Arbeitsgruppe Suizidprävention

Leiterin: Jun.-Prof. Dr. biol. hum. Nathalie Oexle

Die an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II und der Sektion Public Mental Health angesiedelte Arbeitsgruppe Suizidprävention fokussiert sich im Allgemeinen auf die Erforschung psychosozialer Determinanten suizidalen Verhaltens sowie auf die Entwicklung und Evaluation geeigneter Maßnahmen zur Suizidprävention. Unsere aktuellen Forschungsprojekte verfolgen das Ziel, die gesellschaftliche Akzeptanz Suizidalität betroffener Personen sowie deren Angehöriger zu erhöhen. So soll Lebensqualität und die Bereitschaft zur Hilfesuche gesteigert werden – und nicht zuletzt Suizide verhindert werden. Ein zentraler Bestandteil der AG Suizidprävention ist die BMBF Nachwuchsgruppe EMIRA, die sich auf die Entwicklung und Evaluation innovativer technischer Möglichkeiten der Suizidprävention unter Jugendlichen fokussiert.

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Jun.-Prof. Dr. biol. hum. Nathalie Oexle

Leiterin der Arbeitsgruppe Suizidprävention

Kontakt

Postanschrift:

Arbeitsgruppe Suizidprävention
Sektion Public Mental Health
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II
der Universität Ulm 
Parkstraße 11
89073 Ulm

Laufende Projekte

Building Mental Health Across the Lifespan - E-Learning to empower Primary Care Providers (BASEPro) and Medical Students (BASEStud)
Laufzeit: 06/2021 – 12/2022

Projektleitung:

  • Jun.-Prof. Dr. Nathalie Oexle, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Sektion Public Mental Health
  • Jun.-Prof. Dr. Vera Clemens, Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie
  • Jun.-Prof. Dr. Miriam Rassenhofer, Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie
  • PD Dr. Eva Rothermund, Universitätsklinikum Ulm, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Projektpartner:

  • Prof. Dr. Anne Barzel, Universitätsklinikum Ulm, Institut für Allgemeinmedizin
  • Kompetenznetzwerk Weiterbildung Allgemeinmedizin Ulm

MitarbeiterInnen Universität Ulm:
Maria Haun
Natalie Lamp
Beatriz Lloret
Lea Mayer

Finanzierung: Kooperationsverbund „Hochschulmedizin Baden-Württemberg“

Fördersumme: 484.366 €

Laufzeit: 06/2021 – 12/2022

Zusammenfassung:
Psychosoziale Probleme wie finanzielle Schwierigkeiten, Probleme am Arbeitsplatz, Einsamkeit und intrafamiliäre Gewalt gehen oftmals mit psychischen Belastungen bis hin zu Suizidalität einher und sind mit Konsultationen in Hausarztpraxen verbunden. Durch die gesellschaftliche Tabuisierung werden diese jedoch oftmals nicht offengelegt sowie nicht ausreichend in der Diagnosestellung und im Behandlungsplan berücksichtigt. Primärbehandler*innen kommt hier eine Schlüsselrolle zu. Voraussetzung hierfür sind das Erkennen von Risikopersonen sowie eine offene Haltung verbunden mit Handlungskompetenz. Ziel des Projektes ist daher die Entwicklung und Evaluation eines E-Learning-Curriculums für Primärbehandler*innen (BASEPro) und Medizinstudierende (BASEStud) mit Fokussierung auf die o.g. Themen. So sollen die Awareness, die Selbstwirksamkeit und die Handlungskompetenz in den Zielgruppen erhöht werden.

Determinants of social support after suicide loss
Laufzeit: 09/2021 – 08/2024

Projektleitung:
Jun.-Prof. Dr. Nathalie Oexle, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Sektion Public Mental Health

Projektpartner:
AGUS e.V.

MitarbeiterInnen Universität Ulm:
Franziska Marek

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Fördersumme: 230.873 €

Laufzeit: 09/2021 – 08/2024

Zusammenfassung:
Soziale Unterstützung ist essentiell für die Verarbeitung von traumatischen Lebensereignissen wie etwa Verlust durch Suizid. Allerdings berichten Personen, die einen Angehörigen durch Suizid verloren haben oftmals von zu geringer sozialer Unterstützung, mit negativen Konsequenzen für den Trauerprozess. Soziale Unterstützung ist ein komplexes Phänomen, das grundsätzlich sowohl von der persönlichen Bereitschaft sich Unterstützung zu suchen und anzunehmen abhängt, als auch von der Bereitschaft Anderer, Unterstützung zu leisten. Um die soziale Unterstützung nach Verlust durch Suizid im Rahmen von Interventionen zu erhöhen, ist ein Verständnis der Barrieren und fördernden Faktoren unter Betroffenen und potentiellen Unterstützern (z.B. Freunden, Nachbarn, Arbeitskollegen) unerlässlich. Diese Wissenslücke möchte DE-LOSS schließen.

Ecological momentary intervention to reduce suicide risk among adolescents
Laufzeit: 10/2022 – 09/2027

Nachwuchsgruppenleitung:
Jun.-Prof. Dr. Nathalie Oexle, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Sektion Public Mental Health

Kooperationspartner:

  • Jun.-Prof. Dr. Miriam Rassenhofer & Prof. Dr. Jörg Fegert, Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie
  • Dr. Daniel Buschek, Universität Bayreuth, Fakultät für Mathematik, Physik und Informatik
  • Prof. Dr. Nicolas Rüsch, Prof. Dr. Thomas Becker & Prof. Dr. Reinhold Killian, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm
  • Prof. Dr. Ulrich Reininghaus, ZI Mannheim, Abteilung Public Mental Health
  • Prof. Dr. Benjamin Mayer, Universität Ulm, Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie

MitarbeiterInnen Universität Ulm:
N.N.
N.N.

Finanzierung: BMBF (Nachwuchsgruppen in der Versorgungsforschung)

Fördersumme: 1.009.000 €

Laufzeit: 10/2022 – 09/2027

Zusammenfassung:
Suizide sind eine führende Todesursache unter Jugendlichen und es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der Jugendlichen in Deutschland suizidale Gedanken erlebt, während ca. 6-9% einen Suizidversuch unternehmen. Die Behandlung akuten Suizidrisikos unter Jugendlichen erfolgt in der Regel im Rahmen eines stationären Klinikaufenthaltes, jedoch lässt sich in den Tagen und Wochen nach der Entlassung ein besonders hohes Risiko für suizidales Verhalten beobachten. Ein integraler Bestandteil aktueller Maßnahmen zur Reduktion dieses erhöhten Suizidrisikos ist Safety Planning. Dieses beinhaltet einen persönlichen Maßnahmenplan mit sogenannten „Skills“ (z.B. Ablenkung, Hilfesuche), die angewendet in einer möglichen suizidalen Krise das Suizidrisiko der Patient*innen senken sollen. Eine wichtige Limitation, die die Wirksamkeit von traditionellem Safety Planning stark einschränken könnte, ist dessen Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und Selbstanwendung eines Papier-basierten Maßnahmenplans in Alltagssituationen mit hohem emotionalem Stress. Eine innovative Weiterentwicklung von Safety Planning ist dessen Umsetzung als personalisierte Smartphone App. Allerdings besteht auch hier die Limitation der Abhängigkeit von der Selbstanwendung in Situationen mit hohem emotionalem Stress. Eine deutliche Erhöhung der Wirksamkeit ließe sich durch einen automatischen Auslöser erreichen, der Interventionen in suizidalen Krisen automatisch startet. Die Zielsetzung von EMIRA ist daher die Entwicklung und Evaluation einer automatisch startenden Safety Planning Smartphone-App zur Reduktion des Suizidrisikos von Jugendlichen im Alter von 14-21 Jahren nach stationärer Behandlung in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Beneficial and harmful effects of reducing public suicide stigma
Laufzeit: 03/2021 – 02/2022

Projektleitung:
Jun.-Prof. Dr. Nathalie Oexle, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Sektion Public Mental Health

Mitarbeiter Universität Ulm:
Daniele Valacchi

Finanzierung: Baden-Württemberg-Stiftung (Eliteprogramm für PostdoktorandInnen)

Fördersumme: 43.800 €

Laufzeit: 03/2021 – 02/2022

Zusammenfassung:
Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 10.000 Menschen durch Suizid, die Zahl der Suizidversuche ist schätzungsweise 10-mal so hoch. Trotz dieser hohen Zahl von Betroffenen, ist die Thematik stark tabuisiert. Mangelndes Wissen über Suizid und negative Einstellungen gegenüber Menschen, die Suizidalität erleben, haben eine Vielzahl negativer Folgen, die die Suizidprävention erschweren. Aus Angst vor Zurückweisung, negativen Reaktionen und aus Scham behalten viele Betroffene ihr Suizidgedanken für sich – wodurch sie keine Unterstützung oder Behandlung erhalten. Auch viele Angehörige fühlen sich durch die Vorurteile anderer in ihrer Trauer allein gelassen. Gleichzeitig, gibt es aber auch Hinweise, dass liberale gesellschaftliche Einstellungen zu Suizid, d.h. eine Normalisierung der Thematik, suizidales Verhalten begünstigen können. Es stellt sich also die Frage, ob, und wenn ja, wie, Wissen und Einstellungen zu Suizid, ohne unerwünschte Nebeneffekte, verbessert werden können. Diese Frage möchte das Projekt „Beneficial and harmful effects of reducing public suicide stigma“ beantworten. Dazu wurden vier potentielle Interventionen zur Erhöhung von Wissen und Stigmareduktion entwickelt, deren Wirksamkeit und unerwünschte Nebeneffekte in einem webbasierten RCT überprüft werden.

Abgeschlossene Projekte

Ko-Projektleitung:
Nathalie Oexle
Nicolas Rüsch

Studienkoordination:
Lea Mayer

Finanzierung: Abteilungsstudie und Förderung durch Eckhard Busch Stiftung

Laufzeit: 07/2019 – 06/2021

Zusammenfassung:
Überlebende nach Suizidversuch haben neben ihren Symptomen oft mit Stigmatisierung und Diskriminierung zu kämpfen. Von der Gesellschaft werden sie u.a. als schwach, egoistisch und rücksichtslos stigmatisiert. Überlebende nach Suizidversuch stehen daher oft vor der schwierigen Entscheidung, ihre Erfahrungen anderen gegenüber offenzulegen oder nicht. Offenlegung kann Vor- und Nachteile für die Betroffenen mit sich bringen.

„In Würde zu sich stehen“ (IWS) ist ein peer-geleitetes Gruppenprogramm (d.h. Gruppenleitung durch Betroffene), das ursprünglich entwickelt wurde, um Menschen mit psychischen Erkrankungen bei Offenlegungsentscheidungen zu unterstützen. IWS wurde in den USA bereits für Überlebende nach Suizidversuch angepasst.

Ziel der Studie ist es, das Programm „In Würde zu sich stehen“ für Überlebende nach Suizidversuch für den deutschen Sprachraum und zur Durchführung im klinischen Setting anzupassen und anschließend zu evaluieren. Geplant ist eine kontrolliert-randomisierte Pilotstudie, bei der die Durchführbarkeit und Wirksamkeit der Intervention untersucht werden soll.

Aktuell suchen wir Personen mit Suizidversuch in der Vorgeschichte sowie Personen, die beruflich im psychiatrischen Bereich arbeiten, als Leiter des Gruppenprogramms. Gruppenleiter werden von uns geschult, bezahlt und betreut. Zwei Gruppenleiter leiten die Sitzungen. Schulungen sind für Anfang 2019, Gruppen ab Mitte 2019 geplant. Das Gruppenprogramm wird am Bezirkskrankenhaus Günzburg stattfinden. Wenn Sie Interesse an der Mitarbeit als Gruppenleiter haben oder mehr Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an Lea Mayer.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme am Gruppenprogramm haben, gibt es hier nähere Informationen. Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören!

Projektleitung: Jun.-Prof. Nathalie Oexle

Studienkoordination: Nadja Puschner, Forschungsadministratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin

Finanzierung: Abteilungsstudie

Laufzeit: 04/2019 – 03/2020

Zusammenfassung:
Ein Verlust durch Suizid ist ein sehr belastendes Lebensereignis. Neben der Trauer um den verstorbenen Angehörigen, können auch die Reaktionen des Umfelds als Belastung erlebt werden. Personen, die eine Ihnen nahestehende Person durch Suizid verloren haben, tun sich zudem oft schwer über Ihren Verlust zu sprechen.

Um Erkenntnisse über erlebte soziale Reaktionen sowie die Determinanten der Offenlegung von Verlust durch Suizid zu gewinnen, werden im Rahmen unserer Studie qualitative Einzelinterviews mit Angehörigen nach Suizid geführt. Diese können persönlich oder telefonisch stattfinden und dauern ca. 60 Minuten. Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 20€ (zzgl. Erstattung eventueller Fahrtkosten).

Weitere Infos zur Studie finden Sie hier. Gerne können Sie sich bei Fragen an die Studienkoordinatorin Nadja Puschner wenden. Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören!

Studienart und Ziel: (i) qualitative Einzelinterviews und (ii) quantitative Längsschnittstudie zum Zusammenhang von Stigma-Variablen und Suizidalität
Förderung und Laufzeit: Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes (für Nathalie Oexle), 2015-2018
Personen: Nathalie Oexle, Katharina Herrmann, Nicolas Rüsch

Publikation:

  1. Oexle N, Herrmann K, Staiger T, Sheehan L, Rüsch N; Krumm S: Stigma and suicidality among suicide attempt survivors: a qualitative study. Death Studies 2018 Sep 20:1-8. 

 

Qualifikationsarbeiten

Dissertationen

Grübel, Phillip
Der Einfluss von Suizidstigma und Wissen über Suizid auf die Bereitschaft zur Hilfesuche bei erlebter Suizidalität
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)