Bundeskabinett beruft Prof. Dr. Alexander Kleger in die Zentrale Ethik-Kommission für Stammzellenforschung

Erstmals gehört ein Wissenschaftler des Universitätsklinikums Ulm der renommierten Kommission an

Das Bundeskabinett hat Prof. Dr. Alexander Kleger, Direktor des Instituts für Molekulare Onkologie und Stammzellbiologie am Universitätsklinikum Ulm (UKU), in die Zentrale Ethik-Kommission für Stammzellenforschung (ZES) berufen. Damit gehört erstmals ein Wissenschaftler des UKUs der unabhängigen Kommission an. Die neu berufene Kommission kam am 7. September 2026 am Robert Koch-Institut in Berlin zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammen.

Prof. Klegers wissenschaftlicher Schwerpunkt liegt auf Stammzell- und Organoidbiologie sowie deren Nutzung zur Modellierung menschlicher Entwicklung und Erkrankungen, insbesondere der Bauchspeicheldrüse. Im ZES wird er seine Expertise als stellvertretendes Mitglied für die Fachrichtungen Biologie und Medizin einbringen und an der Bewertung von Forschungsvorhaben mit humanen embryonalen Stammzellen mitwirken. Die ZES vereint seit ihrer Gründung ausgewiesene Expertinnen und Experten aus Stammzellforschung und Medizin. Zu den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, die die Arbeit der Kommission über die Jahre mitgeprägt haben, zählen unter anderem Hans R. Schöler und Anna M. Wobus.

Im Zentrum der Arbeit des ZES stehen dabei drei wesentliche Kriterien: die Hochrangigkeit der Forschungsziele, die wissenschaftliche Vorklärung des Vorhabens und die Frage, ob der mit dem Forschungsvorhaben angestrebte wissenschaftliche Erkenntnisgewinn voraussichtlich nur mit humanen embryonalen Stammzellen erreicht werden kann. Auf dieser Grundlage prüfen die Expertinnen und Experten aus Medizin, Biologie, Ethik und Theologie die ethische Vertretbarkeit des jeweiligen Forschungsvorhabens.

„Die Berufung in die ZES ist für mich eine große Ehre. Die Stammzellbiologie prägt meinen wissenschaftlichen Weg seit seinen Anfängen. Umso mehr freue ich mich darauf, meine wissenschaftliche und klinische Erfahrung in die Arbeit der Kommission einzubringen“, so Kleger. Weiterhin erklärt er: „Gerade bei der Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen ist der Austausch zwischen Wissenschaft und Ethik wichtig. Unterschiedliche Perspektiven zusammenzubringen, ist aus meiner Sicht eine wichtige Grundlage für die Arbeit der Kommission.“

Die Forschung mit humanen embryonalen Stammzellen ist mit besonderen ethischen Fragen verbunden, da diese Zellen aus frühen menschlichen Embryonen gewonnen werden. Deshalb gelten für die Verwendung dieser Stammzellen in Deutschland besondere gesetzliche Vorgaben und ein eigenes Genehmigungsverfahren. Die Arbeit der ZES erfolgt auf Grundlage des 2002 in Kraft getretenen Stammzellgesetzes. Forschungsvorhaben unter Verwendung humaner embryonaler Stammzellen unterliegen in Deutschland besonderen gesetzlichen Voraussetzungen und einem Genehmigungsverfahren. Die bisher genehmigten Forschungsvorhaben zeigen, dass Arbeiten mit humanen embryonalen Stammzellen einen eigenständigen wissenschaftlichen Mehrwert bieten – zusätzlich zu sonstigen Möglichkeiten zur Entwicklung neuer Diagnose-, Prävention- oder Therapieverfahren.

Über Prof. Dr. Alexander Kleger

Prof. Dr. Alexander Kleger ist seit seinem Studium eng mit dem Wissenschaftsstandort Ulm verbunden. Nach seiner Approbation 2006 war er als Assistenzarzt der Inneren Medizin am UKU tätig. Es folgte 2013 die Habilitation im Fach Innere Medizin und 2019 die Berufung auf eine W3-HeisenbergProfessur für Molekulare Onkologie an der Universität Ulm. 2021 übernahm er die Leitung der Organoid Core Facility der Universität Ulm. Seit 2022 ist er Direktor des Instituts für Molekulare Onkologie und Stammzellbiologie sowie Sektionsleiter der Sektion Interdisziplinäre Pankreatologie in der Klinik für Innere Medizin I. 2023 wurde Kleger für seine Forschungsarbeiten mit Pankreasorganoiden mit dem Deutschen Krebspreis in der Kategorie Experimentelle Forschung ausgezeichnet.

Prof. Dr. Alexander Kleger wurde in die Zentrale Ethik-Kommission für Stammzellenforschung berufen.