Arbeitsgruppe Angioödem

Die Arbeitsgruppe Angioödem beschäftigt sich mit dem Schwerpunkt „Bradykinin induzierte Angioödeme". Vorwiegend gehören hierzu das hereditäre Angioödem (HAE) und durch Medikamente ausgelöste Angioödeme, beispielsweise ACE-Inhibitoren. Es besteht eine enge Verbindung zwischen grundlagenwissenschaftlicher Forschung im Labor und einem vor allem klinisch arbeitenden Ärzteteam. Ziel ist es, die Entstehung Bradykinin induzierter Angioödeme auf molekularer Ebene im Zellmodell nachvollziehen zu können. Parallel gibt es im Rahmen der ambulanten- und stationären Patientenbetreuung klinische Studien zum besseren Verständnis der Symptome und des Krankheitsverlaufs und entsprechende Medikamentenstudien zur Therapie des hereditären und medikamenteninduzierten Angioödems. Auf diese Projekte aufbauend soll durch neue Erkenntnisse die Diagnostik und Therapie Bradykinin induzierter Angioödeme verbessert werden.

Es besteht eine enge Kooperation mit der Hals-Nasen-Ohrenklinik des Klinikums rechts der Isar der Technischen Universität München und dem Institut für Pharmakologie und Klinische Pharmakologie des Universitätsklinikums Düsseldorf.

 

Leitung der Arbeitsgruppe Angioödem

Profilbild von Prof. Dr. med. Jens Greve

Prof. Dr. med. Jens Greve

Oberarzt

Profilbild von Dr. med. Janina Hahn

Dr. med. Janina Hahn

Fachärztin

 

Weitere Mitglieder

  • Dr. med. Susanne Trainotti
  • Dr. med. Anja Pfaue
  • Dr. med. Julius Vahl
Wissenschaftliche Projekte
  • IOS (Icatibant Outcome Survey; Beobachtungsstudie beim Hereditären Angioödem)
  • Pathophysiologische Untersuchung zum Bradykinin-vermittelten Angioödem (Therapiestudien beim Hereditären Angioödem)
  • ENABLE
    Ziel dieser Studie ist die Bewertung der Wirksamkeit von Lanadelumab, einem Antikörper gegen Plasmakallikrein, welcher zur prophylaktischen Behandlung des Hereditären Angioödems zugelassen ist, beim Auftreten von HAE-Attacken in der klinischen Praxis.
  • HAEKA
    Ziel dieser Studie ist es, nach einem neuen Biomarker in Blutproben von Patienten mit einem Hereditären Angioödem (HAE) zu suchen. Ein Biomarker ist ein Molekül im Blut, das höher oder niedriger konzentriert ist als bei gesunden Menschen und daher zwischen gesunden und kranken Menschen unterscheidet.

 

Der Nachweis eines HAE-spezifischen Biomarkers hat mehrere Vorteile:

(1) Der HAE-Biomarker kann eine frühe Diagnose von HAE erleichtern

(2) Der HAE-Biomarker kann als Spiegel des Krankheitsstatus dienen. Er kann verwendet werden um den Krankheitsverlauf zu überwachen und bevorstehende HAE-Attacken vorherzusagen. Ähnlich wie bei Diabetikern, die ihren Blutzuckerspiegel mit Fingerstichen überwachen um zu entscheiden, ob eine neue Insulindosis erforderlich ist, könnte künftig der HAE-Biomarker überwacht werden, um HAE-Anfälle zu verhindern, bevor sie beginnen.

(3) Da ein Biomarker mit dem Krankheitsstatus korreliert, ist er geeignet, die Wirksamkeit neuer Behandlungen zu validieren.

Ein bestimmtes Molekül, gespaltenes hochmolekulares Kininogen (cHMWK) genannt, ist derzeit ein guter Kandidat für einen solchen HAE-Biomarker und wird mit Ihren Blutproben validiert. Parallel dazu werden aber auch neue potenzielle Biomarker analysiert.