Arbeitsgruppe Verlaufs-und Versorgungsforschung

Leitung: Prof. Dr. Carmen Uhlmann

Der Bereich Verlaufs- und Versorgungsforschung umfasst alle Forschungstätigkeiten der Abteilung, die sich mit Versorgungskonzepten und Behandlungselementen im Gebiet psychischer Erkrankungen beschäftigen. Miteinbezogen werden dabei sowohl Ansätze klinischer Behandlung als auch außerkliniksche, komplementäre Versorgungsstrukturen wie die gemeindepsychiatrischen Verbünde. Wichtige Merkmale sind ein starker Anwendungsbezug in die klinischen Praxis und die Weiterentwicklung in Richtung sowohl einer patientenorientierten und als auch effektiven Versorgung. Der Bereich umfasst auch gesundheitsökonomische und personalbezogene Fragestellungen.

Schwerpunkt

Erfassung und Analyse von Versorgungs- und Behandlungswegen

Wissenschaftliche Begleitung von Umstrukturierungsmaßnahmen von Behandlungseinheiten

Evaluation von sektorübergreifenden Behandlungs- und Versorgungsstrukturen

Auswirkungen von Personaleinsatz – und struktur

Laufende Projekte

Susanne Jaeger (im Auftrag des Ministeriums für Soziales und Integration in Baden-Württemberg)

Hintergrund: Im Zuge der Einführung des PsychKHG wurden in allen Stadt- und Landkreisen ganz Baden-Württemberg Informations-, Beratungs- und Beschwerdestellen (IBB-Stellen) eingerichtet. Sie sollen als trialogisch ausgestaltete Gremien über geeignete Hilfs- und Unterstützungsangebote für Menschen mit psychischen Problemen informieren sowie Beschwerden und Anregungen von Betroffenen und deren Angehörigen bearbeiten.

Forschungsfragestellung: Ziel dieser Erhebung ist nach mittlerweile fünfjährigem Bestehen der IBB-Stellen die genauere Charakterisierung ihrer Strukturen und Prozesse, unter anderem als Ausgangspunkt für die mögliche Weiterentwicklung dieser Stellen.

Methode: Auf der Grundlage von Vorarbeiten von Mitarbeitenden der IBB-Stellen und des Ministeriums wurde ein Fragebogen erstellt. Die Daten werden in Form eines Fragebogens erfasst, der an alle 40 IBB-Stellen in Baden-Württemberg versendet wird. Sie werden deskriptiv ausgewertet.

Aktueller Stand: Die Fragebögen sind versendet. Die Auswertung erfolgt im Laufe des ersten Quartals 2021.

Erich Flammer, Sophie Hirsch, Nancy Thilo, Tilman Steinert

Hintergrund: Das Melderegister für Zwangsmaßnahmen in Baden-Württemberg wird unter einer Ombudsstelle des Sozialministeriums geführt. Alle psychiatrischen Kliniken sind verpflichtet, fallbezogen Daten zu Altersgruppe, Geschlecht, Landkreis des Wohnsitzes, Diagnose, zum Unterbringungsstatus, zu mechanischen Zwangsmaßnahmen und zu Zwangsmedikation je nach Rechtsgrundlage zu liefern. Anders als bei bisherigen Projekten werden Auswertungen nicht mit kumulierten Daten, sondern mit Rohdaten verfügbar sein. Alle in psychiatrischen Kliniken behandelten Patient*innen (einschließlich Kinder- und Jugendpsychiatrie und Forensische Psychiatrie) werden erfasst, sowohl Unterbringungen nach PsychKHG als auch nach §1906 BGB bzw. §§63,64 StGB. Auch die Gesamtzahl der freiwilligen Behandlungen wird erfasst.

Forschungsfragestellung: Welche Klinikstrukturmerkmalen und strukturellen Versorgungsmerkmalen der jeweiligen Region (Landkreise) beeinflussen die Häufigkeit von Zwangsmaßnahmen?

Methode: Erfassung von Klinikstrukturmerkmalen und strukturellen Versorgungsmerkmalen durch strukturierte Befragung der entsprechenden Ansprechpartner mittels Fragebogen und ggf. auch telefonisch. Zusätzlich werden weitere Informationsquellen wie z. B. Qualitätsberichte der Krankenhäuser ausgewertet. Die erfassten Strukturmerkmale gehen dann in ein multivariates Regressionsmodell zur Erklärung der Varianz zwischen den Kliniken ein.

Ethikvotum: Gemäß der Ethikkommission der Universität Ulm ist ein Ethikvotum für Studien, in denen anonymisierte Daten analysiert werden, nicht erforderlich.

Vorläufige Ergebnisse: Es wurden relevante Strukturmerkmale von Kliniken und Versorgungsregionen identifiziert, operationalisiert und in zwei Fragebögen überführt. Die Datenerhebung und die Datenbereinigung sind abgeschlossen. Erste Auswertungen sind erfolgt und es konnten Strukturmerkmale von Kliniken und Versorgungsgebieten identifiziert werden, welche mit der Häufigkeit von Zwangsmaßnahmen assoziiert sind. Eine erste Publikation ist in Vorbereitung.

 

Frank Eisele, Erich Flammer, Tilman Steinert, Ralf-Peter Gebhardt, Urs Hepp, Niklaus Stulz

Hintergrund: Der Psychiater Edward Jarvis beschrieb bereits 1850 den Effekt, dass Patienten eines psychiatrischen Krankenhauses eher aus der Nähe als aus größeren

Entfernungen kommen. Für die Versorgungsplanung sind solche Erkenntnisse auch heute noch von Interesse. Hepp und Stulz konnten für den Kanton Aargau klare Distanzeffekte für die Inanspruchnahme ambulanter Leistungen, nicht aber für die stationäre Inanspruchnahme feststellen.

Forschungsfragestellung: Gibt es einen Jarvis-Effekt immer noch oder handelt es sich um einen Artefakt? Lassen sich auch für das Einzugsgebiet des ZfP Südwürttemberg und den Kanton Winterthur in der Schweiz Distanzeffekte bei stationären und ambulanten Behandlungen finden? Unterscheidet sich die Stärke der „Distanzreibung“ je nach Diagnose?

Methode: Die Wohnorte und Diagnosen aller stationären und ambulanten Fälle werden aus den Krankenhausinformationssystemen ausgelesen. Die jeweiligen Entfernungen zwischen Wohn- und Behandlungsort werden ermittelt. Für die Schweiz werden die Distanzen mit dem öffentlichen Verkehr (öV) bestimmt, für Deutschland über den Straßenverkehr. Mit Hilfe der Baden-Württembergischen Gemeindestatistik werden die Bevölkerungszahlen um die Klinik- und Ambulanzstandorte in konzentrischen Kreisen (10 Kilometer um das jeweilige Zentrum, 10 bis 20 km, 20 bis 30 km, 30 bis 40 km und 40 bis 50 km um das jeweilige Zentrum) bestimmt. Nach diesen Vorarbeiten kann die Anzahl der Aufnahmen pro 1.000 Einwohner in den jeweiligen konzentrischen Kreisen um das Zentrum ermittelt werden.

Ethikvotum: Gemäß der Ethikkommission der Universität Ulm ist ein Ethikvotum für Studien, in denen anonymisierte Daten analysiert werden, nicht erforderlich.

Geplante Schritte: Publikation der Ergebnisse in zwei Fachartikeln, welche zeitgleich eingereicht werden, ein Artikel mit den Schweizer Daten und ein Artikel mit den deutschen Daten.

Vorläufige Ergebnisse: Für den Kanton Aargau (publiziert) und auch in Winterthur (noch nicht publiziert) konnten für die ambulante Inanspruchnahme klare Distanzeffekte gefunden werden, nicht aber für die stationäre Inanspruchnahme. Für das Einzugsgebiet des ZfP Südwürttemberg fand sich für die stationäre Inanspruchnahme ein klarer Distanzeffekt, ambulante Daten wurden noch nicht untersucht.

Tilman Steinert, Peter Schmid

Hintergrund: Der Schritt von der Einreichung eines wissenschaftlichen Manuskripts bis zur Publikation ist bekanntermaßen langwierig und schwierig, häufig nicht nur wegen der inhaltlichen Kritik von Peer-Reviewern und Ablehnung durch die Herausgeber, sondern auch wegen bürokratischer Unzulänglichkeiten. Es soll eine Plattform geschaffen werden, in welcher die Autoren ihre (manchmal sehr frustrierenden) Erfahrungen mit einzelnen Zeitschriften anderen zugänglich machen können und auf dieser Weise eine Entscheidungshilfe für die Frage finden, bei welcher Zeitschrift ein Beitrag eingereicht wird.
Methode: Die Webseite Journalcheck.de wurde in einem Delphi-Verfahren mit den Mitarbeitern der Versorgungsforschung Weissenau entwickelt. Die Seite ermöglicht es unkompliziert, eigene Beiträge einzugeben und zugleich alle bereits existierenden Bewertungen einzusehen.
Aktueller Stand: Die Seite ist seit 2012 in Betrieb

Hintergrund: Depressionen und Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Störungen. Die Versorgung dieser Erkrankungen erfolgt in verschieden Bereichen und Settings: stationär (psychiatrische Kliniken und psychosomatische Krankenhäuser, Rehabilitationskliniken), teilstationär (psychotherapeutische und Rehabilitationstageskliniken) und ambulant (Fachärzte, ärztliche und psychologische Psychotherapeuten, PIA). Bisher kaum beforscht sind die differenzielle Indikationsstellung, die Behandlungswege, der weitere Erkrankungsverlauf, Teilhabemöglichkeiten und die Inanspruchnahme von Ressourcen der Patientinnen und Patienten aus den unterschiedlichen Settings im direkten Vergleich.

Methode: Durchgeführt wurde eine multizentrische Längsschnittuntersuchung einer Stichprobe von insgesamt 320 Patienten mit F3 und F4 Diagnosen nach ICD-10. Es wurden Patienten in vier verschiedenen Versorgungsbereichen untersucht: psychiatrische Depressionsstation, psychiatrische Krisenstation, psychosomatische Akutklinik und psychiatrische Tagesklinik.

Neben einer ausführlichen Symptomerhebung und Diagnosestellung per semistrukturierten Interviews, Selbst- und Fremdauskunftsbögen und Checklisten, wurden Krankheitsanamnese, Sozialanamnese, Zuweisungsmodus, Behandlungsmotivation, und weiterführende Behandlungswege erhoben. Die Daten bei Aufnahme und Entlassung (T0, T1) wurden in direkten Interviews und Fragenbögen erhoben, die Daten für die weiteren Messzeitpunkte (6 bzw. 12 Monate nach Entlassung, T2, T3) per Telefoninterview und Fragenbögen.

Projektstand: Einige Ergebnisse der verschiedenen Teilprojekte wurden bereits in Fachzeitschriften publiziert. Ergebnisse weiterer Datenauswertungen wurden auf mehreren Kongressen präsentiert und ihre Veröffentlichung in Fachzeitschriften wird derzeit vorbereitet.

 

Teilprojekt 1: Indikationsstellung und Behandlungswege

Dana Bichescu-Burian, Erich Flammer, Carmen Uhlmann, Susanne Jaeger, Tilman Steinert

Forschungsfragestellung: Dieses Teilprojekt widmet sich der Analyse von Behandlungswegen vor und nach stationärer Behandlung sowie deren Prädiktoren bei Patienten mit Depressionen und Angststörungen. Behandlungsempfehlungen nach der Indexbehandlung sowie ihre Verwirklichung nach Entlassung sollen auch untersucht werden. Eine eingehende Literaturrecherche sowie eingehende Analysen von Behandlungswegen wurden bereits durchgeführt. Die Ergebnisse werden demnächst in einer deutschsprachigen Fachzeitschrift publiziert.

Ergebnisse: Die Analyse von Behandlungswegen nach Entlassung aus der Indexbehandlung zeigte, dass stationäre Behandlungen mehrheitlich geplante Weiterbehandlungen waren. Fast alle Patienten wurden ambulant nachbehandelt. Hauptprädiktoren für stationäre Behandlung nach Indexbehandlung und für ambulante Psychotherapie waren das Index-Setting (Psychiatrie/Psychosomatik) sowie vorbestehende und geplante Behandlungen.

 

Teilprojekt 3: Zusammenhang zwischen eingesetzten Ressourcen und Arbeitsfähigkeit nach Entlassung

Erich Flammer, Sophie Hirsch, Frank Eisele, Tilman Steinert

Forschungsfragestellung: Es soll untersucht werden, ob der Ressourcenverbrauch bzw. die Inanspruchnahme von Ressourcen von der Aufnahme in eine Klinik oder Tagesklinik bis 6 Monate nach Entlassung, eine Änderung der Arbeitsfähigkeit in den Monaten 6-12 nach Entlassung gegenüber der Arbeitsfähigkeit vor Aufnahme bedingt.

Erste Ergebnisse: Je größer die Inanspruchnahme stationärer psychiatrisch-psychotherapeutischer Leistungen, desto weniger wahrscheinlicher ist eine Erwerbstätigkeit. Eine größere Inanspruchnahme stationärer Leistungen ist auch mit einer verminderten Selbsteinschätzung als arbeitsfähig assoziiert.

 

Teilprojekt 4: Vergleich der Erkrankungsverläufe nach Behandlung in unterschiedlichen Settings

Carmen Uhlmann, Susanne Jaeger, Petra Schmid

Forschungsfragestellung: Depressionen und Angsterkrankungen, die in unterschiedlichen Settings behandelt werden, könnten auch unterschiedliche Verläufe aufweisen. Der Erkrankungsverlauf wird in diesem Teilprojekt über die Erhebungszeitpunkte bis 12 Monate nach Behandlung in den verschiedenen Settings untersucht.

Ergebnisse: Response- und Remissionsraten unterscheiden sich in den 4 Settings zwischen Aufnahme und Katamnese nicht signifikant. Die Erkrankungsverläufe unterscheiden sich zwischen den 4 Settings: Bei Aufnahme sind sowohl die Depressionswerte als auch der globale Schwereindex der Gesamtsymptomatik auf verschiedenem Niveau, im weiteren Verlauf nähern sich die Ergebnisse der 4 Settings jedoch an und unterscheiden sich auch hier nicht mehr signifikant.

 

Teilprojekt 5: Entwicklung von Aktivitäts- und Teilhabebeeinträchtigungen bei Menschen mit Depression oder Angststörung nach stationärer bzw. teilstationärer Behandlung

Susanne Jaeger, Petra Schmid, Carmen Uhlmann, Erich Flammer, Dana Bichescu-Burian, Julia Grempler, Tilman Steinert

Forschungsfragestellung: Wie entwickeln sich Aktivitäts- und Teilhabebeeinträchtigungen nach stationärem bzw. teilstationären Aufenthalt bei Menschen mit Angststörungen und depressiver Erkrankungen? Welche Teilbereiche sind besonders betroffen? Welche Faktoren spielen für die Entwicklung eine Rolle?

Erste Ergebnisse: In den vier Behandlungssettings wurden Menschen mit unterschiedlich schweren Aktivitäts- und Partizipationsbeeinträchtigungen behandelt. Teilnehmende aus der Depressionsstation und Kriseninterventionsstation zeigten die deutlichsten Einschränkungen. Die am stärksten betroffenen Bereiche waren Durchhaltevermögen, Fähigkeit zu spontanen Aktivitäten und Anwendung fachlicher Kompetenzen. 12 Monate später zeigten sich in allen Teilhabebereichen und über alle Settings hinweg Verbesserungen. Die Teilnehmenden aus verschiedenen Settings hatten sich einander angeglichen. Das Mini-ICF-APP bildete speziell die aktuelle Arbeitsfähigkeit auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt recht gut ab und bietet sich damit (wie a.a.O. beschrieben) als ein ökonomisches Beurteilungsinstrument an.

 

Marie Kampmann, Tilman Steinert


Hintergrund: Gemäß der UN-Behindertenrechtskonvention ist die uneingeschränkte Nutzung von Medien ein wichtiges Ziel zur vollen gesellschaftlichen Teilhabe. Das Mediennutzungsverhalten kann durch eine psychische Erkrankung verändert sein. Gleichzeitig können Medien der Information und Aufklärung über psychische Erkrankungen dienen. Moderne Kommunikationsmittel ermöglichen zudem ein erweitertes Therapieangebot. Im Jahr 2011 wurde die Mediennutzung stationär behandelter PatientInnen des ZfP Südwürttemberg im Rahmen einer explorativen Studie erstmalig erhoben.  
Forschungsfragestellung: Vor dem Hintergrund des veränderten Medienangebots auf den Stationen, der allgemein stetig steigenden Mediennutzungstendenzen in der Gesellschaft, der rasanten Entwicklungen im medialen Bereich und der zunehmenden Bedeutung digitaler Medien im Gesundheitswesen („E-Health“; „Telemedizin“, etc.) soll in einer Replikationsstudie die aktuelle Mediennutzung von psychisch erkrankten PatientInnen erfasst werden. Ziel ist es außerdem, mögliche Zugangsbarrieren zu identifizieren und ggf. bedarfsgerechte Verbesserungen des Medienangebots für PatientInnen des ZfP Südwürttemberg vorzunehmen.
Methode: Im Rahmen einer Vollerhebung an den verschiedenen Standorten des ZfP Südwürttemberg werden PatientInnen mittels eines eigens konzipierten Fragebogens zu ihrem Mediennutzungsverhalten vor/während ihres Klinikaufenthaltes befragt. Zudem wird die Zufriedenheit mit dem Medienangebot auf Station erhoben sowie die Bereitschaft, internetbasierte Therapieangebote zu nutzen. Die aktuellen Ergebnisse sollen mit den Ergebnissen der früheren Studie verglichen werden.
Aktueller Stand: Die Erhebungsinstrumente wurden in Hinblick auf die aktuellen Entwicklungen im medialen Bereich überarbeitet, um mit der Datenerhebung zu beginnen.

Beteiligte: Markus Waggershauser (Doktorand), Prof. Dr. Tilman Steinert

Hintergrund:
Es ist gut gesichert, dass eine antipsychotische Rezidivprophylaxe hoch wirksam ist im Sinne der Verhinderung von Rezidiven und Wiederaufnahmen. Dennoch gibt es auch Rezidive und stationäre Wiederaufnahmen unter suffizienter antipsychotischer Medikation. Die bisherige Forschung hat sich ziemlich ausschließlich auf die Adhärenz-Problematik konzentriert. Gründe für Wiederaufnahmen trotz Adhärenz wurden bisher kaum untersucht. Angesichts der hohen Bedeutung von Wiederaufnahmen für den individuellen Krankheitsverlauf und nicht zuletzt auch in ökonomischer Hinsicht erscheint die Fragestellung von hohem Interesse.

Fragestellungen:

  1. Wie groß ist der Anteil der Patienten, die bei Aufnahme einen im Referenzbereich liegenden Spiegel ihres Hauptmedikaments haben?  
  2. Gibt es einen Unterschied in der Krankheitsschwere (CGI bei Aufnahme) und weiteren Patientenmerkmalen zwischen Untersuchungsgruppe (Patienten mit suffizientem Medikamentspiegel) und Vergleichsgruppe?
  3. Wie unterscheidet sich die Schwere der Psychopathologie zum Aufnahmezeitpunkt und zum Entlasszeitpunkt in der Untersuchungsgruppe?
  4. Welche Gründe lassen sich in der Untersuchungsgruppe als Auslöser für die Wiederaufnahme annehmen?

Methoden:
Die Untersuchung wird als Projekt des Qualitätsmanagements auf den Stationen der psychiatrischen Abteilung in Friedrichshafen durchgeführt. Bei allen Patienten mit F2-Störungen und mit verordneten Antipsychotika wird bei Aufnahme routinemäßig der Serumspiegel bestimmt. Aufgrund dessen erfolgt eine Einteilung in Untersuchungsgruppe (suffizienter Medikamentenspiegel) und Vergleichsgruppe. Bei den Patienten der Untersuchungsgruppe wird ein Rating der Gründe für die Aufnahme unabhängig durch zwei Ärzte, eine Bezugsperson und den Patienten selbst vorgenommen.

 

Tilman Steinert, Weissenau, Peter Brückner-Bozetti, Bremen, Michael Lingenfelder, Marburg, Andreas Blume, Weissenau

Hintergrund: Politische Kontroversen um geeignetes Entgeltsystem in der Psychiatrie, Verbände fordern eine Alternative zu PEPP. Ein durch Kliniken finanziertes Projekt soll empirisches Material liefern.
Forschungsfragestellung: Systematische Literaturübersicht zu Systemen der Personalbemessung international, Experteninterviews (im Ausland) als Teilfragestellung der Versorgungsforschung Weissenau
Methode: Literaturrecherche, Experteninterviews
Geplante Schritte: Finanzierung durch Konsortium von Kliniken ist gesichert, Personaleinstellungen (insgesamt 3 50 % -Stellen für 2 Jahre) vorgesehen.
Vorläufige Ergebnisse: Beginn 2016

Andreas Blume, Tilman Steinert, Peter Brückner-Bozetti (Bremen)


Hintergrund: Alle im direkten Patientenkontakt beschäftigten Berufsgruppen haben erhebliche Tätigkeitsanteile, die nicht durch OPS-Ziffern erfasst werden. Diese wurden in den bisherigen Kostenberechnungen nur unter „Hintergrundrauschen“ zusammengefasst. Ziel des Projekts ist es, diese Anteile für die verschiedenen Berufsgruppen, Funktionsbereichen und Hierarchieebenen zu quantifizieren und für eine Kalkulation (z. B. in Form von Kosten pro Behandlungstag) zugänglich zu machen.
Forschungsfragestellung: Wie hoch ist der berufsgruppenspezifische Zeitanteil, den eigentlich patientennah eingesetzte Klinikmitarbeiter auf Station mit Tätigkeiten ohne Patientenkontakt verbringen? Welche patientenferne Tätigkeiten sind besonders zeitintensiv?
Methode: Es werden in 8 Versorgungskliniken jeweils 30-minütige Telefoninterviews mit Vertretern der verschiedenen Berufsgruppen durchgeführt.
Geplante Schritte: Mitarbeitende aller stationär-psychiatrischen Berufsgruppen mit Patientenkontakt (Ärzte, Psychologen, Pflege, Sozialarbeit, Ergotherapie, Musik- und Kunsttherapie, Physio- und Bewegungstherapie) wurden in jeweils 30-minütigen Telefoninterviews nach Pflichtschulungen, Fortbildungen und anderen regelmäßigen Tätigkeiten ohne Patientenkontakt und jeweils anfallender Zeitaufwände befragt. Die Liste der Anforderungen wurde abgeglichen mit dem Manual des Zertifizierungssystems KTQ (Kooperation für Transparenz und Qualität). Anschließend erfolgte auf Basis ausreißerbereinigter Zeitanteilsmittelwerten berufsgruppenspezifische Jahreshochrechnungen für Arbeitszeitanteile ohne Patientenkontakt.
Ergebnisse: Mit einer Non-Response-Rate von nur 11% wurden insgesamt 210 Telefoninterviews in 8 Versorgungskliniken durchgeführt, darunter mit 47 Ärzten, 39 Pflegekräften, 34 Psychologen und 35 Sozialarbeitern. Die bei der Zeitschrift Der Nervenarzt eingereichten und veröffentlichten Teilergebnisse zeigen, dass der theoretisch verbleibende Zeitanteil für direkten Patientenkontakt gering ist. Besonders ungünstig stellt sich die Situation bei Oberärzten, pflegerischen Stationsleitungen und Teilzeitkräften dar. Alle ermittelten patientenfernen Tätigkeiten waren jedoch ebenfalls unverzichtbare Qualitätsmerkmale. Beschäftigte in deutschen psychiatrischen Kliniken müssen deshalb regelmäßig Präferenzentscheidungen treffen, welche Aufgaben sie vernachlässigen, zu denen sie eigentlich verpflichtet sind.

Andreas Blume, Brendan Snellgrove, Tilman Steinert


Hintergrund: Nach vorliegenden Berichten hat der GBA eine entsprechende Recherche vorgenommen und mitgeteilt, es gebe in der Literatur keine relevanten Ergebnisse. Erste Literatursichtungen zeigen jedoch, dass Literatur zwar insgesamt spärlich, aber keineswegs inexistent ist. Insofern erscheint eine systematische Literaturübersicht durchaus lohnend, unter anderem auch, um wichtige Felder künftiger Forschung zu identifizieren.
Forschungsfragestellung: Existieren in der internationalen Fachliteratur Studien, die signifikante quantitative Zusammenhänge zwischen personellen Besetzungs- bzw. Qualifikationsvariablen auf Behandlungseinheiten und patientenbezogenen Outcome-Variablen aufzeigen? Wie sind Richtung und Qualität der Korrelationen methodisch und inhaltlich zu bewerten? Welche praktischen Schlussfolgerungen lassen sich hieraus für Personalbesetzung und Qualitätssicherung ableiten? Wo existieren Forschungslücken?
Methode: Systematic Review bis zum Stichtag 17.11.2017 aller in den psychiatrisch relevanten Journal-Portalen Medline / Pubmed sowie CINAHL gelisteten, wissenschaftlichen Zeitschriftenbeiträge auf Basis eines einheitlichen PICO-Suchstrings mit UND-/ODER-Verknüpfungen einer Vielzahl thematisch relevanter Schlüsselwörter
Geplante Schritte: Sukzessiver theorie- und literaturbasierter Aufbau eines komplexen Suchstrings, Überführung portalspezifisch gefundener Referenzen samt Abstracts in Citavi, Entfernung von Dubletten, Screening von Abstracts, Beschaffung von thematisch potenziell inklusionsfähigen Volltexten, parallele Suche etwaig ergänzender Beiträge in Dissertationen und deutschsprachigen Bibliotheksangeboten, gründliche Auswahl inklusionsfähiger Volltexte, begründete Exklusion nichtberücksichtigter Volltexte, Qualitative Synthese aller inkludierten Studien, ggf. Metaanalyse
Ergebnisse: Nach SR-typischem Screening der mittels komplexem Suchstring gefundenen und um Dubletten bereinigten Abstracts (N=7778) konnten am Ende noch 51 Volltexte in den Review inkludiert werden. Der zwischenzeitlich in der Zeitschrift Der Nervenarzt akzeptierte und veröffentlichte Beitrag differenziert entlang des jeweiligen patientenbezogenen Outcomes inkludierte Studien zu Verordnungsfehlern, Selbstverletzungen und Suiziden, patientenseitiger Fremdaggression, Zwangsmaßnahmen, Stationäre Verweildauer und Symptombesserung. In der kritischen Bewertung muss allerdings konstatiert werden, dass sich angesichts methodologischer Schwächen auf Basis der bislang verfügbaren Beobachtungsstudien keine evidenzbasierten Implikationen für die Gesundheitspolitik bzw. die klinische Personalbesetzungspraxis ableiten lassen.

Hüsniye Bilgic, Susanne Jaeger, Erich Flammer, Raoul Borbé, Carmen Uhlmann

Hintergrund: In der allgemeinpsychiatrischen Abteilung in Weissenau wird von Oktober 2017 bis Dezember 2019 ein systemtherapeutischen Konzept implementiert (SYMPA: Systemtherapeutische Methoden in der psychiatrischen Akutversorgung). Mitarbeitende der Berufsgruppen Medizin, Ergotherapie, Pflege, Sozialarbeit und Psychologie werden nach den Vorgaben dieses Ansatzes interdisziplinär geschult. Eine solche Maßnahme sollte deutliche Auswirkungen auf die Patientinnen und Patienten und Mitarbeitenden haben und wird daher in einem Forschungsprojekt evaluiert.

Forschungsfragestellung: Zwei Fragen liegen der Untersuchung zugrunde: Kann durch die Implementierung des Konzeptes die Menge aggressiver Handlungen von Patienten während des stationären Aufenthaltes und die Anzahl durchgeführten Zwangsmaßnahmen reduziert werden? Wie wirkt sich die Implementierung des Konzeptes im Arbeitsalltag auf Stress und Belastung von Mitarbeitenden sowie auf das Teamklima aus?

Methode: Bei den Patientinnen und Patienten werden spezifische Parameter zu Zwangsmaßnahmen und aggressiven Übergriffen analysiert (SOAS-R sowie Art, Anzahl und Dauer der Zwangsmaßnahmen). Allen Mitarbeitenden werden Fragebögen zu Burn-out (Maslach Burnout Inventar), Gratifikationskrisen (Effort-Reward-Imbalance) und Teamklima (Teamklima-Inventar) vorgelegt.

Geplante Schritte: Die Daten werden zu 3 Zeitpunkten ausgewertet: Vor Implementierung im Oktober 2017, während der Implementierung im Februar/März 2019 und danach im November 2020.

Vorläufige Ergebnisse: Alle drei Wellen der Befragung der Mitarbeitenden wurden planmäßig durchgeführt. Die Rücklaufquote beläuft sich auf 72% (N= 65), 69% (N= 66) und 38% (N=42) für die drei Befragungszeitpunkte.

Andreas Blume, Karl-Heinz Rasch, Erwin Steinbinder, Tilman Steinert


Hintergrund: Die Versorgung psychisch kranker Menschen ist fragmentiert zwischen den Sektoren stationär/ambulant und verschiedenen Sozialgesetzbüchern. Behandlungsempfehlungen liegen in verschiedenen Leitlinien vor (Schizophrenie, bipolare Störungen, psychosoziale Therapien u.a.), Besonderheiten der Versorgung sind in den verschiedenen SGB und im baden-württ. PsychKHG geregelt. Die Angebote zu kennen und individuell optimiert zu nutzen, ist für Betroffene nahezu unmöglich und gelingt nur einer kleinen Zahl von Experten.
Forschungsfragestellung: Entwicklung einer Web-basierten individuellen Behandlungs- und Versorgungsplanung, die von Betroffenen und verantwortlichem Arzt/Fallmanager/Bezugsperson in gemeinsamer Entscheidungsfindung erstellt und stetig angepasst werden kann. Leitgedanke soll die Recovery-Orientierung sein. Evaluation in einer Pilotstudie.
Methode: Behandlungs- und Versorgungsangebote sollen gemäß Leitlinien und gesetzlichen Regelungen in einem Web-basierten Menü dargestellt werden, aus dem sich ein individueller Behandlungsplan generieren lässt. Dabei sollen die Bereiche Behandlung/Wohnen/Arbeit/Freizeit abgebildet werden. Zunächst soll dies für psychotische und Alkohol-bezogene Störungen am Beispiel eines Landkreises als Pilotprojekt dargestellt werden. Dies kann als Matrix für eine spätere Ausweitung auf alle Landkreise in Baden-Württemberg dienen.
Geplante Schritte: 1. Bildung der Projektgruppe mit klinischen Experten, einem Vertreter der Betroffenen und IT-Experten, 2. Erstellung der Webseite und von Formatvorlagen für Behandlungs- und Versorgungsplanung, 3. Evaluierung in einer Pilotstudie (Machbarkeitsstudie), 4. Bei erfolgreicher Projektbeendigung Angebot der Verbreitung in andere Landkreise und Planung einer kontrollierten Wirksamkeitsstudie
Bisherige Ergebnisse: Von Projektgruppe wurden wichtige Anfangsimpulse eingebracht, umfangreiche Datenrecherche wurde durchgeführt, Prototyp einer Website von kooperierender Firma Websedit ist aufgesetzt, Kerntexte wurden verfasst und mit künftigen Impressumsverantwortlichen abgestimmt, Ethikantrag für begleitende Evaluation ist eingereicht, derzeit parallele Planung des Web-Launches, der Bekanntmachung im GPV-Versorgungssystem und der empirischen Testnutzerbefragung.

Susanne Jaeger, Marie Kampmann, Tilman Steinert, Johannes Gnauck / Sabine Herpertz (Heidelberg)

Hintergrund: Immer mehr Menschen mit seelischen Behinderungen beziehen im Rahmen ihrer Wohnform Eingliederungshilfe. Vor allem im deutschsprachigen Raum fehlen allerdings wissenschaftliche Untersuchungen dazu, welche Auswirkungen das Leben in unterstützten Wohnformen auf die Betroffenen hat und welche spezifischen Struktur- und Prozessmerkmale der Unterstützung hierbei wirksam werden.

Forschungsfragestellungen: Ziel des Drittmittelprojekts ist die Charakterisierung der Angebotsstruktur in vier Stadt- und Landkreisen und der Personengruppen, die dort ambulante, intensiv-ambulante und stationäre Wohnangebote nutzen. Zudem geht es um die Ermittlung der Wirksamkeit von Maßnahmen der Eingliederungshilfe beim Wohnen. Welche Indikatoren der Struktur- und Prozessqualität für Leistungen beim Wohnen stehen im Zusammenhang mit der Ergebnisqualität? Hieraus sollen empirisch begründete Qualitätsstandards für Leistungen im Bereich des unterstützten Wohnens entwickelt werden.

Methode: Die Studie läuft in vier baden-württembergischen Stadt- und Landkreisen (Stadt Heidelberg, Rhein-Neckar-Kreis, Landkreis Ravensburg, Bodenseekreis) in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Heidelberg. Neben Dokumentenanalysen und Experteninterviews wird eine Kohorte von Klientinnen und Klienten im unterstützten Wohnen (Neuzugänge oder Wohnformwechsler) zu 3 Messzeitpunkten untersucht (u.a. zu Social Functioning, Teilhabechancen, gedeckte und ungedeckte Bedarfe, Lebensqualität, Gesundheit). Die Projektfinanzierung erfolgt aus Mitteln der Stadt- und Landkreise Baden-Württembergs, vertreten durch den Verband Jugend- und Soziales (KVJS).

Ethikvotum: Ethikkommission der Universität Ulm No. 75/17

Aktueller Stand: Die Studie in Baden-Württemberg ist abgeschlossen. Die Ergebnisse sind in Form eines Abschlussberichts publiziert und wurden bereits mehrfach im Rahmen von Symposien und anderen Fachveranstaltungen der Öffentlichkeit vorgestellt. Weitere Publikationen sind in Arbeit.

Brendan Snellgrove, Marius Lischka, Tilman Steinert


Hintergrund: Mit der Ratifizierung der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK) hat sich Deutschland dazu verpflichtet, „Menschen mit Behinderung Zugang zu der Unterstützung zu verschaffen, die sie bei der Ausübung ihrer Rechts- und Handlungsfähigkeit gegebenenfalls benötigen“ (Art. 12, UN-BRK). Damit verbunden ist ein Wechsel vom Paradigma der ersetzten Entscheidungsfindung hin zu einer unterstützten Entscheidungsfindung. Vor diesem Hintergrund ist eine Diskussion darüber entstanden, ob das deutsche Betreuungsrecht mit der UN-BRK konform ist.
Forschungsfragestellung: Erleben Menschen mit psychischen Erkrankungen oder seelischen Behinderungen die gesetzliche Betreuung vornehmlich als Einschränkung ihrer rechtlichen Handlungsfähigkeit oder als Unterstützung bei Entscheidungen im Sinne der UN-BRK.
Methode: Im Rahmen einer Promotionsarbeit möchten wir 159 Patienten unserer psychiatrischen Stationen und Ambulanzen mit Diagnosen aus den Gruppen F2, F3 und F6 mittels eines fragebogengestützten Interviews zu ihren praktischen Erfahrungen bei Entscheidungen im Rahmen der gesetzlichen Betreuung befragen.
Geplante Schritte: Die Datenerhebung ist abgeschlossen. Diese werden aktuell ausgewertet. Eine Veröffentlichung ist geplant.

Petra Schmid, Agata Czekaj, Peter Schmid, Tilman Steinert, Carmen Uhlmann

Hintergrund: Die neuropsychologische Erfassung kognitiver Defizite bei Patientinnen und Patienten mit psychotischen Störungen ist für die klinische Praxis von besonderer Bedeutung. Mit dem SCIP liegt ein Screening zur Erfassung dieser vor, welches seit 2012 im klinischen Alltag routinemäßig bei Patient*Innen der allgemeinpsychiatrischen Stationen zur Anwendung kommt.

Forschungsfragestellung: Zeigen sich diagnosespezifische (F2x.x, F3x.x) Unterschiede in den Leistungsprofilen bei Aufnahme? Zeigen sich Unterschiede in den kognitiven Leistungsprofilen zwischen Aufnahme und Entlassung? Es werden sowohl absolute als auch normalisierte Testwerte analysiert. Lassen sich anhand der kognitiven Leistungsprofile bei Aufnahme unterschiedliche Cluster finden und wie unterscheiden sich diese?

Methode: Untersuchung des kognitiven Profils mittels des Screen for Cognitive Impairment in Psychiatry (SCIP) von stationären Patienten*Innen der Allgemeinpsychiatrie zu Beginn ihres Aufenthalts. Ein Teil der Patient*Innen wird auch kurz vor Entlassung nochmals untersucht. Untersuchung auf signifikante Unterschiede, Berechnung einer Clusteranalyse.

Ethikvotum: Ethikkommission der Universität Ulm Nr. 228/19

Geplante Schritte: Publikation der Ergebnisse.

Vorläufige Ergebnisse: Die Testwerte von insgesamt 529 Testungen bei Aufnahme und 227 Testungen bei Entlassung liegen vor.