Pflege ist ein Beruf mit Zukunft – doch eine klassische Vollzeitausbildung lässt sich nicht mit jeder Lebenssituation vereinbaren. Die Akademie für Gesundheitsberufe am Universitätsklinikum Ulm geht deshalb neue Wege: Zum 1. April 2027 startet erstmals eine vierjährige Ausbildung zur Pflegefachperson (w/m/d) in Teilzeit. Das neue Ausbildungsmodell ist in der Region bislang einzigartig und richtet sich gezielt an Menschen, die ihren Berufswunsch mit Familie, Pflegeverantwortung, Ehrenamt, Leistungssport oder anderen persönlichen Verpflichtungen vereinbaren möchten.
Mit einem Tätigkeitsumfang von 75 Prozent in Theorie und Praxis erwerben die Auszubildenden den gleichen staatlich anerkannten Berufsabschluss wie in der Vollzeitausbildung – jedoch mit deutlich mehr zeitlicher Flexibilität.
„Wir erleben immer häufiger, dass sich Menschen sehr bewusst für den Pflegeberuf interessieren, eine Vollzeitausbildung jedoch aufgrund ihrer persönlichen Situation nicht realisieren können. Mit unserem neuen Teilzeitmodell schaffen wir ein Angebot, das sich an der Lebensrealität der Menschen orientiert – ohne Abstriche bei der Ausbildungsqualität zu machen“, sagt Friederike Ernst, Fachleitung der Pflegeschule.
Um das Modell umzusetzen, hat die Akademie ihre Ausbildung grundlegend weiterentwickelt. Nicht nur die praktische Ausbildung erfolgt in einem 75-Prozent-Modell – auch der theoretische Unterricht wurde vollständig neu organisiert. „Eine Teilzeitausbildung bedeutet weit mehr, als Stunden zu reduzieren. Wir haben unsere theoretische Ausbildung neu strukturiert und die Unterrichtsorganisation so angepasst, dass alle gesetzlich vorgeschriebenen Inhalte in einer 75-Prozent-Ausbildung vermittelt werden können. Damit schaffen wir ein qualitativ hochwertiges Ausbildungsangebot, das in dieser Form in der Region bislang nicht existiert“, erklärt Lara Hinz, Leitung der Akademie für Gesundheitsberufe.
Die Auszubildenden absolvieren ihre Ausbildung über vier Jahre mit einer 28,88-Stunden-Woche. Der Unterricht beginnt frühestens um 8:10 Uhr und endet in der Regel gegen 14 Uhr. Auch die Praxiseinsätze finden in allen gesetzlich vorgeschriebenen Versorgungsbereichen statt und werden dabei auch mit externen Kooperationspartnern durchgeführt. Das Angebot richtet sich insbesondere an Menschen mit Familienverantwortung, pflegende Angehörige, Berufsumsteiger*innen, Personen mit Nebentätigkeit, Menschen im Ehrenamt oder Leistungssport sowie internationale Bewerber*innen, die parallel Deutschkurse absolvieren oder sich zunächst in Deutschland orientieren möchten.
Die generalistische Pflegeausbildung qualifiziert für die Versorgung von Menschen aller Altersgruppen in allen Bereichen der Pflege – vom Krankenhaus über Pflegeeinrichtungen bis hin zur ambulanten Versorgung. Der Abschluss ist europaweit anerkannt und eröffnet vielfältige berufliche Entwicklungsmöglichkeiten. In der Teilzeitausbildung besteht ebenso wie in der dreijährigen Ausbildung die Möglichkeit, einen pädiatrischen Schwerpunkt zu setzen. „Pflege braucht engagierte Menschen mit unterschiedlichen Lebensentwürfen. Unser Ziel ist es, niemanden vom Pflegeberuf auszuschließen, nur weil eine Vollzeitausbildung momentan nicht möglich ist“, so Friederike Ernst.
Die Bewerbung für den ersten Teilzeitkurs ist ab sofort möglich. Ausbildungsbeginn ist der 1. April 2027.
