Psychotherapie-Ambulanz

Liebe Patientinnen und Patienten,

zur Eindämmung der Ausbreitung von SARS-CoV-2 („Corona-Virus“) soll man sich derzeit vorwiegend zu Hause aufhalten und soziale Kontakte mit anderen Menschen auf das notwendigste reduzieren. Diese Isolation kann sehr belastend sein und wir möchten vor allem in diesen Zeiten weiterhin für unsere Patientinnen und Patienten da sein. Gleichzeitig nehmen wir das Gebot der sozialen Distanzierung sehr ernst.

Neuaufnahmen von Patienten sind auch aktuell möglich, allerdings in reduziertem Umfang und unter Einhaltung erforderlicher Schutzmaßnahmen (z.B. Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes). Aufgrund der aktuellen Situation werden neu aufgenommene Patienten in der Regel nur 2 bis max. 4 mal persönlich in den Therapieräumen unserer Ambulanz gesehen, die anschließenden Therapiegespräche sollten nach Möglichkeit per Video-gestützter Therapie laufen.

Eine Weiterführung bereits laufender Therapien ist in der Regel möglich. Hier wird künftig vermehrt das Angebot videobasierter Therapien genutzt. In Einzelfällen, etwa aufgrund eines beeinträchtigten Gesundheitszustands, kann ein Pausieren der laufenden Therapie indiziert sein.

In die Psychotherapie-Ambulanz des AWIP können erwachsene Patienten mit allen psychischen Erkrankungen aufgenommen werden, wenn das Störungsbild psychotherapeutisch zugänglich ist. Die Behandlung verläuft vergleichbar zu der in der Praxis eines niedergelassenen Therapeuten.

Die Therapeuten am AWIP arbeiten verhaltenstherapeutisch orientiert. In der Verhaltenstherapie wird mit verschiedenen, auf wissenschaftlichen Erkenntnissen basierten Verfahren gearbeitet. Auf der Basis konkreter, mit dem Patienten erarbeiteter  Ziele, setzen die Maßnahmen am Erleben und Verhalten des Patienten an.

 

Profilbild von Dr. biol. hum. M.Sc. Julia Bosch

Dr. biol. hum. M.Sc. Julia Bosch

Institutsleitung

Ambulanzleitung

M.Sc. Theresa Hanke  

Sekretariat

 Melanie Lehnert  

 Rosa Reibach  

In der Ambulanz sind bis zu 40 Therapeutinnen und Therapeuten tätig, die alle über ein abgeschlossenes Hochschulstudium der Psychologie verfügen und nun im Rahmen der staatlich anerkannten Psychotherapeutenausbildung (PsychThG) am AWIP ihre Fachausbildung in Verhaltenstherapie absolvieren. Alle Therapeuten haben bereits vielseitige therapeutische Berufserfahrung an psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken sowohl im stationären als auch ambulanten Bereich. Die Behandlungen am AWIP erfolgen unter engmaschiger Supervision (=Fachaufsicht), so dass jederzeit eine hohe Behandlungsqualität gesichert ist. Supervision gilt bei allen anerkannten Psychotherapieverfahren als Standard zur Qualitätssicherung. Die Therapiequalität wird darüber hinaus mittels Ton- und Videoaufnahmen der Behandlung sowie regelmäßige Patientenbefragungen erhoben und gesichert. Alle am Behandlungsfall beteiligten Mitarbeiter, wie etwa der Therapeut selber oder der ihm zugewiesene Supervisor unterliegen der Schweigepflicht.

Standort

Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie III
AWIP - Raum 4.03, 4. Obergeschoss
Leimgrubenweg 12-14
89075 Ulm (Safranberg)

Terminvereinbarung:

Telefon: 0731 500-61595

Telefax: 0731 500-61596

E-Mail: ambulanz.awip@uniklinik-ulm.de

Telefonische Sprechzeiten für Therapieanmeldung:

Montag bis Freitag 08.00 – 12.00 Uhr

Montag, Dienstag und Donnerstag 13.00 - 16.00 Uhr

 
Anreise

Mit dem Bus der Stadtwerke Ulm (SWU)

Sie erreichen die Klinik mit der Buslinie 4, Haltestelle "Örlinger Straße" (aus Richtung Stadtmitte) bzw. "Steinhövelstraße" (aus Richtung Böfingen). Fahrplan-Auskunft Ulm: www.efa-bw.de

Mit dem Auto

Bitte beachten Sie, dass die Kliniken des Universitätsklinikums Ulm seit dem 01.01.2009 innerhalb der Umweltzone der Stadt Ulm liegen. Zur Zufahrt ist daher eine Umweltplakette an Ihrem Auto erforderlich. Weitere Informationen zur Umweltzone erhalten Sie hier.

Wenn Sie sich am AWIP verhaltenstherapeutisch behandeln lassen möchten, können Sie sich wie folgt für die Ambulanz anmelden:

Anruf im Rahmen der telefonischen Sprechzeiten

Hier werden Ihre Anliegen und Ihre Kontaktdaten aufgenommen. Es erfolgt eine Aufnahme in die Warteliste, die jedoch noch keine Garantie auf einen Therapieplatz darstellt. Anmeldung sind nur telefonisch oder persönlich und nicht per Email möglich.

Vorgespräch

Meist besteht vor Aufnahme einer Therapie eine – in der Regel kurze - Wartezeit. Sobald ein möglicher Therapieplatz frei ist, wird zunächst ein Vorgespräch bei einem Therapeuten aus dem Leitungsteam zum gegenseitigen Kennenlernen vereinbart. Sollte in diesem Gespräch festgestellt werden, dass eine ambulante Behandlung im Rahmen der Richtlinienpsychotherapie sinnvoll und möglich erscheint, bekommen Sie einen Therapieplatz bei einem unserer Therapeuten. Dabei werden nach Möglichkeit Ihre Anliegen, z.B. bezüglich möglicher Therapiezeiten berücksichtigt.

Unser psychotherapeutisches Behandlungsangebot richtet sich an gesetzlich versicherte Erwachsene, die unter psychischen Problemen und Störungen leiden.


Das psychotherapeutische Behandlungsangebot umfasst u.a. folgende Erkrankungen:

  •   Depressive und bipolar-affektive Störungen
  •   Angststörungen
  •   Zwangsstörungen
  •   Essstörungen
  •   Posttraumatische Belastungsstörungen
  •   Anpassungsstörungen
  •   Somatoforme Störungen
  •   Hypochondrie und Krankheitsangst
  •   Chronische Schmerzerkrankungen mit psychosomatischen Faktoren
  •   Körperliche Erkrankungen mit psychischen Begleit- und Folgeerscheinungen
  •   Psychotische Störungen (nicht akut)
  •   Persönlichkeitsstörungen wie Borderline-Störungen
  •   Sexuelle Funktionsstörungen

 

Aufgrund der rein ambulanten Durchführung unserer Psychotherapien können wir Patienten mit akuter Selbstgefährdung (akute Suizidalität) und akuten Psychosen nicht behandeln. In diesen Fällen ist eine stationäre Behandlung indiziert. Ebenso können wir Patienten mit Suchterkrankungen nicht behandeln, da hier zunächst eine Entzugs- oder stationäre Entwöhnungstherapie erforderlich ist. Hingegen sind ambulante Nachbehandlungen bei bestehender Abstinenz in unserer Ambulanz möglich.

Die Gesprächstermine dauern in der Regel 50 Minuten. Bitte bringen Sie zu allen Terminen Ihre Krankenversicherungskarte mit. Sollten Sie einen Termin nicht wahrnehmen können, sagen Sie bitte rechtzeitig in unserem Ambulanzsekretariat ab.

Probatorische Sitzungen (Probesitzungen)

Nach Zuteilung des Therapeuten finden bis zu vier probatorische Sitzungen (Probesitzungen) statt, die dem gegenseitigen Kennenlernen, der weiteren Diagnostik und der Therapieplanung dienen. Alle folgenden Termine finden in der Regel am gleichen Wochentag und zur gleichen Uhrzeit statt. Ziel dieser ersten gemeinsamen Arbeitsphase ist die positive Entscheidung von Ihnen und dem Therapeuten gleichermaßen für die Aufnahme einer Psychotherapie.

Entscheidung über die weitere Therapie und Antrag an die Krankenkasse

Erfolgt die Entscheidung für eine weitere Therapie, stellt der Therapeut einen entsprechenden Antrag an die Krankenkasse. Erst nach dem positivem Bescheid der Kasse können Sie die Behandlung bei Ihrem Therapeuten beginnen. Während dieser Wartezeit auf Bewilligung der Kostenübernahme durch die Krankenkasse kann Ihnen Ihr Therapeut zur Überbrückung Termine nach Bedarf anbieten.

Therapieverlauf

In der Regel kann eine Verhaltenstherapie in 12-60 Therapiesitzungen abgeschlossen werden. In manchen Fällen sind auch bis zu 80 Behandlungsstunden erforderlich. Die Einzeltherapiesitzungen dauern jeweils 50 Minuten und finden in der Regel einmal pro Woche (am selben Wochentag zur selben Uhrzeit) statt.

Die Kosten des Vorgesprächs sowie der bis zu 4 Probesitzungen werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen. Wie bei anderen ambulanten Behandlungen ist hierfür Ihre Versichertenkarte nötig. Wird nach den Probesitzungen die Indikation zur Durchführung einer Psychotherapie festgestellt, wird ein Antrag auf Kostenübernahme für weitere Therapiestunden bei der Krankenkasse gestellt.