Versorgung von Gewaltbetroffenen in Traumaambulanzen – Auswirkungen des Gesetzes zur Regelung des Sozialen Entschädigungsrechts

  

Schlagworte

OEG-Traumaambulanzen, SGB XIV, SER, Schnelle Hilfen

Projektleitung

  • Prof. Dr. med. Ingo Schäfer, MPH, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf

  • Dr. med. Julia Schellong, Psychotraumatologie Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik Universitätsklinikum Dresden

  • Jun.-Prof. Dr. Dipl.-Psych. Miriam Rassenhofer, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie (KJP) Universitätsklinikum Ulm

  • Prof. Dr. Jörg M. Fegert, Ärztlicher Direktor der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie (KJP) des Universitätsklinikums Ulm

Projektlaufzeit

01/2021 - 12/2023

Projektbeschreibung

Projekthintergrund 

Mit der Einführung des SGB XIV “Soziale Entschädigung” zum 01. Januar 2024 wird die Reform des aktuellen Opferentschädigungsgesetzes (OEG) in Kraft treten. Als Neuerungen werden schnelle Hilfen eingeführt, welche Traumaambulanzen betreffen. Die gesetzliche Grundlage für die Vereinbarungen nach Landesrecht zwischen zuständigen Behörden und Traumaambulanzen ist bereits zum 01. Januar 2021 in Kraft getreten. Das Gesetz sieht eine in Deutschland flächendeckende niederschwellige erste Versorgung von Opfern von Gewalttaten in Traumaambulanzen vor.

Projektbeschreibung

Das Forschungsprojekt soll die strukturelle und inhaltliche Weiterentwicklung von Traumaambulanzen bis zum Inkrafttreten des SGB XIV untersuchen. Die Hauptfragestellungen beziehen sich auf förderliche Faktoren in Bezug auf die Etablierung von Traumaambulanzen, Aspekte der Struktur- und Prozessqualität in Ambulanzen und deren Perspektiven auf die Versorgung von (künftig) Leistungsberechtigten, die besondere Anforderungen mit sich bringen (z.B. Geschädigte durch Menschenhandel, schweres Stalking und Kinderpornographie). Die Ergebnisse der Studie sollen einen Beitrag dazu leisten, die flächendeckende Versorgung durch Traumaambulanzen nach den in SGB XIV vorgesehenen Standards ab 2024 zu fördern. Das Projekt setzt sich insgesamt aus drei Teilprojekten zusammen. Der Standort Ulm ist federführend für das Teilprojekt zur „Identifizierung von förderlichen und hemmenden Faktoren für die flächendeckende Etablierung von Traumaambulanzen“. Hierfür werden Interviews entweder per Telefon- oder Videokonferenz mit Mitarbeitern von Versorgungsbehörden, OEG-Traumaambulanzen und potentiellen Anbietern deutschlandweit geführt.

TP1 - Federführend UKU, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/ Psychotherapie

Entwicklung eines Interview-Leitfadens & Durchführung der Interviews mit ausgewählten Traumaambulanzen und Versorgungsämtern, Erstellung von Best Practice-Empfehlungen aus den Ergebnissen

 TP2 - Federführend TUD, Klinik und Poliklinik für Psychotherapie und Psychosomatik

Entwicklung & Bereitstellung einer bundesweiten Website zur Vernetzung und zum fachlichen Austausch aller Traumaambulanzen und Versorgungsämter inkl. Erstellung eines bundesweiten Versorgungsatlas für Gewaltbetroffene

 TP3 - Federführend UKE, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie

Entwicklung & Durchführung eines modularen Online-Surveys, Erstellung von Handlungs-empfehlungen zur Gewährleistung einer ausreichenden Qualität in Traumaambulanzen

Publikationen und erstellte Materialien

Kontaktadresse

Gefördert von:

Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS)