Sektion Public Mental Health

Leiter: Prof. Dr. med. Nicolas Rüsch, MSt

Die Sektion ist Teil der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II der Universität Ulm am Bezirkskrankenhaus Günzburg (Ärztlicher Direktor: Prof. Dr. Thomas Becker). Schwerpunkt sind Forschungen zum Stigma psychischer Erkrankung, incl. Themen wie psychische Erkrankung und Arbeit; Behandlungsteilnahme; und Umgang mit psychischer Erkrankung u.a. in Bezug auf Offenlegung/Geheimhaltung. Dabei möchten wir die an Stigma und Diskriminierung beteiligten Mechanismen besser verstehen sowie Antistigma-Interventionen entwickeln und evaluieren mit dem langfristigen Ziel, Stigma und seine Auswirkungen auf Menschen mit psychischen Erkrankungen zu verringern.

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Prof. Dr. med. Nicolas Rüsch

Leiter der Sektion Public Mental Health | Oberarzt

Forschungssekretariat

Nadja Puschner
Medizinische Dokumentarin (B. Sc.)

Telefon: 0731 500-62301
Telefax: 0731 500-62302
E-Mail: Nadja.Puschner@uniklinik-ulm.de oder
            Nadja.Puschner@uni-ulm.de

Postanschrift:

Sektion Public Mental Health
Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie II
der Universität Ulm
Parkstraße 11
89073 Ulm

Laufende Projekte

Studienart und Ziel: Kooperation/Austausch europäischer und US-amerikanischer Arbeitsgruppen zu den Themen Bürgerrechte, Teilhabe, Citizenship, Recovery, Stigma und Gesundheitspolitik/Public Policy im Kontext psychischer Erkrankungen.
Kooperation: University of Strathclyde, Glasgow, UK; Mental Health Foundation, Glasgow, UK; New York University, US; Finnish Association for Mental Health, Helsinki, Finland; Yale University, US; Illinois Institute of Technology, Chicago, US
Förderung und Laufzeit: EU (RISE), 2016-2019

Projektleitung: Jun.-Prof. Nathalie Oexle

Studienkoordination: Nadja Puschner, Forschungsadministratorin und wissenschaftliche Mitarbeiterin

Finanzierung: Abteilungsstudie

Laufzeit: 04/2019 – 03/2020

Zusammenfassung:
Ein Verlust durch Suizid ist ein sehr belastendes Lebensereignis. Neben der Trauer um den verstorbenen Angehörigen, können auch die Reaktionen des Umfelds als Belastung erlebt werden. Personen, die eine Ihnen nahestehende Person durch Suizid verloren haben, tun sich zudem oft schwer über Ihren Verlust zu sprechen.

Um Erkenntnisse über erlebte soziale Reaktionen sowie die Determinanten der Offenlegung von Verlust durch Suizid zu gewinnen, werden im Rahmen unserer Studie qualitative Einzelinterviews mit Angehörigen nach Suizid geführt. Diese können persönlich oder telefonisch stattfinden und dauern ca. 60 Minuten. Teilnehmer erhalten eine Aufwandsentschädigung in Höhe von 20€ (zzgl. Erstattung eventueller Fahrtkosten).

Weitere Infos zur Studie finden Sie hier. Gerne können Sie sich bei Fragen an die Studienkoordinatorin Nadja Puschner wenden. Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören!

Ko-Projektleitung:
Nathalie Oexle
Nicolas Rüsch

Studienkoordination:
Lea Mayer

Finanzierung: Abteilungsstudie und Förderung durch Eckhard Busch Stiftung

Laufzeit: 07/2019 – 06/2021

Zusammenfassung:
Überlebende nach Suizidversuch haben neben ihren Symptomen oft mit Stigmatisierung und Diskriminierung zu kämpfen. Von der Gesellschaft werden sie u.a. als schwach, egoistisch und rücksichtslos stigmatisiert. Überlebende nach Suizidversuch stehen daher oft vor der schwierigen Entscheidung, ihre Erfahrungen anderen gegenüber offenzulegen oder nicht. Offenlegung kann Vor- und Nachteile für die Betroffenen mit sich bringen.

„In Würde zu sich stehen“ (IWS) ist ein peer-geleitetes Gruppenprogramm (d.h. Gruppenleitung durch Betroffene), das ursprünglich entwickelt wurde, um Menschen mit psychischen Erkrankungen bei Offenlegungsentscheidungen zu unterstützen. IWS wurde in den USA bereits für Überlebende nach Suizidversuch angepasst.

Ziel der Studie ist es, das Programm „In Würde zu sich stehen“ für Überlebende nach Suizidversuch für den deutschen Sprachraum und zur Durchführung im klinischen Setting anzupassen und anschließend zu evaluieren. Geplant ist eine kontrolliert-randomisierte Pilotstudie, bei der die Durchführbarkeit und Wirksamkeit der Intervention untersucht werden soll.

Aktuell suchen wir Personen mit Suizidversuch in der Vorgeschichte sowie Personen, die beruflich im psychiatrischen Bereich arbeiten, als Leiter des Gruppenprogramms. Gruppenleiter werden von uns geschult, bezahlt und betreut. Zwei Gruppenleiter leiten die Sitzungen. Schulungen sind für Anfang 2019, Gruppen ab Mitte 2019 geplant. Das Gruppenprogramm wird am Bezirkskrankenhaus Günzburg stattfinden. Wenn Sie Interesse an der Mitarbeit als Gruppenleiter haben oder mehr Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an Lea Mayer.

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme am Gruppenprogramm haben, gibt es hier nähere Informationen. Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören!

Ko-Projektleitung:
Nicolas Rüsch
Nathalie Oexle

Studienkoordination:
Lea Mayer

Externe Mitarbeiter:
Dr. med. Sabine Müller, Oberärztin, Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universitätsklinikum Ulm
Dr. Ulrike Hoffmann, Leiterin Arbeitsgruppe „Wissenstransfer, Dissemination, E-Learning", Kinder- und Jugendpsychiatrie, Universitätsklinikum Ulm

Finanzierung: Abteilungsstudie

Laufzeit: 07/2019 – 06/2021

Zusammenfassung:
Eltern psychisch erkrankter Kinder haben neben der Sorge um ihr Kind oft mit Stigmatisierung und Scham zu kämpfen. Zudem sind die Eltern selbst mit Stigma konfrontiert. Sie werden oft bzgl. ihrer Erziehung kritisiert und verurteilt und werden als Einflussfaktor in der Entstehung, Aufrechterhaltung oder Verschlimmerung der psychischen Erkrankung ihres Kindes gesehen. Daher stehen Eltern psychisch erkrankter Kinder oft vor der schwierigen Entscheidung, die Erkrankung ihres Kindes anderen gegenüber offenzulegen oder nicht. Offenlegung und Nicht-Offenlegung können jeweils Vor- und Nachteile für Eltern und deren Kinder mit sich bringen.

„In Würde zu sich stehen“ (IWS) ist ein peer-geleitetes Gruppenprogramm (d.h. Gruppenleitung durch Betroffene), das ursprünglich entwickelt wurde, um Menschen mit psychischen Erkrankungen bei Offenlegungsentscheidungen zu unterstützen. IWS wurde in den USA und Australien bereits für Eltern psychisch erkrankter Kinder angepasst.

Ziel der Studie ist es, das Programm „In Würde zu sich stehen“ für Eltern psychisch erkrankter Kinder als Webinar zu evaluieren. Geplant ist eine kontrolliert-randomisierte Pilotstudie, bei der die Durchführbarkeit und Wirksamkeit der Intervention untersucht werden soll.

Aktuell suchen wir Eltern psychisch erkrankter Kinder als Leiter des Gruppenprogramms. Gruppenleiter werden von uns geschult, bezahlt und betreut. Zwei Gruppenleiter führen durch die Online-Sitzungen. Dazu erhalten sie ein begleitendes Arbeitsbuch. Schulungen sind für Anfang 2019, Gruppen ab Mitte 2019 geplant. Wenn Sie Interesse an der Mitarbeit als Gruppenleiter haben oder mehr Informationen benötigen, wenden Sie sich bitte an Lea Mayer

Wenn Sie Interesse an einer Teilnahme am Gruppenprogramm haben, gibt es hier nähere Informationen. Wir würden uns freuen, von Ihnen zu hören!

Studienart und Ziel: (i) qualitative Gruppeninterviews und (ii) randomisiert-kontrollierte Pilotstudie zur Bestimmung der Wirksamkeit des Gruppenprogramms
Kooperation: Psychotraumazentrum des Bundeswehrkrankenhauses, Berlin (PD Dr. Zimmermann, Dr. Willmund, Frau C. Rose)
Laufzeit: 2015-2019
Personen: Fabian Holzhausen, Nadine Koslowski, Silvia Krumm, Nicolas Rüsch

Abgeschlossene Projekte

Studienart und Ziel: (i) qualitative Einzelinterviews und (ii) quantitative Längsschnittstudie zum Zusammenhang von Stigma-Variablen und Suizidalität
Förderung und Laufzeit: Promotionsstipendium der Studienstiftung des Deutschen Volkes (für Nathalie Oexle), 2015-2018
Personen: Nathalie Oexle, Katharina Herrmann, Nicolas Rüsch

Publikation:

  1. Oexle N, Herrmann K, Staiger T, Sheehan L, Rüsch N; Krumm S: Stigma and suicidality among suicide attempt survivors: a qualitative study. Death Studies 2018 Sep 20:1-8. 

 

Studienart und Ziel: (i) qualitative Einzelinterviews und (ii) Verlaufsstudie zur Bestimmung von Faktoren, die es psychisch erkrankten arbeitslosen Menschen erschweren/erleichtern, psychiatrisch-psychotherapeutische Hilfe aufzusuchen.
Kooperation: Agenturen für Arbeit, Jobcenter (incl. Ärztlicher Dienst der Bundesagentur) und Wohlfahrtsverbände in Württemberg und Bayerisch-Schwaben.
Förderung und Laufzeit: Deutsche Forschungsgemeinschaft, 2014-2018
Personen: Tamara Waldmann, Tobias Staiger, Ruth Heimann, Alexandra Malzer, Janneke Grotegut, Silvia Krumm, Nicolas Rüsch

Studienart und Ziel: Verlaufsstudie über drei Monate zum Zusammenhang zwischen Gruppenwahrnehmung und Krankheitskonzepten (incl. Essentialismus u.ä.), Stigma und Stigma-Folgen
Kooperation: Prof. Johannes Keller, Sozialpsychologie, Universität Ulm; PD Noll-Hussong und Prof. Dr. Waller, Klinik für Psychosomatik, Universitätsklinikum Ulm
Laufzeit: 2016-2018
Personen: Jana Schwick, Sabine Ludwig, Tanja Riebler, Ines-Maria Linder, Ines Germann, Christina Regelmann, Nicolas Rüsch

IWS-Programm

In Würde zu sich stehen (IWS) ist ein peer-geleitetes Programm zur Stigma-Bewältigung für Menschen mit psychischen Erkrankungen.

Nähere Informationen hierzu finden Sie auf den Seiten der Universität Ulm, https://www.uni-ulm.de/med/iws/.

Forschungsteam

Profilbild von Lea Mayer

Lea Mayer

M. Sc. in Psychologie | wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin

Profilbild von Jun.-Prof. Dr. biol. hum. Nathalie Oexle

Jun.-Prof. Dr. biol. hum. Nathalie Oexle

M. Sc. in Public Health | Juniorprofessorin für Sozialpsychiatrie

Profilbild von Nadja Puschner

Nadja Puschner

Medizinische Dokumentarin B. Sc. | Forschungsadministration Prof. Rüsch | Forschungswebseiten | wissenschaftliche Mitarbeiterin

Profilbild von Prof. Dr. med. Nicolas Rüsch

Prof. Dr. med. Nicolas Rüsch

Leiter der Sektion Public Mental Health | Oberarzt

Qualifikationsarbeiten

Dissertationen

Altintas, Ertan
Entwicklung einer Kurzversion der Diskriminierungs- und Stigma-Skala (DISCUS)
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Germann, Ines
Psychische Erkrankung als Stigma: Stigma-Bewusstsein und essentialistische Auffassung psychischer Erkrankung als Prädiktoren von Lebensqualität und Wohlbefinden (UMPE-Studie; Follow-Up)
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Herrmann, Katharina
Erlebnisse, Auswirkungen und Bewältigung von Stigmatisierung nach einem Suizidversuch
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Holzhausen, Fabian
Offenlegung versus Geheimhaltung einer psychischen Erkrankung – eine qualitative Inhaltsanalyse bei psychisch erkrankten Soldaten
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Linder, Ina-Maria
Psychische Erkrankung als Stigma: Stigma-Bewusstsein und essentialistische Auffassung psychischer Erkrankung als Prädiktoren von Lebensqualität und Wohlbefinden (UMPE-Studie; Baseline Ulm)
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Malzer, Alexandra
Arbeitslosigkeit und psychische Erkrankung – eine Verlaufsstudie
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Regelmann, Christina
Psychische Erkrankung als Stigma: Stigma-Bewusstsein und essentialistische Auffassung psychischer Erkrankung als Prädiktoren von Lebensqualität und Wohlbefinden (UMPE-Studie; Follow-Up)
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Schibalski, Julia
Resilienz im Kontext des Stigmas psychischer Erkrankungen
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Waldmann, Tamara
Arbeitslosigkeit, psychische Erkrankungen und (Nicht-)Behandlungsteilnahme
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. biol. hum.)

Master-Arbeiten

Schwick, Jana
Psychische Erkrankung als Stigma: Stigma-Bewusstsein und essentialistische Auffassung psychischer Erkrankung als Prädiktoren von Lebensqualität und Wohlbefinden (UMPE-Studie; Baseline)
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Sozialpsychologie)

Dissertationen

Mulfinger, Nadine (2019)
Adaption und Evaluation des Programms In Würde zu sich stehen für Jugendliche mit psychischer Erkrankung
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. biol. hum.)

Bayha, Philipp (2017)
Offenlegung versus Geheimhaltung bei psychisch kranken Jugendlichen: Qualitative Datenanalyse von Fokusgruppen des sozialen Umfelds
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. med.)

Oexle, Nathalie (2017)
Mental Illness Stigma and Suicidality
Universität Ulm, Medizinische Fakultät (Dr. biol. hum.)

Master-Arbeiten

Ludwig, Sabine (2017)
Essentialistische Überlegungen und der Zusammenhang mit stärkeren Annahmen von stigmatisierenden Einstellungen und Diskriminierung sowie einer geringeren Lebensqualität
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Sozialpsychologie)

Riebler, Tanja (2016)
The stigma of mental illness: effects of disclosure, ingroup perception and essentialism on well-being
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Sozialpsychologie)

Oexle, Nathalie (2015)
Mental illness stigma and suicidality
Karolinska Institutet, Stockholm (Master of Public Health Sciences)

Bachelor-Arbeiten

Abich, Eduard (2017)
Auswirkung des Gruppenprogramms "In Würde zu sich stehen" auf das Empowerment von Jugendlichen mit psychischer Erkrankung
Hochschule Ulm, Studiengang Medizinische Dokumentation und Informatik

Grotegut, Janneke (2016)
Der Zusammenhang von Behandlung, Coping-Strategien und Arbeitsplatzsuche bei psychisch erkrankten Arbeitslosen
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie)

Popp, Lisa (2017)
Die Auswirkungen der Gruppenintervention „In Würde zu sich stehen“ auf die Hilfesuchintentionen psychisch erkrankter Jugendlicher
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie)

Schröder, Pia (2016)
Auswirkung des Gruppenprogramms „In Würde zu sich stehen“ auf die Lebensqualität von Jugendlichen mit psychischer Erkrankung
Universität Ulm, Studiengang Psychologie (Betreuung gemeinsam mit Abt. Klinische Psychologie und Psychotherapie)

Sonstige

Heimann, Ruth (2016)
Arbeitslosigkeit und Hilfe-Aufsuchen bei psychischen Belastungen (AloHA) – Die quantitative Studienphase
Berufskolleg für Medizinische Dokumentation am Institut fakt.ori, Ulm (Hausarbeit)

Heimann, Ruth (2015)
Arbeitslosigkeit und Hilfe-Aufsuchen bei psychischen Belastungen (AloHA) – Die qualitative Studienphase
Berufskolleg für Medizinische Dokumentation am Institut fakt.ori, Ulm (Hausarbeit)