Projekt SELYAS - Support needs of persons who experience a loss by assisted suicide

Unterstützungsbedarfe bei Verlust durch assistierten Suizid

Hintergrund der Studie

Nachdem das Bundesverfassungsgericht im Jahr 2020 § 217 StGB als nicht verfassungskonform und nichtig erklärte, ist der assistierte Suizid in Deutschland erneut zugänglich. Der (ärztlich-) assistierte Suizid bezeichnet eine Art des Sterbens, bei der sich ein Mensch mit freiwilliger Unterstützung Dritter selbst das Leben nimmt (z.B. Bereitstellung von Medikamenten durch einen Gesundheitsdienstleister, die es dem Patienten ermöglichen, sein Leben eigenständig zu beenden). Während assistierte Suizide in Ausnahmefällen auch ohne ärztliche Begleitung möglich sind, sind in Deutschland häufig Ärztinnen und Ärzten in den Prozess involviert, in dem sie die zur Selbsttötung notwendigen Medikamente zur Verfügung stellen.

Die bestehende Forschung zum assistierten Suizid konzentriert sich vor allem auf philosophische und ethische Fragestellungen, die Bedürfnisse von Menschen, die durch einen assistierten Suizid sterben möchten, sowie die Einstellungen von Gesundheitsdienstleistern und der allgemeinen Bevölkerung. An- und Zugehörige der Personen, die durch assistierten Suizid sterben, spielen eine wesentliche Rolle in der Planung und Durchführung eines assistierten Suizids. Sie wurden jedoch trotz ihrer zentralen Bedeutung im Prozess und vermuteter Risiken für negative Trauerfolgen, in der Forschung, Versorgung und Politik bisher kaum berücksichtigt und sind in ihren Erfahrungen und Bedarfen weitgehend unerforscht.

Die Studie wird von der Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) gefördert (Projektnummer 554827050).

Ziele der Studie

Die Ziele des Projekts sind, im Kontext eines assistierten Suizids

  • die Unterstützungsbedarfe von Personen zu untersuchen, die den Verlust einer nahestehenden Person erlebt haben
  • den Einfluss struktureller und rechtlicher Faktoren, und gesellschaftlicher und sozialer Rahmenbedingungen auf die Trauererfahrung und Unterstützungsbedarfe von An- und Zugehörigen zu untersuchen
  • unterstützende Maßnahmen für An- und Zugehörige aufzuzeigen

Informationen zur Studienteilnahme

Damit wir mehr über die Unterstützungsbedarfe von An- und Zugehörigen in Erfahrung bringen, befragen wir im Rahmen dieser Studie An- und Zugehörige, (Gesundheits-)Fachkräfte sowie Mitarbeitende von Organisationen, die einen assistierten Suizid emöglichen.

Wenn Sie als An- oder Zugehörige oder als (Gesundheits-)Fachkraft mit einem assistierten Suizid in Kontakt gekommen sind und sich an der Studie beteiligen möchten, oder auch mehr über diese erfahren wollen, schreiben Sie uns per E-Mail: selyas@uni-ulm.de.

Aufwandsentschädigung: Studienteilnehmende erhalten eine Aufwandsentschädigung von 50€, etwaige Reisekosten werden erstattet.

Publikationen

hier stehen die Publikationen verlinkt

Das Team

Projektleitung
Profilbild von Prof. Dr. biol. hum. Nathalie Oexle

Prof. Dr. biol. hum. Nathalie Oexle

Leiterin der Arbeitsgruppe Suizidprävention

Projektmitarbeitende
Profilbild von Dr. biol. hum. Maja Stiawa

Dr. biol. hum. Maja Stiawa

M. A. soz. | wissenschaftliche Mitarbeiterin

Profilbild von  Franziska Marek

Franziska Marek

M. A. Soziologie | wissenschaftliche Mitarbeiterin

 

 

Förderung / Kooperation