Anlässlich der Weltstillwoche vom 28. September bis 4. Oktober verteilt die Frauenklinik des Universitätsklinikums Ulm (UKU) gemeinsam mit dem Förderkreis für intensivpflegebedürftige Kinder Ulm e.V. kleine „Stillfutter“-Tüten an werdende Mütter und Wöchnerinnen in den geburtshilflichen Bereichen und auf den Früh- und Neugeborenenstationen der Kinderklinik. Die Aktion steht unter dem diesjährigen Motto „Stillen. Deine Superkraft.“
Das diesjährige Motto hebt die besondere Fähigkeit des weiblichen Körpers hervor, individuell auf die Bedürfnisse von Mutter und Kind abgestimmte Muttermilch zu produzieren. Die Initiative „Babyfreundlich“ und der Runde Tisch „Stillförderung Deutschland“ möchten damit auf die Besonderheit des Stillens aufmerksam machen und Mütter ermutigen, diese bemerkenswerte Körperfunktion für sich zu entdecken.
Für werdende Mütter und Wöchnerinnen in der Frauen- und Kinderklinik gibt es hierbei eine besondere Überraschung. Gemeinsam mit dem Förderkreis für intensivpflegebedürftige Kinder Ulm e.V. wird zur Stärkung „Stillfutter“ verteilt – kleine Tüten mit einer Nussmischung, die an das bekannte Studentenfutter angelehnt ist.
„Wir freuen uns sehr, unseren Müttern mit einer kleinen Stärkung eine Freude machen zu können und bedanken uns herzlich beim Förderkreis für intensivpflegebedürftige Kinder, dass sie dies möglich gemacht haben“, so Susanne Lehr, Hebamme und Bereichsleitung Geburtshilfe. „Gleichzeitig möchten wir auf die Besonderheit des Stillens und der Ernährung mit Muttermilch aufmerksam machen und unseren Patientinnen alle wichtigen Informationen zu den verschiedenen Ernährungsformen weitergeben. Die Entscheidung, ob eine Frau stillt oder nicht, ist äußerst persönlich, und wir stehen allen Frauen zur Seite und unterstützen sie dabei ihren eigenen Weg zu finden.“
Was sind die Vorteile des Stillens?
Muttermilch trägt bedeutende positive Eigenschaften in sich, da sie ganz automatisch individuell auf Mutter und Kind abgestimmt ist und dadurch nicht künstlich ersetzt werden kann. Sie passt sich täglich neu an die Bedürfnisse des Kindes an und baut dadurch das Immunsystem des Kindes gezielt mit auf. So kann beim Kind das Risiko einer Mittelohrentzündung und anderer Infekte verringert werden. Außerdem unterstützt Stillen die Darmgesundheit des Kindes und reduziert das Risiko für Asthma. So profitieren auch Frühgeborene und kranke Neugeborene von der Ernährung mit Muttermilch. Auch für Mütter bringt Stillen gesundheitlichen Vorteile mit sich. Beispielsweise sinkt das Risiko für eine Wochenbettdepression sowie für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Brust- und Eierstockkrebs oder Typ-2-Diabetes.
Gerade nach der Geburt benötigen Mutter und Kind häufig Unterstützung beim Stillen. Hierbei hilft die Initiative „Babyfreundlich“. Ein wichtiger Bestandteil ist die regelmäßige Schulung von Fachpersonal, um Mutter und Kind bestmöglich zu begleiten. Die Frauenklinik ist bereits seit 2024 als „Babyfreundlich“ zertifiziert und ist damit eine von aktuell 115 zertifizierten Kliniken in ganz Deutschland.
Zertifizierung „Babyfreundlich“
„Babyfreundlich“ ist eine weltweit gemeinsame Initiative der WHO und UNICEF. Ziel ist es, für Schwangere, Stillende und Wöchnerinnen in den Kliniken eine Betreuungsqualität nach internationalen Standards sicherzustellen, um so die Bindung zwischen Eltern und Kind, die Entwicklung der Kinder und das Stillen zu fördern. Dabei orientiert sich die Frauenklinik an den ZEHN Schritten. Diese setzen unmittelbar nach der Geburt an und fördern die Bindung zwischen Eltern und Kind sowie eine erfolgreiche Stillbeziehung. Des Weiteren beinhalten sie die regelmäßige Schulung von Mitarbeitern, der Möglichkeit, dass Mütter und ihre Babys nach der Geburt ausgiebig und ungestört Hautkontakt haben können, dass künstliche Säuglingsnahrung, wenn möglich vermieden wird, bei Bedarf Eltern jedoch umfassend über alternative Ernährungsformen informiert werden. „Für mich bedeutet die Auszeichnung ‚Babyfreundlich‘ vor allem, Mütter und ihre Babys von Anfang an gut zu begleiten, beim Stillen genauso wie beim Aufbau einer engen Bindung. Wir orientieren uns hierbei stets an den ZEHN Schritten für einen babyfreundlichen Weg und übertragen diese individuell auf die Bedürfnisse unserer Patientinnen und ihrer Babys“, so Susanne Lehr.
Über den Förderkreis für intensivpflegebedürftige Kinder Ulm e.V.
Der Förderkreis für intensivpflegebedürftige Kinder Ulm e.V. wurde 1988 gegründet, um auf die Herausforderungen aufmerksam zu machen, die Familien von früh- oder krankgeborenen Kindern bewältigen müssen. Die Mitglieder des Vereins begleiten betroffene Familien in der schwierigen Zeit und stehen als Gesprächspartner zur Verfügung, geben Ratschläge auf Basis ihrer Erfahrungen oder stellen hilfreiche Kontakte her. Inzwischen zählt der Förderkreis über 800 Mitglieder und ist damit der größte Verein Deutschlands, der sich auf die Belange von früh- und krankgeborenen Kindern spezialisiert hat.
