Das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene unterstützt die klinische Diagnose durch den direkten Nachweis von Infektionserregern (Bakterien, Pilze, Protozoen), ihren Antigenen und den gegen sie gerichteten Antikörpern.

Einzelne Untersuchungen, die vor Ort nicht vorgenommen werden können, werden an spezielle, qualifizierte Institute weitergeleitet.

Haben Sie Fragen? Wir sind für Sie da, damit wir Ihnen helfen können.

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Prof. Dr. med. Andreas Essig

Ltd. Oberarzt

Kontakt Labor

Telefon +49 731 500-65380

Telefax +49 731 500-65304

Sie erreichen uns telefonisch während unserer Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 07.30 - 17.00 Uhr  - Probenannahmeschluss 16:00 Uhr

Samstag: 07.30 - 12.00 Uhr  - Probenannahmeschluss 11:30 Uhr

Sonntag: 07.30 - 12.00 Uhr  - Probenannahmeschluss 11:30 Uhr

Das Team der Diagnostik

Ärzte-Team

Prof. Dr. med. Andreas Essig  

Dr. med. Martina Furitsch  

Dr. med. Benjamin Hagemann  

Dr. med. Jan Kubis  

MFA

Ltd. MTLA Monika Nolle-Volz  

Stellv. ltd. MTLA (Diagnostik) Katrin Storr  

 

 

Allgemeine Informationen

Nachfolgend finden Sie Informationen zu den unterschiedlichen Materialien sowie Hinweise zum Materialtransport und zu den Leistungsanforderungen. Ebenso erfahren sie hier mehr über die speziellen Untersuchungs- und Diagnostikverfahren.

 

Hinweise für Einsender

Online-Anforderung

Alle Untersuchungsanforderungen sollten Online über die Beleglose Laboranforderung erfolgen. Bei Fragen hierzu stehen wir Ihnen unter Telefon 65368 zur Verfügung.
Eine Beispielseite zur Beleglosen Anforderung finden Sie hier.

Zusätzlich eine Anleitung für die "beleglose Anforderung" über das Medat-System (nur intern!)

Nachforderung von Untersuchungen
  • Nachforderungen von Untersuchungsanforderungen nach Eintreffen der Probe und des Untersuchungsantrags im Labor sind grundsätzlich möglich. Bitte setzen Sie sich hierzu telefonisch mit dem Anlagelabor (Tel. 65312) in Verbindung.
  • Alle diagnostischen Probenmaterialien werden 1 Woche im Kühlschrank im Labor aufbewahrt und stehen somit für Nachforderungen zur Verfügung. Bei der Nachforderung von Untersuchungsanforderungen ist jedoch zu beachten, dass manche Erreger umweltlabil, kälteempfindlich oder wenig sauerstofftolerant sind und ein Nachweis dieser Erreger nach längerer Lagerung der Probe nicht erfolgsversprechend ist. Sofern eine von Ihnen angeforderte Untersuchungsanforderung aufgrund der Wachstumsansprüche der Erreger nicht sinnvoll erscheint, wird Sie der zuständige Laborarzt entsprechend beraten. Bei gezielten Anfragen wenden Sie sich bitte direkt an den für den jeweiligen Laborplatz zuständigen Laborarzt.
  • Nachforderungen von serologischen Untersuchungen sind jederzeit möglich, da alle Serumproben über mehrere Jahre tiefgefroren im Labor aufbewahrt werden. Die längere Aufbewahrungsdauer beeinflusst serologische Untersuchungsverfahren in der Regel nicht negativ. Bei Nachforderungen von serologischen Untersuchungen, ggf. auch aus früheren Untersuchungsmaterialien, wenden Sie sich bitte direkt an die Mitarbeiter in der Serologie (Tel. 65327/65376).
Papierformulare zur Leistungsanforderung bei Systemausfall

Wir bitten Sie, die Papierformulare zur Leistungsanforderung nur bei Systemausfällen (IS-H*Med, Konas) zu verwenden.

Die benötigten Formulare können auch lokal auf dem PC vorgehalten werden.

Papierformulare (pdf-File) bitte auf Laser-Drucker ausdrucken.

Die Beschriftung der Patientendaten kann händisch oder mit Etikett erfolgen (sofern Etiketten für die Beschriftung des Entnahmematerials notwendig sind, diese händisch beschriften oder vorgedruckte Etiketten verwenden).

Anforderungsscheine

Unser Labor bietet die Laborleistungen sowohl für privat als auch für gesetzlich versicherte Patienten an.
Für jede Untersuchung von gesetztlich versicherten Patienten benötigen wir einen Überweisungsschein, der der Probe direkt beigelegt werden sollte!

Anforderungsscheine
Hinweise zum Ausfüllen der Anforderungsscheine
  • Bitte senden Sie pro Untersuchungsmaterial einen Anforderungsschein ein!
  • Bitte füllen Sie den Schein sorgfältig und vollständig aus. Nur so können wir eine schnelle und effiziente Diagnostik für Sie durchführen!

 

Anforderungsschein Allgemeine Mikrobiologie

Der Anforderungsschein für die allgemeine Mikrobiologie enthält folgende Bereiche:

Patientendaten/Einsenderdaten: Hier bitte den Nachname, Vorname, Geburtsdatum sowie die Anschrift, Fax/Telefon des Einsenders etc. möglichst genau eintragen.

Diagnostisch relevante Angaben/Verdachtsdiagnose: Hier bitte so genau wie möglich die entsprechenden klinischen Angaben angeben, da die Bearbeitung und Beurteilung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der klinischen Angaben erfolgt!

Untersuchungsmaterial: Markieren Sie in diesem Bereich bitte genau eine Materialart! Ist für eine einzelne Materialart kein Markierungsfeld verfügbar, markieren Sie bitte "Sonstiges" und notieren Sie dort die Materialart. Im Feld "Lokalisation" geben Sie bitte evtl. Details zum Entnahmeort ein.

Untersuchungsauftrag: Hier wird unterschieden zwischen einem allgemeinen Untersuchungsauftrag und speziellen Untersuchungsaufträgen.

Mit dem allgemeinen Untersuchungsauftrag "Erregerkultur und Resistenz" werden die üblicherweise vorkommenden Erreger in dem jeweiligen Untersuchungsmaterial erfasst.

Für einige pathogene Erreger, die z. B. spezielle Nährmedien, verlängerte Bebrütungszeiten etc. benötigen, müssen jedoch spezielle Untersuchungsaufträge angefordert werden. Diese speziellen Erreger sind auf dem Anforderungsschein ausdrücklich genannt. Finden Sie einen speziellen Erreger nicht in dieser Liste, setzen Sie sich bitte mit dem zuständigen Laborarzt telefonisch in Verbindung.

Zusatzinformationen Tuberkulose: Bitte den klinischen Verdacht auf eine offene Tuberkulose unbedingt auf dem Anforderungsschein vermerken oder den zuständigen Mikrobiologen (Tel.: 65318/65368) kontaktieren, so dass vorab ein Direktpräparat angefertigt und beurteilt werden kann.

 

Anforderungsschein Serologie und Molekularbiologie

Der Anforderungsschein für die Serologie und Molekularbiologie enthält folgende Bereiche:

Patientendaten/Einsenderdaten: Hier bitte den Nachname, Vorname, Geburtsdatum sowie die Anschrift, Fax/Telefon des Einsenders etc. möglichst genau eintragen.

Untersuchungsmaterial: Markieren Sie in diesem Bereich bitte genau eine Materialart! Ist für eine einzelne Materialart kein Markierungsfeld verfügbar, markieren Sie bitte "Sonstiges" und notieren Sie dort die Materialart wie auch evtl. Details zum Entnahmeort.

Diagnostisch relevante Angaben/Verdachtsdiagnose: Hier bitte so genau wie möglich die entsprechenden klinischen Angaben angeben, da die Bearbeitung und Beurteilung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der klinischen Angaben erfolgt!

Untersuchungsanforderung:
  • Bitte markieren Sie hier, ob es sich um eine Erstuntersuchung oder eine Verlaufsuntersuchung handelt. Diese Angaben sind für die Interpretation der Befunde vor großer Wichtigkeit!
  • Markieren Sie in diesem Bereich die gewünschten Untersuchungen bzw. nachzuweisenden Erreger.
  • Finden Sie einen speziellen Erreger nicht in dieser Liste, setzen Sie sich bitte mit dem zuständigen Laborarzt telefonisch in Verbindung.

 

Zusatzinformationen: Bitte vermerken Sie zusätzliche für die Diagnostik wichtige Angaben in dem entsprechend markierten Feld.

Nachforderung von Untersuchungen

Nachforderungen von Untersuchungsanforderungen nach Eintreffen der Probe und des Untersuchungsantrags im Labor sind grundsätzlich möglich. Bitte setzen Sie sich hierzu telefonisch mit dem Labor (Tel. 65380) in Verbindung.

Alle diagnostischen Probenmaterialien werden 1 Woche im Kühlschrank im Labor aufbewahrt und stehen somit für Nachforderungen zur Verfügung.

Bei der Nachforderung von Untersuchungsanforderungen ist jedoch zu beachten, dass manche Erreger umweltlabil, kälteempfindlich oder wenig sauerstofftolerant sind und ein Nachweis dieser Erreger nach längerer Lagerung der Probe nicht erfolgsversprechend ist. Sofern eine von Ihnen angeforderte Untersuchungsanforderung aufgrund der Wachstumsansprüche der Erreger nicht sinnvoll erscheint, wird Sie der zuständige Laborarzt entsprechend beraten. Bei gezielten Anfragen wenden Sie sich bitte direkt an den für den jeweiligen Laborplatz zuständigen Laborarzt.

Nachforderungen von serologischen Untersuchungen sind jederzeit möglich, da alle Serumproben über mehrere Jahre tiefgefroren im Labor aufbewahrt werden. Die längere Aufbewahrungsdauer beeinflusst serologische Untersuchungsverfahren in der Regel nicht negativ. Bei Nachforderungen von serologischen Untersuchungen, ggf. auch aus früheren Untersuchungsmaterialien, wenden Sie sich bitte direkt an die Mitarbeiter in der Serologie (Tel. 65327/65376).

Die Standardanforderung "Erregerkultur und Resistenz" umfasst die kulturelle Untersuchung und die Erstellung von Antibiogrammen für obligat und fakultativ pathogene Erreger. Bei primär sterilen Materialien, wie Liquor, Punktaten, Biopsien, umfasst die Anforderung auch die Anfertigung eines mikroskopischen Direktpräparates.

Die eingesetzten Kulturmedien, Anreicherungsverfahren und weiterführenden diagnostischen Verfahren stellen ein dem jeweiligen Untersuchungsmaterial optimal angepasstes Procedere dar, das sich nach den gültigen nationalen und internationalen Standards richtet. Dies schließt materialabhängig auch die Suche nach anaerob wachsenden oder anspruchsvoll wachsenden Keimen mit ein. Beispielsweise werden bei Anforderung "Erreger und Resistenz" aus Hirnabszessmaterialien immer auch Nokardien, Aktinomyzeten und Anaerobier mit erfasst.

Bei anderen Untersuchungsmaterialien, insbesondere solchen, die einem hohen Grad an Kontamination mit physiologischer Flora unterliegen, müssen besondere pathogene Erreger jedoch mittels einer Spezialanforderung vom Einsender gezielt angefordert werden.

Allgemeine Hinweise zur Entnahme und zum Transport von Untersuchungsmaterialien

Eine sachgerechte Entnahme und Transport der Untersuchungsmaterialien trägt wesentlich zur Aussagekraft der im mikrobiologischen Labor erhobenen Untersuchungsergebnisse bei.

Folgende allgemeine Hinweise gelten für (fast) alle Untersuchungsmaterialien:

  • Gezielte Probenentnahme unter Vermeidung von Kontaminationen (Normalflora)!
  • Temperaturextreme vermeiden!
  • Austrocknung der Proben vermeiden!
  • Probenentnahme möglichst vor Beginn einer antimikrobiellen Therapie!
  • Proben eindeutig beschriften: entweder Online-Aufkleber oder
    (bei Anforderungen, die nicht über das Online-System generiert werden) Patientenvor- und nachname, Geburtsdatum, Einsender/Station, Datum der Probenentnahme und Untersuchungsmaterial
  • Proben möglichst rasch zum mikrobiologischen Labor senden, da bei längerer Lagerung Verschiebungen der Erreger-Quantitäten auftreten können:
    • anspruchslose Keime, wie z. B. Staphylokokken und Enterobakterien, vermehren sich
    • anspruchsvolle Keime, wie z. B. Haemophilus spp. Pneumokokken und Meningokokken, sterben ab.
  • Probe auf schnellstem Weg ins bakteriologische Labor senden, da bereits nach wenigen Stunden Verschiebungen der Erreger-Quantitäten eintreten.
  • Probengefäße immer sicher verschließen!
  • Beim Transport infektiöser Materialien sind die entsprechenden Transportvorschriften zu beachten! Informationen hierzu erhalten Sie vom Team der Mikrobiologischen Diagnostik.
  • Sollten die Proben nicht umgehend zum Labor gesandt werden, Lagerungsbedingungen der Proben beachten.

 

Probengefäße

Übersicht der Probengefäße

 

Untersuchungsmaterialien

Augenabstrich
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Für Abstriche bei Neugeborenen und Kindern stehen auch dünnere Abstrichtupfer mit Transportmedium (oranger Deckel) zur Verfügung.
Abnahme:
  • Augenlid ektropieren, um einen optimalen Zugang zur Konjunktiva zu ermöglichen.
 
  • Mit einem feinen sterilen Tupfer mehrfach über die Konjunktiva streichen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium geben und verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien, wie z. B. Haemophilus spp. oder Pneumokokken, absterben!
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Abnahme:
  • Bei offenen Bläschen Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen und das Tupferende mehrfach über das Bläschen streichen. Dabei darauf achten, dass möglichst nur das Bläschen und nicht die gesunde Haut berührt wird, um eine Kontamination der Probe mit physiologischer Hautflora zu vermeiden! Bei geschlossenen Bläschen diese ggf. vorher mit einer sterilen Kanüle aufstechen.
 
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Bei größeren Bläschen kann auch versucht werden, etwas Flüssigkeit mit einer sterilen Spritze zu aspirieren.
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Abnahme:
  • Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen.
 
  • Mit dem Watteende des Tupfers mehrfach über das betroffene Hautareal streichen.
 
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Die Abnahme eines Hautabstrichs ist in der Regel nur sinnvoll bei Vorliegen offener Effloreszenzen der Haut. Eine Kontamination der Untersuchungsprobe mit Bakterien der physiologischen Hautflora ist meist unvermeidlich.
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Abnahme:
  • Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen.
 
  • Mit dem Watteende des Tupfers mehrfach in die abzustreichende Region streichen.
 
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Bitte unbedingt genaue Lokalisation und Kennzeichnung "intraoperativ" angeben, damit eine sachgerechte Interpretation der Befunde erfolgen kann!
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Abnahme:
  • Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen.
 
  • Mit dem Watteende des Tupfers mehrfach in die abzustreichende Region streichen.
 
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Bei Mundabstrichen werden in der Regel Bakterien der physiologischen Mundflora nachgewiesen.
Zum Nachweis von Hefen (Candida spp.) bei V. a. Mundsoor ist ein gezielter Untersuchungsauftrag erforderlich!
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Es stehen auch dünnere Abstrichtupfer mit Transportmedium (oranger Deckel) zur Verfügung.
Abnahme:
  • Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen.
 
  • Mit dem Watteende des Tupfers in die Nasenhöhle streichen.
 
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Bei Nasenabstrichen im Rahmen von Untersuchungen auf MRSA bitte mit einem Tupfer nacheinander in beide Nasenhöhlen streichen!
Für die MRSA-PCR im Rahmen des MRSA-Screenings ebenfalls Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium verwenden!
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Es stehen auch dünnere Abstrichtupfer mit Transportmedium (oranger Deckel) zur Verfügung.
Abnahme:

Bei Gehörgangsabstrichen sollte die Ohrmuschel vorher desinfiziert werden und ggf. Krusten entfernt werden. Mit einem Abstrichtupfer wird dann der Gehörgang rotierend abgestrichen. Bei einem tiefen Gehörgangsabstrich sollte ein Ohrtrichter verwendet werden, um eine Kontamination mit Keimen des Außenohres zu vermeiden.

Bei Mittelohrpunktionen und Parazentesen bei geschlossenem Trommelfell zunächst den Gehörgang mit physiologischer NaCl-Lösung säubern. Danach das Trommelfell punktieren bzw. inzidieren und aseptisch etwas Flüssigkeit aspirieren.

Bei rupturiertem Trommelfell kann das Untersuchungsmaterial direkt mit einem Tupfer unter Zuhilfenahme eines Spekulums gewonnen werden.
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Bei Ohrabstrichen wird im Labor routinemäßig ein Selektivnährboden zum Nachweis von Schimmelpilzen angelegt.

   

Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Abnahme:
  • Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen.
 
  • Mit dem Watteende des Tupfers mehrfach in den Rachen streichen. Dabei darauf achten, dass der Tupfer nicht mit der Wangen- und Zungenschleimhaut in Berührung kommt, um eine Kontamination der Probe mit Bakterien der physiologischen Mundflora zu vermeiden.
 
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Bei Verdacht auf Angina Plaut-Vincent sollte zusätzlich "Mikroskopisches Präparat Gram" angefordert werden!
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Abnahme:
  • Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen.
 
  • Mit dem Watteende des Tupfers den Rektalbereich abstreichen.
 
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:

Rektalabstriche werden vorwiegend im Rahmen eines Screenings auf Multiresistente-Erreger (z. B. MRSA, VRE, ESBL) abgenommen. Zur Diagnostik einer Gastroenteritis sind sie nicht geeignet.

Rektalabstriche eignen sich auch zum Nachweis einer Chlamydien-Proktitis. Dafür bitte spezielles Abstrichset benutzen.

Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Abnahme:
  • Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen.
 
  • Mit dem Watteende des Tupfers mehrfach über die Tonsillen streichen. Dabei darauf achten, dass der Tupfer nicht mit der Wangen-, Zungen- und Rachenschleimhaut in Berührung kommt, um eine Kontamination der Probe mit Bakterien der physiologischen Rachenflora zu vermeiden.
 
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Bei Verdacht auf Angina Plaut-Vincent sollte  zusätzlich "Mikroskopisches Präparat Gram" angefordert werden!
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Es stehen auch dünnere Abstrichtupfer mit Transportmedium (oranger Deckel) zur Verfügung.
Abnahme:
  • Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen.
 
  • Mit dem Watteende des Tupfers in die Urethraöffnung streichen. Dabei darauf achten, dass der Tupfer nicht mit der Haut in Berührung kommt, um eine Kontamination der Probe mit Bakterien der physiologischen Flora zu vermeiden.
 
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten: Zum Nachweis einer Chlamydia trachomatis-Urethritis ist Erststrahlurin für den DNA-Nachweis ebenfalls hervorragend geeignet und bietet den Vorteil der problemlosen Materialentnahme.
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Abnahme:
  • Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen.
 
  • Einweg-Handschuhe anziehen.
 
  • Vagina mit den Fingern etwas spreizen.
 
  • Mit dem Watteende des Tupfers in die Vagina streichen. Dabei darauf achten, dass der Tupfer nicht mit der Haut in Berührung kommt, um eine Kontamination der Probe mit Bakterien der physiologischen Hautflora zu vermeiden.
 
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten: Vaginalabstriche sind hervorragend geeignete Untersuchungsmaterialien für den DNA-Nachweis bei Verdacht auf urogenitale Chlamydia trachomatis-Infektion (spezielles Abstrichset verwenden).
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium

Abnahme:

  • Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen.
  • Mit dem Watteende des Tupfers über die Wunde streichen. Dabei möglichst nicht die Wundränder berühren, um eine Kontamination mit umgebender Hautflora zu vermeiden!
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Bei der Untersuchungsanforderung bitte unterscheiden, ob es sich um eine tiefe oder eine oberflächliche Wunde handelt sowie die Wundlokalisation angeben, da diese Angaben Einfluss auf die mikrobiologische Beurteilung der Probe haben!
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Abnahme:
  • Einweg-Handschuhe anziehen.
 
  • Vagina mit den Fingern etwa spreizen.
 
  • Spekulum einführen.
 
  • Tupfer aus der Sterilverpackung entnehmen.
 
  • Mit dem Watteende des Tupfers in die Öffnung des Zervikalkanals streichen. Dabei darauf achten, dass der Tupfer nicht mit der Schleimhaut der Vagina in Berührung kommt, um eine Kontamination der Probe mit Bakterien der physiologischen Vaginalflora zu vermeiden.
 
  • Deckel des Transportmedium abziehen und verwerfen.
 
  • Tupfer in das Transportmedium stecken und fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten: Bei Verdacht auf Chlamydia trachomatis und Neisseria gonorrhoeae bitte spezielles Abstrichbesteck für den DNA-Nachweis verwenden.
Probengefäß:
Steriles Röhrchen mit Schraubdeckel .
Abnahme:
Das Material wird im Rahmen einer bronchoskopischen Untersuchung gewonnen. Die BAL ist ein repräsentatives Untersuchungsmaterial für Infektionen des Alveolarraumes.
  • Patienten zur Bronchoskopie gemäß den Pflegestandards vorbereiten.
 
  • Bronchoskop gemäß den Standards der Bronchoskopie in den Bronchialbaum einführen.
 
  • Bronchoskop in Wedge-Position in Subsubsegment-Bronchus bringen.
 
  • Alveolarraum mit 20-50 ml steriler physiologischer Kochsalzlösung spülen.
 
  • Die Kochsalzlösung wieder mit dem Bronchoskop aspirieren und in ein steriles Probengefäß geben.
 
  • Probengefäße fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur:
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), BAL bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien, wie z. B. Haemophilus spp. oder Pneumokokken, absterben!
Besonderheiten:
BAL werden im Labor nativ und nach Verdünnung quantitativ auf Nährböden angelegt. Daher erfolgt auf dem Befund eine Angabe der Keimzahl in Bakterien pro ml.

Jede BAL wird im Labor mikroskopisch mittels Gram-Färbung und Calcofluor-White-Färbung (Spezialfärbung für Pilze) untersucht. Außerdem werden bei jeder BAL Selektivnährmedien für den Nachweis von Legionellen und anaerob wachsende Bakterien routinemäßig mit angelegt.

Für die Untersuchung auf Pneumocystis jiroveci ist eine gesonderte Untersuchungsanforderung notwendig!
Probengefäß:
Steriles Röhrchen mit Schraubdeckel.
Abnahme:
Das Material wird im Rahmen einer bronchoskopischen Untersuchung gewonnen.
  • Patienten zur Bronchoskopie gemäß den Pflegestandards vorbereiten.
 
  • Bronchoskop gemäß den Standards der Bronchoskopie in den Bronchialbaum einführen.
 
  • Sekret aspirieren und in das Probengefäß geben.
 
  • Probengefäße fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Bronchialspülung bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien, wie z. B. Haemophilus spp. oder Pneumokokken, absterben!
Besonderheiten:
Hinweis: Bronchialsekret bezeichnet ein Sekret, das im Rahmen einer bronchoskopischen Untersuchung ohne vorherige Spülung mit Kochsalzlösung direkt aus dem Bronchialsystem abgesaugt wird. Wenn Kochsalzlösung in den Bronchialtrakt eingebracht wird, um Sekret absaugen zu können (was in den meisten Fällen notwendig ist), handelt es sich bei der Probe um eine Bronchialspülung.

Bronchialsekrete werden im Labor nativ und nach Verdünnung quantitativ auf Nährböden angelegt. Daher erfolgt auf dem Befund eine Angabe der Keimzahl in Bakterien pro ml.
Probengefäß:
Steriles Röhrchen mit Schraubdeckel .
Abnahme:
Das Material wird im Rahmen einer bronchoskopischen Untersuchung gewonnen. Die Bronchialspülung ist ein repräsentatives Untersuchungsmaterial für Infektionen des Atemwegsbereiches.
  • Patienten zur Bronchoskopie gemäß den Pflegestandards vorbereiten.
 
  • Bronchoskop gemäß den Standards der Bronchoskopie in den Bronchialbaum einführen.
 
  • Bronchoskop in den Bronchus einführen.
 
  • Bronchialbaum mit 20-40 ml steriler physiologischer Kochsalzlösung spülen.
 
  • Die Kochsalzlösung wieder mit dem Bronchoskop aspirieren und in ein steriles Probengefäß geben.
 
  • Probengefäße fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Bronchialspülung bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien, wie z. B. haemophilus spp. oder Pneumokokken, absterben!
Besonderheiten:
Bronchialspülungen werden im Labor nativ und nach Verdünnung quantitativ auf Nährböden angelegt. Daher erfolgt auf dem Befund eine Angabe der Keimzahl in Bakterien pro ml.
Probengefäß:
Steriles Probengefäß, z. B. Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel oder
Vanek-Becher.
Abnahme:
  • Zur Gewinnung induziertem Sputums ist die Inhalation einer hyperbaren isotonischen Kochsalzlösung notwendig. Das Pumpaggregat versprüht ein feines Aerosol. Die Kochsalzkonzentration kann zwischen 15 % - 0,9 % (nicht hustender Patient - Asthmatiker) variieren. Temperatur der Lösung 37 °C- 40 °C, Inhalationsdauer ca. 20 Minuten, evtl. Zugabe von Bronchodilatatoren
 
  • Der Auswurf wird in einem sterilen Auffanggefäß während und bis zu 30 Minuten nach Inhalation aufgefangen (siehe Sputum).
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Durch die Induktion mit hypertoner Kochsalzlösung soll erreicht werden, dass vermehrt aus Sekret aus den unteren Atemwegen abgehustet wird. Das induzierte Sputum ist insbesondere für die Diagnostik auf Tuberkulose sinnvoll. Bezüglich allgemeiner Hinweise zur Sputum-Diagnostik siehe unter "Sputum".
Probengefäß:
Steriles Magensaft-Röhrchen mit Natriumphosphatlösung.
Abnahme:
Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen.
  • Einführen der Sonde in ein Nasenloch. Vorsichtiges Vorschieben der Sonde.
 
  • Den Patienten schlucken lassen, währenddessen Sonde zügig vorschieben.
 
  • Nach etwa 50 cm erreichen des Magens (beim Erwachsenen)
 
  • Magensaftaspiration (mindestens 2 ml) mit einer sterilen 20 ml Spritze
 
  • Überführen des Magennüchternsekrets in das sterile Röhrchen mit Natriumphosphat-Lösung
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur! Der Probentransport muss in sterilen, gegen Auslaufen gesicherten Probenbehältern erfolgen.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich, Probenlagerung im Kühlschrank bei
2-8 °C bis zu 24 Stunden.
Besonderheiten:
Die Einsendung von Magensaft dient in der Regel der Diangostik einer Tuberkulose. Dazu muss der Magensaft in ein Magensaft-Röhrchen gegeben werden, in dem bereits Natriumphosphatlösung zur Pufferung der Magensäure vorgelegt ist (im Institut für Medizinische Mikrobiologie und HygieneTel.: 65318 erhältlich).
Zu achten ist auf die Einsendung bestimmter Mindestmengen an Probenmaterial.
Zur Erhöhung der Sensitivität wird die Untersuchung von 3 Proben an 3 aufeinander folgenden Tagen vorgeschlagen.

Das NALC-NaOH-Anreicherungsverfahren zur Dekontamination, Homogenisierung und Anreicherung der Proben für den kulturellen, mikroskopischen und molekularbiologischen Nachweis wird von Montag bis Freitag durchgeführt. (Die Proben müssen vor 8 Uhr im Labor eintreffen, ansonsten erfolgt die Bearbeitung am Folgetag).
Probengefäß:
Steriles Röhrchen mit Schraubdeckel
Abnahme:
  • Mund kurz mit steriler Kochsalzlösung ausspülen.
 
  • Patienten bitten, den Rachen mit ca. 10 ml steriler 0,9%ige Kochsalzlösung zu spülen, dabei ist Gurgeln hilfreich.
 
  • Die Kochsalzlösung in ein steriles Röhrchen ausspucken lassen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe im Kühlschrank bei 2-8 °C Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.

   

Probengefäß:
Steriles Röhrchen mit Schraubdeckel

Vanek-Becher
 

Abnahme:
  • Möglichst Morgensputum gewinnen
 
  • Den Mund gut mit Leitungswasser ausspülen.
 
  • Deckel des Sputum-Röhrchens entfernen. Bitte den Behälter nur von außen anfassen.
 
  • Tief ein- und ausatmen. Nach jedem Einatmen den Atem für ca. 3-5 Sekunden anhalten. Diesen Vorgang möglichst wiederholen. Durch die Atemarbeit wird die Lunge gut entfaltet und die Produktion von Sputum angeregt.
 
  • Erneut tief Luft holen und Sputum abhusten.
 
  • Sputum-Röhrchen sofort beim Personal abgeben, damit die Probe rasch ins Labor transportiert werden kann. Falsche Ergebnisse durch zu lange Lagerungszeiten werden dadurch vermieden.

Hinweis zur Mykobakteriendiagnostik: Das Abhusten zur Gewinnung einer möglichst großen Probenmenge 2-3mal wiederholen. Bei Untersuchungsanforderung auf atypische Mykobakterien den Mund vor der Sputumgewinnung mit steriler Kochsalzlösung spülen lassen, um eine Kontamination der Probe mit Mykobakterien aus dem Leitungswasser zu vermeiden!
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei ausschließlicher Anforderung auf Mykobakterien sollte das Sputum bei 2-8 °C im Kühlschrank gelagert werden.
Besonderheiten:
Jedes Sputum wird im Labor mikroskopisch mittels Gram-Färbung untersucht. Dabei wird die Qualität des Sputums anhand des mengenmäßigen Vorhandenseins von Granulozyten und Plattenepithelien beurteilt. Ein erhöhter Anteil an Plattenepithelien spricht dafür, dass es sich bei dem als Sputum eingesandten Probenmaterial um Saliva aus der Mundhöhle des Patienten handelt. Dies wird dem Einsender mitgeteilt, und es wird um Neueinsendung gebeten. Ein hoher Anteil an Granulozyten spricht für ein qualitativ hochwertiges und diagnostisch aussagekräftiges Sputum. Bei zellarmem Sputum (wenige Granulozyten, wenige Plattenepithelzellen) wird der Einsender darauf hingewiesen, dass diese Konstellation häufig bei Pneumonien durch atypische Erreger auftritt und dass eine gesonderte Anforderung zum PCR-Nachweis atypischer Pneumonie-Erreger (Mycoplasma pneumoniae, Chlamydia pneumoniae, Legionella pneumophila) ggf. sinnvoll sei.
Probengefäß:
Trachealsaugsatz mit Auffangbehälter bzw.
steriles Röhrchen mit Schraubdeckel.
Abnahme:
  • Einweg-Handschuhe anziehen.
 
  • Absaugkatheter an den Trachealsaugsatz anschließen.
 
  • Absaugkatheter steril in die Trachea einführen. Sobald Widerstand erreicht wird, Katheter 1 cm zurück- und dann unter Sog herausziehen
 
  • Röhrchen verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien, wie z. B. Haemophilus spp. oder Pneumokokken, absterben!
Probengefäß:
Steriles Probengefäß, z. B. Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel oder
Vanek-Becher
Abnahme:
  • Einige ml sterile physiologische Kochsalzlösung in ein Probengefäß geben.
 
  • Hautdesinfektion gemäß Hygieneplan (siehe im Intranet) vornehmen.
 
  • Einweg-Handschuhe anziehen.
 
  • Biopsie unter strikter Einhaltung steriler Kautelen gemäß den Leitlinien der jeweiligen Abteilung vornehmen.
 
  • Biopsat in das Probengefäß geben. Darauf achten, dass es ganz von der Kochsalzlösung umspült ist, damit es nicht austrocknet.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.

Besonderheiten:
Bei Biopsien, bei denen eine sehr große Wahrscheinlichkeit auf das Vorliegen einer Infektion mit Anaerobiern besteht, z. B. Hirnbiopsien, ist es sinnvoll zusätzlich etwas Probenmaterial in Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium (Amies) zu geben.

 

Biopsate aus dem Gastrointestinat-Trakt zur Untersuchung auf Helicobacter pylori in Portagerm pylori Transportmedium geben und die Proben möglichst schnell ins Labor transportieren, da die Erreger sehr empfindlich gegen Umwelteinflüsse sind.

Probengefäß:
Steriles Probengefäß, z. B. Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel oder
Vanek-Becher
Abnahme:
  • Einige ml sterile physiologische Kochsalzlösung in ein Probengefäß geben.
 
  • Hautdesinfektion gemäß Hygieneplan (siehe im Intranet) vornehmen.
 
  • Einweg-Handschuhe anziehen.
 
  • Biopsie unter strikter Einhaltung steriler Kautelen vornehmen.
 
  • Biopsat in das Probengefäß geben. Darauf achten, dass es ganz von der Kochsalzlösung umspült ist, damit es nicht austrocknet.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Bei Verdacht auf Pilzinfektion der Haut ist eine gezielte Untersuchungsanforderung auf Pilze (Hefen, Schimmelpilze und/oder Dermatophyten) erforderlich!
Probengefäß:
Blutkulturflaschen, Fa. BD, BACTEC Plus Aerobic/F und
BACTEC Plus Anaerobic/F (zu beimpfen mit je 5-10 ml Blut)
Für Kinder: Blutkulturflasche Kinder , BD BACTEC PEDS Plus/F (zu beimpfen mit 2-5 ml Blut)
Abnahme:
Blutkulturen möglichst vor Beginn einer Antibiotika-Therapie abnehmen! Sollten Abnahmen während einer Antibiotika-Therapie erforderlich sein, sollten die Blutkulturen unmittelbar vor Gabe der nächsten Antibiotika-Dosis abgenommen werden.
  • Punktionsstelle gründlich desinfizieren
 
  • Venöse Stauung anlegen.
 
  • Mit einer sterilen Spritze mit Kanüle periphere Vene punktieren und 10-20 ml Blut abziehen.
 
  • Kanüle wieder herausziehen, Punktionsstelle kräftig komprimieren und Pflasterverband anlegen.
 
  • Kanüle verwerfen und neue sterile Kanüle auf die gefüllte Spritze aufsetzen.
 
  • Desinfektion der Gummipfropfen der Blutkulturflaschen.
 
  • In jede Blutkulturflasche (aerob und anaerob) (5)-10 ml Blut injizieren. Flaschen nicht belüften!
 
  • Beimpfte Flaschen möglichst rasch ins mikrobiologische Labor transportieren.
Bei Abnahme der Blutkulturen aus einem liegenden zentralen Venenkatheter ZVK-Ende bzw. Absperrhahn vor der Abnahme sorgfältig desinfizieren.
Die Abnahme von Blutkulturen aus peripheren Venenkathetern, z. B. Viggo, ist nicht indiziert!
Transport:
Blutkulturflaschen umgehend bei Raumtemperatur zum Labor transportieren.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Blutkulturflaschen nicht vorbebrüten!
Besonderheiten:
Es sollte stets ein Pärchen (aerobe/anaerobe) Flasche abgenommen werden, um auch anaerob wachsende Bakterien optimal zu erfassen.
 

Es sollten stets mind. zwei bis maximal vier Blutkulturen entnommen werden, die durch getrennte Punktionen zu gewinnen sind.

Bei Verdacht auf akute infektiöse Endokarditis sollten drei Blutkulturen durch drei verschiedene Venenpunktionen innerhalb einer Stunde vor Therapiebeginn abgenommen werden.

Bei Verdacht auf subakute Endokarditis (Endokarditis lenta) sollten bis zu 4 Blutkulturen innerhalb von 24 Stunden abgenommen werden.


Die Nachweisrate steigt mit der Zahl der abgenommenen Blutkulturen (in der Regel 2-3).
 

Bei Verdacht auf Katheterinfektion ist die simultane Abnahme zentraler und peripherer Blutkulturen (je ein Pärchen) empfohlen. Außerdem kann bei simultaner Abnahme der Zeitpunkts der Positivmeldung im automatisierten Blutkultur-Gerät ermittelt und die „Differential time to positivity" ermittelt werden. Eine mind. 2 Stunden frühere Positivmeldung der zentralen Blutkultur im Vergleich zur peripheren Kultur spricht für eine Katheterinfektion.

Probengefäß:
Citrat-Blut-Röhrchen
Abnahme:
  • Citrat-Blut-Röhrchen mit Butterfly oder Kanüle über Luer-Adapter versehen. Für die Tuberkulose-Diagnostik stets 2 x 5 ml Citrat-Blut abnehmen (bitte nur eine Auftragsnummer (2 Etiketten) verwenden)!
 
  • Stauen oberhalb der Entnahmestelle
 
  • Desinfektionsmittel aufsprühen und mit einem unsterilen Tupfer nach einer halben Minute abwischen. Nach Desinfektion nicht mehr nachtasten. (siehe Hygieneplan)
 
  • Straffen der Haut bei Entnahme. Der Nadelschliff zeigt nach oben.
 
  • Schnelles Einstechen in einem Winkel von 30-40 ° in die Haut und so viel Blut in das Röhrchen abziehen, bis sich der Stempel nicht weiter herausziehen lässt. Dabei darauf achten, dass das Blut langsam in das Röhrchen fließt, um Hämolyse zu vermeiden.
 
  • Röhrchen danach leicht schwenken
 
  • Vor Entfernung der Nadel Stauschlauch lösen. Tupfer auf Punktionsstelle drücken.
 
  • Beachte: niemals die Kappe auf die gebrauchte Nadel stecken! Nadel direkt in einem Abwurfbehälter entsorgen.
 
  • Pflasterverband anlegen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe im Kühlschrank bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Citrat-Blut wird insbesondere für die Kultur auf Mykobakterien bei Verdacht auf Tuberkulose-Sepsis (z. B. Landouzy-Sepsis) benötigt.
Probengefäß:
EDTA-Blut-Röhrchen
Abnahme:
  • EDTA-Blut-Röhrchen mit Butterfly oder Kanüle über Luer-Adapter versehen.
 
  • Stauen oberhalb der Entnahmestelle
 
  • Desinfektionsmittel aufsprühen und mit einem unsterilen Tupfer nach einer halben Minute abwischen. Nach Desinfektion nicht mehr nachtasten. (siehe Hygieneplan)
 
  • Straffen der Haut bei Entnahme. Der Nadelschliff zeigt nach oben.
 
  • Schnelles Einstechen in einem Winkel von 30-40 ° in die Haut und so viel Blut in das Röhrchen abziehen, bis sich der Stempel nicht weiter herausziehen lässt. Dabei darauf achten, dass das Blut langsam in das Röhrchen fließt, um Hämolyse zu vermeiden.
 
  • Röhrchen danach leicht schwenken
 
  • Vor Entfernung der Nadel Stauschlauch lösen. Tupfer auf Punktionsstelle drücken.
 
  • Beachte: niemals die Kappe auf die gebrauchte Nadel stecken! Nadel direkt in einem Abwurfbehälter entsorgen.
 
  • Pflasterverband anlegen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.

Besonderheiten:
EDTA-Blut wird insbesondere für den mikroskopischen Parasitennachweis (z. B. Malaria) benötigt. EDTA ist bakterizid und damit nicht für den kulturellen Erregernachweis geeignet.

Bitte EDTA-Blut (mikroskopischer Parasitennachweis) bzw. Citrat-Blut (kultureller Erregernachweis z. B. Mykobakterien) abnehmen!

Probengefäß:

Vacutainer: InTube-Plasma (enthält 4 QuantiFERON®-TB Gold (QFT) plus Blutentnahmeröhrchen

(Nullkontroll-, Tb1 und Tb2-Antigen-, Mitogen-Kontroll-Röhrchen)

Abnahme:
  • Auf eine sterile Blutentnahme (siehe Nativ-Blut) ist zu achten
  • 1 ml venöses Blut mittels Vacutainer-System in jedes der 4 QFT Blutentnahmeröhrchen (bis zur schwarzen Markierung) entnehmen
  • Bei der Blutentnahme sollten die Röhrchen eine Temperatur von 17-25 °C aufweisen.
  • Da die 1-ml-Röhrchen das Blut relativ langsam aufnehmen, bitte das Röhrchen nach dem scheinbaren Erreichen des Füllstands noch 2-3 Sekunden auf der Nadel belassen.
  • Wird bei der Blutentnahme die schwarze Markierungslinie am Rand des Etiketts nicht erreicht, bitte eine neue Blutprobe entnehmen
  • Bei Verwendung einer Butterfly-Nadel zur Blutentnahme ist mit Hilfe eines (nicht mitgelieferten) Leerröhrchens sicherzustellen, dass die Schlauchverbindung gefüllt ist, bevor die QFT Röhrchen aufgesetzt werden.
  • Unmittelbar nach dem Befüllen der Röhrchen, diese bitte mehrfach schütteln, dass die Innenwand der Röhrchen ganz mit Blut bedeckt ist. So können sich die Antigene aus der Wandbeschichtung lösen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.  Die Blutproben müssen schnellstmöglich (innerhalb von 16 Stunden nach der Blutentnahme) im Labor eintreffen.
Lagerung:
Eine Lagerung ist nicht möglich. Keine Einsendung am Wochenende und vor Feiertagen
Probengefäß:
Steriles Transportgefäß, z. B. Vanek-Becher oder Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel

 

Abnahme:

  • Einweg-Handschuhe anziehen.
 
  • Drainageschlauch aus dem Patienten vorsichtig herausziehen. Dabei darauf achten, dass die Spitze nicht unsteriles Material (Bett, Hände etc.) berührt.
 
  • Transportgefäß öffnen.
 
  • Drainagespitze mit einer sterilen Schere vorsichtig abschneiden und in ein steriles Transportgefäß fallen lassen.
 
  • Transportgefäß verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Die routinemäßige mikrobiologische Untersuchung von Drainagespitzen wird nicht empfohlen.
Bei Verdacht auf Infektion einer Wunde sollte vielmehr Wundsekret aus der Drainage zur Untersuchung eingesandt werden.

   

Probengefäß:
Steriles Transportgefäß, z. B. Vanek-Becher
Abnahme:
  • Vanek-Becher mit ca. 20 ml steriler physiologischer Kochsalzlösung füllen.
 
  • Herzklappe während der Operation steril entnehmen und in die Lösung im Transportgefäß fallen lassen. Sie sollte von der Kochsalzlösung vollständig bedeckt sein.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.

   

Probengefäß:
Steriles Transportgefäß, z. B. Vanek-Becher.
Abnahme:
  • Ein Transportgefäß vorbereiten und mit ca. 20 ml steriler physiologischer Kochsalzlösung füllen.
 
  • Intrauterinpessar unter Einhaltung steriler Kautelen entnehmen und in das Transportgefäß fallen lassen. Dabei nicht den äußeren Rand des Gefäßes berühren.
 
  • Transportgefäß schließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Bei klinischem Verdacht auf Aktinomykose bitte Untersuchung auf Actinomyces spp. anfordern!
Probengefäß:
Steriles Transportgefäß, z. B. Vanek-Becher.
Abnahme:
  • Einweg-Handschuhe anziehen.
 
  • Katheter aus dem Patienten vorsichtig herausziehen. Dabei darauf achten, dass die Spitze nicht unsteriles Material (Bett, Hände etc.) berührt.
 
  • Transportgefäß öffnen.
 
  • Katheterspitze mit einer sterilen Schere vorsichtig abschneiden und in ein steriles Transportgefäß fallen lassen.
 
  • Transportgefäß verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Katheterspitzen werden im Labor gemäß dem Abrollverfahren nach MAKI kultiviert. Koloniezahlen von mehr als 15 Kolonien/Katheterspitze gelten als signifikant für eine Katheterinfektion.
Probengefäß:
Steriles Transportgefäß, z. B. Vanek-Becher ggf. Kontaktlinsen-Aufbewahrungs-Box
Abnahme:
  • Hände sorgfältig desinfizieren.
 
  • Transportgefäß vorbereiten und mit einigen ml steriler physiologischer Kochsalzlösung füllen.
 
  • Kontaktlinse aus dem Auge entfernen und in das Transportgefäß fallen lassen.
 
  • Transportgefäß verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Bei Verdacht auf Acanthamöben-Infektion: gezielter Untersuchungsauftrag erforderlich.

Aufgrund des großen Aufwands und der Seltenheit der Erkrankung strenge Indikationsstellung und Rücksprache mit einem Laborarzt.

Probengefäß:
Steriles Transportgefäß, z. B. Vanek-Becher.
Abnahme:
  • Transportgefäß mit ca. 20 ml steriler physiologischer Kochsalzlösung füllen.
 
  • Schrittmacher bzw. Schrittmacherdraht während der Operation steril entnehmen und in die Lösung im Transportgefäß fallen lassen. Sie sollte von der Kochsalzlösung vollständig bedeckt sein.
 
  • Transportgefäß schließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Schrittmacherdraht in steriler NaCl über Nacht bei Raumtemperatur lagern.

siehe unter Rubrik "Abstriche"

siehe unter Rubrik "Biopsien"

Probengefäß:
Steriles Transportgefäß, z. B. Vanek-Becher oder
Universal-Transportgefäß mit Schraubdeckel.
Abnahme:
  • Ein Probengefäß vorbereiten und öffnen.
 
  • Einige Hautfetzen mit einem sterilen Skalpell vorsichtig abschaben und in das Probengefäß fallen lassen.
 
  • Probengefäß schließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Für die Untersuchung auf Dermatophyten ist eine spezielle Untersuchungsanforderung notwendig, damit ein Selektivmedium beimpft und über mehrere Wochen bebrütet wird!
Probengefäß:
Steriles Transportgefäß, z. B. Vanek-Becher oder
Universal-Transportgefäß mit Schraubdeckel.
Abnahme:
  • Ein Probengefäß vorbereiten und öffnen.
 
  • Einige Hautschuppen mit einem sterilen Skalpell vorsichtig abschaben und in das Probengefäß fallen lassen.
 
  • Probengefäß schließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Für die Untersuchung auf Dermatophyten ist eine spezielle Untersuchungsanforderung notwendig, damit ein Selektivmedium beimpft und über mehrere Wochen bebrütet wird!

   

Probengefäß:
Steriles Transportgefäß, z. B. Vanek-Becher oder
Universal-Transportgefäß mit Schraubdeckel.
Abnahme:
  • Ein Probengefäß vorbereiten und öffnen.
 
  • Nagel mit Hautdesinfektionsmittel desinfizieren.
 
  • Einige Nagelspäne mit einem sterilen Skalpell vorsichtig vom Nagel abschaben und in das Probengefäß fallen lassen.
 
  • Probengefäß schließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Für die Untersuchung auf Dermatophyten ist eine spezielle Untersuchungsanforderung notwendig, damit ein Selektivmedium beimpft und über mehrere Wochen bebrütet wird!

Probengefäß:

Steriles Röhrchen mit Schraubdeckel

 

Abnahme:

Lumbale Punktion, nur in Ausnahmefällen subokzipitale Punktion, unter strikter Einhaltung steriler Kautelen! Durchführung der Lumbalpunktion:

  • Patient aufklären, evtl. Prämedikation geben.

  • Probengefässe beschriften.

  • Patient seitlich mit angezogenen Knien lagern oder hinsetzen lassen mit Rücken an der Bettkante.

  • Puktionshöhe L4/5 oder L3/4 zwischen den Dornfortsätzen mit Daumennageldruck markieren.

  • Hygienische Händedesinfektion durchführen und sterile Handschuhe anziehen (siehe auch Hygieneplan im Intranet).

  • Hautdesinfektion über mind. 1 Minute mit serilem Tupfer, Punktionsbereich mit sterilem Tuch abdecken/umschließen (siehe auch Hygieneplan im Intranet).

  • Spinalnadel mit Mandrin durch die Haut stechen. Punktion durchführen.

  • Liquor nacheinander in den Röhrchen steril auffangen. Je Röhrchen mindestens 1-2 ml abnehmen!

Nadel herausziehen, Punktionsstelle mit sterilem Pflaster abdecken, einige Minuten komprimieren, Patient 1 Stunde flach auf Bauch liegen lassen, Sandsack auf die Punktionsstelle legen.


Transport:

Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur!

Lagerung:

Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Liquor bei Raumtemperatur lagern.

Besonderheiten:

Zusätzlich zur Einsendung von nativem Liquor kann ein Teil (1-2 ml) in eine Blutkulturflasche gegeben werden. Diese dann als Liquor in Blutkultur Flasche anfordern!

Der Nachweis von Mcobacterium tuberculosis im Liquor ist nur ausreichend sensitiv bei Einsendung eines hohen Volumens an Liquor, d. h. ca. 5-10 ml Liquor. Bei klinischem Verdacht auf tuberkulöse Meningitis bitte auch PCR anfordern!

Bei V. a. Neuroborreliose gepaarte Liquor/Serum-Probe einsenden (siehe Erreger-Info Borrelia burgdorferi).

Probengefäß:
Je nach Menge z. B.
sterile Spritze
Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher"
 
Abnahme:
  • Desinfektion gemäß Hygieneplan vornehmen.
 
  • Punktion unter strikter Einhaltung steriler Kautelen mittels steriler Spritze und aufgesetzter Kanüle vornehmen bzw. abstreichen von austretendem Sekret mittels sterilem Abstrichtupfer
 
  • Spritze mit Deckel versehen und direkt einsenden bzw. Abstrichtupfer oder Punktat in Transportmedium bringen
 
  • Sterilen Verband anlegen
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien absterben!
Besonderheiten:
ProbengefäßeZum Nachweis von anaeroben Bakterien Spritze (ohne Lufteinschluss) verwenden! Zum Nachweis von Nokardien und Aktinomyzeten ist eine gezielte Untersuchungsanforderung notwendig.
Probengefäß:
Je nach Menge z. B.
sterile Spritze
Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher"
 
Abnahme:
  • Unter sterilen Bedingungen in örtlicher Betäubung
 
  • Zugang am Übergang vom mittleren zum äußeren Drittel der Linie zwischen Spina iliaca anterior superior und Nabel, evtl. Unter sonographischer Kontrolle.
 
  • Nach sorgfältiger Desinfektion Einstechen einer lumenstarken Nadel, ggf. Einschleusung eines Katheters und Auffangen der Flüssigkeit in ein steriles Probengefäß. Der Ablauf erfolgt passiv aufgrund des erhöhten intraabdominellen Drucks. Mittels steriler Spritze Beimpfung von o.g. Transportmedien bzw. Dierekteinsendung des Probengefäßes zur Diagnostik
 
  • Entfernen der Nadel und Anlegen eines sterilen Verbandes.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien absterben
Besonderheiten:
Zum Nachweis von anaeroben Bakterien Spritze ohne Lufteinschluss verwenden! Zusätzlich zur Einsendung von Punktat kann ein Teil (ca. 5 ml) in eine Blutkulturflasche gegeben werden. Diese dann als "Punktat-Flasche" kennzeichnen!
Probengefäß:
sterile Spritze,
Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher"
Blutkulturflasche Kinder
 
Abnahme:
Streng aseptisches Vorgehen! Lokalanästhesie nicht immer erforderlich.
  • Punktion des Schultergelenks: anteriorer Zugang. Eine 21 G- Nadel wird gerade unterhalb und lateral des Processus coracoideus durch den vorderen M. deltoideus eingeführt.
 
  • Punktion des Kniegelenks: - gestrecktes Knie: 1 cm neben dem medialen Patellarrand wird eine 20 G-Kanüle eingeführt und zwischen Patella und Condylus medialis nach lateral hinten vorgeschoben. - rechtwinklig gebeugtes Knie: Einführen der Nadel medial der Patellarsehne und Vorschieben nach oben hinten bis zum Gelenkspalt zwischen den Kondylen.
 
  • Abnahme von Gelenkflüssigkeit mittels steriler Spritze, Punktat in eines oder mehrere der o. g. Probengefäße bringen.
 
  • Entfernen der Kanüle und Anlegen eines sterilen Verbandes.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien absterben!

Besonderheiten:

Zusätzlich, oder bei sehr wenig Material (1-3 ml) kann eine Blutkulturflasche Kinder (für geringe Volumen) beimpft werden. Anforderung als Gelenkpunktat in Blutkulturflasche.

Zur Diagnostik einer reaktiven Arthritis sind serologische Untersuchungsanforderungen (Arthritis-Screening) erforderlich.

   

Probengefäß:
Sterile Spritze mit Schraubdeckel
Anreicherungsbouillon (ggfs. im Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene anfordern) 

Abnahme:
  • Intraoperative Entnahme: mit einer sterilen Spritze und/oder Abstrichtupfer intraokuläre Flüssigkeit entnehmen. Material in das Transportmedien bringen oder Spritze verschließen und sofort ins Labor schicken.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), stehen im Operationssaal der Augenklinik Anreicherungsbouillons zur Verfügung. Einen Teil der Probe in die Bouillon geben und die Bouillon sowie den Rest der Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien absterben!

Probengefäß:
Sterile Spritze mit Schraubdeckel,
BlutkulturflaschenFa. BD, BACTEC Plus Aerobic/F und
BACTEC Plus Anaerobic/F (zu beimpfen mit je 5-10 ml Blut,
Citrat-Blutröhrchen (zum Nachweis von Mykobakterien)

Abnahme:
  • Beckenkammpunktion und Sternalpunktion unter strengsten sterilen Kautelen!
 
  • Zur Punktion des hinteren Beckenkamms (Spina iliaca posterior superior) liegt der Patient in Seitenlage.
 
  • Hände gründlich desinfizieren
 
  • Anziehen steriler Handschuhe und Abdecken der Punktionsstelle nach ausreichender Desinfektion mit einem sterilen Tuch.
 
  • Setzen der Lokalanästhesie und Infiltration des Periosts unter Aspiration
 
  • 3-4 mm große Hautinzision mittels Skalpell und Vorschieben der Jamshidi-Nadel mit abgeschrägtem Obturator unter druckvollen Drehbewegungen senkrecht bis auf das Periost. Punktionsrichtung ist hinten 15° nach kaudal und vorne 15° nach kranial.
 
  • Wenn die Kompakta passiert wurde, Herausziehen des Obturators (enthält Knochen-Biopsat, welches für die hämatologische Diagnostik benötigt wird und daher in Formalin gebracht wird). Dann Knochenmarksaspiration mittels steriler Spritze (für den Nachweis von Parasiten (Leishmanien etc.) EDTA in der Spritze vorlegen).
 
  • Entfernen aller Nadeln und Kompression der Punktionsstelle mittels steriler Tupfer, sowie Anlage eines sterilen Verbandes und Lagerung des Patienten auf einem Sandsack.
 
  • Das gewonnene Knochenmark wird sofort in sterile Blutkulturflaschen, Fa. BD, BACTEC Plus Aerobic/F und BACTEC Plus Anaerobic/F (zu beimpfen mit je 5-10 ml Blut) gebracht oder nach Verschluss mittels Schraubdeckel in der sterilen Spritze sofort ins Labor transportiert. Es kann auch zusätzlich etwas Knochenmark direkt auf Objektträger ausgestrichen werden.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern.
Besonderheiten:
Die mikrobiologische Diagnostik von Knochenmark wird vor allem zum Ausschluss von Kontaminationen bei Knochenmarkspendern durchgeführt. Zum Nachweis von Mykobakterien (Tuberkulose, atypische Mykobakteriose) ist eine gesonderte Anforderung notwendig, da Spezialnährmedien beimpft werden müssen! In diesem Fall bitte Citrat-Blutröhrchen verwenden, EDTA ist bakterizid und damit nicht für den kulturellen Erregernachweis geeignet. Bei V. a. Brucellose dieses bitte auf dem Anforderungsschein angeben, damit die Kulturen länger bebrütet werden! Zum mikroskopischen Nachweis von Leishmanien eignet sich mit EDTA versetztes Knochenmarkpunktat.

Probengefäß:
sterile Spritze
Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel
 

Abnahme:
Streng aseptisches Vorgehen!
  • Ortung des Ergusses mittels Echokardiographie.
 
  • Lagerung des Patienten mit angehobenem Oberkörper auf dem Rücken
 
  • Bevorzugte Punktionsstelle ist der inferiore Zugang im Winkel zwischen Processus xiphoideus und linkem Rippenbogen. Lokalanästhesie und Punktion unter aseptischen Kautelen mit einer 8 cm langen, dicklumigen Nadel mit aufgesetzter steriler Spritze. Die Kanüle wird in einem Winkel von 45 °C gegen die Frontalebene eingestochen und unter Aspiration in Richtung auf das linke Schulterblatt vorgeschoben. Alternative Punktionsstelle: anteriorer Zugang 4.-5. Intercostalraum links zwischen Sternalrand und Medioklavikularlinie.
 
  • Abnahme von Punktatflüssigkeit mittels steriler Spritze und in eines oder mehrere der o. g. Probengefäße bringen, bzw. Spritze verschließen.
 
  • Entfernen der Kanüle und Anlegen eines sterilen Verbandes.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien absterben!
Besonderheiten:
Zum Nachweis von anaeroben Bakterien Spritze ohne Lufteinschluss verwenden! Zum Nachweis von Mykobakterien ist eine gezielte Untersuchungsanforderung notwendig.
Probengefäß:
Sterile Spritze,
Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel
Abnahme:
  • Unter sonographischer, radiologischer Kontrolle oder intraoperativ unter sterilen Kautelen mittels einer sterilen Spritze
 
  • Bei kurzer Transportzeit Material in der Spritze belassen (Verschlußkappe), ansonsten ein Teil des Punktats in eine Blutkulturflasche überimpfen (Kinder-Flaschen für 1-3 ml). Anforderung als Punktat in Blutkulturflasche.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien absterben!
Besonderheiten:
  • Bei Verdacht auf Mykobakterien ist ein gesonderter Untersuchungsauftrag erforderlich.
 
  • Je mehr Material gewonnen wird, desto aussichtsreicher ist die Erregerisolierung.
 
Probengefäß:
sterile Spritze
Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher"
 
Abnahme:
  • Probengefäße beschriften
 
  • Patient sitzt nach vorne aufgestützt
 
  • Die Punktionsstelle sollte oberhalb des 5. ICR in der Medioclavikularlinie, oberhalb des 7. ICD in der mittleren Axillarlinie und oberhalb des 9.
 
  • ICR in der Skapularlinie erfolgen (Ultraschallkontrolle).
 
  • Großflächige Desinfektion der Punktionsstelle
 
  • Anlegen eines Mundschutzes und anziehen steriler Handschuhe
 
  • Abdecken der Punktionsstelle mit sterilen Tüchern (Lochtuch)
 
  • Setzen der Lokalanästhesie mittels 10 ml Spritze und 22 G-Kanüle.
 
  • Einstechen der Nadel am Rippenoberrand, bei Aspiration von Pleuraflüssigkeit Zurückziehen der Nadel
 
  • Mit der 18 G-Kanüle vorsichtiges Vorschieben der Kanüle, bis Pleuraflüssigkeit zurückfließt.
 
  • Anschließen von Dreiwegehahn, Ablaufschlauch und Auffangbeutel, sowie 50 ml-Spritze.
 
  • Abnahme von Pleuraflüssigkeit mittels steriler Spritze, diese mit Deckel verschließen oder in eines oder mehrere der o. g. Probengefäße bringen.
 
  • Entfernen der Kanüle am Ende einer Expiration und Anlegen eines sterilen Verbandes.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien, wie z. B. Haemophilus spp. oder Pneumokokken, absterben!
Besonderheiten:
Zum Nachweis von anaeroben Bakterien Spritze ohne Lufteinschluss oder verwenden!
Zusätzlich zur Einsendung von Punktat kann ein Teil (ca. 5 ml) in eine Blutkulturflasche gegeben werden. Diese dann als "Punktat-Flasche" kennzeichnen!
Probengefäß:
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher",  steriles Stuhlröhrchen mit Löffel
Abnahme:
Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen.
  • Probengefäß beschriften
 
  • Klebebeutel des Anus Praeter entfernen und AP-Sekret in steriles Probengefäß geben. Dabei darauf achten, dass das Sekret nicht mit der Außenfläche des Beutels in Berührung kommt, um Kontaminationen zu vermeiden.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur! Bei längerer Transportdauer Verfälschung der Keimzahlen.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich, Probenlagerung im Kühlschrank bei
2-8 °C bis zu 24 Stunden.

  

Probengefäß:
Steriles Röhrchen mit Schraubdeckel.
Abnahme:
Das Material wird im Rahmen einer bronchoskopischen Untersuchung gewonnen.
  • Patienten zur Bronchoskopie gemäß den Pflegestandards vorbereiten.
 
  • Bronchoskop gemäß den Standards der Bronchoskopie in den Bronchialbaum einführen.
 
  • Sekret aspirieren und in das Probengefäß geben.
 
  • Probengefäße fest verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Bronchialspülung bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien, wie z. B. Haemophilus spp. oder Pneumokokken, absterben!
Besonderheiten:
Hinweis: Bronchialsekret bezeichnet ein Sekret, das im Rahmen einer bronchoskopischen Untersuchung ohne vorherige Spülung mit Kochsalzlösung direkt aus dem Bronchialsystem abgesaugt wird. Wenn Kochsalzlösung in den Bronchialtrakt eingebracht wird, um Sekret absaugen zu können (was in den meisten Fällen notwendig ist), handelt es sich bei der Probe um eine Bronchialspülung.

Bronchialsekrete werden im Labor nativ und nach Verdünnung quantitativ auf Nährböden angelegt. Daher erfolgt auf dem Befund eine Angabe der Keimzahl in Bakterien pro ml.
Probengefäß:
Sterile Spritze
Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher"
 
Abnahme:
Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen.
  • im Rahmen der Extrakorporalen Hämodialyse, Peritonealdialyse oder Hämofiltration gewonnene Probe
 
  • Entnahme mittels steriler Spitze. Bei kurzer Transportzeit Material in der Spritze oder Probenröhrchen belassen (Verschlusskappe), ansonsten in o.g. Transportmedium geben
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien absterben!
Besonderheiten:

Zum Nachweis von anaeroben Bakterien Spritze ohne Lufteinschluss verwenden!

Probengefäß:
sterile Spritze,
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium.
Abnahme:
Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen.
  • Probengefäße beschriften
 
  • Abziehen des Sekretes mittels einer sterilen Spritze aus dem vorhandenen Drainagesystem bzw. Abstreichen von austretendem Sekret mittels sterilem Abstrichtupfer
 
  • Verschließen der sterilen Spritze mit dem dafür vorgesehenen Deckel bzw. Einbringen des Tupfers in das Transportmedium
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich, Probenlagerung bei Raumtemperatur bis zu 24 Stunden.
Besonderheiten:
Die Untersuchung von Drainagesekret kann wertvolle Hinweise auf das Vorliegen einer Infektion im Drainagebereich liefern. Es besteht jedoch immer das Risiko, dass Keime der patienteneigenen Flora, die die (Kunststoff-) Drainage, als Biofilm, besiedeln, nachgewiesen werden.
Probengefäß:
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher".
Abnahme:
  • Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen.
 
  • Nach sorgfältiger Reinigung der Genitalien mit Wasser und Seife Probe in ein steriles Auffanggefäß geben.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich, Probenlagerung bei Raumtemperatur bis zu 24 Stunden.
Besonderheiten:
Bei V. a. Neisseria gonorrhoeae unverzüglicher Transport ins Labor. Zusätzlich PCR auf Neisseria gonorrhoeae und Chlamydia trachomatis aus Urethralabstrich möglich (spezielles COBAS- Entnahmeset).
Zum Nachweis von Ureaplasma urealyticum und Mycoplasma hominis Verwendung spezieller Transportmedien Mykoplasmen/Ureaplasmen-Kultur-Medium (Harnstoff-Arginin-Bouillon).
Probengefäß:
Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel (blauer Deckel).
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium .
Abnahme:
  • endoskopische oder intraoperative Gewinnung von Gallesekret, sowie aus bestehenden Drainagesystemen (z.B. PTCD).
 
  • Aspiration von Galle in Einbringen in steriles Probengefäß bzw. Abstreichen von Gallenflüssigkeit mittels sterilem Tupfer, der anschließend in das Transportmedium gebracht wird.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich, Probenlagerung im Kühlschrank bei
2-8 °C bis zu 24 Stunden.
Besonderheiten:
Die endoskopische Gewinnung birgt das Risiko einer Kontamination mit Keimen des oberen Respirationstraktes.

   

Probengefäß:
Steriles Magensaft-Röhrchen mit Natriumphosphatlösung.
Abnahme:
Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen.
  • Einführen der Sonde in ein Nasenloch. Vorsichtiges Vorschieben der Sonde.
 
  • Den Patienten schlucken lassen, währenddessen Sonde zügig vorschieben.
 
  • Nach etwa 50 cm erreichen des Magens (beim Erwachsenen)
 
  • Magensaftaspiration (mindestens 2 ml) mit einer sterilen 20 ml Spritze
 
  • Überführen des Magennüchternsekrets in das sterile Röhrchen mit Natriumphosphat-Lösung
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur! Der Probentransport muss in sterilen, gegen Auslaufen gesicherten Probenbehältern erfolgen.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich, Probenlagerung im Kühlschrank bei
2-8 °C bis zu 24 Stunden.
Besonderheiten:
Die Einsendung von Magensaft dient in der Regel der Diangostik einer Tuberkulose. Dazu muss der Magensaft in ein Magensaft-Röhrchen gegeben werden, in dem bereits Natriumphosphatlösung zur Pufferung der Magensäure vorgelegt ist (im Institut für Medizinische Mikrobiologie und HygieneTel.: 65318 erhältlich).
Zu achten ist auf die Einsendung bestimmter Mindestmengen an Probenmaterial.
Zur Erhöhung der Sensitivität wird die Untersuchung von 3 Proben an 3 aufeinander folgenden Tagen vorgeschlagen.

Das NALC-NaOH-Anreicherungsverfahren zur Dekontamination, Homogenisierung und Anreicherung der Proben für den kulturellen, mikroskopischen und molekularbiologischen Nachweis wird von Montag bis Freitag durchgeführt. (Die Proben müssen vor 8 Uhr im Labor eintreffen, ansonsten erfolgt die Bearbeitung am Folgetag).

   

Probengefäß:
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher",
Urikult
Abnahme:
  • Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen. nach gründlicher Hautdesinfektion der Brustwarze Entnahme von mindestens 2-10 ml Muttermilch durch Druck oder mittels einer Saugpumpe
 
  • nach Überführung in ein steriles Auffanggefäß Urikult benetzen oder Muttermilch nativ in diesem Behältnis direkt versenden.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich, Probenlagerung im Kühlschrank bei
2-8 °C bis zu 24 Stunden.
Probengefäß:
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher",
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium
Es stehen auch dünnere Abstrichtupfer mit Transportmedium (oranger Deckel) zur Verfügung.
Abnahme:
  • Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen. Nach reinigen der Harnröhrenmündung wird die Prostata vom Rektum aus massiert
 
  • Das ausfließende Exprimat in sterilem Gefäß auffangen bzw. bei kleineren Mengen Sekret mit dem Abstrichtupfer aufnehmen und in Transportmedium einbringen.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich, Probenlagerung bei Raumtemperatur bis zu 24 Stunden.
Besonderheiten:
Bei V. a. Neisseria gonorrhoeae unverzüglicher Transport ins Labor. Zusätzlich PCR auf Neisseria gonorrhoeae und Chlamydia trachomatis aus Urethralabstrich möglich (spezielles Abstrichbesteck für Chlamydia trachomatis erforderlich).
Zum Nachweis von Ureaplasma urealyticum und Mycoplasma hominis Verwendung spezieller Transportmedien Mykoplasmen/Ureaplasmen-Kultur-Medium (Harnstoff-Arginin-Bouillon).
Probengefäß:
Sterile Spritze
Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel,
 
Abnahme:
  • intraoperative Sekretgewinnung, Punktion der NNH mit (ggf. Spülung und) Aspiration von Sekret im Rahmen einer NNH-Operation
 
  • Die Spritze, die zur Punktion und Aspiration verwendet wurde, wird danach mit einem Schraubverschluss verschlossen und direkt ins Labor transportiert.
 
  • Alternativ kann die aspirierte Flüssigkeit auch in ein Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel gegeben werden.
 
  • Kann die Probe nicht SOFORT an das Labor gesandt werden, sollte sie auf ein Transportmedium gegeben werden, das auch für anaerobe Erreger geeignet ist (z.B. Amies-Transportmedium
 
Transport:
Um ein Absterben empfindlicher Erreger (z. B. Pneumokokken, Anaerobier) zu vermeiden, sollten der Probentransport und die Materialanlage so rasch wie möglich nach Abnahme des Sekretes erfolgen. Bei Transportzeiten >24 Stunden ist die Aussagekraft des resultierenden mikrobiologischen Befundes eingeschränkt.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich, Probenlagerung bei Raumtemperatur bis zu 24 Stunden.
Besonderheiten:
Für eine adäquate mikrobiologische Untersuchung von Sinussekreten wird Material benötigt, das entweder durch eine Punktion der NNH bzw. intraoperativ während einer operativen Eröffnung der NNH gewonnen wird. Offen durch die Nase abgelaufene NNH-Spülflüssigkeiten oder Nasenabstriche sind zur Sinusitisdiagnostik nicht geeignet, da sie mit physiologischer Nasenflora kontaminiert sind.
Probengefäß:
Trachealsaugsatz mit Auffangbehälter bzw.
steriles Röhrchen mit Schraubdeckel.
Abnahme:
  • Einweg-Handschuhe anziehen.
 
  • Absaugkatheter an den Trachealsaugsatz anschließen.
 
  • Absaugkatheter steril in die Trachea einführen. Sobald Widerstand erreicht wird, Katheter 1 cm zurück- und dann unter Sog herausziehen
 
  • Röhrchen verschließen.
 
Transport:
Umgehender Versand der Proben an das Labor bei Raumtemperatur.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probe bei Raumtemperatur bis zum nächsten Tag lagern. Bei Lagerung im Kühlschrank können empfindliche Bakterien, wie z. B. Haemophilus spp. oder Pneumokokken, absterben!
Probengefäß:
Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium
Es stehen auch dünnere Abstrichtupfer mit Transportmedium (oranger Deckel) zur Verfügung.
Abnahme:
  • Gewinnung am besten morgens noch vor der ersten Miktion. Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen
 
  • Nach vorsichtiger Reinigung der Harnröhrenmündung mit Wasser und Seife wird die Harnröhre von hinten nach vorne ausgestrichen und das austretende Sekret mit dem Abstrichtupfer aufgenommen.
 
  • Erscheint kein Sekret, wird der Tupfer vorsichtig etwas in die Urethra vorgeschoben und langsam gedreht.
 
  • Abstrichtupfer in Transportmedium einbringen
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich, Probenlagerung bei Raumtemperatur bis zu 24 Stunden.
Besonderheiten:
Bei V. a. Neisseria gonorrhoeae unverzüglicher Transport ins Labor. Zusätzlich PCR auf Neisseria gonorrhoeae und Chlamydia trachomatis aus Urethralabstrich und Urin möglich (spezielles Abstrichbesteck).
Zum Nachweis von Ureaplasma urealyticum und Mycoplasma hominis Verwendung spezieller Transportmedien Mykoplasmen/Ureaplasmen-Kultur-Medium (Harnstoff-Arginin-Bouillon).
Probengefäß:
Serum-Röhrchen.
Abnahme:
Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen. Punktion meist in der Ellenbeuge.
  • Stauen oberhalb der Entnahmestelle
 
  • Desinfektionsmittel aufsprühen und mind. 15 Sekunden einwirken lassen. Nach Desinfektion nicht mehr nachtasten.
 
  • Straffen der Haut bei Entnahme. Der Nadelschliff zeigt nach oben.
 
  • Schnelles Einstechen in einem Winkel von 30-40 ° in die Haut
 
  • Entnahme von 2-10 ml Blut, Röhrchen danach leicht schwenken
 
  • Vor Entfernung der Nadel Stauschlauch lösen. Tupfer auf Punktionsstelle drücken.
 
  • Beachte: niemals die Kappe auf die gebrauchte Nadel stecken! Nadel direkt in einem Abwurfbehälter entsorgen.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probenlagerung im Kühlschrank bei 2-8 °C bis zu 24 Stunden.
Probengefäß:
Universal-Probenröhrchen mit Schraubdeckel (blauer Deckel).
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher".
Abnahme:
Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen.
 
  • Endoskopische Einführung eines Schlauchs aus Gummi oder flexiblem Kunststoff in den Zwölffingerdarm durch Mund oder Nase. Nach erfolgter Einführung in den Magen (bis zur Marke 50-60 cm) erfolgt das weitere Vorschieben bei Beckenhoch- u. Rechtsseitenlage des Probanden (bis zur Marke 70-80 cm).
 
  • Nach Duodenalsondierung Aspiration von Duodenalsaft und Proben in sterile Röhrchen geben.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag innerhalb einer Stunde bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich, Probenlagerung bei Raumtemperatur.
Besonderheiten:
Duodenalsekret sollte nativ bzw. als Sediment auf Giardia duodenalis (vormals Lamblien) untersucht werden, wenn bei negativen Stuhlproben anhaltender Infektionsverdacht besteht.
Probengefäß:
Steriles Stuhlröhrchen mit Löffel
Abnahme:
Hygienische Händedesinfektion und Verwendung von Einmalhandschuhen.
  • Entleerung des Stuhls in ein sauberes Gefäß oder in eine frisch gespülte Toilettenschüssel
 
  • Mit dem im Transportgefäß enthaltenen Löffelchen eine mindestens haselnussgroße Menge entnehmen und in das Stuhlröhrchen überführen.
 
  • Dabei sollten blutige, schleimige oder eitrige Anteile bevorzugt entnommen werden.
 
  • Sind zusätzlich parasitologische oder immunologische Untersuchungen vorgesehen, sollte das Stuhlgefäß möglichst zur Hälfte gefüllt werden. Dabei sollten Stuhlportionen von unterschiedlichen Lokalisationen entnommen werden.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Bei längerer Transportdauer Verfälschung der Keimzahlen. Der Nachweis vegetativer Amöbenformen erfordert die umgehende Untersuchung des möglichst noch körperwarmen Stuhls.
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probenlagerung im Kühlschrank bei 2-8 °C bis zu 24 Stunden.
Besonderheiten:
Zum Nachweis von Amöben und Giardia duodenalis (Lamblien) sollte frischer Stuhl (körperwarm) eingesandt werden.
Bei Verdacht auf Typhus und Paratyphus ist die kulturelle Untersuchung von Stuhl erst im Spätstadium der Erkrankung Erfolg versprechend. Daher immer auch den Erregernachweis mittels Blutkulturen anstreben.
Probengefäß:
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher",
Borsäure-Röhrchen,
Urikult
Abnahme:
Suprapubische Blasenpunktion z.B. im Rahmen einer Cystofixanlage unter strikter Einhaltung steriler Kautelen!
  • Probengefäße beschriften
 
  • Palpation und Perkussion der Harnblase. Sonographische Beurteilung des Füllungsstandes. Eine suprapubische Punktion darf nur bei gefüllter Blase vorgenommen werden.
 
  • Rasieren und desinfizieren der Haut
 
  • Hygienische Händedesinfektion durchführen, sterile Handschuhe anziehen, dann steriles Abdecken des Unterbauchs mittels Schlitztuch
 
  • 2 Querfinger oberhalb der Symphyse streng in der Mittellinie wird mit einer 10 cm langen Nadel die Infiltrationsanästhesie gesetzt, die Nadel wird bis in die Blase vorgeschoben und Urin aspiriert.
 
  • Stichinzision der Haut mit einem Skalpell. Einführen des Punktionsbestecks durch die Inzisionsstelle in die Blase
 
  • Nach Punktion der Blase wird ein Schlauch als Zystostomie belassen, Punktionskanüle entfernen
 
  • Hautnaht und Fixation des Katheters, steriler Verband, Anschluss an geschlossenes Harnableitungssystem
 
  • Urinportion in ein steriles Uringefäß geben und Urikult benetzen. Dazu den mit Agar beschichteten Objektträger ganz in den MSU eintauchen, herausnehmen und Urin abfließen lassen. Objektträger in Originalgefäß zurückgeben.
 
  • Oder zur Einsendung von Nativurin 5-10 ml des Urins in einen Vanek-Becher oder ein steriles Borsäureröhrchen überführen.
 
Probengefäß:
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher",
Borsäure-Röhrchen,
Urikult
Abnahme:
Gewinnung am besten am Morgen, vor dem Wasserlassen.
  • Probengefäße beschriften
 
  • Hygienische Händedesinfektion durchführen und Einmalhandschuhe anziehen
 
  • Entnahme des Urins über die entsprechende Entnahmestelle des Urinableitungssystems mittels steriler Spritze.
 
  • Urinportion in ein steriles Uringefäß geben und Uricult benetzen. Dazu den mit Agar beschichteten Objektträger ganz in den Urin eintauchen, herausnehmen und Urin abfließen lassen. Objektträger in Originalgefäß zurückgeben.
 
  • Oder zur Einsendung von Nativurin 5-10 ml des Urins in ein steriles Borsäureröhrchen überführen.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probenlagerung im Kühlschrank bei 2-8 °C bis zu 24 Stunden (Nativurin) oder bei Raumtemperatur (Borsäure-Urin).
 
Besonderheiten:
Bei der Abnahme von Dauerkatheterurin ist unbedingt darauf zu achten, dass der Urin frisch gewonnen wird. Es sollte kein Urin abgenommen werden, der sich bereits einige Zeit im Beutel befand, da im Urinbeutel eine Vermehrung der Keime stattfindet!
Bei Leukozyturie ohne signifikante Bakteriurie ist an eine Urethritis oder an untypische Erreger, wie z. B. Mycobacterium tuberculosis, zu denken.
Probengefäß:
Universal-Probenbecher Vanek-Becher, oder
Borsäureröhrchen
Abnahme:
Es gibt verschiedene Kathetersysteme. In der Regel werden Größen von 14-18 Charierre verwendet.
  • Patienten aufklären
 
  • Probengefäße beschriften
 
  • Lagerung des Patienten
 
  • Hygienische Händedesinfektion durchführen und sterile Handschuhe anziehen.
 
  • Sterile Unterlage ausbreiten, Übergießen der sterilen Tupfer mit Desinfektionsmittel
 
  • Vorgehen bei der Frau: eine Hand spreizt die Schamlippen. Desinfektion des äußeren Genitale mit den getränkten Tupfern in Richtung Damm (äußere und innere Schamlippen, Urethraöffnung). Der letzte Tupfer wird in den Vaginaeingang gelegt. Die spreizende Hand wird belassen , die andere fasst den Katheter mit der Plastikhülle und schiebt das bereits freigelegte Ende etwa 5 cm in die Urethra ein. Sobald Urin abläuft, nicht mehr vorschieben.
 
  • Vorgehen beim Mann: Zurückschieben der Vorhaut bis hinter die Corona. Eine Hand fasst den Penis, die andere Hand desinfiziert die Glans und die Urethralöffnung. Einführen der Spritze mit dem Gleitmittel in die Urethralöffnung. Instillation von Lokalanästhetika-haltigem Gleitmittel in die Urethra. Einführen des Katheters mit einer sterilen Pinzette etwa 10 cm bis Urin fließt.
 
  • 5-10 ml des Urins in einen Vanek-Becher oder ein steriles Borsäureröhrchen überführen.
 
  • Entfernen des Katheters durch leichten Zug
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probenlagerung im Kühlschrank bei 2-8 °C bis zu 24 Stunden (Nativurin).
Besonderheiten:
Zum Nachweis von Mycobacterium tuberculosis sind 30 ml morgendlicher Erststrahlurin, zum Nachweis von Schistosoma haematobium ca. 400 ml (Sammelzeit 3-4 Stunden) früher Nachmittagsurin (zu dieser Zeit höchste Ei-Ausscheidung) erforderlich.
Bei Leukozyturie ohne signifikante Bakteriurie ist an eine Urethritis oder an untypische Erreger, wie z. B. Mycobacterium tuberculosis, zu denken.

Probengefäß:

Borsäure-Röhrchen

Universal-Probenbecher "Vanek-Becher"

Abnahme:
Gewinnung am Morgen vor dem Wasserlassen.
  • Probengefäße beschriften
 
  • Hygienische Händedesinfektion durchführen und Einmalhandschuhe anziehen
 
  • Sorgfältige Reinigung des Ostium urethrae: beim Mann Vorhaut zurückstreifen und Glans penis 2 x mit Wasser reinigen; bei der Frau: Vulva reinigen (2 x mit Wasser, Tupfer oder Lappen von vorn nach hinten führen, keine Desinfektionslösungen oder Seife verwenden)
 
  • Ersten Urinstrahl in sterilem Uringefäß für die kulturelle Untersuchung gewinnen (mindestens 30 ml)
 
  • Umgehender Transport des Urins im sterilen Uringefäß
 
Transport:
Möglichst sofort bei Raumtemperatur!
Lagerung:

Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probenlagerung im Kühlschrank bei 2-8 °C bis zu 24 Stunden (Nativurin) oder bei Raumtemperatur (Borsäure-Urin).

 

Besonderheiten:
Morgendlicher Erststrahlurin (mind. 30 ml) ist bei Verdacht auf urogenitale Tuberkulose dem Mittelstrahlurin unbedingt vorzuziehen, da sich die Erreger über Nacht im Urin sammeln!
Außerdem Untersuchungsmaterial der Wahl bei Verdacht auf Chlamydia trachomatis-Urethritis.
Zum Nachweis von Schistosoma haematobium ca. 400 ml (Sammelzeit 3-4 Stunden) frühen Nachmittagsurin (zu dieser Zeit höchste Ei-Ausscheidung) einsenden!
Probengefäß:
Borsäure-Röhrchen
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher"
Abnahme:
  • Hygienische Händedesinfektion durchführen und Einmalhandschuhe anziehen
 
  • Diskonnektion des PCN-Schlauchs vom Urinbeutel und Desinfektion des Schlauchendes, anschließend Abziehen des Urins direkt aus der PCN mittels steriler 10 ml Spritze.
 
  • befindet sich ein Ventil zur Urinabnahme am Urinbeutelschlauch wird dieses ebenfalls desinfiziert und mit einer sterilen 10 ml Spritze und aufgesetzter Kanüle in das Ventil eingestochen und der im Urinbeutelschlauch befindliche Urin abgezogen.
 
  • Anschließend Nativurin (5-10 ml) in ein steriles Borsäureröhrchen überführen.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:

Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probenlagerung im Kühlschrank bei 2-8 °C bis zu 24 Stunden (Nativurin) oder bei Raumtemperatur (Borsäure-Urin).

Besonderheiten:
Bei Leukozyturie ohne signifikante Bakteriurie ist an untypische Erreger, wie z.B. Mycobacterium tuberculosis, zu denken.

Probengefäß:
Borsäureröhrchen
Universal-Probenbecher "Vanekbecher"
 

Abnahme:
  • Gewinnung am besten am Morgen, vor dem Wasserlassen.
 
  • Probengefäße beschriften
 
  • Hygienische Händedesinfektion durchführen und Einmalhandschuhe anziehen
 
  • Sorgfältige Reinigung des Ostium urethrae: beim Mann Vorhaut zurückstreifen und Glans penis 2 x mit Wasser reinigen; bei der Frau: Vulva reinigen (2 x mit Wasser, Tupfer oder Lappen von vorn nach hinten führen, keine Desinfektionslösungen oder Seife verwenden)
 
  • ersten Urinstrahl verwerfen, folgende Urinportion in sterilem Uringefäß für die kulturelle Untersuchung gewinnen
 
  • Uricult: Mit Agar beschichteten Objektträger ganz in den MSU eintauchen, herausnehmen und Urin abfließen lassen. Objektträger in Originalgefäß zurückgeben.
 
  • Nativurin: mittels steriler Spritze 5-10 ml aus dem sterilen Uringefäß in ein Borsäureröhrchen überführen.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme), Probenlagerung im Kühlschrank bei 2-8 °C bis zu 24 Stunden (Nativurin).
Uricult über Nacht bei Raumtemperatur lagern.
Besonderheiten:
Mittelstrahlurin ist das Standard-Untersuchungsmaterial für die Diagnostik einer bakteriellen Harnwegsinfektion.

Bei Verdacht auf Chlamydia trachomatis-Infektion, urogenitale Tuberkulose (Mycobacterium tuberculosis) oder Blasenbilharziose (Schistosoma spp.) bitte Erststrahlurin als Nativurin einsenden!

Bei Leukozyturie ohne signifikante Bakteriurie ist an eine Urethritis oder an untypische Erreger, wie z. B. Mycobacterium tuberculosis, zu denken.
Probengefäß:
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher", oder
Borsäureröhrchen
Abnahme:
Gewinnung am besten am Morgen, vor dem Wasserlassen.
  • Probengefäße beschriften
 
  • Hygienische Händedesinfektion durchführen und Einmalhandschuhe anziehen
 
  • Gewinnung von Erststrahlurin, Mittelstrahlurin, Blasenpunktionsurin oder Einmalkatheterurin, je nach Untersuchungsanforderung.
 
  • mittels steriler Spritze 5-10 ml aus dem sterilen Uringefäß oder steriler Spritze in ein Borsäureröhrchen überführen.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!

Lagerung:

Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme). Borsäure-Urin bei Raumtemperatur bzw. Nativurin im Kühlschrank bei 2-8 °C bis zu 24 Stunden.

Besonderheiten:
Mittelstrahlurin ist das Standard-Untersuchungsmaterial für die Diagnostik einer bakteriellen Harnwegsinfektion.
Morgendlicher Erststrahlurin (mind. 30 ml) ist bei Verdacht auf Chlamydia trachomatis-Infektion und urogenitale Tuberkulose dem Mittelstrahlurin unbedingt vorzuziehen, da sich die Erreger über Nacht im Urin sammeln!
Zum Nachweis von Schistosoma haematobium ca. 400 ml (Sammelzeit 3-4 Stunden) frühen Nachmittagsurin (zu dieser Zeit höchste Ei-Ausscheidung) einsenden!
Bei Leukozyturie ohne signifikante Bakteriurie ist an eine Urethritis oder an untypische Erreger, wie z. B. Mycobacterium tuberculosis, zu denken.
Probengefäß:
Universal-Probenbecher "Vanek-Becher", oder
Uricult
Abnahme:
Gewinnung am besten am Morgen
  • Probengefäße beschriften
 
  • Gewinnung von Einmalkatheterurin, Blasenpunktions-, oder Mittelstrahlurin
 
  • Urinportion in ein steriles Uringefäß geben und Urikult benetzen. Dazu den mit Agar beschichteten Objektträger ganz in den Urin eintauchen, herausnehmen und Urin abfließen lassen. Objektträger in Originalgefäß zurückgeben.
 
Transport:
Möglichst sofort am Abnahmetag bei Raumtemperatur!
Lagerung:
Ist ein umgehender Versand an das Labor nicht möglich (z. B. bei nächtlicher Entnahme) Lagerung des Urikults bei Raumtemperatur.
Besonderheiten:
Bei Leukozyturie ohne signifikante Bakteriurie ist an eine Urethritis oder an untypische Erreger, wie z. B. Mycobacterium tuberculosis, zu denken.

   

Leistungsverzeichnis nach Infektionskrankheiten

Inzidenz und Erregerspektrum:
Die Brucellose ist eine Anthropozoonose. Brucellen finden sich insbesondere im Urogenitaltrakt von Rindern (B. abortus), Schweinen (B. suis), Ziegen und Schafen (B. melitensis). Dort verursachen sie eine Entzündung der Plazenta mit der Folge Abort und Sterilität. Es kann sich eine chronische Infektion mit lebenslanger Persistenz der Erreger mit langdauernder Ausscheidung in der Milch entwickeln.

Weltweit werden jährlich etwa 500.000 Brucelleninfektionen beim Menschen erfasst. Infektionen durch B. abortus sind in Deutschland dank effektiver Kontrollmaßnahmen nahezu verschwunden. In Deutschland kommt es im Wesentlichen durch Genuss von importierten und nicht-pasteurisierten Milchprodukten aus Ländern, in denen die Brucellose noch endemisch (Mittelmeerraum) ist, zu Infektionen. Meist handelt es sich um "importierte" Erkrankungen von Gastarbeitern und Urlaubsreisenden. Die endemische Brucellose findet sich expositionsbedingt vorwiegend bei Landwirten, Metzgern, Veterinären, Molkerei- und Schlachthausarbeitern. Brucellen werden von infizierten Tieren mit der Milch (wichtigster Übertragungsweg für den Menschen), dem Urin, der Fäzes oder mit der Plazenta bei der Geburt oder bei Abort ausgeschieden. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch findet nicht statt.

Die Inkubationszeit beträgt 1 Woche bis mehrere Monate. Nach Prodromalsymptomen wie Müdigkeit, mäßigem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen kommt es bei Infektionen mit B. melitensis zu einem raschen Temperaturanstieg bis 40 °C (typisch ist ein undulierender Fieberverlauf mit profuser Schweißneigung). Im Stadium der Organmanifestation kommt es zu Hepatosplenomegalie, Ikterus und Lymphadenopathie. Die Symptome können über Monate hinweg rezidivierend auftreten. Relativ häufige Komplikationen sind Arthritis und Spondylitis (Befall der Brust- und Lendenwirbel), Manifestationen am Urogenitaltrakt (Orchitis, Epididymitis), neurologische Ausfälle (periphere Neuritiden, Meningoenzephalitiden) und Manifestationen am Herzen.
Die Letalität der unbehandelten Erkrankung liegt bei ca. 2 %.
Humane Infektionen mit B. abortus verlaufen häufig mild oder inapparent.
Untersuchungsmaterial:
Blutkulturen
Serum
Biopsate (Lymphknoten)
Punktate (Knochenmark)
Basisdiagnostik:
Es erfolgt ein kultureller und serologischer Erregernachweis.
Für die Untersuchung auf Brucella spp. sollte bei klinischem Verdacht eine gezielte Untersuchungsanforderung erfolgen, da die Blutkulturen und andere Nährmedien länger als üblich bebrütet werden müssen!
Weiterführende Diagnostik:
Es gibt kein Standardverfahren oder spezielle Grenzwerte zur Empfindlichkeitsprüfung von Brucella spp.. Daher und aufgrund der hohen Infektiosität des Erregers wird auf eine Resistenzprüfung in unserem Labor verzichtet.
Sonstiges
B. melitensis wird gemäß Biostoffverordnung als Erreger der Sicherheitsstufe 3 eingestuft. Aufgrund der Gefahr von Laborinfektionen bitte bei klinischem Hinweis auf Brucellose (Nahrungsmittel,- Beruf-, Reiseanamnese) unbedingt entsprechenden Vermerk auf der Anforderung geben!
Meldepflicht bei Erkrankung und Tod.
Inzidenz und Erregerspektrum:
Die Malaria ist weltweit in den tropischen Ländern verbreitet, wobei sich die Verbreitungsgebiete der einzelnen Malaria-Erreger unterscheiden. Jährlich sterben etwa 0,5 bis 2 Millionen Menschen an Malaria, 80-90 % davon im tropischen Afrika. Pro Jahr werden ca. 1000 Fälle nach Deutschland importiert, von denen ca. 30 tödlich enden. Klinisch verläuft die Malaria als fieberhafte Erkrankung mit Schüttelfrost. Sie hat eine Inkubationszeit von mind. 5 Tagen. Die Malaria tropica verläuft häufig sehr schwer und geht oft mit Komplikationen wie Anämie, Ikterus, Nierenversagen, ZNS-Beteiligung und Lungenödem einher. Die Malaria tertiana und Malaria quartana stellen mildere Erkrankungen dar, die hauptsächlich durch rezidivierende Fieberschübe gekennzeichnet sind. Bei der Malaria tertiana können die Erreger über Jahrzehnte in der Leber persistieren und zu häufig wiederkehrenden Fieberschüben führen.

Alle Malaria-Formen werden durch Protozoen der Gattung Plasmodium hervorgerufen. Es gibt vier humanpathogene Spezies: Plasmodium falciparum (Verursacher der Malaria tropica), P. malariae (Verursacher der Malaria quartana), P. ovale und P. vivax (Verursacher der Malaria tertiana). In Südostasien kann in seltenen Fällen eine Malaria durch Plasmodium knowlesi auftreten. Die Plasmodien werden über den Stich infizierter Mücken der Gattung Anopheles auf den Menschen übertragen. Sie vermehren sich im Menschen zunächst in der Leber und später nach Freisetzung aus der Leber in den Erythrozyten. In den Erythrozyten bilden sie Ringformen. Diese entwickeln sich über Trophozoiten zu mehrkernigen Schizonten, die durch Platzen der Erythrozyten (dies führt klinisch zur Anämie) wieder freigesetzt werden. Sie entwickeln sich im Blut weiter zu geschlechtlichen Formen (Gametozyten) oder können neue Erythrozyten befallen. Bei einem Mückenstich werden die Gametozyten erneut von Anopheles-Mücken aufgenommen, und durch Weiterentwicklung im Darm der Mücke schließt sich der Kreislauf.

Die verschiedenen Plasmodien-Arten können morphologisch im Blutausstrich unterschieden werden. Von besonderer Wichtigkeit ist es, P. falciparum zu erkennen, da die unverzügliche Therapie der Malaria tropica lebensrettend sein kann.

Untersuchungsmaterial:
EDTA-Blut,
Nativ-Blut (mind. 1 ml)
(Serum ist für den Nachweis einer akuten Malaria nicht geeignet!)
Das Blut sollte so schnell wie möglich in das mikrobiologische Labor gebracht werden.

Basisdiagnostik:
Bei Anforderung auf Malaria wird zum einen der Schnelltest (RIDA MalaQuick Kombi) durchgeführt. Der Schnelltest erfasst Antigene von P. falciparum (Nachweis des HRP-2) und P. ovale und P. vivax (Nachweis der Aldolase).

Es erfolgt außerdem immer der mikroskopische Nachweis der Plasmodien im Blutausstrich und im Dicken Tropfen (nach Giemsa-Färbung). Dabei erfolgt auch eine Differenzierung der verschiedenen Plasmodien-Arten, sowie bei Malaria tropica eine Quantifizierung der Parasitämie.

Sonstiges:
Zur Abklärung einer stattgehabten Infektion mit Plasmodien kann im Nationalen Referenzzentrum für tropische Infektionserreger ein Antikörper-Nachweis durchgeführt werden.
Die Serologie ist für den Akutnachweis jedoch nicht geeignet!

Außerhalb der Laboröffnungszeiten erfolgt der Schnelltest in der Klinischen Chemie. Für den mikroskopischen Nachweis wird das Untersuchungsmaterial zeitnah (am Folgetag) an die Mikrobiologie weitergeleitet.

Inzidenz und Erregerspektrum

Die Sepsis ist definiert als eine systemisch-entzündliche Reaktion auf eine Infektion, wobei in der Regel von einem Herd aus konstant oder periodisch Mikroorganismen in die Blutbahn eindringen und Absiedelungen oder Schädigungen an anderen Organen verursachen.
Die Mehrzahl der Sepsisfälle wird durch Bakterien ausgelöst, bei Immunsupprimierten spielen aber insbesondere auch Pilzinfektionen eine Rolle. Das bakterielle Erregerspektrum ist, abhängig von der Abwehrlage des Patienten, der vorliegenden Grunderkrankung und der Lokalisation des Sepsisherdes, sehr unterschiedlich (s. Tab. 1).
Insgesamt stellen gram-positive Keime etwa 50 % und gram-negative etwa 40 % der Erreger. Die übrigen 10 % der Sepsis-Fälle werden durch bakterielle Mischinfektionen (8 %) und Pilze (2 %) verursacht. Unter den gram-positiven Erregern stellen Staphylococcus aureus und Koagulase-negative Staphylokokken den Hauptanteil, während unter den gram-negativen Keimen E. coli mit Abstand am häufigsten nachweisbar ist (s. Tab. 2).
Es ist zu beachten, dass der Nachweis eines Sepsiserregers jedoch nur in ca. 70% der Patienten zu führen ist. Von besonderer Relevanz ist die Abgrenzung von Kontaminanten.

Untersuchungsmaterial:
Primär sollte der Nachweis des Erregers aus dem Blut angestrebt werden. Dabei sollten 2-4 Blutkulturpärchen (jeweils zur aeroben (BK-Flasche aerob) und anaeroben ((BK-Flasche anaerob) Bebrütung) mit ca. 5-10 ml venösem Blut beimpft werden.
Das Blut sollte streng aseptisch, möglichst vor Einleitung einer antimikrobiellen Therapie an verschiedenen Punktionsstellen gewonnen werden. Die periphere Abnahme sollte möglichst nicht aus Braunülen oder anderen Venenverweilkathetern erfolgen, weil es dadurch leicht zur Kontamination der Blutkultur kommen kann und eine positive Blutkultur vorgetäuscht wird. Bei Verdacht auf Kathetersepsis zeitgleiche Entnahme aus dem zentralen Zugang (ZVK, Port).

Der Transport der Blutkulturflaschen in das Labor sollte innerhalb von 24 Stunden erfolgen.
Bis zur Ankunft im Labor sollten die Blutkulturflaschen bei Raumtemperatur gelagert werden, nicht im Brutschrank!
Bei Kleinkindern sollten die speziellen Flaschen (Becton Dickinson Ped) verwendet werden.

Bestehen klinisch Hinweise auf einen Infektionsherd, so sollte gezielt Material gewonnen werden:
 

  •       Wundabstriche,
 
  •       Abszesspunktat,
 
  •       Gelenkpunktat,
 
  •       Trachealsekret,
 
  •       Mittelstrahlurin,
 
  •       Stuhl etc..


Bei fehlenden Hinweisen auf einen Infektionsherd sollten aufgrund der Häufigkeit von Harnwegsinfektionen in jedem Fall Urin und weiterhin, falls möglich, Sputum untersucht werden.
Untersuchungsmaterial aus primär sterilen Körperkompartimenten (z. B. Punktate) können zur Diagnostik in eine Blutkulturflasche beimpft werden; sonstige Abstriche, Drainagen und Sekrete aus dem Respirations- oder Gastrointestinaltrakt sollten nativ in einem entsprechenden Transportgefäß schnellstmöglich ins Labor versandt werden.
Basisdiagnostik:
Im Rahmen der Basisdiagnostik genügt die Anforderung „Erreger und Resistenz“ auf dem Anforderungsschein. Die Blutkulturen werden im automatisierten Bebrütungsgerät über mindestens 5 Tage bebrütet. Bei positivem Signal des Gerätes werden die gewachsenen Bakterien zunächst mikroskopisch differenziert und dann für die Speziesdifferenzierung und Resistenztestung auf Anreicherungs- und Selektivnährböden angezüchtet. Eine Antibiotika-Resistenztestung liegt in der Regel spätestens 48 Stunden nach Mitteilung des mikroskopischen Befundes vor. Bei Wachstum schnell wachsender Keime wie Enterobakterien und S. aureus liegt eine Resistenztestung in der Regel bereits nach 24 Stunden vor.

Bestehen in der Anamnese oder Klinik bereits Hinweise auf eine Infektion mit schwer anzüchtbaren, sehr langsam wachsenden Bakterien (z. B. Brucellen, Legionellen, Bartonellen), so sollte dieses auf dem Anforderungsschein vermerkt werden, damit die Blutkulturen länger als 5 Tage bebrütet werden und ggf. Spezialnährböden für die Erreger-Anzucht verwendet werden.

Die Untersuchung von Materialien aus Sepsisherden sollte nach den üblichen diagnostischen Maßgaben erfolgen. Bei Urinen, Punktaten, Trachealsekreten etc. genügt in der Regel die Anforderung „Erreger und Resistenz“.
Bei Einsendung von Stuhl sollten gezielt Untersuchungen auf spezielle Erreger, wie z. B. Salmonellen, Shigellen, EHEC, Clostridium difficile-Toxin, angefordert werden.
Weiterführende Diagnostik:
Kann in der üblichen Blutkultur- und Herduntersuchung kein Sepsis-Erreger isoliert werden, so sollten, je nach Anamnese und klinischem Bild, auch seltenere oder nur unter speziellen Bedingungen anzüchtbare Keime in die Diagnostik mit einbezogen werden. Dies betrifft insbesondere Patienten mit Immunsuppression und einer Auslands- bzw. Tropen-Anamnese.

Bei Verdacht auf eine durch Pilze hervorgerufene Sepsis kann neben der Kulturanlage auf speziellen Pilz-Kulturplatten auch ein Antigennachweis im Serum für Candida, Aspergillus und Cryptococcus durchgeführt werden.
Bei diesen Antigennachweisen ist jedoch zu beachten, dass die kommerziell erhältlichen Teste z. T. nur eine Sensitivität von 60-90 % aufweisen und somit ein negativer Test keinesfalls eine Fungämie ausschließt. Ein Antigen-Test aus dem Urin ist weiterhin empfohlen zur Abklärung einer durch Legionellen induzierten Sepsis.
Bei Verdacht auf eine durch Mycobacterium tuberculosis-Komplex verursachte sog. Landouzy-Sepsis,  Kulturanlage aus Citrat-Blut. Bei positivem mikroskopischem Präparat in respiratorischen Sekreten kann auch ein Nukleinsäure-Nachweis mittels PCR versucht werden.
Bei vorhergehenden Tropenaufenthalten sollte auch an septisch-verlaufende Erkrankungen wie Malaria (Dicken Tropfen und Ausstrich anfordern), Typhus (Blutkultur) etc. gedacht werden.
Sonstiges:
Bei Patienten mit Fieber bei Neutropenie sowie Früh- und Neugeborenen kann die Bestimmung von Interleukin-8 im Serum sinnvoll sein. Ein erhöhter Wert für Interleukin-8 (> 2000 pg/ml) stellt einen positiven prädiktiven Wert für die Entwicklung einer gram-negativen Sepsis und einer schwerwiegenden Infektion dar und ist damit für die Therapie-Entscheidung von Bedeutung. Im Verlauf eines Sepsis-Geschehens hat die Bestimmung von Interleukin-8 hingegen keine Bedeutung.

Die Interpretation von Blutkultur-Ergebnissen im klinischen Kontext spielt zur Klärung der Frage einer signifikanten Bakteriämie eine besondere Rolle.

Auf eine Kontamination der Blutkultur bei der Abnahme deutet insbesondere hin:
 
  • Nachweis von Koagulase-negativen Staphylokokken (KNS) in nur einer von mehreren Blutkulturflaschen,
 
  • Nachweis mehrerer verschiedener, sich in ihrem Antibiogramm unterscheidender KNS in einer oder mehreren Blutkulturflaschen,
 
  • Nachweis von Corynebakterien oder Propionibakterien, insbes. nach längerer Bebrütungsdauer (> 5 Tagen).
Daher stets mehr als 1 Blutkultur-Pärchen zur Diagnostik einsenden.

Tabelle 1: Erregerspektrum in Abhängigkeit von der Sepsisform (Beispiele):
 
Sepsisformhäufigste Erreger
UrosepsisE. coli und andere Enterobakterien
VenenkathetersepsisKoagulase-negative Staphylokokken
Staphylococcus aureus
Candida
postoperative WundsepsisS. aureus
S. pyogenes
Enterobakterien
Cholangiosepsis
(oft Mischflora!)
E. coli und andere Enterobakterien
Enterokokken
Anaerobier (Bacteroides, Kokken)
PuerperalsepsisStreptococcus pyogenes
Enterogene Sepsis
(oft Mischflora!)
Salmonella spp.
Campylobacter spp.
Yersinia spp.
Sepsis bei ImmunsupprimiertenEnterobakterien
Pseudomonas spp.
nosokomiale Problemkeime
Pilze
 


Tabelle 2:  Erregerspektrum nosokomialer Bakteriämien gemäß MiQ Blutkultur-Diagnostik

ErregerProzent
Escherichia coli5,6
Koagulase-negative Staphylokokken31,3
Staphylococcus aureus20,2
Enterococcus spp.9,4
Enterobacter spp.3,9
Pseudomonas aeruginosa4,3
Klebsiella spp.4,8
Candida9,0
 
Inzidenz und Erregerspektrum:
Eine Diarrhoe ist das häufigste Symptom einer Infektion des Gastrointestinaltraktes.
Die häufigsten Ursachen einer ambulant in Deutschland erworbenen Gastroenteritis sind:
  • Salmonellen
 
  • Campylobacter
 
  • Yersinien
 
  • Shigellen
 
  • E. coli (z. B. EHEC)
Weitere wichtige Enteritis-Erreger und ihre Charakteristika sind im Folgenden aufgeführt (siehe Tabelle). Es sollte aber nicht per se eine Infektion angenommen werden, da eine Diarrhoe auch bei vielen nicht infektiösen Zuständen vorkommt (z. B. Arzneimittelnebenwirkungen).
Untersuchungsmaterial:
Die eingesandte Stuhlmenge sollte etwa haselnussgroß sein. Parasiten sind nicht gleichmäßig im Darm verteilt, sondern sitzen in Nestern in den Zottenzwischenräumen oder in Divertikeln des Dickdarmes. Es ist daher ratsam, vor der Probennahme mit dem Entnahmelöffel den Stuhl durchzurühren. Danach sollte die Stuhlprobe von verschiedenen Stellen genommen werden.

Basisdiagnostik:
Anforderung bakterielle Gastroenteritiserreger und Resistenz (TPE)
Zur Basisdiagnostik gehört die Untersuchung auf:

  • Salmonellen,
 
  • Shigellen,
 
  • Yersinien und
 
  • Campylobacter

alternativ molekularbiologischer Nachweis (Notfalldiagnostik):

Multiplex-Gastroenteritis PCR (Salmonellen, Shigellen, Campylobacter, EHEC)
Bei Eingang bis 11Uhr erfolgt die Untersuchung am selben Tag, bei positivem Ergebnis wird die Kultur mit Resistenztestung angeschlossen.

indiziert bei:
- Tropen-/und Reiserückkehrer mit Diarrhoen
- Verdacht auf Nahrungsmittelassoziierte Gastroenteritis
- Verdacht auf EHEC-HUS

Weiterführende Diagnostik:
Eine weiterführende, zusätzliche Diagnostik ist erforderlich bei spezifischen anamnestischen Angaben oder spezifischen Befunden:
 
Blutige Diarrhoe nach Antibiotika-Gabe (in den letzten 4 Wochen)Clostridium difficile-Toxin; bei Therapieversagen und Rezidiven Clostridium difficile-Kultur
Mehr als 3 Wochen persistierende Enteritis/EnterocolitisEntamoeba histolytica (Amöben), Giardia duodenalis

(Lamblien), Blastocystis hominis, Clostridium difficile,

Enteritis/Enterocolitis nach AuslandsaufenthaltEntamoeba histolytica (Amöben), Giardia duodenalis (Lamblien), EHEC, Cyclospora cayetanensis
Appendizitische SymptomeYersinia enterocolitica
Fieberhafte Enteritis und blutige StühleEHEC, Campylobacter jejuni, Entamoeba histolytica (Amöben), Balantidium coli
Wässriger Stuhl (Auslandsaufenthalt) bzw. Aufenthalt in EndemiegebietenGiardia duodenalis, Cryptosporidien, Vibrio parahaemolyticus, Aeromonas hydrophila, Plesiomonas shigelloides, Blastocystis hominis, Vibrio cholerae
Lang anhaltende Diarrhoe unter Immunsuppression

Cryptosporidien, ubiquitäre Mykobakterien, Sarcocystis, Isospora (=Coccidien), Enterocytozoon bieneusi  (=Mikrosporidien)

Mikrosporidien: externe Untersuchung

Leukopenie: Kontrolle der Antibiotika-Prophylaxe

Erregerkultur und Resistenz (umfasst eine grob quantitative Ermittlung der Keimzahl und des Erregerspektrums. Bei Reinkulturen gram-negativer Keimen und S. aureus erfolgt eine Resistenztestung)
Symptomatik aufgetreten kurz nach einer MahlzeitClostridium perfringens, Bacillus cereus, Staphylococcus aureus, Aeromonas
NEC bei Früh-/NeugeborenenClostridium perfringens
 
Inzidenz und Erregerspektrum:
Eine Endophthalmitis ist eine schwere Infektion der Augenkammer und der intra­okulären Gewebe/Häute (Uvea, Retina). Typische Symptome sind der beeinträchtigte Visus, Schmerzen, Lid-Ödeme, konjunktivale Injektion, Iridozyklitis und Hypopyon. Die Symptome treten bei bakterieller Ursache meist innerhalb von 72 h nach iatrogener oder traumatischer Verletzung des Auges auf. Häufigste Komplikation ist die Erblindung auf dem betroffenen Auge.

Nach den ursächlichen Zusammenhängen unterscheidet man die post-chirurgische Endophtalmitis, post-traumatische Endophtalmitis und endogene (hämatogen, per continuitatem z.B. nach Keratitis) Endophtalmitis. Bei allen drei Formen sind Bakterien die am häufigsten isolierten Erreger.

Typischerweise finden sich bei
  • der post-chirurgischen Endophtalmitis:

S. aureus, KNS, Pneumokokken und andere vergrünende Streptokokken, Pseudomonaden, Acinetobacter und Enterobakterien, Propionibacterium (bei protrahiertem Verlauf)

 
  • post-traumatischen Endophtalmitis:

Bacillus cereus und andere Bacillus spp., Clostridien

 
  • endogenen Endophtalmitis:

S. aureus, Pneumokokken, Haemophilus spp., Neisseria meningitidis


Seltener isolierte Bakterien sind:
 
  •       Alcaligenes spp.
 
  •       Spirochäten
 
  •       Actinomyzeten
 
  •       Mykobakterien
 
  •       Listerien

Ferner finden sich insbesondere bei der post-traumatischen Endophtalmitis alle Arten von
Pilzen (Candida spp. und andere Hefen, Aspergillus spp. und andere hyaline Schimmelpilze, Mucor spp. und andere Zygomyzeten, Exophiala spp. und andere andere Dematiazaeen, sowie Blastomyces und andere Dimorphe Pilze).

Für die endogene Enodophtalmitis kommen auch Viren (insbesondere Herpesviridae und Rubella) und Parasiten (Zystizerkose, Toxocara, Toxoplasma, Onchocerca) als kausale Agentien in Frage.
 
Materialabnahme und Versand:
  • Untersuchungsmaterial sind unter sterilen Kautelen gewonnene Augenkammer-Punktate bzw. Bioptate, Parazentese-Flüssigkeit und Fragmente einer etwaigen Vitrektomie. Zum Transport flüssige Proben in der Spritze bei aufgesetztem Deckel belassen. Feste Proben in Amies-Transportmedium geben, Röhrchen aufrecht bei Raumtemperatur schnellstmöglich ins Labor transportieren.
  • Ist ein sofortiger Transport ins Labor nicht möglich stehen im Operationssaal der Augenklinik Anreicherungsbouillons zur Verfügung in die zusätzlich ein Teil der Probe unter Beachtung steriler Kautelen geimpft werden kann.

  • Zum Abgleich der Untersuchungsergebnisse gegenüber der simultan vorhandenen konjunktivalen Flora wird mit Ca-Alginat-Tupfern ein Bindehaut-Abstrich (vor der Applikation von antibiotikahaltigen Augentropfen!) genommen.

  • Bis zur Verarbeitung dürfen die Materialien höchstens 24 h bei RT verwahrt werden.
 
Basisdiagnostik:
Erreger und Resistenz
Gezielte Diagnostik:
Bei klinischem Hinweis auf ausgefallene Mikroorganismen (Actinomyzeten, Mykobakterien, Aspergillus spp. und andere hyaline Schimmelpilze, Mucor spp. und andere Zygomyzeten) gezielte Anforderung.
Befundmitteilung:
  • Jeder mikroskopisch oder kulturell positive Befund wird sofort telefonisch übermittelt.
  • Bei negativem Kulturergebnis geht ein Endbefund nach 2-tägiger Inkubation an die einsendende Klinik. Der Befund enthält die Bemerkung, dass die Bebrütung fortgesetzt wird und im positiven Fall eine weitere Benachrichtigung erfolgt.
  • Bei spezifischen Untersuchungsanforderungen (z.B. Mykobakterien) kann der Zeitraum bis zur Befundmitteilung mehrere Wochen erfordern.
 
Inzidenz und Erregerspektrum:
Eine Konjunktivitis ist eine auf infektiöser, physikalischer oder allergischer Ursache beruhende Entzündung der Bindehaut.
Typische bakterielle Erreger einer Konjunktivitis mit und ohne Blepharitis sowie einer Dakryoadenitis und -zystitis sind:
S. aureus, ß-hämolysierende Streptokokken, S. pneumoniae, H. influenzae, M. catarrhalis, P. aeruginosa, verschiedene Enterobakteriazeen und Chlamydia trachomatis.

Selten kommen auch Neisseria gonorrhoeae, N. meningitidis, S. epidermidis, L. monocytogenes, Actinomyces spp., M. tuberculosis und andere vor.

Bei der Keratitis handelt es sich um eine meist durch lokale Verletzung und konsekutiver Infektion ausgelöste Entzündung der Hornhaut. Das Erregerspektrum schließt zusätzlich v. a. auch Pilze (Candida, Aspergillus) ein. Als weitere Erreger sind Viren (meist Adenoviren, HSV, VZV, selten auch CMV, Masern- und Rötelnvirus) sowie seltener auch Protozoen (Mikrosporidien, Acanthamoeben) in Betracht zu ziehen.

Untersuchungen auf Acanthamoeba sind i. d. R. nur sinnvoll bei Kontaktlinsen-Keratitis, nicht jedoch bei unspezifischen Augenentzündungen.
Untersuchungsmaterial:
Augenabstrich
Hornhautabstrich
Hornhautgeschabsel
Basisdiagnostik:
Es erfolgt ein kultureller Erregernachweis.
Bei V. a. langsam wachsenden und/oder seltenen Erregern (z.B. Actinomyces spp., Mykobakterien, Pilze) sollte eine gezielte Untersuchungsanforderung erfolgen, da die Nährmedien länger als üblich bebrütet werden müssen!
Weiterführende Diagnostik:
Die virologische Diagnostik (z. B. bei V.a. Herpes-simplex-Keratitis, Zoster ophthalmicus, Adenoviren bei Keratoconjunktivitis epidemica) erfolgt in der Abteilung Virologie.
Zum Nachweis oder Ausschluss einer Infektion durch Toxoplasma gondii oder Toxocara canis (externe Untersuchung) sind serologische Nachweisverfahren erforderlich.

Sonstiges:
Für den kulturellen Nachweis von Neisseria gonorrhoeae sollte ein gezielter Untersuchungsauftrag auf Gonokokken erfolgen, da für die Anzucht Spezial-Nährböden verwendet werden! Gonokokken sterben in der Umwelt sehr schnell ab und sind sehr kälteempfindlich. Daher ist der unverzügliche Transport der Probe ins Labor notwendig.
Zum DNA-Nachweis von N. gonorrhoeae mittels PCR einen Konjunktival-Abstrich mit Universal-Abstrichtupfer entnehmen.

Zum DNA-Nachweis von Chlamydia trachomatis mittels PCR ist ein spezielles Abstrich-Set erforderlich, das in der Klinikumsapotheke bestellt werden kann.

Auf Grund der Seltenheit einer Acanthamöben-Keratitis sollte vor der Acanthamöben-Diagnostik eine bakterielle oder virale Infektion ausgeschlossen sein.

Inzidenz und Erregerspektrum:
Die häufigsten Erreger bei Katheter-assoziierten Infektionen sind KNS (koagulase negative Staphylokokken),S. aureus, Enterokokken, gramnegative Stäbchenbakterien (z. B. E. coli) und Candida spp.. Seltenere Erreger (z. B. atypische Mykobakterien oder Anaerobier) findet man zunehmend bei Immunsupprimierten. Die Diagnose "Katheter-assoziierte Sepsis" erfordert neben dem Erregernachweis an der Katheterspitze und einer Blutkultur auch eine klinisch manifeste Infektionssymptomatik (Fieber, Schüttelfrost oder Hypotension). Ansonsten spricht man auch nur von einer Besiedlung/Kolonisation des Katheters.

Bei den Gefäßkathetern unterscheidet man solche für den kurzzeitigen (Ein- oder Mehrlumige Silikon- oder Polyurethankatheter) und solche für den längerfristigen Einsatz (meist chirurgisch implantierte, getunnelte, wie Port, Hickmankatheter). Kurzzeitkatheter werden zumeist von Hautmikroorganismen, die entlang der Einstichstelle an der Außenseite des Katheters zur Spitze entlang wachsen besiedelt, während bei Langzeitkathetern eher von einer primären Kontamination des Katheteransatzstücks ausgegangen wird. Bei allen Patienten mit Gefäßkathetern, insbesondere aber bei chirurgisch implantierten Kathetern oder bei Patienten, bei denen die Entfernung des Katheters fast unmöglich ist (z. B. Gerinnungsprobleme bei KMT-Patienten, keine weiteren Gefäßzugänge), kann die Bestimmung der DTTP (differential time to positivity) Aufschluss geben, ob eine Katheterassoziierte Infektion wahrscheinlich ist. Dabei wird die zeitliche Differenz der positiv gewordenen Blutkulturen, die peripher und zentral aus dem Katheter abgenommen wurden, bestimmt. Vorraussetzungen sind dabei die zeitgleiche Abnahme peripherer und zentraler Blutkulturen derselben Blutmenge. Zusätzlich besteht die Möglichkeit einer antibiotischen Lock Therapie.

Untersuchungsmaterial:
ZVK-Spitze in Vanek-Becher

Falcon-Röhrchen

Blutkulturen (zentral und peripher)

Basisdiagnostik:
Die gebräuchlichste Methode ist die semiquantitative Anlage nach Maki, wonach die Katheterspitze über eine Blutagarplatte gerollt wird. Die Anzahl der Kolonie bildenden Einheiten (KBE) wird ausgezählt. Bei > 15 Kolonien wird der Erregernachweis als signifikant gewertet.
Weiterführende Diagnostik:
Da Katheter-assoziierte Infektionen üblicherweise mit einer Bakteriämie einhergehen, sollten neben der Katheterspitze auch immer parallel Blutkulturen abgenommen werden. Der Nachweis eines identischen Erregers sowohl von der Katheterspitze als auch von einer peripher entnommenen Blutkultur gilt als beweisend für eine Katheterassoziierte Infektion oder Bakteriämie im Gegensatz zu einer alleinigen Katheterkolonisation.
Sonstiges:
Zur Ermittlung der DTTP (differential time to positivity) ist es notwendig, den genauen Entnahmezeitpunkt der Blutkulturen zu vermerken. Vorausgesetzt, die Proben wurden gleichzeitig abgenommen, zeigen Patienten mit Katheterassoziierten Infektionen in zentral vom Katheter abgenommenen Kulturen > 2 Stunden früher als in der peripher entnommenen Kultur ein positives Ergebnis.

   

Inzidenz und Erregerspektrum:
Wundinfektionen können als Folge eines Traumas (ambulant) oder nosokomial auftreten.

S. aureus ist der häufigste Erreger ambulant erworbener Wundinfektionen. In kontaminierten Wunden finden sich auch Enterobacteriaceae (insbesondere nach penetrierenden Traumen), Clostridium spp. und Bacteroides fragilis und Bacillus spp.

Bei ulzerierenden Wunden auf der Grundlage von Durchblutungsstörungen finden sich häufig Mischinfektionen unter Beteiligung gramnegativer Stäbchen und Anaerobiern.

Nach Kontamination mit Brackwasser kommt es in seltenen Fällen zu einer Wundinfektion mit Aeromonas hydrophila oder mit Vibrio vulnificus nach Salzwasserexposition. Hierunter werden rapid progressive Verläufe mit begleitender Zellulitis und Myositis beobachtet. Gelegentlich werden auch schwerwiegende chronische Verläufe durch Pilzbefall (Zygomyzeten oder Aspergillus spp.) oder ubiquitäre Mykobakterien insbes. bei Immunsupprimierten beobachtet.

Wegen der Besonderheiten im Erregerspektrum sollten dem Mikrobiologen die Art einer Bissverletzung (Menschenbiss, Hundebiss, Katzenbiss o.a.) und Risikofaktoren für bestimmte Infektionen (Immunsuppression, Diabetes mellitus, Hepatopathien, Z.n. Splenektomie, Transplantationen, Steroidtherapie und Auslandsaufenthalte) mitgeteilt werden.

In der folgenden Tabelle sind einige charakteristische Erreger bei typischer Wundlokalisation zusammengefasst:
 
Infizierter TierbissPasteurella multocida, Streptococcus intermedius, Actinobacillus spp., Eikenella corrodens, Capnocytophage spp.
Infektion der HandS. aureus, Mycobacterium marinum,
Sporothrix schenckii
Postoperative WundinfektionEnterobacteriaceae, Pseudomonas spp., Acinetobacter spp. u.a.
Nekrotisierende, ulzerierende WundinfektionNocardia, Actinomyces
langsam progrediente Wundinfektionubiquitäre Mykobakterien
VerbrennungenPseudomonas aeruginosa
Kratzspuren durch KatzenBartonella henselae

Primär ”saubere” nosokomiale Wundinfektionen sind häufig durch Staphylokokken oder Streptokokken verursacht. Nach gastrointestinalen und genitourethralen Eingriffen finden sich auch Escherichia coli, Proteus mirabilis, Enterokokken und Anaerobier.

Bei immunsupprimierten Patienten, insbesondere nach einer Transplantation, kann es neben dem Befall durch Staphylokokken und Enterobacteriaceae zur Besiedelung der Wunde mit selteneren Erregern kommen. Hierzu zählen insbesondere Viren (HSV, VZV, Papillomavirus), Pilze (Candida spp., Dermatophyten) und Mycobacterium chelonae.

Eine Wundinspektion kann zusätzliche Hinweise auf verursachende Erreger geben. Ein putrider Geruch findet sich beispielsweise bei Anaerobiern oder Enterokokken, während Pseudomonas spp. oft süßlich riecht.

Untersuchungsmaterial - Basisdiagnostik:
Wundabstrich / Wundsekret auf Erreger und Resistenz:
Unter aseptischen Bedingungen sollte Wundsekret vom Rand oder aus der Tiefe der Wunde mittels Universal-Abstrichtupfer mit Transportmedium oder durch Punktion (Transport in einem geschlossenen Gefäß) gewonnen werden.
Alle genannten Behälter sollten bei Raumtemperatur transportiert werden und müssen innerhalb von 24 Stunden im Labor eintreffen.

Untersuchungsmaterial - weiterführende Diagnostik:
  • Verdacht auf Anaer obier: Ein fauliger Geruch, Krepitation, mögliche Kontamination mit Fekalflora oder nekrotisches Gewebe gibt Hinweise auf eine Infektion durch Anaerobier (Actino myces, Bacteroides, Clostridiu m spp.). Bei Verdacht auf Anaerobier sollten Abstriche oder Gewebeproben in Amies-Transp ortmedium transportiert werden. Flüssige Materialien (z.B. Eiter) sollten zum Nachweis von Anaerobiern in einem Gefäß ohne Lufteinschluss, z.B. einer sterilen Spritze transportiert werden. Außerdem Gram-Präparat anfordern.

 

  • Wundinfektion mit Sepsis: Bei Anzeichen für eine systemische Infektion, z.B. Fieber, müssen zusätzlich Blutkulturen angelegt werden. Hierfür sollten 2-3 Blutkulturpaare (jeweils aerob und anaerob) mit 5-10 ml venösem Blut beimpft werden. Das Blut sollte möglichst nicht aus Kathetern, Braunülen o.ä. entnommen werden, da es hierbei leicht zu Kontaminationen kommen kann und eine positive Blutkultur vorgetäuscht wird. Der Transport der Flaschen ins Labor sollte generell innerhalb von24 Stunden erfolgen.
 
  • Infizierte Verbrennungswunden und chronische, ulzerierende Wundinfektionen können in verschiedenen Tiefen von unterschiedlichen Keimen besiedelt werden. Zur exakten Erfassung des Infektionsstatus ist hier die mikrobiologische Untersuchung eines Biopsats hilfreich, das alle Hautstrukturen umfasst. Meist gelingt zwar ein Erregernachweis, hierbei kann es sich jedoch um eine Kontamination oder Superinfektion handeln. In der folgenden Tabelle sind Infektionserreger häufigen Kontaminanten gegenübergestellt:
 
Infektionserregerhäufige Kontaminanten
Staphylococcus aureusKoagulase-negative Staphylokokken
Streptococcus pyogenesCorynebacterium spp.
Streptococcus agalactiaeBacillus spp.
ß-hämolysierende Streptokokken C und G  Sprosspilze
Bacteroidaceae 
Pseudomonas aeruginosa 
Enterobacteriaceae 
Candida albicans 
 

Chronische und/oder ulzerierende Wundinfektion: Bei entsprechendem Verdacht sollten außerdem spezifische Untersuchungen beispielsweise auf Mykobakterien, Nokardien, Actinomyces oder Dermatophyten angestrebt werden (Spezifische Untersuchungsanforderung erforderlich).
Im Zweifelsfall sollte hierfür vor der Probengewinnung Rücksprache mit dem Mikrobiologen genommen werden.

  • Akute Wundinfektion mit erheblicher klinischer Progredienz, z. B.

Verdacht auf Gasbrand (Clostridium  spp.) oder
eine nekrotisierende Fasziitis (S. pyogenes) oder
eine Mucormykose,

zusätzlich zur Basisdiagnostik Gram-Präparat aus Wundabstrich oder Punktat anfordern.

Inzidenz und Erregerspektrum:

Der Mensch ist das einzige Reservoir von C. diphtheriae. Die Infektion des Menschen erfolgt in der Regel aerogen, bei Hautinfektionen auch durch Schmierinfektion. Bis zu 5 % der Exponierten wird jedoch zu symptomlosen Keimträgern (insbesondere auf der Haut) ohne zu erkranken und damit zu einem Reservoir in nicht-epidemischen Zeiten. Die Diphtherie-Inzidenz ist aufgrund der empfohlenen aktiven Immunisierung in Deutschland selten geworden (< 10 Fälle pro Jahr). Aufgrund einer gewissen Impfmüdigkeit und Absinken des Impfschutzes wird immer wieder der der Gefahr des epidemischen Auftretens der Erkrankung gewarnt.


Die Diphtherie wird durch Corynebacterium diphtheriae hervorgerufen. Es sind vier Biotypen bekannt: gravis, intermedius, mitis und belfanti. Eng verwandt mit C. diphtheriae sind C. ulcerans und C. pseudotuberculosis, die auch eine Diphtherie-ähnliche Erkrankung hervorrufen können.

C. diphtheriae verursacht eine Infektion des oberen Respirationstraktes und durch Fortleitung des Toxins (ein Phagen-kodiertes A-B-Toxin) auch toxische Symptome an Herz, Nerven und Nieren. Bei der Rachen-Diphtherie ist die Bildung pseudomembranöser Belege, die bei Ablösung zu Blutungen führen und süßlich riechen, typisch, während bei der Nasen-Diphtherie ein blutig-seröser Schnupfen vorherrscht. Toxische Symptome können entweder bereits im Frühstadium der Erkrankung (primär toxischer Verlauf) oder erst nach einigen Wochen (sekundär toxischer Verlauf) in Form einer Myokarditis, Hirnnerverlähmungen, peripheren Neuritis etc. auftreten. Bei der Haut-Diphtherie findet sich klinisch meist eine nekrotisierende Hautläsion. Die Letalität der Erkrankung ist aufgrund der toxischen Wirkungen hoch.
Neben der oben beschriebenen typischen Diphtherie-Erkrankung kommen, insbesondere bei Drogen- und Alkohol-Abhängigen, invasive Erkrankungen (Endokarditis, Osteomyelitis, septische Arthritis etc.) durch nicht-toxigene C. diphtheriae-Stämme vor.
Untersuchungsmaterial:
Rachenabstrich, Nasenabstrich, Tonsillenabstrich, Hautabstrich, sonstige Abstriche befallener Areale (möglichst mehrere Abstriche, vor Gabe von Antibiotika oder Antitoxin!); Rachen- und Tonsillenabstriche am besten unter den Pseudomembranen entnehmen, indem diese mit einer Pinzette hochgehalten werden. Ein Stück der Pseudomembranen sollte ebenfalls in einem sterilen Gefäß zur Diagnostik eingesandt werden. Bei Verdacht auf Hautdiphtherie sollte immer auch ein Nasen- und ein Rachenabstrich abgenommen werden, um den Keimträgerstatus zu erfassen.
Die Anzucht des Erregers aus Blutkulturen gelingt nur bei den seltenen invasiven Erkrankungen. Bei der typischen Diphtherie beruhen die systemischen Wirkungen allein auf der Toxinausbreitung und nicht auf einer Keiminvasion.
Zweckmäßig ist die gleichzeitige Entnahme einer Serumprobe zur Bestimmung des Impfstatus des Patienten.
Basisdiagnostik:

Ein Verdacht auf Diphtherie sollte immer auf dem Anforderungsschein dokumentiert werden und es sollte zusätzlich immer der diensthabende Mikrobiologe telefonisch vor Eingang der Probe informiert werden!

Da Corynebakterien zur physiologischen Flora der Haut und Schleimhäute gehören, müssen neben Universalnährmedien spezielle Selektiv- und Spezialnährmedien im Labor beimpft werden. Außerdem werden gezielt Spezialfärbungen für den mikroskopischen Nachweis des Erregers angefertigt. Daher ist die gezielte Anforderung auf Corynebacterium diphtheriae unerlässlich!
Weiterführende Diagnostik:
Aus mikroskopisch auffälligen Primärmaterialien sowie bei Wachstum von verdächtigen Kolonien auf den Nährböden wird in unserem Labor eine PCR-Untersuchung zum Nachweis des Diphtherie-Toxin-Gens durchgeführt. PCR-positive Isolate werden zum Nachweis der Toxin-Produktion mittels Elek-Test an das Kosiliarlaboratorium für Diphtherie gesandt.
Für diese weiterführenden Untersuchungen bedarf es keiner gesonderten Anforderung des Einsenders, sondern sie werden im Diphtherie-Verdachtsfall automatisch im Rahmen der Diagnostik durchgeführt.

Sonstiges:
Aufgrund der Schwere der Erkrankung und der besonderen Erfordernisse für die Isolation des Erregers sollte immer der diensthabende Mikrobiologe telefonisch vor Eingang der Probe informiert werden!

Inzidenz und Erregerspektrum:
Zu den Infektionen des Ohres zählen die akute und chronische Otitis media (Mittelohrentzündung) und die Otitis externa (Entzündung des äußeren Ohres und Gehörganges).
  • Otitis externa (Entzündung des äußeren Ohres und Gehörganges)

  Die Otitis externa lässt sich in vier Kategorien mit jeweils unterschiedlichen typischen pathogenen Erregern einteilen:
  

1) Akute lokalisierte Otitis externa: Klinisch als Pustel, Furunkel oder Erysipel imponierend,
Erreger:
S. aureus, Streptococcus pyogenes

2) Akute diffuse Otitis externa (= Swimmer's ear): Diffuse Entzündung, Auftreten insbes. in feuchtem, warmen Klima/Umgebung,

Erreger:
P. aerugino sa, sonstige Gram-negative Stäbchen

3) Chronische Otitis externa: Meist bedingt durch Drainage von Sekret aus dem Mittelohr bei beschädigtem Trommelfell,
Erreger:
Pneumokokken, Haemophilus influenzae und andere Erreger einer Otitis media (s. u.), seltene Erreger: M. tuberculosis, M. leprae, Treponema pallidum  

4) Maligne (invasive) Otitis externa: Nekrotisierende Infektion des Gehörganges, Vorkommen häufig bei Diabetes mellitus.
Erreger:
P. aeruginosa

 
  • Otitis media (Mittelohrentzündung)

Die Mittelohrentzündung ist als Flüssigkeitsansammlung im Mittelohr (in der Paukenhöhle) verbunden mit klinischer Beschwerdesymptomatik definiert. Sie ist eine der häufigsten Infektionen im Kindesalter.

1. Akute Otitis media
Typische Erreger:Streptococcus pneumoniae
Haemophilus influenzae
Moraxella catarrhalis
Streptococcus pyogenes
Staphylococcus aureus
 (ca. 40 %)
(ca. 30 %)
(ca. 30 %)

Bei Neugeborenen kommen häufiger S. aureus, Koagulase-negative Staphylokokken und Enterobakterien vor!

2. Chronische Otitis media:
Typische Erreger:Pseudomonas aeruginosa
S. aureus

Enterobakterien
Alloiococcus otitidis
Turicella otitidis

Anaerobier (Peptostreptococcus, Bacteroides, Prevotella)

Als seltene Erreger sind ferner Chlamydia pneumoniae, Mycoplasma pneumoniae, Corynebacterium diphtheriae, Mycobacterium tuberculosis, MOTT und Nokardien beschrieben.
Weiterhin spielen Schimmelpilze (Aspergillus spp. etc.) eine bedeutende pathogenetische Rolle.
Zu erwartenden Kontaminationskeime Die Normalflora des äußeren Ohres und des Gehörganges entspricht der Normalflora der Haut. Es kommen insbes. Staphylococcus epidermidis, Corynebacterium spp., Propionibakterien, vergrünende Streptokokken und Candida (insbes. C. parapsilosis) vor. Auch S. aureus kann zur Normalflora gehören, er wird jedoch in unserem Labor grundsätzlich differenziert und getestet, da er gleichzeitig ein bedeutsamer pathogener Keim ist.
Das Mittelohr ist physiologischer Weise steril oder minimal durch Flora des oberen Respirationstraktes (durch Einwanderung durch die Eustachische Röhre) besiedelt
Untersuchungsmaterial:
Ohrabstriche (umfassen Gehörgangsabstriche und Trommelfellabstriche)
Ferner Aspirate, Punktate und Biopsien aus dem Mittelohr
Basisdiagnostik:
Es sollte stets ein kultureller Erregernachweis angestrebt werden, da dieser in der Regel auch eine Resistenztestung der Bakterien ermöglicht.
Die Standard-Untersuchungsanforderung "Erregerkultur und Resistenz" ist als Basisdiagnostik bei V. a. Otitis media und Otitis externa ausreichend und umfasst den Nachweis der oben beschriebenen pathogenen Erreger. Dabei wird routinemäßig auch ein Selektivmedium für den Nachweis von Pilzen (insbes. Aspergillus spp. und Candida spp.) mit angelegt.
Weiterführende Diagnostik:
Bei anhaltendem Infektionsverdacht aber negativen Kulturergebnissen sollten zunächst weitere Abstriche gewonnen werden und ggf. auch invasiv Untersuchungsmaterial entnommen werden.
Bei bestehender Otitis aber fehlendem bakteriellen und fungalen Erregernachweis sollte an eine virale Genese der Otitis gedacht werden und eine entsprechende Diagnostik erfolgen. Zu den viralen Erregern zählen insbesondere Herpes-Simplex-Virus und Varizella-Zoster-Virus.
Sonstiges:
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Inzidenz und Erregerspektrum:
Die Infektionen des Rachens als entzündliche Reaktionen im Oropharynx umfassen die Pharyngitis und die Tonsillitis, die meist gemeinsam als Tonsillopharyngitis imponieren.
Hinzu kommen seltenere Sonderformen, wie die Angina Plaut-Vincent, die durch Anaerobier, insbes. Fusobakterien und Spirochaeten hervorgerufen wird, retropharyngeale Abszesse und die Diphtherie.

Die Tonsillopharyngitis gehört zu den häufigsten Gründen für das Aufsuchen eines Arztes für Allgemeinmedizin bzw. eines HNO-Arztes, insbesondere im Kindesalter. Sie zeigt einen Altersgipfel im Alter von 4-7 Jahren, wobei sie meist saisonal gehäuft in der kälteren Jahreszeit auftritt.

Tabelle 1 (siehe unten) gibt einen Überblick über die häufigsten Erreger der Tonsillopharyngitis.
Die häufigsten bakteriellen Erreger umfassen beta-hämolysierende Streptokokken der Gruppen A, C oder G, des weiteren Arcanobakterium haemolyticum (ein gram-positives Stäbchenbakterium) sowie Mycoplasma pneumoniae. In selteneren Fällen können auch Bordetella spp., Corynebacterium diphtheriae/ulcerans, N. gonorrhoeae, Treponemen, Chlamydien, Yersinien und Anaerobier als Erreger auftreten.
Untersuchungsmaterial:
Tonsillenabstrich
Rachenabstrich
Basisdiagnostik:
Es sollte stets ein kultureller Erregernachweis angestrebt werden, da dieser in der Regel auch eine Resistenztestung der Bakterien ermöglicht.
Die Standard-Untersuchungsanforderung "Erregerkultur und Resistenz" ist als Basisdiagnostik bei V. a. bakterielle Tonsillopharyngitis ausreichend und umfasst den Nachweis von beta-hämolysierende Streptokokken, Arcanobakterium haemolyticum, und Corynebakterien.
Weiterführende Diagnostik:
Bei V. a. eine Angina Plaut-Vincent (fötiger Geruch, eitrige Tonsillitis) sollte stets ein mikroskopisches Gram-Präparat angefordert werden, da die typischen Erreger (Fusobakterien, Spirochaeten) meist nur mikroskopisch nachgewiesen werden und nicht kulturell anwachsen! Die Verdachtsdiagnose sollte unbedingt auf dem Anforderungsschein angegeben werden, damit eine optimale Diagnostik erfolgen kann und zusätzlich anaerobe Kulturen angelegt werden!

Bei negativem Ausfall der Basisdiagnostik sollte auch an die selteneren Erreger einer Tonsillopharyngitis gedacht werden:

Mycoplasma pneumoniae lässt sich kulturell nur schwierig anzüchten. Für den Erreger steht eine PCR-Diagnostik zur Verfügung.
Bordetella pertussis und Bordetella parapertussis können ebenfalls mittels PCR nachgewiesen werden.
Chlamydia pneumoniae kann ebenfalls mittels PCR nachgewiesen werden.
Für den Nachweis von Neisseria gonorrhoeae gezielte Anforderung und unverzüglicher Transport ins Labor.

Sonstiges:

Tabelle 1 (MiQ 13 2010):
 
VirenBakterien
Adenovirus    Arcanobacterium haemolyticum
CoronavirusCorynebacterium diphtheriae/ulcerans
Coxsackie-A-VirusHaemopilus influenzae
EBVMoraxella catarrhalis
EnterovirenMycoplasma pneumoniae
InfluenzavirusNeisseria meningitidis
ParainfluenzavirusStaphylococcus aureus
RhinovirusStreptococcus dysgalactiae
RSVStreptococcus pyogenes ; Gruppe A Streptokokken
 Fusobakterien
 

Inzidenz und Erregerspektrum:
Bei der Arthritis kann man entsprechend der Pathogenese verschiedene Formen unterscheiden:

Die septische Arthritis ist eine meist akute, bakterielle Infektion der Gelenke. Die Erreger gelangen hämatogen, über eine fortgeleitete gelenknahe Osteomyelitis oder von außen in die Gelenke (v.a. Knie, Hüfte, OSG). Sie tritt häufig bei Kindern < 6. Lebensjahr auf. Die betroffenen Gelenke sind stark geschwollen, gerötet und überwärmt. Es bildet sich ein Gelenkerguss. Die Betroffenen haben heftige Schmerzen. Die häufigsten Erreger sind dabei je nach Alter des Patienten Staphylokokken, Hämophilus spp., E. coli, seltener Gonokokken und Streptokokken. Bei Alkohol- und Drogenabhängigen sowie Immunsupprimierten können auch andere gramnegative Bakterien (z. B. Proteus spp., Serratia spp., Pseudomonas spp.) eine infektiöse Arthritis auslösen. Davon abzugrenzen sind Arthritiden, die auf Protheseninfektionen (v.a. Hüfte, Knie) zurückzuführen sind und üblicherweise nosokomialem Erregerspektrum.
Das Gelenkpunktat ermöglicht einen direkten Erregernachweis, der für die gezielte Therapie wichtig ist.

Unter einer infektreaktiven Arthritis versteht man eine entzündliche Gelenkerkrankung, die in der Folge einer (zumeist bakteriellen) Infektion entsteht. Sie muss von anderen infekt-assoziierten rheumatischen Erkrankungen wie einer septischen Arthritis oder einer Begleitarthritis im Rahmen von Infektionen unterschieden werden. Die häufigsten infektreaktiven Arthritiden treten 3-4 Wochen nach einem vorhergehenden Darminfekt (postenteritische Arthritiden) oder nach einem Infekt im Urogenitaltrakt (posturethritische Arthritiden) auf. Charakteristische Erreger für postenteritische Arthritiden sind Yersinien, Salmonellen, Shigellen und Campylobacter spp., für posturethritische Arthritiden Chlamydien, seltener Gonokokken, Mykoplasmen und Ureaplasmen. Typischerweise sind die großen Gelenke betroffen, am häufigsten das Kniegelenk. Eine infektreaktive Arthritis ist im Gegensatz zu einer septischen Arthritis dadurch charakterisiert, dass sich im Gelenk selber keine Erreger anzüchten lassen. Die Diagnostik erfolgt mittels der Arthritisserologie.

Das akute rheumatische Fieber (RF) ist eine entzündliche Systemerkrankung, die 1-3 Wochen nach Streptokokkeninfektionen, z. B. Angina tonsillaris auftritt. Die Erkrankung manifestiert sich an Herz (Pankarditis), Gelenken (wandernde Polyarthritis), ZNS (Chorea minor), Haut (Erythema marginatum) und Subkutangewebe. Rheumatische Herzklappenfehler, v. a. an der Mitralklappe, sind eine schwerwiegende Folge. Betroffen sind hauptsächlich Kinder und Jugendliche. Die Diagnostik erfolgt mittels Nachweis von Antikörpern, die gegen Streptokokken-Antigene gerichtet sind. Diese Untersuchung wird in der ZE Klinische Chemie durchgeführt.

Gelenkprothesen-Infekte unterscheidet man hinsichtlich des Erregerspektrums in Frühinfekte/Spätinfektion - florider Infekt und Spätinfektion - Verdacht auf Infekt. Bei Frühinfekten und floriden Infektionen werden am häufigsten Stapylococcus aureus, Streptokokken und E. coli nachgewiesen. Bei Spätinfektionen (sog. Low-grade Infektionen) werden eher koagulase-negative Staphylokokken, Enterokokken oder auch Propionibakterien nachgewiesen. Die Unterscheidung in Hautkontamination/relevante Erreger ist oft schwierig, die korrekte Materialentnahme und mikrobiologische Diagnostik ist entscheidend (s.u.)

Untersuchungsmaterial:
Serum (mind. 500 μl)
Gelenkpunktat nativ und/oder in Blutkultur-Ped Flasche

Biopsien 1-2 cm3 groß im sterilen Vanek-Becher (1 Biopsie pro Becher)

Intraoperative Abstriche z. B. bei Prothesenwechsel

Basisdiagnostik:
Septische Arthritis: Es erfolgt ein kultureller Erregernachweis aus Gelenkpunktat. Für den kulturellen Nachweis von Neisseria gonorrhoeae ist der unverzügliche Transport der Probe ins Labor notwendig.
Die Standard-Untersuchungsanforderung "Erreger und Resistenz" ist ausreichend.

Akutes rheumatisches Fieber, infektreaktive Arthritis: Die Diagnostik erfolgt mittels Nachweis von spezifischen Antikörpern (Arthritisserologie).

Gelenkprothesen-Infekt:

Es wird empfohlen, bei Gelenkpunktionen 1-3 ml in eine Blutkultur-Ped Flasche und wenn möglich noch 2-3 ml Punktat nativ in der Spritze einzusenden. Erfolgt eine operative Revision sollten 4-6 Gewebeproben ca . 1-2 cm3  groß aus verschiedenen Lokalisationen eingesandt werden. Oberflächliche Fisteln und Ulzerationen sind immer mit Hautflora kontaminiert und für die Diagnostik eines Protheseninfektes nicht geeignet.

Weiterführende Diagnostik:
Bei klinischen Verdacht auf eine Yersinienfolgeerkrankung, sollte zusätzlich der kulturelle Erregernachweis aus einer Stuhlprobe angestrebt werden. Dabei sollte als Untersuchungsverfahren die Kälteanreicherung durchgeführt werden.
Dies bitte unbedingt auf der Anforderung vermerken!

Sonstiges:

Bei septischer Arthritis an Blutkulturdiagnostik denken.

 

Bei chronischen Arthritidien, die unter antibakterieller Therapie nicht rückläufig sind, bitte ggf. Rücksprache mit dem Mikrobiologen.
Hier sind Spezialuntersuchungen, z. B. auf Mykobakterien oder Pilze (bei Immunsupprimierten), anzuraten!

 

Inzidenz und Erregerspektrum:
Die Osteomyelitis beschreibt eine Entzündung des Knochens, die nicht nur das Mark des Knochens sondern alle Bauelemente, wie Spongiosa, Kortikalis und Periost betreffen kann.

Man unterscheidet zwischen der hämatogenen Osteomyelitis, die durch hämatogene Streuung der Erreger entsteht, und der exogenen Osteomyelitis, bei der die Erreger von außen, z. B. nach Trauma, direkt den Knochen befallen.

Die hämatogene Osteomyelitis tritt am häufigsten im präpubertären und späten Erwachsenenalter auf und befällt bevorzugt die Metaphyse langer Röhrenknochen.

Die häufigsten Erreger einer hämatogenen Osteomyelitis umfassen Staphylococcus aureus und beta-hämolysierende Streptokokken. Bei Kindern mit fehlendem Impfschutz findet man außerdem Haemophilus influenzae Kapseltyp B und bei Kindern mit Sichelzellanämie enteritische Salmonellen. Bei Erwachsenen kommen als Erreger Enterobakterien, wie E. coli, Serratia marcescens und Pseudomonas aeruginosa hinzu. Zu den seltenen Erregern einer Osteomyelitis gehören Mycobacterium tuberculosis und atypische Mykobakterien (meist Befall der Wirbelkörper), Brucellen (meist Befall der Wirbelkörper und des Sakroiliakalgelenkes) und Aktinomyzeten (meist Befall der Kieferknochen oder Rippen).
Untersuchungsmaterial:
Blutkulturen
Punktate, Biopsien des befallenen Knochens
Basisdiagnostik:

Ein Verdacht auf Osteomyelitis sollte immer auf dem Anforderungsschein angegeben werden, damit eine optimale Diagnostik erfolgen kann!

Blutkulturen sind in über der Hälfte der Fälle positiv und tragen damit wesentlich zur Diagnose bei.

Der kulturelle Erregernachweis aus einer Gelenkpunktion oder Nadelaspiration bzw. von Gewebe aus der direkten Umgebung sollte möglichst angestrebt werden, damit nach Resistenztestung der Bakterien eine wirksame spezifische Therapie erfolgen kann.

Die Standard-Untersuchungsanforderung "Erregerkultur und Resistenz" ist als Basisdiagnostik bei V. a. Osteomyelitis der langen Röhrenknochen zunächst meist ausreichend.

Bei Befall der Wirbelkörper oder anderer Knochen (siehe oben) sollten aufgrund der Epidemiologie der spezifischen Erreger jedoch stets Spezialuntersuchungen angefordert werden (siehe unter "Weiterführende Diagnostik").
Weiterführende Diagnostik:
Bei fehlendem Erregernachweis in den Standard-Kulturverfahren sowie bei Befall der Wirbelkörper oder anderer Knochen untypischer Lokalisationen sollte der Nachweis folgender Erreger spezifisch angefordert werden:
  • Mycobacterium tuberculosis
  • atypische Mykobakterien
  • Actinomyces spp.
  • Brucella spp. (bei V. a. Brucellose bitte auch Einsendung von Serum für den Antikörper-Nachweis!)
Da für den Nachweis dieser Erreger Selektivnährmedien mit verlängerter Bebrütungsdauer erforderlich sind, ist unbedingt eine gezielte Untersuchungsanforderung notwendig!
Sonstiges:
Bei chronischer Osteomyelitis, die bereits längere Zeit antibiotisch behandelt wurde, können als Erreger sogenannte Small-colony-Variants von Staphylokokken (insbes. S. aureus) vorkommen. Hierbei handelt es sich um Varianten des Erregers, bei denen die sonst typischen Spezieseigenschaften (Koagulasereaktion, Pigmentierung, Hämolyseeigenschaften) nicht oder nur geringgradig ausgeprägt sind und die aufgrund spezifischer Elektronentransportdefekte eine erhöhte intrazelluläre Erregerpersistenz und damit verminderte Ansprechrate auf die gezielte antimikrobielle Therapie aufweisen.
Ein Nachweis dieser Small-colony-Variants wird im Labor angestrebt, sofern die Verdachtsdiagnose "Osteomyelitis" auf der Anforderung erkenntlich ist!
Inzidenz und Erregerspektrum:
Die Mukoviszidose (Cystische Fibrose) ist eine autosomal rezessiv vererbte Erkrankung, die zu einer generalisierten Störung des sekretorischen Epithels aller exokrinen Drüsen führt. Sie wird meist durch Mutationen im Cystic-Fibrosis-Transmembrane-Conductance-Regulator(CFTR)-Gen, das für Salz- und Wassertransportvorgänge in Zellen notwendig ist, ausgelöst. Dies führt zu schweren Veränderungen insbesondere an Pankreas, Darm und Respirationstrakt. Im Respirationstrakt wird ein sehr zäher Schleim produziert, der die Selbstreinigungsfunktion der Alveolen beeinträchtigt. Es siedeln sich Bakterien an, die zu chronischen Entzündungen und zu einem Umbau des Lungengewebes führen. Die Lungeninsuffizienz ist hauptverantwortlich für die verminderte mittlere Lebenserwartung.
Das Erregerspektrum bei Atemwegsinfektionen entwickelt sich mit dem Alter recht charakteristisch: Im Säuglings- und Kleinkindalter dominieren Staphylococcus aureus und Haemophilus influenzae. Ab dem Schulkindalter folgt die chronische Besiedlung mit Pseudomonas aeruginosa, häufig in einer mukoiden Variante. 1-5 % der älteren Patienten sind mit Burkholderia cepacia besiedelt, was mit einer ungünstigen Prognose einhergeht.
Es gibt weitere typische Erreger des Respirationstraktes von Mukoviszidose-Patienten, wobei deren pathogenetische Bedeutung noch unklar ist (Pseudomonas spp., Stenotrophomonas maltophilia, Achromobacter xylosoxidans, Ralstonia pickettii, atypischen Mykobakterien (MOTT)). Außerdem lassen sich bei Mukoviszidose-Patienten häufig Aspergillus fumigatus und Candida spp. nachweisen, wobei ca. 5 % der Patienten eine allergische bronchopulmonale Aspergillose zeigen.
Untersuchungsmaterial:
Sputum,
Bronchialsekret,
BAL (mind. 500 µl)
Rachenabstrich
Basisdiagnostik:
Der Erregernachweis erfolgt durch kulturelle Anzucht auf Universal- und Selektivmedien und anschließender biochemischer Differenzierung und Resistenztestung. Dabei werden grundsätzlich auch Selektivnährmedien zum Nachweis von Pseudomonaden, Pilzen und Burkholderien eingesetzt.
Sonstiges:
Das besondere Erregerspektrum, das durch sonst eher seltene Keime und durch z. T. langsam wachsende und schwierig zu differenzierende Erreger gekennzeichnet ist, verlangt spezielle Anlage- und Differenzierungsmethoden sowie persönliche Erfahrung. In unserem Labor ist daher ein spezieller "Mukoviszidose-Arbeitsplatz" eingerichtet.

Inzidenz und Erregerspektrum:
Das Erregerspektrum der Pneumonien ist breit gefächert. Zur Eingrenzung der möglichen Erreger dienen im Einzelfall Daten aus der Anamnese, körperlichen Untersuchung, Bildgebung und labortechnische Untersuchungen. Hierbei spielen Alter und Grunderkrankung des Patienten eine wichtige Rolle
(Tabelle 1 siehe unten).

Eine intensivere Diagnostik sollte bei älteren Patienten und bei Vorliegen von Grundkrankheiten erfolgen (Tabelle 2 siehe unten).

Bei ambulanter Pneumonie wurde für Deutschland aufgrund der CAPNETZ-Daten die herausragende Bedeutung von Streptococcus pneumoniae bestätigt. Deutlich seltener sind Infektionen durch Mycoplasma pneumoniae, Haemophilus influenzae, Enterobakterien, Legionellen, S. aureus oder respiratorischer Viren.

Gelegentlich können jedoch Erreger wie Staphylococcus aureus, Streptococcus pyogenes, Streptococcus pneumoniae, Neisseria meningitidis, Haemophilus influenzae auch in der physiologischen Atemwegsflora von Gesunden nachgewiesen werden.
Bei nosokomialer Pneumonie stehen Staphylococcus aureus, Enterobacteriaceae und Pseudomonas aeruginosa im Vordergrund. Das Erregerspektrum nosokomialer Pneumonien ist in Tabel le 3 aufgeführt.

Erste Hinweise auf die Ätiologie kann der Aspekt des Sputums geben:

AspektHäufigste Erreger
Mucopurulentes Sputumbakterielle Pneumonie, M. pneumoniae, Adenoviren
”Rostiges” SputumS. pneumoniae
Dunkelrotes SputumK. pneumoniae (Friedländer-Pneumonie)
"Faulig" riechendes SputumAnaerobier (nach Aspiration)
 
Untersuchungsmaterial:

Sputum:
Die mikrobielle Diagnostik setzt eine einwandfreie Qualität des gewonnenen Materials voraus. Dieses sollte nach Spülung der Mundhöhle beim nüchternen Patienten erfolgen. Es darf keine ”Spucke”, sondern ausschließlich aus dem tiefen Rachenraum abgehustetes Sekret gewonnen werden. Die Expektoration kann durch die Inhalation 15% iger NaCl-Lösung erleichtert werden (bei bis zu 40 % der Patienten kann dennoch keine adäquate Probe gewonnen werden, typisch vor allem bei Patienten mit Legionellen-Pneumonie). Das Material sollte innerhalb von 4 Stunden im Labor eintreffen.

Blutkultur:
Es sollten 2 Blutkulturflaschen (aerob und anaerob) mit 5-10 ml venösem Blut beimpft werden (Blutkulturflaschen nicht belüften). Das Blut sollte möglichst nicht aus Kathetern, Braunülen o.ä. entnommen werden, da es hierbei leicht zu Kontaminationen kommen kann und eine positive Blutkultur vorgetäuscht wird. Der Transport der Flaschen ins Labor sollte generell innerhalb von 24 Stunden erfolgen. Bei Kleinkindern sollten die speziellen Flaschen (Becton Dickinson Ped) verwendet werden.

Trachealsekret, Bronchialsekret, bronchoalveoläre Lavage (BAL):
Kulturen aus Trachealsekret von beatmeten Intensivpatienten haben nur eine Sensitivität und Spezifität von 68 bzw. 84 %. Bei beatmeten Patienten sollte daher eine BAL oder ein Bürstenabstrich bevorzugt werden.

Urin:
Zur Diagnostik von Legionella-Pneumonien steht ein Antigennachweis einschließlich Schnelltest zur Verfügung, der alle Serogruppen von Legionella pneumophila erfasst. Der Antigen-ELISA erfasst prinzipiell alle Serogruppen von Legionella pneumophila, während der Schnelltest nur Serogruppe 1 erfasst. Bei Verdacht auf andere Legionellen (z.B. nosokomiale Inkektion) stets den PCR-Nachweis anfordern.

Serum:
Infektionen durch M. pneumoniae und C. pneumoniae können sowohl serologisch als auch mittels Nukleinsäurediagnostik nachgewiesen werden. Bei atypischer Pneumonie sollte an Q-Fieber (Coxiella burnetii) und Ornithose (C. psittaci), sowie CMV und VZV bei Immunsuppression gedacht werden.
Basisdiagnostik:
Zur Basisdiagnostik gehört die mikrobiologische Untersuchung einer Sputumprobe, die vor Beginn einer antimikrobiellen Therapie gewonnen werden muss.
Weiterführende Diagnostik:
Tabelle 2 (siehe unten) gibt einen Überblick über die Diagnostik verschiedener Pneumonien.
Bei Risikopatienten und Verdacht auf seltene Erreger sollte frühzeitig invasive Diagnostik betrieben werden (BAL, Bürstenabstrich)
Die serologische und molekularbiologische Diagnostik (M. pneumoniae, Legionella spp., C. pneumoniae, C. psittaci, Coxiella burnetii u.a.) und der Antigennachweis im Urin(L. pneumophila) bleibt speziellen Verdachtsdiagnosen vorbehalten.

Bei V. a. pulmonale Tuberkulose können neben oben genannter Mikroskopie und Kultur die Mykobakterien des Mycobacterium tuberculosis-Komplex mittels Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR) aus respiratorischen Sekreten oder Pleurapunktat nachgewiesen werden.
Die PCR ist jedoch aufgrund ihrer Empfindlichkeit und möglicher falsch positiver Ergebnisse nur bei positivem Direktpräparat oder sehr dringendem Verdacht auf eine pulmonale Tbc sinnvoll.

Der Nachweis von Pneumocystis jiroveci aus bronchoskopisch gewonnenen Materialien ist aussagekräftiger als aus Sputum. Der Erreger wird mikroskopisch mittels Fluoreszenzmikroskopie nachgewiesen. Bei negativer Mikroskopie und hochgradig klinischem Verdacht kann ein DNA-Nachweis aus der BAL versucht werden (nur nach telefonischer Rücksprache).

Pleurapunktat:
Verschiedene Erreger können eine parapneumonische Pleuritis mit Pleuraerguss hervorrufen.
Die häufigsten mikrobiellen Erreger sind

      S. pneumoniae,
      Legionella spp.,
      M. pneumoniae,
      H. influenzae,
      Klebsiella spp.,
      Pneumocystis jiroveci.

Neben einem Gram-Präparat wird der Erregernachweis durch aerobe und anaerobe Kultivierung angestrebt.

Tabelle 1: Häufige Erreger tiefer Atemwegsinfektionen in verschiedenen Altersgruppen
 
NeugeboreneStreptococcus agalactiae
Kleinkinder (<5 Jahre)Viren: RSV, Influenza, Parainfluenza, Adenovirus
Bakterien: S. pneumoniae, H. influenzae, S. aureus
KinderS. pneumoniae, Staphylokokken, RSV, M. pneumoniae, C. pneumoniae
Junge ErwachseneMycoplasma spp., Chlamydia pneumoniae
Ältere ErwachseneS. pneumoniae, Legionella, Aspirationspneumonie


Tabelle 2: Diagnostik verschiedener Pneumonien
 
Klinische Manifestation / VerdachtErregerSpezifische Untersuchungsanforderung
v.a. junge Patienten mit ”atypischer” PneumonieMycoplasma pneumoniae,
Chlamydia pneumoniae
Nukleinsäurenachweis,
ggf. zus. Serologie
KleinkinderHaemophilus influenzaeBlutkultur
v.a. ältere Patienten (>60 Jahre)Legionella pneumophilaAntigennachweis aus Urin,
Antikörpernachweis aus Serum,
Kultur aus Sputum / BAL,
Nukleinsäurenachweis
Reisen, HotelaufenthalteLegionella pneumophilas.o.
Lobärpneumonie, Fieber > 39°CStrept. pneumoniaeBlutkultur
Tierkontakt

Chlamydia psittaci (Vögel),


Coxiella burnetii (Milchprodukte, Weidetiere),
(Hantavirus)

Antikörpernachweis aus Serum,
Nukleinsäurenachweis,


Antikörpernachweis aus Serum

Pneumonie mit positiven KälteagglutininenMycoplasma pneumoniae
(EBV)
Nuleinsäurenachweis,
Antikörpernachweis
Pneumonie bei Immunsuppression

zusätzlich zu o.g.
Erregern:

Pneumocystis jiroveci


Aspergillus spp.

 


Candida spp.,



Toxoplasma gondii,
Mykobakterien
(CMV, Adenov., Herpesv.



Mikroskopie, (PCR)
 

 

 

Kultur, Antigennachweis, Nukleinsäurenachweis
Mikroskopie,
 

Kultur
Antikörpernachweis, (PCR)

 

Mikroskopie, Kultur, (PCR)

Pneumonie mit Transaminasenerhöhung (Alkoholismus ?)

S. pneumoniae,


Haemophilus influenzae,


Klebsiella pneumoniae,


Mycobacterium tuberculosis,


Pilze

Blutkultur,


Blutkultur,

Blutkultur, (ggf. Sputum / BAL)


Mikroskopie, Kultur, ( PCR)


Mikroskopie, Kultur

COPDHaemophilus influenzae,
S. pneumoniae,
Moraxella catarrhalis
Blutkultur,
Blutkultur,
Blutkultur (ggf. Sputum / BAL),
Zystische FibroseS. aureus,
P. aeruginosa,
Blutkultur,
Kultur aus Sputum / BAL, Blut
Nosokomial erworbene Pneumoniegram-negative
Erreger
(V. a. Klebsiella
spp.,
Pseudomonas aeruginosa)

S. aureus

Legionella pneumophila

Blutkultur
(ggf. Sputum / BAL)





Blutkultur

Nukleinsäurenachweis,
Antikörpernachweis aus Serum,
Kultur aus Sputum / BAL
Diabetes mellitusS. pneumoniae



S. aureus
Blutkultur,
ggf. Antikörpernachweis
aus Serum

Blutkultur


Tabelle 3: Erregerspektrum und Häufigkeit nosokomialer Pneumonien

 

(nach Bauer T et al. Unterer Respirationstrakt: . In: Marre, R., Mertens, Th., Trautmann, M. & Zimmerli  W., E.: Klinische Infektiologie, 2007. Urban & Fischer Verlag)

Enterobakterien (Klebsiella spp. > Escherichia coli > Enterobacter spp.): 33%

Staphylococcus aureus inklusive MRSA: 24%

Pseudomonas aeruginosa: 17%
Inzidenz und Erregerspektrum:
Die Tuberkulose (Tbc) des Menschen wird in Deutschland am häufigsten durch Mycobacterium tuberculosis verursacht.
Selten kommen M. bovis (Reservoir in Rindern) und M. africanum (in Afrika) als Erreger vor.
Bei Immunsupprimierten kann der Tuberkulose-Impfstamm M. bovis BCG eine Impf-Tuberkulose („BCGitis“) hervorrufen.
Eine Infektion durch M. microti, einem Pathogen für Nager, stellt eine Rarität bei Immmunsupprimierten dar. Aufgrund ihrer engen genotypischen und phänotypischen Verwandtschaft werden M. tuberculosis, M. bovis, M. bovis BCG, M. africanum und M. microti zum Mycobacterium tuberculosis-Komplex zusammengefasst.

Untersuchungsmaterial:
Das für die Diagnostik einer Tuberkulose am besten geeignete Untersuchungsmaterial ist abhängig von der Lokalisation der Tbc. Es wird daher im Folgenden unterschieden zwischen pulmonaler und extrapulmonaler Tbc. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit bei V.a. eine latente Tuberkulose, diese mittels immunologischer Verfahren, einem Interferon-gamma-Release-Assay (Quantiferon-Test), nachzuweisen.

Pulmonale Tuberkulose:
Die Diagnostik sollte vorzugsweise aus drei am Morgen gewonnenen Sputumproben erfolgen. Ist keine spontane Sputumproduktion möglich, so kann versucht werden, ein induziertes Sputum nach Kochsalz-Inhalation zu gewinnen. Als weitere Möglichkeit kommt eine dreimalige Untersuchung von Magensaft in Frage.
Invasiv gewonnene pulmonale Untersuchungsmaterialien, wie Bronchialspülung, bronchoalveoläre Lavage oder transbronchiale Biopsie, sind ebenfalls zur Diagnostik geeignet, übertreffen in ihrer Sensitivität aber nicht wesentlich ein Morgen-Sputum.

Extrapulmonale Tuberkulose:
Im Falle einer Miliartuberkulose kann die Diagnostik aus Sputum, Magensaft, Urin, Liquor, Citrat-Blut (2 x 5 ml) oder Gewebebiopsien erfolgen. Es ist jedoch zu beachten, dass die Untersuchung von pulmonalen Materialien allein nur in ca. 30 % zur Diagnose führt.
Es sollten daher vorzugsweise mehrere verschiedene Untersuchungsmaterialien eingesandt werden.
Zur Diagnostik einer Tuberkulose des ZNS sollte frisch gewonnener Liquor (mind. 5 ml) eingesandt werden. Da eine tuberkulöse Meningitis, insbesondere bei Kindern, in bis zu 75 % mit einem aktiven pulmonalen Prozess assoziiert ist, sollten ggf. auch Sputum-Untersuchungen erfolgen.
Die Diagnose einer Urogenitaltuberkulose kann in 80 – 90 % durch mikroskopische und kulturelle Untersuchung von drei Morgenurinen(jeweils mind. 30 ml) gestellt werden. Zusätzlich kommt Biopsiematerial als Untersuchungsmaterial in Frage.


Latente Tuberkulose:
Vollblut (InTube-Plasma) mittels Vacutainer-System für den QuantiFERON®-Test. Es müssen je nach Test 3 oder 4 Röhrchen pro Patient eingehen. Die Röhrchen müssen genau bis zum schwarzen Strich (1ml) befüllt sein!

Bei Rückfragen zum geeignetsten Untersuchungsmaterial bei sonstigen Formen der Tuberkulose wenden Sie sich bitte direkt an das Tuberkuloselabor (Tel. 500-65318).

Basisdiagnostik:
Die Basisdiagnostik auf Tuberkulose besteht in der Untersuchung eines direkt bzw. nach Anreicherung hergestellten und nach Kinyoun oder Ziehl-Neelsen gefärbten Präparates.
Die Menge nachgewiesener säurefester Stäbchen (SFS) wird semiquantitativ angegeben:

(Kontrollbedürftig):1-9 säurefeste Stäbchen/Ausstrich,
(+): 10-99 säurefeste Stäbchen/100 Gesichtsfelder,
(++): 1-10 säurefeste Stäbchen/Gesichtsfeld 
(+++): >10 säurefeste Stäbchen/Gesichtsfeld.

Es ist zu beachten, dass mikroskopisch nicht zwischen M. tuberculosis und anderen, auch atypischen Mykobakterien unterschieden werden kann! Die sensitivste diagnostische Methode ist die Kulturanlage auf Spezialnährböden.
Während der mikroskopische Direktnachweis nur bei Vorhandensein von mind. 105 (bzw. bei angereicherten Proben mind. 103-104) Mykobakterien pro ml Sputum bzw. pro mg Biopsiematerial gelingt, kann ein positives Kulturergebnis bereits ab 102 Mykobakterien in gleicher Materialmenge erwartet werden.

In dem verwendeten Flüssigkultursystem Bactec MGIT kann ein Wachstum bereits nach 1 Woche erfolgen. Die parallele Bebrütung fester Spezial-Nährböden dauert meist länger, erlaubt aber eine optische Beurteilung der Kolonien. Ein positives Wachstum im Flüssigkultursystem allein erlaubt noch keine Artdiagnose der Mykobakterien, sie stellt jedoch die Basis für eine genaue Speziesdifferenzierung mittels weiterführender diagnostischer Methoden dar.

Weiterführende Diagnostik:
Zur Tuberkulose-Diagnostik stehen neben der Mikroskopie und Kultur auch molekularbiologische Methoden zur Verfügung. Mykobakterien des Mycobacterium tuberculosis-Komplex können mittels der Polymerase-Ketten-Reaktion (PCR)aus respiratorischen Sekreten (Sputum, Bronchialspülung, BAL etc.) oder invasiv gewonnen Materialien, wie Pleurapunktat etc., nachgewiesen werden. Die PCR ist jedoch aufgrund ihrer Empfindlichkeit und daher möglicher falsch positiver Ergebnisse nur bei positivem Direktpräparat oder sehr dringendem Verdacht auf eine pulmonale Tbc sinnvoll.
Die Tbc-PCR bleibt nach Behandlung einer Tbc bis zu ein Jahr positiv und ist daher nicht zur Therapiekontrolle geeignet! Da die Tbc-PCR nur für respiratorische Sekrete validiert ist, kann sie zur Diagnostik einer extrapulmonalen Tuberkulose nicht empfohlen werden. Sie wird jedoch bei sehr dringendem klinischen Verdacht z.B. auf eine Urogenital- oder ZNS-Tuberkulose auch aus dem Urin oder Liquor durchgeführt. Grundsätzlich gilt aufgrund der hohen Sensitivität der Tbc-PCR, dass bei Abnahme mehrere gleicher Untersuchungsmaterialien (z.B. dreimal Morgensputum) die PCR-Diagnostik nur aus einem Material zu erfolgen braucht.

Können in der Flüssigkultur Mykobakterien nachgewiesen werden, so werden diese mittels Sondenhybridsierung (Genotype) differenziert. Mit der Methode erfolgt der spezifische Nachweis von Mykobakterien des M.tuberculosis-Komplexes sowie eine mögliche Differenzierung des M. tuberculosis-Komplexes in M. tuberculosis, M. africanum, M. microti, M. bovis ssp., M. bovis ssp caprae und BCG.

Der QuantiFERON®-Test ist ein indirekter Test zum Nachweis einer M. tuberculosis-Infektion. Dieser ist eine Alternative zum Tuberkulin-Hauttest nach Mendel-Mantoux. Im Gegensatz dazu zeigt der QuantiFERON®-Test keine Kreuzreaktion mit dem Tuberkulose-Impfstamm (BCG). Die Ergebnisse des QuantiFERON®-Tests müssen in Kombination mit der epidemiologischen Historie des einzelnen Patienten, seinem derzeitigen Gesundheitszustand und sonstiger diagnostischer Untersuchungen betrachtet werden. Ein positives Testergebnis kann nicht zwischen einer akut behandlungsbedürftigen und einer latenten Tuberkulose unterscheiden. Eine weiterführende Diagnostik zum Ausschluss einer aktiven Tuberkulose (siehe oben) muss ggf. durchgeführt werden.

Sonstiges:
Für nachgewiesene M. tuberculosis-Komplex Isolate eine Resistenztestung durchgeführt. Diese dauert in der Regel ca. 2 Wochen.
Inzidenz und Erregerspektrum:
Harnwegsinfektionen stellen die häufigste nosokomiale Infektion dar. Sie werden unterschieden in
  • obere Harnwegsinfektionen,
  • Zystitis und
  • Urethritis.
Die folgenden Ausführungen beziehen sich nur auf die oberen Harnwegsinfektionen und die Zystitis. Die Urethritis wird in einer gesonderten Einsenderinformation behandelt.

Untersuchungsmaterial:
Das Untersuchungsmaterial sollte möglichst vor Beginn einer Antibiotika-Therapie oder mind. 3 Tage nach Ende einer Antibiotika-Therapie gewonnen werden.
Zum Erregernachweis ist Mittelstrahlurin das Material der ersten Wahl, da es ohne invasive Eingriffe gewonnen werden kann. Hierbei ist jedoch unbedingt auf eine genügende Verweildauer des Urins in der Blase (mind. 3 Stunden oder Morgenurin) und eine korrekte Abnahmetechnik, nach waschen des Genitale, zu achten, um Kontaminationen aus der Urethra und Vagina zu minimieren.

Bei Katheterurin kann bereits im Katheterbeutel eine Keimvermehrung stattfinden. Er sollte daher stets aus der dafür vorgesehenen Punktionsstelle am Katheter gewonnen werden.
Im Gegensatz zu Mittelstrahl- und Katheterurin stellen Blasenpunktionsurin und Harnleiterableitungen normalerweise sterile Materialien dar, in denen jeder Keimnachweis pathologisch ist. Sie sind daher zur Erregerdiagnostik gut geeignet. Zum Nachweis von Mycobacterium tuberculosis sind 30 ml morgendlicher Ersturin, zum Nachweis von Schistosoma haematobium ca. 400 ml (Sammelzeit 3-4 Stunden) früher Nachmittagsurin (zu dieser Zeit höchste Ei-Ausscheidung) erforderlich.

Basisdiagnostik:
Nativurin in ein Borsäureröhrchen überführen. Sofern Nativurin im Vanek-Becher eingeschickt wird, ist ein schneller Probentransport notwendig, um das Wachstum von Kontaminanten im Urin zu verhindern. Er darf bis zum Eintreffen im Labor max. 30 Min. bei Raumtemperatur aufbewahrt werden, ansonsten ist eine Kühlung bei 2-8 °C erforderlich.
 
Weiterführende Diagnostik:
Bei Diskrepanz der klinischen und bakteriologischen Befunde ist die erneute Einsendung einer Urinprobe sinnvoll. Infektionserreger, die im Rahmen der Basisdiagnostik nicht erfasst werden und für die Spezialanforderungen erforderlich sind, umfassen
  • M. tuberculosis,
  • Schistosoma haematobium,
  • strikte Anaerobier und
  • Viren.
In der Kontrolluntersuchung sollten diese Erreger bei entsprechender Klinik und/oder Anamnese berücksichtigt werden. Ferner ist an die mögliche Diagnose einer Urethritis zu denken und ggf. eine diesbezügliche Erregerdiagnostik durchzuführen. Ebenso sind Kontrolluntersuchungen mit Erstellung eines Antibiogramms bei persistierenden Harnwegsinfektionen sinnvoll. Bei Nachweis gleicher Keimisolate wird in solchen Fällen ggf. auf eine wiederholte Erstellung eines Antibiogramms verzichtet.
Befundinterpretation:
Zur Befundinterpretation ist immer eine quantitative Auswertung zur Abgrenzung einer nicht-signifikanten Kontamination erforderlich.

      Keimzahlen von <= 103 KBE/ml gelten als nicht signifikant,
      bei 104 KBE/ml beginnt eine relevante Konzentration und
      erst bei >=105 KBE/ml liegt eine signifikante Bakteriurie vor.

Unter Antibiotikatherapie und bei erhöhter Diurese sind die Keimzahlen niedrig, auch wenn ein Infekt vorliegt. Auf eine Kontamination weist auch der Nachweis einer Mischflora (>= 3 verschiedene Keime) hin, da Harnwegsinfektionen zu etwa 95 % Monoinfektionen sind. In primär sterilen Urinen, wie z. B. Blasenpunktionsurin und PCN-Urin (perkutane Nephrostomie) gilt jeder Keimnachweis als relevant.
Weitere diagnostische Maßnahmen:
Für die Beurteilung eines bakteriologischen Urinbefundes kann auch die Kenntnis einer Leukozyturie nützlich sein. Bei einer Harnwegsinfektion besteht in der Regel eine Leukozyturie. Fehlt die Leukozyturie bei signifikanter Bakteriurie, weist dies auf Entnahmefehler hin. Bei Leukozyturie ohne signifikante Bakteriurie ist an eine Urethritis oder an untypische Erreger, wie z.B. Mycobacterium tuberculosis, zu denken.
Diagnostisches Vorgehen

Klinischer Verdacht auf Harnwegsinfektionen

Abnahme eines Mittelstrahlurins (im Borsäure-Röhrchen)

Beginn einer empirischen und antibiotischen Therapie

nach Befundmitteilung ggf. Umstellung der Therapie
 

Bei negativem Erregernachweis und fehlender klinischer Besserung

  • ggf. Wiederholung der Urinkultur
 
  • an Erreger denken, die bei der Standardkultur nicht erfasst werden (z.B. Mykobakterien gezielte Anforderung, Morgenurin ohne Stabilisator)
 
  • ggf. Urethritis-Diagnostik
 

Bei gutem Therapieansprechen:

 
  • Kontrolluntersuchung nicht erforderlich
 

Bei initialem Therapieansprechen und Rezidiv:

 
  • Erneute Untersuchung und Erstellung eines Antibiogramms
 
 
Inzidenz und Erregerspektrum:
Die Lues oder Syphilis wird durch den Spirochaeten Treponema pallidum ssp. hervorgerufen. Die Syphilis wird nahezu ausschließlich durch sexuelle Kontakte übertragen. Der Kliniker teilt die Syphilis in verschiedene Stadien ein.

Primärstadium:T. pallidum durchdringt die Haut und Schleimhäute in der Regel durch Mikroverletzungen. Die Inkubationszeit ist abhängig von der Inokulumdichte der übertragenen Erreger. An der Infektionsstelle bildet sich meist nach 5-90 Tagen eine Läsion. Typisch ist eine einzelne, schmerzlose, indurierte Ulzeration mit sauberem Untergrund (Ulcus durum, harter Schanker, Primäraffekt). Etwa eine Woche nach Auftreten des Ulcus durum vergrößern sich die regionalen Lymphknoten. Der Komplex aus Ulcus durum und Lymphknotenschwellung heißt Primärkomplex. Das Ulcus durum heilt 3-6 Wochen nach Auftreten unter Narbenbildung ab, während die Schwellung des lokalen Lymphknotens monatelang bestehen bleiben kann.

Sekundärstadium: Die sekundäre Syphilis entwickelt sich aufgrund einer hämatogenen Ausbreitung der Erreger und tritt 3-6 Wochen nach dem Primäraffekt auf. Dieses Stadium ist charakterisiert durch variable Erscheinungen an Haut und Schleimhäuten. Charakteristisch sind makulo-papulöse Exantheme (auch palmar und plantar!), Plaques muqueuses der Zunge und Condylomata lata genital und perianal. Die Lymphknoten sind generalisiert geschwollen, es kann ein leichtes Fieber bestehen, ebenso Entzündungen im Halsraum und Arthralgien. Miterkrankungen innerer Organe sind möglich. Das Sekundärstadium der Syphilis dauert Wochen bis Monate. Wenn die Krankheit unbehandelt bleibt, kann es zum Rezidiv kommen.

Latenz: Als Latenz werden diejenigen Perioden nach Abheilen des Primäraffekts bezeichnet, in denen keine klinischen Symptome vorliegen. Der Erreger ist auch während der Latenz im Körper vorhanden. Die Latenz kann weniger als ein Jahr andauern oder auch lebenslang bestehen. Sie unterteilt sich in die Frühlatenz, d. h. die erscheinungsfreie Zeit in den ersten vier Jahren nach Krankheitsbeginn, und die Spätlatenz, d.h. die erscheinungsfreie Zeit danach.

Tertiärstadium: Bis zu 35 % aller unbehandelten Syphilisfälle treten in das Tertiärstadium ein. Nach einer Latenzzeit von 1-20 Jahren und länger können die unterschiedlichen Manifestationsformen der tertiären Syphilis auftreten. Die Symptomatik ist außerordentlich vielfältig. An der Haut und den Schleimhäuten können tuberöse Veränderungen (Lues tuberosa) und die heute sehr seltene Lues gummatosa auftreten. Die Gumma-Bildung kann alle Schichten zwischen Haut und Knochen, aber auch das Herz, das Gehirn oder parenchymatöse Organe betreffen. Weitere Organmanifestationen der tertiären Syphilis sind die Opticus-Atrophie, die Innenohrschwerhörigkeit (meist bei konnataler Syphilis) und das syphilitische Aneurysma der Aorta. Im ZNS ist eine Vielfalt von neurologischen Symptomenkomplexen möglich. Die klassischen Formen der Neurosyphilis, progressive Paralyse und Tabes dorsalis, die auch als quartäre Syphilis bezeichnet werden, sind heute relativ selten.
Syphilis und Schwangerschaft: Eine unbehandelte Syphilis kann den Schwangerschaftsverlauf entscheidend beeinflussen. Spontanabort, Totgeburt, Frühgeburt oder perinataler Tod sind möglich. Frühgeburt und niedriges Geburtsgewicht finden sich bei 10-40 % der Kinder unbehandelter Mütter. Die vertikale Transmissionsrate unbehandelter Schwangerer beträgt bei Primärsyphilis 70-100 %, in der Frühlatenz 40 % und in der Spätlatenz 10 %. Grundsätzlich gilt, dass je länger das Zeitintervall zwischen Infektion und Schwangerschaft ist, desto geringer ist das Risiko für das Kind. Die Infektion des Fetus kann bereits im I. Trimenon erfolgen. Die Erkrankung des Kindes resultiert jedoch wahrscheinlich nicht direkt aus dem Treponemenbefall, sondern ist Folge von Entzündungsreaktionen, die erst nach hinreichender Reifung des Immunsystems auftreten können. Eine Gefährdung des Fetus durch die Syphilis ist somit erst ab dem 4.-5. Schwangerschaftsmonat zu erwarten.

Syphilis connata: Das infizierte Neugeborene kann asymptomatisch sein oder es zeigt sehr unterschiedliche Symptome von diskreten Erscheinungen hin bis zu einem Multiorganbefall. Die postnatalen klinischen Symptome werden in ein Frühstadium (Auftreten der Symptome innerhalb der ersten 2 Lebensjahre) und ein Spätstadium (Auftreten der Symptome nach dem zweiten Lebensjahr) gegliedert. Symptome der Frühphase sind eine persistierende Rhinitis, Hepato- und Splenomegalie, Glomerulonephritis, generalisierte Lymphadenopathie, Hautveränderungen und auffällige Befunde im Liquor. Knochenläsionen treten meist innerhalb von 8 Monaten nach der Geburt bei früher kongenitaler Syphilis auf. Typisches Merkmal des Spätstadiums ist die Hutchinson-Trias, bestehend aus Tonnen-Zähnen, Keratitis parenchymatosa und Innenohrschwerhörigkeit. Weiter können sich zahlreiche Veränderungen am Skelett finden als Folge chronischer Entzündungsprozesse. Auch eine meist asymptomatische Neurosyphilis ist bei bis zu einem Drittel der Patienten, die älter als 2 Jahre sind, nachweisbar.

Zur Vermeidung von Schwangerschaftskomplikationen und der Lues connata ist die Durchführung eines T. pallidum-Antikörpersuchtests bei allen Schwangeren innerhalb des 1. Trimenon in den Mutterschaftsrichtlinien vorgeschrieben.
Untersuchungsmaterial:
  • Serum
 
  • Liquor (bei Verdacht auf Neurosyphilis)
 
Basisdiagnostik:
Die Syphilisdiagnostik beruht auf einer serologischen Stufendiagnostik (siehe hierzu auch Ausführungen unter "Sonstiges"). Als Suchtest kommt der TPPA-Test zum Einsatz.
Weiterführende Diagnostik:
Weiterführende serologische Teste werden vom Labor entsprechend der Befundkonstellation und der klinischen Angaben eigenständig durchgeführt.
 
Sonstiges:
Hinweise zu den serologischen Untersuchungsverfahren:
Im Rahmen der Erstdiagnostik einer Lues werden bei positivem TPPA-Test der FTA-Abs-Test, IgM-recomeLine-Blot und VDRL-Test durchgeführt. Bei Folgeuntersuchungen werden routinemäßig nur der TPPA-Test und der VDRL-Test (beide quantitativ) durchgeführt.


Genauere Ausführungen zu den Tests:

TPPA:

Dabei handelt es sich um einen Partikelagglutinations-Test. Der TPPA wird als Screeningtest verwendet und dient bei positivem Reaktionsausfall der Quantifizierung spezifischer Antikörper.

FTA-Abs-Test:
Der Fluoreszenz-Treponema pallidum-Antikörperabsorptions-Test ist ein indirekter Immunfluoreszenztest zum Nachweis T. pallidum spezifischer Antikörper. Der FTA-ABS-Test ist ein Bestätigungstest. Es handelt sich dabei um einen Test zum Nachweis spezifischer IgG-Antikörper.

VDRL-Test:
Dient zum Nachweis von Lipoidantikörpern. Die Bestimmung erfolgt mit dem von der WHO empfohlenen Venereal Disease Research Laboratory Test. Dient als Aktivitätsparameter des Krankheitsprozesses.

recomLine IgM-Blot:
Der rcomLine Treponema IgM-Immunoblot weistT spezifische IgM-Antikörper nach. Er dient genauso wie der VDRL-Test als Aktivitätsparameter.

Besonderheiten zur Diagnostik der Neurosyphilis:
Die Neurosyphilis ist Folge einer systemischen Infektion mit T. pallidum. Da der Erreger auf dem Blutwege die Organe erreicht und es sich somit niemals um eine isolierte Infektion des ZNS handelt, genügt auch bei klinischem Verdacht auf eine Neurosyphilis zunächst die Serumuntersuchung. Bei positiver Basisdiagnostik ist dann die parallele Untersuchung von am gleichen Tag entnommenen Proben von Serum und Liquor erforderlich. Serologisches Hauptkriterium für eine mögliche ZNS-Beteiligung ist der Nachweis bzw. der Ausschluss einer T. pallidum spezifischer Antikörpersynthese im ZNS mit dem TPPA-Test. Hierfür bewährt hat sich die einfach durchführbare Berechnung des sogenannten ITPA-Index nach der Formel:
 

TPPA-Titer im Liquor : IgG im Liquor
——————————————————
TPPA-Titer im Serum : IgG im Serum


Ein ITPA-Indexwert > 2,0 begründet den Verdacht auf einen Treponemenbefall des ZNS, ein ITPA-Indexwert ≥ 3,0 beweist mit hoher Spezifität und Sensitivität die spezifische lokale Antikörpersynthese im ZNS.
Der Nachweis einer lokalen spezifischen Antikörpersynthese im ZNS ist nicht gleichzusetzen mit einer aktiven behandlungsbedürftigen Infektion, da das Phänomen der T. pallidum-spezifischen Antikörpersynthese auch nach Therapie über Jahre persistieren kann. Zielsetzung dieser Untersuchung ist die differentialdiagnostische Abgrenzung von anderen neurologischen Krankheitsbildern.

Serologische Verlaufkontrollen nach Therapie:

Grundsätzlich sollte unmittelbar nach Abschluss der Antibiotikatherapie eine Kontrolluntersuchung des Serums als Ausgangswert für nachfolgende weitere Verlaufsuntersuchungen erfolgen, da insbesondere signifikante Titeranstiege oder auch z.B. eine Serokonversion der Lipoidantikörper unter Therapie möglich sind. Unterbleibt diese Ausgangsbestimmung, kann die Bewertung späterer Verlaufsuntersuchungen erschwert werden.

Bewährt hat sich eine Kontrolle der Syphilisserologie im 1. Jahr in dreimonatigen Abständen und im 2. Jahr in sechsmonatigen Zeitintervallen. Nachfolgende weitere Kontrollen müssen von der klinischen Beurteilung und dem individuellen Verlauf der jeweiligen Antikörperkinetik abhängig gemacht werden.

Für die Verlaufsbeurteilung nach Therapie der Spätform der Syphilis ist in der Regel nicht mit einer kurzfristigen signifikanten Änderung der Antikörpertiter zu rechnen. Hier sollten die Kontrollen in sechsmonatigen Intervallen erfolgen.

Für die Verlaufskontrollen nach Therapie einer Syphilis während der Schwangerschaft wird die monatliche Kontrolle des VDRL-Tests empfohlen. Steigt der Titer über 4 Stufen an, ist eine erneute Therapie angeraten. Parallel sollte auch der TPPA-Titer bestimmt werden, da es bei Reaktivierung bzw. Reinfektion auch zu einem signifikanten Titeranstieg im TPPA-Test kommt.

Nach der Therapie einer Syphilis connata soll die Verlaufskontrolle mit dem TPPA-Test und dem VDRL-Test im ersten Jahr nach 3, 6 und 12 Monaten, danach jährlich über insgesamt 5 Jahre erfolgen. Die Ausheilung der Syphilis kann 1-2 Jahre nach Therapieende meist durch ein negatives IgM bestätigt werden.

Inzidenz und Erregerspektrum:
Leitkeim bei der akuten und chronischen Prostatitis ist Escherichia coli, gefolgt von anderen Spezies aus der Familie der Enterobakterien. Die Rolle von Chlamydia trachomatis und Ureaplasma urealyticum bei der chronischen bakteriellen Prostatitis ist umstritten.
Zu den ungewöhnlichen oder besonders anspruchsvollen Erreger einer Prostatitis gehören:
  • Haemophilus influenzae,
  • Neisseria gonorrhoeae,
  • Mycobacterium tuberculosis,
  • obligate Anaerobier,
  • Hefen.
 
Untersuchungsmaterial:
Der Infektionserregernachweis bei der Prostatitis erfolgt aus Prostatasekret und/oder einer Urinprobe. Bei der routinemäßigen Untersuchung werden schnell wachsende, anspruchslose Infektionserreger erfasst. Nur im Einzelfall muss das Nachweisspektrum auf gezielte Untersuchungen und Untersuchungsanforderungen (siehe oben) erweitert werden.
Zur besseren Lokalisation der Infektion ist zu empfehlen, die Erregerkeimzahl in verschiedenen Urinproben zu bestimmen.

Bewährt hat sich die sog. 4- bzw. 2-Gläserprobe (nur 2. und 4.):
  1. Erststrahlurin
  2. Mittelstrahlurin
  3. Prostataexprimat (-sekret)
  4. Urin nach Prostatamassage
Alle Urinproben werden als Nativurin eingeschickt und die Keimzahl wird quantitativ bestimmt. Desgleichen erfolgt eine quantitative Keimzahlbestimmung aus dem Prostatasekret.
Basisdiagnostik:
Erreger und Resistenz. Erfasst die schnell wachsenden, anspruchslosen Infektionserreger.
Weiterführende Diagnostik:
Zum Nachweis von Haemophilus influenzae und/oder obligaten Anaerobiern ist eine gezielte Anforderung erforderlich. Zum kulturellen Nachweis von Neisseria gonorrhoeae gezielte Anforderung und unverzüglicher Transport ins Labor, zum Nukleinsäurenachweis Urinprobe einsenden. Bei Verdacht auf C. trachomatis Urinprobe (Erststrahlurin) für C. trachomatis-Nukleinsäurenachweis einsenden.
Mycobacterium tuberculosis: gezielte Anforderung auf Kultur und Mikroskopie; Bedeutung der Nukleinsäureamplifikation zur Detektion von M. tuberculosis aus dem Prostatasekret unklar.
Ureaplasma urealyticum wird kulturell aus dem Prostatasekret nachgewiesen, Verwendung spezieller Transportmedien und spezifische Anforderung erforderlich.
Bewertung:
Eine um einen Faktor von mindestens 10 höhere Keimzahl in der Urinprobe nach der Prostata-Massage spricht dafür, dass der Infektionserreger in der Prostata lokalisiert ist.
Inzidenz und Erregerspektrum:
Das Erregerspektrum erfasst:
  • Chlamydia trachomatis,
 
  • Ureaplasma urealyticum,
 
  • Mycoplasmen,
 
  • Trichomonas vaginalis,
 
  • Neisseria gonorrhoeae.
Chlamydia trachomatis ist mit ca. 50 % der häufigste Urethritiserreger, gefolgt vermutlich von Mykoplasmen und Trichomonaden.
Untersuchungsmaterial:
Zum Nachweis von Chlamydia trachomatis mittels Nukleinsäureamplifikation ist die erste Portion einer Harnprobe zu verwenden. Sensitivität und Spezifität dieser Untersuchung liegen bei über 95 %.

Der Nachweis von Ureaplasmen / Mykoplasmen erfolgt aus dem Nativurin quantitativ (Untersuchungsanforderung bitte angeben).
Alternativ zur Urinprobe kann ein Urethralabstrich für den kulturellen Nachweis von Mykoplasmen/Ureaplasmen verwendet werden.
Zusätzlich kann ein molekularbiologischer Nachweis (PCR) von Ureaplasma urealyticum erfolgen.
Trichomonas vaginalis wird mittels Antigen-Nachweis aus dem Urethralabstrich mit ausreichender Sicherheit erfasst (gezielte Untersuchungsanforderung).
Der Nachweis von Gonokokken erfolgt aus einem Urethralabstrich unverzüglicher Transport der Probe ins Labor.
Zusätzlich molekulare Diagnostik (PCR) aus Urethralabstrich und Urin möglich
Basisdiagnostik:
Untersuchung einer Urinprobe (erste Probe) auf C. trachomatis mittels Nukleinsäureamplifikation.
Urethralabstrich auf Mykoplasmen / Ureaplasmen (Transportmedium verwenden) und auf N. gonorrhoeae. Zusätzlich Nukleinsäurenachweis von N. gnonorrhoeae
Weiterführende Diagnostik:
Trichomonas vaginalis  AG-Nachweis (Schnelltest) aus Urethralabstrich
Sonstiges:
Der kulturelle Chlamydiennachweis ist sehr aufwendig und daher routinemäßig nicht verfügbar.
Es gibt kein zuverlässiges serologisches Verfahren zum Nachweis uropathogener Mycoplasmen.
Der Antikörpernachweis zur Diagnose einer Urethritis durch Chlamydien und Gonokokken ist unzuverlässig.
Inzidenz und Erregerspektrum:
Bei der Bakteriellen Vaginose ist die normale Standortflora der Vagina, insbesondere die Gruppe der Laktobazillen ("Döderlei-Bakterien"), unterdrückt. Aufgrund der daraus resultierenden Alkalisierung des pH-Wertes wird das Wachstum von Gardnerella vaginalis und anaeroben Bakterien gefördert. Häufig kommt es damit zum Auftreten von Krankheitsbeschwerden.
Die Diagnose der Bakteriellen Vaginose erfolgt in der Praxis anhand folgender vier Kriterien (Methode nach Amsel), von denen mindestens drei positiv sein müssen:
  • typischer grau-weißer, homogener Ausfluss
  • vaginaler pH-Wert > 4,5
  • positiver Amintest: Geruchsverstärkung (typischer Fischgeruch) bei Zugabe von 10 %iger KOH-Lösung zum Fluor
  • mikroskopischer Nachweis von Schlüsselzellen (clue cells, vaginale Plattenepithelzellen, die mit vielen Bakterien besetzt sind)
Mikrobiologisch wird die Diagnose der Bakteriellen Vaginose durch die Bestimmung des Bakterielle Vaginose-Indexes im Grampräparat, bei dem die durchschnittliche Anzahl von Laktobazillen, von G. vaginalis, und von Anaerobiern (vor allem Bacteroides spp., Mobiluncus spp.) pro Gesichtsfeld bestimmt wird, gestellt.
Ein alleiniger Nachweis von Gardnerella vaginalis im Vaginalabstrich ist nicht hinweisend auf eine Bakterielle Vaginose, da Gardnerella auch bei gesunden Frauen in der Vaginalflora anzutreffen ist!
Untersuchungsmaterial:
Vaginalabstrich
Basisdiagnostik:
Beurteilung eines nach Gram gefärbten Präparates mit semiquantitativer Erfassung von Laktobazillen, Gardnerellen und obligaten Anaerobiern.
Somit kann eine Aussage über das Gleichgewicht der Erreger im Vaginalsekret getroffen werden.
Weiterführende Diagnostik:
Ein kultureller Erregernachweis mit anschließender Resistenztestung ist für Fragestellung "Bakterielle Vaginose" nicht sinnvoll.
Sonstiges:
Die Probe sollte sofort nach Entnahme vom untersuchenden Arzt auf einen sterilen Objektträger aufgebracht und luftgetrocknet werden. Für den Versand wird der betupfte Objektträger nach Trocknung der Probe in einem dafür vorgesehenen, bruchsicheren Plastikbehälter verschickt.
Die Plastikbehälter werden dem Einsender von der Abteilung Medizinische Mikrobiologie und Hygiene zur Verfügung gestellt (bitte anfordern unter Tel. 65380).
Inzidenz und Erregerspektrum:
Der Erreger der Lyme-Erkrankung Borrelia burgdorferi wird durch Zecken übertragen. Während der Blutmahlzeit der Zecken wandern die Erreger aus deren Mitteldarm in die Speicheldrüsen ein und gelangen mit dem Speichel in die Haut der Wirte. In der Haut kommt es zunächst zu einer lokalen Ausbreitung des Erregers, später disseminieren die Spirochäten über die Blut- und Lymphwege und besiedeln verschiedene Organe.
Der klinische Verlauf kann in drei Stadien eingeteilt werden.
Stadium I:
Tage bis Wochen nach Infektion bildet sich an der Eintrittsstelle ein Erythema migrans aus. Die Hauterscheinung kann über Wochen persistieren (Erythema chronicum migrans). Eine weitere Manifestation stellt neben multiplen Erythemen die Lymphadenitis benigna cutis dar. Das erste Stadium kann folgenlos abheilen, primär symptomlos bleiben oder auch unter dem Bild eines grippalen Infektes verlaufen.
Stadium II:
Es sind vor allem die Haut, das Nervensystem, das Herz sowie der Bewegungsapparat betroffen. In Europa stellt die lymphozytäre Meningopolyneuritis Garin-Bujadoux-Bannwarth (Neuroborreliose) die häufigste klinische Manifestation der disseminierten Infektion dar. Kinder zeigen in der Regel eine Facialisparese sowie Meningitiszeichen und selten eine radikuläre Symptomatik. Eine Herzbeteiligung führt zu Rhythmusstörungen. Müdigkeit und ein deutliches Krankheitsgefühl sind meist vorhanden. Ebenso können Fieber und generalisierte Lymphknotenschwellungen auftreten.
Stadium III:
Das chronische Krankheitsbild tritt Monate bis Jahre nach Infektion in Erscheinung. Dieses ist v.a. durch die Acrodermatitis chronica athrophicans und durch rheumatologische Beschwerden in Form von Gelenkentzündungen mit Ergussbildung gekennzeichnet. Die chronische Neuroborreliose zeichnet sich durch eine chronische Meningitis oder Enzephalomyelitis mit lymphozytärer Pleozytose im Liquor von mehr als sechs Monaten Dauer aus. Etwa die Hälfte der unbehandelten Patienten mit Erythema migrans entwickeln im weiteren Krankheitsverlauf Gelenkentzündungen (Lyme-Arthritis). Myositiden, Bursitiden und Tenosynovitiden ergänzen das rheumatologische Beschwerdebild der persisitierenden Infektion.
Untersuchungsmaterial:
Serum (mind. 500 µl)
Liquor (mind. 1 ml)
Basisdiagnostik:
Die mikrobiologische Diagnostik der Borreliose erfolgt durch die Serologie (Antikörpernachweis).
Dazu wird eine Stufendiagnostik empfohlen, die im ersten Schritt einen Suchtest (ELISA) und in einem zweiten Schritt einen Bestätigungstest (Immunoblot) vorsieht.
Weiterführende Diagnostik:
Zur Diagnose einer Neuroborreliose ist der Nachweis intrathekal synthetisierter Antikörper erforderlich. Daher erfolgt die Bestimmung des Liquor/Serum-Index durch Messung der spezifischen Antikörper in Blut und Liquor. Die Gesamt-IgG-Konzentration von Serum und Liquor sowie die Konzentration des Serumalbumins und Liquoralbumins werden in der Abteilung Klinische Chemie bestimmt, was vom Einsender veranlasst werden muss (ggf. telefonische Rücksprache + Info)!
Sonstiges:
Klinische Kriterien (Anamnese, Symptomatik, Befund) sind entscheidend für die Diagnosestellung und für die diagnostische Bewertung der mikrobiologischen Laborbefunde.
Verlaufsuntersuchungen sind dann sinnvoll, wenn die Erstuntersuchung ein grenzwertiges Ergebnis erbrachte oder die Erstuntersuchung negativ befundet wurde und der klinische Verdacht einer frühen Borreliose besteht.
Inzidenz und Erregerspektrum:
Die Inzidenz der bakteriellen Meningitis liegt in Deutschland bei ca. 1 Erkrankung pro 100 000 Einwohner. Als häufigste Erreger kommen
  • Streptococcus pneumoniae,
 
  • Neisseria meningitidis,
 
  • Streptococcus agalactiae,
 
  • Haemophilus influenzae und
 
  • Listeria monocytogenes

vor.

Die Häufigkeit der einzelnen Erreger unterscheidet sich jedoch in den unterschiedlichen Altersgruppen erheblich:
Während bei Säuglingen < 1 Monat S. agalactiae den häufigsten Erreger darstellt, sind bei Säuglingen und Kleinkindern bis 2 Jahre S. pneumoniae und N. meningitidis die vorherrschenden Erreger.
Im Kindes- und Jugendalter dominiert N. meningitidis, während mit zunehmendem Lebensalter S. pneumoniae zum häufigsten Erreger wird.
Insbesondere bei Säuglingen und bei Erwachsenen > 60 Jahre sollte auch an eine durch L. monocytogenes verursachte Meningitis gedacht werden.

Die Inzidenz der invasiven Meningokokken-Erkrankungen liegt bei 0,55/100.00 Einwohner.

H. influenzae ist nach Aufnahme der aktiven Impfung in den Impfplan für Kinder als Meningitis-Erreger selten geworden.

Zu den selteneren Erregern einer bakteriellen Meningitis gehören Enterokokken, Enterobakterien und Pseudomonas aeruginosa (insbes. bei Immungeschwächten), E. coli-K1 (im Säuglingsalter), Koagulase-negative Staphylokokken, Staph. aureus, Streptokokken und Anaerobier (nach neurochirurgischen Eingriffen) und Brucellen (insbes. in Mittelmeerländern).

Untersuchungsmaterial:
Primär sollte der Nachweis des Erregers aus dem Liquor angestrebt werden.
Dieser sollte vor einer Antibiotika-Gabe gewonnen werden, da eine Antibiotika-Therapie die Anzahl der Bakterien im Liquor um das 102- bis 106-fache reduziert.

Für den mikroskopischen bzw. kulturellen Nachweis der oben genannten Erreger sind 1-2ml Liquor i.d.R. ausreichend, die Nachweiswahrscheinlichkeit der Erreger steigt jedoch mit zunehmender Liquormenge. Falls eine tuberkulöse Meningitis ausgeschlossen werden soll, sind zusätzlich mindestens 2ml Liquor erforderlich.
Die Erregerkonzentration im Liquor kann bei einer Meningits unter Umständen nur 10 CFU/ml betragen.

Der Liquor sollte möglichst schnell zur Verarbeitung in das mikrobiologische Labor gelangen. Ist dies aufgrund einer Abnahme außerhalb der Dienstzeiten nicht möglich, so sollte er bei Raumtemperatur (max. 24 h) bis zum Transport gelagert werden.

Inwieweit eine längere Lagerung des Liquors die kulturelle Anzucht empfindlicher Erreger beeinträchtig, liegen keine Daten vor. Um die Nachweiswahrscheinlichkeit noch zu erhöhen, können jedoch bei längerer Lagerung des Liquors zusätzlich Blutkulturflaschen mit 1-5 ml Liquor beimpft werden. Nach Beimpfung sollten sie bis zum Transport ins Labor bei Raumtemperatur gelagert werden.

Zusätzlich zur Liquordiagnostik ist die Einsendung von Blutkulturen empfehlenswert, da die meningeale Invasion der Bakterien in der Regel aus dem Blut erfolgt.
Blutkulturen stellen bei Hirndruckzeichen die einzige Möglichkeit dar, die Erreger zu identifizieren und anzuzüchten.
Basisdiagnostik:
Im Rahmen der Basisdiagnostik genügen die Anforderungen „Erregerspektrum und Resistenz“ und „Direktpräparat Gram“ auf dem Anforderungsschein.

Einige Tropfen des Liquors werden mittels Cytozentrifugation angereichert und nach Gram und mit Methylenblau gefärbt. Die Anzahl und Art der Zellen (Neutrophile Granulocyten, mononukleäre Zellen, Erythrocyten) und Bakterien werden semiquantitativ bestimmt.

Die Gram-Färbung erlaubt eine Identifikation der Bakterien in 60-90 % der Meningitiden. Die Sensitivität hängt jedoch direkt von der Konzentration der Bakterien im Liquor ab: Sie liegt bei Konzentrationen von
  • <103 CFU/ml bei 25 %,
 
  • bei 103–104CFU/ml bei 60 % und bei
 
  • > 105 CFU/ml Liquor sogar bei 97 %.
Die Beurteilung osmotisch empfindlicher Zellen, wie Neutrophilen Granulocyten, wird aufgrund der hypotonen Zusammensetzung des Liquors durch eine längere Lagerung beeinträchtig und kann daher gegenüber Ergebnissen, die direkt nach Abnahme des Liquors ermittelt wurden, stark differieren.
Die Zahl der Neutrophilen kann sich bereits bei einer Lagerung von 2 Stunden um 50 % reduzieren. Es sollte daher möglichst bald nach Liquorabnahme eine Zellzählung erfolgen.

Der Rest des Liquors wird für die Beimpfung von speziellen Nährböden und Flüssigmedien zur Anzucht und Identifizierung der Erreger genutzt. Eine Resistenztestung erfolgt bei allen aus dem Liquor isolierten Bakterien und liegt in der Regel spätestens nach 48 Stunden vor.
Weiterführende Diagnostik:
Bei Vorliegen eines positiven Gram-Präparates können zur schnellen Differenzierung der Erreger Latexagglutinationstests aus dem Liquor durchgeführt werden. Diese weisen bei einer Spezifität von 81-100 % Sensitivitäten von 86-92 % für H. influenzae, 69-100 % für S. pneumoniae, 90-92 % für S. agalactiae und 50-59 % für N. meninigitidis auf. Die Latexagglutinationstest ersetzen jedoch nicht die kulturelle Anzucht und Resistenztestung der Erreger. Bei mikroskopischem Verdacht auf Meningokokken umgehend medikamentöse Umgebungsprophylaxe (bei engen Kontaktpersonen z.B. Haushalt und Personal) prüfen. Beim kulturellen Nachweis von Meningokokken erfolgt eine Serotypisierung zur Identifizierung eines impfpräventablen Stammes (Umgebungsprophylaxe).

Bestehen Hinweise auf das Vorliegen einer durch Anaerobier verursachten Meningitis (insbesondere bei Meningitiden nach neurochirurgischen Eingriffen), sollte ein Teil des Liquors zusätzlich in einer Spritze ohne Lufteinschluss oder in Amies-Transportmedium transportiert und entsprechende Informationen auf dem Anforderungsschein vermerkt werden.
Der Verdacht auf eine durch Brucellen verursachte Meninigitis sollte ebenfalls auf dem Anforderungsschein vermerkt werden, da bei diesem Erreger eine längere Bebrütung des Materials notwendig ist. Die Brucellose ist auch die einzige Form einer bakteriellen Meninigitis, bei der eine Antikörperbestimmung im Serum für die Diagnostik hilfreich sein kann.
Sonstiges:
Nach dem Infektionsschutzgesetz, ist der Erkrankungsverdacht, die Erkrankung und der Tod an einer Meningokokken-Meningitis oder -Sepsis seitens des behandelnden Arztes medepflichtig.
Es besteht ferner eine Meldepflicht seitens des untersuchenden Labors für den Nachweis von
  • H. influenzae,
 
  • N. meningitidis,
 
  • L. monocytogenes und
 
  • Brucella spp.
Bei negativem Erregernachweis und anhaltendem Meningokokken-Verdacht wird der Liquor zur PCR in das Meningokokken-Referenzlabor geschickt.
Inzidenz und Erregerspektrum:
Der Parasit Toxoplasma gondii verursacht die Toxoplasmose, eine meist gutartige aber bei immuninkompetenten Patienten sowie bei pränataler Infektion auch sehr schwerwiegend verlaufende Infektionskrankheit.

Toxoplasma gondii, ein einzelliger, obligat intrazellulärer Parasit, kommt weltweit vor und verursacht die Toxoplasmose des Menschen. Katzen sind in Europa die häufigsten Endwirte. Sie scheiden einige Tage nach Infektion Millionen infektiöse Oozysten von T. gondii aus. Die Oozysten sind sehr umweltresistent und können sich über lange Zeit im Erdboden halten. Sie können dann auch von Nutztieren, z. B. Schweinen, aufgenommen werden und in diesen persistieren.

Die Infektion des Menschen erfolgt in der Regel durch perorale Aufnahme von Oozysten (Kontakt mit Katzenausscheidungen, kontaminierte Nahrungsmitteln, Verzehr unzureichend erhitzten zystenhaltigen Fleisches etc.). Die Infektion verläuft beim Menschen in der Regel asymptomatisch, nur bei 5 % der akut infizierten immunkompetenten Patienten kommt es nach einer Inkubationszeit von 2-3 Wochen zu Fieber, Lymphknotenschwellungen, Kopfschmerzen als Zeichen einer Enzephalitis oder auch zu einer Chorioretinitis. Der Erreger persisitiert nach Primärinfektion meist lebenslang in Lymphknoten und im ZNS, ohne klinische Symptome hervorzurufen. Im jungen Erwachsenenalter liegt die Durchseuchung in Deutschland bei 25-55 %. Bei immuninkompetenten Patienten kann es zu einer Reaktivierung des Erregers, klinisch in der Regel verbunden mit einer Enzephalitis, kommen. Bei Immunkompetenten kann eine Reaktivierung mit einer Chorioretinitis einhergehen.

Die Toxoplasmose hat eine besondere Bedeutung in der Schwangerschaft, da es hier, auch bei asymptomatischem Verlauf der Mutter, zur schwerwiegenden Schädigung des Fetus kommen kann. Nur die Erstinfektion während der Schwangerschaft führt zur pränatalen Toxoplasmose-Infektion des Kindes. Je nach Infektionszeitpunkt während der Schwangerschaft unterscheidet sich das Infektionsrisiko des Kindes: So führt eine Infektion der Mutter im ersten Trimenon der Schwangerschaft zwar selten (4-15 %) zur diaplazentaren Transmission des Parasiten, eine Infektion des Embryos ist dann aber nicht selten mit Abort oder schwersten klinischen Symptomen des Neugeborenen verbunden. Im Gegensatz dazu findet bei Infektion der Mutter während des letzten Trimenons zwar häufig (60 %) eine Übertragung des Parasiten auf das Kind statt, die klinische Symptomatik beim Neugeborenen ist dann jedoch geringer ausgeprägt und kann sogar gänzlich fehlen. Im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern ist derzeit eine routinemäßig durchgeführte Untersuchung auf Toxoplasmose während der Schwangerschaft nicht vorgesehen, weil die auf den Nachweis von IgM- und IgG-Antikörpern beschränkten Testsysteme in manchen Fällen keine eindeutigen Aussagen zum Infektionsstatus erlauben.
Untersuchungsmaterial:
Serum für den Antikörper-Nachweis
Liquor [DNA-Nachweis mittels PCR(externe Untersuchung), ggf. auch Mikroskopie nach tel. Rücksprache]
in Sonderfällen  EDTA-Blut, Fruchtwasser, Augenkammerflüssigkeit [DNA-Nachweis (externe Untersuchung)]
Lymphknoten-Biopsien, Hirnbiopsien [Mikroskopie und DNA-Nachweis (externe Untersuchung)]
Basisdiagnostik:
Die Diagnosestellung einer Toxoplasmose erfolgt serologisch im Rahmen einer Stufendiagnostik, wobei nur die vom Paul-Ehrlich-Institut zugelassenen Diagnostika angewendet werden dürfen.

Der Suchtest besteht bei uns aus dem VIDAS TOXO IgG II und IgM-Test. Bei negativem Ausfall des IgM-Nachweises und negativem Nachweis von IgG-Antikörpern bzw. einem positiven IgG-Antikörper-Wert < 300 IE/ml werden keine weiteren Untersuchungen durchgeführt. 

 

 
Suchtest
IgM-Antikörper-Diagnostik mittels VIDAS
 IgG-Antikörper-Diagnostik mittels VIDAS
Unsere Suchteste entsprechen aufgrund des quantitativen Ergebnisses sowohl Testen der 1. als auch 2. Stufe gemäß der Mikrobiologisch-Infektiologischen Qualitätsstandards der DGHM und den RKI-Empfehlungen zur Stufendiagnostik der Toxoplasmose.

Vorgehen bei positivem Suchtest:
SuchtestBestätigungstest
IgM-Antikörper positiv

IgM-Antikörper-Diagnostik

mittels Immunoblot

IgG-Antikörper positivkein Bestätigungstest erforderlich
Bei Eingang von Verlaufsseren werden IgM-Antikörper und IgG-Antikörper verglichen.

Bei besonderen Befundkonstellationen, z. B. bei Schwangeren, werden in der 3. Stufe weiterführende Teste durchgeführt (siehe auch unter "Weiterführende Diagnostik"):

 

 
Weiterführende Teste (3. Stufe)
IgG-Antikörper Aviditätsbestimmung
  

Weiterführende Diagnostik:

Diagnostik bei Schwangeren:
Bei Schwangeren, die unter der Fragestellung einer während der Schwangerschaft erworbenen Toxoplasmose-Infektion untersucht werden, werden bei entsprechendem Ausfall der Suchteste grundsätzlich die Teste der 1., 2. und 3. Stufe durchgeführt. Dieses Vorgehen orientiert sich an aktuellen RKI-Empfehlungen. Bei positivem IgM-Nachweis wird eine Verlaufskontrolle in 14 Tagen (quantitativ) und ggfs. die Einschaltung des Referenzlabors empfohlen.

 


Diagnostik bei Verdacht auf konnatale Toxoplasmose

  • Bestimmung von IgM- und IgG-Antikörpern im mütterlichen und kindlichen Serum (VIDAS).
 
  • Einsendung von mütterlichem und kindlichem Serum zur Durchführung eines Immunoblots an das Konsiliarlabor für Toxoplasmose.

Diagnostik bei Verdacht auf Lymphknoten-Toxoplasmose
Es wird die Stufendiagnostik, wie unter "Basisdiagnostik" dargestellt, empfohlen. Eine PCR-Untersuchung von Lymphknotenmaterial ist in der Regel nicht indiziert.

Diagnostik bei Verdacht auf okuläre Toxoplasmose
Es wird die Stufendiagnostik, wie unter "Basisdiagnostik" dargestellt, empfohlen. In der Regel sind IgG-Antikörper als Hinweis auf eine zurückliegende Infektion mit T. gondii nachweisbar. Ein Anstieg der IgG-Antikörper während der okulären Toxoplasmose ist nur selten nachweisbar. Der Kliniker stellt die Diagnose bei typischer Klinik und serologischem Hinweis auf eine durchgemachte Infektion.

Diagnostik bei Verdacht auf cerebrale Toxoplasmose
Bei Verdacht auf zerebrale Toxoplasmose kann neben Serum auch Liquor untersucht werden, dieser wird an an das Konsiliarlabor für Toxoplasmose für den Nachweis von T. gondii-DNA mittels PCR gesandt. In Einzelfällen, z. B. bei fulminanter Symptomatik, Meningitis-Zeichen etc. kann auch die mikroskopische Untersuchung von Liquor sinnvoll sein. Bitte bei Verdacht auf cerebrale Toxoplasmose in jedem Fall Rücksprache mit dem Mikrobiologen halten, damit eine optimale Diagnostik erfolgen kann!


PCR-Diagnostik
Anforderungen zum Nachweis von T. gondii-DNA mittels PCR werden an an das Konsiliarlabor für Toxoplasmose gesandt. Die Indikationen zur PCR-Diagnostik sind umstritten. Mögliche Untersuchungsmaterialien und Indikationen umfassen:

  • Liquor bei V. a. zerebrale Toxoplasmose. Ggf. Hirnbiopsien bei immunsupprimierten Patienten mit Foci unklarer Genese, die therapierefraktär sind und deren zeitlicher Verlauf keinen Hinweis auf ein Lymphom gibt.
 
  • EDTA-Blut zum Nachweis zirkulierender DNA bei serologischem Verdacht auf reaktivierte oder akute Infektion bei Immunsuppression.
 
  • EDTA-Blut, ggf. Liquor des Neugeborenen bei Verdacht auf pränatale Infektion.
 
  • Ggf. Fruchtwasser oder Plazentagewebe (insbes. Amniongewebe) bei serologisch nachgewiesener Infektion der Mutter zur genaueren Abschätzung des Infektionsrisikos des Kindes vor Therapiebeginn.
 
  • Ggf. Augenkammerflüssigkeit bei Verdacht auf Toxoplasmose-Chorioretinitis.
 
Sonstiges:
Bei zurückliegender Infektion mit T. gondii kann es unter der Immunsuppression zu einer Reaktivierung des Erregers kommen, die am häufigsten in Form einer zerebralen Toxoplasmose auftritt. In der Regel werden spezifische IgG-Antikörper im VIDAS nachgewiesen. Eine Reaktivierung geht in der Regel nicht mit einem Anstieg der IgG-Antikörper einher. Beim Nachweis Toxoplasma-spezifische IgM-Antikörper ist immer eine mögliche IgM-Persistenz abzuklären. Die Untersuchung vom Liquor mittels PCR ist umstritten und fällt bei zerebraler Toxoplasmose unterschiedlich aus.

Leistungen

  • Die molekularbiologische Diagnostik stellt eine Ergänzung zur konventionellen kulturellen und serologischen Erregerdiagnostik dar.

    Sie wird insbesondere zum Nachweis von Erregern durchgeführt, die

  • nicht oder nur schwierig kulturell anzüchtbar sind

  • sehr langsam wachsen

  • Toxingene besitzen können, die mit einer sehr hohen Pathogenität verbunden sind (z. B. Corynebacterium diphtheriae)

  • Resistenzgene besitzen können, die von großer klinischer und klinikhygienischer Relevanz sind (z. B. Nachweis von MRSA)

  • Bei der molekularbiologischen Diagnostik wird die Nukleinsäure der jeweiligen Erreger, bzw. ein für den jeweiligen Erreger spezifisches Gen nachgewiesen. Dazu stehen verschiedene Methoden, wie z. B. die Polymerase-Ketten-Reaktion und der Einsatz von Gensonden zur Verfügung. Da es sich bei den Methoden zum Nachweis von Nukleinsäuren um sehr empfindliche Verfahren handelt, die auch geringste Mengen Nukleinsäure des Erregers nachweisen können, müssen z. T. besondere Bedingungen bei der Materialentnahme und beim Transport beachtet werden:

  • Für den Nachweis von Chlamydien muss ein spezielles Abstrich-Set benutzt werden (PCR Abstrich-Set mit MicroTest M4RT-Medium, erhältlich in der Apotheke des Klinikums). Da es sich bei C. trachomatis um einen intrazellulären Erreger handelt, sollten möglichst zellreiche Abstriche gewonnen werden.

  • Für den PCR-Nachweis von M. tuberculosis aus Liquor mind. 2-5 ml davon einsenden!

  • Auf saubere, kontaminationsfreie Materialentnahme achten.

Die molekularbiologische Diagnostik von Infektionserregern wird von unserem Labor grundsätzlich ein- bis zweimal pro Woche angeboten. Indikationen für die molekularbiologische Sofortdiagnostik müssen mit dem zuständigen Laborarzt für die Molekularbiologie unter den Aspekten Schwere des Krankheitsbildes sowie therapeutische bzw. klinikhygienische Konsequenzen abgesprochen werden.

Bitte beachten Sie, dass die Untersuchungsmethoden und das ausgewählte Spektrum der Erreger einer ständigen Aktualisierung unterliegen. Bei entsprechenden Fragen, auch hinsichtlich der Befundinterpretation, stehen Ihnen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Molekularbiologie unter der Telefonnummer 65327 zur Verfügung. Über diese Nummer werden Sie auch an den zuständigen Laborarzt für die Molekularbiologie weitergeleitet.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die Erreger, die mittels Nukleinsäurenachweis nachgewiesen werden:

Erreger Untersuchungsmaterialien Methode Bemerkungen
Acanthamoeba spp.

Hornhautabrasio

Kontaktlinse

Liquor

PCR Bitte telefonische Rücksprache unter 65327.
Bordetella pertussis

Bordetella parapertussis
Rachenabstrich, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL  LightCycler PCR B. parapertussis nur nach telefonischer Rücksprache (65327)
Chlamydia pneumoniae Rachenabstrich, Sputum, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL, Konjunktivalabstrich, Liquor  LightCycler PCR  
Chlamydia psittaci Rachenabstrich, Sputum, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL, Konjunktivalabstrich, Liquor LightCycler PCR In der Regel nur indiziert bei anamnestischen Hinweis auf Vogelkontakt.
Chlamydia trachomatis Rachenabstrich, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL  PCR Achtung! Nur bei klinischem Verdacht auf Neugeborenen-Pneumonie indiziert (Neugeborene und Säuglinge < 6 Monate), Chlamydia trachomatis PCR Abstrich-Set mit MicroTest M4RT-Medium verwenden!
Chlamydia trachomatis Konjunktivalabstrich, Urethralabstrich, Zervikalabstrich, Vaginalabstrich, Erststrahlurin PCR Chlamydia trachomatis PCR Abstrich-Set mit MicroTest M4RT-Medium verwenden!
Gastroenterits-Erreger
(Campylobacter, Salmonella, Shigella, EHEC)
Stuhl Multiplex-PCR Bei Eingang im Labor bis 11Uhr erfolgt die Untersuchung am selben Tag.
Legionella pneumophila Rachenabstrich, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL LightCycler PCR Es wird zusätzlich eine PCR durchgeführt, die alle Legionella-Arten nachweist.
Methicillin-resistenter S. aureus (MRSA) Nasenabstrich, Wundabstrich, Rachenabstrich;
in Sonderfällen auch Analabstrich
Real-time PCR Die PCR wird zum MRSA-Screening empfohlen.
Mycobacterium tuberculosis Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL, induziertes Sputum, Liquor (mind. 2-5 ml), Punktate und Biopsien (nach telefonischer Rücksprache) PCR Die PCR ist nur für Materialien des Respirationstraktes standardisiert.
Mycoplasma pneumoniae Rachenabstrich, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL  LightCycler PCR  
Neisseria gonorrhoeae Urethralabstrich, Zervikalabstrich, Erststrahlurin  LightCycler PCR  
Toxoplasma gondii Liquor PCR Auswärtige Untersuchung
Ureaplasma urealyticum Rachenabstrich, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL LightCycler PCR nur bei Neugeborenen und Säuglingen < 6 Monate!
eubakterielle PCR (erfasst alle relevanten pathogenen Bakterien) primär sterile Materialien (Liquor, Biopsien, etc.) LightCycler PCR anschließende Sequenzierung* nur nach telefonischer Rücksprache unter 65327.
panfungal PCR (erfasst alle relevanten pathogenen Pilze) primär sterile Materialien (Liquor, Biopsien, etc.) LightCycler PCR anschließende Sequenzierung* nur nach telefonischer Rücksprache unter 65327.

 

Neben den in der Tabelle aufgeführten Nukleinsäurenachweisen stehen Untersuchungen für die Kulturbestätigung bzw. den Toxinnachweis bestimmter Erreger zur Verfügung, die im Rahmen der jeweiligen Erregerdiagnostik eingesetzt werden:

  • Bacillus anthracis (LightCycler PCR)
  • Corynebacterium diphtheriae (LightCycler PCR)
  • Escherichia coli (EHEC) (LightCycler PCR)
  • Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) (LightCycler PCR)
  • Nicht. tuberkulöse Mykobakterien (NTM) (mit Genotype)
  • Mycobacterium tuberculosis Komplex (mit Genotype)
  • Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) (LightCycler PCR)
  • Burkholderia cepacia Genomovar I, IIIA (BlockCycler PCR)
  • Burkholderia multivorans (BlockCycler PCR)
  • Carbapenemase-PCR(Multiplex-PCR)

Neben der oben beschriebenen Nukleinsäurediagnostik ist es möglich, biochemisch nicht eindeutig zu bestimmende Erreger (Bakterien und Pilze) mittels Gen-Sequenzierung* molekularbiologisch zu identifizieren. Da es sich hierbei um eine sehr zeit- und kostenintensive Spezialdiagnostik handelt, wird eine Sequenzierung nur bei einem signifikanten Keimnachweis und nach Rücksprache mit dem einsendenden Arzt bezüglich der klinischen Relevanz des Erregernachweises durchgeführt.

* Die Sequenzierung wird als Teilschritt der Identifizierung im Unterauftrag an ein für dieses Verfahren akkreditiertes Speziallabor vergeben.

In der Infektionsserologie handelt es sich stets um spezielle Anforderungen zum Nachweis von Antigen oder Antikörpern gegen bestimmte Erreger. Eine Ausnahme hiervon stellt nur die Anforderung Arthritisserologie dar, bei der Antikörper gegen eine bestimmte Auswahl von Infektionserregern, die eine Arthritis induzieren können, untersucht werden.

Welche Untersuchungen werden angeboten?
Die Antigen- und Antikörper-Nachweis umfassen die in der nachfolgenden Tabelle genannten bakteriellen und parasitären Infektionserreger sowie pathogene Pilze. Zusätzlich können Spezialuntersuchungen (nur bei stationären Patienten) durchgeführt werden, die an auswärtige Laboratorien, z. B. das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, weitergeleitet werden. Bei den auswärtigen Laboratorien handelt es sich ausschließlich um Nationale Referenzzentren oder Speziallaboratorien mit einem hohen Qualitätsstandard. Bei Anforderungen, die nicht auf dem Anforderungsschein erwähnt sind, setzen Sie sich bitte vor Einsendung der Probe mit der Infektionsserologie in Verbindung (Tel. 65327 / 65376).

Welches Untersuchungsmaterial ist geeignet?
Bei den allermeisten Untersuchungen ist das geeignete Untersuchungsmaterial Patientenserum. Dafür sollten nicht weniger als 2 ml Venenblut unter Vermeidung von Hämolyse und ohne Zusatz von gerinnungshemmenden Substanzen in einer Serummonovette in die Abteilung Medizinische Mikrobiologie und Hygiene eingeschickt werden. Bei klinischem Verdacht auf eine akute Infektion ist stets die Einsendung einer gepaarten Serumprobe ca. 2-4 Wochen nach der Erstuntersuchung sinnvoll. Dadurch können Titerbewegungen oder Antikörper-Konversionen erfasst werden. Bei einigen wenigen Indikationen (z. B. V. a. Neuro-Borreliose, V. a. Neuro-Syphilis) ist die Einsendung von einer gepaarten Probe Serum und Liquor sinnvoll. In diesem Falle muss stets auch eine Bestimmung von Gesamt-IgG und Albumin in Serum und Liquor in der klinischen Chemie erfolgen, damit ein spezifischer Serum/Liquor-Antikörper-Quotient errechnet werden kann! Nur dieser kann eine Infektion des Zentralnervensystems mit hoher Wahrscheinlichkeit belegen.

Wie oft werden die Untersuchungen durchgeführt?
Die Untersuchungen werden in Abhängigkeit des Probenaufkommens mindestens einmal wöchentlich durchgeführt. Untersuchungsmaterialien, bei denen der Nachweis von Aspergillus-Antigen oder Kryptokokken-Antigen angefordert ist, werden sofort am Tag des Laboreinganges bearbeitet.

Wie kann ich das infektionsserologische Labor erreichen?
Bitte beachten Sie, dass die Untersuchungsmethoden und das ausgewählte Spektrum der Erreger einer ständigen Aktualisierung unterliegen. Bei entsprechenden Fragen, auch hinsichtlich der Befundinterpretation, stehen Ihnen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Infektionsserologie unter der Telefonnummer 65327 / 65376 zur Verfügung. Über diese Nummer werden Sie auch an den zuständigen Laborarzt für die Infektionsserologie weitergeleitet.

Erreger Untersuchungs-materialien Methode Bemerkungen
Aspergillus spp.

Serum
Liquor

bronchoalveoläre Lavage

ELISA (Antigennachweis) Der Antigennachweis ist bei Verdacht auf eine invasive systemische Aspergillose indiziert.
Bartonella henselae
Bartonella quintana
Serum Mikroimmunfluoreszenztest  
Bordetella pertussis Serum

IgG-Antikörpernachweis* (ELISA)

 

Indikation

Bestimmung des Immunstatus

Impferfolgskontrolle

Seroepidemiologische Untersuchung

*externe Untersuchung
 
Für die Diagnostik von akuten Infektionen ist die PCR aus resp. Sekreten besser geeignet.

Borrelia burgdorferi Serum
Liquor

IgG-/IgM ELISA

IgG-/IgM Immunoblot

 

Suchtest

Bestätigungstest

Bei Verdacht auf Neuro-Borreliose Liquor (mindestens 1 ml) und Serum einsenden. Zum sicheren Nachweis intrathekal synthetisierter Ak sollte in der zentralen Einrichtung Klinsche Chemie die Bestimmung von Albumin und Gesamt-IgG aus Liquor und Serum veranlasst werden.
Brucella spp. Serum IgG-/IgM ELISA  
Campylobacter jejuni
Campylobacter coli
Serum

IgG-Immunoblot

 
Chlamydia spp.
C. pneumoniae
C. trachomatis
C. psittaci
Serum IgG-/IgM –Mikroimmunfluoreszenztest Suchtest

Bestätigungstest und Speziesdifferenzierung
C. trachomatis Vaginalabstrich
Zervikalabstrich
Urethralabstrich
Urin
Konjunktivalabstrich
Serum
Nukleinsäurenachweis (siehe "Molekularbiologie")

 
IgG-Immunoblot *
Das entsprechende Abstrichbesteck (PCR-Abstrich-Set mit MicroTest M4RT-Medium) bei der Klinikumsapotheke bestellen. Möglichst einen zellreichen Abstrich entnehmen. Nur bei Verdacht auf Neugeborenenpneumonie ist die Untersuchung von Trachealsekreten und Material aus dem Respirationstrakt sinnvoll.

* Indikation: Tubarsterilität, aufsteigende Infektion, reaktive Arthritis
C. pneumoniae Nasenabstrich
Rachenabstrich bronchoalveoläre Lavage,
Trachealsekret
 

Nukleinsäurenachweis
(siehe "Molekularbiologie")

Erregeranzucht mittels Zellkultur;(nur nach Rücksprache in Ausnahmefällen)

Möglichst einen zellreichen Abstrich entnehmen.


Das  Chlamydien-Transportmedium für die Kultur kann bei der Apotheke bestellt werden.  Das Material sollte nach Probenentnahme unverzüglich ins Labor geschickt werden.

Coxiella burnetii (Q-Fieber) Serum  Mikroimmunfluoreszenztest
(Antikörpernachweis)
 
Cryptococcus neoformans Serum
Liquor
Antigen-Nachweis mittels Agglutinationsreaktion  
Echinococcus spp.
E. multilocularis    
Serum Nachweis polyvalenter Ak mittels Agglutinationsreaktion

Nachweis polyvalenter Ak mittels ELISA
Suchtest

Speziesdifferenzierung
Legionella spp.

Urin

respiratorische Sekrete

 

Antigennachweis aus dem Urin mittels ELISA, bzgl. Nukleinsäurenachweis
(siehe "Molekularbiologie")
 
Leptospiren Serum IgM ELISA Ab dem 6. bis 10. Krankheitstag treten spezifische Ak auf.
Mycoplasma pneumoniae Serum
respiratorische Sekrete
 ELISA
Nukleinsäurenachweis,
(siehe "Molekularbiologie")
 
Streptococcus pyogenes Serum Antikörper-Nachweis Diese Untersuchung wird in der ZE Klinische Chemie durchgeführt (ADNase B)
Toxopolasma gondii Serum IgG-,IgM-ELISA (Vidas)
Immunoblot
IIFT
Suchtest
IgM-Bestätigungstest
Verlaufsbeobachtung
Treponema pallidum (Lues) Serum
Liquor

TPPA
FTA-Abs
RPR(Cardiolipin)
Immunoblot

Suchtest
Bestätigungstest
Abklärung der Behandlungsbedürftigkeit
Verlaufsbeobachtung

Bei V. a. Neuro-Syphillis Serum und Liquor einschicken. Zum sicheren Nachweis intrathekal synthetisierter Ak in der Abteilung Klinsche Chemie die Bestimmung von Albumin und Gesamt-IgG aus Serum und Liquor veranlassen.

Yersinia spp.

Yersinia pseudotuberculosis

Serum IgA-Immunoblot  Indiziert vor allem bei nichtenteritischer, intestinaler (pseudoappendizitischer) und extraintestinaler Yersiniose.

 

Abkürzungen:
 

Ag

Antigen

Ak

Antikörper

ELISA

Enzyme linked immuno assay

FTA-Abs

Fluoreszenz Treponema Anitkörper- Absorptionstest

IIFT

indirekter Immunfluoreszenztest

PCR

Polymerase chain reaction

TPPA

Treponema pallidum Partikelagglutinationstest

Instituts-Team

zum Instituts-Team

Krankenhaushygiene

Krankenhaushygiene

Forschung

Forschung