Das Institut für Medizinische Mikrobiologie und Hygiene unterstützt die klinische Diagnose durch den direkten Nachweis von Infektionserregern (Bakterien, Pilze, Protozoen), ihren Antigenen und den gegen sie gerichteten Antikörpern.

Einzelne Untersuchungen, die vor Ort nicht vorgenommen werden können, werden an spezielle, qualifizierte Institute weitergeleitet.

Haben Sie Fragen? Wir sind für Sie da, damit wir Ihnen helfen können.

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Prof. Dr. med. Andreas Essig

Ltd. Oberarzt

Kontakt Labor

Telefon +49 731 500-65380

Telefax +49 731 500-65304

Sie erreichen uns telefonisch während unserer Öffnungszeiten:

Montag bis Freitag: 07.30 - 17.00 Uhr  - Probenannahmeschluss 16:00 Uhr

Samstag: 07.30 - 12.00 Uhr  - Probenannahmeschluss 11:30 Uhr

Sonntag: 07.30 - 12.00 Uhr  - Probenannahmeschluss 11:30 Uhr

Das Team der Diagnostik

Ärzte-Team

Prof. Dr. med. Andreas Essig  

Dr. med. Martina Furitsch  

Dr. med. Benjamin Hagemann  

Dr. med. Jan Kubis  

MFA

Ltd. MTLA Monika Nolle-Volz  

Stellv. ltd. MTLA (Diagnostik) Katrin Storr  

 

 

Allgemeine Informationen

Nachfolgend finden Sie Informationen zu den unterschiedlichen Materialien sowie Hinweise zum Materialtransport und zu den Leistungsanforderungen. Ebenso erfahren sie hier mehr über die speziellen Untersuchungs- und Diagnostikverfahren.

 

Hinweise für Einsender

Online-Anforderung

Alle Untersuchungsanforderungen sollten Online über die Beleglose Laboranforderung erfolgen. Bei Fragen hierzu stehen wir Ihnen unter Telefon 65368 zur Verfügung.
Eine Beispielseite zur Beleglosen Anforderung finden Sie hier.

Zusätzlich eine Anleitung für die "beleglose Anforderung" über das Medat-System (nur intern!)

Nachforderung von Untersuchungen
  • Nachforderungen von Untersuchungsanforderungen nach Eintreffen der Probe und des Untersuchungsantrags im Labor sind grundsätzlich möglich. Bitte setzen Sie sich hierzu telefonisch mit dem Anlagelabor (Tel. 65312) in Verbindung.
  • Alle diagnostischen Probenmaterialien werden 1 Woche im Kühlschrank im Labor aufbewahrt und stehen somit für Nachforderungen zur Verfügung. Bei der Nachforderung von Untersuchungsanforderungen ist jedoch zu beachten, dass manche Erreger umweltlabil, kälteempfindlich oder wenig sauerstofftolerant sind und ein Nachweis dieser Erreger nach längerer Lagerung der Probe nicht erfolgsversprechend ist. Sofern eine von Ihnen angeforderte Untersuchungsanforderung aufgrund der Wachstumsansprüche der Erreger nicht sinnvoll erscheint, wird Sie der zuständige Laborarzt entsprechend beraten. Bei gezielten Anfragen wenden Sie sich bitte direkt an den für den jeweiligen Laborplatz zuständigen Laborarzt.
  • Nachforderungen von serologischen Untersuchungen sind jederzeit möglich, da alle Serumproben über mehrere Jahre tiefgefroren im Labor aufbewahrt werden. Die längere Aufbewahrungsdauer beeinflusst serologische Untersuchungsverfahren in der Regel nicht negativ. Bei Nachforderungen von serologischen Untersuchungen, ggf. auch aus früheren Untersuchungsmaterialien, wenden Sie sich bitte direkt an die Mitarbeiter in der Serologie (Tel. 65327/65376).
Papierformulare zur Leistungsanforderung bei Systemausfall

Wir bitten Sie, die Papierformulare zur Leistungsanforderung nur bei Systemausfällen (IS-H*Med, Konas) zu verwenden.

Die benötigten Formulare können auch lokal auf dem PC vorgehalten werden.

Papierformulare (pdf-File) bitte auf Laser-Drucker ausdrucken.

Die Beschriftung der Patientendaten kann händisch oder mit Etikett erfolgen (sofern Etiketten für die Beschriftung des Entnahmematerials notwendig sind, diese händisch beschriften oder vorgedruckte Etiketten verwenden).

Anforderungsscheine

Unser Labor bietet die Laborleistungen sowohl für privat als auch für gesetzlich versicherte Patienten an.
Für jede Untersuchung von gesetztlich versicherten Patienten benötigen wir einen Überweisungsschein, der der Probe direkt beigelegt werden sollte!

Anforderungsscheine
Hinweise zum Ausfüllen der Anforderungsscheine
  • Bitte senden Sie pro Untersuchungsmaterial einen Anforderungsschein ein!
  • Bitte füllen Sie den Schein sorgfältig und vollständig aus. Nur so können wir eine schnelle und effiziente Diagnostik für Sie durchführen!

 

Anforderungsschein Allgemeine Mikrobiologie

Der Anforderungsschein für die allgemeine Mikrobiologie enthält folgende Bereiche:

Patientendaten/Einsenderdaten: Hier bitte den Nachname, Vorname, Geburtsdatum sowie die Anschrift, Fax/Telefon des Einsenders etc. möglichst genau eintragen.

Diagnostisch relevante Angaben/Verdachtsdiagnose: Hier bitte so genau wie möglich die entsprechenden klinischen Angaben angeben, da die Bearbeitung und Beurteilung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der klinischen Angaben erfolgt!

Untersuchungsmaterial: Markieren Sie in diesem Bereich bitte genau eine Materialart! Ist für eine einzelne Materialart kein Markierungsfeld verfügbar, markieren Sie bitte "Sonstiges" und notieren Sie dort die Materialart. Im Feld "Lokalisation" geben Sie bitte evtl. Details zum Entnahmeort ein.

Untersuchungsauftrag: Hier wird unterschieden zwischen einem allgemeinen Untersuchungsauftrag und speziellen Untersuchungsaufträgen.

Mit dem allgemeinen Untersuchungsauftrag "Erregerkultur und Resistenz" werden die üblicherweise vorkommenden Erreger in dem jeweiligen Untersuchungsmaterial erfasst.

Für einige pathogene Erreger, die z. B. spezielle Nährmedien, verlängerte Bebrütungszeiten etc. benötigen, müssen jedoch spezielle Untersuchungsaufträge angefordert werden. Diese speziellen Erreger sind auf dem Anforderungsschein ausdrücklich genannt. Finden Sie einen speziellen Erreger nicht in dieser Liste, setzen Sie sich bitte mit dem zuständigen Laborarzt telefonisch in Verbindung.

Zusatzinformationen Tuberkulose: Bitte den klinischen Verdacht auf eine offene Tuberkulose unbedingt auf dem Anforderungsschein vermerken oder den zuständigen Mikrobiologen (Tel.: 65318/65368) kontaktieren, so dass vorab ein Direktpräparat angefertigt und beurteilt werden kann.

 

Anforderungsschein Serologie und Molekularbiologie

Der Anforderungsschein für die Serologie und Molekularbiologie enthält folgende Bereiche:

Patientendaten/Einsenderdaten: Hier bitte den Nachname, Vorname, Geburtsdatum sowie die Anschrift, Fax/Telefon des Einsenders etc. möglichst genau eintragen.

Untersuchungsmaterial: Markieren Sie in diesem Bereich bitte genau eine Materialart! Ist für eine einzelne Materialart kein Markierungsfeld verfügbar, markieren Sie bitte "Sonstiges" und notieren Sie dort die Materialart wie auch evtl. Details zum Entnahmeort.

Diagnostisch relevante Angaben/Verdachtsdiagnose: Hier bitte so genau wie möglich die entsprechenden klinischen Angaben angeben, da die Bearbeitung und Beurteilung der Ergebnisse unter Berücksichtigung der klinischen Angaben erfolgt!

Untersuchungsanforderung:
  • Bitte markieren Sie hier, ob es sich um eine Erstuntersuchung oder eine Verlaufsuntersuchung handelt. Diese Angaben sind für die Interpretation der Befunde vor großer Wichtigkeit!
  • Markieren Sie in diesem Bereich die gewünschten Untersuchungen bzw. nachzuweisenden Erreger.
  • Finden Sie einen speziellen Erreger nicht in dieser Liste, setzen Sie sich bitte mit dem zuständigen Laborarzt telefonisch in Verbindung.

 

Zusatzinformationen: Bitte vermerken Sie zusätzliche für die Diagnostik wichtige Angaben in dem entsprechend markierten Feld.

Nachforderung von Untersuchungen

Nachforderungen von Untersuchungsanforderungen nach Eintreffen der Probe und des Untersuchungsantrags im Labor sind grundsätzlich möglich. Bitte setzen Sie sich hierzu telefonisch mit dem Labor (Tel. 65380) in Verbindung.

Alle diagnostischen Probenmaterialien werden 1 Woche im Kühlschrank im Labor aufbewahrt und stehen somit für Nachforderungen zur Verfügung.

Bei der Nachforderung von Untersuchungsanforderungen ist jedoch zu beachten, dass manche Erreger umweltlabil, kälteempfindlich oder wenig sauerstofftolerant sind und ein Nachweis dieser Erreger nach längerer Lagerung der Probe nicht erfolgsversprechend ist. Sofern eine von Ihnen angeforderte Untersuchungsanforderung aufgrund der Wachstumsansprüche der Erreger nicht sinnvoll erscheint, wird Sie der zuständige Laborarzt entsprechend beraten. Bei gezielten Anfragen wenden Sie sich bitte direkt an den für den jeweiligen Laborplatz zuständigen Laborarzt.

Nachforderungen von serologischen Untersuchungen sind jederzeit möglich, da alle Serumproben über mehrere Jahre tiefgefroren im Labor aufbewahrt werden. Die längere Aufbewahrungsdauer beeinflusst serologische Untersuchungsverfahren in der Regel nicht negativ. Bei Nachforderungen von serologischen Untersuchungen, ggf. auch aus früheren Untersuchungsmaterialien, wenden Sie sich bitte direkt an die Mitarbeiter in der Serologie (Tel. 65327/65376).

Die Standardanforderung "Erregerkultur und Resistenz" umfasst die kulturelle Untersuchung und die Erstellung von Antibiogrammen für obligat und fakultativ pathogene Erreger. Bei primär sterilen Materialien, wie Liquor, Punktaten, Biopsien, umfasst die Anforderung auch die Anfertigung eines mikroskopischen Direktpräparates.

Die eingesetzten Kulturmedien, Anreicherungsverfahren und weiterführenden diagnostischen Verfahren stellen ein dem jeweiligen Untersuchungsmaterial optimal angepasstes Procedere dar, das sich nach den gültigen nationalen und internationalen Standards richtet. Dies schließt materialabhängig auch die Suche nach anaerob wachsenden oder anspruchsvoll wachsenden Keimen mit ein. Beispielsweise werden bei Anforderung "Erreger und Resistenz" aus Hirnabszessmaterialien immer auch Nokardien, Aktinomyzeten und Anaerobier mit erfasst.

Bei anderen Untersuchungsmaterialien, insbesondere solchen, die einem hohen Grad an Kontamination mit physiologischer Flora unterliegen, müssen besondere pathogene Erreger jedoch mittels einer Spezialanforderung vom Einsender gezielt angefordert werden.

Allgemeine Hinweise zur Entnahme und zum Transport von Untersuchungsmaterialien

Eine sachgerechte Entnahme und Transport der Untersuchungsmaterialien trägt wesentlich zur Aussagekraft der im mikrobiologischen Labor erhobenen Untersuchungsergebnisse bei.

Folgende allgemeine Hinweise gelten für (fast) alle Untersuchungsmaterialien:

  • Gezielte Probenentnahme unter Vermeidung von Kontaminationen (Normalflora)!
  • Temperaturextreme vermeiden!
  • Austrocknung der Proben vermeiden!
  • Probenentnahme möglichst vor Beginn einer antimikrobiellen Therapie!
  • Proben eindeutig beschriften: entweder Online-Aufkleber oder
    (bei Anforderungen, die nicht über das Online-System generiert werden) Patientenvor- und nachname, Geburtsdatum, Einsender/Station, Datum der Probenentnahme und Untersuchungsmaterial
  • Proben möglichst rasch zum mikrobiologischen Labor senden, da bei längerer Lagerung Verschiebungen der Erreger-Quantitäten auftreten können:
    • anspruchslose Keime, wie z. B. Staphylokokken und Enterobakterien, vermehren sich
    • anspruchsvolle Keime, wie z. B. Haemophilus spp. Pneumokokken und Meningokokken, sterben ab.
  • Probe auf schnellstem Weg ins bakteriologische Labor senden, da bereits nach wenigen Stunden Verschiebungen der Erreger-Quantitäten eintreten.
  • Probengefäße immer sicher verschließen!
  • Beim Transport infektiöser Materialien sind die entsprechenden Transportvorschriften zu beachten! Informationen hierzu erhalten Sie vom Team der Mikrobiologischen Diagnostik.
  • Sollten die Proben nicht umgehend zum Labor gesandt werden, Lagerungsbedingungen der Proben beachten.

 

Probengefäße

Übersicht der Probengefäße

 

Leistungen

  • Die molekularbiologische Diagnostik stellt eine Ergänzung zur konventionellen kulturellen und serologischen Erregerdiagnostik dar.

    Sie wird insbesondere zum Nachweis von Erregern durchgeführt, die

  • nicht oder nur schwierig kulturell anzüchtbar sind

  • sehr langsam wachsen

  • Toxingene besitzen können, die mit einer sehr hohen Pathogenität verbunden sind (z. B. Corynebacterium diphtheriae)

  • Resistenzgene besitzen können, die von großer klinischer und klinikhygienischer Relevanz sind (z. B. Nachweis von MRSA)

  • Bei der molekularbiologischen Diagnostik wird die Nukleinsäure der jeweiligen Erreger, bzw. ein für den jeweiligen Erreger spezifisches Gen nachgewiesen. Dazu stehen verschiedene Methoden, wie z. B. die Polymerase-Ketten-Reaktion und der Einsatz von Gensonden zur Verfügung. Da es sich bei den Methoden zum Nachweis von Nukleinsäuren um sehr empfindliche Verfahren handelt, die auch geringste Mengen Nukleinsäure des Erregers nachweisen können, müssen z. T. besondere Bedingungen bei der Materialentnahme und beim Transport beachtet werden:

  • Für den Nachweis von Chlamydien muss ein spezielles Abstrich-Set benutzt werden (PCR Abstrich-Set mit MicroTest M4RT-Medium, erhältlich in der Apotheke des Klinikums). Da es sich bei C. trachomatis um einen intrazellulären Erreger handelt, sollten möglichst zellreiche Abstriche gewonnen werden.

  • Für den PCR-Nachweis von M. tuberculosis aus Liquor mind. 2-5 ml davon einsenden!

  • Auf saubere, kontaminationsfreie Materialentnahme achten.

Die molekularbiologische Diagnostik von Infektionserregern wird von unserem Labor grundsätzlich ein- bis zweimal pro Woche angeboten. Indikationen für die molekularbiologische Sofortdiagnostik müssen mit dem zuständigen Laborarzt für die Molekularbiologie unter den Aspekten Schwere des Krankheitsbildes sowie therapeutische bzw. klinikhygienische Konsequenzen abgesprochen werden.

Bitte beachten Sie, dass die Untersuchungsmethoden und das ausgewählte Spektrum der Erreger einer ständigen Aktualisierung unterliegen. Bei entsprechenden Fragen, auch hinsichtlich der Befundinterpretation, stehen Ihnen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Molekularbiologie unter der Telefonnummer 65327 zur Verfügung. Über diese Nummer werden Sie auch an den zuständigen Laborarzt für die Molekularbiologie weitergeleitet.

Im Folgenden finden Sie eine Übersicht über die Erreger, die mittels Nukleinsäurenachweis nachgewiesen werden:

Erreger Untersuchungsmaterialien Methode Bemerkungen
Acanthamoeba spp.

Hornhautabrasio

Kontaktlinse

Liquor

PCR Bitte telefonische Rücksprache unter 65327.
Bordetella pertussis

Bordetella parapertussis
Rachenabstrich, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL  LightCycler PCR B. parapertussis nur nach telefonischer Rücksprache (65327)
Chlamydia pneumoniae Rachenabstrich, Sputum, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL, Konjunktivalabstrich, Liquor  LightCycler PCR  
Chlamydia psittaci Rachenabstrich, Sputum, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL, Konjunktivalabstrich, Liquor LightCycler PCR In der Regel nur indiziert bei anamnestischen Hinweis auf Vogelkontakt.
Chlamydia trachomatis Rachenabstrich, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL  PCR Achtung! Nur bei klinischem Verdacht auf Neugeborenen-Pneumonie indiziert (Neugeborene und Säuglinge < 6 Monate), Chlamydia trachomatis PCR Abstrich-Set mit MicroTest M4RT-Medium verwenden!
Chlamydia trachomatis Konjunktivalabstrich, Urethralabstrich, Zervikalabstrich, Vaginalabstrich, Erststrahlurin PCR Chlamydia trachomatis PCR Abstrich-Set mit MicroTest M4RT-Medium verwenden!
Gastroenterits-Erreger
(Campylobacter, Salmonella, Shigella, EHEC)
Stuhl Multiplex-PCR Bei Eingang im Labor bis 11Uhr erfolgt die Untersuchung am selben Tag.
Legionella pneumophila Rachenabstrich, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL LightCycler PCR Es wird zusätzlich eine PCR durchgeführt, die alle Legionella-Arten nachweist.
Methicillin-resistenter S. aureus (MRSA) Nasenabstrich, Wundabstrich, Rachenabstrich;
in Sonderfällen auch Analabstrich
Real-time PCR Die PCR wird zum MRSA-Screening empfohlen.
Mycobacterium tuberculosis Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL, induziertes Sputum, Liquor (mind. 2-5 ml), Punktate und Biopsien (nach telefonischer Rücksprache) PCR Die PCR ist nur für Materialien des Respirationstraktes standardisiert.
Mycoplasma pneumoniae Rachenabstrich, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL  LightCycler PCR  
Neisseria gonorrhoeae Urethralabstrich, Zervikalabstrich, Erststrahlurin  LightCycler PCR  
Toxoplasma gondii Liquor PCR Auswärtige Untersuchung
Ureaplasma urealyticum Rachenabstrich, Trachealsekret, Bronchialsekret, BAL LightCycler PCR nur bei Neugeborenen und Säuglingen < 6 Monate!
eubakterielle PCR (erfasst alle relevanten pathogenen Bakterien) primär sterile Materialien (Liquor, Biopsien, etc.) LightCycler PCR anschließende Sequenzierung* nur nach telefonischer Rücksprache unter 65327.
panfungal PCR (erfasst alle relevanten pathogenen Pilze) primär sterile Materialien (Liquor, Biopsien, etc.) LightCycler PCR anschließende Sequenzierung* nur nach telefonischer Rücksprache unter 65327.

 

Neben den in der Tabelle aufgeführten Nukleinsäurenachweisen stehen Untersuchungen für die Kulturbestätigung bzw. den Toxinnachweis bestimmter Erreger zur Verfügung, die im Rahmen der jeweiligen Erregerdiagnostik eingesetzt werden:

  • Bacillus anthracis (LightCycler PCR)
  • Corynebacterium diphtheriae (LightCycler PCR)
  • Escherichia coli (EHEC) (LightCycler PCR)
  • Methicillin-resistente Staphylococcus aureus (MRSA) (LightCycler PCR)
  • Nicht. tuberkulöse Mykobakterien (NTM) (mit Genotype)
  • Mycobacterium tuberculosis Komplex (mit Genotype)
  • Vancomycin-resistente Enterokokken (VRE) (LightCycler PCR)
  • Burkholderia cepacia Genomovar I, IIIA (BlockCycler PCR)
  • Burkholderia multivorans (BlockCycler PCR)
  • Carbapenemase-PCR(Multiplex-PCR)

Neben der oben beschriebenen Nukleinsäurediagnostik ist es möglich, biochemisch nicht eindeutig zu bestimmende Erreger (Bakterien und Pilze) mittels Gen-Sequenzierung* molekularbiologisch zu identifizieren. Da es sich hierbei um eine sehr zeit- und kostenintensive Spezialdiagnostik handelt, wird eine Sequenzierung nur bei einem signifikanten Keimnachweis und nach Rücksprache mit dem einsendenden Arzt bezüglich der klinischen Relevanz des Erregernachweises durchgeführt.

* Die Sequenzierung wird als Teilschritt der Identifizierung im Unterauftrag an ein für dieses Verfahren akkreditiertes Speziallabor vergeben.

In der Infektionsserologie handelt es sich stets um spezielle Anforderungen zum Nachweis von Antigen oder Antikörpern gegen bestimmte Erreger. Eine Ausnahme hiervon stellt nur die Anforderung Arthritisserologie dar, bei der Antikörper gegen eine bestimmte Auswahl von Infektionserregern, die eine Arthritis induzieren können, untersucht werden.

Welche Untersuchungen werden angeboten?
Die Antigen- und Antikörper-Nachweis umfassen die in der nachfolgenden Tabelle genannten bakteriellen und parasitären Infektionserreger sowie pathogene Pilze. Zusätzlich können Spezialuntersuchungen (nur bei stationären Patienten) durchgeführt werden, die an auswärtige Laboratorien, z. B. das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, weitergeleitet werden. Bei den auswärtigen Laboratorien handelt es sich ausschließlich um Nationale Referenzzentren oder Speziallaboratorien mit einem hohen Qualitätsstandard. Bei Anforderungen, die nicht auf dem Anforderungsschein erwähnt sind, setzen Sie sich bitte vor Einsendung der Probe mit der Infektionsserologie in Verbindung (Tel. 65327 / 65376).

Welches Untersuchungsmaterial ist geeignet?
Bei den allermeisten Untersuchungen ist das geeignete Untersuchungsmaterial Patientenserum. Dafür sollten nicht weniger als 2 ml Venenblut unter Vermeidung von Hämolyse und ohne Zusatz von gerinnungshemmenden Substanzen in einer Serummonovette in die Abteilung Medizinische Mikrobiologie und Hygiene eingeschickt werden. Bei klinischem Verdacht auf eine akute Infektion ist stets die Einsendung einer gepaarten Serumprobe ca. 2-4 Wochen nach der Erstuntersuchung sinnvoll. Dadurch können Titerbewegungen oder Antikörper-Konversionen erfasst werden. Bei einigen wenigen Indikationen (z. B. V. a. Neuro-Borreliose, V. a. Neuro-Syphilis) ist die Einsendung von einer gepaarten Probe Serum und Liquor sinnvoll. In diesem Falle muss stets auch eine Bestimmung von Gesamt-IgG und Albumin in Serum und Liquor in der klinischen Chemie erfolgen, damit ein spezifischer Serum/Liquor-Antikörper-Quotient errechnet werden kann! Nur dieser kann eine Infektion des Zentralnervensystems mit hoher Wahrscheinlichkeit belegen.

Wie oft werden die Untersuchungen durchgeführt?
Die Untersuchungen werden in Abhängigkeit des Probenaufkommens mindestens einmal wöchentlich durchgeführt. Untersuchungsmaterialien, bei denen der Nachweis von Aspergillus-Antigen oder Kryptokokken-Antigen angefordert ist, werden sofort am Tag des Laboreinganges bearbeitet.

Wie kann ich das infektionsserologische Labor erreichen?
Bitte beachten Sie, dass die Untersuchungsmethoden und das ausgewählte Spektrum der Erreger einer ständigen Aktualisierung unterliegen. Bei entsprechenden Fragen, auch hinsichtlich der Befundinterpretation, stehen Ihnen unsere Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Infektionsserologie unter der Telefonnummer 65327 / 65376 zur Verfügung. Über diese Nummer werden Sie auch an den zuständigen Laborarzt für die Infektionsserologie weitergeleitet.

Erreger Untersuchungs-materialien Methode Bemerkungen
Aspergillus spp.

Serum
Liquor

bronchoalveoläre Lavage

ELISA (Antigennachweis) Der Antigennachweis ist bei Verdacht auf eine invasive systemische Aspergillose indiziert.
Bartonella henselae
Bartonella quintana
Serum Mikroimmunfluoreszenztest  
Bordetella pertussis Serum

IgG-Antikörpernachweis* (ELISA)

 

Indikation

Bestimmung des Immunstatus

Impferfolgskontrolle

Seroepidemiologische Untersuchung

*externe Untersuchung
 
Für die Diagnostik von akuten Infektionen ist die PCR aus resp. Sekreten besser geeignet.

Borrelia burgdorferi Serum
Liquor

IgG-/IgM ELISA

IgG-/IgM Immunoblot

 

Suchtest

Bestätigungstest

Bei Verdacht auf Neuro-Borreliose Liquor (mindestens 1 ml) und Serum einsenden. Zum sicheren Nachweis intrathekal synthetisierter Ak sollte in der zentralen Einrichtung Klinsche Chemie die Bestimmung von Albumin und Gesamt-IgG aus Liquor und Serum veranlasst werden.
Brucella spp. Serum IgG-/IgM ELISA  
Campylobacter jejuni
Campylobacter coli
Serum

IgG-Immunoblot

 
Chlamydia spp.
C. pneumoniae
C. trachomatis
C. psittaci
Serum IgG-/IgM –Mikroimmunfluoreszenztest Suchtest

Bestätigungstest und Speziesdifferenzierung
C. trachomatis Vaginalabstrich
Zervikalabstrich
Urethralabstrich
Urin
Konjunktivalabstrich
Serum
Nukleinsäurenachweis (siehe "Molekularbiologie")

 
IgG-Immunoblot *
Das entsprechende Abstrichbesteck (PCR-Abstrich-Set mit MicroTest M4RT-Medium) bei der Klinikumsapotheke bestellen. Möglichst einen zellreichen Abstrich entnehmen. Nur bei Verdacht auf Neugeborenenpneumonie ist die Untersuchung von Trachealsekreten und Material aus dem Respirationstrakt sinnvoll.

* Indikation: Tubarsterilität, aufsteigende Infektion, reaktive Arthritis
C. pneumoniae Nasenabstrich
Rachenabstrich bronchoalveoläre Lavage,
Trachealsekret
 

Nukleinsäurenachweis
(siehe "Molekularbiologie")

Erregeranzucht mittels Zellkultur;(nur nach Rücksprache in Ausnahmefällen)

Möglichst einen zellreichen Abstrich entnehmen.


Das  Chlamydien-Transportmedium für die Kultur kann bei der Apotheke bestellt werden.  Das Material sollte nach Probenentnahme unverzüglich ins Labor geschickt werden.

Coxiella burnetii (Q-Fieber) Serum  Mikroimmunfluoreszenztest
(Antikörpernachweis)
 
Cryptococcus neoformans Serum
Liquor
Antigen-Nachweis mittels Agglutinationsreaktion  
Echinococcus spp.
E. multilocularis    
Serum Nachweis polyvalenter Ak mittels Agglutinationsreaktion

Nachweis polyvalenter Ak mittels ELISA
Suchtest

Speziesdifferenzierung
Legionella spp.

Urin

respiratorische Sekrete

 

Antigennachweis aus dem Urin mittels ELISA, bzgl. Nukleinsäurenachweis
(siehe "Molekularbiologie")
 
Leptospiren Serum IgM ELISA Ab dem 6. bis 10. Krankheitstag treten spezifische Ak auf.
Mycoplasma pneumoniae Serum
respiratorische Sekrete
 ELISA
Nukleinsäurenachweis,
(siehe "Molekularbiologie")
 
Streptococcus pyogenes Serum Antikörper-Nachweis Diese Untersuchung wird in der ZE Klinische Chemie durchgeführt (ADNase B)
Toxopolasma gondii Serum IgG-,IgM-ELISA (Vidas)
Immunoblot
IIFT
Suchtest
IgM-Bestätigungstest
Verlaufsbeobachtung
Treponema pallidum (Lues) Serum
Liquor

TPPA
FTA-Abs
RPR(Cardiolipin)
Immunoblot

Suchtest
Bestätigungstest
Abklärung der Behandlungsbedürftigkeit
Verlaufsbeobachtung

Bei V. a. Neuro-Syphillis Serum und Liquor einschicken. Zum sicheren Nachweis intrathekal synthetisierter Ak in der Abteilung Klinsche Chemie die Bestimmung von Albumin und Gesamt-IgG aus Serum und Liquor veranlassen.

Yersinia spp.

Yersinia pseudotuberculosis

Serum IgA-Immunoblot  Indiziert vor allem bei nichtenteritischer, intestinaler (pseudoappendizitischer) und extraintestinaler Yersiniose.

 

Abkürzungen:
 

Ag

Antigen

Ak

Antikörper

ELISA

Enzyme linked immuno assay

FTA-Abs

Fluoreszenz Treponema Anitkörper- Absorptionstest

IIFT

indirekter Immunfluoreszenztest

PCR

Polymerase chain reaction

TPPA

Treponema pallidum Partikelagglutinationstest

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Krankenhaushygiene

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Forschung

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