Sektion Public Mental Health

Leiter: Prof. Dr. med. Nicolas Rüsch, MSt

Die Sektion ist Teil der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg. Schwerpunkt sind Forschungen zum Stigma psychischer Erkrankung, incl. Themen wie psychische Erkrankung und Arbeit; Behandlungsteilnahme; und Umgang mit psychischer Erkrankung u.a. in Bezug auf Offenlegung/Geheimhaltung. Dabei möchten wir die an Stigma und Diskriminierung beteiligten Mechanismen besser verstehen sowie Antistigma-Interventionen entwickeln und evaluieren mit dem langfristigen Ziel, Stigma und seine Auswirkungen auf Menschen mit psychischen Erkrankungen zu verringern.

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Prof. Dr. med. Nicolas Rüsch

Leiter der Sektion Public Mental Health | Oberarzt

Kontakt

Forschungssekretariat:

Senta Kilburg, B. A. Verwaltungswissenschaften

Telefon: 0731 500-62301
Telefax: 0731 500-62302
E-Mail: Senta.Kilburg@uni-ulm.de

Postanschrift:

Sektion Public Mental Health
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II
der Universität Ulm
Parkstraße 11
89073 Ulm

Laufende Projekte

Projektleitung:

  • Prof. Dr. Nicolas Rüsch, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Sektion Public Mental Health
  • Prof. Dr. Jörn v. Wietersheim, Universitätsklinikum Ulm, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie
  • Prof. Dr. Harald Gündel, Universitätsklinikum Ulm, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Projektpartner:
Universitätsklinikum Tübingen
Jobcenter Ulm

Projektkoordination:
Dr. Svenja Schlachter
Miriam Mehler

Wissenschaftliche Mitarbeitende:
Dr. Melanie Gantner
Maria Gralla
Maximilian Baxendale

Finanzierung: Bundesministerium für Arbeit und Soziales; Teil des Bundesprogramms „Innovative Wege zur Teilhabe am Arbeitsleben – rehapro“

Fördersumme: 4,2 Mio. €

Laufzeit: 11/2021 – 10/2026

Zusammenfassung:
„3for1 – Drei Wege, ein Ziel“ ist eine Studie zur Effektivität einer Intervention, um psychisch belastete Arbeitslose bei ihrer Arbeitsuche und Genesung zu unterstützen. Die Intervention hat drei Bestandteile, und zwar (i) psychotherapeutische Sprechstunde für KundInnen im Jobcenter, (ii) Supported Employment in Form von Jobcoaching bei Arbeitsuche und am neuen Arbeitsplatz, und (iii) Unterstützung durch Peer-Lotsen, d. h. Begleitung und Unterstützung durch Menschen mit eigener Erfahrung psychischer Erkrankung und Arbeitslosigkeit. Die Wirksamkeit dieser Intervention wird primär geprüft, indem die Rate der Arbeitsaufnahme 12 Monate nach Studieneintritt verglichen wird zwischen der zuerst in die Studie aufgenommenen Vergleichsgruppe (JobcenterkundInnen ohne Intervention) und der anschließend in die Studie aufgenommenen Interventionsgruppe (JobcenterkundInnen, die für eine Dauer von max. 18 Monaten an der Intervention teilnahmen). Die Studie findet statt unter Leitung des Jobcenters Ulm in Kooperation mit vier weiteren baden-württembergischen Jobcentern sowie den Universitäten Ulm und Tübingen.

Building Mental Health Across the Lifespan - E-Learning to empower Primary Care Providers (BASEPro) and Medical Students (BASEStud)
Laufzeit: 06/2021 – 12/2022

Projektleitung:

  • Jun.-Prof. Dr. Nathalie Oexle, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Sektion Public Mental Health
  • Jun.-Prof. Dr. Vera Clemens, Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie
  • Jun.-Prof. Dr. Miriam Rassenhofer, Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie
  • PD Dr. Eva Rothermund, Universitätsklinikum Ulm, Psychosomatische Medizin und Psychotherapie

Projektpartner:

  • Prof. Dr. Anne Barzel, Universitätsklinikum Ulm, Institut für Allgemeinmedizin
  • Kompetenznetzwerk Weiterbildung Allgemeinmedizin Ulm

MitarbeiterInnen Universität Ulm:
Dr. med. Katharina Grau
Maria Haun
Natalie Lamp
Beatriz Lloret
Lea Mayer

Finanzierung: Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg

Fördersumme: 484.366 €

Laufzeit: 06/2021 – 12/2022

Zusammenfassung:
Psychosoziale Probleme wie finanzielle Schwierigkeiten, Probleme am Arbeitsplatz, Einsamkeit und intrafamiliäre Gewalt gehen oftmals mit psychischen Belastungen bis hin zu Suizidalität einher und sind mit Konsultationen in Hausarztpraxen verbunden. Durch die gesellschaftliche Tabuisierung werden diese jedoch oftmals nicht offengelegt sowie nicht ausreichend in der Diagnosestellung und im Behandlungsplan berücksichtigt. Primärbehandler*innen kommt hier eine Schlüsselrolle zu. Voraussetzung hierfür sind das Erkennen von Risikopersonen sowie eine offene Haltung verbunden mit Handlungskompetenz. Ziel des Projektes ist daher die Entwicklung und Evaluation eines E-Learning-Curriculums für Primärbehandler*innen (BASEPro) und Medizinstudierende (BASEStud) mit Fokussierung auf die o.g. Themen. So sollen die Awareness, die Selbstwirksamkeit und die Handlungskompetenz in den Zielgruppen erhöht werden.

Determinants of social support after suicide loss
Laufzeit: 10/2021 – 09/2024

Projektleitung:
Jun.-Prof. Dr. Nathalie Oexle, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Sektion Public Mental Health

Projektpartner:
AGUS e.V.

MitarbeiterInnen Universität Ulm:
Franziska Marek

Finanzierung: Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG)

Fördersumme: 230.873 €

Laufzeit: 10/2021 – 09/2024

Zusammenfassung:
Soziale Unterstützung ist essentiell für die Verarbeitung von traumatischen Lebensereignissen wie etwa Verlust durch Suizid. Allerdings berichten Personen, die einen Angehörigen durch Suizid verloren haben oftmals von zu geringer sozialer Unterstützung, mit negativen Konsequenzen für den Trauerprozess. Soziale Unterstützung ist ein komplexes Phänomen, das grundsätzlich sowohl von der persönlichen Bereitschaft sich Unterstützung zu suchen und anzunehmen abhängt, als auch von der Bereitschaft Anderer, Unterstützung zu leisten. Um die soziale Unterstützung nach Verlust durch Suizid im Rahmen von Interventionen zu erhöhen, ist ein Verständnis der Barrieren und fördernden Faktoren unter Betroffenen und potentiellen Unterstützern (z.B. Freunden, Nachbarn, Arbeitskollegen) unerlässlich. Diese Wissenslücke möchte DE-LOSS schließen.

Ecological momentary intervention to reduce suicide risk among adolescents
Laufzeit: 10/2022 – 09/2027

Nachwuchsgruppenleitung:
Jun.-Prof. Dr. Nathalie Oexle, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Sektion Public Mental Health

Kooperationspartner:

  • Jun.-Prof. Dr. Miriam Rassenhofer & Prof. Dr. Jörg Fegert, Universitätsklinikum Ulm, Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie
  • Dr. Daniel Buschek, Universität Bayreuth, Fakultät für Mathematik, Physik und Informatik
  • Prof. Dr. Nicolas Rüsch, Prof. Dr. Thomas Becker & Prof. Dr. Reinhold Killian, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm
  • Prof. Dr. Ulrich Reininghaus, ZI Mannheim, Abteilung Public Mental Health
  • Prof. Dr. Benjamin Mayer, Universität Ulm, Institut für Epidemiologie und Medizinische Biometrie

MitarbeiterInnen Universität Ulm:
N.N.
N.N.

Finanzierung: BMBF (Nachwuchsgruppen in der Versorgungsforschung)

Fördersumme: 1.009.000 €

Laufzeit: 10/2022 – 09/2027

Zusammenfassung:
Suizide sind eine führende Todesursache unter Jugendlichen und es wird geschätzt, dass etwa ein Drittel der Jugendlichen in Deutschland suizidale Gedanken erlebt, während ca. 6-9% einen Suizidversuch unternehmen. Die Behandlung akuten Suizidrisikos unter Jugendlichen erfolgt in der Regel im Rahmen eines stationären Klinikaufenthaltes, jedoch lässt sich in den Tagen und Wochen nach der Entlassung ein besonders hohes Risiko für suizidales Verhalten beobachten. Ein integraler Bestandteil aktueller Maßnahmen zur Reduktion dieses erhöhten Suizidrisikos ist Safety Planning. Dieses beinhaltet einen persönlichen Maßnahmenplan mit sogenannten „Skills“ (z.B. Ablenkung, Hilfesuche), die angewendet in einer möglichen suizidalen Krise das Suizidrisiko der Patient*innen senken sollen. Eine wichtige Limitation, die die Wirksamkeit von traditionellem Safety Planning stark einschränken könnte, ist dessen Abhängigkeit von der Verfügbarkeit und Selbstanwendung eines Papier-basierten Maßnahmenplans in Alltagssituationen mit hohem emotionalem Stress. Eine innovative Weiterentwicklung von Safety Planning ist dessen Umsetzung als personalisierte Smartphone App. Allerdings besteht auch hier die Limitation der Abhängigkeit von der Selbstanwendung in Situationen mit hohem emotionalem Stress. Eine deutliche Erhöhung der Wirksamkeit ließe sich durch einen automatischen Auslöser erreichen, der Interventionen in suizidalen Krisen automatisch startet. Die Zielsetzung von EMIRA ist daher die Entwicklung und Evaluation einer automatisch startenden Safety Planning Smartphone-App zur Reduktion des Suizidrisikos von Jugendlichen im Alter von 14-21 Jahren nach stationärer Behandlung in einer Kinder- und Jugendpsychiatrie.

„Home delivered peer led treatment vs home delivered treatment – a randomized controlled multicentre pilot trial“

Beteiligte Einrichtungen und Kooperationen:

  • Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie, Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE)
  • Psychiatrische Klinik Lüneburg, Abteilung für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik
  • Medizinische Hochschule Brandenburg, Immanuel Klinik Rüdersdorf
  • Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Vivantes Klinikum Neukölln, Berlin
  • Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik, Vivantes Klinikum am Urban, Berlin
  • Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg
  • Bezirkskrankenhaus Donauwörth, Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik an der Donau-Ries Klinik

Förderung: Volkswagen Stiftung

Hintergrund:
In den aktuellen S3-Leitlinien „Psychosoziale Therapien bei schweren psychischen Erkrankungen“ werden Home-Treatment und Peer-Support als zwei Interventionen bei der Behandlung von Menschen in schweren psychischen Krisen aufgeführt und empfohlen. Trotz positiver Evidenz stellen beide Behandlungsansätze noch nicht Bestandteil der Regelversorgung dar. Das Ziel des HoPe-Projektes ist die Evaluation von Home Treatment in Kombination mit Peer Support bei Menschen in schweren psychischen Krisen. Im Rahmen einer multizentrischen randomisierten Studie werden an mehreren Kliniken beide Behandlungsansätze (Home Treatment und Peer Support) angeboten und evaluiert.

Evaluation des Gruppenprogramms IWS – „In Würde zu sich stehen“ für Jugendliche mit psychischen Erkrankungen
Laufzeit: 10/2021 – 09/2024

Projektleitung: Prof. Dr. Nicolas Rüsch, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Sektion Public Mental Health

Projektkoordination: Jana Hörger

Beteiligte WissenschaftlerInnen:

  • Jun.-Prof. Dr. Nathalie Oexle, Kooperationsmitarbeiterin
  • Prof. Dr. Silvia Krumm, Kooperationsmitarbeiterin (Schwerpunkt qualitative Forschung)
  • Prof. Dr. Reinhold Kilian, Kooperationsmitarbeiter (Schwerpunkt Gesundheitsökonomie)

Kooperierende Kliniken und Praxen für Kinder- und Jugendpsychiatrie:

  • Sabine Müller und Jörg Fegert, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universität Ulm
  • Isabel Böge, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Ravensburg-Weissenau
  • Tomas Jarczok, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Josefinum Augsburg
  • Gerhard und Elisabeth Libal, Praxis Libal, Ulm
  • Lena Rüsch und Ann-Kathrin Pfalzer, Praxis Perspektive, Ulm
  • Martina Roth-Geiger, Gemeinschaftspraxis, Weingarten

Zusammenfassung:
Psychische Erkrankungen bei Jugendlichen stellen eine enorme Belastung für Betroffene und deren Umfeld dar. Verstärkt wird diese Belastung dadurch, dass psychisch erkrankte Jugendliche oftmals Stigmatisierung und sozialer Ausgrenzung ausgesetzt sind. Jugendliche stehen somit vor der schwierigen Entscheidung, ob sie ihre Erkrankung anderen gegenüber offenlegen oder aber geheim halten sollen. Ein erster Pilot-RCT unserer Gruppe zu IWS bei Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen lieferte vielversprechende Ergebnisse: Es war möglich, TeilnehmerInnen für die Studie zu rekrutieren, und die TeilnehmerInnen des IWS-Programms zeigten positive Ergebnisse in Bezug auf reduzierten Stigma-Stress und Selbst-Stigmatisierung sowie eine erhöhte Lebensqualität (QoL) und eine positivere Einstellung zur Hilfesuche (Mulfinger et al. 2018). Das Gruppenprogramm ‚In Würde zu sich stehen‘ ist eine Intervention zur Stigma-Bewältigung, die für Erwachsene entwickelt wurde. Das Programm zeichnet sich u.a. dadurch aus, dass es von Menschen mit eigener Vorgeschichte psychischer Erkrankung (Peers) geleitet wird. Das Hauptziel der randomisiert-kontrollierten Studie ist es, die Wirksamkeit des Gruppenprogramms in dieser Zielgruppe zu untersuchen. Zusätzlich wird die Rolle der Offenlegungsentscheidung erörtert und die gesundheitsökonomischen Aspekte evaluiert.

Beneficial and harmful effects of reducing public suicide stigma
Laufzeit: 03/2021 – 12/2022

Projektleitung:
Jun.-Prof. Dr. Nathalie Oexle, Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm, Sektion Public Mental Health

Mitarbeiter Universität Ulm:
Franziska Marek

Finanzierung: Baden-Württemberg-Stiftung (Eliteprogramm für PostdoktorandInnen)

Fördersumme: 43.800 €

Laufzeit: 03/2021 – 12/2022

Zusammenfassung:
Jedes Jahr sterben in Deutschland etwa 10.000 Menschen durch Suizid, die Zahl der Suizidversuche ist schätzungsweise 10-mal so hoch. Trotz dieser hohen Zahl von Betroffenen, ist die Thematik stark tabuisiert. Mangelndes Wissen über Suizid und negative Einstellungen gegenüber Menschen, die Suizidalität erleben, haben eine Vielzahl negativer Folgen, die die Suizidprävention erschweren. Aus Angst vor Zurückweisung, negativen Reaktionen und aus Scham behalten viele Betroffene ihr Suizidgedanken für sich – wodurch sie keine Unterstützung oder Behandlung erhalten. Auch viele Angehörige fühlen sich durch die Vorurteile anderer in ihrer Trauer allein gelassen. Gleichzeitig, gibt es aber auch Hinweise, dass liberale gesellschaftliche Einstellungen zu Suizid, d.h. eine Normalisierung der Thematik, suizidales Verhalten begünstigen können. Es stellt sich also die Frage, ob, und wenn ja, wie, Wissen und Einstellungen zu Suizid, ohne unerwünschte Nebeneffekte, verbessert werden können. Diese Frage möchte das Projekt „Beneficial and harmful effects of reducing public suicide stigma“ beantworten. Dazu wurden vier potentielle Interventionen zur Erhöhung von Wissen und Stigmareduktion entwickelt, deren Wirksamkeit und unerwünschte Nebeneffekte in einem webbasierten RCT überprüft werden.

Studienart und Ziel: (i) qualitative Gruppeninterviews und (ii) randomisiert-kontrollierte Pilotstudie zur Bestimmung der Wirksamkeit des Gruppenprogramms
Kooperation: Psychotraumazentrum des Bundeswehrkrankenhauses, Berlin (Oberstarzt Prof. Dr. med. P. Zimmermann, Oberstarzt Dr. med. G. Willmund)
Laufzeit: 2015-2022
Personen: Fabian Holzhausen, Nadine Koslowski, Silvia Krumm, Nicolas Rüsch

Abgeschlossene Projekte

Projektleitung: Jun.-Prof. Nathalie Oexle

Studienkoordination: Nadja Puschner, Forschungsadministratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin

Finanzierung: Abteilungsstudie

Laufzeit: 04/2019 – 03/2020

Zusammenfassung:
Ein Verlust durch Suizid ist ein sehr belastendes Lebensereignis. Neben der Trauer um den verstorbenen Angehörigen, können auch die Reaktionen des Umfelds als Belastung erlebt werden. Personen, die eine Ihnen nahestehende Person durch Suizid verloren haben, tun sich zudem oft schwer über Ihren Verlust zu sprechen.

Um Erkenntnisse über erlebte soziale Reaktionen sowie die Determinanten der Offenlegung von Verlust durch Suizid zu gewinnen, werden im Rahmen unserer Studie qualitative Einzelinterviews mit Angehörigen nach Suizid geführt. Diese können persönlich oder telefonisch stattfinden und dauern ca. 60 Minuten. Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 20€ (zzgl. Erstattung eventueller Fahrtkosten).

Weitere Infos zur Studie finden Sie hier. Gerne können Sie sich bei Fragen an die Studienkoordinatorin Nadja Puschner wenden. Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören!

Studienart und Ziel: Kooperation/Austausch europäischer und US-amerikanischer Arbeitsgruppen zu den Themen Bürgerrechte, Teilhabe, Citizenship, Recovery, Stigma und Gesundheitspolitik/Public Policy im Kontext psychischer Erkrankungen.
Kooperation: University of Strathclyde, Glasgow, UK; Mental Health Foundation, Glasgow, UK; New York University, US; Finnish Association for Mental Health, Helsinki, Finland; Yale University, US; Illinois Institute of Technology, Chicago, US
Förderung und Laufzeit: EU (RISE), 2016-2019

Ko-Projektleitung:
Nathalie Oexle
Nicolas Rüsch

Studienkoordination:
Lea Mayer

Finanzierung: Abteilungsstudie und Förderung durch Eckhard Busch Stiftung

Laufzeit: 07/2019 – 06/2021

Zusammenfassung:
Überlebende nach Suizidversuch haben neben ihren Symptomen oft mit Stigmatisierung und Diskriminierung zu kämpfen. Von der Gesellschaft werden sie u.a. als schwach, egoistisch und rücksichtslos stigmatisiert. Überlebende nach Suizidversuch stehen daher oft vor der schwierigen Entscheidung, ihre Erfahrungen anderen gegenüber offenzulegen oder nicht. Offenlegung kann Vor- und Nachteile für die Betroffenen mit sich bringen.

„In Würde zu sich stehen“ (IWS) ist ein peer-geleitetes Gruppenprogramm (d.h. Gruppenleitung durch Betroffene), das ursprünglich entwickelt wurde, um Menschen mit psychischen Erkrankungen bei Offenlegungsentscheidungen zu unterstützen. IWS wurde in den USA bereits für Überlebende nach Suizidversuch angepasst.

Ziel der Studie ist es, das Programm „In Würde zu sich stehen“ für Überlebende nach Suizidversuch für den deutschen Sprachraum und zur Durchführung im klinischen Setting anzupassen und anschließend zu evaluieren. Geplant ist eine kontrolliert-randomisierte Pilotstudie, bei der die Durchführbarkeit und Wirksamkeit der Intervention untersucht werden soll.

Aktuell suchen wir Personen mit Suizidversuch in der Vorgeschichte sowie Personen, die beruflich im psychiatrischen Bereich arbeiten, als Leiter des Gruppenprogramms. Gruppenleiter werden von uns geschult, bezahlt und betreut. Zwei Gruppenleiter leiten die Sitzungen. Schulungen sind für Anfang 2019, Gruppen ab Mitte 2019 geplant. Das Gruppenprogramm wird am Bezirkskrankenhaus Günzburg stattfinden. Wenn Sie Interesse an der Mitarbeit als Gruppenleiter haben oder mehr Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an Lea Mayer.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme am Gruppenprogramm haben, gibt es hier nähere Informationen. Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören!

Ko-Projektleitung:
Nicolas Rüsch
Nathalie Oexle

Studienkoordination:
Lea Mayer

Externe Mitarbeiter:
Dr. med. Sabine Müller, Oberärztin, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universitätsklinikum Ulm
Dr. Ulrike Hoffmann, Leiterin Arbeitsgruppe „Wissenstransfer, Dissemination, E-Learning", Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universitätsklinikum Ulm

Finanzierung: Abteilungsstudie

Laufzeit: 07/2019 – 06/2021

Zusammenfassung:
Eltern psychisch erkrankter Kinder haben neben der Sorge um ihr Kind oft mit Stigmatisierung und Scham zu kämpfen. Zudem sind die Eltern selbst mit Stigma konfrontiert. Sie werden oft bzgl. ihrer Erziehung kritisiert und verurteilt und werden als Einflussfaktor in der Entstehung, Aufrechterhaltung oder Verschlimmerung der psychischen Erkrankung ihres Kindes gesehen. Daher stehen Eltern psychisch erkrankter Kinder oft vor der schwierigen Entscheidung, die Erkrankung ihres Kindes anderen gegenüber offenzulegen oder nicht. Offenlegung und Nicht-Offenlegung können jeweils Vor- und Nachteile für Eltern und deren Kinder mit sich bringen.

„In Würde zu sich stehen“ (IWS) ist ein peer-geleitetes Gruppenprogramm (d.h. Gruppenleitung durch Betroffene), das ursprünglich entwickelt wurde, um Menschen mit psychischen Erkrankungen bei Offenlegungsentscheidungen zu unterstützen. IWS wurde in den USA und Australien bereits für Eltern psychisch erkrankter Kinder angepasst.

Ziel der Studie ist es, das Programm „In Würde zu sich stehen“ für Eltern psychisch erkrankter Kinder als Webinar zu evaluieren. Geplant ist eine kontrolliert-randomisierte Pilotstudie, bei der die Durchführbarkeit und Wirksamkeit der Intervention untersucht werden soll.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme am Gruppenprogramm haben, gibt es hier nähere Informationen oder wenden Sie sich bitte an Lea Mayer bzw. nutzen Sie unser obiges Kontaktformular. Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören!

Studienart und Ziel: (i) qualitative Einzelinterviews und (ii) quantitative Längsschnittstudie zum Zusammenhang von Stigma-Variablen und Suizidalität
Förderung und Laufzeit: Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes (für Nathalie Oexle), 2015-2018
Personen: Nathalie Oexle, Katharina Herrmann, Nicolas Rüsch

Publikation:

  1. Oexle N, Herrmann K, Staiger T, Sheehan L, Rüsch N; Krumm S: Stigma and suicidality among suicide attempt survivors: a qualitative study. Death Studies 2018 Sep 20:1-8. 

 

Studienart und Ziel: (i) qualitative Einzelinterviews und (ii) Verlaufsstudie zur Bestimmung von Faktoren, die es psychisch erkrankten arbeitslosen Menschen erschweren/erleichtern, psychiatrisch-psychotherapeutische Hilfe aufzusuchen.
Kooperation: Agenturen für Arbeit, Jobcenter (incl. Ärztlicher Dienst der Bundesagentur) und Wohlfahrtsverbände in Württemberg und Bayerisch-Schwaben.
Förderung und Laufzeit: Deutsche Forschungsgemeinschaft, 2014-2018
Personen: Tamara Waldmann, Tobias Staiger, Ruth Heimann, Alexandra Malzer, Janneke Grotegut, Silvia Krumm, Nicolas Rüsch

Studienart und Ziel: Verlaufsstudie über drei Monate zum Zusammenhang zwischen Gruppenwahrnehmung und Krankheitskonzepten (incl. Essentialismus u.ä.), Stigma und Stigma-Folgen
Kooperation: Prof. Johannes Keller, Sozialpsychologie, Universität Ulm; PD Noll-Hussong und Prof. Dr. Waller, Klinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Ulm
Laufzeit: 2016-2018
Personen: Jana Schwick, Sabine Ludwig, Tanja Riebler, Ines-Maria Linder, Ines Germann, Christina Regelmann, Nicolas Rüsch

Publikation:

  1. Rüsch N, Oexle N, Thornicroft G, Keller J, Waller C, Germann I, Regelmann CA, Noll-Hussong M, Zahn R. Self-Contempt as a Predictor of Suicidality: A Longitudinal Study. J Nerv Ment Dis. 2019 Dec;207(12):1056-1057. doi: 10.1097/NMD.0000000000001079. PMID: 31790049.

IWS-Programm

In Würde zu sich stehen (IWS) ist ein peer-geleitetes Programm zur Stigma-Bewältigung für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Nähere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten der Universität Ulm, https://www.uni-ulm.de/med/iws/.

Forschungsteam

  • Profilbild von  Sabine Glotz

    Sabine Glotz

    M. Sc. in Psychologie | wissenschaftliche Mitarbeiterin

  • Profilbild von  Maria Haun

    Maria Haun

    M. Sc. in Psychologie | wissenschaftliche Mitarbeiterin

  • Profilbild von  Jana Hörger

    Jana Hörger

    M. A. Angewandte Gesundheitswissenschaften | wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin

  • Profilbild von  Senta Kilburg

    Senta Kilburg

    B. A. Verwaltungswissenschaften | Forschungsadministration

  • Profilbild von Dr. Beatriz Lloret Alves de Moura

    Dr. Beatriz Lloret Alves de Moura

    Diplom-Psychologin | wissenschaftliche Mitarbeiterin

  • Profilbild von  Franziska Marek

    Franziska Marek

    M. A. Soziologie | wissenschaftliche Mitarbeiterin

  • Profilbild von  Lea Mayer

    Lea Mayer

    M. Sc. in Psychologie | wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin

  • Profilbild von Jun.-Prof. Dr. biol. hum. Nathalie Oexle

    Jun.-Prof. Dr. biol. hum. Nathalie Oexle

    Leiterin der Arbeitsgruppe Suizidprävention

  • Profilbild von Prof. Dr. med. Nicolas Rüsch

    Prof. Dr. med. Nicolas Rüsch

    Leiter der Sektion Public Mental Health | Oberarzt

  • Profilbild von Dr. Svenja Schlachter

    Dr. Svenja Schlachter

    Ph. D. | M. Sc. in Psychologie

Kooperationen

mit INDIGO Netzwerk
mit DZPG

Die Sektion Public Mental Health ist Teil des ZIHUb (Verbund von Zentralinstitut für Seelische Gesundheit (ZI) Mannheim, Universität Heidelberg und Universität Ulm; www.zihub.de), eines der sechs Standorte des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten neuen Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit (DZPG). Nicolas Rüsch ist einer der PIs (Principal Investigators) des ZIHUb und somit Vertreter der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm im DZPG.

Qualifikationsarbeiten

Dissertationen

Altintas, Ertan
Entwicklung einer Kurzversion der Diskriminierungs- und Stigma-Skala (DISCUS)
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Grübel, Phillip
Der Einfluss von Suizidstigma und Wissen über Suizid auf die Bereitschaft zur Hilfesuche bei erlebter Suizidalität
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Hörger, Jana
Evaluation des Gruppenprogramms IWS – „In Würde zu sich stehen“ für Jugendliche mit psychischen Erkrankungen
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. biol. hum.)

Linder, Ina-Maria
Psychische Erkrankung als Stigma: Stigma-Bewusstsein und essentialistische Auffassung psychischer Erkrankung als Prädiktoren von Lebensqualität und Wohlbefinden (UMPE-Studie; Baseline Ulm)
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Regelmann, Christina
Psychische Erkrankung als Stigma: Stigma-Bewusstsein und essentialistische Auffassung psychischer Erkrankung als Prädiktoren von Lebensqualität und Wohlbefinden (UMPE-Studie; Follow-Up)
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Valacchi, Daniele
Development and evaluation of a short implicite association test to measure attitudes about suicide
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Dissertationen

Herrmann, Katharina
Erlebnisse, Auswirkungen und Bewältigung von Stigmatisierung nach einem Suizidversuch
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Holzhausen, Fabian
Offenlegung versus Geheimhaltung einer psychischen Erkrankung – eine qualitative Inhaltsanalyse bei psychisch erkrankten Soldaten
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Germann, Ines (2022)
Selbstverachtung wegen psychischer Erkrankung als Prädiktor für Suizidalität
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Malzer, Alexandra (2021)
Offenlegung und Lebensqualität bei Arbeitslosen mit psychischen Belastungen: eine Longitudinalstudie
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Schibalski, Julia (2021)
Auswirkungen von Stigma bei Mitgliedern der Allgemeinbevölkerung mit erhöhten psychiatrischen Symptomen
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Waldmann, Tamara (2021)
Hilfesuchverhalten von Menschen in Arbeitslosigkeit mit psychischen Belastungen
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. biol. hum.)

Mulfinger, Nadine (2019)
Entscheidung über Offenlegung oder Geheimhaltung der eigenen psychischen Erkrankung - Einflussfaktoren und Auswirkungen
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. biol. hum.)

Bayha, Philipp (2018)
Offenlegung versus Geheimhaltung bei Jugendlichen mit psychischen Erkrankungen: Ansichten des professionellen sozialen Umfeldes
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Oexle, Nathalie (2017)
Mental illness stigma and its contribution to suicidality and recovery among persons with mental illness
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. biol. hum.)

Master-Arbeiten

Schwick, Jana
Psychische Erkrankung als Stigma: Stigma-Bewusstsein und essentialistische Auffassung psychischer Erkrankung als Prädiktoren von Lebensqualität und Wohlbefinden (UMPE-Studie; Baseline)
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Sozialpsychologie)

Ludwig, Sabine (2017)
Essentialistische Überlegungen und der Zusammenhang mit stärkeren Annahmen von stigmatisierenden Einstellungen und Diskriminierung sowie einer geringeren Lebensqualität
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Sozialpsychologie)

Riebler, Tanja (2016)
The stigma of mental illness: effects of disclosure, ingroup perception and essentialism on well-being
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Sozialpsychologie)

Oexle, Nathalie (2015)
Mental illness stigma and suicidality
Karolinska Institutet, Stockholm (Master of Public Health Sciences)

Bachelor-Arbeiten

Abich, Eduard (2017)
Auswirkung des Gruppenprogramms „In Würde zu sich stehen“ auf das Empowerment von Jugendlichen mit psychischer Erkrankung
Hochschule Ulm, Studiengang Medizinische Dokumentation und Informatik

Grotegut, Janneke (2016)
Der Zusammenhang von Behandlung, Coping-Strategien und Arbeitsplatzsuche bei psychisch erkrankten Arbeitslosen
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie)

Popp, Lisa (2017)
Die Auswirkungen der Gruppenintervention „In Würde zu sich stehen“ auf die Hilfesuchintentionen psychisch erkrankter Jugendlicher
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie)

Schröder, Pia (2016)
Auswirkung des Gruppenprogramms „In Würde zu sich stehen“ auf die Lebensqualität von Jugendlichen mit psychischer Erkrankung
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie)

Sonstige

Heimann, Ruth (2016)
Arbeitslosigkeit und Hilfe-Aufsuchen bei psychischen Belastungen (AloHA) – Die quantitative Studienphase
Berufskolleg für Medizinische Dokumentation am Institut fakt.ori, Ulm (Hausarbeit)

Heimann, Ruth (2015)
Arbeitslosigkeit und Hilfe-Aufsuchen bei psychischen Belastungen (AloHA) – Die qualitative Studienphase
Berufskolleg für Medizinische Dokumentation am Institut fakt.ori, Ulm (Hausarbeit)