Die veränderte Sicherheitslage in Deutschland macht deutlich, dass sich die gesamte Gesellschaft und die Infrastruktur im Land resilienter aufstellen muss. Angesichts der höheren Wahrscheinlichkeit von Extremwetterereignissen, Pandemien oder Sabotageakten sowie der verschärften internationalen Lage wird auch eine resiliente Gesundheitsversorgung und Krisenvorsorge in der Region immer wichtiger.
Bereits seit Langem arbeiten die Akteure der regionalen Gesundheitsversorgung im Alb-Donau-Kreis und der Stadt Ulm eng zusammen, um sich für Krisenereignisse bestmöglich vorzubereiten – beispielsweise mit dem MANV/E-Konzept für eine große Anzahl von Verletzten oder während der Corona-Pandemie. Nun haben sich Akteure der Stadt Ulm, des Landratsamts Alb-Donau-Kreis, des Landratsamts Neu-Ulm, der Polizei Ulm, der Vertreterinnen und Vertreter der unteren Katastrophenschutzbehörden und Blaulichtorganisationen, des Bundeswehrkrankenhauses Ulm, des Universitätsklinikums Ulm sowie des Alb-Donau Klinikums und der Kreisspitalstiftung Weißenhorn zu einem intensiven Austausch getroffen. Das Ziel: Die bereits bestehende, sehr gute Zusammenarbeit noch weiter intensivieren. Denn es ist klar: Krisenvorsorge ist ein Mannschaftssport. Kein Krankenhaus kann eine Krise allein bewältigen. Bei dem Treffen, das bereits im Dezember 2025 geplant wurde, ging es deshalb vor allem darum, Erfahrungen und Best Practises zu teilen, Synergien zu nutzen und den weiteren Prozess für die Ausgestaltung der Krisenvorsorge zu strukturieren. Hierbei sollen weitere zentrale Akteure der regionalen Gesundheitsversorgung wie die Kreisärzteschaft einbezogen werden.
Als Teil der Kritischen Infrastruktur verfügen sowohl die Kliniken als auch das Land Baden-Württemberg über eigene Alarm- und Einsatzpläne. Diese regeln die Abläufe, Zuständigkeiten und Maßnahmen im Krisen- und Katastrophenfall auf Landes-, Behörden- und Einrichtungsebene. Nach Beginn der russischen Vollinvasion gegen die Ukraine 2022 erarbeitete die Bundeswehr den „Operationsplan Deutschland“ (OPLAN DEU) für die Planung des militärischen Anteils der Gesamtverteidigung Deutschlands.
Dieser führt die militärischen Verteidigungsplanungen mit den dafür notwendigen Unterstützungsleistungen durch die zivile Seite zusammen. Konkrete Inhalte und operative Vorgaben des Operationsplans Deutschland sind bislang jedoch nicht oder nur in sehr begrenztem Umfang an die kommunale Ebene kommuniziert worden. Zudem werden andere Aspekte der zivilen Verteidigung und Krisenvorsorge darüber nicht abgedeckt, zu diesen gibt es von Bund und Land auch noch keine entsprechenden Hinweise und Vorgaben. Vor diesem Hintergrund soll die regionale Abstimmung sowie die kommunale Krisenvorsorge weiterentwickelt und vertieft werden.
Die regionalen Akteure gehen mit großem Engagement und Weitblick an die Umsetzung dieser gemeinsamen Aufgabe, um die Widerstandsfähigkeit der Gesundheitsversorgung langfristig zu sichern und die Region für zukünftige Krisensituationen bestmöglich vorzubereiten.
Krisenvorsorge innerhalb der gesamten Gesellschaft notwendig
Gleichzeitig ist jede und jeder Einzelne gefordert, sich auf Krisen- und Katastrophenszenarien vorzubereiten – als Privatperson im eigenen Haushalt ebenso wie Unternehmen, Betriebe sowie Städte und Gemeinden. Die Ereignisse der jüngeren Vergangenheit, zuletzt der Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin, haben deutlich gemacht, wie verwundbar selbst grundlegende Versorgungsstrukturen sind und wie schnell Krisensituationen und Einschränkungen im Alltag eintreten können.
Denn im Ernstfall konzentrieren sich die Katastrophenschutzbehörden vorrangig auf die Aufrechterhaltung und den Schutz der kritischen Infrastruktur, etwa von Kliniken, Pflegeeinrichtungen oder der Trinkwasserversorgung. Eine umfassende individuelle Versorgung aller Bürgerinnen und Bürger kann in solchen Lagen nicht sichergestellt werden.
Daher kommt der Eigenverantwortung eine zentrale Bedeutung zu: Sowohl vorsorgendes Handeln im Vorfeld als auch gegenseitige Unterstützung im unmittelbaren Wohn- und Nachbarschaftsumfeld sind im Krisenfall von entscheidender Bedeutung. Umso dringlicher ist es, dass Bürgerinnen und Bürger selbst Vorsorge treffen und insbesondere über ausreichende Trinkwasservorräte sowie Lebensmittel für mehrere Tage verfügen.
Eine gute Übersicht bietet auch der Ratgeber des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe: https://www.bbk.bund.de/DE/Warnung-Vorsorge/Vorsorge/Ratgeber-Checkliste/ratgeber-checkliste_node.html
