Das Universitätsklinikum Ulm (UKU) erweitert seine Zentrale Interdisziplinäre Notaufnahme (ZINA) und schafft damit die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Notfallversorgung in Ulm und der Region. Neue räumliche Strukturen und die Bündelung weiterer Fachdisziplinen sollen die Versorgung von Notfallpatient*innen weiter stärken. Mit dem feierlichen Spatenstich am 22. Juli 2026 haben die Bauarbeiten dazu offiziell begonnen.
Mit der Erweiterung der ZINA werden wichtige Voraussetzungen geschaffen, um weitere notfallmedizinische Strukturen innerhalb eines Gebäudekomplexes zu bündeln und die Versorgung am UKU langfristig weiterzuentwickeln. Ziel ist es, die Zentrale Interdisziplinäre Notaufnahme als zentralen Anlaufpunkt für alle Notfallpatient*innen auszubauen.
Im ersten Schritt werden die Notfallstrukturen des Campus Nord (ehemals RKU) mit den Bereichen Neurologie und Orthopädie in die bestehende ZINA integriert. Damit bündelt das UKU weitere medizinische Fachdisziplinen am Standort Oberer Eselsberg.
Durch die Zusammenführung von Neurologie, Neurochirurgie, Kardiologie und Gefäßchirurgie an einer zentralen Anlaufstelle werden optimale Voraussetzungen für eine noch engere interdisziplinäre Zusammenarbeit bei komplexen neurologischen Notfällen geschaffen. Davon profitieren insbesondere die Patient*innen, da die universitäre Expertise an einem Ort gebündelt wird. Auch für die präklinische Versorgung durch Notärzt*innen und Rettungsdienst entstehen durch das Projekt klare Strukturen: Bei neurologischen Notfällen steht künftig eine gemeinsame Anlaufstelle zur Verfügung.
Die Erweiterung am Oberen Eselsberg schafft moderne Strukturen, um die ZINA künftig noch besser auf die Anforderungen moderner Notfallmedizin auszurichten. Geplant sind unter anderem der Teilausbau der bestehenden Vorfahrt, zusätzliche Untersuchungs- und Behandlungsräume sowie eine Optimierung der Aufnahme- und Triagestrukturen. Darüber hinaus wird die Versorgung einer großen Anzahl von Patienten, wie beim s.g. MANV (Massenanfall von Verletzten) neu konzeptioniert. Auch die Infrastruktur im Außenbereich wird angepasst: Neue Parkmöglichkeiten werden geschaffen und die Anfahrt für Rettungswagen optimiert.
„Gerade in der Notfallmedizin ist die enge Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen entscheidend. Mit der Erweiterung der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme schaffen wir Strukturen, die diese Zusammenarbeit weiter ausbauen und damit die Versorgung unserer Patientinnen und Patienten stärken“, ergänzt Prof. Dr. Thomas Datzmann, Ärztlicher Direktor der ZINA.
„Als Maximalversorger der Versorgungsregion C tragen wir eine besondere Verantwortung für die notfallmedizinische Versorgung der Menschen in Ulm und der Region“, betont Prof. Dr. Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender am UKU. „Mit der Erweiterung unserer Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme schaffen wir die Voraussetzungen für eine zukunftsfähige Notfallversorgung und stärken die Interdisziplinarität“, so Prof. Kaisers.
Auch Clemens Benz, Abteilungsleiter im baden-württembergischen Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst und Aufsichtsratsvorsitzender des UKU, hebt die Rolle der Erweiterung für die Gesundheitsversorgung in der Region hervor: „Das Universitätsklinikum Ulm schafft mit der Erweiterung der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme wichtige Voraussetzungen für eine moderne und leistungsfähige Notfallversorgung. Mit dem heutigen Spatenstich geben wir den Startschuss für dieses wichtige Projekt“, so Benz.
Die Baumaßnahmen werden voraussichtlich im Dezember 2028 abgeschlossen sein.
Was Patient*innen wissen müssen
Während der Bauarbeiten wird die medizinische Versorgung in der Zentralen Interdisziplinären Notaufnahme (ZINA) weiterhin sichergestellt. Für die einzelnen Bauphasen wurden Konzepte entwickelt, um die medizinischen Abläufe und die Versorgung der Patient*innen bestmöglich aufrechtzuerhalten.
Dennoch ergeben sich vorübergehende Änderungen für Patient*innen und Besucher*innen. Während der Baumaßnahmen entfällt eine geringe Anzahl an Parkplätzen im Innenhof. Weitere Parkmöglichkeiten stehen in der Albert-Einstein-Allee zur Verfügung. Auch der Zugang zur Notaufnahme wird für Patient*innen und Rettungswagen angepasst. Während der Bauarbeiten befindet sich der neue Zugang im Innenhof zwischen den beiden hinteren Gebäudeteilen (E und F) der Chirurgie. Dort wird zudem ein neuer Wartebereich eingerichtet.


