Arbeitsgruppe Psychoimmunologie

Leiter: apl. Prof. Dr. med. Karl Bechter

Die Forschungsarbeit von Prof. Dr. K. Bechter und die seiner Mitarbeiter ist seit Mitte der 1980er Jahre der klinischen Grundlagenforschung gewidmet, insbesondere zur Frage der Ätiologie schwerer psychiatrischer Erkrankungen, mit der Hypothese, dass ursächlich möglicherweise Infektionen oder durch Infektionen ausgelöste Autoimmunreaktionen bzw. immunpathologische Vorgänge den Krankheiten zu Grunde liegen. In wechselnden Kooperationen mit Forschern aus der Virologie, Immunologie, Biochemie, Neurologie werden mit Hilfe von Neuroimaging und insbesondere Laboruntersuchungen von Blut und Liquor (=Nervenwasser) neue Erkenntnisse erreicht.

Prof. Bechter hat außerdem über theoretische Aspekte des Liquorflusses und dadurch bedingter pathogenetischer Vorgänge gearbeitet, beruhend auf klinischen Beobachtungen im Rahmen experimenteller Therapien z.B. mit Liquorfiltration. Die Hypothesen, einerseits die "Milde Encephalitis Hypothese" und andererseits die "Peripheral CSF Outflow Hypothesis", fügen sich sehr gut ein in neue Befunde anderer Forschungsgruppen.

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apl. Prof. Dr. med. Karl Bechter

Leiter der Arbeitsgruppe Psychoimmunologie

Kontakt

Postanschrift:

Arbeitsgruppe Psychoimmunologie
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II
der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg
Lindenallee 2
89312 Günzburg

Laufendes Projekt

Projektleitung: Prof. Hemmo Drexhage, Rotterdam
Laufzeit: 2018 - 2021
Finanziert durch: EU

Seit Januar 2018 läuft ein europäisches EU-Projekt in Kooperation mit verschieden Universitäten (Rotterdam, Paris, Mailand, Münster, München, Ulm-Günzburg, Groningen, Leuven, Aarhus) mit dem Ziel schwere Depressionen nach entsprechender Differenzialdiagnostik mit neueren Immuntherapien zu behandeln. Diese können immunstimulierend, immunsuppressiv wirken. Die Therapie wird nach entsprechendem Vorbefund eingesetzt. Nähere Informationen zu eventuellem Einschluss in die Studie erhalten Sie hier.

Abgeschlossene Projekte

Studienleitung: Prof. Dr. med. K. Bechter
Studienmitarbeiter: K. Bechter, H.- G. Maxeiner
Laufzeit: 04/2005 - 03/2007
Finanziert durch: Margarete Ammon Stiftung, München
Fördersumme: Euro 80.000,- (entsprechend 1 Arztstelle BAT IIa)

Derzeit durchgeführte Studien befassen sich mit der Ätiopathogenese von schizophrenen und affektiven Psychosen, insbesondere verbesserter Therapiemöglichkeiten bei therapieresistenten Fällen dieser Diagnosen und einem neuen Verständnis auch ungeklärter Schmerzsyndrome bei Depression, Chronic Fatigue und Fibromyalgie sowie Persönlichkeitsstörungen jeweils im Zusammenhang mit obengenannten infektiösen Erregern. Unterstützt wird aktuell ein Projekt durch die Margarete-Ammon-Stiftung zur Anwendung neuer Therapieverfahren im genannten interdisziplinären Ansatz.

Ein Projekt der Kliniken Günzburg und Augsburg ist angedacht, spezielle Therapien bei schwer kranken therapieresistenten Patienten mit affektiven und schizophrenen Spektrumpsychosen zu entwickeln, in Arbeitsteilung und Zuverlegung entsprechender Patienten, entsprechende Anträge sind in Vorbereitung.

Projektpartner / Project Partners: Sibylle Herzog und Mitarbeiter, Institut für Virologie der Universität Gießen, Marion Schneider, Klinik für Anästhesiologie, Universitätsklinikum Ulm, Hayrettin Tumani und Mitarbeiter, Neurologische Abteilung des RKU Ulm
MitarbeiterInnen / Staff Psychiatrie II, Universität Ulm: Karl Bechter (Projektleitung), Horst-Günter Maxeiner
Laufzeit / Duration: bis 2012
Finanzierung / Finance: Margarete Ammon Stiftung, München
Fördersumme / Funding: Euro 80.000,-

Hintergrund: Verursachung von psychischen Erkrankungen durch BDV

Zielsetzung: Verbesserte Diagnostik psychischer Erkrankungen, Virus- und Erregernachweis

Methode: Laboruntersuchungen von Liquor und Blut

Summary: The Psychoimmunology Working group aims at improving cerebrospinal fluid (CSF) diagnostics in severe psychiatric disorders. One focus was to diagnose mild encephalitis (ME) induced by various infectious agents including bacteria, viruses, and protozoa. A longstanding focus project is the search for Borna Disease Virus and its role for human disease presumably psychiatric and neurological syndromes. Recent CSF investigations demonstrated low grade CSF pathologies compatible with the ME hypothesis in about 40% of therapy-resistant affective and schizophrenic disorders. In addition, in part of the cases CSF lymphocyte activation was found. CSF was beyond hypothesised to interact in peripheral tissues reached via the PCOP (= peripheral CSF outflow pathway), possibly explaining a number of difficult to explain findings in classical inflammatory and low level inflammatory CSF disorders in general. A first step in this direction was the demonstration of CSF cell trafficking along peripheral nerves for the first time in an oncological case.