Knorpelschaden

Auf dieser Seite erhalten Sie Informationen zu Knorpelschäden am Kniegelenk und deren Behandlung. Bitte beachten Sie in diesem Zusammenhang auch die allgemeinen Informationen zum Thema Gelenkerhaltende Chirurgie am Kniegelenk.

Knorpelschäden können an jedem Gelenk des menschlichen Körpers auftreten. Am häufigsten betroffen ist jedoch das Kniegelenk. Hier können Knorpelschäden zu anhaltenden Schmerzen und Schwellungszuständen führen. Insbesondere dann, wenn noch nicht das gesamte Gelenk betroffen ist, kann eine Operation zu einer anhaltenden Verbesserung der Beschwerden führen und die Ausweitung von Knorpelschäden verhindern.

Abhängig von Ort und Größe des Knorpelschadens kommen prinzipiell folgende Operationsverfahren in Frage:

Knorpeltransplantation

(Matrixgestützte autologe Chondrozytentransplantation, MACT)

Das biologisch hochwertigste Verfahren. In einem ersten Eingriff werden körpereigene Knorpelzellen entnommen und im Labor in einer Membran angezüchtet. Diese wird bei einem zweiten Eingriff in den Knorpeldefekt eingebracht (siehe Abb. 1). Kooperationspartner des RKU ist für dieses Verfahren die Firma Tetec in Tuttlingen. Dieses Verfahren kommt für Knorpelschäden ab einer Größe von 2,5 cm² in Betracht.

Membrangestützte Knorpelgeneration

(autologe matrixinduzierte Chondrogenese, AMIC)

Knorpeltherapie mit Membran in einer Operation. Die Membran wird in den Knorpeldefekt eingebracht, nachdem dieser angebohrt wurde, um das Einwandern von Stammzellen zu ermöglichen (siehe Abb. 2). Die Stammzellen können langfristig neues Knorpelgewebe aufbauen.

Autologe osteochondrale Transplantation

(OATS)

Bei kleinen Knorpelschäden. Insbesondere bei kombinierten Knorpel- und Knochenschäden werden gesunde Knorpel-Knochen-Zylinder aus einem mechanisch weniger beanspruchten Bereich in den geschädigten Bezirk versetzt (siehe Abb. 4). Der „Hebedefekt“ wird entweder mit künstlichen Knorpel-Knochen-Zylindern oder mit Knochenmaterial aufgefüllt.

Nachbehandlung

Bei jeder Art von Knorpeloperation darf der Bereich für die ersten sechs Wochen nach der Operation nicht voll belastet werden, da der „neue“ Knorpel sich erst stabilisieren bzw. bilden muss. Bis zur vollen beruflichen und/oder sportlichen Belastbarkeit dauert es bis zu einem Jahr. Detaillierte Angaben zur Nachbehandlung erhalten Sie in einem Nachbehandlungsschema. Häufig sind Kombinationseingriffe erforderlich, um z. B. den Meniskus zu reparieren oder zugrundeliegende Achsfehlstellungen oder Instabilitäten zu beheben.

Ausgewählte Publikationen

  • Gvaramia D, Kern J, Jakob Y, Tritschler H, Brenner RE, Breiter R, Kzhyshkowska J, Rotter N: Modulation of the inflammatory response to decellularized collagen matrix for cartilage regeneration. J Biomed Mater Res A 2022; 110(5): 1021-1035
  • Dornacher D, Leitz F, Kappe T, Reichel H, Faschingbauer M. The degree of correction in open-wedge high tibial osteotomy compromises bone healing: A consecutive review of 101 cases. Knee 2021; 29:478-485
  • Sgroi M, Gninka J, Fuchs M, Seitz AM, Reichel H, Kappe T. Chondral lesions at the medial femoral condyle, meniscal degeneration, anterior cruciate ligament insufficiency, and lateral meniscal tears impair the middle-term results after arthroscopic partial meniscectomy. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc 2020; 28(11):3488-3496.
  • Warnecke D, Balko J, Haas J, Bieger R, Leucht F, Wolf N, Schild NB, Stein SEC, Seitz AM, Ignatius A, Reichel H, Mizaikoff B, Dürselen L. Degeneration alters the biomechanical properties and structural composition of lateral human menisci. Osteoarthritis Cartilage 2020; 28(11):1482-1491.
  • Sgroi M, Däxle M, Kocak S, Reichel H, Kappe T. Translation, validation, and cross-cultural adaption of the Western Ontario Meniscal Evaluation Tool (WOMET) into German. Knee Surg Sports Traumatol Arthrosc. 2018;26(8): 2332-2337