wasser in Berührung kommen. Je nach Körperstelle und Größe kann die Wunde während des Duschens mit einem wasserdichten Pflaster verschlossen werden. Entsprechende Pflaster erhalten Sie in der Apotheke. Nach dem Duschen muss die Wunde neu verbunden werden. Sollte die Wunde versehentlich nass werden, wird sie mit einem frischen trockenen Handtuch getrocknet und neu verbunden. Feuchte Verbände müssen immer schnell erneuert werden

- Treten Schmerzen auf, können, sofern keine Unverträglichkeit besteht, zum Beispiel Ibuprofen 400 mg Tabletten bis 3xtäglich eingenommen werden. Im Zweifelsfall setzen Sie sich bitte mit uns oder Ihrem Hautarzt/Hausarzt in Verbindung

- Bei Entzündungen und Nachblutungen bitten wir Sie, umgehend uns oder Ihren Hausarzt/Hautarzt aufzusuchen. Ansprechpartner ist tagsüber die dermatologische Ambulanz. Wochentags ab 16 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen die chirurgische Notaufnahme

- Körperliche Anstrengungen und Sport sollte bis etwa 5 Wochen nach Entfernung der Fäden unterlassen werden. Je nach Lokalisation der Wunde können hier auch längere Zeiträume erforderlich sein. Bei Lokalisation der Wunde in sonnenexponierten Areal, zum Beispiel Gesicht, Unterschenkel und Unterarme muss Sonnenexposition für mehrere Monate streng gemieden werden, um Narbenverfärbungen zu verhindern. Eine Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor sollte angewendet werden.

Manchmal sind Exzisionen unterschiedlicher Hautveränderungen (beispielsweise kongenitale Muttermale) im Kindesalter erforderlich. Für Kinder <6 Jahre besteht die Möglichkeit der Durchführung einer Exzision in Vollnarkose über unseres ambulantes OP-Zentrum.

Publikationen aus dem OP-Bereich

[1-15]

1. Crisan D, Schneider LA, Muhlberger M, Scharffetter-Kochanek K, Kastler S. Ein neurofibromartiger Tumor in einem kongenitalen Riesennavus. J Dtsch Dermatol Ges. 2018;16(12):1507-10.

2. Crisan D, Schneider LA, Coneac A. Miniaturizing the keystone flap: an alternative to helical crus reconstruction after tumor surgery. J Am Acad Dermatol. 2018.

3. Crisan D, Kastler S, Schneider LA, Veit J. Repair of a Complex Marginal Auricular Defect After Lentigo Maligna Melanoma Excision. Dermatol Surg. 2018;44(12):1615-8.

4. Crisan D, Schneider LA, Kastler S, Scharffetter-Kochanek K, Crisan M, Veit JA. Surgical management of skin cancer and trauma involving the middle third of the auricle. J Dtsch Dermatol Ges. 2018;16(6):694-701.

5. Crisan D, Sindrilaru A, Badea A, Scharffetter-Kochanek K, Crisan M. Slowly growing exophytic hyperpigmented nodule of the calf. J Dtsch Dermatol Ges. 2018;16(6):798-801.

6. Crisan D, Scharffetter-Kochanek K, Kastler S, Crisan M, Manea A, Wagner K, et al. Dermatologic surgery in children: an update on indication, anesthesia, analgesia and potential perioperative complications. J Dtsch Dermatol Ges. 2018;16(3):268-76.

7. Manea A, Crisan D, Badea AF, Dumitrascu ID, Baciut MF, Bran S, et al. The value of ultrasound diagnosis in the multidisciplinary approach of cutaneous tumours. Case report. Med Ultrason. 2018;1(1):108-10.

8. Crisan D, Gulke J, Janetzko C, Kastler S, Treiber N, Scharffetter-Kochanek K, et al. Digit preserving surgery of subungual melanoma: a case series using vacuum assisted closure and full-thickness skin grafting. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2017;31(12):e537-e8.

9. Sindrilaru A, Neckermann V, Eigentler T, Kampilafkos P, Crisan D, Treiber N, et al. Self-detection frequency and recognition patterns in medium to high-risk cutaneous melanoma patients. J Dtsch Dermatol Ges. 2017;15(1):61-7.

10. Crisan D, Scharffetter-Kochanek K, Dummer R, Treiber N, Sindrilaru A, Kastler S, et al. Beware when the hair turns dark again: clinical presentation and management of melanoma in situ in a giant congenital naevus on the scalp. J Eur Acad Dermatol Venereol. 2017;31(5):e226-e8.

11. Crisan D, Schneider LA, Kastler S, Psotta-Schachtner C, Gethoffer K, Sindrilaru A, et al. Giant cell arteritis with extensive scalp necrosis: A diagnostic and therapeutic challenge. Indian J Dermatol Venereol Leprol. 2016;82(5):539-42.

12. Crisan D, Treiber N, Kull T, Widschwendter P, Adolph O, Schneider LA. Surgical treatment of melanoma in pregnancy: a practical guideline. J Dtsch Dermatol Ges. 2016;14(6):585-93.

13. Crisan D, Badea AF, Crisan M, Rastian I, Gheuca Solovastru L, Badea R. Integrative analysis of cutaneous skin tumours using ultrasonogaphic criteria. Preliminary results. Med Ultrason. 2014;16(4):285-90.

14. Crisan D, Gheuca Solovastru L, Crisan M, Badea R. Cutaneous histiocytoma - histological and imaging correlations. A case report. Med Ultrason. 2014;16(3):268-70.

15. Crisan M, Crisan D, Sannino G, Lupsor M, Badea R, Amzica F. Ultrasonographic staging of cutaneous malignant tumors: an ultrasonographic depth index. Arch Dermatol Res. 2013;305(4):305-13.