PET/MR - Modernste Molekulare Bildgebung

Wir freuen uns, dass wir gemeinsam mit unseren Kooperationspartnern Ihnen die innovative PET/MR Diagnostik am Universitätsklinikum Ulm anbieten können! Mit diesem Scanner wird es möglich sein, die beiden innovativsten bildgebenden Verfahren Magnetresonanztomographie (MRT) und Positronen-Emissions-Tomographie (PET) gleichzeitig durchzuführen und die Informationen zu kombinieren. Damit lassen sich nicht nur die Organstrukturen in höchster Auflösung darstellen sondern auch deren Funktionen umfassend analysieren, um Krankheiten frühzeitig zu entdecken bzw. deren Behandlung optimal zu begleiten.

Das PET/MR wird im Rahmen einer sogenannten „Core Facility PET/MR“ betrieben  Das bedeutet, dass das Gerät allen Mitarbeitern des Universitätsklinikums und der Universität Ulm zur Verfügung steht, sowie externen Kooperationspartnern und Überweisern. Finanziert wurde die Anschaffung durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft und paritätisch durch die Medizinische Fakultät und das Universitätsklinikum.
Organisiert wird die Core Facility PET/MR  unter Leitung des Zentrums für Bildgebung durch die
Kliniken für Radiologie (Direktor Prof. Meinrad Beer) und
Nuklearmedizin (Direktor Prof. Ambros Beer).

Zum Untersuchungsablauf und zur Terminvereinbarung können Sie sich gerne am Ende dieser Seite oder telefonisch informieren.

PET/MR – klinisches Untersuchungsspektrum

Die PET/MR wird vor allem in der Onkologie, aber auch in anderen medizinischen Fachbereichen eingesetzt. In der PET werden leicht radioaktive Substanzen verwendet, die krankheitsbedingte Prozesse sehr empfindlich darstellen können, sogenannte „Tracer“. In der PET/MR wird die PET mit der MRT kombiniert. Bei der MRT wird ein starkes Magnetfeld zusammen mit Radioimpulsen verwendet um anatomische Strukturen hochauflösend darzustellen. Tumoren und andere krankhaft veränderte Körpergewebe wie beispielsweise Entzündungen haben oft einen anderen Energiestoffwechsel sowie andere Oberflächeneigenschaften als gesundes Gewebe, was man sich unter anderem bei der Suche nach Tumoren und Metastasen zunutze machen kann. Auch bei anderen Fragestellungen wie etwa der Abklärung von Erkrankungen aus dem Formenkreis der Demenz kann dieses Prinzip hilfreich sein.

Informationen zur Untersuchungsanmeldung und zum Untersuchungsablauf finden Sie am Ende dieser Seite oder telefonisch.

Beispiele für klinische Einsatzgebiete der PET/MR:

  • Planung einer Biopsie der Prostata bei Verdacht auf das Vorliegen eines bösartigen Tumors der Prostata.
  • Abklärung von dementiellen Erkrankungen.
  • Suche nach vergrößerten Nebenschilddrüsen („Nebenschilddrüsenadenome“).
  • Abklärung von Tumoren des Muskuloskelettalsystems („Sarkome“).
  • Ausbreitungsdiagnostik von Tumoren im Kindesalter / bei jungen Erwachsenen.
  • Suche nach Entzündungsherden.
  • Abklärung von Tumoren des HNO-Bereiches.
  • Biopsieplanung oder Verlaufsbildgebung bei Gehirntumoren.

PET/MR - translationale Forschungsprojekte

Die PET/MRT-Thematik stellt eines der Top-Themen der internationalen Forschung neuer Bildgebungsmodalitäten dar. Durch die Installation des PET/MR Systems in Ulm werden das Universitätsklinikum Ulm und die Universität Ulm als international beachteter Forschungsstandort weiter gestärkt.

Eine Aufstellung der derzeit laufenden Projekte und Arbeitsgruppen folgt in Kürze.

Projektanfragen können gerne über folgenden Link an uns gestellt werden.

 

  • Siemens Biograph mMR

Bei einer Untersuchung mit dem am häufigsten verwendeten Tracer, einem leicht radioaktiv markierten „Traubenzucker“ dem 18F-FDG (Fluorodesoxyglukose), ist es notwendig nüchtern zur Untersuchung zu erscheinen, d.h. bis zu 6 Stunden zuvor nichts gegessen und keine zuckerhaltigen Getränke zu sich genommen zu haben, da ansonsten die Untersuchungsergebnisse verfälscht werden können.

Vor der Untersuchung erfolgt das Aufklärungsgespräch, in dem der Arzt wichtige Informationen zur persönlichen Situation des Patienten erhält und detailliert über den Untersuchungsablauf, etwa das verwendete Radiopharmakon, aufklärt. Das Gespräch orientiert sich an einem Aufklärungsbogen, den der Patient zuvor zum Durchlesen und Ausfüllen erhält (ggf. Lesebrille mitbringen).

Vor der Untersuchung müssen alle metallischen Gegenstände abgelegt werden, da diese sonst in das sehr starke Magnetfeld des Kernspintomographen gelangen könnten und eine nicht zu unterschätzende Verletzungsgefahr bergen. Ferner dürfen elektronische Geräte, Armbanduhren, Kredit- oder Chipkarten nicht in die Nähe des Gerätes gelangen, da sie dadurch unbrauchbar bzw. gelöscht werden können.

Es ist außerdem sehr wichtig mitzuteilen, ob ein Herzschrittmacher, künstliche Herzklappen, Cochleaimplantate oder andere metallische Implantate/Fremdkörper im Körper implantiert sind, da die PET-MRT dann eventuell nur nach besonderer Vorbereitung oder in Einzelfällen gar nicht durchgeführt werden kann.

Vor der Untersuchung werden wenige Milliliter einer radioaktiv markierten Substanz, einem sogenannten Radiopharmakon (auch "Tracer" genannt), in eine Vene injiziert. Meist handelt es sich dabei um radioaktiv markierte Glucose. Je nach Fragestellung werden auch andere Radiopharmaka für Sie hergestellt, beispielsweise zur Darstellung des Prostata-spezifischen Membran Antigens PSMA (bei Patienten mit Prostatakarzinom).

Während einer Einwirkzeit, die je nach Tracer bis zu circa einer Stunde dauern kann, reichert sich das Radiopharmakon vermehrt in solchen Körperregionen an, die z.B. einen besonders aktiven Stoffwechsel zeigen oder bestimmte Oberflächenmerkmale aufweisen. Ein Beispiel hierfür sind Krebszellen, die sich sehr häufig teilen und daher einen oft sehr aktiven Stoffwechsel haben.

Nach der Einwirkzeit findet die Untersuchung im kombinierten PET-MRT-Gerät statt, welches einem konventionellen MRT-Gerät sehr ähnlich erscheint. Während der Untersuchung liegt der Patient auf dem Rücken; je nach Untersuchungsregion werden leichte Auflagen benötigt, welche die Bildqualität erhöhen. Es werden zudem Maßnahmen zur Lärmreduktion getroffen, um die (Klopf-)Geräusche abzumildern, welche das Gerät während der Untersuchung erzeugt. Die Untersuchung selbst dauert in Abhängigkeit von der Fragestellung etwa zwischen 25 und 90 Minuten.

Als Hybridgerät gelingt es nun mit der PET-MRT einerseits die vom Radiopharmakon abgegebene Strahlung zu detektieren (PET-Anteil) und sie dank der hohen Ortsauflösung der MRT den entsprechenden anatomischen Strukturen zuzuordnen. So werden in einem Gerät die Vorzüge der funktionellen Bildgebung und detailreicher anatomischer Abbildungen kombiniert. Die Kombination mit der MRT ermöglicht zudem eine etwas geringere Strahlenbelastung im Vergleich zur Kombination mit einer Computertomografie, da die MRT selbst keine ionisierende Strahlung zur Bilderstellung nutzt.

Viele Studien belegen eine deutlich höhere Sensitivität und Spezifität durch die PET-MRT im Vergleich zu PET und MRT als Einzelmethoden.

Das Radiopharmakon wird nach der Untersuchung wieder rasch aus dem Körper ausgeschieden. Die Dauer hängt hierbei stark von der verwendeten Substanz ab, für gängige Radiopharmaka beträgt die so genannte Halbwertszeit, also die Zeitspanne nach welcher die Hälfte des radioaktiven Isotopes zerfallen ist, beispielsweise zwischen circa 20 Minuten und 120 Minuten.

Patienten mit Diabetes mellitus:

Diabetiker werden ebenfalls vor der Untersuchung telefonisch von uns kontaktiert um die Insulinapplikation vor der Untersuchung abzustimmen, diese sollte im Regelfall spätestens 4 Stunden vor der Untersuchung kombiniert mit einer entsprechenden Mahlzeit erfolgen.

Patienten mit Nierenerkrankungen:

Patienten, die bekanntermaßen Nierenerkrankungen wie ein chronisches Nierenversagen haben, sollten ihre aktuellen Nierenwerte beim Hausarzt bestimmen lassen und zur Untersuchung mitbringen.

Je nach Fragestellung kann es notwendig sein, MRT-Kontrastmittel (Gadolinium-haltiges Kontrastmittel) während der Untersuchung in die Vene zu applizieren, um die Gewebe besser voneinander unterscheiden zu können. Insgesamt ist dieses sehr gut verträglich. Sollte jedoch eine sehr seltene MRT-Kontrastmittelallergie vorliegen, ist dies unbedingt vorab mitzuteilen.

Die Gabe von Radiopharmaka in der Schwangerschaft und Stillzeit sollten vermieden werden. Müttern wird empfohlen, das Stillen für mindestens einen halben Tag nach der Untersuchung zu unterbrechen. Da der mit radioaktivem Fluor markierte Traubenzucker auch in die Muttermilch übergeht, werden PET-Aufnahmen auch in der Stillzeit nur gemacht, wenn sie nicht zu vermeiden sind.

Zentrale Terminvergabe und Beratung

Telefon 0731 500 - 61314

Montag bis Freitag: 8:00-15:30 Uhr

E-Mail: Zentrum für Bildgebung