Weichgewebetumore (Sarkome)

Wir sind ein von der Deutschen Krebsgesellschaft (DKG) zertifiziertes Sarkomzentrum und spezialisiert auf die Diagnostik sowie die operative und multimodale Behandlung von Sarkomen. Die gesamte Diagnostik und Therapieplanung erfolgt in enger Zusammenarbeit verschiedener Fachdisziplinen. Jeder Fall wird individuell in der interdisziplinären Tumorkonferenz (=Tumorboard SARK des CCCU) besprochen, um die bestmögliche Behandlung für unsere Patientinnen und Patienten festzulegen. Zu unserem Behandlungsspektrum gehören außerdem gastrointestinale Stromatumoren (GIST) sowie aggressive Fibromatose / Desmoidfibromatose / Desmoidtumoren.

Hier finden Sie einige weiterführende Informationen auf der Homepage des CCCU des Universitätsklinikums Ulm. Im folgenden haben wir die Diagnostik und die in der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie behandelten Tumoren sowie die operative und multimodale Behandlung zusammengefasst.

Sarkomdiagnostik

Eine präzise Diagnostik ist die Grundlage für eine erfolgreiche Behandlung. Durch eine frühzeitige und interdisziplinäre Bewertung vor Beginn der Therapie können die Chancen auf Heilung und eine gute Lebensqualität deutlich verbessert werden.

Sarkome sind seltene Tumoren, weshalb es wichtig ist, die Therapie sorgfältig zu planen. Vor jeder Behandlung sollten folgende Schritte erfolgen:

  1. Bildgebung (z. B. MRT oder CT)
  2. Gewebeentnahme (Biopsie)
  3. Besprechung im interdisziplinären Tumorboard

Studien zeigen, dass diese strukturierte Vorgehensweise das Behandlungsergebnis und die Überlebenschancen verbessert. Da Sarkome nur selten einen Notfall darstellen, bleibt in der Regel genügend Zeit, diese Abfolge einzuhalten.

Ein häufiges Anliegen von Patienten ist die Sorge, dass eine Biopsie das Tumorwachstum fördern könnte. Diese Gefahr ist bei Sarkomen nachweislich sehr gering. Im Gegenteil: Wird auf eine Biopsie verzichtet, besteht ein erhöhtes Risiko für falsche Therapieentscheidungen. Eine fachgerecht durchgeführte Biopsie ist sicher und wichtig für die Behandlungsplanung.

Bildgebende Verfahren im Überblick

Computertomographie (CT): Wird vor allem eingesetzt, um Metastasen in der Lunge auszuschließen sowie Tumoren im Bauchraum darzustellen.

Magnetresonanztomographie (MRT): Wichtigstes Verfahren zur Beurteilung von Weichteilsarkomen. Es liefert detaillierte Informationen zur Größe, Lage und Ausbreitung des Tumors.

Ultraschall (Sonografie): Unterstützt insbesondere die Durchführung von Biopsien und wird häufig in der Nachsorge eingesetzt.

PET-CT: Dieses kombinierte Verfahren zeigt sowohl die Lage als auch die Stoffwechselaktivität eines Tumors. Es wird nur bei speziellen Fragestellungen verwendet und gehört nicht zur Standarddiagnostik.

Gastrointestinale Stromatumoren (GIST)

GIST sind seltene Tumoren des Magen-Darm-Trakts und die häufigsten mesenchymalen Tumoren in diesem Bereich.

In vielen Fällen können GIST minimal-invasiv operiert werden. Diese schonende Methode führt häufig zu einer schnelleren Erholung und weniger Belastung für den Körper.

Behandlungsmöglichkeiten:

  • Operation: Ziel ist die vollständige Entfernung des Tumors mit einem Sicherheitsabstand zum gesunden Gewebe.
  • Medikamentöse Therapie (Tyrosinkinase-Inhibitoren): Diese zielgerichteten Medikamente werden eingesetzt, um das Tumorwachstum zu stoppen oder das Rückfallrisiko zu senken. In manchen Fällen erfolgt diese Therapie vor der Operation, um den Tumor zu verkleinern.
  • Individuelle Therapieplanung: Die genaue Behandlung hängt von der feingeweblichen Untersuchung und genetischen Veränderungen (Mutationen) des Tumors ab.

Bei fortgeschrittenen Erkrankungen mit Metastasen steht in der Regel die medikamentöse Behandlung im Vordergrund. Auch hier ist die genaue Analyse des Tumors entscheidend für den Therapieerfolg.

Aggressive Fibromatose / Desmoidfibromatose / Desmoide

Desmoidtumoren sind seltene, gutartige Bindegewebstumoren, die nicht streuen (keine Metastasen bilden), aber lokal sehr aggressiv wachsen können. Sie treten häufig an folgenden Stellen auf:

  • Arme oder Beine (Extremitäten)
  • Rumpf (Körperstamm)
  • Bauchraum

In der Klinik für Allgemein- und Viszeralchirurgie betreuen wir ausschließlich Desmoidtumoren des Bauchraumes und de Rumpfes.

Ob ein Desmoidtumor wächst, stillsteht oder sich sogar zurückbildet, lässt sich nicht zuverlässig vorhersagen. Heute wird zunächst häufig ein abwartendes Vorgehen gewählt („Active Surveillance“). Dabei wird der Tumor regelmäßig kontrolliert, ohne sofort einzugreifen. Der Grund: Ein überwiegender Teil der Desmoidtumoren zeigt im Verlauf kein weiteres Wachstum oder sogar eine spontane Rückbildung. In diesen Fällen kann auf belastende Therapien verzichtet werden.

Sollte der Tumor Beschwerden verursachen oder deutlich wachsen, stehen verschiedene Therapieoptionen zur Verfügung. Operative Eingriffe werden heute jedoch sorgfältig abgewogen, da sie mit Einschränkungen der Lebensqualität verbunden sein können.

Desmoidtumoren können spontan entstehen oder im Zusammenhang mit einer familiären adenomatösen Polyposis (FAP) auftreten.

 

 

Ihr Team

Profilbild von Priv.-Doz. Dr. med. Mathias Wittau

Priv.-Doz. Dr. med. Mathias Wittau

Bereichsleitung Sarkomchirurgie

Profilbild von Prof. Dr. med. Patrick Téoule, MBA

Prof. Dr. med. Patrick Téoule, MBA

Bereichsleitung Adipositaschirurgie | Stv. Sarkomchirurgie

Profilbild von Univ.-Prof. Dr. med. Nuh Rahbari, MHBA

Univ.-Prof. Dr. med. Nuh Rahbari, MHBA

Ärztlicher Direktor

 

 

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