Was wäre, wenn das Behandlungsteam schon vor der Ankunft eines schwerverletzten Menschen über die wichtigsten Informationen vom Unfallort verfügt? Und wenn Künstliche Intelligenz erkennen könnte, wie viel Patientinnen und Patienten tatsächlich essen – und wann es zu wenig wird? Mit zwei solchen Herausforderungen geht das Universitätsklinikum Ulm als Silber-Partner beim „Zukunft Gesundheit Hackathon 2026“ an den Start. Vom 25. bis 27. November entwickeln Teilnehmende in Göppingen innerhalb von 48 Stunden Lösungen für konkrete Probleme aus der Gesundheitsversorgung.
Eine Teilnahme ist noch möglich: Gesucht sind nicht nur IT-Expertinnen und -Experten, sondern Menschen mit ganz unterschiedlichen fachlichen Perspektiven.
Beide UKU-Challenges greifen konkrete Herausforderungen aus dem Klinikalltag auf. Gemeinsam mit den Teilnehmenden sollen daraus beim Hackathon neue digitale Lösungsansätze entstehen. Insgesamt stehen mehr als zehn Challenges aus Kliniken, Kostenträgern, Hochschulen und Unternehmen zur Auswahl.
UKU-Challenge 1: Wenn jede Sekunde zählt – Rettungsdienst und Klinik besser vernetzen
Bei der Versorgung schwerverletzter Patientinnen und Patienten liegen bereits am Unfallort wichtige Informationen zu Verletzungen, Vitalwerten und eingeleiteten Maßnahmen vor. Häufig werden diese Informationen jedoch telefonisch und über mehrere Stationen hinweg weitergegeben. Das kostet Zeit und birgt das Risiko, dass relevante Informationen nicht überall rechtzeitig vorliegen.
Gesucht sind digitale Lösungen, die wichtige Informationen vom Unfallort schneller ins Krankenhaus bringen. Rettungsdienst, Leitstelle, Notaufnahme, Schockraum, OP und Intensivstation sollen frühzeitig und strukturiert über den Zustand der Patientinnen und Patienten informiert sein. So können Behandlungsteams die Ankunft vorbereiten und notwendige Ressourcen rechtzeitig bereitstellen.
Für die Challenge verantwortlich ist Dr. Christian Bergmann, Assistenzarzt in der Klinik für Unfall-, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie am UKU. „Bei schwerverletzten Patientinnen und Patienten zählt jede Sekunde“, betont er. „Wenn wichtige Informationen bereits während des Transports im Krankenhaus verfügbar sind, können sich die Behandlungsteams frühzeitig vorbereiten.“
Challenge 2: SmartPlate – Was wird wirklich gegessen?
Bei der zweiten Challenge steht die Nahrungsaufnahme von Patientinnen und Patienten im Mittelpunkt. Im Klinikalltag wird häufig nur eingeschränkt erfasst, wie viel tatsächlich gegessen wird. Dabei können Veränderungen der Nahrungsaufnahme wichtige Hinweise für die Versorgung geben.
Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Künstliche Intelligenz dabei helfen kann, die tatsächliche Nahrungsaufnahme zu erfassen. Eine digitale Lösung könnte sichtbar machen, wie viel Patientinnen und Patienten tatsächlich essen. Dadurch könnten Veränderungen frühzeitig erkannt und Pflege und Behandlung gezielter unterstützt werden. Gleichzeitig könnte die Versorgung bedarfsgerechter geplant und Lebensmittelverschwendung reduziert werden.
Die SmartPlate-Challenge wird von Lea Glogner und Sophia Figur, pflegerischen Bereichsleitungen der Chirurgie am UKU, begleitet. „Für uns ist vor allem interessant, ob es gelingt, die tatsächliche Nahrungsaufnahme verlässlich und objektiv abzubilden und damit eine bessere Grundlage für pflegerische Entscheidungen zu schaffen“, sagt Glogner. „Damit eine solche Lösung im Stationsalltag wirklich einen Mehrwert bietet, muss sie sich unkompliziert in bestehende Abläufe integrieren lassen und ohne zusätzlichen Dokumentationsaufwand funktionieren“, ergänzt Figur.
Gemeinsam Lösungen entwickeln
Mit mehr als zehn Challenges bringt der Zukunft Gesundheit Hackathon unterschiedliche Fragestellungen aus dem Gesundheitswesen zusammen. Das UKU ist mit zwei eigenen Challenges dabei; weitere kommen unter anderem von Kliniken, Kostenträgern, Hochschulen und Unternehmen. Beim Hackathon treffen Menschen aus Medizin, Pflege, IT, Wissenschaft, Design und Wirtschaft aufeinander und entwickeln innerhalb von 48 Stunden konkrete Lösungsansätze und möglichst funktionsfähige Prototypen. Vorkenntnisse in Programmierung oder Künstlicher Intelligenz sind nicht erforderlich. Entscheidend sind Interesse, eigene Ideen und unterschiedliche fachliche Perspektiven.
„Die IT ist ein zentraler Innovationstreiber im Gesundheitswesen. Entscheidend ist, dieses Potenzial für die konkrete Versorgung nutzbar zu machen“, betont Robert Mahnke, CIO am UKU. „Der Hackathon bringt Menschen mit unterschiedlichen Kompetenzen und Perspektiven zusammen. So entstehen praxisnahe digitale Lösungen für die konkreten Herausforderungen in Medizin und Pflege.“
Eine Teilnahme ist noch möglich. Der Hackathon findet vom 25. bis 27. November 2026 im „hive“ in Göppingen statt.
Weitere Informationen und Anmeldung:
Zukunft Gesundheit Hackathon · 25.–27. November 2026 · Göppingen
