Radiopharmazie / Zyklotron

Der Bereich Radiopharmazie/Zyklotron der Klinik für Nuklearmedizin des Universitätsklinikums Ulm ist ein hochspezialisierter Bereich, in dem mit kurzlebigen Positronenemittern markierte Radiopharmaka für die nuklearmedizinische Diagnostik mit PET bzw. PET/CT hergestellt werden. Darüber hinaus erfolgt ebenfalls die Herstellung modernster Radiotherapeutika für die Therapie spezieller Krankheitsbilder.

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Dr. Christoph Solbach

Bereichsleiter

Produktion kurzlebiger Positronenemitter

Dabei sind die Halbwertszeiten der eingesetzten Radionuklide so gering (zw. 2-110 min), dass es zwingend notwendig ist, diese Radionuklide mittels eines eigenen Teilchenbeschleunigers selbst herzustellen. Zur Radionuklidproduktion betreibt die Radiopharmazie ein PETtrace Zyklotron (16,5 MeV Protonen, 8,25 MeV Deuteronen; Fa. General Electric) und einen Ge-68/Ga-68-Generator.

PET-Radiopharmakproduktion und Qualitätskontrolle

Im Anschluss an eine solche Radionuklidproduktion erfolgt die radiochemische Umsetzung der generierten Radionuklide mit den entsprechenden pharmazeutischen Vorläuferverbindungen zum Radiopharmakon. Der Bereich Radiopharmazie/Zyklotron verfügt über einen dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Technik entsprechenden Reinraum zur GMP-konformen Radiopharmakaproduktion.

Dort stehen sieben vollabgeschirmten Bleizellen ("heiße Zellen", "Hot Cells") im radiopharmazeutischen Produktionsbereiches zur Verfügung. Dort werden unter Reinraumbedingungen PET-Radiopharmaka für die Humananwendung (Patientenversorgung und klinische Forschung) in parenteraler Form hergestellt. Die sterile Abfüllung und Portionierung der "Radiotracer" erfolgt dabei in einem radiopharmazeutischen Isolator. Dabei sind immer die Grundsätze und behördlichen Anforderungen bzgl einer pharmazeutischen Produktion und des Strahlenschutzes zu beachten und einzuhalten. Insbesondere die Prüfung der pharmazeutischen Qualität steht im Vordergrund. Diese wird in einer umfassenden Qualitätskontrolle (Identität, chemische und radiochemische Reinheit, Sterilität, Toniziät, pH-Wert, Bakterienendotoxine) nachgewiesen.

Die durchzuführenden Arbeiten und Tätigkeiten dieses Bereiches sind logistisch extrem aufwendig und müssen besonders effektiv ablaufen. Daher sind diese anspruchsvollen Arbeiten besonders fordernd. Der Einsatz eines erfahrenen und hochspezialisierten Teams ist dazu unerlässlich.

Diagnostische Radiopharmaka (PET-Radiopharmaka)

Für die klinische Anwendung werden regelmäßig die folgenden PET-Radiopharmaka produziert:

  • [18F] FDG (Tumore, Entzündung, Demenz)
  • [68Ga] PSMA-Ligand (Prostatakarzinom)
  • [68Ga] DOTA-i-TATE (neuroendokrine Tumore, Meningeome)
  • [11C] PIB (Nachweis von Amyloid-Ablagerungen bei Demenzen)
  • [11C] Methionin (Aminosäure-Stoffwechsel, Nebenschilddrüse, Hirntumore)
  • [18F] FDOPA (neuroendokrine Tumore, medulläres Schilddrüsenkarzinom, Parkinson-Syndrome)

Das zugelassene Arzneimittel [18F] FDG (“Glucopet-18F“) wird dabei täglich für die Diagnostik (Glukosestoffwechsel: v.a. Tumore, Entzündung, Demenz) mittels PET/CT hergestellt.

Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, auch andere für spezielle Fragestellungen benötigte PET-Radiopharmaka kurzfristig anzubieten (u.a. [11C] Cholin, [11C] Flumazenil, [11C] Raclopride, [13N] Ammonium, [18F] Fluorid, [18F] Fluorprolin, [18F] FLT).

Therapeutische Radiopharmaka

Ebenso werden im Bereich Radiopharmazie therapeutische Radiopharmaka für die moderne nuklearmedizinische Therapie (Endoradiotherapie) produziert.

Insbesondere die effektive Behandlung neuroendokriner Tumoren und des metastasierten Prostatakarzinoms steht dabei im Fokus. Dazu werden die folgenden Radiotherapeutika hergestellt:

  • [177Lu] DOTA-i-TATE
  • [177Lu] PSMA-617

Forschung

Der Bereich verfügt darüber hinaus über ein Radionuklidforschungslabor, in dem in vier Radionuklidabzügen radiopharmazeutische/radiochemische Entwicklung/Forschung betrieben wird.

Ein Schwerpunkt ist hierbei die Produktion von 89Zr zur Radiomarkierung von Nanopartikeln und Antikörpern für die moderne Tumordiagnostik mit PET.

Nähere Informationen finden Sie hier.

Kontakt

Telefon 0731 500 - 61301

Telefax 0731 500 - 58664

Anschrift
Universitätsklinikum Ulm
Klinik für Nuklearmedizin
Albert-Einstein-Allee 23
89081 Ulm

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Mo bis Do:   08:00-12:00 und 13:00-16:00
Fr:    08:00-14:00

Ansprechpartner:
Dr. Christoph Solbach  |  Leiter Radiopharmazie / Zyklotron
Dr. Gabriel Fischer  |  stellv. Leiter Radiopharmazie / Zyklotron