Die Initiative Qualitätsmedizin (IQM)

Führende Krankenhausträger haben sich 2008 zur „Initiative Qualitätsmedizin“ (IQM) zusammengeschlossen. Die trägerübergreifende Initiative ist offen für alle Krankenhäuser und hat das Ziel, Verbesserungspotenziale bei der medizinischen Behandlungsqualität für alle in der Patientenversorgung Tätigen sichtbar zu machen und das aktive Fehlermanagement zum Wohle der Patienten zu fördern. 

Die Mitglieder der Initiative verpflichten sich, drei Grundsätze anzuwenden: Qualitätsmessung mit Routinedaten, Veröffentlichung der Ergebnisse und die Durchführung von Peer Reviews. In derzeit über 400 Krankenhäusern aus Deutschland und der Schweiz versorgen die IQM Mitglieder jährlich ca. 6,7 Mio. Patienten stationär, damit liegt der Anteil an der stationären Versorgung in Deutschland bei ca. 33 % und in der Schweiz bei gut 22 %.

Kontakt:
IQM Initiative Qualitätsmedizin e.V.
Alt-Moabit 104
D-10559 Berlin
www.initiative-qualitaetsmedizin.de

Presseanfragen:
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Fax:    + 49 30-7262152-19
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Qualität durch Transparenz

Universitätsklinikum Ulm veröffentlicht zum dritten Mal Ergebnisse der Initiative Qualitätsmedizin

Wie viele Patient*innen mit Lungenkrebs wurden im letzten Jahr am Universitätsklinikum Ulm behandelt? Welchen Komplikationen mussten sich Ärzt*innen bei Nierenoperationen stellen? Antworten auf diese und andere Fragen bieten die Ergebnisse der Initiative Qualitätsmedizin (IQM), die wir Ihnen hier vorstellen dürfen. Das Universitätsklinikum Ulm bestätigt auch dieses Jahr die sehr guten Vorjahresergebnisse.

Die Initiative vergleicht Routinedaten aller relevanten Krankheitsbilder und berechnet daraus jeweils Qualitätsergebnisse. Insgesamt sind hierbei über 350 Qualitätskennzahlen für 60 relevante Krankheitsbilder und Behandlungsverfahren dargestellt. Patient*innen, deren Angehörige sowie einweisende Ärzt*innen können sich anhand der für jedermann einsehbaren Daten über Behandlungsqualität und Patientensicherheit informieren. „Für unsere Patienten und zuweisenden Ärzte ist Transparenz essentiell, dies gilt insbesondere für Fragen der Qualität und Sicherheit. Deshalb sind wir Teil der Initiative Qualitätsmedizin“, erklärt Prof. Dr. Udo X. Kaisers, Leitender Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Ulm.

Das Universitätsklinikum Ulm ist seit 2015 Mitglied der Initiative und veröffentlicht dieses Jahr zum dritten Mal seine IQM-Qualitätsergebnisse. „Die Ergebnisse zeigen uns jedes Jahr, in welchen Bereichen wir besonders gute Arbeit geleistet haben, aber auch, wo noch Verbesserungspotenzial besteht“, sagt Dr. Oliver Mayer, Leiter der Stabsstelle Qualitäts- und Risikomanagement am Universitätsklinikum. Besonders die sogenannten Peer Reviews, bei denen Chefärzt*innen anderer IQM-Mitgliedskliniken vor Ort als Fachkollegen auf Augenhöhe einen Tag lang komplexe medizinische Behandlungsprozesse analysieren, seien sehr hilfreich. Mit ihrer Hilfe könnten Schwachstellen leichter identifiziert und an einer Verbesserung der Behandlungsergebnisse gearbeitet werden, erklärt Dr. Mayer. Auch das Universitätsklinikum Ulm wird dieses Jahr an einem Peer Review-Verfahren der IQM teilnehmen. „Die Peer Reviews sind ein unbürokratisches und auf den kollegialen Austausch fokussiertes Instrument der ärztlichen Qualitätssicherung. Durch die gegenseitigen Besuche profitieren wir von den Erfahrungen anderer Kliniken und geben gleichzeitig unser eigenes Wissen weiter,“ betont Prof. Dr. Udo X. Kaisers, der selbst regelmäßig als „Peer“ an Peer-Reviews in anderen Krankenhäusern teilnimmt.

Die Qualitätsergebnisse des Jahres 2017 zeigen: Mit einem Gesamtergebnis von 70,5 Prozent kann die Ulmer Universitätsmedizin unter den 19 beteiligten Uniklinika wieder ein sehr gutes Ergebnis vorweisen. Bei knapp drei Vierteln der gemessenen Qualitätsindikatoren sind am Universitätsklinikum Ulm also weniger Komplikationen oder Todesfälle aufgetreten, als durchschnittlich zu erwarten waren. Besonders hervorzuheben sind hierbei die Behandlung von Herzinsuffizienzen, Operationen der Leisten-, Schenkel- und Nabelbrüche, Eingriffe an den hirnversorgenden Arterien, die Entfernung der Gebärmutter bei gutartigen Erkrankungen, die operative Versorgung der hüftgelenknahen pertrochantären Frakturen sowie die komplette oder teilweise Entfernung der Niere.

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