Nasenchirurgie und Plastische Chirurgie

In unserer Klinik werden Patienten mit funktionell-ästhetischen Problemen im Kopf-Hals-Bereich behandelt. Wir verstehen hierunter Eingriffe im Rahmen plastisch-rekonstruktiver Eingriffe sowie Nasenoperationen aufgrund von funktionellen Einschränkungen.

 

Die plastisch-rekonstruktive Gesichtschirurgie ist eine Sonderform der Wiederherstellungschirurgie. Patienten, die aufgrund von Unfällen, angeborenen Fehlbildungen oder nach der Entfernung von bösartigen Neubildungen (Tumoren) Defekte und entstellende Narben sowie damit einhergehende Funktionsstörungen haben, werden hier kompetent beraten und behandelt. Dabei ist die Wiederherstellung von Ästhetik und Funktion im Gesicht entscheidend.

Durch individuell angepasste Operationsverfahren lassen sich in der Regel sehr zufriedenstellende Ergebnisse erzielen. Da unser Gesicht einzigartig ist und nicht versteckt werden kann, basiert diese Form der Chirurgie auf großem Vertrauen zu den behandelnden Ärzten.

Unsere jahrelange Erfahrung spiegelt sich in innovativen Therapiekonzepten und der überregionalen Patientenzuweisung wider.

Eine behinderte Nasenatmung ist einer der häufigsten Gründe für das Aufsuchen eines HNO-Arztes, da vielfach hierunter die Lebensqualität leidet.

Eine sinnvolle Operationsmöglichkeit ergibt sich dann, wenn die Beschwerden des Patienten mit einer Formveränderung der inneren und/oder äußeren Nase erklärbar sind. Da eine große Variation an Nasenfehlbildungen existiert (Spannungsnase, Schiefnase, Sattelnase, Spaltnase, etc.), ist es entscheidend, dass im Rahmen einer strukturierten Untersuchung die anatomischen Strukturen erkannt werden, die für die gestörte Nasenatmung verantwortlich sind. Mittels spezifischer diagnostischer Untersuchungen zur Objektivierung der Nasenluftpassage in unserer Abteilung für Diagnostik (à Link) kann die Indikation für einen nasenchirurgischen Eingriff zusätzlich untermauert werden. Die exakte Diagnostik, Planung sowie die Durchführung von Nasenoperationen gehört mit zu den anspruchsvollsten chirurgischen Tätigkeiten. Es gilt die Devise, dass Form und Funktion gleichermaßen sorgfältig beachtet und behandelt werden müssen, um ein optimales Ergebnis zu erzielen.

Wir führen seit vielen Jahren eine große Anzahl von Naseneingriffen unterschiedlichster Komplexität durch. Dementsprechend hoch ist unsere Erfahrung. Dies kommt unseren Patienten zugute, denn Nasenchirurgie ist „Erfahrungs-Chirurgie".

Was ist Morbus Osler?

Der Morbus Osler ist eine vererbbare Erkrankung des Gefäßbindegewebes, die u.a. auch als hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (HHT) bezeichnet wird. Benannt ist die Erkrankung nach dem kanadischen Arzt Sir William Osler (1849 – 1919). Durch die genetischen Veränderungen kommt es zu Gefäßerweiterungen, die den gesamten Körper betreffen können. Hierdurch ergibt sich ein breites Bild an milden bis schwerwiegenden Symptomen, die eine ganzheitliche Erkennung und Therapie unabdingbar machen.

Symptome

Da es sich um eine systemische Erkrankung handelt, kann der gesamte Körper befallen sein. Die Ausprägung der Symptome ist sehr unterschiedlich. Typisch ist die Ausbildung von sogenannten Teleangiektasien. Hierbei handelt es sich um rote, flache oder erhabene, Veränderungen der Haut und Schleimhäute von Nase, Mund und Magen-Darm-Trakt, die auch „Osler-Spots“ genannt werden. Hauptsächlich sind diese Spots in der Nasenschleimhaut anzutreffen und führen zum Hauptsymptom Nasenbluten, das bei über 90% der Patienten zu finden ist. Weniger häufig sind Magen- oder Darmblutungen, die häufig unbemerkt ablaufen und zu Blutarmut führen können. Da sich im Magen-Darm-Trakt rasch große Blutmengen ansammeln können, kann eine unerkannte Blutung lebensgefährlich werden.

  • „Beteiligung Innerer Organe“
    Durch Kurzschlüsse im Lungenkreislauf nimmt ein Teil des Blutes nicht am Gasaustausch teil. Dadurch kann es zu einer erniedrigten Sauerstoffkonzentration kommen, die die Patienten allerdings in den meisten Fällen nicht im Alltag einschränkt. Zudem können über die Kurzschlussverbindungen Bakterien oder Blutgerinnsel (z.B. im Rahmen eines Unfalls/Verletzung) verschleppt und dadurch Gefäßverschlüsse (Infarkte) oder Eiteransammlungen (Abszesse) verursacht werden. Bei dem sehr seltenen Befall der versorgenden Arterien und Venen des Gehirns kann es zu Hirnblutungen und Schlaganfällen kommen. Im Rahmen eines Befalls der Leber kann es je nach Größe der Gefäßerweiterungen und Kurzschlüsse zu einer Überlastung des Herzens kommen.

Diagnosestellung

Für die Diagnosestellung haben sich 4 klinische Kriterien bewährt (Curaçao-Kriterien). Meist kann die Erkrankung nur durch das Patientengespräch (Anamnese) und die klinische Untersuchung diagnostiziert werden. Durch drei oder mehr der folgenden Kriterien, gilt die Diagnose als gesichert:

  1. Nasenbluten
  2. Teleangiektasien (kleine Gefäßmissbildungen) der äußeren Haut und Schleimhaut
  3. Verwandte 1. Grades mit der gesicherten Diagnose „Morbus Osler“
  4. Beteiligung von inneren Organen (Lunge, Gehirn, Leber)

Um herauszufinden ob eine Beteiligung der inneren Organe vorliegt, wird empfohlen bei Diagnosestellung verschiedene Screening-Untersuchungen durchzuführen. Hier kommen v.a. bildgebende Verfahren wie der Ultraschall, die Magnetresonanztomographie (MRT) und die Computertomographie (CT) zum Einsatz. Das Wissen über eine Organbeteiligung ist, bei u.U. schwerwiegenden Komplikationen, wichtig, weil diese dann entweder behandelt oder entsprechende Vorsichtsmaßnahmen, z.B. bei Operationen, getroffen werden können.

Zudem kann eine genetische Untersuchung durchgeführt werden, um den genauen Typ (s.o.) zu bestimmen.

Therapie

Die Behandlung der Erkrankung richtet sich nach dem Erscheinungsbild und muss daher individuell für jeden Patienten erfolgen. Die Zusammenarbeit mit anderen Fachgebieten ist dabei unerlässlich. Die Therapie hat als Ziel die Symptome so zu beherrschen, dass die Symptome den Alltag möglichst wenig beeinflussen. Leider ist eine dauerhafte Heilung bei einer vererbbaren Krankheit nicht möglich.

Für die Behandlung des Nasenblutens gibt es verschiedene Ansätze. Unabdingbar ist die regelmäßige Pflege der Nasenschleimhaut, die mit verschiedenen feuchtigkeits-spendenden Salben durchgeführt wird.

Hämostatische Salben-Therapie

Verschiedene Wirkstoffe, die Blutungen stoppen und die Anzahl der Blutungsereignisse reduzieren stehen zur Verfügung. Die Anwendung ist allerdings vom klinischen Bild abhängig und muss individuell mit dem Patienten zusammen besprochen werden.

Laser-Therapie

Bei wiederholten Blutungen und gut sichtbaren Osler-Spots kommt vorwiegend die Laserbehandlung zum Einsatz, durch die die Osler-Spots schonend und ohne mechanische Beeinträchtigung verödet werden können. Dies ist eine gute, schnelle und komplikationsarme Methode und kann in lokaler Betäubung in der Ambulanz durchgeführt werden. Da sich die Spots allerdings immer wieder neu bilden, muss diese Therapie häufiger durchgeführt werden.

Aufnaht von Kunststoff-Folien auf die Nasenscheidewand

Bei Osler-Spots mit wiederholten Blutungen an der Nasenscheidewand kann in einer kurzen Narkose eine Kunststoff-Folie aufgebracht werden, die mittels zweier Nähte befestigt ist. Diese Folie komprimiert die Schleimhaut und führt i.d.R. zu einem sofortigen Stopp der Blutungen. Die Folie kann mehrere Monate in der Nase verbleiben, ohne den Patienten zu beeinträchtigen.

Weitere operative oder auch medikamentöse Ansätze stehen zur Verfügung. Jede einzelne hat gewisse Vor- und Nachteile. Ihr Arzt kann Sie über die einzelnen Möglichkeiten informieren und beraten.

  • Die Laserbehandlungen werden in unserer Klinik in aller Regel in einer lokalen Betäubung ambulant durchgeführt. Nur in seltenen Fällen ist eine Vollnarkose notwendig. Für die Behandlung steht in der Ambulanz ein spezieller Eingriffsraum zur Verfügung. Zu Beginn erfolgt zunächst ein kurzes Patientengespräch. Hierbei wird v.a. auf die Blutungsanamnese (Wie oft? Wie lange? Welche Seite?) wert gelegt. Anschließend folgt die Untersuchung der Nasenschleimhaut. Die Betäubung wird durch das Einlegen von Wattetupfern, die zuvor in Betäubungsmitteln getränkt worden sind, erreicht. Hier ist auf eine ausreichende Einwirkdauer zu achten. Eine Spritze ist normalerweise nicht notwendig. Zur Laserung wird ein sogenannter Dioden-Laser verwendet. Dieser ermöglicht eine schleimhautschonende Behandlung.
  • „Nasenbluten-Tagebuch“
    Das Führen eine solchen Tagebuchs ist sehr hilfreich, da hiermit der Therapieerfolg gemessen werden kann. Ebenso unterstützt es die Erhebung des „Status quo“, sollten Sie sich zum ersten Mal vorstellen. Dadurch kann einfacher ein passender Therapieplan gestaltet werden.

Folgende Punkte sollten dokumentiert werden:

  1. Häufigkeit (Wie oft im Monat? Wie oft in der Woche? Wie oft am Tag?)
  2. Dauer (Wie lang?)
  3. Intensität (Tröpfeln? Laufen? Sprudeln?)
  4. Ist ärztliche Hilfe nötig? (Notfallvorstellung beim HNO-Arzt? Notarzt?)

Links

Morbus Osler Selbsthilfe e.V. (http://www.morbus-osler.de/)

Morbus Osler Info Forum (http://forum.morbusosler.info/)

HHT Foundation USA (https://curehht.org/, englisch)

1.    Mein HNO-Arzt sagt, meine Nase sei schief. Muss ich mich operieren lassen?

  • Eine behinderte Naseluftpassage an sich ist keine Krankheit im eigentlichen Sinne. Sie kann beispielsweise nicht in einer Unterversorgung mit Sauerstoff im Blut und damit einhergehenden Folgeschäden resultieren. Vielfach ist jedoch die Lebensqualität durch die eingeschränkte Nasenatmung stark eingeschränkt und es kommt zu einem hohen Leidensdruck für Betroffene. Die vermehrte, und von Natur aus nicht vorgesehene Mundatmung führt zudem häufig zu Halsentzündungen und morgendlicher Mundtrockenheit. Ob ein operationswürdiger Befund vorliegt, muss im Rahmen einer exakten HNO-ärztlichen Untersuchung mit dazugehörigen diagnostischen Messungen ermittelt werden. Oft genügt es beispielsweise, eine vorliegende Verbiegung der inneren Nase (Nasenscheidewandverkrümmung) zu korrigieren, in manchen Fällen reicht dies nicht aus und die äußere knöcherne Nase muss ebenfalls mit begradigt werden. Gerne klären wir Sie in einem persönlichen Gespräch auf und informieren Sie individuell über den potenziellen Nutzen eines Eingriffes.

2.    Was sind mögliche Folgen einer Nasenoperation?

  • Nach der Operation kann es zu Schwellungen im Gesichtsbereich kommen. Manchmal verfärbt sich die Augenregion blau, beides bildet sich innerhalb weniger Tage zurück. Die Nase kann zudem nach der Operation durch Schwellung und Krustenbildung verstopft sein. Eine intensive Nasenpflege und die tägliche Nasenreinigung durch den Arzt machen sie schrittweise wieder frei. Schleim vermischt mit altem Blut kann aus der Nase laufen. Das ist in den ersten Tagen nach einem Naseneingriff normal. Wundinfekte oder schwere Entzündungen im Bereich der Nase sind selten. Sie machen sich durch deutlich stärker werdende Schmerzen, Rötung und Schwellung bemerkbar, Fieber kann auftreten. Bei Bedarf erhalten betroffene Patienten ein Antibiotikum. In sehr seltenen Fällen kann sich ein Bluterguss zwischen den Schleimhautblättern der Nasenscheidewand bilden, der operativ entlastet werden muss. Üblicherweise treten kaum Schmerzen nach einem Naseneingriff auf. Sollten Sie dennoch Schmerzen haben, wenden Sie sich jederzeit an Ihr Stationsteam (Arzt oder Pflegekraft).  

3.    Wie muss ich mich nach einer Nasenoperation verhalten?

  • Übermäßiges Reiben mit den Fingern oder mit Taschentüchern sowie Schnäuzen sollte über 14 Tage vermieden werden. Ebenso raten wir dazu, exzessive körperliche Belastungen wie Kraftsport oder das Heben schwerer Lasten über 14 Tage zu unterlassen, um eine Nachblutung zu vermeiden. Vorübergehend kann die durch Schwellung und Krustenbildung verstopfte Nase durch abschwellende Nasentropfen befreit werden, die Anwendungsdauer sollte eine Woche nicht überschreiten. Sie können wesentlich zum Heilerfolgt beitragen, indem Sie nach Entlassung aus dem Krankenhaus Nasenspülungen mit Kochsalzlösungen durchführen und die Nase mehrfach täglich mit weicher Salbe und Nasenöl pflegen. Für die Dauer des stationären Aufenthaltes sollten Sie auf das Rauchen verzichten, da Nikotinkonsum die Wundheilung stört.

 

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Prof. Dr. med. Marc Scheithauer

Leitender Oberarzt

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Univ. Prof. Dr. med. Thomas Hoffmann

Ärztlicher Direktor der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie

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Prof. Dr. med. Jörg Lindemann

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