Achsfehlstellung des Beines
Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen zu Achsfehlstellungen des Beines (z. B. X- und O-Bein) und deren Behandlung. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die allgemeinen Informationen zum Thema Gelenkerhaltende Chirurgie am Kniegelenk.
O-Bein-Fehlstellung
Die häufigste Fehlstellung an der unteren Extremität ist ein sog. O-Bein. Durch eine Umstellungsoperation mittels eines „Knochenschnitts“ am Schienbeinkopf kann die O-Bein-Fehlstellung korrigiert und die einwirkende Last gleichmässiger im Kniegelenk verteilt werden.

Vor Durchführung einer Umstellungsoperation am Kniegelenk erfolgt häufig vorweg eine Kniegelenksspiegelung, um die Knorpelverhältnisse in den nichtbetroffenen Anteilen des Kniegelenks zu beurteilen und ggf. eine Ersatzknorpelbildung im geschädigten Areal zu initiieren. Hierfür können sog. Pridie-Bohrungen oder Mikrofrakturierungen zum Einsatz kommen, die die Einsprossung von Ersatzknorpelbildenden Zellen aus dem Knochenmark begünstigen (siehe oben). Umstellungsoperationen können bei Bedarf aber auch mit einer Kniegelenkeröffnung und Verpflanzung eines Knorpel-Knochen-Zylinders von einer weniger belasteteten Stelle des Kniegelenks in das geschädigte Areal verknüpft werden (sog. Mosaikplastik oder OATS).
Angeborene und erworbene Fehlstellungen
Fehlstellungen des Kniegelenks – seien sie angeboren oder Folge eines Traumas – können zu Beschwerden und zum vorzeitigen Gelenkverschleiss (sog. Kniegelenkarthrose) führen.
X-Bein-Fehlstellung
Beim X-Bein bestehen spiegelbildlich zum O-Bein Möglichkeiten, die Beinachse zu korrigieren und den äusseren Kniegelenkspalt zu entlasten. Auch hier können Ersatzknorpelbildende, arthroskopische Massnahmen der eigentlichen Umstellungsoperation mittels „Knochenschnitt“ vorangehen.
Andere Fehlstellungen des Kniegelenks
Neben den häufigen O- und X-Bein-Deformitäten gibt es noch andere Fehlstellungen, die zu einer vorzeitigen Arthrose-Entwicklung in den unterschiedlichen Kniegelenksregionen führen können. Dementsprechend kommen neben der oben beschriebenen bzw. gezeigten Umstellungsoperation noch andere kniegelenkerhaltende Operationen zum Einsatz. In der Behandlung von Fehlbildungen des Teilgelenks, welches zwischen Kniescheibe und Oberschenkel gebildet wird, kommen Operationen in Betracht, bei denen der Ansatzpunkt des Kniescheibenbandes versetzt (sog. Tuberositas tibiae – Osteotomie) oder/und die Gleitrinne der Kniescheibe im Oberschenkelknochen optimiert wird (sog. Trochleaplastik) (siehe auch weiter oben).
Ausgewählte Publikationen
- Dornacher D, Leitz F, Kappe T, Reichel H, Faschingbauer M. The degree of correction in open-wedge high tibial osteotomy compromises bone healing: A consecutive review of 101 cases. Knee 2021; 29:478-485
- Seitz AM, Osthaus F, Schwer J, Warnecke D, Faschingbauer M, Sgroi M, Ignatius A, Dürselen L. Osteoarthritis-Related Degeneration Alters the Biomechanical Properties of Human Menisci Before the Articular Cartilage. Front Bioeng Biotechnol. 2021 May 6;9:659989.
- Sgroi M, Gninka J, Fuchs M, Seitz AM, Reichel H, Kappe T. Chondral lesions at the medial femoral condyle, meniscal degeneration, anterior cruciate ligament insufficiency, and lateral meniscal tears impair the middle-term results after arthroscopic partial meniscectomy. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 2020; 28(11):3488-3496.
- Warnecke D, Balko J, Haas J, Bieger R, Leucht F, Wolf N, Schild NB, Stein SEC, Seitz AM, Ignatius A, Reichel H, Mizaikoff B, Dürselen L. Degeneration alters the biomechanical properties and structural composition of lateral human menisci. Osteoarthritis Cartilage 2020; 28(11):1482-1491.
- Sgroi M, Däxle M, Kocak S, Reichel H, Kappe T. Translation, validation, and cross-cultural adaption of the Western Ontario Meniscal Evaluation Tool (WOMET) into German. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2018;26(8): 2332-2337