Am 01. September 2020 wurde die unabhängige Aufarbeitung und Dokumentation des sexuellen Missbrauchs von katholischen Priestern und anderen im Dienst der Katholischen Kirche stehenden Personen an Minderjährigen in Mecklenburg für den Zeitraum 1946 bis 1989 unter der Leitung von Frau Prof. Dr. Manuela Dudeck begonnen. Die Studie verfolgt grundsätzlich zwei Hauptziele. Zum einen soll das Leid der Betroffenen in angemessener Weise sichtbar gemacht und zum anderen der Missbrauch in den geschichtlichen Kontext der damaligen DDR eingebettet sowie die damals begünstigenden kirchlich-institutionellen Gegebenheiten erfasst werden.

Im Rahmen der Studie wurden bisher 1472 Akten aus folgenden Archiven durchgesehen:

  • Hamburg (Diözesanarchiv, Geheimarchiv, Referat Prävention und Intervention, Personalreferat)
  • Pfarrarchiv Neubrandenburg
  • Archiv des Erzbischöflichen Amts Schwerin (Heinrich-Theissing-Institut)
  • Bistumsarchiv Osnabrück
  • Ordensarchiv Netter Schwestern, Kloster Nette Osnabrück
  • Außenstelle Stasi-Unterlagen-Archiv Schwerin

Die Akten wurden verdachtsunabhängig gesichtet. Sie waren dem Forschungsteam frei zugänglich und wurden nicht vorab von Kirchenmitarbeitern ausgewählt. 

Gespräche wurden bislang mit 14 Betroffenen, elf Vertretern der Kirche und mit drei unabhängigen Fachexperten geführt.

Die Archivrecherche und die Interviews sind abgeschlossen. Momentan erfolgt der zeitintensive Prozess der Transkription, d.h. die Umwandlung der gesprochenen Interviews in Textform, in deren Folge sich die inhaltliche Analyse der Texte und die Aktenanalyse anschließt.

Für Rückfragen steht Frau Prof. Dr. Manuela Dudeck gern zur Verfügung (Tel.: 08221/96-25851; E-Mail: Manuela.Dudeck@bkh-guenzburg.de).

Im Juli 2021 wurde vertragsgemäß ein wissenschaftlicher Tätigkeitsbericht dem Erzbistum Hamburg zur unabhängigen Aufarbeitung und Dokumentation des sexuellen Missbrauchs von katholischen Priestern und anderen im Dienst der Katholischen Kirche stehenden Personen an Minderjährigen in Mecklenburg für den Zeitraum 1946 bis 1989 vorgelegt. Ende Dezember 2021 wurde dieser schließlich auf deren Homepage veröffentlicht https://www.erzbistum-hamburg.de/Taetigkeitsbericht_Sexualisierte-Gewalt-in-der-Kirche-Mecklenburgs.