Internationaler Austausch über Medizin- und Innovationsstandort Ulm

Delegation der Regionalverwaltung Lwiw informiert sich über medizinische Strukturen, Forschung und den Innovationsstandort Ulm

Am Dienstag, 28.07.2026 kamen am Universitätsklinikum Ulm (UKU) Vertreter*innen der Regionalverwaltung Lwiw in der Ukraine, des Bundeswehrkrankenhauses Ulm (BWK), der IHK Ulm und des Ministeriums für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg zusammen, um sich über den Medizin- und Innovationsstandort Ulm, die Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Unternehmen sowie Ausbildungssysteme im Gesundheitssektor auszutauschen. Im Mittelpunkt stand dabei auch die Frage, wie die Erfahrungen aus der Versorgung von Kriegsverletzten – insbesondere im nationalen Rehabilitationszentrum „Unbroken" in Lwiw – für die Weiterentwicklung von Notfall-, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie in Deutschland nutzbar gemacht werden können.

Prof. Dr. Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor und Vorstandsvorsitzender des UKU, begrüßte die Delegation aus der Ukraine sowie die Vertreter*innen des Wirtschaftsministeriums, der IHK Ulm und des Bundeswehrkrankenhauses und eröffnete den Austausch mit einer kurzen Vorstellung des UKU, der deutschlandweit führenden zivil-militärischen Zusammenarbeit im Gesundheitswesen in Ulm und der Rolle der Universitätsklinika als großen Maximalversorgern im deutschen Gesundheitssystem. „Ein enger Austausch mit Staaten in Europa wird immer wichtiger, um im veränderten internationalen Umfeld handlungsfähig und innovativ zu bleiben. Die Erfahrungen aus der medizinischen Versorgung von Kriegsverletzten in der Ukraine – etwa im Zentrum „Unbroken" in Lwiw – sind für uns wertvolle Einblicke, die für uns am Medizincampus Oberer Eselsberg in Ulm enorm wertvoll sind, um auch langfristig in jeder Lage medizinische Exzellenz liefern zu können,“ so Prof. Kaisers.

Ein weiteres großes Thema war der Innovationsstandort Ulm. Der Obere Eselsberg bietet dem UKU einerseits Platz, um im Rahmen des langfristigen Masterplans das gesamte Klinikum an einem Standort zu vereinen, andererseits kann durch die lokale Nähe zu Wissenschaft und Wirtschaft die Zusammenarbeit effizient gestaltet werden. „Wir haben hier die Möglichkeit als Mediziner*innen eng beispielsweise mit Ingenieur*innen zusammenzuarbeiten. So können wir gemeinsam neue Medizinprodukte und Verfahren entwickeln, testen, optimieren und beweisen, dass aus einer Idee ein zugelassenes Medizinprodukt werden kann, das uns in der täglichen Arbeit maßgeblich unterstützt und zu einer noch besseren Versorgung unserer Patient*innen führt. Der Medizincampus Oberer Eselsberg bietet die idealen Voraussetzungen, um einen solchen fachlichen Austausch, der für praxisnahe Innovation entscheidend ist, zu ermöglichen“, erklärt Prof. Dr. Florian Gebhard, Stellvertretender Leitender Ärztlicher Direktor und Ärztlicher Direktor der Klinik für Unfall-​​, Hand-, Plastische und Wiederherstellungschirurgie.

Das Rehabilitationszentrum „Unbroken" in Lwiw, Teil des größten medizinischen Verbunds der Ukraine, hat seit Beginn des russischen Angriffs 2022 mehrere Tausend verwundete Soldat*innen sowie Zivilist*innen behandelt – von der Akutversorgung über Robotik-gestützte Rehabilitation bis zur eigenen Prothetik-Fertigung vor Ort. Für das UKU, das mit dem Bundeswehrkrankenhaus Ulm das Traumanetzwerk Ulm leitet und koordiniert, sind diese Erfahrungen ein wichtiger fachlicher Bezugspunkt mit großem Kooperationspotenzial für Fragen der Wiederherstellungschirurgie, der Prothetik sowie der Krisenvorsorge im Gesundheitswesen.

„Ulm bietet mit seiner bundesweit einzigartigen Kombination aus ziviler und militärischer Spitzenmedizin, führender Sicherheitsforschung und leistungsfähiger Industrie ein enormes Potenzial für den Innovationscampus Sicherheit und Verteidigung, der durch das Land Baden-Württemberg ins Leben gerufen wurde. So kann Ulm als Standort für Forschung und Entwicklung seinen Beitrag leisten – für ein Baden-Württemberg, Deutschland und Europa, das technologisch souverän und für zukünftige Herausforderungen gut aufgestellt ist“, ergänzt Petra Engstler-Karrasch, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ulm.

Ulmer Oberer Eselsberg als Qualitätsmerkmal

Als Teil des Medizin- und Innovationsstandorts Oberer Eselsberg ist das Universitätsklinikum Ulm in ein leistungsstarkes Netzwerk aus Forschung, Lehre und Industrie eingebunden. Ergänzt wird dieses Umfeld durch die langjährige Präsenz bedeutender NATO- und Bundeswehrstrukturen, ein starkes Pharma- und Biotechnologie-Cluster sowie führende Unternehmen. Mit renommierten Forschungseinrichtungen wie dem DLR-Institut für Quantentechnologien, dem DLR-Institut für KI-Sicherheit und dem Institut für Quantenoptik der Universität Ulm nimmt der Standort zudem eine Vorreiterrolle bei Zukunftstechnologien wie abhörsicherer Kommunikation, autonomen Systemen und KI-Sicherheit ein. Damit bietet der Obere Eselsberg ideale Voraussetzungen, um die Wissenschaft, medizinische Versorgung und Innovation von morgen aktiv mitzugestalten.

Vertreter*innen der Regionalverwaltung Lwiw, des BWK Ulm, der IHK Ulm und des Ministeriums für Wirtschaft, Handwerk und Tourismus Baden-Württemberg besuchten gemeinsam das Universitätsklinikum Ulm.