Wie können digitale Lösungen dazu beitragen, Prävention und Rehabilitation weiterzuentwickeln und dabei unterschiedliche Versorgungssituationen zu berücksichtigen? Mit dieser Frage beschäftigten sich Vertreterinnen und Vertreter der Hochschule Neu-Ulm (HNU), des Universitätsklinikums Ulm (UKU) und der Jomo Kenyatta University of Agriculture and Technology (JKUAT) aus Kenia bei einem gemeinsamen Austausch am 29. Juli 2026 in Ulm.
Im Mittelpunkt des Besuchs stand die Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin des UKU. Die Gäste aus Kenia nutzten die Gelegenheit, sich aus erster Hand über die Arbeit und Expertise der Sektion zu informieren und mit den Ulmer Fachleuten über aktuelle Entwicklungen und Perspektiven der digitalen Prävention und Rehabilitation auszutauschen. Dabei ging es insbesondere um die Frage, wie digitale Ansätze für unterschiedliche Versorgungskontexte nutzbar gemacht und gemeinsam weiterentwickelt werden können. Anschließend erhielten die Gäste weitere Einblicke in die Klinik für Rehabilitationsmedizin des UKU. Dort besuchten sie unter anderem Bereiche des Querschnittgelähmtenzentrums und der neurologischen Rehabilitation und tauschten sich mit Mitarbeitenden aus Pflege, Medizin und Physiotherapie aus.
Der Besuch war Teil einer gemeinsamen durch die Bayerische Forschungsallianz (BayFOR) geförderten Anbahnungsinitiative von HNU, UKU und internationalen Partnern zur Weiterentwicklung der Zusammenarbeit in der digitalen Medizin und Rehabilitation. Daraus sollen gemeinsame Forschungs- und Umsetzungsprojekte entstehen. Gemeinsam wollen die Beteiligten untersuchen, wie digitale Rehabilitationsangebote an unterschiedliche lokale Gegebenheiten angepasst und erfolgreich in die Versorgung integriert werden können. Auch der Wissenstransfer und die Vermittlung digitaler Kompetenzen in Forschung und Lehre spielen dabei eine wichtige Rolle. Erfahrungen aus dem Projekt „Rehabilitation for All through Digital Innovation and New Competencies“ (RADIC) in Ostafrika, an dem die JKUAT wesentlich beteiligt war, bilden dafür eine wichtige Grundlage.
„Der internationale Austausch bietet uns die Chance, unterschiedliche Erfahrungen und Perspektiven zusammenzubringen und gemeinsam neue Ansätze für die digitale Prävention und Rehabilitation zu entwickeln“, sagt Dr. Sarah Krieg, Ärztin in der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin und Teil der Stabsstelle Unternehmensentwicklung und -kommunikation. „Besonders interessant ist für uns die Frage, wie digitale Lösungen an unterschiedliche Versorgungssituationen angepasst werden können. Daraus können wertvolle Impulse für Forschung, Lehre und die praktische Versorgung entstehen.“
Auch Dr. Helene Maucher, Magnet Chief Nursing Officer am Campus Nord des UKU, zieht ein positives Fazit: „Es war ein sehr positiver Austausch. Besonders wertvoll war für uns, den Gästen verschiedene Bereiche der Rehabilitation zu zeigen und dabei mit ihnen ins Gespräch zu kommen – von der Pflege über die Physiotherapie bis hin zur Medizin. Der gemeinsame Blick auf unterschiedliche Versorgungskonzepte bietet dabei viele interessante Anknüpfungspunkte für die weitere Zusammenarbeit.“
Aus dem Austausch sollen konkrete gemeinsame Projektideen entstehen, die in größere Forschungs- und Kooperationsvorhaben münden können. Dabei bringen die Partner aus Deutschland und Kenia ihre unterschiedlichen Erfahrungen und fachlichen Perspektiven zusammen.
Für das UKU bietet die Kooperation die Möglichkeit, seine Expertise in Sport- und Rehabilitationsmedizin, Forschung und Digitalisierung in internationale Netzwerke einzubringen und gemeinsam mit den internationalen Partnern neue Ansätze für die digitale Rehabilitation zu entwickeln.

