Schwerpunkte des Zentrums

Ein Bronchialkarzinom (auch Lungenkarzinom, bronchogenes Karzinom, Bronchuskarzinom, Lungenkrebs; englisch bronchial carcinoma, lung cancer) ist eine bösartige Neubildung entarteter Zellen der Bronchien oder Bronchiolen. Das Bronchialkarzinom gehört zu den häufigsten und gefährlichsten Krebsarten. Die Anzahl der Lungenkrebserkrankungen hat sich in den letzten 50 Jahren deutlich erhöht: Lungenkrebs gehört mit Brust-​, Prostata-​ und Darmkrebs zu den häufigsten Tumorleiden in den westlichen Industrienationen. In Deutschland erkranken jährlich etwa 50.000 Menschen an Lungenkrebs – damit ist die Krankheit die dritthäufigste Krebsart bei beiden Geschlechtern.  Eine der Hauptursachen für diesen Krebs ist das Rauchen, aber auch Nichtraucher können betroffen sein. Früh erkannt ist zwar eine Heilung möglich, doch gefährlich ist die Streuung in umliegende Organe. Dieser Vorgang ist die Bildung von Tochtergeschwülsten (Metastasen) die eine Behandlung erschweren kann.

Die Diagnostik zur feingeweblichen (histologischen) Sicherung und Festlegung des Tumorstadiums (Staging) kann ambulant oder stationär durchgeführt werden. Durch die Abteilungen für Radiologie und für Nuklearmedizin sind alle Untersuchungen inklusive PET/CT im Hause möglich. Unsere leistungsstarke Bronchoskopie (Lungenspiegelung) mit Kryo- und Minisonde bietet exzellente Möglichkeiten der Diagnosesicherung. Eine Abklärung auffälliger Lymphknoten ist mittels endobronchialen Ultraschalls (EBUS) schonend möglich. Zusätzlich zur klinischen Routine testen wir die Gewebeproben unserer Patienten individuell auf genetische Veränderungen (z.B. EGFR- oder ALK – Mutation). Über das am Zentrum verfügbare „Next Generation Sequencing“ können innerhalb kurzer Zeit weitere molekularen Marker erhoben werden. Diese genauere Charakterisierung des Tumorgewebes bietet die Möglichkeit einer individualisierten und gezielten Therapie („targeted therapy“) oder auch einer Immuntherapie. Als Mitglied des Comprehensive Cancer Centers Ulm (CCCU) veranstalten wir wöchentlich eine gemeinsame interdisziplinäre Tumorkonferenz. Hier werden Fragestellungen mit den Kollegen der Thoraxchirurgie, der Pathologie der Radiologie und Nuklearmedizin sowie der Strahlentherapie und Onkologie besprochen und Therapiekonzepte mit allen Beteiligten diskutiert.

Unser Personal hat langjährige Erfahrung auf dem Gebiet der Behandlung von Lungentumoren und zeichnet sich durch kompetente und persönliche Betreuung der Patienten aus. Eine medikamentöse Therapie kann in unserer Medizinisch-​Onkologischen Tagesklinik (MOT) oder stationär erfolgen.

So kann über unsere Bronchoskopie (Lungenspiegelung) eine Rekanalisation eines Bronchus oder auch die Einlage eines Stent in die Atemwege erfolgen. Zudem kann unkompliziert bei einer Wasseransammlung im Brustkorb („Pleuraerguss‘“) eine Punktion oder Drainagenanlage (z.B. Denver-​Drainage) vereinbart werden.
m Mittelpunkt der Sektion Thorax-​ und Gefäßchirurgie steht die chirurgische Behandlung von Erkrankungen der Lunge, des Lungen-​ und Rippenfells (Pleura) und des Mittelfellraums, also der Brustkorbraum zwischen den beiden Lungenflügeln (Mediastinums) sowie Erkrankungen der arteriellen und venösen Gefäßstrombahn. In Hinblick auf die operativen Verfahren favorisieren wir minimal invasive Vorgehensweisen (Videoassistierte und Robotisch Assistierte Thoraxchirurgie), um die Belastung für unsere Patient*innen möglichst gering zu halten.

Als universitäres Zentrum können wir unseren Patienten eine breite interdisziplinäre Betreuung mit den Kollegen der Psychosomatik, der Ernährungsberatung, des sozialen Beratungsdienstes und der Brückenpflege bieten. Bei Fragen zu einer Patientenverfügung vermitteln wir gerne einen Kontakt zur AG Patientenverfügung. Dank des breiten Studien-​Portfolios können unsere Patienten frühzeitig am medizinischen Fortschritt teilnehmen. Wir bieten im Rahmen von internationalen Studien zahlreiche innovative Therapiekonzepte mit zielgerichteter und personalisierter Therapie auf dem neuesten wissenschaftlichen Stand an.